Streckencharakteristik

Ausgangspunkt des Regental-Radweg ist die Welterbestadt Regensburg (335 m.ü.M.). Zunächst in nördlicher Richtung verlaufend streift die Route das Oberpfälzer Seenland, bevor der Richtungsschwenk nach Osten ab Nittenau die ersten Ausläufer des Vorderen Bayerischen Waldes näherrücken. 

Der 171 km lange Regental-Radweg durchquert weitestgehend steigungsarm den Bayerischen Wald. Der Radweg verbindet die Welterbestadt Regensburg mit dem Grenzort Bayerisch-Eisenstein, wo Anschluss an grenzüberschreitende Routen in den Böhmischen Wald (CZ) besteht. Die Streckenführung entspricht der, typischer Flussradwanderwege mit langen Flachetappen und gelegentlichen Anstiegen sobald das Flußtal verlassen wird. Bis auf zwei Ausnahmen bei Roding sowie zwischen Viechtach und der Kreisstadt Regen ist das Streckenprofil familienfreundlich. Je weiter man nach Osten radelt, desto näher rücken die Bergausläufer heran. Alles in allem zeigt sich die Naturlandschaft von seiner schönsten Seite. 

Flussradtouren haben einen entscheidenden Vorteil: es liegt in der Natur des fließenden Wassers, dass es sanft bergab fließt. Dies macht eine Radtour grundsätzlich zu einer entspannenden Angelegenheit. Außerdem waren Flüsse einst für Menschen schon immer Grund genug sich niederzulassen, weshalb historische Orte, Burgen, Schlösser und Klöster zahlreich das Regenufer säumen. In Sachen Höhenmeter spielt die Fahrtrichtung zumindest bis Viechtach (358 m.ü.M.) keine Rolle, denn flussaufwärts  liegt das Höhenlevel der Stadt nur unmerkliche 20 hm über dem von Regensburg. 

Vom Startpunkt bis ins 111 km entfernte Viechtach wird die Flachetappe nur durch den Anstieg zur Wallfahrtskirche Heilbrünnl (KM 56) bzw. gelegentlichen Wellen unterbrochen. Im anspruchsvollen Streckenabschnitt zwischen Viechtach (KM 111) und der Kreisstadt Regen (KM 140) sind 680 hm zu überwinden.

Eckdaten

  • Streckenverlauf: Regensburg–Roding-Cham-Viechtach-Regen-Zwiesel-Bayerisch-Eisenstein 
  • Streckenlänge / Höhnemeter: 171 km / 1 510 hm
  • Höchster Streckenpunkt: Bayerisch-Eisenstein 730 m.ü.M.
  • Tiefster Streckenpunkt: Regensburg 335 m.ü.M.
  • Unasphaltierter Streckenanteil: ca. 20 % 
  • Ausgenommen zwischen Viechtach und Regen weitestgehend familiengeeignet
  • Rennradtauglich: Regensburg-Nittenau, 37 km; Roding - Kreuzbach, 36 km

Ausgangspunkt Regensburg 

Die 2000 jährige Regensburger Altstadt - Unesco Weltkulturerbe - mit ihren malerischen engen Gassen, historischen Baudenkmälern, Bürgerhäusern, Straßencafes und mondänen Plätzen ist Ausgangspunkt des Regental-Radwegs. Die urbane „Hektik“ der Großstadt steht im krassen Gegensatz zur stillen, ursprünglichen Landschaft mit all ihren Naturschönheiten und Kulturdenkmälern, die den Tourenradler auf seiner 171 km langen Radreise erwartet. Beste Möglichkeit, sich am Startort vergnügt entspannt einzustimmen, um sich mit Elan und Vorfreude auf den historischen Handelsweg per Pedes aufzumachen. 

 

Der Startpunkt des Regental-Radweg befindet sich im Stadtteil Reinhausen direkt neben der Reinhauser Brücke (gegenüber der Gaststätte Auerbräu) wo der Regen nur wenige hundert Meter entfernt in die Donau mündet. Entfernungsangaben beziehen sich auf diesen Startpunkt. 

Literaturtipp:

Radwanderführer (10 Fernradwege im Bayerischen Wald): 

Radlspass Bayerischer Wald – Radeln auf dem Grünen Dach Europas

Galli – Verlag, ISBN: 3-931944-74-3

Regensburg – Pilzen – Prag. 

Erhältlich bei den örtlichen Tourismusbüros 

Grenzüberschreitender Radwanderführer

Radwanderführer Regensburg - Pilzen 

Regental-Radweg

Naturidylle

Der Regental-Radweg führt den Tourenradler von der historischen Reichsstadt Regensburg auf ausgedehnten Flussauen ins beschauliche Regental, durch grandiose Mittelgebirgslandschaft des „Grünen Dach Europas“ bis in die Grenzlandregion nach Bayerisch – Eisenstein. Ein Wechselspiel weitläufiger Flussauen, idyllischer Taleinschnitte, Waldpassagen, sanft gewellter Hügellandschaft, bergiger Mittelgebirgslandschaft mit sagenhaften Bergpanoramen, Stauseen wildromantische Flusslandschaften und Naturschutzgebiete.

