• Markt Obernzell - staatlich anerkannter Erholungsort
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  • Donau - Anbindung an den Donau-Radweg Richtung Wien / Regensburg
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  • Ehemalige Bahntrasse nahe Untergriesbach
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  • Naturidyll Rannasee
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  • Staumauer Rannasee
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  • Markt Wegscheid - staatlich anerkannter Erholungsort
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  • Verkehrsarme Nebenstraßen durch intakte Naturlandschaft - ein Eldorado für Radfahrer
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  • Dünn besiedelte Landstriche laden geradewegs zum Genussradeln ein
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  • Breitenberg - Schnittstelle der Landkreise Freyung-Grafenau und Passau
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  • Die kupierte Topographie des Bayerischen Waldes beschert ein ständiges Auf und Ab
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  • Herrliche Aussichten verlocken zum Innehalten
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  • Pfarrkirche Maria Unbefleckte Empfängnis - Jandelsbrunn
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  • Obernzell
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  • Naherholungsgebiet Rannasee - einladend für energetische Pausen
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  • Jandelsbrunn: Gabelung von Adalbert-Stifter-Radweg / Donau-Moldau-Radweg
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  • Staatlich anerkannter Erholungsort Neureichenau
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  • Gemeinde Haidmühle im Dreiländereck
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  • Nove Udoli (CZ) - Start/Zielpunkt Donau-Moldau-Radweg - Gabelung Nationalpark- und Dreiländer-Radweg
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Streckenabschnitt II Jandelsbrunn - Obernzell

Da die nivellierte Bahntrasse zwischen Frauenberg und Jandelsbrunn fast durchgängig ein leichtes Gefälle aufweist (13 km/240 Tiefenmeter) gerät natürlich schnell in Vergessenheit, dass man sich entgegen des entspannten Fahrgefühls ohne größeren Kraftaufwand dennoch im Mittelgebirge des Südlichen Bayerischen Waldes befindet. Das lockere Dahingleiten ändert sich jedoch nach Abzweigung von der Bahntrasse in Jandelsbrunn abrupt, was der Anstieg der Bahnhofstraße durch steigenden Pedaldruck sofort quittiert. Von jetzt ab schwingt der hügelige Streckencharakter auf dem »Donau-Moldau-Radweg« zackig den Taktstock, d.h. man hat sich bis nach Untergriesbach (40 km) auf ein ständiges Auf und Ab einzustellen. Wer nicht auf einem e-Bike sitzt und sein Rad mit eigener Muskelkraft bewegt, vom dem fordert die mittelgebirgstypische Topographie schon ein bisserl ihren Schweißtribut. Immerhin werden auf diesem Teilabschnitt mehr als 600 Höhenmeter überwunden, bevor es im wildromantischen Griesenbachtal 250 Tiefenmeter steil hinab ins Donautal geht. 

Jandelsbrunn (KM 19)

Nach gemächlichem Cruising-Tempo auf dem leichten Gefälle der geschwungenen Bahntrasse heißt es nach 19 km beim ehemaligen Bahnhofsgebäude von Jandelsbrunn aufgepasst: der »Donau-Moldau-Radweg« zweigt hier nach links Richtung Ortsmitte ab, während der »Adalbert-Stifter-Radweg« Richtung Waldkirchen geradeaus weiter verläuft. Hinweis: die Streckenführung hat sich in Jandesbrunn geändert, um die Route durch verkehrsärmere Wohnstraßen zu lenken. Danach läuft alles wie gehabt.

