Der Obergermanische Limes, als Ostgrenze der Provinz Germania superior verläuft vom Rhein zum Main (Rheinland-Pfalz und Hessen).

Zwischen Holzhausen und der Idsteiner Senke

Im Wald bei Laufenselden finden sich 5 sichtbare Turmfundamente, auf dem Dörsterberg Fundamente eines Kleinkastells. In Huppert Beginn eines 3,5 Kilometer langen Rundwegs, der am WP 2/44, einem Hügelgrab und dem Kleinkastell entlang führt. Im Wald ist das Fundament des WP 2/47 teilweise freigelegt. Auf dem Pohl bei Kemel findet sich ein Aussichtsturm mit Blickmöglichkeiten bis zum Feldberg und ein Infostand zum benachbarten Kleinkastell. Bei Bad Schwalbach-Adolfseck quert der Limes die Aar. An dieser Stelle wurden Reste einer römischen Holzbrücke entdeckt. Hier findet sich auch der so genannte Justinusfelsen, der eine römische Felsinschrift aufweist.

Bad Schwalbach

Das interessanteste Zeugnis römischer Zeit in Bad Schwalbach ist eine Inschrift. Auf dem Justinusfelsen, 200 m vor dem Limes, hat sich ein römischer Soldat namens Januarius Justinus verewigt. Diese Felsinschrift ist am Welterbe Limes in Deutschland einzigartig. Der ca. 10 Kilometer lange Limes-Rundwanderweg „Auf den Spuren der Römer”, der im Stadtteil Lindschied beginnt und endet, führt zum Justinusfelsen, zu drei mutmaßlichen Wachtturmstellen im Bereich des älteren Limesverlaufs und einer Schanze des 17. Jahrhunderts. Spuren des Kleinkastells Adolfseck im Aartal haben sich nicht erhalten.

Taunusstein

Kastell Zugmantel: Um 90 n. Chr. wurde ein Numeruskastell aus Holz zunächst auf 0,7 ha errichtet, später auf 2,1 ha vergrößert und in Stein ausgebaut. Das Kastell war von einem Lagerdorf, mehreren Heiligtümern und zwei Amphitheatern umgeben, deren Reste noch teilweise sichtbar sind. Es handelt sich um das kleinste Kastell einer cohors equitata (berittene Kohorte) in Obergermanien. Die Umwehrung des Steinkastells ist rundum als Erdwall, stellenweise auch als Böschung zu erkennen. Ein ausgeschilderter Rundwanderweg führt zu den das Kastell umgebenden weiteren Zeugnissen. Beim Kastell Zugmantel überquert der Limes die B 417. Funde sind im Saalburgmuseum zu sehen.

WP 3/15: Rekonstruktion eines Steinturms sowie eines Limesabschnitts mit Palisade, Graben und Wall. Der Limes ist hier nach Osten auf einer Strecke von 2 km gut zu verfolgen. Er zählt zu den ältesten Abschnitten des obergermanischen Limes, hier lassen sich die verschiedenen Ausbaustufen sowohl der Grenzbefestigung als auch des Kastells gut nachvollziehen.

Idstein

Am Limesverlauf zwischen Idstein und Niedernhausen steht an der L 3026 der WP 3/26 als Rekonstruktion auf der Dasbacher Höhe. In der Gemarkung Heftrich befindet sich das Kastell Alteburg, ein ca. 1 Hektar großes Numeruskastell. Ausgehend von der Idsteiner Altstadt erschließt der „Kombinierte Rundwanderweg Idstein” auf 13,8 km den Römerturm und das Kastell. Östlich des Kastellareals – über dem römischen Vicus – findet dreimal im Jahr der Alteburger Markt, ein überregionaler Kram- und Viehmarkt mit jahrhundertetealter Tradition, statt. Der alte Baumbestand auf dem Marktareal bildet ein eindrucksvolles Naturdenkmal.

Glashütten

Graben und Wall der Limesbefestigung südlich von Kröftel, am Schloßborner Feld, gut erkennbar. Neben dem Weg Glashütten – Kröftel liegt Kleinkastell Maisel, die Spuren seiner Umwehrung sind rundum erkennbar. In Glashütten beginnt der Limeserlebnispfad Taunus, der bis Ober-Mörlen im Wetteraukreis reicht. Hier befindet sich ein Einstiegsportal, das dem Besucher Hinweise auf die römischen Relikte entlang der Wanderstrecke gibt.

