Die Chambtal-Radwegroute setzt sich bis ins 8 km entfernte Eschlkam auf wenig frequentierten Nebenstraßen durch leicht hügeliges Gelände fort, weshalb dieser Streckenabschnitt einige kurze, sanfte Steigungen enthält. Zunächst rollt man auf der 10 % Gefällstrecke die Pfarrstraße hinunter zum Bayplatz. Nach einer kurzen Steigung erreicht man nach 3 km die Talsperre Seuchau mit schöner Sicht auf den Schwarzriegel, 1 071 m). In diesem Hochwasserrückhaltebecken entsteht der Drachensee. Bei KM 26.3 zweigt man rechts ab – wo man eine wunderbare Aussicht auf die Berggipfel des Bayerischen Waldes wie der Hoher Bogen, Schwarzriegel, und Großer Arber genießt. Eine sanfte Gefällstrecke führt nun direkt nach Eschlkam. Man überquert Chamb und Freybach, der von Neukirchen b.Hl. Blut kommend hier in den Chamb mündet.
Wegen der Höhenlage des Ortes, umfließt der Chamb fast vollständig Eschlkam.
Wer ins Zentrum von Eschlkam möchte, muss 40 Höhenmeter in Kauf nehmen, da die Siedlung in frühen Jahren schutzsuchend um die Pfarrkirche St. Jakobus auf eine Anhöhe gebaut wurde.
Eschlkam wird bereits 1228 erstmals urkundlich erwähnt, erhielt 1377 das Markrecht und war der befestigte Mittelpunkt des Winkels hinter dem Hohen Bogen. Die Einwohner lebten vom Handel und Handwerk. Dazu profitierte der Ort vor allem durch grenzüberschreitenden Handel mit Böhmen. Mehr Informationen dazu bietet das Waldschmidtmuseum im Gasthof zur Post.
Heute stellt das auf einem Bergrücken befindliche, 3 600 Einwohner zählende Eschlkam ein beliebtes Ziel für Ruhe- und Erholungssuchende. Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs setzt man sich in Eschlkam für nachbarschaftliche Kontakte ein, was zu Partnerschaften mit den tschechischen Nachbargemeinden Kdyne und Vseruby führte. Die offene Denkweise lebt man auch – wie zahlreiche grenzüberschreitende Veranstaltungen mit dem tschechischen Nachbarland zeigen. Dazu liegt der Ort liegt an der erlebnisreichen „Glasstraße“ die sich 250 km von Neustadt a.d.Waldnaab quer durch den Bayerischen Wald zieht, sowie am Jakobsweg welcher über Regensburg ins 2 825 km entfernte Santiago de Compostela (Spanien) führt.
Interessant: jährlich grenzüberschreitende <Bayerisch-Böhmische Radltage> auf dem internationalen Fernradweg Regensburg – Prag.

Radweg Nr. 3 (Rundtour, 29 km): Furth im Wald - Gaishof - Schachten -Eschlkam - Kleinaign - Unterfaustern - Schwarzenberg - Sengenbühl - Furth im Wald Infos...

Radweg Nr. 2 (Rundtour, 25 km): Eschlkam - Kleinaign - Unterfaustern - Neukirchen b.Hl.Blut - Warzenried - Neuschwarzau - Seugenhof – Eschlkam
Infos...
Naturbadeweiher bei Eschlkam
Bleibt man auf der Chambtal-Route, wird der Ort in flacher „Flussmanier“ umrundet. Den Radler wird’s freuen, bei KM 31.4 mündet man in eine Radwege-Neubautrasse ein, die bis zur Landesgrenze führt. In Großaign, gilt es 33 hm zu überwinden, wo dann nicht nur der höchste Streckenpunkt des Chambtal-Radwegs auf 480 m.ü.NN. erreicht ist, sondern ostwärts ein sagenhafter Panoramablick auf Großer u. Kleiner Osser, Großer Arber, Hoher Bogen und Schwarzriegel für schweißtreibende Strapazen entschädigt.
Kurz vor der Landesgrenze bietet sich ein 1 km - Abstecher Richtung Schachten an. Dort befindet sich das Schwirzer Denkmal – das zur Erinnerung der „Schwirzer“ – wie früher die Schmuggler genannt wurden – aufgestellt wurde. Bei Nacht und Nebel durchquerten sie damals unwegsames Gelände, um Salz, Saccharin, Fleisch, Mehl, Getreide, Tabak – bis hin zu Pferden und Ochsen über die Landesgrenze zu schmuggeln.
 KM 35.2 Alternative links (Schachtener Str.)
Radweg Furth im Wald, - Rittsteig: Schachten – Gaishof – Öslbühl – Furth im Wald, 12..3 km
Radweg Nr. 3 (Rundtour, 29 km): :Furth im Wald - Gaishof - Schachten -Eschlkam - Kleinaign - Unterfaustern - Schwarzenberg - Sengenbühl - Furth im Wald Infos...