Die Pfarrkirche Maria Unbefleckte Empfängnis prägt das Ortsbild von Jandelsbrunn. Vorbei geht es an den Weilern Neuwied und Bognerwies - zwar eine verkehrsberuhigte Straße, aber überwiegend ansteigend. Passionierte Radfahrer kennen das "Spielchen": je höher man sich noch oben schraubt, desto beeindruckender wird die Aussicht. Und die kann sich im Dreiländereck sprichwörtlich sehen lassen, denn endlos aneinander gereihte schroffe Bergrücken und sanfte Hügelkuppen ergeben eine harmonische Gesamtkomposition von ursprünglicher Naturschönheit. Wer aufmerksam die Umgebung betrachtet erkennt des öfteren das emporragende Dreisesselmassiv. Das Bergpanorama des Bayerischen Waldes und des Böhmerwaldes ist immer wieder beeindruckend, man kann eigentlich gar nicht genug davon bekommen. Am besten bei kurzen Pausenstopps, um sich der Landschaft mit großer Aufmerksamkeit zu widmen.  

Radfahrer kennen das "Spielchen": je höher man sich noch oben schraubt, desto beeindruckender wird die Aussicht. Und die kann sich sprichwörtlich sehen lassen, denn endlos aneinandergereihte schroffe Bergrücken und sanfte Hügelkuppen ergeben eine harmonische Gesamtkomposition von ursprünglicher Naturschönheit. Ab und an erblickt man das emporragende Dreisesselmassiv. 

Irgendwo im Nirgendwo wird kurz vor dem Freizeitzentrum Gegenbach die Landkreisgrenze zwischen Freyung-Grafenau und Passauer Land überschritten. Die verkehrsschwachen Nebenstraßen durch die sanft gewellte Landschaft tragen wesentlich zum Naturgenuss bei. 

Das Bergpanorama des Bayerischen Wald und Böhmerwald kann man gar nicht genussvoll genug aufsaugen. Am besten natürlich bei kurzen Stopps, um die Landschaft richtig wirken zu lassen. Für Radfahrer haben die Hinweisschilder zur Skisprungschanze und Langlaufstrecke auf der Gegenbachstraße kurz vor Breitenberg keine Relevanz, wohlgleich sich ein kurzer Abstecher zur <Baptist-Kitzlinger-Mattenschanze> - „Heimatschanze“ von Olympiasieger Michael Uhrmann - anbietet.

Dass der dünn besiedelte Landstrich im Dreiländereck Bayerischer Wald, Mühlviertel und Böhmerwald touristisch wenig bekannt ist, kann einem als Radler bzw. Urlaubsgast eigentlich nur Recht sein. Von daher trifft für die beschauliche Region der ansonsten überstrapazierte Begriff "Geheimtipp"  tatsächlich zu. Da im Ferienland Nationalpark Bayerischer Wald bzw. Passauer Land die Zeit bisweilen stehen geblieben zu sein scheint, fällt es spürbar leichter "entschleunigter" zu ticken. Dort wo es mitten im Grünen keine Hast, Eile und Lärm gibt, die Luft rein und die Natur ursprünglich ist können Urlauber - a la e-bikes - ihre Akkus umso besser nachhaltig aufladen.

Eine kurze Abfahrt führt direkt zum Bade- und Freizeitzentrum Gegenbach, das zu einer Pause verlockt. Am 2. Oktober 2009 wurde der Badeweiher mit samt seiner Infrastruktur offiziell eingeweiht. Der Badeweiher verfügt einen aufgeschütteten Sandstrand mit Steg, Beach-Volleyplatz, eine Kinder-Seilbahn, Umkleidekabinen etc. Um einem etwaigen Algenproblem zuvor zu kommen, wurde dem Badeweiher einen Klärweiher vorgeschaltet, aus dem gesäubertes Wasser in die Badeanlage abfließt. 

Ein Werbeplakat am Straßenrand weist z.B. auf das Breitenberger Weberei-Museum hin. "Willst leben, musst weben!" lautete damals die Lebensweisheit der Einheimischen, denn die kargen Erträge machten das (Über-) Leben im Bayerischen Wald äußerst hart. So ist es der Leinenweberei zu verdanken, dass Wegscheid im Jahre 1360 zum Markt erhoben wurde. 

