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4. Etappentag Nürnberg - Amberg

Länge: 77 km (ges. 240 km) | Hm: 324 | SG 1.5:
intervalldifferenzierter Schwierigkeitsgrad, Steigungsschwerpunkte auf 20 km Länge Hartmannshof bis Sulzbach-Rosenberg, ca. 200 hm, spezifizierter Schwierigkeitsgrad 2.5

> BB-Tipp: Osterhöhle
> Sulzbach-Rosenberg
> Montangeschichte

Hinweis: Der Startfixpunkt  II des „Nordhalbkreises“ liegt in Nürnberg am „Wöhrder Talübergang“. Die Entfernungsangaben beziehen sich auf diesen Startpunkt, in Klammer befindliche Angaben geben die kumulierten „Fernkilometer“ von Regensburg an (163 km + x).

Man folgt den Richtungsschildern mit der Aufschrift „Pegnitztal - Ost“ bzw. den zusätzlich angebrachten 5-Flüsse-Radweg-Aufklebern, entlang der Seepromenade des Wöhrder Sees durch herrlich grüne Baumalleen und ausgedehnten Parkanlagen. Obwohl man sich im Großstadtbereich Nürnbergs befindet, verläuft die Streckenführung überwiegend in einem „Grüngürtel“. Ansatzlos geht die naturbelassene Landschaft in das Biotop-Verbundsystem Pegnitztal – Ost, das vom Bund Naturschutz zur „Rückeroberung eines natürlichen Lebensraumes“ angelegt wurde. Ab den naturgeschützten Pegnitzer Auen erreicht man nach 3 km (166 km) die Pegnitzmündung. Das plätschernde Bachgeräusch ist Zeugnis der schnellen Strömungsgeschwindigkeit und wird beim Radeln als entspannend empfunden. Die Pegnitz fließt noch durch eine fast unberührte Flusslandschaft, und ist die nächsten 36 km bis Happurg der dritte „Flussbegleiter“ für die Fünf-Flüsse-Radler.

Weiter geht es über einen auf Stelzen befindlichen Holzsteg, naturschonend über die Talaue. Nun passiert man das Natur-, und Freibad Langsee mit FKK-Gelände, das Fernradlern bei heißem Wetter erholsame Abkühlung bietet. Auf der weiteren Fahrt kommt man u.a. an der Schlossruine Oberbürg sowie an der mittelalterlichen Vorform der Industrieansiedlung Hammer vorbei, dessen gepflasterte Straßen der Fünf-Flüsse-Radweg nutzt. Nach 17 km (180 km) rollt man in Lauf a.d. Pegnitz ein, das eingebettet im unteren Pegnitztal das Eingangstor der Frankenalb bildet.

Bereits im 11. Jhrd. entstand Lauf als Siedlung am Pegnitzufer. Die geographische Lage an der Handelsstraße Nürnberg – Böhmen, sowie die Wasserkraft der Pegnitz war für die wirtschaftliche Entwicklung des Ortes ausschlaggebend. Weitere Einflussfaktoren wirtschaftlicher Blüte waren der Holzreichtum der umliegenden Wälder, und die Nähe zur Oberpfalz mit ihrem Erzreichtum sowie Handelsbeziehungen mit der nah gelegenen Stadt Nürnberg. Heute ist Lauf eine bedeutende Wirtschaftsstadt und Amtsitz des Landkreises Nürnberger Land und sollte Dank der Lage und historischen Bausubstanz jedenfalls auf dem touristischen „Besichtigungstableau“ jedes Fünf-Flüsse-Radlers stehen.

Sehenswert sind das historische Altstadtensemble, das „Alte“ Rathaus am Marktplatz, die Kaiserburg mit Wappensaal auf einer Pegnitzinsel, die Stadtkirche, das Glockengießerspital mit romantischem Innenhof und Kirchenruine, Reste der Stadtbefestigung mit zwei Stadttoren Hersbrucker Tor & Nürnberger Tor, und einer mächtigen Eckbastion (Judenturm),          Kaiserburg (Wenzelschloss), Sankt-Johannis-Kirche, die Reichel'sche Schleifmühle, das Industriemuseum, sowie der Felsenkeller.