Reizvolle Passagen 

  • Heilinghausen KM 21.4 – Stefling KM 30.0 (Regental umsäumt v. bewaldeten Hügelketten
  • Nittenau KM 36 – Walderbach KM 46 (Regentalauen, Biotop-Fischerlehrpfad)
  • Kirchenrohrbach KM 49 – Roding KM 60
  • Laichstätt KM 69 – Michelsdorf KM 72 (Naturschutzgebiet)
  • Blaibacher See, KM 98
  • Satzdorf KM 81 – Viechtach KM 111 (waldreiche Naturlandschaft, ehemalige Bahntrasse)
  • Patersdorf KM 124 – Metten KM 136 (Bergpanoramen)
  • Regen / Stausee KM 141 – Schweinhütt KM 145 (hügelig)
  • Ludwigsthal (KM 158) – Bayerisch-Eisenstein

 

 Der Bayerische Wald

Der Bayerische Waldverfügt im größten zusammenhängenden Waldgebirge Mitteleuropas nicht nur bergiges Terrain wie viele glauben mögen. Das Mittelgebirge wird von etlichen Flusstälern durchzogen, die weitläufige Hochebenen, sanft geschwungene Hügellandschaften und Bergregionen mäandernd durchschneiden. Mit seiner landschaftlichen Schönheit, dem reichhaltigen kulturellen Erbe und seinen gastfreundlichen, traditionsbewussten Menschen sind entspannte Radtouren zweifelsohne ein verheißungsvolles Erlebnis. Hinzu kommt, dass der Bayerische Wald nachweislich die reinste Luft Deutschlands aufweist, wovon insbesondere Radfahrer mit ihrem erhöhten Sauerstoffbedarf in erheblichem Maß profitieren.

Die Radroute setzt sich aus asphaltierten Radwegen, verkehrsarmen Nebenstraßen und unbefestigten Wald-, Feld- und Uferwegen zusammen. Zur Befahrung eignen sich Trekking- Touren- E- Cross- und Mountainbikes. Begleitet von wildromantischer Flusslandschaft, bewaldeten Berghängen, geheimnisumwitterten Burgruinen und sagenumwobenen Schlössern begibt man sich auf eine abwechslungsreiche Entdeckungstour die zahlreiche Möglichkeit bietet, Land und Leute, Kultur, Brauchtum und die regionaltypische Küche kennen zu lernen. 

 

Hochwasser-Nachrichtendienst Bayern

Das bayerische Landesamt für Wasserwirtschaft informiert über tagesaktuelle Pegelstände sowie Hochwasser-Meldestufen für 40 bayerische Flüsse (5000 Flusskilometer). Hochwasser-Nachrichtendienst Bayern 

Kumulierte Streckenabschnitte 

Regensburg - Nittenau 37 km / 70 hm

  • Nittenau - Cham 37 km / 200 hm ∑ 74 km / 270 hm
  • Cham - Viechtach 37 km / 200 hm111 km / 470 hm
  • Viechtach - Regen 30 km / 680 hm ∑ 141 km /1 150 hm
  • Regen - Bayerisch Eisenstein 29 km / 360 hm ∑ 170 km /1 510 hm

Steigungsschwerpunkte

  • Heilbrünnl, KM 55,6,  114 hm;  1,5 km Länge,  bis 15% (davon 500 m Länge steil)
  • Patersdorf-Regentalsenke 468 m.ü.M., 4 km Anstieg nach Kraikenried/Altenkreuth (700 m.ü.M.; bis 13% Steigung, ca. 230 hm

 Höhenmeteraufzeichnung

Höhenaufzeichnungen repräsentieren allenfalls eine angenäherte „Wahrheit“. Je nachdem ob GPS-oder barometer-basierend bzw. der Mittelwert von beiden aufgezeichnet wird, ergeben sich u.U. erhebliche Aufzeichnungsunterschiede. Zudem spielt die jeweilige Geräte-Konfiguration (Anzahl der Way-Points, Genauigkeitsabweichung, Gerätemodell usw.) sowie Luftdruckschwankungen (während der Fahrt) eine wichtige Rolle. Je höher die Way-Point-Aufzeichnungsrate und je stärker der barometrische Luftdruck schwankt desto größer die Ungenauigkeit.