Kastell Feldberg

Das Kastell liegt in der Mulde zwischen dem Großen und dem Kleinen Feldberg, dicht an der Weil- quelle. Mit etwa 700 m handelt es sich um das höchstgele- gene Kastell am Limes in Deutschland. Die Kastellruine ist sehr gut erhalten und grundlegend restauriert worden. Die Fundamente der Umwehrung mit den vier Kastelltoren las- sen sich deutlich erkennen. Von den Innenbauten sind Teile des zentralen Stabsgebäudes mit dem Fahnenheiligtum und der Grundriss eines Speichers sichtbar. Mauerzüge eines weiteren Bauwerks neben dem Stabsgebäude mögen zum Kommandantenhaus gehört haben.

Zwischen Kastell und Limes blieben die Grundmauern des Kastellbades erhalten, im Volksmund »Heidenkirche« genannt. Das Kastell sicherte offenbar den benachbarten Pass »Am roten Kreuz«, wo noch heute die Landstraße den Taunuskamm quert (dort Parkmöglichkeit). Kastell, Badegebäude sowie die umliegenden Wachtturmstellen sind durch einen beschilderten Rundweg erschlossen.

Zwischen den Kastellen Feldberg und Saalburg

Etwa in 1,5 km Entfernung vom Feldbergkastell liegt das konservierte Fundament von WP 3/49. Am Abhang des Feldberges befinden sich im Wald die Reste des Holzturmes WP 3/49. Der kreisrunde Ringgraben des Turmes wurde nach der Ausgrabung offen gelassen und ist deutlich zu erkennen. Dieser Wachtturm ist mit einer Höhenlage von 825 m der höchstgelegene des Obergermanisch-Raetischen Limes. WP 3/50 am Steinkopf oberhalb des Ehrenmals des Taunus- clubs ist konserviert. Graben und Wall haben sich zwischen WP 3/49 und WP 3/50 gut erhalten. Die Fundamente des WP 3/52 auf dem Mittelberg wurden konserviert.

Östlich vom Sandplacken, 350 m östlich der Straße Oberursel – Schmitten, befindet sich das Kleinkastell Altes Jagdhaus. Seine Umwehrung ist gut zu erkennen und im Inneren finden sich die konservierten Grundmauern des Jagdhauses aus dem 17. Jahrhundert. Am westlichen Fuß des Klingenkopfs begannen die Römer aufgrund des harten, steinigen Grundes das Graben- und Wallsystem durch eine Mauer aus anstehendem Gestein zu ersetzen, deren zerfallene Reste als Schuttwall zu erkennen sind. Auf der Höhe liegt WP 3/55. Die Grundmauern des Steinturms wurden konserviert. Am Fuße des Klingenkopfes ist die Befestigung wieder als Graben und Wall ausgebildet, nordöstlich folgt eine gut erhaltene Strecke bis zum Kleinkastell Heidenstock, dessen Umwehrung deutlich erkennbar ist.

Nordöstlich des Kleinkastells ist die Limeslinie deutlich sichtbar. Bei WP 3/60 Einsiedel liegt ein konserviertes Steinturmfragment wenige Meter hinter der Mauer, die hier auf einem kleinen Stück wieder aufgerichtet wurde. Nordöstlich WP 3/60 ist die Limesmauer vorzüglich erhalten (zum Teil noch bis zu einer Höhe von 0,5 m). Spuren der vorgelagerten Palisade sind gelegentlich als flacher Graben im Gelände nachvollziehbar. WP 3/61 Kieshübel gehört zu den besterhaltenen Wachtposten im Taunus. Zwei Holzturmstellen mit kreisrunden Ringgräben und zwei Steinturmfundamente wurden gefunden, letztere sind konserviert. WP 3/63 Weißestein mit konserviertem Steinturmfundament liegt etwa 25 m hinter der Limesmauer. Westlich von WP 3/63 sind Wall und Graben vorzüglich erhalten.

Bad Homburg v. d. Höhe, Saalburg

Dieser Kastellplatz ist besonders gut durch die jahrzehntelangen intensiven Ausgrabungen von L. und H. Jacobi bekannt. Kaiser Wilhelm II. veranlasste 1897 den Wiederaufbau, eine einzigartige Maßnahme bei römischen Militäranlagen. Im Jahr 2003 begann mit der Rekonstruktion weiterer Gebäude der Ausbau zu einem archäologischen Park.