Im Industriemuseum Lauf direkt an der Pegnitz werden das Hammerwerk, eine Mahlmühle und ein Elektrizitätswerk noch heute mit Wasserkraft betrieben. Es dokumentiert das Leben und Arbeiten von der frühen Industrialisierung bis zur Wirtschaftswunderzeit der 50er und 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Bald darauf gabelt sich der Fünf-Flüsse-Radweg in 2 Streckenvarianten, die rechts über Ottensoos (8km) = Standard, oder links über Reichenschwand (8km) führen. Nachdem man einige malerische Dörfer durchquert hat, begrüßt einem der Ort Henfenfeld, dessen Schloss Henfenfeld samt Gaststätte und Biergarten einen Besuch wert ist. Hier führt der Laber-Pegnitz-Radweg als Verbindungsspange beider Flüsse Richtung Unterölsbach – Brenzenwang nach Laber b. Pilsach über bergiges Gelände, während er in Gegenrichtung den Fünf-Flüsse-Radweg bis ins 5 km entfernte Hersbruck begleitet.

In die historische Altstadt Hersbruck mit seinem mittelalterlichen Stadtkern gelangt man durch das nur 100 m abseits der Route befindlichem, berühmten Wassertor. Die Stadtkirche St. Maria, das Schloss, Spital-, und Nürnberger Tor sowie die aus dem 14./15. Jhrd. stammende Stadtbefestigung verdeutlichen die prosperierende Vergangenheit Herbrucks. Die Stadt war jahrhunderte lang Zentrum des Hopfenbaus u. Handels, wovon heute noch die Aufzugsgauben als Dachnasen an den restaurierten Fachwerkhäusern zeugen. Der asphaltierte Radweg führt nun schnurgerade mitten in ein wunderschönes Landschaftsschutzgebiet, Teil der "Hersbrucker Schweiz", die Assoziationen zum Land der Eidgenossen weckt.  Das Land ist bekanntermaßen  Inbegriff für landschaftlichen Reiz, fruchtbare Niederungen, steinige Hochäcker, waldreiche Berghänge, eigenwillige Kalksteinfelsen und Dolomitkuppen, die das Erscheinungsbild dieses von zahlreichen Tälern durchzogenen Hochplateaus prägen.

Die Gemeinde Happurg bietet zwei landschaftlich reizvoll gelegene Gewässer, den Happurger Baggersee bei KM 34 (197 km) der eine erfrischende Badegelegenheit bietet, sowie der 2 km abseits liegende „Stausee“, um den ein flacher, schön angelegter 5.2 km langer -Radrundweg führt (moderne Gaststätte mit Biergarten). Dabei durchradelt man den ruhig gelegene Ort Happurg mit seinen vielen grazilen Brückchen über den vom Stausee gespeisten Pegnitzzufluss. Weiter geht es durch das liebliche Högenbachtal Richtung Neukirchen entlang dem Högenbach und Etzelbach, wo sich schon die ersten Berg-Vorboten des Veldensteiner Forstes ankündigen. Erneut beginnt sich die Landschaft zu verändern, die Berghänge rücken näher zusammen und lassen erahnen, dass die ersten Anstiege nicht mehr weit sind. Genussradler beschleichen – unberechtigterweise - Befürchtungen, leistungsorientierte Radler und Mountainbiker hingegen erfreut der Anblick.



Für alle Radler die in der herrlichen Naturlandschaft aus-spannen und zugleich eine kulturelles "Schmuckkästchen" besichtigen wollen,bietet sich eine Mühlenbesichtigung durch die fünf-geschossige, liebevoll restaurierte Mühle in der Ortschaft Oed an.
Eine Zeitreise der besonderen Art.
Bitte beachten Sie: Besichtigung ist nur nach Voranmeldung möglich!
www.oedmuehle.net

