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Vorbeuge-Tipps von Experten: Radfahren ohne Rückenschmerz
Herbstzeit ist Radlzeit! Doch viele Radfahrer klagen über Rückenschmerzen wenn sie in die Pedale treten. Der Sportmediziner Dr. med. Jörg Ostenda von der ArthroKlinik in Augsburg klärt auf und gibt wichtige Tipps fürs ungetrübte Fahrvergnügen. ....
Bis zu 45 Prozent aller Radfahrer klagen über Nackenbeschwerden und volle 35 Prozent leiden unter Beschwerden der Lendenwirbelsäule! Damit liegen Sie leider klar über dem Durchschnitt der Normalbevölkerung, welche "nur" zu insgesamt 30 bis 40 Prozent von Rückenbeschwerden geplagt werden.
Belastung für die Wirbelsäule - Die Ursachen liegen in der Belastung auf dem Rad, welche durch die unphysiologische vermehrte Beugung (nennt man auch: "Entlordosierung") der unteren LWS und der überstreckung des Kopf-/Nackenbereichs entsteht. Interessant ist, dass bis zu einer Kilometerleistung von 180 km pro Woche die Beschwerdehäufigkeit ansteigt. Bei einer höheren Kilometeranzahl sinkt sie deutlich, sogar unter die Werte der Wenigfahrer!
Ergonomie-Check fürs Rad - Was kann der Radfahrer gegen seine Beschwerden konkret machen? "Zunächst muss die Ergonomie des eigenen Rades einem Check unterzogen werden: Lenkerhöhe, Vorbaulänge, Rahmengrösse müssen überprüft und gegebenenfalls variiert werden. Die entsprechenden Vorgaben gibt es im Internet oder Fachhandel. Individuell sollte man aber notfalls auch einfach abseits der Vorgaben experimentieren" rät der Sportmediziner Dr. Jörg Ostenda von der Augsburger ArthroKlinik.
Bewegung für die Wirbelsäule - Die Wirbelsäule braucht Bewegung und liebt keine statischen Belastungen! "Deswegen ist es ratsam, während des Radelns öfters mal die Sitzposition zu wechseln - also zum Beispiel einfach aus dem Sattel gehen und den Wiegetritt nutzen, um den statischen Halteapparat nicht zu überstrapazieren" sagt Dr. Ostenda.
Sollten die Beschwerden anhalten, empfiehlt sich als erste und einfachste Massnahme die Selbstbehandlung mit Ausgleichsgymnastik. Um eine andere Belastung der Muskulatur zu erreichen, ist auch ein bis zweimaliger Ausgleichssport in der Woche zielführend. Hier solllten Sportarten gewählt werden, die eine Aufrichtung im Rumpf beinhalten. Zum Beispiel Geräte- Seilzugtraining, Volleyball, Basketball oder Schwimmen, aber auch Aerobic oder Yoga.
"Wenn die Beschwerden länger als 14 Tage bestehen, oder wenn es zu Ausstrahlungen in Arme oder Beine - auch nach Beendigung des Radfahrens - kommt, sollte ein Facharzt zur Abklärung und Therapieeinleitung konsultiert werden" rät Dr. Ostenda. Je nach Diagnose wird dann Manuelle Therapie, Krankengymnastik oder Massage mit Wärme oder Stromtherapie - in Einzelfällen auch Ultraschall - empfohlen.
Diese Massnahmen in Verbindung mit vernünftig geplantem Training reichen in aller Regel aus, um die Beschwerden ausreichend zu lindern oder zu beseitigen. Eine grössere Trainingspause ist nicht erforderlich. "Sollte jedoch in Ausnahmefällen einmal eine schwerwiegendere Erkrankung (z. B. ein echter Bandscheibenvorfall) hinter dem Schmerz stecken, ist eine Therapie mit Ruhe und Entlastung notwendig. Hier können dann auch gezielte Injektionen weiterhelfen.
Eine Operation ist nur sehr selten (in weniger als fünf Prozent der Fälle!) erforderlich. Empfehlenswert ist dann eine minimal-invasive OP (bspw. die Transforaminale Endoskopische Nukleotomie, kurz: TEN) die den Eingriff unter lokaler Betäubung über den schonenden Seitenzugang wählt, damit der Radfahrer sehr schnell wieder in die Pedalen treten kann" so Dr. Ostenda, der Sportmediziner und ehemalige Leiter des Olympiastützpunktes Dresden.
Grundsätzlich gilt: Es gibt es keine Patentrezepte und keine Ferndiagnosen. Jeder Körper hat seine eigenen Bewegungsmuster mit individuellen Stärken und Schwächen. Bei dauerhaften Beschwerden sollte unbedingt ein Sportmediziner hinzugezogen werden.
Mehr Infos: ArthroKlinik, 86150 Augsburg, www.arthro-klinik.de
© (Quelle: aR Recherche)
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