Die Weberei war im Unteren Bayerischen Wald ein existientiell wichtiger Gewerbezweig. Das Museum soll verhindern, dass das harte Leben der in ärmlichen Verhältnissen lebenden Bevölkerung im 18/19. Jhrd. in Vergessenheit gerät. Neben bemalten Bauernmöbeln in dem alten bäuerlichen Anwesen sind Geräte zur Flachsverarbeitung, Weberei, Färberei und zum Blaudruck ausgestellt.

Allmählich dürfte jedem klar geworden sein wie der Hase läuft, denn auf längere Flachetappen hofft man auf dem zweiten Streckenabschnitt vergeblich. Dafür hat man Verlass, dass nach jeder Abfahrt nach einer Senke wieder Wadenschmalz gefragt ist. So auch nach Breitenberg, deren Höhenlage mal wieder einige Körner kostet.

Wirklich steil ist die Anfahrt nach Breitenberg nicht, zieht sich aber wie ein Kaugummi.

Im Bild ist noch das alte Radwege-Signet erkennbar, das im Laufe des Jahres 2020 sukzessive durch das neue Logo ersetzt wird.

Breitenberg (KM 31)

Breitenberg (695 m) hat 2 083 Einwohner und liegt im Schnittpunkt des sogenannten Adalbert-Stifter-Land und Wegscheider Land am nordöstlichen Zipfel des Passauer Landes und ist zugleich - quasi ein Steinwurf von Oberösterreich entfernt - auch die östlichste Gemeinde Bayerns. Vorbei an der barocken Pfarrkirche St. Raymund und die historische, mit einem Wasserrad angetriebene Hammerschmiede folgt die nächste rasante Gefällstrecke. Informationsschautafeln präsentieren den Leinenradweg, der Richtung Kohlstadt Wegbegleiter ist. 

 In Breitenberg beginnt/endet der 42.5 km lange Leinenradweg (Rundtour), der dem Webereihandwerk gewidmet ist und durch das Passauer Land via Sonnen - Wegscheid - Kohlstatt - Grenzübergang 'Hartl-Mühle' - entlang der bayerisch-österreichischen Grenze verläuft. kurzzeitig radelt man entlang der Grenze zum Österreichischen Mühlviertel und kreuzt die Weberstraße, die die Glasstraße mit der Mühlviertler Weberstraße verbindet. 

Ab der Gemeinde Breitenberg ändert sich die Himmelsrichtung der Route, die von Osten nach Süden umschwenkt. Da der »Donau-Moldau-Radweg« von hier ab bis zum Rannasee in unmittelbarer Nähe entlang der bayerisch-österreichischen Grenze verläuft, rückt ein Abstecher sprichwörtlich in greifbare Nähe. Warum nicht eine kleine Schleife bei unseren Nachbarn im oberösterreichischen Mühlviertel drehen und ein paar Kilometer durch die hügelige Landschaft mit ihren einzigartigen Granitformationen, unberührten Flusstälern und bemerkenswerten Kulturjuwelen dran hängen? Allerdings erfordert der Grenzübertritt das Mitführen eines gültigen Ausweisdokuments. 

Mitten durch die beiden Ortsteile von Kohlstatt (KM 37) verläuft die Landesgrenze zu Österreich. Weiße Grenzsteine markieren in die Wiesenhängen den Grenzverlauf, bevor sich eine schattige Waldpassage anschließt. Österreichische Radwegeschilder locken ins Mühlviertel - ebenso wie der nur 50 Meter entfernte Gasthof mit regionaltypischen Speisen zur Einkehr verlockt. 