Die Route setzt sich östlich Richtung Pommelsbrunn und Hartmannshof fort, wo man sich von der plätschernden Pegnitz „scheidet“. Sanfte Hügelketten läuten erste Steigungsabschnitte ein. Ab der Gemeinde Weigendorf überschreitet man abermals die Bezirksgrenze Mittelfranken – Oberpfalz, sowie auch die Landkreisgrenze Amberg-Sulzbach-Rosenberg. Weigendorf ist ein Tal-, und Grenzdorf zugleich, da 3 Täler – Weigen-, Högen-, und Lehental – zusammentreffen. Diese landschaftlichen und topographischen Umstände bewirkten, dass sich Weigendorf zu einem beliebten Ausflugs-, und Ferienort entwickelte, was auch das vielfältige gastronomische Angebot widerspiegelt. Nun überwindet man kürzere Steigungspassagen mit jeweils ca. 20 Höhenmetern. In sanften Anstiegen pedalliert man von 350 m auf 430 m in Neukirchen. Hier zweigt links der Grotten-Radweg nach Neuhaus mit Anschluss an Pegnitz-Radweg ab. Bis nach Sulzbach – Rosenberg zeigt sich, dass die Region um Amberg-Sulzbach auch heute noch eine der waldreichsten Gegenden Deutschlands ist.

Abstecher in die sehenswerte Osterhöhle:
Die Osterhöhle, von der Zivilisation fast unberührt, birgt in ihren Gängen, Kammern und domartigen Hallen eine Vielzahl von phantastischen Tropfsteinen und Sinterbildungen. Die dazugehörige Schutzhütte ist von Ostern bis Oktober an Wochenenden und Feiertagen bewirtschaftet, dessen Wirt bei Bedarf die Führungen übernimmt. Eine Reihe weiterer sehenswerten Höhlen befindet sich im Neukirchener Umland. Höhlenführungen nur an Sonn- und Feiertagen von 13:00 Uhr bis 17:00 Uhr. Ab 7 bis max. 17 Personen. Sonderführungen für Gruppen und Vereine sind nach rechtzeitiger Absprache mit dem Pächter auch Werktags möglich.

Hinter Neukirchen beginnt der längste Steigungsabschnitt (knapp 2 km Länge) der Fünf-Flüsse-Route, indem auf knapp 2 km Länge 50 Höhenmeter mit durchschnittlich 2% überwunden werden, was der Höhenmesser mit 482 m anzeigt. Eine Holztafel markiert die Mitteleuropäische Hauptwasserscheide, die zugleich den topographischen Höhepunkt der Fünf-Flüsse-Route darstellt. Für „normal“ trainierte Genussradler alles halb so wild, bei dem sanften Anstieg stellt sich bei leicht erhöhter Herzfrequenz schnell der Rhythmus ein. Trifft man die urbanischen Vorboten der historischen Herzogstadt Sulzbach – Rosenberg bei KM 61 (KM 224), erwartet einem ein kurzer aber knackiger Berganstieg mit bis zu 10% Steigung und 41 Höhenmetern, in Anbetracht von nur 400 m Länge auch im „Schiebebetrieb“ ein überwindbares Hindernis. Oben am historischen Markplatz angekommen verleihen die mittelalterliche Altstadt, mit dem Pflastermosaik vieler kleiner Gassen und prunkvolle Kirchen einen besonderen Charm. Gaststätten und Cafes mit Freisitzen heißen ihre Gäste herzlich Willkommen.

Genüsslich kann man dem bayerischen Brauchtum Nr. Eins – dem Bier bzw. Radler bei deftigen bayerischen Speisen zusprechen. Wellness-Liebhaber können auch ihre heiß gekurbelten Wadeln beim Kneippen im „alten Stadtbad“ kühlen. Besonders sehenswert ist das Schloss mit spätgotischem Torbau, hinter dessen Schlossmauern sich das atemberaubende Stadtpanorama verbirgt. Das Rathaus, aus dem 14. Jhrd. mit gotischer Giebelfront, die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt sowie der historische Gebäudekomplex der das Stadtmuseum beherbergt, rechtfertigen einen längeren Stopp.