Die Räumlichkeiten innerhalb des Kastells dienen heute als Forschungsinstitut und Museum für Ausgrabungsfunde von der Saalburg selbst und weiterer Taunuskastelle. Der Besucher trifft auf rekonstruierte Gebäude aus Stein und Holz. Auf das Eingangstor folgt das große Speichergebäude (horreum), das einen Teil der Schausammlung beherbergt. Gegenüber liegt das Kommandantenwohnhaus (praetorium) mit Museumsverwaltung und Forschungsinstitut. Im Zentrum steht das große Stabsgebäude (principia) mit Innenhof, der von einem offenen Umgang gesäumt wird. Dieser wiederum gewährt Zutritt zu weiteren Museumsräumen. Hier befanden sich früher die Amtsräume und Schreibstuben beziehungsweise Waffenkammern. Ein weiteres Museumsgebäude ist einem antiken Handwerkerbau (fabrica) nachempfunden. Zwei Mannschaftsbaracken aus Holz (centuriae) mit einer komplett eingerichteten Mannschaftsstube ergänzen das Spektrum römischer Baulichkeiten. Hier befindet sich ferner das Museumscafé Taberna, in dem es auch nach antiken Vorbildern rekonstruierte Einrichtungsgegenstände zu sehen gibt. Im hinteren Kastellbereich sind funktionsfähige Backöfen rekonstruiert.

Es gehört zu den Besonderheiten der Saalburg, dass Hausgrundrisse und Keller des zugehörigen Kastellvicus im Außengelände nach der Ausgrabung konserviert worden sind. Besichtigt werden können unter anderem Teile einer Badeanlage (thermae) und des Unterkunftshauses (mansio). Steinkeller entlang der römischen Straße verweisen auf die einstige Größe der Zivilsiedlung. Zwei rekonstruierte Häuser dienen heute als Kasse und Museumsshop. In dem dort eingerichteten Zentralen Limesinformationszentrum Hessen kann man sich kostenlos über das UNESCO-Welterbe Limes informieren.

Hinter dem Kastell befindet sich ein gut erhaltener Limes- abschnitt mit Wall und Graben. Hier wurden an einem his- torischen Durchgang Teile der Befestigung rekonstruiert. Neben diesem Bereich gibt es im Gelände um die Saalburg herum weitere Rekonstruktionen archäologischer Denk- mäler aus der römischen Epoche und der Zeit des Wieder- aufbaus. Sie erschließen sich dem Besucher bei einem Spaziergang auf dem 2,4 km langen „Rundweg Saalburg“. Ca. 400 m östlich der Bundesstraße befindet sich der WP 3/68 am Fröhlichemannskopf. Das Fundament des unge- wöhnlich großen Steinturms ist konserviert.

Kapersburg/Wehrheim

Die Ruinen des Kastells und des zugehörigen Bades sind gut sichtbar. Die Kapersburg gehört zu den besterhaltenen Limeskastellen in Hessen. Besonders eindrucksvoll sind die beiden konservierten Torbauten in der Umwehrung. Vom Stabsgebäude im Kastellinneren sind das Fahnenheiligtum und Teile der einstigen beheizbaren Schreibstuben für die Verwaltung sichtbar. Außerdem lassen sich Mauerreste des Getreidespeichers erkennen. Zwischen Limes und dem Kastell Kapersburg befinden sich konservierte Grundmauern des Thermengebäudes neben einer Quelle. Die Kapersburg lässt sich auf einem 16 km langen Rundwanderweg um Wehrheim auch zu Fuß entdecken. Östlich von Pfaffenwiesbach liegt das Kleinkastell Kaisergrube. Seine Umwehrung ist an der Südseite als hoher Wall mit vorgelagertem Graben gut erkennbar.

Etwas weiter nördlich steht die Rekonstruktion des WP 4/16 auf dem Gaulskopf. Das Fundament ist besonders kräftig ausgeführt und mit Strebepfeilern versehen, was auf eine beträchtliche Höhe des Turmes schließen lässt und eine Funktion als Signalturm wahrscheinlich macht. Möglicherweise bestand Sichtverbindung mit dem Turm ähnlicher Funktion auf dem Johannisberg in Bad Nauheim.

Ober-Mörlen

Das Kastell Langenhain befand sich östlich der heutigen Ortslage auf der heute »Gickelsburg« benannten Höhe. In dem 3,2 ha großen Steinkastell, das unter Wie- sen und Äckern liegt, ist die Cohors I Biturigum equitata bezeugt. Im Osten an der Straße nach Friedberg wurde der bislang einzige große Steinbau des Lagerdorfes, ein Töpferofen und das Gräberfeld festgestellt. Von Kastell und Lager- dorf ist nichts zu sehen. Letztes sichtbares Zeugnis der Anwesenheit von römischem Militär ist ein Baustein der Legio XXII Primigenia Pia Fidelis vom Kastellplatz, der an der Südostecke der Pfarrkirche in Langenhain-Ziegenberg vermauert ist. Auf dem Gaulskopf ist der rekonstruierte Wachtturm WP 4/16 zu sehen. In Ober-Mörlen an der B 275 befindet sich der östliche Beginn des Limeserlebnispfades Taunus.

