Raetischer Limes in Bayern 

 Eckdaten "Raetischer Limes" Bayern

Ausgangspunkt: Mönchsroth (Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Ansbach), 441 m ü. NHN

Endpunkt: Eining (OT von Neustadt a.d.Donau), Landkreis Kelheim (Niederbayern) 356 m ü. NHN 

Streckenlänge: 154 km

Höhenmeter: 1200 hm 

Höchster Punkt: Oberhochstadt (6.5 km nach Weissenburg)  Kipfenberg), 587 m ü.NHN

Tiefster Punkt: Eining a.d.Donau, 356 m ü.NHN

Nennenswerte Anstiege: Ellingen-Weißenburg-Oberhochstadt (9 km / 200 hm); Kipfenberg-Gelbelsee (4 km / 170 hm) 

Limestürme: 

  • Steinturm als Turmstumpf in Mönchsroth
  • Kipfenberg (Holzbauweise)
  • Burgsalach (Holzbauweise)
  • Steinturm in Erkertshofen - 100 m abseits der Limes-Radwegroute
  • Hienheim (Holzbauweise) - 2 km nördlich der Limes-Radwegroute

Streckenverlauf: Mönchsroth - Wilburgstetten - Ruffenhofen (Limeseum/Römerpark) - Wittelshofen - Ehingen - Dennenloher See - Gunzenhausen (archäologisches Museum) - Theilenhofen - Ellingen - Weißenburg i. Bay. (Limes-Informationszentrum) - Kipfenberg - Altmannstein - Hienheim (Donaufähre) - Eining (Römerkastell Abusina)

Kommend vom Raetischen Limes Baden-Württemberg wird bei Mönchsroth im mittelfränkischen Landkreis Ansbach die Landesgrenze zu Bayern überschritten, welche 40 km von Aalen (Sitz des Vereins Deutsche Limes-Straße) entfernt liegt. Der Raetische Limes ("trockener" Limes) durchzieht die Regierungsbezirke Mittelfranken, Oberbayern bis Niederbayern und endet in Eining (Ortsteil von Neustadt an der Donau) im Landkreis Kelheim. Am Ortsrand befindet sich das Kastell Abusina, dessen Lage zugleich den geographischen Schnittpunkt mit dem Donaulimes (nasser Limes) markiert der sich nach Passau bzw. grenzüberschreitend bis zum Schwarzen Meer erstreckt. An der Binnengrenze zwischen den römischen Provinzen Obergermanien (Germania superior) und Raetien (Raetia) - westlich von Mönchsroth - ist ein bemerkenswerter Wechsel in der Konstruktion der Grenzanlage zu beobachten, weil die raetische Mauer und die Palisade (20–30 cm dicke und 3–4 Meter lange nach oben hin zugespitzte Holzpfähle) des obergermanischen Limes hier aufeinander treffen. 

Der bayerische Streckenabschnitt des Raetischen Limes ("trockener Limes") weist eine Länge von 153 km auf, dem sich in Eining nahtlos der Donaulimes ("nasser Limes") nach Passau anschließt (209 km). Wird der Obergermanische Abschnitt des "Mainlimes" (beginnend westlich von Aschaffenburg) bis Miltenberg (45 km) - addiert mit der Fortsetzung nach Schneeberg (13 km) zur Landesgrenze Baden Württemberg plus 25 km bis zum Donaukraftwerk Jochenstein (Landesgrenze Oberösterreich) hinzugerechnet, summiert sich der gesamtbayerische Anteil des Deutschen Limes-Radwegs auf insgesamt 445 Kilometer. Da der Donaulimes (2021) - wie der Obergermanisch-Raetische Limes (2005) zum Welterbe ernannt wurde, zählt die römische Verteidigungslinie in Bayern (Aschaffenburg - Passau) komplett zum UNESCO Weltkulturerbe.

Entlang der Strecke verbergen sich in einer abwechslungsreichen Naturlandschaft in den mittelfränkischen Urlaubsregionen Romantisches Franken, Fränkisches Seenland sowie im Naturpark Altmühltal im Landkreis Eichstätt (Oberbayern) und Bayerischer Jura (Landkreis Kelheim) zahlreiche Zeugnisse bzw. (Teil-) Restruktionen aus der Römerzeit. 

 Fazit zur Streckenbeschilderung (Befahrung 2021 zwischen Mönchsroth - Eining - Regensburg): der Deutsche Limes Radweg ist auf diesem Teilabschnitt (211 km) in beiden Fahrtrichtungen eine perfekt beschildert. Weitere Befahrungen folgen.

 Provinz Raetien

Der Obergermanisch-Raetische Limes der von etwa 100-260 n.Chr. die Grenze des Römischen Reiches bildete, gehört als herausragendes Zeugnis der Menschheitsgeschichte seit dem Jahr 2005 zum UNESCO-Welterbe. Als Teil der 5000 km langen Grenze Roms erstreckten sich die Schutzwälle bzw. Flußgrenzen von Britanien quer durch Europa, den Vorderen Orient und Nordafrika bis zur Atlantikküste.  Etwa 10.000 Soldaten aus allen Teilen der antiken Welt überwachten im Auftrag des römischen Kaisers die Grenze der Provinz Raetien gegenüber dem Feindesland der Germanen. Um damals in eine Legion eintreten zu können, benötigte man zwingend das römische Bürgerrecht. Im Gegensatz dazu stand den Hilfstruppen (auxilia), die den raetischen Limes sicherten allen freien Provinzbewohnern offen. Je nach Herkunft und Befähigung dienten sie in Infanterie- oder Kavallerieeinheiten. Demzufolge konnten auch "Barbaren" - wie sie von den Römern abschätzig genannt wurden - durchaus eine Soldaten-Karriere bei den Römern machen. Nach 25 Dienstjahren erlangten ehrenhaft entlassene Auxiliarsoldaten das römische Bürgerrecht.

Der Obergermanisch-Raetische Limes ist Bayerns bekanntestes Bodendenkmal und symbolisiert die römische Antike vom 1. bis 3. Jahrhundert n. Chr. Ab der württembergischen/bayerischen Landesgrenze durchzieht der Raetische Limes auf rund 117 Kilometer Länge die Regierungsbezirke Mittelfranken, Oberbayern und endet an der Donau in Niederbayern. Die unterschiedlichen Entfernungen des geradlinigen Grenzwall-Verlaufs im Vergleich zum Deutschen Limes Radweg resultiert aus dessen kurvigen und schlängelnden Streckenführung. 

Das Hinterland sowie die Limeszone war von etwa 180 Turmstellen gesichert. Dazwischen wurden später an neuralgischen Stellen wie Straßen, Flüssen und steil abfallenden Tälern zehn Kleinkastelle errichtet sowie 17 größere Truppenstandorte aufgebaut. Lineare Elemente, Turmstellen und Mauerreste von Kastellen des antiken Grenzkontrollsystems blieben vielfach erhalten, d.h. sie können heute noch bestaunt werden. An oberirdisch unerkennbaren Stellen markieren Rekonstruktionen und Limes-Gedenksteine, die der bayerische König Maximilian II. ab 1861 hatte setzen lassen, den antiken Grenzverlauf. Das einzige Legionslager der Provinz Raetien lag am Donaulimes im Areal der heutigen Altstadt von Regensburg, das gegen Ende des 2. Jh. n.Chr. errichtet wurde (Castra Regina).

Streckenchronik Mönchsroth - Eining (Kastell Abusina)

Mönchsroth 

An der Straße Mönchsroth–Eck am Berg erreicht der Limes die Landesgrenze nach Bayern (Ende der Limesstrecke 12/Anfang Strecke 13). 60 Meter östlich der römischen Wachtturmstelle WP 13/2 befindet sich der Teilnachbau eines Steinturmes mit Infostele. Südlich der Straße Mönchsroth–Wittenbach im Wald „Unterer Espan“ Reste eines Holz- und Steinturms (WP 13/3).