Wohlweislich benötigen Radler keine Nulldiät, schließlich werden allein auf dieser Tour gut und gerne 6 000 kcal verbrannt - was natürlich belastungs- alter- geschlechts- und gewichtsabhängig ist. Da kommt eine Gaststätte - am besten mit lauschigem Biergarten - wie gerufen. Kurz vor dem Weiler Meßnerschlägerwaide im Gemeindebereich Wegscheid (KM 39.5) befindet sich am Wegesrand das einladende Grenzstüberl "Zum Jogl", dessen Wirtsleute (sie ist auch als „Singende-Wirtin“ bekannt) u.a. handwerkliche Brauchtumsmärkte veranstalten. Facebook-Kommentar: "Wunderbare Lage, sehr gemütlich eingerichtet, man fühlt sich sofort wohl. Schöner Gästemix aus Österreichern und Bayern. Sehr gute Brotzeiten vor allem das Glaslfleisch, wirklich sehr zu Empfehlen! Ein großes Lob den Wirtsleuten Martina und Roland! Wir kommen gerne wieder!" 

In eigener Sache: Das Bild "Trio im Radlerglück" entstand während unserer Tour an der B 388, von wo ein straßenbegleitender Radweg direkt  nach Wegscheid verläuft. Auch wenn bis zur 1 km entfernten Ortsmitte 40 Höhenmeter zu überwinden sind macht die Tour allenthalben Spaß,  denn die Vorfreude am Ortsende die nächste rasante Abfahrt (200 Tiefenmeter) genießen zu dürfen macht alles wieder wett.  

Wegscheid (KM 45)

 

Herzlich Willkommen in Wegscheid - Yes, wir haben das Empfangsschild mit Freude zur Kenntnis genommen. Nach dem Friedhof wird schräg rechts versetzt in die Dreisesselstraße abgebogen die nach 700 Meter auf die Kasberger Straße trifft an der links abgweigt wird. An der 2. Kreuzung geht es kurzzeitig auf die viel befahrene Passauer Straße (B 388), bevor schräg links versetzt in die Bahnhofstraße abgzweigt wird. 

Der staatlich anerkannte Erholungsort im Südlichen Bayerischen Wald liegt wie Breitenberg ebenfalls auf einem Hochplateau (718 m), was - egal von wo der Ort angesteuert wird eine Steigung zu bewältigen ist. 

Die Marktgemeinde Wegscheid (5 579 Einwohner) ist nach Untergriesbach die zweitgrößte Ortschaft welche der »Donau-Moldau-Radweg« auf seiner 64 km langen Route durchkreuzt. Zur Ge­biets­re­form (1972) ging der frühere Land­kreis Weg­scheid im Land­kreis Pas­sau auf. 

 Das Tourismusbüro befindet sich im Rathaus, Marktstraße 1 direkt neben dem Marktplatz.

Kurz nach dem Marktplatz heißt es aufpassen, um den Links-Abzweig von der Passauer Straße in die Bahnhofstraße nicht zu verpassen.

Kaum wurde die Marktgemeinde hinter sich gelassen taucht man wieder mitten in die Natur hinein. Da die Berggipfel des südlichen Bayerische Waldes in Richtung Donautal allmählich niedriger werden, sticht der kegelförmige Friedrichsberg mit 930 Meter als höchste Erhebung der Marktgemeinde Wegscheid bzw. des Landkreises Passau umso mehr aus der Landschaft heraus.

Ab Wegscheid beginnt eine knapp 5 km lange Abfahrt (200 TM) hinab zum Rannastausee. Nachdem an der T-Kreuzung rechts abgebogen wird, verlässt man die Straße bereits nach 400 m (geradeaus). Von dort führt ein Schotterweg direkt zur Staumauer des Rannasees der zugleich die Landesgrenze bildet. Auf der Staumauer genießt man einen herrlichen Seeblick. 

Kein Schlagbaum, keine Grenzkontrollen, nur das Landeswappenschild zeugt von der Österreichische nLandesgrenze, ansonsten wüßte man schlicht und ergreifend nichts von der Staatenteilung die durch den See verläuft. Tatsächlich radelt man vom Holzsteg und dem anschließenden unasphaltierten Weg entlang des Seeufers ca. 500 Meter bis zur Straßeneinmündung auf dem Staatsterritorium der Alpenrepublik. 

