24 Stunden Rennen Kelheim - 11./12. Juli 2020

- Anmeldung ab 1. Februar 2020 -

Die Kreisstadt Kelheim ist am 11./12. Juli zum 24. Mal Schauplatz des traditionellen 24 Stunden-Radrennens. Das <Original auf der Straße> - wie das Race offiziell gern genannt wird - genießt weit über Bayerns Grenzen hinaus einen legendären Ruf. Die Großveranstaltung hält die ganze Stadt in Atem, d.h. es herrscht absoluter Ausnahmezustand. Abgesehen davon findet zur Nudelparty am Vorabend im gesamten Stadtgebiet die "Italienische Nacht" der Werbegemeinschaft Kelheim statt, d.h. die gesamte Innenstadt verwandelt sich rund um die Uhr in eine Partymeile mit Musik, Essen und Trinken.

Kein Wunder, dass vielen Teilnehmern die Rennradregion im Bayerischen Jura geläufig ist. Die Wittelsbacher Stadt am Ausgang des Donaudurchbruchs unterhalb des Michelsberges an der Mündung der Altmühl in die Donau wird von Rennradfahrern gerne angesteuert. Überdies fungiert Kelheim als populäres Anlaufziel für Radtouristen,  die das weit verzweigte Routennetz zu schätzen wissen. 

Für die hartgesottenen Teilnehmer wie für die Fans, Freunde und sonstigen Zaungäste schlagen die Emotionen hohe Wellen. Die Faszination, bei der der Funke zwischen Akteure und Zuschauer häufig überspringt ist außergewöhnlich. Tausende Besucher - gepaart mit dem bunten Mix von Amateur-Rennfahrern, Hobby-Athleten und Just for Fun-Teilnehmern - verleihen dem Radsportfest ihr unvergleichliches Flair. Zu den beliebtesten Hotspots zählt der »Col de Stausacker« - wo around the clock Partystimmung herrscht - die Alleestraße nahe der Brücke über die Altmühl sowie die von Sperrgittern eingezäunte gepflasterte Ludwigstraße zwischen Mittertor und Bierzelt. Als eigentlicher Kulminationspunkt bietet die Wechselzone am Ludwigsplatz einen echten "Bühnenplatz", da sich hier in Sekundenbruchteile die körperliche Anstrengung und psychische Anspannung der Fahrer beim Staffelstabwechsel entlädt. Prallen Gefühlswelten beim Kampf gegen die Uhr aufeinander macht das bloße Beobachten schon zum imponierenden Erlebnis. 

Gegen Rennende eruptiert im Wechselzonenbereich nach der zermarternden Ausdauerschlacht der Vulkan der Emotionen. Am laufenden Band spielen sich bewegende Szenen ab, an denen auch die Zaungäste empathisch teilnehmen. Überqueren die Fahrer zum letzten mal den Stoppbalken löst sich schlagartig die innere Anspannung und macht die körperliche Erschöpfung mit einem Mal vergessen. Enthusiastisch angefixt scheint der Wettkampfstress in einem einzigen Glücksgefühl aufzugehen. Da kullern auch schon mal Freudestränen. Eine Teilnehmerin kleidete ihr Fazit in treffende Worte: "Ein wahnsinnig intensives WE ging zu Ende, 1000 Tode gestorben und doch durch die Gemeinschaft immer wieder neu beflügelt in die nächste Runde. Ihr wart toll..

Streckengrafik mit Höhenprofil - Rennstrecken-Rundkurs Kelheim


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Rückblick Race24 2019

1.200 Teilnehmer - 10 000 Zuschauer - spannende Renn-Duelle. Die 23. Auflage des 24-Stunden-Radrennens in Kelheim war wie schon die Jahre zuvor ein Riesenerfolg. Einzig Petrus erwies sich bis zum Eintritt der Dämmerung am Samstag als Spielverderber. Doch auch wenn das Wetter mit kurzzeitigen sintflutartigen Regengüssen nicht unbedingt der Burner war, tat es der Stimmung keinen Abbruch.    