Bild oben: Teilnachbau eines Wachturms in Mönchsroth, Landkreis Ansbach, Mittelfranken.

Zwischen Weiltingen und Wilburgstetten 

Dieser Limesabschnitt wird durch Hinweisschilder und elf Stelen dokumentiert, die Informationen zum römischen Leben, den römischen Stätten und den jeweiligen Gemeinden beinhalten. Östlich der Straße von Wolfsbühl nach Wilburgstetten: Limes als Schuttwall nachvollziehbar, verflachter Schutthügel des WP 13/7; weiter nordöstlich Reste des WP 13/8 mit gutem Auge erkennbar. Spuren der Palisade. Bis zur Straße Wilburgstetten–Weiltingen: weiterhin Schuttwall der raetischen Mauer erkennbar.

12 km hinter Mönchsroth trifft man auf den Römerpark Ruffenhofen, der sich nur 800 m vom Limes-Radweg entfernt befindet.

Die übersichtliche Wegweisung zum Römerpark Ruffenhofen kurz vor Wassertrüdingen lässt keine Orientierungsprobleme aufkommen. In Sichtweite des Hesselberg führt die Strecke über Ehingen und weiter entlang des Kreuthweihers und des Dennenloher Sees nach 31 km die Markgrafenstadt Gunzenhausen.

 Am Radwege-Knotenpunkt verzweigen sich mehrere Routen in alle Himmelsrichtungen.

Kastell und Vicus Ruffenhofen

Das Kastell Ruffenhofen liegt auf einer Anhöhe über der Wörnitz im Grenzbereich der Gemeinden Weiltingen, Wittelshofen und Gerolfingen, vom Limes etwa 2 km entfernt. Das Reiterkastell mit einer Innenfläche von 3,7 ha wurde seit der Antike nicht überbaut. Seine Strukturen und die der Zivilsiedlung sind durch geophysikalische Untersuchungen bekannt und werden seit dem Jahr 2003 für Besucher veranschaulicht. Im Römerpark Ruffenhofen wird die Anlage durch Bepflanzungen, Wiederherstellung römischer Wege und Informationsschilder wieder erfahrbar.

 Römerpark und Limeseum Ruffenhofen

Mit dem Römerpark, dem LIMESEUM  und Römermuseum in Ruffenhofen (das 2012 eröffnete LIMESEUM ist der erste Museumsneubau in Bayern seit der Ernennung des Limes zum UNESCO-Welterbe im Jahr 2005) sowie dem Bayerischen Limesinformationszentrum in Weißenburg befinden sich zwei Vorzeigeprojekte in den Tourismusbezirken Romantisches Franken und Fränkisches Seenland. Im Bayerischen Limes-Informationszentrum gibt es alles Wissenswerte zum UNESCO-Welterbe „Grenzen des Römischen Reiches“ in Bayern. Informationen geben eine Vorstellung über Kastelle und stationierte Truppen an der Grenze vor 1800 Jahren. Nachbildungen römischer Soldatenausrüstung dürfen sogar angefasst und ausprobiert werden.

Grundlage für den Archäologischen Park sind ein Limeskastell sowie dazu gehörige Zivilsiedlung (beides Welterbe der UNESCO). Von einem Aussichtshügel ist das 40ha große Areal samt Kastell-Modell gut überblickbar. Die tatsächlichen Umrisse des damaligen Kastells markieren Heckenbepflanzungen.   

Der obergermanisch-raetische Limes ist eine bautechnische Meisterleistung, das mit rund 550 Kilometer das längste Bauwerk Europas darstellt. Des weiteren ist der der Grenzwall mit 250 Quadratkilometern das flächenmäßig größte Geländedenkmal Mitteleuropas. Die befestigte Grenze trennte damals das römische Imperium von Germanien, dem Land der Barbaren. Relikte des Limes sind auch heute noch zu sehen bzw. diverse Legionärslager wurden rekonstruiert. Seit 2005 gehört der Römerpark Ruffenhofen als Teil des römischen Grenzsystems zum UNESCO-Welterbe Limes.

 Lohnenswerter Abstecher: die Hesselbergstraße führt hinauf zum Hesselberg (ca. 6 km). Wer den Anstieg (250 hm) nicht scheut, wird in der exponierten Hanglage mit einer sagenhaften Panorama-Rundumaussicht fürstlich belohnt. Bei guter Fernsicht erpäht man im Süden sogar den gezackten Alpen-Gebirgskamm.

Touristikfilm Hesselberg

Von einem Aussichtshügel kann die gesamte Fläche mit einem Kastellnachbau im Maßstab 1:10 überblickt werden. Direkt am Römerpark Ruffenhofen befindet sich das LIMESEUM, das zum UNESCO-Welterbe Limes im Landkreis Ansbach informiert. Besucher können insbesondere dem Soldaten December in seinen Alltag folgen, neben Ruffenhofen ist auch das Kastell Dambach ein wichtiges Thema.

Streckengrafik mit Höhenprofil - Raetischer Limes in Bayern


Bewegen sie ihren Cursor auf dem Höhenprofil, wird interaktiv oben auf der Streckengraphik die geographische Position eingeblendet.

Haftungsausschluss:

Biketouristik – Media übernimmt keine Gewähr für die Korrektheit downgeloadeter Trackdaten. Die Verwendung von GPS-Tracks geschieht in Eigenverantwortung des Users und schließt Haftungsansprüche gegenüber dem Anbieter ausnahmslos aus.



Langfurth 

Im Wald bei Ammelbruch verläuft der Limes entlang der Gemeindegrenze zu Wittelshofen. Er knickt in seinem Nord-Ost-Verlauf ab und richtet sich nach Osten. Durch den sog. Limesknick wurde der Hesselberg in das römische Gebiet eingeschlossen.

Wittelshofen Nordöstlich von Dühren: Etwa 1 m hoher wiederaufgebauter Steinturm WP 13/24.

Zwischen Ehingen, Arberg und Gunzenhausen 

Nordöstlich von Ehingen: Vom Kastell Dambach, das idyllisch nahe der Fischweiher liegt, sind so gut wie keine Spuren erhalten. 250 m östlich Wälle einer ovalen Anlage mit drei Eingängen nachvollziehbar. Kleines Amphitheater; benachbart Schuttwall des Limes. Am Ostufer des Dennenloher Sees ist ein Teil der raetischen Limesmauer nachgebaut. Bei den aufgemauerten Fundamenten von WP 13/41 befindet sich eine Infostele. Bereich WP 13/44 und 13/45: Schuttwall der Limesmauer gut sichtbar; WP 13/45 mit aufgemauerten Fundamenten selbst im Gelände erkennbar.

Unterschwaningen/Wassertrüdingen 

Südlich von Unterschwaningen liegt ein Holzkastell mit einem Lagerdorf. Nach Aufgabe des Kastells wurde dort ein römischer Gutshof errichtet. Im Umfeld von Wassertrüdingen lagen weitere Gutshöfe, die die Limeskastelle mit Nahrungsmitteln belieferten.

Gunzenhausen 

Bild: Radtouristen am Altmühlsee. Ins Stadtzentrum von Gunzenhausen (Fränkisches Seenland) sind es 1.5 Kilometer.

Da entlang des Altmühlsees auch einer der beliebtesten Fluss-Radwege Deutschlands - der Altmühltal-Radweg - verläuft, erklärt die hohe Radlerfrequenz rund um Gunzenhausen. 

