19. Ausgabe des »Race across the Alps« (RATA)

Das Race Across the Alps hat in Nauders im Tiroler Oberland seinen Ursprung. Die Österreicher Franz Venier, Othmar Peer und Max Wassermann hoben im Jahr 2000 das RATA für Extremsportler aus der Taufe. Ziel für die schnellsten Fahrer ist es, die 540 km-Strecke mit zwölf Alpenpässen (14.000 hm) in Österreich, Italien und der Schweiz innerhalb 24 Stunden zu bewältigen. 2017 gelang dies nur 5 Fahrern. Umgerechnet übersteigt die Renndistanz sowie die Höhenmeterbilanz die des Maratona dles Dolomites (138 km) plus Dreiländergiro (168 km) plus Ötztal-Radmarathon (238 km). Menschenfeindliche Bedingungen wie dünne Hochgebirgsluft, Temperaturunterschiede von über 30 Grad, Schlafentzug und unkalkulierbare Wetterkapriolen setzen die Finisher-Messlatte in fast unerreichbare Höhe. Von endlos langen Anstiegen und gefährlichen Abfahrten auf schmalen Passstraßen, die nonstopp messerscharfe Konzentration wie außergewöhnliche Ausdauerleistung abverlangen ganz zu schweigen. Deswegen gilt das einzigartige Rennen von je her als Extremherausforderung für Körper, Geist und Material. 


Nach Veranstalterangaben zählt das RATA faktisch zum härtesten Eintagesrennen der Welt, wobei es sich nach dem Reglement und der Terminologie des Weltradsportverbands UCI nicht um ein Eintagesrennen im eigentlichen Sinn handelt sondern um ein Jedermannrennen, bei dem Ex-Profis, lizenzierte Radrennfahrer und Hobbyathleten teilnehmen. Die Extremanforderung bringt eine naturgegebene Selektion mit sich, so dass die Teilnehmerzahl bislang weniger als 50 Sportlern betrug. In Anbetracht der grenzwertigen Extremleistungen nehmen die ausgeschütteten Preisgelder relativ "überschaubare" Dimension an. So erhält der Sieger des RATA 3000 €, der Zweitplatzierte 2000 € und der Drittplatzierte 1000 € und bis zum zehnten Rang folgen Abstufungen von bis zu 200 Euro.

 

Programmablauf

Programm Donnerstag  27.06.2019

  • Startnummerausgabe ab 18.00 im VAZ von Nauders
  • Vorstellung der Strecke (Briefing) ab 19.00 im Vaz von Nauders
  • Vorstellung der Teilnehmer ab 10.30 am Postplatz in Nauders.

Freitag   28.06.2019

Start zum Race across the Alps 2019 13.00 am Postplatz in Nauders

Samstag    29.06.2019

  • Zielankunft der Teilnehmer ab 9.00 in Nauders im Zielbereich am Postplatz von Nauders
  • Siegerehrung der Teilnehmer des Race across the Alps 2019 anschließend an die
  • Eröffnungsfeier Dreiländergiro (Festzelt).

    Aufgrund der extremen Anforderungen stellt sich ein relativ überschaubares Teilnehmerfeld dieser Challenge. Klein aber fein, was die Wettkampfveranstaltung an sich sehr elitär macht. Zugelassen sind ausschließlich Langstreckenathleten (max. 60), die physisch wie mental in der Lage sind die gewaltige Strecke innerhalb von 32 Stunden zu absolvieren. Allerdings liegt das selbstgesteckte Ziel der meisten Fahrer darin unter 24 Stunden zu bleiben. Letztlich ist es die Kombination von eiserner Willenskraft und exzellenter Kondition auf höchstem Niveau, die Finisher zu wahre Helden in Nauders macht.

    History

    Franz Venier, Othmar Peer und Max Wassermann (ehemaliger Organisator des Dreiländergiro) riefen die Veranstaltung ins Leben. Venier, ein bekannter Extremsportler, wollte im Jahr 2000 beweisen, elf Anstiege der Hors Catégorie mit insgesamt 14.535 hm innerhalb von 32 Stunden zu bewältigen. Das "Experiment" gelang ihm in einer fulminanten Zeit von rund 27 Stunden bravoriös. Die Veranstaltungspremiere des Race Across the Alps erfolgte im Jahr darauf. 