Knapp 1.200 Teilnehmer nahmen die Herausforderung an und quälten sich 24 Stunden lang über den Staussackerer Berg. Für die nötigen Motivationsschübe sorgte ein Heer von Zuschauern, deren Zahl der Vorsitzende des RSC Kelheim Klaus Roithmeier auf ca. 10.000 schätzte.

Spaß muss sein. Auf die Frage ob der "Nachwuchs" ein Bub oder Mädel wird entgegnete Markus Biersack vom Team <Tuesday Classics> kurz vor Rennstart schlagfertig: nein, es wird ein Radlfahrer...

Während sich in manchen Wertungskategorien relativ rasch heraus kristallisierte wer sich auf Siegkurs befindet, lagen im Herren-Mannschaftswettbewerb 18 Stunden lang drei Teams gleichauf. <Iron Trizone>, <Gaimersheim> und <Schaible Heizung-Sanitär> spulten bis Sonntag vormittag gemeinsam an der Spitze stoisch ihre Runden ab. Ob es ein Gentleman-Agreement in Form eines "Stillhalteabkommens" (Nichtangriffspakt) gab bleibt dahin gestellt. Bis dahin schien jedenfalls alles auf einen Zielsprint hinaus zu laufen. Doch weit gefehlt, denn die Ruhe vor dem Sturm sollte bald sein Ende nehmen.

Manuel Lohr (Deutscher Meister im Mountainbike AK 40-50) von <Iron Trizone> wartete spannungsgeladen in der Wechselzone auf seinen Teampartner. Doch die verbleibende Restzeit von 23 Minuten bis Zielschluß um 14.00 Uhr waren in der Schlußphase des Rennens einfach zu knapp, um noch eine 57. Runde  dran zu hängen.

Bild oben: jener Moment, als Sebastian Neef vom Team <Iron Trizone> den Sieg im hart umkämpften Team-Wettbewerb der Herren unter Dach und Fach brachte. Mit 56 Runden bzw. einer Gesamtdistanz von 918,4 Kilometer war am Sonntag um 13.37 Uhr der Sieg in trockenen Tüchern.

Nach dem fulminanten Sieg erläuterte Sebastian Neef (amtierender deutscher Vize-Meister auf der Triathlon Langdistanz) im Interview die entscheidende Rennszene, welche den Grundstein für den späteren Sieg legte. Demnach wollte das Quintett mit Philipp Bertsch (Abensberg), Manuel Lohr (Kelheim), Sebastian Neef (Regensburg), Julian Sterner (Ingolstadt) und Michael Stieglbauer (Waldkirchen) die Entscheidung aus taktischen Gründen nicht bis zur finalen Runde abwarten, um einem Zielsprint mit fraglichem Ausgang aus dem Weg zu gehen. Vielmehr war der Plan, mit einer klug gesetzten Attacke schon vorher das Heil in der Flucht zu suchen. Allerdings wurde die Taktik vom Team <Gaimersheim> mit einem Überraschungsangriff durchkreuzt. Was des einen Glück ist des anderen Leid - will heißen, dass nach dem Staffelstabwechsel der schwächste Fahrer von <Gaimersheim> ausgerechnet auf den bärenstarken Sebastian Neef (<Iron Trizone>) traf. Der Profi-Triathlet zündete quasi die Endstufe seinen Raketenantriebs. Die mehrfachen Konter-Attacken nach dem Motto "Angriff ist die beste Verteidigung" konnten die <Gaimersheimer> schlußendlich nicht mehr parieren. Binnen weniger Kilometer fuhr Neef in einem Husarenritt einen Vorsprung von 35 Sekunden auf seinen Widersacher heraus, was in dieser fortgeschrittenen Rennphase gewissermaßen eine Vorentscheidung war. Runde um Runde summierte sich der Abstand fortan bis zum Zieleinlauf auf über 7 Minuten.

Faire Geste die ehrenhaften Sportgeist bewies: Trotz der knapp erlittener Niederlage freuten sich die "Gaimersheimer" gemeinsam mit ihren Kontrahenten und gratulierten ihnen zum verdienten Triumph. 

