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Ludwig-Donau-Main-Kanal
Der alte Kanal ist die erste gebaute Wasserstraße, die bereits im 19. Jhrd. Europa verbinden sollte. Der Kanal verläuft/verlief von Erlangen/Nürnberg über Neumarkt i.d.OPf. nach Beilngries.

Chronologie

  • 1832 gab König Ludwig I. den Befehl für die Planung des Kanals der die Donau mit dem Main verbinden sollte
  • 1836 war Baubeginn
  • bis zu 3000 Arbeiter waren zeitweise an dem Bau beschäftigt
  • bereits 1845 fuhren die ersten Treidelschiffe zwischen dem Brückkanal bei Feucht und dem Dörlbacher Einschnitt
  • 1846 wurde das 178 km lange Bauwerk offiziell eingeweiht
  • heute sind große Teile des Kanals zu geschüttet
  • der noch vorhandene Teil wird jedoch liebevoll gehegt und gepflegt und wurde von Wanderern, Anglern und Erholungssuchenden entdeckt
  • in Burgthann ist der Kanal noch vollständig erhalten
  • seit 1995 fährt hier in den Sommermonaten das Treidelschiff "Elfriede"
  • ebenfalls seit 1995 befindet sich im Südflügel der Burg Burgthann das "Bayerische Ludwig-Donau-Main-Kanal-Museum"

König Ludwig I. gab den Befehl für den 1832 erschienen "Entwurf für den Kanal zur Verbindung der Donau mit dem Maine" von Heinrich Freiherr von Pechmann. 1836 begann man mit dem Bau des Ludwigskanals. Zu Beginn wurde das Projekt einer Aktiengesellschaft übertragen, die von dem Bankhaus Rothschild in Frankfurt gebildet wurde. Als bekannt wurde, dass die für den Bau kalkulierten Mittel bei weitem nicht ausreichen würden um das Werk zu vollenden, erwarb der Staat die in Privatbesitz befindlichen Aktien und machte den Ludwig-Donau-Main-Kanal zu einem Staatsunternehmen. Bis zu 3000 Arbeiter waren zeitweise an diesem Bau beschäftigt. Sie wohnten dann in großen Gemeinschaftsbaracken.

Bereits im Jahre 1845 fuhren die ersten Treidelschiffe zwischen dem Brückkanal bei Feucht und dem Dörlbacher Einschnitt. 1846 wurde das Bauwerk dann offiziell eingeweiht und die ersten großen Frachter, die mit Seilen von Pferden gezogen wurden, konnten die 178 Kilometer lange Strecke befahren. Sie benötigten für die Fahrt von Bamberg nach Kehlheim ca. sechs Tage und mussten dabei 100 Schleusen überwinden. Doch schon wenige Jahre nach der Eröffnung wurde der Kanal für den Frachtverkehr unrentabel. Die Eisenbahn fuhr ihm den Rang ab und der erwartete Güterverkehr von der Nordsee zum Schwarzen Meer und umgekehrt fand nicht auf dem Kanal, sondern auf der Schiene statt. Heute ist der alte Kanal erst ab der Nürnberger Gartenstadt zu sehen. Zwischen Bamberg und Nürnberg wurde er in den 60er Jahren zugeschüttet und eine Schnellstraße auf seiner Trasse gebaut. Der noch vorhandene Teil wird jedoch liebevoll gehegt und gepflegt. Er wurde von Anglern entdeckt, die an seinen Ufern ihrem Sport nachgehen. Radfahrer, Wanderer und Spaziergänger nutzen die ehemaligen Treidelpfade, um in einer idyllischen Landschaft Erholung zu finden und nicht selten finden sie ihr Ziel in einem der schattigen Biergärten in der nähe des Kanals. Im Rahmen des Kanaljubiläums hat die Gemeinde Burgthann das "Treideln" wiederbelebt und an ein paar Tagen im Jahr ziehen 2 Rösser das alte Treidelschiff "Elfriede" wieder von Schwarzenbach bis zum Dörlbacher Einschnitt und zurück. Auf dieser Fahrt bekommt man einen Einblick, wie ruhig und beschaulich die Schifffahrt auf dem Ludwig-Donau-Main-Kanal früher war.

Anlässlich des 150jährigen Jubiläums des Ludwig-Donau-Main-Kanals im Jahr 1995 wurde im Südflügel der Burg Burgthann das "Bayerische Ludwig-Donau-Main-Kanal-Museum eingerichtet. Hier werden kostbare Unikate und Originale der Wasserwirtschaftsämter Nürnberg, Ansbach und Regensburg ausgestellt. Wertvolle Originalpläne, wie z. B. auch der o.g. Entwurf von Pechmann, konnten zwischenzeitlich dazuerworben werden. Dem Besucher wird neben der Geschichte des "alten Kanals", wie er in dieser Gegend genannt wird, das Leben um und mit dieser Wasserstraße vermittelt. (Quellennachweis: Burgthann - Geschichte, Geschichten und Notizen aus den Dörfern der Großgemeinde von Hans Wedel)