Östlich des Bismarckturms (z. T. aus Steinen der Limesmauer erbaut) restaurierter Limesturm (WP 14/4) mit Holzpalisade. Dicht daneben der später an die Limesmauer angesetzte WP 14/5. Ca. 500 m östlich Reste des Schuttwalls der Limesmauer erkennbar. Kleinkastell auf dem Hinteren Schloßbuck mit Gedenkstein: Holzturmhügel und Steinfundament von WP 14/6 deutlich erkennbar. Westlich von Gunzenhausen sind zwischen WP 13/46 und WP 13/54 viele Wachtturmstellen durch Fahnenstangen im Gelände sichtbar gemacht.

In Punkto Römische Weltgeschichte ist Ein weiteres wichtiges Etappenziel ist die Markgrafenstadt Gunzenhausen (16 513 Einwohner) im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Der staatlich anerkannte Erholungsort liegt am Altmühlsee und bietet Radtouristen ein traumhaft erschlossenes Radtourennetz in alle Himmelsrichtungen. 

Bild oben: "Römer" in zeitgenössischem Gewandt - aufgeführtes Schauspiel im Burgstallwald bei Gunzenhausen. 

Der Burgstallwald nahe Gunzenhausen ist jedes Jahr Schauplatz traditioneller Römer-Festivitäten.

Bild oben: Der stattliche Rundturm aus dem 14. Jahrhundert wurde gemäß seiner Nutzung ursprünglich auch Pulverturm bezeichnet, ebenso Diebsturm, da er einst als Pulvermagazin und Gefängnis benutzt wurde. Sein heutiger Name <Färberturm> stammt von einer Färberei, die am Fuße des Turmes betrieben wurde.

Gunzenhausen ist ein attraktiver Standort für Wirtschaft, Kultur und Tourismus. Vor allem im Sektor Kultur & Geschichte wuchert die Stadt mit "Pfunden", denn sie besitzt nicht weniger als sechs Museen. Sechs auf einen Streich: Im Stadtmuseum, dem ehemaligen Adelspalais derer von Zocha, präsentiert Gunzenhausen heute seine Geschichte. Im Museum für Vor- und Frühgeschichte werden zahlreiche Exponate, die der Gunzenhäuser Limesforscher Heinrich Eidam vor Ort geborgen hatte, präsentiert und das Fossilien- und Steindruckmuseum zeigt Interessantes zur Erdgeschichte. Jeden Donnerstag und Sonntag während der Saison öffnet der Blasturm seine Pforten. Spannend ist vor allem die komplett eingerichtete Türmerwohnung. Jeden ersten und dritten Sonntag im Monat lädt das Schloss Cronheim zur Besichtigung ein. Und im Feuerwehr-Museum sind Exponate zur Geschichte der Feuerwehr zu bestaunen.

In Gunzenhausen präsentiert das Archäologische Museum im historischen Faulstich-Haus (18. Jh.) auf drei Etagen Exponate zur Vor- und Frühgeschichte von Stadt und Umland aus Stein-, Bronze-, Urnenfelder- und Hallstattzeit, die sich über fünf Jahrtausende Kultur- und Siedlungsgeschichte erstreckt.

Das Archäologische Museum im historischen Faulstich-Haus (18. Jh.) in Gunzenhausen schickt den Besucher auf eine Zeitreise durch fünf Jahrtausende Kultur- und Siedlungsgeschichte. Auf drei Etagen werden Exponate zur Vor- und Frühgeschichte von Stadt und Umland Gunzenhausen aus Stein-, Bronze-, Urnenfelder- und Hallstattzeit präsentiert. Es gibt Funde aus jungsteinzeitlichen Dörfern des Altmühltales, der Stockheimer Bronzeschatz (ca. 1200 v. Chr.) oder Objekte aus Hügelgräbern der Hallstattperiode (800–480 v. Chr.) zu sehen. Weitere Schwerpunkte sind: Römer am Limes, römischer Alltag, Mithras-Heiligtum und Frühes Mittelalter. Die römische Epoche wird mit Funden aus den Kastellen Gunzenhausen, Gnotzheim, Munningen und Theilenhofen sowie verschiedener Wachttürme entlang des Limes präsentiert.

Nachdem die vom fränkischen Baustil geprägte Altstadt und das Museum für Vor- und Frühgeschichte mit römischen Funden aus der Region um Gunzenhausen - besichtigt wurde führt der Limes-Radweg durch eine feuchte wiesenreiche Ebene. Im Burgstallwald und bei Rittern sind Reste der raetischen Mauer und steinerne Fundamente von Wachttürmen gut erhalten. 

Die Weiterfahrt von Gunzenhausen führt durch das schöne Fränkische Seenland. 

Wer achtsam von Pfofeld auf's Hochplateau Richtung Theilenhofen radelt, erspäht nach einem 70 Höhenmeter-Anstieg kurz vor dem Kastellbad Theilenhofen die höchste Erhebung Mittelfrankens. Der 689 m hohe Hesselberg ist mit seiner exponierten Lage samt markantem 119 m hohen Fernsehturm von weithin sichtbar.  

Theilenhofen 

Kastell: Eine Steinsäule bezeichnet die Nordostecke; Feldwege markieren den Verlauf der Umfassungsmauern, Baumbepflanzungen die Kastellecken. Ein Hochplateau garantiert gute Fernsicht. Das Kastellbad liegt am oberen Ende einer Talmulde. Nach der Ausgrabung wurden die Mauern der jüngeren Bauphase konserviert. In der Ortsmitte befindet sich der Limes-Infopunkt mit Schautafeln und Modellen zur römischen Geschichte Theilenhofens. Der 12 Kilometer lange Rundweg „Limes-Römerbad” führt zum Kastellbad, dem Kastell und vorbei an sechs Stelen, die die ehemaligen Standorte römischer Wachttürme markieren.

Das Kastellbad lädt nicht nur zur Besichtigung ein, sondern ist durch seine ausgesprochen idyllische Lage zwischen zwei kleineren Seen ein idealer Pausenort.

Bild oben: Badegebäude im Kastell "Iciniacum" in Theilenhofen (Gemeinde Pfofeld am Brombachsee) im Fränkischen Seenland in Mittelfranken.

Zwischen Theilenhofen, Pleinfeld und Ellingen

Nördlich von Theilenhofen befinden sich die aufgemauerten Fundamente des Steinturms WP 14/17. Die Wachtturmstellen WP 14/12 bis WP 14/17 sind jeweils mit Fahnenstangen markiert. Zudem gibt es Infoelemente. Der Limesverlauf ist in diesem Bereich gut in der Landschaft nachzuvollziehen. Auch die Fundamente von WP 14/20 südlich von Pleinfeld bei Dorsbrunn wurden aufgemauert.

Nach Einmündung in das idyllische Tal der Schwäbischen Rezat erreicht man nach knapp 4 km das nächste Etappenziel, die Stadt Ellingen (3 713 Einwohner) wo sich das pompöse Deutschordenschloss Ellingen befindet. 

Ellingen 

Bild oben: Residenz Ellingen. Die Schlossanlage wurde von 1717-1721 erbaut. Die Stadt Ellingen bietet beeindruckende Sehenswürdigkeiten wie z.B. das Castrum Sablonetum, Deutschordensschloss mit Fürstlichem Brauhaus und Schlosspark, Franziskanerkloster, Kath. Pfarrkirche St. Georg, Mariahilfkapelle, Maximilianskirche (genannt Fischkirche), Pleinfelder Tor, Rathaus, Ellinger Plateosaurus und Römischer Kaiser.

Nach Weißenburg sind es 4.3 km, die teils ansteigend verlaufen. 

Castellum Sablonetum

Kommend von der Pleinfelder Straße zweigt man vis a vis des Ellinger Rathauses in der Stadtmitte an der Kreuzung Weißenburger Straße/Schlossstraße schräg versetzt geradeaus in die Hausner Gasse. Das Kastell Sablonetum liegt auf einer Anhöhe 1.7 km vom Stadtkern entfernt abseits der offiziellen Limes-Radweg-Route. Der Rückweg erfolgt über dieselbe Strecke, wo man an der Kreuzung links in die Weißenburger Straße abbiegt.