Herren-Einzel-Sieger Björn Fischer (45 Runden) - der für die Deutsche Kinderkrebsstiftung startete - schwärmte in den höchsten Tönen über die Rennveranstaltung. Fischer sagte: „Was für eine Stimmung – das ist das schönste Rennen im ganzen Jahr“.  

Einen Promi-Starter gab es auch:  Der sechsmalige Sieger des legendären Race Across America Christoph Strasser startete für das Mixed-Team <Owayo Ambassador> (7.Platz). Der sechsfache RAAM-Sieger gab zu Protokoll: „Hier in Kelheim heißt es 30 Minuten Vollgas geben, Pause machen – und dann wieder Vollgas geben, während beim Race across America man sein eigenes Tempo findet und dies durchzieht.“ Strasser siegte auch in Kelheim und zwar 2006  mit 46 Runden als Einzelfahrer. Damals war Start/Ziel noch die Brauerei Aukofer. „Da kommt man natürlich gerne wieder.“ Nach dem Wettkampf signierte Strasser sein Werk "Der Weg ist weiter als das Ziel", das den Siegern anschließend als Geschenk überreicht wurde.

Bild oben, v.l.: Christoph Strasser und die Präsidentin des Veloclub Ratisbona e.V. (der Radsportverein organisiert u.a. den Arber-Radmarathon).

Podiumsplätze Teamwettbewerbe

Herren Team

  • Iron Trizone (Philipp Bertsch, Manuel Lohr, Michael Stiegelbauer, Julian Sterner, Sebastian Neef) mit 56 Runden (918,4 Kilometer) in 23:37 h
  • Radsport Gaimersheim mit 56 Runden in 23:44 h
  • Schaible Heizung mit 56 Runden in 23:44 h

Damen Team

  • Schneider Weiße Bergmädels (Kathi Stockbauer, Elisabeth Ferstl, Miriam Schien, Annette Ulmer und Franziska Arnhofer) mit 48 Runden (787,2 Kilometer) in 23:55 h
  • BetonWadlMadl mit 46 Runden in 23:46 h
  • AnitasAltstadtPension Kelheim Mädls mit 44 Runden in 23:27 h

Senioren Team

  • Team Eurosport (Günther Haslbeck, Thomas Janz, Thomas Mattes, Falko Brunies, Christoph Lösche) mit 52 Runden (852,8 Kilometer) in 23:32
  • Team Massivhaus Ehrenreich mit 52 Runden in 23:43
  • Kraus Weißwurstexpress mit 50 Runden in 23:46

Mix Team

  • xc-Ski.de Skimarathon Team (Matthias Flunger, Florian Wirth, Thomas Freimuth, Silvia Perrenoud, Ladina Guidon) mit 55 Runden (902 Kilometer) in 23:58 h
  • Magnesium Pur mit 53 Runden in 23:43 h
  • Rennsportgruppe München mit 52 Runden in 23:53 h

Podiumsplätze Einzelwettbewerbe

Herren

  • Björn Fischer, 45 Runden (738 Kilometer) in 23:55 h
  • Stefan Barth, 44 Runden in 23:55h
  • Marc Tiburski, 43 Runden in 23:41 h

Damen

  • Yvonne Margraf, 40 Runden in 23:46 h
  • Lokalmatadorin Eva Schien, 34 Runden in 22:47 h
  • Maria Wilke, 33 Runden in 23:23 h

Senioren

  • Günter Gartner, 47 Runden in 23:56 h
  • Hubert Liepold, 46 Runden in 23:41 h
  • Sam Ghost, 44 Runden in 23:26 h

Seniorinnen

  • Judith Liepold, 34 Runden in 23:22 h
  • Gabriele Wittleben, 28 Runden in 23:29 h
  • Anja Georg, 20 Runden in 17:39 h

Bild oben: Extremsportler Rainer Steinberger, der für das Herrenteam <Anita´s Altstadt Pension Kelheim> startete und einen fünften Platz (von insgesamt 113 Teams) belegte.