Das Rannatal am oberen Donautal ist ein traumhaft schönes weitgehend noch unberührtes Flusstal, das behutsam für den Tourismus erschlossen wurde. Herzstück ist der Rannasee, ein künstlich angelegter Badesee der von 1978 bis 1983 aus drei Bächen aufgestaut wurde. Mit einer Wasserfläche von 20 ha ist er der größte Badesee des Bayerischen Waldes was ihn zum beliebten Ausflugsziel für Erholungssuchende, Naturliebhaber und Freizeitaktivisten macht. Neben gepflegten Badestränden gibt es ein Restaurant, Tretbootverleih, Kinderplanschbecken, Abenteuerspielplatz, Beachvolleyballfeld sowie eine 120 m lange Wasserrutsche. Auch Windsurfen ist hier angesagt. Im Zentralgebäude befinden sich ein Gasthaus, sanitäre Einrichtungen sowie Umkleidemöglichkeiten. Um den See führt ein schöner Uferweg mit Kneippbecken.

Generationsübergreifende Radtour: Oma und Enkel freudvoll im Sattel. 

Foto: Badestrand, Liegewiesen und Bootsverleih von oben aus der Vogelperspektive betrachtet. Fern jeglichen Massentourismus ist die herrliche Naturlandschaft des Wegscheider Landes in der Tat ein echter "Insider-Tipp". 

Die große Schautafel listet Sehenswürdigkeiten auf und vermittelt einen guten Überblick des Wegscheider Landes.

Die Landschaft spricht für sich. 

Zu sehen gibt es wahrlich vieles. Umso mehr, als dass der verkehrsfreie Uferpfad es erlaubt die Konzentration auf das Umfeld zu richten ohne ständig auf den Verkehr achten zu müssen.

Beim Anblick des Wegweisers nach Wüstenberg mit Betonung auf "Berg" schwant einem nichts gutes. Schon deshalb, weil der Rannasee eingebettet zwischen Hügelketten in einer Talsohle auf 514 m Höhe liegt. Da kommt einem glatt ein gängiger Radlerspruch in den Sinn: Keine Gnade für die Wade! Allerdings ist aber auch klar, dass in Zeiten der E-Mobilität selbst für schwächere Radler die Berge ihren Schrecken verloren haben. Dank der Schubkraft von e-bikes ist das kupierte Gelände des »Donau-Moldau-Radweg« auch weniger Trainierten problemlos bewältigbar. 

Und wieder ist ein Anstieg mit knapp 100 Höhenmeter geschafft, was die Glückshormonausschüttung gleich mit guter Stimmung quittiert. Nach der Kuppe von Wüstenberg sind schlagartig alle Wehwechen vergessen. Für die meisten Radler dürfte allein der Gedanke die meisten Anstiege bereits hinter sich gebracht zu haben regelrecht beflügeln. Das Donautal kann kommen. 

Nach dem ständigen Auf und Ab wird das Dahingleiten auf dem bewaldeten Bahntrassenabschnitt der ehemaligen Stichbahn Wegscheid -Untergriesbach sehr angenehm empfunden. Die Flachpassage ist Balsam für die malträtierte Beinmuskulatur. 

 Eisenbahn-Historie

Streckenlänge Erlau - Obernzell - Wegscheid 20,11 km
Erlau - Obernzell (5 km): Verkehrsübergabe: 15.05.1909
Obernzell - Wegscheid:   Verkehrsübergabe: 01.12.1912, Zahnradbahn System Strub mit einer Zahnstangenlänge von 5313 m. Der Höhenunterschied zwischen Obernzell und Wegscheid betrug 370 m auf 15 km Streckenlänge! 
Bahneinstellung Gesamtverkehr 1973, 1975 Totalabbau der Strecke

Eisenbahnfreunde Passau

Kurz vor Untergriesbach (KM 55) bei der Überquerung der B 388 ist erhöhte Vorsicht geboten.  