Die moderat ansteigende Höttinger Straße verläuft bis zu einem beschilderten Abzweig, dessen schmales Sträßchen wenige hundert Meter später zur Ausgrabungsstätte führt. Der kurze Abstecher weist 60 hm mit einer Ø Steigung von 3.2% auf.

Kastell nach vollständiger Ausgrabung in Teilen nachgebaut: Nordwestturm mit Nordmauer samt Erdrampe. Eine Bauinschrift aus dem Jahr 182 n. Chr. datiert eine umfassende Umbaumaßnahme und nennt den antiken Namen des Platzes (Sablonetum). Ein 11 km langer Rundwanderung führt zum Kastell Sablonetum sowie zum Limesverlauf, einer Wachtturmstelle und einem zweiten Kastellstandort.

Das Kastell Ellingen (der lateinische Name Castellum Sablonetum lässt sich in etwa mit “Lager am Sand” übersetzen) war ein römisches Militärlager, das nahe am Rätischen Limes einen bestimmten Abschnitt der Grenzanlagen sicherte. Die römische Befestigung liegt auf einer Hochfläche rund 700 Meter östlich der Stadt Ellingen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen (1,8 Kilometer südlich des Limes) bzw. vier Kilometer nördlich vom nächsten Militärstützpunkt Weißenburg-Biriciana entfernt. 

Das Kastell Ellingen wurde in frühhadrianischer Zeit errichtet, wahrscheinlich um das Jahr 120. Auf einer älteren Bauphase (in Holz-Erde-Technik ausgeführte Umwehrung) folgte um das Jahr 182 eine weitere Ausbauphase mit einer Steinmauer. Der Umbau wie auch der antike Name des Lagers sind durch eine Bauinschrift bezeugt. Deren Inhalt lautet übersetzt:

"Dem Imperator Cäsar Marcus Aurelius Commodus Antoninus Augustus, Germanenbesieger, allergrößter Sarmatenbesieger, mit tribunizischer Gewalt, Konsul zum 3. Mal, Vater des Vaterlandes, wurden vom Castellum Sablonetum die Mauer mit den Toren durch Steine ersetzt auf Anordnung des Quintus Spicius Cerialis, des kaiserlichen Legaten mit proprätorischer Gewalt, unter dem Konsulat des Mamertinus und des Rufus durch die Singulares Pedites, unter der Leitung des Aurelius Argivus, Zenturio der 3. Italischen Legion."

Vom Kreuzungspunkt in der Stadtmitte von Ellingen führt der Limes-Radweg (rechts abbiegen) nach Weißenburg (4.5 km). 

Limesrundweg, Castrum Sablonetum 

Bild oben: im Hintergrund das reich verzierte Ellinger Rathaus, das in der Stadtmitte an der Kreuzung Weißenburger Straße/Schlossstraße steht. Das spätbarocke Gebäude wurde von 1744 bis 1747 vom Deutschen Orden von Franz Joseph Roth (Stuckateur und Baumeister) erbaut. 

Ellingen stellt auf der Limes-Radweg-Route gewissermaßen eine Talsohle dar. Nachdem es entlang der Schwäbischen Rezat leicht abschüssig nach Ellingen ging, steigt das Höhenniveau zur Römerstadt Weißenburg und weiter bis nach Oberhochstatt stetig an. Innerhalb des 11 km langen Streckenabschnitts sindd 236 Höhenmeter zu bewältigen. 

Weißenburg i. Bay. 

Weißenburg i.Bay. - ehemals Freie Reichs- und alte Römerstadt - liegt eingebettet zwischen den touristisch beliebten Urlaubslandschaften Fränkisches Seenland und Naturpark Altmühltal. Weißenburg gehört zum Regierungbezirk Mittelfranken) und ist mit rund 19000 Einwohnern Große Kreisstadt und Kreissitz im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Den wissbegierigen "Limes-Radler wird es freuen, denn die Altstadt prunkt mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten aus römischer und reichsstädtischer Zeit. So hat das Bayerische Limes-Informationszentrum hier seinen Sitz, wo der Besucher alles Wissenswerte zum UNESCO-Welterbe „Grenzen des Römischen Reiches“ in Bayern erfährt. Eine Vielzahl an Informationen zu den Kastellen und den am Limes stationierten Truppen vermitteln eine authentische Vorstellung darüber wie sich das Leben der Menschen an den Grenzsicherungsanlagen vor 1800 Jahren wohl gestaltete.

Gleich mehrere echte Highlights auf den Spuren der Römer gibt es in Weißenburg zu besichtigen. Hier befindet sich nicht nur das teilrekonstruierte Kastell Biriciana sondern darüber hinaus Römische Thermen und der größte römische Schatzfund Deutschlands. Das Römermuseum der Stadt beherbergt zudem das Bayerische Limes-Informationszentrum.

Kastell: Auf leichter Anhöhe im Westen der heutigen Stadt, über 3 ha groß; Besatzung war eine Reitereinheit. Umwehrung und bekannte Innenbauten durch Steinplatten gekennzeichnet. Nordtor nach wissenschaftlichen Ausgrabungen rekonstruiert.

Thermen: 220 m westlich des Steinkastells. Vollständig ausgegrabenes und restauriertes römisches Militär- und Zivilbad. Größte ausgegrabene Thermenanlage in Süddeutschland auf 65 m x 43 m Grundfläche. Die Befunde sind unter einem Schutzbau als Thermenmuseum zugänglich. Vielfältige Vermittlungsangebote im Empfangsgebäude, das sich als „Tor zum römischen Weißenburg“ versteht. Besonders beliebt ist ein 3D-Film.

RömerMuseum: Wenige Meter von den großen Thermen entfernt wurde ein Hortfund mit Bronzestatuetten bester Qualität, Paraderüstungsteilen und vielen anderen Kostbarkeiten entdeckt, der heute den Grundstock des Weißenburger RömerMuseums, eines Zweigmuseums der Archäologischen Staatssammlung München, bildet. Im Erdgeschoss dieses Gebäudes wurde das Bayerische Limes-Informationszentrum eingerichtet.

Bild: von ehemals drei Stadttoren blieb nur das mittelalterliche Ellinger Tor erhalten, das bereits zwei Briefmarken der Deutschen Bundespost zierte. Der Hauptturm stammt aus dem 14. Jh. und wurde 1510 um zwei kleinere Türme mit geschwungenen Kuppelhauben erweitert. Hier trennt sich das Déjà-vu mit dem Altmühltal-Radweg. Der Limes-Radweg führt auf der Ringstraße und Niederhofener Straße stadtauswärts weiter Richtung Kipfenberg.

Kastell Biriciana

  • Römisches Kastell Biriciana, Am Römerlager, 91781 Weißenburg i.Bay. 
  • Öffnungszeiten: Das Gelände ist ganzjährig begehbar (Eintritt frei)

Bereits im Jahre 1889 begannen systematische Ausgrabungen im Kastellbereich am Westrand des heutigen Weißenburg. Von 1890 bis 1913 wurde die steinerne Umwehrung mit vier Toren, vier Eck- und acht Zwischentürmen und ein Teil der Innengebäude freigelegt und konserviert. An der Nordfront des Kastellbereiches (befindet sich seit 01.01.1966 im Besitz der Stadt Weißenburg) fanden 1986/87 umfangreiche archäologische Ausgrabungen statt, die neue Erkenntnisse brachten und die früheren Untersuchungsergebnisse ergänzten, aber auch korrigierten. Dabei bestätigten die Grabungen eine lang gehegte Vermutung, dass an dieser Stelle ein Holzkastell als Vorgänger des Steinkastells existiert hat.