Negative Vorkommnisse

Leider gab es auch unerfreuliche Ereignisse, die jedoch nicht dem Veranstalter anzulasten sind. Laut Ultracycler Rainer Steinberger entfaltete Sonntag Nacht gegen 1.00 Uhr ein bislang Unbekannter eine beispiellose kriminelle Energie, bei dem der Übeltäter sowohl auf der Abfahrt Richtung Essing als auch der Zufahrt zum Fahrerlager Niederdörfel Reißnägel verstreute. Nicht auszudenken was hätte passieren können, wo die Fahrer bzw. Pulks Spitzengeschwindigkeiten von gut 70 km/h erreichen. Eine perfide Tat mit der vorsätzlich die Gefahr für Leib und Leben der Sportler in Kauf genommen wurde. Glücklicherweise gab es keine Stürze, wenngleich mehrere Plattfüße zu beklagen waren. Besonders hart traf es den Mainburger Hubert Liepold, denn der Vorjahressieger bei den Senior-Einzel-Herren wurde durch diese Missetat seine Siegchance einbüßte. Für einen Athleten der 1 Jahr lang zielstrebig, diszipliniert und ambitioniert auf ein Rennen hin trainiert, und dann unverschuldet um seine Früchte gebracht wird muss es fraglos eine unglaubliche Enttäuschung gewsene sein. Um dem Täter das Handwerk zu legen ist jeder der verdächtige Beobachtungen gemacht hat oder sachdienliche Hinweise geben kann aufgerufen es der Polizei zu melden.

Weitere Taten sorgten für Negativschlagzeilen. Unbekannte entwendeten in den umfunktionierten Fahrerlagern Niederdörfl und Aumühle drei hochwertige Räder im Gesamtwert von 11.600 Euro. Bleibt zu hoffen, dass die Diebstähle Teilnehmer sensibilisiert und künftig entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden.  

Das BRK kümmerte sich mit 38 Einsatzkräften vorwiegend um leichtere Verletzungen wie Schürfwunden und Prellungen, wenngleich zwei schwerere Verletzungen mit einem Schlüsselbeinbruch und einer Kopfverletzung Krankenhaus-Transporte nach sich zog. 

Siegerpokal findet neue Heimat

Ludwig Eglmeier, Geschäftsführer des Zweiradgeschäfts Radwerk by Iron Trizone GmbH & Co. KG in Regensburg und Namensgeber der Wettkampfmannschaft erklärte, dass er schon länger einen prestigeträchtigen Sieg zielstrebig verfolgt. Im dritten Anlauf hat's mit den ersehnten Titelambitionen 2019 nun endlich geklappt.

Der begehrte Pokal des 24 Stunden Rennens hat sein "neues Zuhause" im Laden von Irontrizone in Regensburg gefunden.

Ein alt bekannter "Dominator" schaute auch vorbei. Erstmals nicht als Teilnehmer sondern als relaxter Zuschauer bzw. Betreuer eines Fahrers wechselte der Fünffachsieger-Solist Markus Rieber - der im Vorjahr zurück trat - die Seiten. Der Champion aus Güglingen bei Heilbronn sagte: „Ich habe ja versprochen, ich komme zum Eisessen wieder“. Trotzdem ließ er es sich nicht nehmen eine "Proberunde" zu drehen. Dies war dem Suchtpotential geschuldet was sich prompt in seinem Statement widerspiegelt: "da steigt schon wieder die Lust.“   

Die Titelverteidiger vom Team xc-ski.de A|N Skimarathon (Mixed) mit Mathias Flunger, Florian Wirth, Thomas Freimuth, Silvia Perrenoud und Ladina Guidon ließen sich das Triple in Kelheim nicht aus der Hand reißen.

Anmerkung am Rande: Entgegen des ursprünglichen Vorhabens vom Amt als Vereinschef zurückzutreten, legt der RSC-Vorsitzende Klaus Roithmeier ein weiteres Jahr drauf.

2019 schlüsselte sich das Teilnehmerfeld in folgende Wertungskategorien auf: 

  • 117 Herren-Teams
  •   11 Damen-Teams
  •   23 Senioren-Teams
  •   34 Mixed-Teams
  • 114 Einzelstarter Herren
  •   16 Einzelstarter Damen
  •   93 Einzelstarter Herren Senioren
  •     3 Einzelstarter Damen Senioren