Butzbach

WP 4/33 auf dem Schrenzer – südwestlich des Ortes – ist durch einen rekonstruierten hölzernen Wachtturm gut kenntlich. Die Grundmauern des jüngeren Steinturmes wurden konserviert, davor befindet sich die Rekonstruktion eines Stückes der Limespalisade. Auf Butzbacher Gemarkung selbst gab es zwei Kastelle: eines am nordwestlichen Ortsrand, etwa 700 m hinter dem Limes, im Volksmund Hunneburg genannt. Direkt am Limes lag das Klein- kastell Degerfeld, das einen wichtigen Limesdurchgang zu überwachen hatte. Von den beiden Kastellen wie auch vom Limes sind keine Reste erkennbar. Das Kleinkastell Degerfeld wird heute von einem Parkplatz überlagert, dessen Ausgestaltung die Umrisse des ehemaligen Kastells aufgreift und ansatzweise visualisiert. Nordwestlich davon entsteht gerade ein Baugebiet, in dem der Limesverlauf durch einen zukünftigen Grünstreifen wahrnehmbar werden wird.

Wichtige Funde aus dem Kohortenkastell und der zugehörigen Zivilsiedlung sind im Museum der Stadt Butzbach zu besichtigen (römische Abteilung im Gewölbekeller). Das Museum ist das regionale Limes-Informationszentrum für die westliche Wetterau.

Zwischen Butzbach und Pohlheim

Nördlich von Butzbach ist der Wall der Limesbefestigung über weite Strecken vorzüglich erhalten, da er in die spätere Landwehr einbezogen wurde. In weiten Teilen bildet er hier eine Waldgrenze oder einen heckenbestandenen Ackersaum. Direkt an der K 162 liegt das Kleinkastell Holzheimer Unterwald. Die Umwehrung des Kastells ist noch immer gut erhalten und grenzt direkt an den davorliegenden Limeswall. Die ehemalige Innenbebauung wird durch Markierungen angedeutet. Auf dem Sandberg bei Grüningen befindet sich eine Turmrekonstruktion zusammen mit einem rekonstruierten Abschnitt von Palisade, Graben und Wall.

Zwischen Pohlheim und Lich-Arnsburg

Nordwestlich von Arnsburg ist der Limes zwischen den WP 4/52 und WP 4/57 durchweg gut erhalten. Nordöstlich der Peterseen wurde an der Turmstelle 4/56 das Turmfundament visualisiert. Die Turmstelle ist Teil eines beschilderten Rundwegs, ebenso ein Metallmodell des Kastellgeländes im Maßstab 1:200, das den Besuchern Ausdehnung und Proportionen von Kastell und Vicus vor Augen führt.

Lich-Arnsburg

Das Kohortenkastell Arnsburg lag ca. 1 km südwestlich des Klosters Arnsburg auf einer Lößhochfläche über dem Wettertal. Seine Ruine diente als Steinbruch bei Errichtung des Klosters. Teile der Nordfront mit Nordwest- ecke und Kastelltor sind im Gelände markiert. Kastellareal und Vicus sind für den Besucher mit einem beschilderten Rundweg erschlossen und als archäologisches Reservat aus der landwirtschaftlichen Nutzung herausgenommen.

Hungen

Die Umwehrung des Kleinkastells am Nordrand des Feldheimer Waldes ist als schwache Erhöhung im Gelände sichtbar. Daneben ist ein Teil der Limesbefestigung mit einspringender Ecke erhalten. Knapp 1 Kilometer nordöstlich von Inheiden, unweit der Horloff, liegt ein 0,7 ha großes Kas- tell. Luftaufnahmen des Platzes verweisen unter anderem auf mehrere Umbauphasen. Bemerkenswert sind die vergleichsweise großen Bauwerke der zugehörigen Zivilsiedlung. Das Kastellareal und der benachbarte Limesverlauf werden durch einen beschilderten, 3,2 km langen Rundweg erschlossen, der am Hof Grass beginnt. Hier befindet sich das regionale Limes-Informationszentrum für den Landkreis Gießen.