Untergriesbach (KM 60)

Der staatlich anerkannte Erholungsort Untergriesbach (6 004 Einwohner) liegt auf einer Höhe von 560 m und damit 260 Meter oberhalb dem tief eingeschnittenen Donautal welches vom Naturschutzgebiet Donauleiten gesäumt ist.

Sehenswert: die Pfarrkirche St. Michael aus dem 15. Jahrhundert prunkt mit einer barocken Ausstattung. Sie ist das Wahrzeichen der Marktgemeinde. Der Pranger, ein gut erhaltenes und mittlerweile sehr selten gewordenes Rechtsaltertum ist 6 m hoch. Er wurde in das zentrale denkmalgeschützte Marktplatz-Ensemble - bestehend aus Kirche, Pranger und Nepomuk-Brunnen harmonisch integriert. Auch der Nepomukbrunnen, sowie das Bürger- und Bauernhäuserensemble machen eine Stippvisite lohnenswert.

Griesenbachtal

Auf der Gottsdorfer Straße wird Kurs auf das Donautal genommen. Doch obacht, in dem steilen Gefällstück kann es bei höherem Tempo leicht passieren, dass der Richtungswegweiser übersehen wird. Ganz unvermittelt zweigt der »Donau-Moldau-Radweg« rechts in das wildromantisches Griesenbachtal ab. Hier befindet sich ein lauschiger Rastplatz mit Schautafeln zur ehemaligen Zahnradbahn und Wildbachverbauung.

Einstmals beförderte eine Zahnradbahn Personen über die Steilhänge des unwegsamen Griesenbachtals. Zwischen Wildenranna und Obernzell ist sowohl die Zahnradpassage als auch die flachere Etappe der Stichbahn nach Wegscheid Teil des »Donau-Moldau-Radweg« Nachdem die Eisbahnstrecke 1973 stillgelegt und 1975 abgebaut war, vergingen 26 Jahre bis der Radweg eröffnet wurde.  

 Am Einstieg zur ehemaligen Zahnradbahntrasse befinden sich mehrere Schautafeln die sowohl über den Radweg als auch Graphitabbau und die Region "Donau-Perlen" informiert, zu der sich die Urlaubsorte Obernzell, der Luftkurort Thyrnau-Kellberg und Erholungsort Untergriesbach zusammen geschlossen haben. "Donau-Perlen" ist auch der Namensgeber für eine Mountainbike-Rundroute die u.a. durch den Zielort Obernzell führt.

 Ein Päuschen zum Durchschnaufen ist nicht verkehrt, denn die steile Schotterabfahrt erfordert Konzentration - sprich einen hellwachen Kopf, um nicht auf dem teils losen Untergrund in Sturzgefahr zu geraten. Das Gefälle beträgt auf dem Zahnradabschnitt im Schnitt 6 %. Zudem wird die Trasse von vielen Spaziergängern, Wanderern, Pilgern und Nordic-Walker genutzt. Gegenseitge Rücksichtnahme gehört zur Selbstverständlichkeit Trail-Share-Prinzip). Angemessenes Tempo und erhöhte Bremsbereitschaft ist ratsam, besonders vor unübersichtlichen Kurven. Mit "Ausflugsverkehr" ist immer zu rechnen, schließlich verlaufen auf diesem Abschnitt drei Premiumwanderwege: Goldsteig, Donausteig sowie der Jakobsweg. 

Freizeitaktivisten geben ihr Stelldichein. Dass Radfahrer von Nordic-Walkern eine lautstarke Aola-Welle angedeiht bekommen gibt's auch nicht alle Tage. Letztlich ein Beweis, welch harmonievolles Verhältnis unter Naturnutzern i.d.R. tatsächlich herrscht.

Dass Wanderer, Nordicwalker etc. ein gutes Verhältnis zu Radfahrern/Mountainbikern pflegen zeigt das Bild oben. Eine spontane Aola-Welle mit lautem Gesang begrüßte die Radfahrer herzlich. 

