Historie / Kultur
Die Region Waginger See - Salzachtal blickt auf eine ereignisreiche Geschichte zurück. Die ersten Siedler waren Bajuwaren, die sich hier niederließen. Ihre strenge Religiosität findet heute Ausdruck in zahlreichen gotischen und spätgotischen Kirchenbauten wie z.B. die Pfarrkirche in Petting, die Kirche St. Petrus in Taching und die Kirche der hl. Margarete in Kirchberg. Waging - Um 720 taucht in Salzburger Urkunden eine "villa Uaginga" auf, die der bayerische Herzog Theodebert dem Salzburger Kloster Nonnberg schenkte. Um 1275 führte neben der "Oberen Salzstraße" (Reichenhall - Traunstein - Rosenheim - München) eine "Untere Salzstraße" über Waging nach Altenmarkt a. d. Alz und Wasserburg a. Inn. Die Lage an dieser Straße machte Waging, das um 1350 Marktrechte erhielt, zu einem wohlhabenden Ort im Fürsterzbistum Salzburg. Dort gab es ein 1549 genanntes "Hallerhaus", in welchem das Salz gelagert werden musste. Mit der Auflösung des Fürsterzbistums Salzburg wurde der Markt 1816 endgültig bayerisch und kam im Zuge der Gebietsreform des Jahres 1972 an den Landkreis Traunstein. Im Ortskern, der in seiner Bauweise dem Stil der Inn-Salzach-Orte entspricht, beeindruckt die Pfarrkirche St. Martin. Der heutige Bau entstand als Wandpfeilerkirche nach dem Brand des Jahres 1611 und wurde 1697-1699 gewölbt. Die Kirche wurde 1722 und 1896 umgebaut. Der im Unterteil gotische Turm hat eine hohe Zwiebelhaube aus dem Jahr 1688. Bemerkenswerter Stuck der Wessobrunner Schule im Langhaus (um 1700) ist gute, im Querhauses von Josef Höpp (1723). Die Seitenaltäre entstanden um 1740, der Hochaltar (wohl von Wolfgang Hagenauer) am Ende des 18. Jhs. An die Eigenschaft der Martinskirche als Grablege für die Ritterschaft und die Adelsgeschlechter der Umgegend erinnern Grabsteine und Epitaphen.
Maria Mühlberg - Die Legende vom "Ursprung der Wallfahrt" besagt, dass einer Magd im Jahre 1669 auf dem Nachhauseweg von einer Andacht oben auf dem Berg eine von himmlischen Glanz umgebene Frau erschien und sie zu einem Birnbaum wies. Dort fand sie "ein papierenes Bildlein" mit der Ettaler-Mariendarstellung und heftete es an den Birnbaum. In der Folge fand dieses Bild bei der örtlichen Bevölkerung zunehmende Verehrung. Einer kleinen Holzkapelle folgte bald eine größere gemauerte und schließlich ab 1709 der heutige Kirchenbau. Eine Vergrößerung mit Empore und Turm wurde 1712 durchgeführt. Vieles von der Ausstattung musste weichen, so der prächtig geschnitzte Gnadenaltar. Rund 390 Votivtafeln, die älteste davon aus dem Jahre 1670, sind noch erhalten.
Waging am See – Heute
Der reizende Marktflecken Waging stellt mit seinen historischen Sehenswürdigkeiten, dem Bajuwarenmuseum mit seinen liebevoll gestalteten Exponaten, dem großflächigen Strandbad am Strandkurhaus sowie seiner ausgezeichneten Gastronomie das
touristische Zentrum der Region dar. Zweifellos: das fahrradfreundliche Waging – die Wiege der Bayern – gelegen am wärmsten See Bayerns hat einiges zu bieten! Trotz seiner Popularität konnte sich der schmucke Luftkurort Waging seinen dörflichen Charakter erhalten. Ein Grund dafür mag sein, dass man mit dem schützenswerten Gut „Natur“ behutsam umgeht und die Tourismusverantwortlichen auf den sanften Tourismus setzen. Das Strandkurhaus mit seiner gepflegten Parkanlage und schönen Badeplätzen bietet besonderes renommiertes Ambiente. Geringe Besiedlungs-, und Verkehrsdichte frei von Industrieansiedlungen, vorherrschend Agrar- und Forstwirtschaft in verzückter Bilderbuchlandschaft – idealtypische Radlspaß–Ingredienzien - bietet die Ferienregion en masse. Die sanft geschwungene voralpine Bilderbuchidylle - geformt vom eiszeitlichen Salzachgletscher - eignet sich besonders für Touren- Familien- und Genussradler. Ähnlich einer überdimensionalen Bühnenloge empfängt einem die Parade der lieblichen Voralpenlandschaft mit „offenen Armen“ – die Inszenierung der Natur überwältigt selbst verwöhnte Landschaftsromantiker. Ob befreiend wirkende Hochplateaupanoramen, gespenstig anmutende Moorlandschaften, smaragdgrüne Seen, kristallklare Fließgewässer oder historische Altstadtensambles, Wegkapellen, Kirchen und Burgen - die Ahs und Ohs bleiben nicht aus. Fast logisch, dass das Gefühl harmonischen Einklangs wächst und Seelenfrieden mit sich und der Welt auslöst. Alltagsstress, Kummer & Sorgen verblassen mehr und mehr mit jeder Kurbelumdrehung. Schon frühere Schriftsteller schwärmten von der anzüglichen Voralpenlandschaft in ihren Niederschriften.