Echzell

Mit einer Fläche von 5,2 ha gehört es zu den größten Kastellen am obergermanischen Limes überhaupt. Im Kastell waren eine Ala und eine Kohorte von jeweils 500 Soldaten stationiert. Das zugehörige Militärbad befindet sich unter der heutigen evangelischen Pfarrkirche. Einige Mauern sind dort in einem Kellerraum sichtbar, weitere vor der Kirche im Pflaster markiert. Die einzigartigen Wandmalereien aus dem Echzeller Kastell befinden sich in der Saalburg (Principia, neben dem Fahnenheiligtum; Speiseraum einer Offizierswohnung), die Darstellungen beschäftigen sich mit dem antiken Sagenkreis. Weitere Fundstücke aus dem Kastell werden im Limesinformationszentrum für die östliche Wetterau im Museum Echzell präsentiert. Im Vorgarten ist eine meterhohe so genannte Jupitersäule aufgestellt.

Florstadt

Etwa 2,5 km vom Limes entfernt lag das Kastell Ober-Florstadt (2,8 ha) mit ausgedehntem Vicus. Hier war die Cohors XXXII voluntariorum civium Romanorum stationiert. Das Kastell bestand bis in die Zeit um 260 n. Chr. Luftbilder zeigen, dass die Zivilsiedlung durch einen Verteidigungsgraben geschützt war. 1984 wurde ein Schatzfund von 1136 Denaren entdeckt, einer der umfangreichsten seiner Art. Die Denare und andere Funde aus dem Kastell sind im Wetterau-Museum in Friedberg ausgestellt. Staden: Kleinkastell von überdurchschnittlicher Größe (0,4 ha), im Gelände ist heute jedoch nichts mehr sichtbar. Stammheim: Im Stammheimer Wald auf dem Winterberg befand sich der höchste Limes-Wachtposten (WP 4/96) der Umgebung. Hier sind Wall und Graben noch sichtbar. In Sichtweite östlich von Stammheim lag das Kleinkastell und WP 4/95, heute ist jedoch nichts mehr sichtbar.

Altenstadt

Am südwestlichen Ortsrand von Altenstadt liegt ein vielfach umgebautes Numeruskastell mit vergleichsweise kleiner Fläche. Im heutigen Ortsbild ist hiervon allerdings nichts mehr sichtbar.

Limeshain

An der Grenze von Altenstadt zu Limeshain deutet noch ein Hügel auf das ehemalige Kleinkastell Buchkopf hin. Gegenüber befinden sich die „Germanen-Stämme“. Der Limes verläuft hier mit Wall und Graben noch gut sichtbar im Wald, südlich von Rommelhausen und Himbach. Eine Rekonstruktion der ursprünglichen Grenzanlage verdeutlicht den Ausbau um etwa 200 n. Chr. Bei dem WP 4/103 sind die Fundstellen des hölzernen und des steinernen Wachtturmes noch sichtbar. In direkter Nachbarschaft wurde mit experimenteller Archäologie ein Wachtturm aus Basaltgestein rekonstruiert. Er entstand in dreijähriger Bauzeit mit wissenschaftlicher Begleitung weitestgehend authentisch und ist seit 2013 für die Öffentlichkeit jederzeit zugänglich. Die mittlere Etage wird als Wohnstube eingerichtet und ist bei Führungen zu besichtigen. Im weiteren Verlauf des Limes, in der Nähe des vermuteten WP 4/104, befindet sich die Kunstinstallation „Schwert und Schild“ in überdimensionaler Größe. Verbunden sind die römischen Relikte mit dem 3 km langen Limesrundweg, der geschichtliche und naturkundliche Einblicke aufschlussreich ver- mittelt.

Hammersbach

Eine teilberittene Einheit war im Kastell Marköbel stationiert, das sich inmitten des Ortskerns befindet, zur Sicherung verschiedener Verkehrswege. Ein kurzer Abschnitt der Kastellmauer ist auf dem Friedhof zu sehen, der Grundriss des Kastellbades ist an der Kirche durch Steine markiert. Am Krebsbach befindet sich unweit des Limes eine Rekonstruktion der Palisade.

Neuberg

Der Obergermanisch-Raetische Limes in Neuberg verlief zwischen den Kastellen in Rückingen und Marköbel in annähernder Süd-Nord-Richtung. In Neuberg lag er zwischen den heutigen Ortsteilen Rüdigheim und Ravolzhausen. In Ravolzhausen sind Teile des Limesverlaufs als Grünstreifen im Neubaugebiet am nördlichen Ortsrand visualisiert.

