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::: tschechisch :::

Euregio-Dreiländer-Express
aus Anlass des EU - Beitritts Tschechiens am 1.05.2004
Sonderzug von Passau nach Krumau



Cesky Krumlov (Böhmisch Krumau)

Die Europäische Union ist am 01.05.2004 um 10 Staaten angewachsen, wobei die Tschechische Republik als direkter Nachbarstaat Bayerns neben dem angrenzenden Österreich nun ebenfalls zur Europäischen Gemeinschaft zählt. Das zeitgeschichtliche und einmalige Ereignis war Anlass einer internationalen Sonderzugreise mit dem "Euregio-Dreiländer-Express" von Passau via Linz und Budweis (Budejovice) in die faszinierende Stadt Böhmisch Krumau (Cesky Krumlov). Wegen ihrem geschlossenen mittelalterlichen Stadtbild wurde die Stadt 1992 von der UNESCO als Weltkulturerbe ausgezeichnet.

Krumau zählt zweifellos zu den schönsten Städten Tschechiens. Ihre zauberhafte Lage an der Moldau (Vltava) die die Altstadt mit 3 Flussarmen durchfließt, eingebettet in das Vorgebirge des Böhmerwaldes, und das alles überragende prächtige Schloss, das nach der Prager Burg das größte Tschechiens ist, machen Krumau landschaftlich wie kulturell zu einer Sehenswürdigkeit ersten Ranges.

Die malerischen Gässchen, stilvoll restaurierte Renaissancehäuser, und der Altstadtmittelpunkt â?? der Ringplatz mit seiner Mariensäule â?? welcher eine Fundgrube für Trödel-, und Antiquitäten-, und Souvenirkäufe ist, sowie die zahlreichen Restaurants in direkter Ufernähe verleihen dem Städtchen einen Hauch von mediterranem Charme. 

Die nostalgische Eisenbahnfahrt

Um 6.00 Uhr früh ertönte im Hbf. Passau das Abfahrtssignal für das 3 er Triebwagengespann (im Volksmund bekannt als „Schienenbus“) Richtung Wels. Nach dem Umstieg ging es weiter in 11 historischen Waggonen, die von zwei leistungsstarken Schnellzugdampfloks der Baureihen 50 3519 und 12.14 nach Linz und dann über die Summerauerbahn-Route auf der steigungsreichen Mühlviertelstrecke zum Grenzbahnhof  Summerau hinauf gezogen wurden. Während die Zugpassagiere die gemächlich vorbeiziehende Hügellandschaft des österreichischen Mühlviertels genossen und die böhmischen Bergrücken immer näher heranrückten, oder andere ihren Hunger derweil im Speisewagen stillten, verfeuerten die „Heizer“ einige Tonnen Kohle.

Das Highlight für nostalgische Eisenbahnliebhaber war sicherlich der Lokwechsel, den hunderte von Zugpassagieren life miterleben durften. Daraufhin wurde die Zugfahrt mit der tschechischen Dampflok 556.0506 nach Budweis (Partnerstadt Passau) fortgesetzt. Die letzten 30 km bis zum Zielort Krumau (Partnerstadt Hauzenberg) bewältigte dann eine tschechische CD-Diesellok.

In Krumau fahrplangemäß um 12.27 Uhr  angekommen und von den örtlichen Behörden offiziell begrüßt, konnten sich die knapp 500 Teilnehmer zur 4 stündigen Stadtbesichtigung aufmachen. Die meisten Teilnehmer genossen nach der kulturell-, geschichtlichen „Entdeckungstour“ die reichhaltigen, landestypischen, kulinarischen Spezialitäten.

Fazit

In gewohnt professioneller Manier veranstaltete der Verein Passauer Eisenbahnfreunde e.V. unter Federführung von Hr. Kummer das Highlight einer erlebnisreichen Dreiländer-Sonderzugfahrt. Trotz der sicher schwierigen Vorbereitungsphase, bei der 3 Länderspezifische Bahn-Behörden kompatibel zusammen arbeiten mussten, passte die Reiseorganisation angefangen von der Betreuung und Verpflegung bis hin zur Informationsweitergabe per Flugblatt und Lautsprecheransagen in den Zügen perfekt â?? ergo: wir kommen gerne wieder.
Apropos: die Verspätung belief sich nach 6 1/2 stündiger Rückfahrtzeit und 3 Lokwechseln bei Ankunft in Passau Hbf. um 22.50 Uhr nur 2 Minuten!
Auch die Medien nahmen Notiz von dieser Art von Völkerverständigung. Der lokale Fernsehsender TRF 1 strahlt einen Sendebericht aus, dessen Sendezeitpunkt in der unten angegebenen Webadresse nachzulesen sein wird.
Wer sich für solch außergewöhnliche, nostalgische Eisenbahnfahrten begeistert, der findet weitergehende Informationen einschließlich aktuellem Veranstaltungsprogramm unter www.passauer-eisenbahn.de.

Sehenswertes  in  Krumau  – Cesky Krumlov

Der Name der Stadt wird von dem deutschen Ausdruck "Krumme Aue" abgeleitet, der als "KrivÃ1⁄2 luh" übersetzt wird. Diese Bezeichnung wurde von natürlichen Gegebenheiten abgeleitet, konkret von der Form des Geländes, auf dem sich die Stadt ausdehnt - sie liegt in S-förmig verlaufenden MÃ?andern des Flusses Vltava (Moldau). In den lateinischen Urkunden wird sie Crumlovia oder Crumlovium genannt. Die erste Erwähnung der Stadt ist in einer Urkunde aus dem Jahre 1253 enthalten, in der Krumlov als Chrumbenowe bezeichnet wird. Die stattliche Burg und das Schloss CeskÃ1⁄2 Krumlov (Böhmisch Krumau)  gehört, durch architektonisches Niveau, kulturelle Tradition und AusmaÃ?e zu den bedeutendsten Baudenkmälern Mitteleuropas. In der Grundrissdisposition und in architektonischen Details blieb die Bauentwicklung vom 14. bis zum 19. Jahrhundert erhalten.  Die Hochschätzung dieses Ortes durch inländische und ausländische Experten führte allmählich zur Aufnahme in die höchste Stufe des Denkmalschutzes. Im Jahre 1963 wurde die Stadt zum Stadtdenkmalschutzgebiet erklärt, im Jahre 1989 wurde das Schlossareal zum nationalen Kulturdenkmal erklärt und im Jahre 1992 wurde der ganze historische Komplex ins Verzeichnis der Denkmäler des Kultur- und Naturwelterbes der UNESCO aufgenommen.
Bezugsquelle: PEF â?? Passauer Eisenbahnfreunde e.V.

Redaktionsanmerkung

Der Verein Passauer Eisenbahnfreunde denkt mittlerweile über kombinierte Bahn-, Radreisen nach. Wir berichten gegebenenfalls darüber.

Bilder der Sonderzugfahrt sowie Stadtaufnahmen von Krumau können erworben werden. Anfragen unter info@bayernbike.de


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