100 m vor der Grenzstation befindet sich auf der rechten Straßenseite der Jakobsweg - Grenzstein. Der Pilgerweg führt über Regensburg – Augsburg - Bodensee 2 825 km nach Santiago de Compostela (Spanien)!
Am Horizont erkennt man das 2 km entfernte Vseruby (Neumark) auf tschechischem Staatsgebiet.
ZIEL Grenzübergang Neuaign/ Vseruby (Neumark) KM 37.1
Fazit
sehr leichtes Streckenprofil, weitestgehende Verkehrsfreiheit, und intakte Naturlandschaft im Angesicht von „Tausender-Berggipfel“ sind „Zutaten“, die die Faszination „Flussradwandern“ im Chambtal ausmachen. Die Mittelgebirgskulisse Bayerischer- und Böhmischer Wald gibt es also ohne Monstersteigungen gratis! Ein solcher „Routen – Cocktail“ übt hohe Anziehungskraft auf aktive Feriengäste aus. Die sehr gute Asphaltqualität erlaubt es Inlinern, Rollskifahrern, Bladern etc. von Cham nach Arnschwang ebenfalls ihren Freizeitspaß & Fun auszuleben. Liebevoll gestaltete Rastplätze – teils wettergeschützt – radlerfreundliche Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten, anziehende Biergartenkultur und Kinderspielplätze steigern den Erlebnis- und Genusseffekt für Groß und Klein.
Dass der Radweg Kulturgeschichtliches der Osterweiterung und die im Wandel befindliche europäische Situation fokussiert, hebt den Stellenwert der Tour.
Summa summarum lässt die gebotene Infrastruktur den Chambtal – Radweg im Naturpark Oberer Bayerischer Wald zum Premium-Radweg aufsteigen! Logisch, dass die Flüssetour bei Einheimischen wie Touristen hoch im Kurs steht. Wer das Radwandererlebnis mit einem Besuch des Landesbundzentrums für Vogelschutz, Drachenstich-Festspiel oder einer Sesselbahnfahrt auf den Hohen Bogen krönt, nimmt auf jeden Fall unvergessliche Eindrücke mit nach Hause. Der Chambtal-Radweg ist am Start- bzw. Zielort überregional vernetzt, wodurch sich individuelle Kombinations- u. Anreisemöglichkeiten per Rad – Beitrag zum „Klimaschutz“ - ergeben. Eines steht fest: schön ist es in der Grenzlandregion – hüben wie drüben.
Bewertung: Prädikat sehr empfehlenswert!
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Kombinations- und Anbindungsmöglichkeiten - Grenzübergang Neuaign/ Vseruby (Neumark)
Seit dem Fall des „Eisernen Zauns“ 1989 sowie dem EU – Beitritt Tschechiens am 1.05.2004 verfügt die ostbayerische Grenzregion „grenzenlose“ Rad- und Bike – Reviere. Die weit reichenden weltpolitischen Veränderungen blieben auch im Tourismus bzw. im Radtourismus nicht ohne positive Auswirkungen. Völker wie Menschen kommen sich unabhängig geopolitischer Einflüsse näher.
Die immens gestiegene Tourenvielfalt im „Grünen Dach Europas“ erfreut vor allem Fern- und Reiseradler wie auch Langzeiturlauber. Der Wegfall ehemaliger strenger Grenzkontrollen erlaubt grenzüberschreitende Radtouren nahezu ohne Formalitäten – wenn man mal vom Vorzeigen des Personalausweises absieht.
Alternative kurz vor der Landesgrenze rechts: Radweg Furth im Wald - Rittsteig: Reiterdorf – Hofberg – Spandlberg – Rittsteig, ca. 18 km
Der Fernradweg Regensburg – Prag (Gesamtstrecke 291 km) führt als Radweg Nr. 3 (Feuersteinstraße) jenseits der "bayerisch-böhmischen" Grenze auf wenig befahrenen Strassen über Kdyne, Kolovec, Dobrany, Pilsen (75 km), Rokycany ins 179 km entfernte Prag vorläufige Streckenführung!) Im Gegensatz zum ostbayerischen Streckenprofil wartet der tschechische Abschnitt z.T. mit anspruchsvolleren Steigungsabschnitten im Böhmerwald auf. In umgekehrter Fahrtrichtung erreicht man nach 112 km die 2 000 Jahre alte Stadt Regensburg – seit kurzem UNESCO Weltkulturerbe (ab Kammerdorf Ausschilderung „Regental – Radweg).
Grenzüberschreitende Alternative Rundtour Nr. 2014 (deckungsgleicher Streckenverlauf von Furth im Wald bis Grenzübergang Neuaign/ Vseruby) Fortsetzung: Kdyne - Praporiste – Starec – Koutna - Sumave Mrákov – Domazlice ("Hauptstadt" des Chodenlandes“) – Tlumacov - Pasecnice,- Ceská Kubice - Grenzübergang Hochstraße (Fahrtrichtung entgegengesetzt des Uhrzeigersinns). |