Erlensee-Rückingen

Am westlichen Ortsrand bestand das ca. 2,5 ha große Kastell Rückingen. Leider ist seine Fläche vollständig überbaut. Südlich der Kinzigniederung unter einer Baumgruppe konnten jedoch die Fundamentmauern des Kastellbades konserviert werden. Seine Erforschung blickt auf eine lange Tradition, beginnend 1802 bis 1804, zurück. Die Besatzung des Kastells sollte in Rückingen vor allen Dingen einen Limesübergang über die Kinzig überwachen.

Hanau

Auf der Gemarkung Hanau sind drei Kastellplätze bekannt geworden. Die Befestigung auf dem Salisberg gehörte zum älteren östlichen Wetteraulimes und diente der Überwachung des Mainknies. Auf dem Gelände des alten Kesselstädter Friedhofs sind die Fundamentmauern des Kastellbades sichtbar. Eine ältere, enorme 14 ha große Mi- litäranlage, die jedoch nur kurz genutzt wurde, liegt unter dem heutigen Ortskern von Kesselstadt und Schloss Phi- lippsruhe. Die Wallanlage eines Holz-Erde-Kleinkastells am Neuwirtshaus, im Hanauer Stadtteil Großauheim, ist sicht- bar. Die Rekonstruktion eines Mithräums und weitere römische Funde, darunter ein römischer Münzschatz, werden im Museum Schloss Steinheim präsentiert. 

Zwischen Rückingen und Großkrotzenburg

Südlich von Erlensee-Rückingen ist der Limes in bewaldeten Gebieten über längere Strecken erhalten. Östlich von Hanau-Wolfgang ist der Limes bei WP 5/12 am Doppelbiersumpf sehr gut erhalten.

Großkrotzenburg

Im Bereich des Ortskerns sind Teile der Wehrmauer des Kohortenkastells sichtbar. In der Nähe der Kirche lassen sich die Südwestecke der Garnison sowie der mittelalterlich überarbeitete Eckturm erkennen. Beim Eingang der Kirche haben sich noch Teile der Südmauer erhalten. Ganze 20 m östlich der Mauerfront des Kastells zog der Limes vorbei. Sensationell sind die Pfahlgründungen einer römischen Steinpfeilerbrücke im Main, die in den 30er Jah- ren des 2. Jahrhunderts errichtet wurde. In diesen Zusammenhang gehört eine Benefiziarier-Station am Mainufer. Römische Fundstücke aus dem Kastell und der Zivilsiedlung werden im Heimatmuseum (neben der Kirche) gezeigt. Dies ist gleichzeitig das regionale Limes-Informationszentrum für den Main-Kinzig-Kreis.

Seligenstadt

Das Gelände des über 3 ha großen Kohortenkastells ist heute vollständig überbaut. Es liegt inmitten des modernen Ortes und bildete einst das nördlichste Kohortenkastell an der »älteren Mainlinie«. Das Steinmaterial, unter anderem ein Inschriftenstein, wurde in der karolingischen Einhard-Basilika verbaut. Weitere Inschriftsteine befinden sich im Kreuzgang neben der Basilika. Das Landschaftsmuseum beheimatet das regionale Limes-Informationszentrum für den Kreis Offenbach.

Quelle: Deutsche Limes-Straße e.V.

In Großkrotzenburg trifft man auf den Main bzw. den Main-Radweg, der bis kurz vor Miltenberg (Unterfranken) auf 66 km Länge Wegbegleiter des Deutschen Limes-Radweg ist. Zuvor wird etwa 6 km östlich von Seligenstadt im Landkreis Offenbach in Hessen die bayerische Landesgrenze (Landkreis Aschaffenburg) überschritten.

 Museen entlang des Obergermanischen Limes in Hessen (Orte in alphabetischer Reihenfolge)