Der unscheinbare Griesenbach der mehrmals überquert wird, verwandelt sich bei extremen Niederschlägen zu einem reißenden Gebirgsbach.

Stürme sorgten wiederholt für flächendeckenden Windbruch. Auskünfte über die Befahrbarkeit nach extremen Witterungsperionden erteilt das Landratsamt Passau oder das Tourismusbüro in Obernzell.

Terrassenbauten sollen den Griesenbach bändigen, denn unwetterartige Niederschläge entfalten ein gewaltiges Zerstörungspotential. Bei Starkregen schwillt der Griesenbach zum donnernden Gebirgsbach an, dessen Wassermassen ins Tal hinab zur Donau rauschen.

Ein Schilder-Relikt aus vergangenen Zeiten, als der damalige "Donau-Wald-Radweg" mit dem Ziel aus der Taufe gehoben wurde um zwischen Donau und dem Dreiländereck Anschlussverbindungen zu Radwegen nach Tschechien und in Oberösterreicheische Mühlviertel herzustellen. Der Plan ging auf wie der wachsende Radtourismus beweist.  

Obernzell (KM 64)

Vorsicht im abschüssigen Einmündungsbereich: die Gefällstrecke des wildromantischen Griesenbachtal endet abrupt am Ortsanfang von Obernzell (Hochhäuslweg).

Man hält sich rechts und zweigt unmittelbar danach links in die Lüftenecker Straße ab folgend bis zur Hameter Straße in die rechts eingebogen wird. Die Jochensteiner Straße führt zum Zielpunkt an das Donauufer, wo man rechterhand das Fürstbischöfliche Schloss erblickt.

Fürstbischöfe von Passau errichteten im 15. Jh. eine gotische Wasserburg, die im 16. Jh. zu einem Renaissance-Schloss ausgebaut wurde. Später erwarb der Freistaat Bayern das Schloss und richtete eine Zweigstelle des Bayerischen Nationalmuseums ein, in dem heute historische Keramiken ausgestellt sind. Ebenso sehenswert sind neben dem Keramikmuseum der Rittersaal im zweiten Obergeschoss: ein Renaissancewerk des Passauer Bischofs Urban von Trennbach (1561-1590). Seit 1803/1806 ist das Schloss Eigentum des bayerischen Staates.

Kreuzfahrtschiffe nehmen flussabwärts Kurs auf Wien - Budepest - Belgrad oder flussaufwärts nach Passau - Regensburg. 

Eine Überlegung wert: eine reizvolle Schifffahrt entlang der Donauleiten. Die Donaufähre Obernzell bringt einem ans gegenüberliegende Ufer: Fährbetriebszeiten

 Abgesehen von der herrlichen Lage an der Donau - umsäumt von den Donauleiten - ist Obernzell auch einer der Gastgeber-Gemeinden des Rad Total im Donautal. Zum Saisonauftakt strömen jedes Jahr rund 30.000 Radler und Inlinescater zum autofreien Sonntag des familär geprägten Mega-Events. Entlang der bayerisch-oberösterreichischen Donau sind traditionell 12 Donaugemeinden (4 bayerische und 8 oberösterreichische Gemeinden) zwischen Passau und Jochenstein auf bayerischer Seite und zwischen Achleiten und Wesenufer auf oberösterreichischen Seite mit einem attraktiven Veranstaltungsprogramm beteiligt. Nach zweijähriger Schaffenspause ist für die 21. Auflage Rad Total im Donautal im Frühjahr 2021 ein großes "re.loaded" vorhergesagt. 

e-bike-Ladestationen in der Ferienregion Donau-Perlen

  • Gasthof Kernmühle 1
  • Gasthof "Zum Kirchenwirt in Kellberg
  • Haus am Strom in Jochenstein

Das Donauufer ist Flaniermeile für Radfahrer wie Spaziergänger. Eine entspannte Runde über den Promenadenkai entlang der Donau hin zum sehenswerten Marktplatz mag den wehmütigen Abschied vom Donau-Moldau-Radweg ein wenig lindern.

