• Markt Obernzell - staatlich anerkannter Erholungsort
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  • Donau - Anbindung an den Donau-Radweg Richtung Wien / Regensburg
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  • Ehemalige Bahntrasse nahe Untergriesbach
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  • Naturidyll Rannasee
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  • Staumauer Rannasee
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  • Markt Wegscheid - staatlich anerkannter Erholungsort
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  • Verkehrsarme Nebenstraßen durch intakte Naturlandschaft - ein Eldorado für Radfahrer
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  • Dünn besiedelte Landstriche laden geradewegs zum Genussradeln ein
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  • Breitenberg - Schnittstelle der Landkreise Freyung-Grafenau und Passau
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  • Die kupierte Topographie des Bayerischen Waldes beschert ein ständiges Auf und Ab
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  • Herrliche Aussichten verlocken zum Innehalten
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  • Pfarrkirche Maria Unbefleckte Empfängnis - Jandelsbrunn
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  • Obernzell
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  • Naherholungsgebiet Rannasee - einladend für energetische Pausen
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  • Jandelsbrunn: Gabelung von Adalbert-Stifter-Radweg / Donau-Moldau-Radweg
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  • Staatlich anerkannter Erholungsort Neureichenau
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  • Gemeinde Haidmühle im Dreiländereck
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  • Nove Udoli (CZ) - Start/Zielpunkt Donau-Moldau-Radweg - Gabelung Nationalpark- und Dreiländer-Radweg
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Streckencharakteristik

Der »Donau-Moldau-Radweg« verläuft von Haidmühle bis Jandelsbrunn auf einer wassergebundenen, stark verdichteten Fahrbahnoberfläche. Die Streckencharakteristik ist mit Schnittpunkt Jandeslsbrunn zweigeteilt. Einerseits erlaubt der verkehrsfreie Bahntrassenabschnitt mit dem flachen bzw. leicht abschüssigen Streckenprofil kraftsparendes Genussradeln, das Fahrspaß für Groß und Klein verspricht. 

Andererseits ist die kupierte Topographie zwischen Jandelsbrunn und Untergriesbach (40 km) auf hügeligen Nebenstraßen mit 600 Höhenmeter durchaus fordernd. Die Route schlängelt sich durch den sanft hügeligen südlichen Landkreis Freyung-Grafenau bis kurz vor Breitenberg die Landkreisgrenze Passau überschritten wird. Zwischen Wildenranna und Untergriesbach folgt eine weitere ehemalige Bahntrasse. Das sogenannte "Grand Finale" ist die steile Abfahrt im bewaldeten Griesenbachtal (ehemalige Zahnradbahnstrecke), das den Radler direkt nach Obernzell ins tief gelegene Donautal (290 m) führt.

Den Radfahrer erwartet eine idyllische Hügellandschaft, ausgedehnte Bergwälder, liebliche Bachtäler, weitflächige Wiesenhänge, emporragende Granitfelsen – alles in allem eine bezaubernde ursprünglich gebliebene Kulturlandschaft. 

Straßenkreuzungsbereiche sowie teils schmale Durchfahrtsspuren bei Eisenpollern (Bahntrassenabschnitt) erfordern erhöhte Vorsicht!

Entschleunigtes Bahntrassenradeln erster Güte

Bahntrassen-Radwege verfügen die typische Eigenschaft, dass es sich im Einklang der Natur wundersam entspannt dahin kurbeln lässt. Zum einen weil die sanften und gleichmäßigen Niveauunterschiede eine ökonomische wie rhythmische Kraftentfaltung erlaubt, zum anderen weil der Streckenverlauf unschwer erkennbar ist, weswegen man sich über die Wegeführung keinen großen Kopf zu machen braucht. Der harmonische Bahntrassen-Charakter spart kognitive Ressourcen, was dem Fahrgenuss zugute kommt, den Fokus auf die Umgebung lenkt und obendrein die Sinne schärft. Sauerstoffreiche Wälder, mäandernde Bäche, verwittertes Granitgestein und sattgrüne Wiesenhänge bieten besonders im Bahntrassen-Abschnitt Haidmühle - Jandelsbrunnn einen ursprünglichen Naturgenuss von besonderer Güte. Das leichte Gefälle bietet die ideale Gelegenheit, ohne körperliche Anstrengung frei von Straßenverkehr gedankenversunken den stressigen Alltag auszublenden und sich mit großer Aufmerksamkeit der inspirativen Umgebung im Hier und Jetzt zu widmen. 