Waginger- & Tachinger See
Das Becken, das heute den Waginger- und Tachinger-See füllt, wurde durch die Eiserosion des Salzachvorlandgletschers geschaffen. Nach dem Abschmelzen des Gletschers breitete sich vor 18.000 Jahren der Ur-Waginger See aus. Der Seespiegel lag damals mit 460 m über dem heutigen Niveau von 442 m. Erst die Jahrtausende andauernde natürliche sowie die 1867 durchgeführte künstliche Tieferlegung der Achen führten zur Zweiteilung des Sees in den Waginger und Tachinger See. Der Waginger See gilt mit 20°-26 Wassertemperatur als wärmster See Oberbayerns. Er ist ca. 9 km lang (Fläche 6.6 qkm) bzw. bis zu 27 m tief und verfügt über eine gute Wasserqualität. Der Tachinger See weist eine Seeoberfläche von 2.4 qkm auf. Der Waginger See wird von mehreren Bächen gespeist, wobei der Schinderbach und Höllenbach zu den wasserreichsten zählen. Die Zuflüsse liegen, wie der Zintenbach, Ötzbach und Wiener Graben am westlichen Uferrand. Im Osten fließt dagegen nur der Laubenbach dem Waginger See zu. Ebenso besteht an der Engstelle „Auer Zipf“ bei Tettenhausen vom Tachinger See - der seinerseits von mehreren Bächen gespeist wird - ein weiterer Zufluss. Einziger Abfluss des Waginger Sees ist die Götzinger Ache, die in Petting unter der Seestraße hindurch fließt. Ein erheblicher Teil der an den See angrenzenden Gemeindegebiete ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Die Uferbereiche sind teilweise noch in natürlichem Zustand, d.h. dass zwischen Natur und Erholungsbereiche eine gewisse Ausgewogenheit herrscht.
INFO: Im Chiemgau werden besonders im Herbst tief verwurzelte Traditionen wie Leonhardiritte, Viehmärkte, Almfeste und Bauernherbstfeste gepflegt. Dort wo Brauchtumspflege und Traditionsbewusstsein heute noch mit tiefer Religiosität gelebt wird, können Touristen zahlreichen Festivitäten beiwohnen. Bauernherbst: von Ende August bis Ende Oktober während der Erntezeit, wartet die Ferienregion mit einer vielfältigen und farbenprächtigen Kulturlandschaft auf. Nach altem Brauch wird das Einbringen der Ernte gehuldigt und gefeiert. In Sachen, Radwandern, Inlineskating, Sportevents geht es in Waging am See jedes Jahr „rund“. Vom historischen Bajuwarenfest über die Waginger Erlebnistage (u.a. Radrennen), bis hin zum bekannten Waginger See-Triathlon erstreckt sich die sportive Veranstaltungsreihe.
Culinaris
Reichhaltige Ernten, Viehzucht und Fischerei garantieren dem Gast kulinarische Köstlichkeiten sowie Vielfalt regionaler Spezialitäten. Zünftige Bauerngaststätten, Gasthöfe, Restaurants und Biergärten bieten Kulinarisches für jeden Geschmack. Hauseigene Metzgereien zeichnen für beste Qualität. Regionale Produkte wie selbstgebackenes Brot mit kräftigem Schinken frisch vom Bauernhof und z.B. naturtrüber Apfelsaft oder ein kühles Bier aus der privaten Landbrauerei Schönram. Die flüssige Nahrung, das Bier, „Heiligtum, und Kulturgut Nr. 1 der Bayern“ zeugt von urbayerischer Lebensart. Besonders lecker: warmer Topfenstrudel frisch aus dem Ofen! Auch Knödel und „Reiberdatschi“ werden nach jahrhundertealten Rezepten kredenzt.
Fernradwegenetz
Die Streckenführung des See-Radwegs ist derart attraktiv, dass sogar 3 namhafte Wegbegleiter auf diversen Streckenabschnitten verlaufen (bieten sich als ergänzende Abstecher an):
Mozartradweg (450 km): Waging – Tettenhausen (Zwischenspange) – Petting
Benediktradweg (224 km): Waging – St. Coloman (Nahe Tachinger Strandbad)
Bajuwarentour (124 km): Waging – St. Coloman; Petting – Waging
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