Sulzbach – Rosenberg wird von dem, am 19.06.2004 eingeweihten "EUREGIO EGRENSIS-Radfernweg Bayern-Böhmen" tangiert, der nun 17 km bis Amberg- Wegbegleiter des Fünf-Flüsse-Radweges ist. Die 1000 Jahre alte „Bergstadt“ Sulzbach – Rosenberg, 433 m. ü. NN, am Ostrand der Oberpfälzer Alb, wurde auf mächtigen Felsen gebaut. Sie blickt auf eine über 1000 jährige Montan-Tradition zurück. St. Anna, Schutzpatronin der Bergmänner, wurde auf dem Annaberg zu Ehren – welcher die beiden Stadtteile Sulzbach und Rosenberg trennt, eine Wallfahrtskirche errichtet. Sulzbach war einstmals der Burgort der mächtigen Grafen von Sulzbach. Dank des Eisenerzbergbaus und der Lage an der Goldenen Straße Nürnberg – Böhmen florierte das wirtschaftliche Leben bis zum Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges. Zeugnis aus früheren Zeiten ist auch die Maxhütte in Rosenberg, die allerdings seit 2002 wegen Insolvenz nicht mehr produziert – nur noch der Schaustollen "Max" vermag dem Besucher die körperlich harten Produktionsbedingungen und  Arbeitsmethoden vor Augen führen, als noch keine „Informationstechnologie“ existierte. Man radelt sogar direkt an den gigantischen Gebäudekomplexen vorbei, die an frühere erfolgreiche Zeiten des größten Hüttenwerks Süddeutschland erinnern. 

Die höchsten Erhebungen sind der Annaberg (500 m über NN) und der Schloßberg im Stadtteil Rosenberg (443 m ü. NN). Die Doppelstadt in der heutigen Form besteht erst seit dem Jahre 1934.


Jährlich findet eines der größtenBergfeste, das traditionelle Annabergfest statt.

 

Der weitere Streckenverlauf bis nach Regensburg ist als „Flachetappe“ klassifiziert, die „anspruchsvollste“ Passage der Rundtour hat man „also schon hinter sich gelassen“. Nun kann man 2 Routen bis Poppenricht wählen, eine parallel zur Bundesstraße oder die Variante über die St. Anna-Wallfahrtskirche und Lorettokapelle. Beide Routen vereinigen sich nach 6 km in Nähe der Ortschaft Poppenricht wieder.

Nach KM 71 (KM 234) nähert man sich der Peripherie Amberg, einst Residenzstadt der pfälzischen Wittelsbacher. Die von allen Himmelsrichtungen weit sichtbare Wallfahrtskirche Maria-Hilf versah der berühmte Barockkünstler Asam mit einem umfangreichen Freskenwerk – ein Besuch lohnt sich. Über den Pfalzgrafenring und die Bahnhofsstrasse gelangt man zum bekannten Marktplatz mit seinem historischen Rathaus und der alles überragenden St. Matins Kirche. In seiner fast 1000-jährigen Geschichte konnte Amberg sein unverwechselbares Erscheinungsbild erhalten. Das spätmittelalterliche Stadtbild mit seinen ehemals 97 Türmen und fünf Toren der Stadtbefestigung ist gut erhalten geblieben, und präsentiert sich seit der Sanierung im 19. Jhrd. Im Glanz der guten alten Zeit. Das Stadttheater, welches zu den schönsten Spielstätten Deutschlands gehört, präsentiert laufend ein vielfältiges Theater- und Konzertprogramm.

Montangeschichte
Bis heute besonders prägend war die Epoche des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit, wodurch die Amberger Bürger durch Erzbergbau und Eisenhandel zu beträchtlichem Wohlstand gelangten. Davon zeugt die bestens erhaltene Altstadt mit weitem Marktplatz und repräsentativem Rathaus, überragt von der gotischen Hallenkirche St. Martin und umgürtet von einer der wehrhaftesten Stadtbefestigungen mit dem Nabburger Tor.

Da mit reichlich Holz aus den Wäldern und der Nutzung der Wasserkraft der Flüsse auch genügend Energie zur Verhüttung und Weiterverarbeitung zur Verfügung stand, entwickelte sich ab dem 14. Jahrhundert eine bedeutsame und erfolgreiche Eisenindustrie. Dadurch entstand die "Bayerische Eisenstraße", die die Städte Sulzbach-Rosenberg und Amberg  und über die Vils und Naab als Wasserweg mit Regensburg verband.  Die Hammerherren-Schlösser erinnern an die reiche  Bergmannstradition und Eisenverarbeitung im "Ruhrgebiet des Mittelalters". Ein besterhaltenes Zeugnis findet man in der nur etwa 6 km entfernten Ortschaft Theuern, die der Fünf-Flüsse-Radweg tangiert.




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