Biriciana gilt als einer der am besten erforschten Kastellorte am Obergermanisch-Raetischen Limes. Das Kastell Biriciana und die Überreste der Zivilsiedlung sind Teil des UNESCO-Welterbes „Grenzen des Römischen Reiches“ (2005). Dank des nachgebauten Kastelltors, der visualisierten Grundrisse der Innengebäude sowie der teilweise aufgemauerten Umwehrung lassen sich die Größe und Wehrhaftigkeit des ehemaligen römischen Reiterkastells in einem archäologischen Park mit etwas Phantasie ganz gut erahnen.

Das Nordtor – porta decumana

Wie die gesamte Kastellanlage wurde das in Richtung Limes gerichtete Nordtor um die Mitte des 2. Jhrd. n.Chr. in Stein gebaut. Die Wehrmauern sowie vier Toranlagen waren ursprünglich weiß verputzt und mit rotem Fugenstrich versehen, um ein regelmäßiges Quadermauerwerk vorzugauckeln. Neuesten Forschungen zufolge waren die originalen Kastelltore früher vermutlich wesentlich höher, als dies der Nachbau von 1990 suggeriert.

Für den geschichtsbewußten Limes-Radler gehört natürlich der Besuch des Kastell Biriciana (Am Römerlager), das Römermuseum und Bayerische Limes-Informationszentrum (Martin-Luther-Platz 3) sowie die Römischen Thermen (Am Römerbad 17 a) zum "Pflichtprogramm".

RömerMuseum

Es ist spannend zu erfahren wie die Soldaten am Grenzverlauf des Limes ihren Alltag verbrachten wenn – wie die meiste Zeit – Frieden herrschte. Ebenso spannend ist auch der Blick jenseits der Grenze zu den Germanen. Das RömerMuseum Weissenburg verschafft samt einzigartiger Funde interessante Einblicke in das (Alltags-) Leben der Menschen an der Nordgrenze des Imperium Romanum. Beginnend von den Anfängen im frühen 2. Jahrhundert bis zum Rückzug der Truppen Mitte des 3. Jahrhunderts nach Christus erfährt man viel Wissenswertes über den bayerischen Streckenteil am Welterbe Limes was auf manche Fragen oftmals überraschende Antworten liefert.

Nach einem germanischen Überfall (250 n. Chr.) wurde der „Weißenburger Schatz“ erst 1979 entdeckt. Nach dem Erwerb durch den Freistaat Bayern (1980) wurde das RömerMuseum als Zweigmuseum der Archäologischen Staatssammlung München gegründet und 1983 eröffnet. Seitdem kann der Weißenburger Römerschatz, bestehend aus einzigartigen Götterfiguren sowie Votivtafeln, Sakralgefäße, Alltagsgegenstände sowie Paradeausrüstungsteile hier besichtigt werden.

Limes-Informationszentrum

Im Bayerischen Limes-Informationszentrum erfährt der Besucher alles Wissenswerte zum UNESCO-Welterbe „Grenzen des Römischen Reiches“ in Bayern. Informationen zu den Kastellen und den am Limes stationierten Truppen vermitteln eine Vorstellung wie die das Leben an den Grenzsicherungsanlagen vor 1800 Jahren aussah.

Römische Thermen

  • Römische Thermen, Am Römerbad 17a, 91781 Weißenburg i.Bay.  

Nachdem 1977 bei Bauarbeiten zufällig antike Grundmauern entdeckt wurden, leitete das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege noch im selben Jahr umfangreiche Sicherheitsgrabungen ein. Im Lauf der vollständigen Gebäude-Freilegung stellte sich heraus, dass sich die Architekturreste in einem außerordentlich guten Erhaltungszustand befanden. Die Badeanlagen wurden Anfang der 1980er Jahre konserviert und restauriert sowie mit einem massiven Schutzbau versehen. Die Römischen Thermen zählen in Weißenburg zu den am besten erhaltenen und bedeutendsten Thermenanlagen in Süddeutschland. 

Die 1977 entdeckte Thermenanlage gewährt einen vielsagenden Einblick in die angenehme Lebenswelt römischer Kultur. Thermen der antiken Welt waren nicht nur Ort der luxuriösen Entspannung und Erholung sondern vor allem auch ein äußerst beliebter sozialer Treffpunkt. So kamen bei Sport und Spiel leibliche Genüsse wie Essen und Trinken wahrlich nicht zu kurz. Darüber hinaus ließen an diesem Ort vorzüglich Geschäfte erledigen bzw. Klatsch und Tratsch austauschen, weshalb sie von der gesamten Bevölkerung besucht wurden. Dabei genügten Thermen nicht allein dem Vergnügen und Zeitvertreib, sondern Bäder stellten die Sauberkeit, Hygiene und Gesundheit der Menschen sicher. 

Bild oben: Kastell Biriciana (Rekonstruktion) in Weißenburg, Fränkisches Seenland (Mittelfranken).

Streckenabschnitt Weißenburg i. Bay. - Kipfenberg (41 km)

Ab Weißenburg verläuft der Limes-Radweg in östlicher Richtung über Oberhochstatt - Raitenbuch - Eckertshofen - Hirnstetten - Pfahldorf - nach Kipfenberg. 

Zwischen Weißenburg und Burgsalach 

Nördlich von Oberhochstatt folgt ab WP 14/37 die eindrucksvollste Strecke in Bayern. Der Limes, die sog. Teufelsmauer, zieht sich als Damm schnurgerade durch die Landschaft und ist deutlich kenntlich durch eine Hecke („Pfahlhecke“). Der 24 km lange Wanderweg „Via Biriciana” zwischen Burgsalach und Weißenburg führt zum sog. Burgus, dem Kastell Biriciana und den römischen Thermen.

Burgsalach 

Römererlebnispfad mit Spielstationen für Kinder und Jugendliche sowie Informationstafeln und Modellen, die über den Limes, die Römerstraße und den sog. Burgus in der Harlach unterrichten. Am Weg konserviertes Fundament des WP 14/48 und Nachbau eines hölzernen Limesturmes. Ausgangspunkt des Weges am Sportplatz Burgsalach mit Parkplätzen und Informationspavillon. Eine kurze (5,8 km) und eine lange (12,7 km) Routenvariante sind möglich. Sog. Burgus in der Harlach: Mauerzüge des quadratischen Baus (32,6 m Seitenlänge) im Gelände konserviert und beschrieben. Der Bau verfügt über einen einzigen Eingang an der Südseite mit einem halbrunden Vorhof. Durch einen 3,5 m breiten Durchgang mit zwei Toren, deren Schwelbalkenspuren noch vorhanden sind, gelangt man in einen quadratischen Innenhof, von dem aus Zugänge zu fast allen anderen Räumen führen. Der gebogene Eingang ist ungewöhnlich für Bauten am raetischen Limes. Eine ähnliche Torrekonstrukion findet sich nur beim Kastell Theilenhofen. Als Funde zur Datierung der Anlage existieren lediglich zwei Terra-Sigillata-Scherben und ein Schüsselbruchstück aus dem 2. Jh. n. Chr.

Der geographische Begriff Barbaricum entstammt dem antiken Sprachgebrauch und wird in historischen und archäologischen Fachkreisen für das an das römische Imperium angrenzende (nach römischem Verständnis ausschließlich von „Barbaren“ bewohnte) Gebiet jenseits des Limes bzw. jenseits von Rhein und Donau angewandt. 

In der Forschung werden die Begriffe Germania (womit Germania Magna gemeint ist) und Barbaricum teils synonym benutzt, sind aber weder in ihrer zeitlichen noch in ihrer räumlichen Bedeutung deckungsgleich. Der als Barbaricum bezeichnete, außerrömische Raum wurde seit dem Beginn der Völkerwanderungszeit neben Alanen, Hunnen und slawischen Stämmen hauptsächlich von Germanen bewohnt.