Obernzell (3795 Einwohner) ist für sein farbiges Häuserensamble bekannt. Auf dem schmucken Marktplatz steht ein achteckiges Becken mit St. Florians-Figur. 

 Das Tourismusbüro befindet sich dem Marktplatz 42. 

Die Vogelperspektive zeigt, wie idyllisch Obernzell - eingebettet zwischen den naturgeschützten Donauleiten - an der Donau liegt.

Wer sich seine verschwitzten Radklamotten entledigen bzw. erfrischen möchte: am Hafen befindet sich ein beheiztes Freibad samt Beach-Volleyballplätzen. 

Der Schilderwald zeigt: Radfahren ist IN. weist dem KFZ-Verkehr, Radfahrern und Wandern den Weg.

Anschluss-Radwege 

Flusskreuzfahrtschiffe schippern auf der Donau von Passau bis nach Wien oder Budapest. Auf ihrem langen Weg (Brigach und Breg bringen die Donau zuweg) zum Schwarzen Meer tangiert die Donau - nach der Wolga zweitlängster Strom Europas - zehn Länder: Deutschland, Österreich, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Bulgarien, Rumänien, Moldawien und Ukraine. 

 An der Donaupromenade trifft man auf den internationalen Donau-Radweg (E 6) der 4 448 km langen Atlantik-Schwarzes Meer-Route (EuroVelo 6). Flüssaufwärts zur Dreiflüssestadt Passau sind es 16 km, Deggendorf 77.4 km, Regensburg 168 km. 

Flussabwärts zur Landesgrenze (Donaukraftwerk Jochenstein) sind es knapp 8 km, nach Linz 81 km und Wien 310 km.

Donau-Perlen-Radrundweg, Streckenlänge: 32 km (Mountainbike/Trekkingbike)

 Das Haus am Strom (Umweltstation des Landkreises Passau) liegt 6.5 km entfernt (Donau-Radweg). Es bietet eine Erlebnisausstellung, Veranstaltungen und gemütlichen Biergarten

Sehenswertes

  • Naturerlebniszentrum "Haus am Strom"
  • Naturschutzgebiet Donauleiten
  • Die Nixe Isa am Jochensteinfelsen
  • Schloss Obernzell

 

Tourist-Info Haidmühle
Schulstraße 39
94145 Haidmühle

Tel.: 085 56 - 19433
Fax: 085 56 - 1032     

haidmuehle@t-online.de

http://www.haidmuehle.de/

Tourist-Info Neureichenau
Dreisesselstraße 8
94089 Neureichenau

Tel.: +49 (0)8583 - 9601 - 20

tourismus@neureichenau.de

https://www.neureichenau.de/startseite/

Gemeinde Jandelsbrunn
Hauptstraße 31 
94118 Jandelsbrunn 

Tel: 085 83 - 96 00 0 
Fax: 085 83 - 96 00 24 

info@jandelsbrunn.de

http://www.jandelsbrunn.de/

Gemeinde Breitenberg
Rathausplatz 3
94139 Breitenberg

Tel: +49 (0) 8584/9618-0 
Fax: +49 (0) 8584/9618-26

info@breitenberg.de

http://www.breitenberg.de

Tourismus-Information 
Marktstraße 1
D - 94110 Wegscheid

Tel. +49 (0)8592 888-11

info@wegscheid.de

http://www.wegscheid.de

Markt Untergriesbach 
Marktplatz 24
94107 Untergriesbach

Tel. +49 (0)85 93 90 09-0
Fax: +49 (0)85 93 90 09-30
Mail: poststelle@untergriesbach.com

https://www.untergriesbach.de 

Markt Obernzell
Marktplatz 42
94130 Obernzell

Telefon: +49 8591 9116-0
Telefax: +49 8591 9116-150

E-Mail: poststelle@obernzell.de