Limesinformationszentrum Hessen

Am Römerkastell 1

61350 Bad Homburg

Tel.: 06175/93740

Fax.: 06175/937411

info@saalburgmuseum.de

www.saalburgmuseum.de/limes/liz01.html

Römerkastell Saalburg

Am Römerkastell 1

61350 Bad Homburg

Tel.: 06175/93740

Fax.: 06175/937411

info@saalburgmuseum.de

www.saalburgmuseum.de

Museum Echzell

Lindenstraße 3

61209 Echzell

Tel.: 06008/7124

jochen@degkwitz.de

www.hgv-­echzell.de

Archäologisches Museum Frankfurt

Karmelitergasse 1

60311 Frankfurt am Main

Tel.: 069/21235896

Fax.: 069/21230700

info.archaeolmus@stadt­frankfurt.de

www.archaeologisches­-museum.frankfurt.de

Wetteraumuseum Friedberg

Haagstraße 16

61169 Friedberg

Tel.: 06031/88215

wetteraumuseum@friedberg­hessen.de

www.wetterau­-museum.de

Museum Großkrotzenburg

Im Römerkastell 2

63538 Großkrotzenburg

Tel.: 06186/8922

info@museum-grosskrotzenburg.de

www.museum-grosskrotzenburg.de

Museum Schloss Steinheim

Schlossstraße 9

63456 Hanau­-Steinheim

Tel.: 06181/ 659701

Fax.: 06181/ 659701

museen@hanau.de

www.hanau.de/kultur/museen/sth/

Römermuseum Obernburg am Main

Römerstraße 62-64

63785 Obernburg am Main

Tel.: 06022/619117

Fax.: 06022/619159 

tourismus@obernburg.de

www.obernburg.de

RegioMuseum Seligenstadt

Klosterhof 2

63500 Seligenstadt

Tel.: 06182/824532

museum@kreis-offenbach.de

www.kreis-offenbach.de/RegioMuseum

Heimatmuseum Stockstadt am Main

Maingasse 1

63811 Stockstadt am Main

Tel.: 06027/2005-0

https://www.stockstadt-am-main.de/seite/de/gemeinde/045:81/-/Heimatmuseum.html

Römerausstellung im Bürgerhaus

Luxburgstraße 10

63939 Wörth a. Main

Streckengrafik mit Höhenprofil - Obergermanischer Limes Hessen und Mainlimes (Bayern)


Bewegen sie ihren Cursor auf dem Höhenprofil, wird interaktiv oben auf der Streckengraphik die geographische Position eingeblendet.

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Mainlimes (Bayern)

Etwa 6 km östlich von Seligenstadt im Landkreis Offenbach in Hessen überschreitet der Deutsche Limes-Radweg die bayerische Landesgrenze (Landkreis Aschaffenburg). Von dort aus passiert die Route auf dem flachen Main-Radweg die unterfränkischen Urlaubsregionen Spessart-Mainland und Fränkisches Weinland und führt über Aschaffenburg bis kurz vor Miltenberg (56 km). 

Stockstadt

Die Militäranlagen auf Stockstädter Gemarkung wurden massiv modern überbaut, vor allem durch die Bahnlinie und die Papierfabrik, und deshalb in großen Teilen ausgegraben. Die Ruine des Stockstädter Kastellbades wurde in den Park von Aschaffenburg-Nilkheim versetzt. Für die ausgedehnte Zivilsiedlung (Vicus) sind u. a. ein Dolichenus-Heiligtum und mehrere Mithrastempel charakteristisch, wo orientalische Gottheiten verehrt wurden, die bei den Angehörigen der römischen Truppe äußerst beliebt waren.

Darüber hinaus gab es auch in Stockstadt eine Benefiziarier-Station am Main sowie einen hölzernen Schiffskai. Das reiche Fundmaterial aus den Ausgrabungen wird im Stiftsmuseum Aschaffenburg sowie im Saalburgmuseum in Bad Homburg v. d. Höhe präsentiert. Auch im Heimatmuseum vor Ort wird eine Auswahl von Fundstücken ausgestellt. Informationstafeln und eine Nachbildung des Weihesteines des Paternus stehen am Alten Stadtweg.

Aschaffenburg

Aschaffenburg war in der römischen Kaiserzeit ein wichtiger Ort außerhalb der römischen Reichsgrenze am Mainlimes. Römische Funde in der Region gaben den Anlass zur Museumsgründung 1854 in Aschaffenburg. Bis heute werden in den Archäologischen Sammlungen die Funde aus der Region gesammelt, aufbewahrt und im Stiftsmuseum ausgestellt. Ein exzellenter Ort zum Studium antiker Kunst und Lebensweise entstand im 19. Jahrhundert mit dem idealtypischen Nachbau eines römischen Hauses aus Pompeji, genannt Pompejanum, ergänzt durch einen mediterranen Garten in unmittelbarer Umgebung.

Ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert stammt die weltweit größte Sammlung antiker römischer Architekturmodelle aus Kork in Schloss Johannisburg. Dort befindet sich auch das Modell des Kolosseums mit einem Durchmesser von über 3 Metern. Die umgelagerten Ruinen vom Kastellbad des einstigen Römerlagers Stockstadt befinden sich seit 1968 im Nilkheimer Park, direkt am Limes-Radweg.