Zwischen dem (germanischen) Barbaricum und dem Imperium gab es vielfältige kulturelle, soziale und wirtschaftliche Kontakte, was sich z.B. archäologisch durch zahlreiches römisches Fundmaterial im damaligen Barbaricum nachweisen lässt. Trotz der schwer überwindbaren Befestigungslinie welcher das Land in zwei „Welten“ teilte, konnten „Barbaren“ bei guter Befähigung sogar Karriere im römischen Militär machen.

Zwischen Burgsalach und Böhming

Südlich von Burgsalach bis zum WP 14/56 (Limesknick bei Petersbuch) ist der Limes über weite Strecken als schnurgerader Waldrand bis heute in der Landschaft sichtbar. Dort, wo er im Wald verläuft, ist die raetische Mauer streckenweise wieder gut als Schuttwall erkennbar. St. Egid: Reste des WP 14/54 erkennbar: St. Egid WP 14/55: Grundriss konserviert (Hinweistafel 6. St. Egid). Petersbuch, Limesabschnitt bis Hirnstetten und Pfahldorf; Schuttwall durch Lesesteine überhöht, mit Hecken bewachsen und weithin als dominierende Landmarke auf der Jurahochfläche zu erkennen.

Erkertshofen 

Östlich des Ortes Limesverlauf gut erkennbar. Am östlichen Ortsausgang steht (100 m östlich von WP 14/63) der einzige vollständige Nachbau eines Steinturmes am Limes in Bayern. WP 14/64 und 14/65 Holzturmhügel und restaurierte Grundmauern. Östlich von Hegelohe liegt WP 14/68 auf einer leichten Anhöhe in einem kleinen Magerrasenbiotop, die Reste dieser Turmstelle sind gut sichtbar. Wie des Öfteren wird auch hier die ältere Holzturmruine von der steinernen Limesmauer durchschnitten. Reste der Limesmauer ziehen sich über 1 km durch offenes Wiesengelände, sind als Feldrain mit Heckenbewuchs kenntlich. Unmittelbar südlich von WP 14/66 liegt das Kleinkastell „Biebig”, eines der am besten erhaltenen Bodendenkmäler am bayerischen Limesabschnitt, das durch den ca. 3 km langen Limes-Lehrpfad zwischen Erkertshofen und Hegelohe erschlossen wird.

Gefährliche Schotterabfahrt: auf 4 km Länge sinkt vom Buchenwald Kipfenberg hinab ins Altmühltal das Höhenlevel um 170 Meter. Nach dem Römischen Turm folgt bis kurz vor der Einmündung in die Pfahldorfer Straße am Ortsrand von Kipfenberg ein Steilgefälle von mehr als 20%, dessen loser Untergrund versierte Fahrtechnik verlangt (ansonsten absteigen und das Rad hinab schieben). 

Römische Wachposten waren auf dem Pfahlbuck postiert, die direkten Sichtkontakt zum Kastell Böhming hatten. Mittels akustischer Signale, Rauch- oder Feuerzeichen konnten die Soldaten die Besatzung des Kastells alarmieren, die versuchten den Eindringlingen habhaft zu werden.

Der Tourismusverein Kipfenberg errichtete am Originalstandort die Rekonstruktion einer Holzpalisade.

Kipfenberg 

Die Marktgemeinde macht mit seinem Limesfest (2018 wurde 50-jähriges Jubiläum gefeiert) und historischen Darbietungen alljährlich im August auf seine Lage am römischen Limes aufmerksam. Das UNESCO Weltkulturerbe Obergermanisch-Raetischer Limes verläuft in dieser Region auf einer Strecke von ca. 11 Kilometern durch die Ortsteile Hirnstetten, Pfahldorf, Böhming und Kipfenberg, das zudem an der Deutschen Limesstraße, der Via Raetica (Nordroute kommend von Donauwörth) und dem Altmühltal-Radweg liegt.

Westlich des Ortes Weg auf dem Limes. Konservierte Grundmauern von WP 14/77. Ab hier bis zur Spitze des Bergsporns zwischen Altmühl und Kälbertal besonders eindrucksvolles und vorzüglich erhaltenes Limesstück, das hier als mächtiger Damm verläuft. In der Nähe von WP 14/78 wurde ein hölzerner Wachtturm als Aussichtsturm rekonstruiert.

Unmittelbar neben der Altmühlbrücke stehen neben der Pfahldorfer Straße sieben drei Meter hohe Stelen aus Jurakalkstein, die die römische Präsenz im antiken Germanien wiederaufleben lässt. Einerseits prägt der Limes - der die Grenze des einstigen römischen Imperiums markiert - das Landschaftsbild in der Region, andererseits ist auch der erhebliche Einfluss der lateinischen Sprache im Deutschen deutlich erkennbar. Diesen Einfluss thematisiert das Kunstwerk „No Limit“ von Rupert Fieger aus Eichstätt, womit das Kunstwerk das römische Erbe in Landschaft, Sprache und Kultur über die Grenzen von Zeit und Ort hinweg verdeutlicht. Historische Bezüge zur römischen Antike ergeben sich durch Ort sowie Existenz des Lateinischen in unserer Sprache. So sieht man auf den Steinflächen Wortfelder mit lateinischen Begriffen und Sprichwörtern (z. B. aus der Botanik, Kirche, Medizin oder Architektur) als Gravuren und fragmentarische Reliefs.

I

Eichstätt (abseits der Route)

 In Kipfenberg quert der Altmühltal-Radweg schräg versetzt die Pfahldorfer Straße von wo man nach Böhming bzw. nach Eichstätt kommt.

Eichstätt liegt südlich der Limes-Radwegroute. Die Kreisstadt wird vom Altmühltal-Radweg durchquert.

Die Große Kreisstadt mit rund 13.340 Einwohnern liegt in Oberbayern und ist Sitz des gleichnamigen Landkreises sowie der Verwaltung des Naturparks Altmühltal. Außerdem ist sie Bischofssitz des Bistums Eichstätt und Hauptsitz der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.

Eichstätt ist für Radtouristen wie für Rennradfahrer ein beliebter Anlaufpunkt. 

Pfünz (abseits der Route)

Die Ortschaft Pfünz liegt südlich der Limes-Radwegroute direkt am Altmühltal-Radweg. Das Museum für Ur- und Frühgeschichte auf der Willibaldsburg bietet in seiner großen römischen Abteilung vor allem Funde aus den Römerkastellen Pfünz und Böhming sowie der Zivilsiedlung Nassenfels. Neu ist ein detailgetreues Modell des Römerkastells Pfünz, das ebenfalls im Museum ausgestellt ist. Von Eichstätt aus ist ein Abstecher nach Möckenlohe (ca. 9 km) möglich zu einem vollständig rekonstruierten Hauptgebäude eines römischen Gutshofes (villa rustica), in dem sich ein Museum mit Originalfunden und mit Informationen über die römische Landwirtschaft befindet; angeschlossen ist ein römischer Haustierpark.

Reizvolle Topographie, das Kastell auf dem Kirchberg überragt das heutige Dorf. Das Nordtor, ein Eckturm und die dazwischenliegende Wehrmauer sind völlig rekonstruiert. Auch Grundmauern von West- und Südtor sind nach Ausgrabungen konserviert; das Südtor wird durch eine Baumgruppe gekennzeichnet. Einmalig gut ist ist die in den Jurafels eingetiefte römische Wall-Graben-Anlage der Umwehrung erhalten. Rundwanderweg um das Kastell mit Schautafeln.

Böhming (2 km abseits der Route)

Bevor man über die Brücke nach Kipfenberg fährt, kreuzt auf der Pfahlstraße der Altmühltal-Radweg (rechts nach Böhming abzweigen).  