    Den Mythos des Race Across the Alps begründen wohlklingende Pässenamen wie Stilfserjoch, Gaviapass, Mortirolo und die Skistation Aprica welche für Leiden, Dramen und Erfolgsgeschichten beim Giro d´Italia stehen, während Bernina, Albula, Flüela und der Umbrailpass die Schweizer Radsportgeschichte versinnbildlichen.

    Die Austragung des 17. Race across the Alps (RATA) ging 2017 noch bei gutem Wetter zu Ende, denn nachts darauf setzte intensiver Dauerregen ein. Die zermürbende Pässegala führte über das Stilfserjoch, den Gavia- Mortirolo, Bernina-, Albula-, Flüela, Ofen- und Umbrailpass, die sich auf sage und schreibe knapp 14 000 hm kumulierten. Für "Otto-Normal-Radsportler" unvorstellbare Dimensionen, die in Sachen Distanz und Höhenmeter mehr als der Dreiländergiro, Ötztal-Radmarathon und Maratona dles Dolomites addiert entsprechen. Wer seine physische und mentale Leistungsgrenze sucht, der wird sie beim RATA mit Sicherheit finden. Dreifachsieger Robert Petzold speist nicht ohne Grund seine Motivation aus der Versuch, sein physiologisches Leistungslimit finden zu wollen.

    Nach einer Gesamtzeit von 20h:40min rollte der Sieger Robert Petzhold - der bereits 2015 und 2016 gewann - in Nauders über die Ziellinie. Der Sieger aus Dresden ist kein unbeschriebenes Blatt. Imerhin war er beim hochklassig besetzten Ötztal-Radmarathon 2017 in einer Fabelzeit von 6:59.50 Zweitplatzierter.

    In die Siegerlisten des RATA finden sich prominente Athelen wie Gerrit Glomser, Paul Lindner, Maurizo Vandelli, Valentin Zeller, Daniel Wyss, Daniel Rubisoier und RAAM-Gewinner Reto Schoch. 

    Der zweite Platz (21h:31min.) des armamputierten Patrick Hangaars (Arlberg-Giro 2013 Sieger, zweiter Rang beim Ötztal-Radmarathon 2016) war bewundernswert. Dritter wurde der Dresdner Reinfried Matthias (22h:07min.), Fünfter der Oberpfälzer Rainer Steinberger (D) (23h:07min.). 

    Insgesamt kamen 20 Teilnehmer in die Ergebniswertung des RATA 2017.

    Für RATA-Teilnehmer sind Non-Stopp-Nachtfahrten Teil dieser Extrem-Challenge. 

    Der Teambus folgt wie ein Schatten, trotzdem ist der Extremsportler geistig mit sich und der Welt allein auf weiter Flur.

    Bild oben: Rainer Steinberger beim Anflug auf das Stilfser Joch 

    Bild oben: Extrem-Radsportler Rainer Steinberger aus Pösing bei Cham kurz vor dem Radwechsel auf dem Stilfser Joch.

    Nach gut 23 Stunden Nonstopp-Fahrzeit über 8 Pässe mit insgesamt 14 000 hm zurück im Zielort Nauders am Reschenpass. Das Weizenbier dürfte nach dieser Extremleistung paradiesisch schmecken.  

    Besonderer Dank für Bild-Nutzungsrechte gebührt den Steinberger-Brüdern

    Streckensprecher Othmar Peer (links) mit den Steinberger-Brüdern Rainer und Bernhard. Die bayerischen Aushängeschilder des Ultracyclingsports zeigen gerne "Flagge".

    Extremradsportler Robert Petzold

    Der Dresdner Extremradsportler Robert Petzold siegte dreimal in Folge und verbesserte 2017 den 24-Stunden-Höhenmeter-Weltrekord. Den legendären Ötztal-Radmarthon finishte er im vergangenen Jahr als Drittplatzierter mit 6:59:50 und blieb damit unter der magischen 7 Stunden-Schallmauer. Vom RATA-Triple-Sieger steht die RENNRAD-Exklusiv-Reportage <BERG ERLEBEN - BERG ERLEIDEN> zum Download zur Verfügung. Der Race-Bericht gewährt nicht nur tiefe Einblicke ins Seelenleben sondern ist zudem garniert mit unkonventionellen Ernährungstipps, bei denen Nahrungsergänzungsmittel keinen Auftrag haben.

    RENNRAD Exklusiv Reportage