Niedernberg

Das römische Steinkastell mit ca. 2,2 ha Fläche, von dem heute allerdings nichts mehr sichtbar ist, lag im alten Ortskern. Hinweistafeln mit dem Kastellgrundriss und Bodenmarkierungen an den ehemaligen Kastelltoren informieren über das Kastell. An der Porta Principalis Sinistra steht die Bronzestatue (Neuentwurf) eines römischen Auxiliarsoldaten. Das Achsenkreuz der Hauptlagerstraßen, der via principalis und der via praetoria, entsprechen dem heutigen Kreuzungsbereich der Haupt- und Schulstraße.

Funde aus Niedernberg werden im Dommuseum Fulda und im Stiftsmuseum Aschaffenburg aufbewahrt. Eine Nachbildung der in Niedernberg gefundenen römischen Brunnenmaske (Silen) wurde in Fundortnähe als Wasserspeier installiert. Auf dem neugestalteten Marcellusplatz, im Nor- den der Gemeinde, steht die Reproduktion des römischen Grabsteins (Marcellusstein), dessen Inschrift Aufschluss über die in Niedernberg stationierte Kohorte gibt. Hier befindet sich auch die Informationstafel über die römische Vergangenheit Niedernbergs.

Obernburg

Das knapp 3 ha große Kohortenkastell befindet sich unter dem heutigen Ortskern. Der 2 Kilometer lange Rundweg „Römerspaziergang” erläutert die römische Ver- gangenheit der Stadt. Südlich der Garnison befand sich eine der wenigen archäologisch untersuchten Benefiziarier-Stationen (Benefiziarier waren Legionäre, die für besondere Aufgaben abberufen wurden). Weihesteine der dort stationierten Sonderbeauftragten und zahlreiche Funde aus dem Kastell sind im Römermu- seum in Obernburg ausgestellt.

Wörth

Am nördlichen Ortsausgang von Wörth befand sich ein Numeruskastell (0,8 ha). Es ist wahrscheinlich, dass bei Wörth der sogenannte Odenwaldlimes beginnt. Das Kastell liegt in den Obstwiesen unmittelbar östlich der Umgehungsstraße. Eine Bodenwelle im Gelände lässt noch die südöstliche Kastellmauer erahnen.

Miltenberg

Die Stadt liegt am Übergang des sogenannten Mainlimes, einem Grenzabschnitt am Fluss, zum Limes, der künstlichen Grenzbefestigung aus Palisade, Wall und Graben. Sichtbar sind die Mauerreste und Teile des Bades des sogenannten Altstadtkastells, Nachbauten der Fundamente von drei Wachttürmen finden sich entlang des Limes- Wanderwegs.

Ein konservierter römischer Töpferofen der Zivilsiedlung des kleineren, überbauten Numeruskastelles kann im Foyer des Altenheims Haus Maria Regina besichtigt werden. Viele Schautafeln bieten weitere Informationen.

Funde aus dem Altstadtkastell und dem Numeruskastell befinden sich im Museum Stadt Miltenberg am Marktplatz und im Museum Bürgstadt. Der 15,5 km lange Rundweg „M1 Römer-Weg” erschließt den Standort eines Merkurheiligtums sowie die Grundmauern mehrerer römischer Wachttürme. Quelle: Deutsche Limes-Straße e.V.

Nahe Miltenberg kehrt die Route dem Main bzw. dem Main-Radweg den Rücken. Nun verläuft der DLR - gemeinsam mit dem 3 Länder Radweg -  über Amorbach - Schneeberg zur Landesgrenze Baden Württemberg (13 km) und führt weiter zur Stadt Walldürn im Neckar-Odenwald-Kreis.

 Museen entlang des Mainlimes in Bayern (Orte in alphabetischer Reihenfolge)

Stiftsmuseum Aschaffenburg

Stiftsplatz 1a

63739 Aschaffenburg

Tel.: 06021/4447950

stiftsmuseum@museen-aschaffenburg.de

www.museen-aschaffenburg.de

Museum Bürgstadt

Am Mühlgraben 1

63927 Bürgstadt

Tel.: 09371/99560

info@hgv-buergstadt.de

www.hgv-buergstadt.de

Museum Burg Miltenberg

Conradyweg

63897 Miltenberg

Museum Stadt Miltenberg

Hauptstraße 169 — 175 (Am Schnatterloch)

63897 Miltenberg

Tel.: 09371/668504

www.museen-miltenberg.de