Eine Kirche in der Altmühlniederung westlich des Ortes liegt innerhalb des Lagers. Kastellumwehrung auf allen Seiten als deutlicher Wall erkennbar. Das Kastell liegt 800 m vom Limes entfernt.

Streckenabschnitt Kipfenberg - Altmannstein - Eining (40 km)

Vom Ortskern Kipfenberg hinauf zur Burg steht eine kurze aber knackige 12 % Steigung an, die sich bis zum Ort Gelbelsee allmählich abflacht (160 hm). Der schweißtreibende Anstieg bringt den Vorteil mit sich, dass der exponierte Streckenverlauf schöne Ausblicke auf Kipfenberg erlaubt.

Auch wenn die Steigung kurzzeitig ihren Schweißtribut abverlangt, so entschädigen mehrere Aussichtspunkte über die wunderschön gelegene Marktgemeinde Kipfenberg im Altmühltal für die Strapazen.

Nach dem steilsten Abschnitt der knackigen Bergfahrt kommt der vom Wald umsäumte Biergarten beim Römer- und Bajuwarenmuseum auf der Burg Kipfenberg zur entspannten Pause gerade recht. Die Weiterfahrt nach Gelbelsee weist nur noch eine moderate Steigung auf.

Das Römer und Bajuwarenmuseum Burg Kipfenberg ist ein archäologisches, volkskundliches und heimatkundliches Museum des Marktes Kipfenberg im oberbayerischen Landkreis Eichstätt. Der Schwerpunkt des Museums liegt auf der Darstellung der Römerzeit in der Provinz Raetia, Aufbau und Fall des Limes, der Völkerwanderungszeit und der Zeit der ersten Bajuwaren in der Region Altmühltal. Das Museum wurde 1999 vom Verein der Freunde und Förderer des Römer und Bajuwaren Museums Burg Kipfenberg e. V. gegründet und bis 2017 betrieben (Partnermuseum der Archäologischen Staatssammlung in München). Seit 2018 betreibt die Marktgemeinde Kipfenberg in alleiniger personeller und organisatorischer Verantwortung das Museum. 2006 wurde zs. der regionale Infopoint Limes untergebracht. Anlass für den Aufbau des Museums war in der Nähe die Entdeckung eines aufsehenerregenden germanischen Kriegergrabes mit einer reichhaltigen Beigabenausstattung im Jahr 1990.

Besucher sind herzlich eingeladen, das kulturelle Erbe und seinen Einfluss im Römer- und Bajuwarenmuseum neugierig zu inspizieren. Das Museum auf der Burg Kipfenberg mit Infopoint Limes zeigt die Römer in der Provinz Raetien, Aufbau und Fall des Limes und das Grab eines reichen Germanen, der im spätrömischen Heer als Soldat gedient hatte. Besondere Attraktion: Wer sich einmal als richtiger Römer fühlen will, für den bietet das Römer- und Bajuwarenmuseum Burg Kipfenberg die einzigartige Chance, mit Freunden oder der Familie in die Rolle eines Römers zu schlüpfen. Dazu gehört z.B. im Legionärszelt schlafen, Schmackhaftes am Lagerfeuer zubereiten, Patrouillengänge am Limes unternehmen, historisches Handwerk ausprobieren und vieles andere mehr.  

Östlich vom Ort gelegen ist auch heute noch die Limesmauer als deutlicher Schuttwall zu erkennen. Der 18 km lange Limesrundweg führt zum nachgebauten Wachtturm, am Limes entlang und zu den Kunstwerken „No limit” und „Römer”. 

Der Markt Kipfenberg ist laut Landesvermesssungsamt in unmittelbarer Nähe der Burg geographischer Mittelpunkt von Bayern. Das war natürlich nicht immer so, denn zur Römerzeit verlief hier die Grenze zwischen den "zivilisierten" Welt zum "wilden" Land.

Römergedenksäule Denkendorf

Auf ausdrücklichen Wunsch von König Max II. Joseph begann 1852 der bayerische Staat, Gedenktafeln und Gedenksteine an geschichtlich bemerkenswerten Stätten im Königreich Bayern aufzustellen und dabei die Art ihrer Ausführung verbindlich vorzuschreiben. Innerhalb von nur zwei Jahren waren in Bayern bereits 120 Gedenktafeln und Gedenksteine aufgestellt, darunter drei am Limes. 

An der sogenannten „Teufelsmauer“, wie der Limes im Volksmund einst genannt wurde, wurden Standorte bevorzugt die der Publikumswirksamkeit wegen den Limes dort kennzeichnen, wo sich verkehrsreiche Straßen kreuzten. Die Gedenksteine sind in der Regel Vierkantstelen mit quadratischem Grundriss von 53 Zentimetern Seitenlänge auf dreifach zurückspringenden quadratischen Sockeln mit rund 180, 120 und 65 Zentimetern Seitenlänge und mehr als zwei Meter Gesamthöhe. 

Der Limesstein Denkendorf („Maxlstein“) steht am Mühlwegäcker am Ortsrand von Denkendorf. Der neuzeitliche Gedenkstein erinnert an die Tradition von Max II. Joseph, derartige Steine entlang des Limes aufstellen zu lassen. Er ist eine denkmalgeschützte, neuzeitliche Replik einer der fünf ausgeführten und erhalten gebliebenen Limes-Gedenksteinen aus dem Jahr 1861 und markiert den Verlauf der römischen Grenzmauer im Gemeindegebiet. Wer aufmerksam die Umgebung betrachtet entdeckt noch vereinzelte Spuren als Feldweg, Hecke oder flacher Schuttwall. Im Gemeindewappen ist der Gedenkstein stilisiert dargestellt.

Vierseitige Inschriften:

Der Pfahlrain, limes Danubianus, Vallum Hadriani auch Probi, später die Teufelsmauer genannt, unter Kaiser Hadrianus angelegt und unter Kaiser Probus noch mehr befestigt

Dieser Gedenkstein wurde errichtet unter König Max II. im Jahre 1861

Gedenkstein: Landmarkung zwischen dem einstigen Reiche der Römer und Germanen. Anfang am sog. Haderfleck zwischen Hienheim und Weltenburg. 

Westliche Hauptrichtung durch Bayern und Würtenberg bis zu Rems und Lorch. Sodan nordwestlich an den Main und Rain

Der Pfahlrain zieht von der Donau über Altmannstein, die Landshuter = Beilngrieser Staatsstraße bei Sandersdorf überschreiend über Zandt hier vorüber nach Kiepfenberg

Im heutigen Gewerbegebiet läßt sich vom Limes nur seine Richtung am Verlauf der Straße erahnen. Erst im nah gelegenen Wäldchen südöstlich von Denkendorf sind Spuren des Limes als Steinwall bzw. in 300 Meter Entfernung mit der Turmstelle noch sichtbar.

Bild oben: schmucker Ortskern Altmannstein

Östlich der Straße Altmannstein-Mendorf: Schuttwall der Mauer sehr gut erhalten; streckenweise noch Mauerschalen erkennbar. Reste des WP 15/31. Hienheimer Forst: Reste mehrerer WP und Teile des Schuttwalls der Limesmauer erhalten. WP 15/42: Ruine des Steinturmes und Ringgraben des Holzturms erkennbar.

An der Straße Hienheim - Kelheim 

Moderne Interpretation eines hölzernen Limeswachtturms mit umfangreichen Informationen zum Limes. Von dort aus gute Sicht bis weit ins Donautal und nach Eining. Östlich der Straße sog. Hadriansäule, 1861 unter König Max II. von Bayern am Limes unweit der Donau errichtet. Der Schuttwall der Limesmauer ist hier sehr gut erhalten.