Europa-Träume - König Ludwigs Vermächtnis und ein modernes Erbe
Bereits  793 wollte Karl der Große eine Verbindung zwischen Rhein, Main und Donau herstellen und  ließ die Fossa Carolina, einen Kanal zwischen Rezat und Altmühl graben. Das Projekt  wurde jedoch wegen technischer Schwierigkeiten nie fertiggestellt. Über 100 Jahre später wagte sich der bayerische König Ludwig I. an den Bau eines Kanals zwischen Donau und  Main. 1836 wurde mit dem Bau begonnen. 144 km Kanalstrecke standen bevor. Für 70 Dämme  und 60 Geländeeinschnitte mussten mit Pickel und Schaufel die Erdbewegungen bewältigt  werden. Der schwierigste und heute noch interessanteste Abschnitt befand sich bei  Unterölsbach. Auf der Kanalbaustelle waren zeitweise bis zu 10.000 Arbeiter aus  Deutschland, Österreich und Italien beschäftigt. Bei Neumarkt i.d.OPf. liegt der  höchste Punkt, den der Kanal überwinden musste. 104 Höhenmeter waren insgesamt zu  überwinden, was mit 94 Schleusen gemeistert wurde, des Weiteren wurden 54  "Brückkanäle" gebaut. Die offizielle Übergabe erfolgte auf königlichen  Wunsch nach 10jähriger Bauzeit am 25. August 1846. Die erste Wasserstraße, die Europa  (!) verbinden sollte, war fertiggestellt. Nach anfänglich regem Frachtverkehr auf dem  Kanal eroberten die Eisenbahn und später die flexibleren Lastwagen den Gütertransport.  1950 wurde der Betrieb ganz eingestellt.

Im September 1992 wurde das moderne Gegenstück zum altehrwürdigen  Ludwig-Donau-Main-Kanal fertiggestellt. Der Main-Donau-Kanal schließt nun zwischen  Bamberg und Kelheim die letzte Lücke der 3.500 Kilometer langen Wasserstraße von  Rotterdamm bis zum Schwarzen Meer. Er wurde auf einer Länge von 171 Kilometer zwischen  Bamberg und Kelheim angelegt. Während einer Bauzeit von knapp 30 Jahren waren etwa 3.000  Arbeiter ständig beschäftigt. Die Gesamtkosten der künstlichen Wasserstraße betrugen  rund sechs Milliarden DM. Die europäische Wasserscheide konnte mit nur 16 Schleusen  bewältigt werden, die ca. 250 Höhenmeter überwinden. Der Main-Donau-Kanal ist für Schiffe der Europaklasse und Schubverbände mit einer Ladefähigkeit bis zu 3.300 Tonnen  ausgelegt. Im Landkreis Neumarkt i.d.OPf. befinden sich Güterländen in Mühlhausen und Dietfurt a.d.Altmühl, Personenhäfen  wurden in Berching, Beilngries und in Dietfurt a.d.Altmühl angelegt. Kilometerlang wurden schöne Wander- und Radwege angelegt, vorbei an Schiffen, idyllischen  Altwässern, Stillwasserflächen und historischen Bauwerken.
Bezugsquelle: www.landkreis-neumarkt.de

Schifffahrt auf dem Main-Donau-Kanal und Treidelfahrt auf dem Ludwig-Donau-Main-Kanal
In vielen kleinen idyllischen Tälern mäandrieren Bäche durch  eine romantische Landschaft, das Altmühltal ist bekannt für seine beinahe unbegrenzten  Möglichkeiten rund um den Fluss, der ihm seinen Namen gegeben hat.

Die bedeutendsten Wasserstraßen hat hier freilich der Mensch geschaffen. König  Ludwig ließ den Ludwig-Donau-Main-Kanal im 19. Jahrhundert in den Jura graben. Während  ihm der Erfolg versagt blieb, erfreut sich sein Vermächtnis heute großer Beliebtheit.  Das stille Wasser lädt ein zu ausgedehnten Radeltouren, zum Angeln und Wandern in  wundervollen Landschaften. Wer sich gerne chauffieren lässt, wird sich auf den einladenden Personenschiffen auf dem Main-Donau-Kanal wohlfühlen. Über hundert Jahre  nach König Ludwig wurde die Verbindung ins Morgenland schließlich hergestellt. So kam  der Landkreis Neumarkt i.d.OPf. doch noch zu einer spannenden Wasserstraße...

Das stille Wasser des Ludwig-Donau-Main-Kanals, der längst zu einem Biotop geworden ist, lädt ein zu Rad- und Wandertouren. In Mühlhausen ist sogar das historische Treideln möglich. Höhepunkt ist das Miterleben der noch einzig erhaltenen alten Schleusung.

Der Ludwig-Donau-Main-Kanal ist ein wertvolles Biotop geworden. Wanderungen entlang der Treidelpfade und durch alte  Obstbaumalleen sind Naturgenuss pur. Entlang der kulturhistorischen Wasserstrasse - dem  über 150 Jahre alten Ludwigkanal - entstehen Skulpturen aus  Stein, Holz und Stahl, diese werden von regionalen und internationalen Künstlern gestaltet. Die  Bearbeitung erfolgt von den Künstlern direkt Vorort, im Dialog mit Mensch und Natur.  Zeitgenössische Kunst fügt sich harmonisch in die reizvolle und einmalige  Kanallandschaft ein. Ausgangspunkt der Kunstmeile ist die Gemeinde Berg vor den Toren  Nürnbergs. Von hier aus gestaltet sich der Skulpturenweg über Neumarkt i.d.OPf. nach  Berching in das Altmühltal.
Bezugsquelle: Landkreis Neumarkt, Kunst am Kanal e.V., Roland Jähnigen, 92348 Berg




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