Streckengrafik mit Höhenprofil


Bewegen sie ihren Cursor auf dem Höhenprofil, wird interaktiv oben auf der Streckengraphik die geographische Position eingeblendet.

Haftungsausschluss:

Biketouristik – Media übernimmt keine Gewähr für die Korrektheit downgeloadeter Trackdaten. Die Verwendung von GPS-Tracks geschieht in Eigenverantwortung des Users und schließt Haftungsansprüche gegenüber dem Anbieter ausnahmslos aus.



Streckenchronik

Die ehemalige Bahntrasse beginnt nahe der Tankstelle in Haidmühle (1 341 Einwohner). Anfänglich bietet sich eine schöne Aussicht über die grünen Hochflächen.

Bahnstrecke Haidmühle-Waldkirchen:

  • Eröffnung 15. November 1910
  • Stilllegung 1963 (Pv), Abbau der Gleise: ca. 1975 (Jandelsbrunn – Haidmühle), ca. 1996 (Waldkirchen – Jandelsbrunn)

Eröffnung des Adalbert-Stifter-Radwegs: 

  • September 2001: Waldkirchen – Jandelsbrunn
  • 12. Juni 2005: letztes Teilstück bei Haidmühle

Stellenweise erblickt man die markantesten Gipfel dieser bewaldeten Gegend - den Dreisessel (1.333m.ü.NN.) und den Haidel (1.167m.ü.NN.). Bis Frauenberg radelt man teils vis a via des Mirasatbachs in einer idyllischen und sauerstoffreichen Waldpassage.

 Die Kalte Moldau

Der Zusammenfluss der Quellbäche Weberaubach, Goldgrubenbach und Rothbach im sumpfigem Waldgebiet unterhalb des Haidel bilden den Ursprung der Kalten Moldau. Die Kalte Moldau (Studená Vltava) ist der rechte Quellfluss der Moldau (Vltava). Zur Zeit des Kalten Krieges war Europa durch den Eisernen Vorhang geteilt, weswegen das Tal der Kalten Moldau zwischen Stožec und der deutschen Grenze bis 1990 Sperrgebiet war. 

Kneippanlage Jogl

1.6 km nach Haidmühle erwartet Radfahrer ein echter Gesundheitsknüller. Der eiskalte Mirasatbach speist hier die Kneippanlage Jogl und sorgt nicht nur für ein abwechslungsreiches Vergnügen sondern macht müde Beine wieder munter. 

Wassertreten (30-120 Sekunden) leitet schonend die Regenerationsphase ein. Beim abschließenden lockeren Pedallieren auf der 1.5 km langen Flachetappe nach Haidmühle erwärmen sich die kalten Füße. 

 Die Kneippanlage Jogl am Mirasatbach befindet sich am Schnittpunkt des »Donau-Moldau-Radweg« und der Haideltour-Route.    

Kneippen regt -  in dem Kaltwasserbecken nicht nur den Kreislauf und den Stoffwechsel an bzw. fördert die Durchblutung - sondern stärkt dazu auch das Immunsystem. Darüber hinaus wirkt die Methode ganzheitlich, d.h. Körper, Kopf und Seele kommen in Einklang. Eine wahre Wohltat, die für ausgemergelte Radfahrer wie gerufen kommt.  

Die unmittelbare Nähe des beliebten Adalbert-Stifter-Radwegs bringt es mit sich, dass viele Radfahrer von dem natürlichen "Gesundbrunnen" regen Gebrauch machen. Im Wasser liegt das Heil; es ist das einfachste, wohlfeilste und - recht angewandt - das sicherste Heilmittel - Sebastian Kneipp - 

 Sebastian Kneipp

Sebastian Kneipp wurde am 17.05.1821 geboren. 1844 zog er mit seinem Förderer Dr. Matthias Merkle nach Dillingen, wo er am Gymnasium trotz Tuberkulose das Abitur machte. 1849 begann er mit dem Theologiestudium und entdeckte rein zufällig ein Buch des Arztes Johann Siegmund über die Heilkraft von kaltem Wasser. Beeindruckt von dessen Erkenntnissen unternahm Kneipp im Selbstversuch Bäder in der kalten Donau. Sein Gesundheitszustand verbesserte sich derart, weshalb er seine kostenlosen Behandlungsformen auch auf Patienten ausdehnte. Bezeichnend, dass ausgerechnet Ärzten das Vorgehen missfiel und sie gegen Kneipps selbstlose Behandlungsmethode ein Gerichtsverfahren anstrengten. Die Heilkraft des Wassers entdeckte Kneipp wieder, da bereits die Römer in der Antike mit Wasseranwendungen arbeiteten. Erst 2015 entschied die Deutsche UNESCO-Kommission "Kneippen als traditionelles Wissen und Praxis nach der Lehre Sebastian Kneipps" offiziell als immaterielles Kulturerbe anzuerkennen.