Pförring 

Etwa 1 km nördlich des Ortes liegt das Kastell Pförring, das antike Celeusum. Der römische Name leitet sich vom naheliegenden Kelsbach ab. Unter Kaiser Trajan (117– 138 n. Chr.) ist dort ein Holz-Erde-Kastell errichtet worden, das 141 n. Chr. in Stein ausgebaut wurde. Hiervon zeugt die Bauinschrift, die bis heute erhalten ist und auf dem Marktplatz in Pförring besichtigt werden kann. Das Kastell war Standort einer Reitereinheit und diente der Sicherung des Limes und des Donauüberganges. Das Steinkastell mit einer Grundfläche von 3,9 ha hatte einen nahezu quadratischen Grundriss (194 x 201 m). Es verfügte über Ecktürme und vier Tore, die mit von zwei Türmen flankierten Doppeldurchfahrten ausgestattet waren. Eines der Tore wurde als begehbare Stahlkonstruktion visualisiert. Um das gesamte Kastellgelände führt ein Rundweg.

Kurz bevor man in Hienheim auf die Donau trifft empfiehlt sich ein kurzer Abstecher zu einem wiederaufgebauten Limesturm, der nach einem Brand 2013 neu aufgebaut wurde. Der Limeswachtturm - errichtet in Stahlskelettbauweise mit Holzverkleidung und modernen "Zeitfenstern" - befindet sich in der Nähe des nachgewiesenen Wachtpostens 15/46 rund 2 km nördlich von Hienheim (abseits der Limes-Radwegroute).  Schautafeln vermitteln Informationen zur Zeit der Römer und erläutern die Situation an römischen Wachttürmen. Südlich des Turmnachbaus ist ein Limeswall (Höhe ca. 40 - 50 cm) erkennbar, der knapp 150 m weiter östlich auf die verbliebenen indirekten Spuren des dortigen römischen Holzturms trifft.

In Hienheim (Landkreis Kelheim) wird auf der Donau mit der Gierseilfähre nach Eining übergesetzt. 

 Falls die Fähre außer Betrieb ist (Hochwasser, Sturm, außerhalb der Betriebszeiten): von der Anlegestelle Hienheim verläuft ein Feldweg entlang des Donauufers flussaufwärts zur Donaubrücke Neustadt (rund 5 km). Dort besteht Anschluss an den Donau-Radweg, der flussabwärts nach Neustadt bzw. via Bad-Gögging nach Weltenburg führt. Außerdem besteht auch eine Straßenverbindung auf der Kreisstraße von Hienheim (Kelheimer Straße) über Irnsing zur Donaubrücke. Die Alternativen sind natürlich ebenso in entgegengesetzter Fahrtrichtung nutzbar, wenn in Eining der Fährbetrieb eingestellt ist.

Eining

An der Fähranlegestelle Eining befindet ein großer Biergarten, der an Schönwetter-Wochenenden von vielen Ausflugsgästen aus allen Himmelsrichtungen angesteuert wird.  Römerkastell Abusina

Die Lage des Auxiliarskastell Abusina aus der mittleren Kaiserzeit und der Spätantike (1.-5. Jh. n. Chr.) war am Zusammenfluss der Abens und Donau klug gewählt, zumal der Trockene Limes in Eining in den Nassen Limes (Donaulimes) nahtlos überging. Die Rekonstruktionen vermitteln nur ansatzweise einen Eindruck über die einst umfangreiche Grenzsicherungsanlage.

Die Anlage bietet mit seinen schattigen Plätzen im Grünen einen idealen Ort für eine entspannende Radlerpause.

Schaubilder informieren über das  Römerkastell Abusina, das um 80 n. Chr. zunächst als Holzkonstruktion errichtet und später um 150 n. Chr. in Steinbauweise erneuert wurde. Zwar wurde das Kastell 180 n. Chr. erstmals von den Markomanen überrant, erlebte aber in der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts seine Glanzzeit. Das Kastell Eining (KM 768) markiert geographisch den Schnittpunkt des Raetischen Limes und des Donau-Limes. 

Kastell Abusina

Das Kastell Abusina befindet sich knapp 4 km südlich des Limesendes am Südrand der Ortschaft Eining. In römischer Zeit befand sich hier ein wichtiger Straßenknotenpunkt. Eining ist das am vollständigsten konservierte Kastell auf bayerischem Gebiet. Die sichtbaren Mauerzüge gehören verschiedenen Bauphasen dieses sehr lange genutzten Platzes an. Die Eininger Kastellanlage wurde offenbar mit Räumung des Limes im 3. nachchristlichen Jahrhundert nicht aufgelassen, sondern Teil des spätantiken Limes, der bis in das 5. Jh. hinein durch die Donau gebildet wurde. In dieser Zeit erfolgte eine Reduktion des Kastells. Die Soldaten verschanzten sich in der Südwestecke und die Zivilbevölkerung zog sich hinter die alten Kastellmauern zurück.

Zahlreiche neue Einrichtungen vermitteln dem Besucher ausgehend von einem Informationspavillon die Geschichte des Platzes. Sogenannte „Zeitfenster“, begehbare Stahlrahmen mit Texten und Rekonstruktionszeichnungen, setzen mit akustischer Untermalung bestimmte Teile des Kastells in Szene. Von Eining war keine Sichtverbindung mit dem Limesende jenseits der Donau auf direkte Art möglich, sie erfolgte über einen Wachtposten auf dem 2 km nordöstlich gelegenen Weinberg (Reste von Mannschaftsbaracken und eines kleinen Tempels sind heute noch als Schuttwälle am Waldrand erkennbar). Nördlich des heutigen Ortes bestand Im späteren 2. Jh. zur Zeit der Markomannenkriege ein 11 ha großes Truppenlager, dessen Westfront bis an die Donau reichte. Der Nordgraben dieser Anlage ist östlich der Kreisstraße, die das Lager durchquert, sehr gut erhalten und in einem Ödlandstreifen als tiefe Mulde sichtbar. Textquelle: Deutsche Limes-Straße e.V.


 Museen entlang des Raetischen Limes in Bayern (Orte in alphabetischer Reihenfolge)

Museum für Ur- und Frühgeschichte

Burgstraße 19

85072 Eichstätt

Tel.: 08421/89450

Fax.: 08421/80926

webmaster@histver.de

www.histver.de/museum/

Archäologisches Museum Gunzenhausen

Brunnenstraße 1

91710 Gunzenhausen

Tel.: 09831/508306

Fax.: 09831/508567

stadt@gunzenhausen.de

www.archaeologisches-museum.gunzenhausen.de

Stadtmuseum Ingolstadt

Auf der Schanz 45

85049 Ingolstadt

Tel.: 0841/3051885

Fax.: 0841/3051888

stadtmuseum@ingolstadt.de

www.ingolstadt.de/Kultur_Freizeit/Museen_Ausstellungen/Stadtmuseum/

Römer und Bajuwaren Museum

Burg Kipfenberg

85110 Kipfenberg

Tel.: 08465/905707

Fax.: 08465/905708

bajuwarenmuseum@altmuehlnet.de

www.bajuwaren-kipfenberg.de

Bayerisches Limes-Informationszentrum

Martin-Luther-Platz 3 — 5

91781 Weißenburg i. Bay.

Tel.: 09141/907189

Fax.: 09141/907121

limesinfozentrum@weissenburg.de

www.museen-weissenburg.de

RömerMuseum Weißenburg

Martin-Luther-Platz 3 — 5

91781 Weißenburg i. Bay.

Tel.: 09141/907189

Fax.: 09141/907121

museum@weissenburg.de

www.museen-weissenburg.de

LIMESEUM und Römerpark Ruffenhofen

Römerpark Ruffenhofen 1

91749 Wittelshofen

Tel.: 09854/9799242

Fax.: 09854/9799244

info@roemerpark-ruffenhofen.de

www.limeseum.de