Biergartenkultur - Ort Bayerischen Frohsinns

Nach dem Selbstverständnis von Genussradlern ist „der Weg das Ziel“. Um die Natur in gebotenem Maß genießen zu können und der Erlebnis-, wie Erholungsfaktor nicht zu kurz kommen sind drei Tagesetappen empfehlenswert. Schließlich gehören Erholungspausen, die Einkehr in traditionsreiche Biergärten - wo der (ur-) bayerische Frohsinn zelebriert wird zum elementaren Bestandteil einer ausgewogenen Radtour. Rasten, Verweilen, Beobachten und Genießen bereichert Radtouren ungemein. Leberkas, Schweinsbraten und frisch gezapftes Bier oder Radler lassen sich kaum besser genießen als in Biergärten. Es gibt nur wenige Orte, an denen bayerische Lebensfreude und Traditionsbewusstsein einerseits, und Biergartenkultur mit touristischem Flair andererseits in harmonischem Einklang vorzufinden sind. 2012 wurde in weiten Teilen Bayerns immerhin das 200. Jubiläum der Biergartenverordnung gefeiert. Biergärten gelten als Markenzeichen bayerischer Gemütlichkeit, Toleranz und Ungezwungenheit wo Menschen von Jung bis Alt aus allen Gesellschaftsschichten jedweder Coleur sich weltoffen begegnen. Die Regental-Radweg-Tour bietet jedenfalls reichlich Gelegenheit in den Genuss der oberpfälzischen und niederbayerischen Biergartenkultur zu kommen. 

 Flusskunde

Fünf Namen - ein Fluss. Der Große Regen (?ezná) entspringt am Osthang des Panzer (1214 m.ü.M.) im Böhmerwald und fließt über Železná Ruda in Bayerisch Eisenstein auf deutsches Staatsgebiet. 

Die Quelle des Kleinen Regen (Malá ?ezná) liegt dagegen am Fuße des Großen Rachel nur 1 km jenseits der Bayerischen Grenze entfernt in Tschechien. Der Kleine Regen fließt durch die Trinkwassertalsperre Frauenau und mündet in Zwiesel in den Großen Regen. Von dort ab trägt der Fluss den Namen Schwarzer Regen. Er durchfließt westlich von Viechtach den Höllensteinsee und anschließend den Blaibacher See.

Der Weiße Regen entspringt dem Kleinen Arbersee (918 m.ü.M.) als „Seebach“ und fließt über Lohberg, Lam, Arrach bis nach Pulling, wo er unweit des Kraftwerks in den Schwarzen Regen mündet. Ab der Verschmelzung beider Flüsse trägt der Fluss bis zur Mündung in die Donau in Regensburg den Namen Regen.

Die Germanen nannten den Fluss Regana, den die Römer leicht abgewandelt als Reganum und Reganus bezeichneten. Im 11. Jahrhundert trug der Fluss den Namen Regin. Orte wie z. B. Regensburg, Regen, Regenstauf, Regenhütte und Weissenregen sind nach dem Fluss benannt.

Der Routenverlauf führt durch die ostbayerischen Landkreise Regensburg, Schwandorf, Cham und Regen und tangiert die Städte Regensburg, Nittenau, Roding, Cham, Viechtach, Regen, Zwiesel. Die gesamte Strecke ist in beiden Fahrtrichtungen lückenlos beschildert.

Start-/ Zielort Regensburg

Regensburg - einst blühende europäische Handelsmetropole und politisches Zentrum des Heiligen Römischen Reiches - zieht heute scharenweise Touristen aus aller Welt in den Bann. Die Altstadt - deren Fußgängerzonen für den Radverkehr weitestgehend geöffnet sind - ist geprägt von geschichtsträchtiger Architektur. Die Stadt strotzt nur von prachtvollen Sakralbauten, herrschaftlichen Patrizierhäusern, wuchtigen Geschlechtertürmen. Dazu die monumentalen Wahrzeichen - der gotische Dom St. Peter und die Steinerne Brücke. Dank fast 1 000 Einzeldenkmäler bekam die am besten erhaltene mittelalterliche Großstadt Deutschlands 2006 den UNESCO-Welterbetitel verliehen. Museen, Theater, Cafes, Kneipen, Lokale, Biergärten, Parkanlagen und (Schloss-) Festspiele laden zum Besuch und Flanieren ein. 

Abgesehen davon liegt die 2000 Jahre alte Donaustadt eingebettet in einer bezaubernden Naturlandschaft, weswegen das beliebte Städteziel auch unter Aktivurlaubern sehr beliebt ist. Vor allem Radtouristen haben ihre helle Freude, weil Fluss- Bahntrassen- und Themen- Radwege entweder in der radfreundlichen Stadt ihren Ausgang nehmen und in die Ferienregion Regensburg Land hinaus führen. Nicht ohne Grund finden jedes Jahr populäre Radsport- MTB- und Triathlon- Events statt was zeigt, welch vollwertiges Trainingsrevier hier im Verborgenen schlummert.

Regensburg ist einer der ältesten Städte Deutschlands und war bayerische Hauptstadt des frühen Mittelalters. Die Stadt (335 m.ü.M.) liegt am nördlichsten Punkt der Donau und an den Mündungen der linken Zuflüsse von Naab und Regen.