Beste Stimmung und reges Treiben an der Kneippanlage. Radlergruppen aus allen Herren Länder kommen sich an der Fitness-Stätte näher.

Nach erfrischender Wellness-Pause geht's mit Frohgemut und Elan weiter. Auf der Kuppe mündet der Zufahrtsweg in den »Donau-Moldau-Radweg« ein (links nach Haidmühle, rechts Richtung Jandelsbrunn). 

Bahntrassenradeln hat viele Vorteile. So ist zum einen die Wegeführung leicht erkennbar, Kurvenradien sind großzügig bemessen und Höhenunterschiede machen sich durch das nivellierte Trassenniveau kaum bemerkbar.  

Auch wenn der Wegeverlauf leicht einsehbar ist, besteht zusätzlich in beiden Fahrtrichtungen eine lückenlose Ausschilderung. Rastplätze in idyllischer Lage locken immer wieder zum Absteigen und erholsamen Pausen. Die wassergebundene Fahrbahnoberfläche ist sehr gut gewartet. Solange kein Schnee liegt (Loipenbetrieb) ist die Bahntrasse zu jeder Jahreszeit problemlos befahrbar.

Von Haidmühle (830 m) steigt die ehemalige Bahntrasse bis Frauenberg (Europäische Wasserscheide) unmerklich an. Ist der Scheitelhochpunkt (872 m) überschritten, fällt das Höhenniveau bis nach Jandelsbrunn kontinuierlich ab. Im Hochsommer herrscht in den schattenspendenden Geländeeinschitte angenehm kühle Luft. Selbstvergessen rollt man nahezu ohne Kraftaufwand locker mit 25-30 km/h durch die von emporragenden Granitfelsen umsäumte Strecke.

 Abzweig Dreiländer-Radweg

Am Loipenzentrum Frauenberg vorbei - der Adalbert-Stifter-Radweg genießt eine touristische Mehrfachnutzung indem Langlaufloipen gespurt werden - rollt das Gefährt auf der Gefällstrecke (1-2%) mit minimalem Krafteinsatz locker dahin. 

 Wasserscheide 

In Frauenberg erinnert ein Denkmal an die Wasserscheide von Elbe und Donau. Die Moldau entwässert nach Norden hin großflächig das Gebiet, wo nach Mündung in die Elbe später in die Nordsee fließt. Die Moldau - häufig auch als „Böhmisches Meer“ bezeichnet - ist der längste Fluss in Tschechien (430 km) und zugleich der größte Nebenfluss der Elbe. Richtung Süden und Westen sammeln dagegen Ilz, Erlau und Große Mühl Wasser auf und fließen bei Passau bzw. Linz in die Donau, die ins Schwarze Meer mündet.

Durch eine technische Meisterleistung wurde die Wasserscheide mit dem Bau der Kreuzbachklause und dem zugehörigen Triftkanal, der das der Moldau gehörige Dreisesselwasser in den Osterbach und damit in die Ilz brachte überwunden. Heute ist der Kanal ist größtenteils verfallen, weshalb der Kreuzbach wie zu früheren Zeiten wieder der Moldau zufließt.

Schon bald rückt der staatlich anerkannte Erholungsort Neureichenau ins Blickfeld. Je weiter man Richtung Süden rollt, desto mehr verändert sich das Landschaftsbild. Die Waldlichtungen werden größer und geben immer zunehmend schöne Panoramablicke auf die die sanfte Hügellandschaft gewellte des Bayerischen Waldes frei. 

 "Stifter und der Wald" - Museum im Rosenberger Gut

Die Gemeinde Neureichenau ist stolz auf ihr Museum „Adalbert Stifter und der Wald“ – ist es doch deutschlandweit das einzige Museum, welches dem Dichter und Maler Adalbert Stifter gewidmet ist.

In Neureichenau (KM 12.7) ist bei der Überquerung der Dreisesselstraße sowie einem nachfolgendem kurzen Steilgefälle erhöhte Vorsicht geboten. Kurzzeitig wird auf die Bahnhofstraße Straße ausgewichen, bevor sich die verkehrsfreie Bahntrasse (KM 13.3) fortsetzt.

Dichte Fichtenwälder und saftig grüne Wiesen künden von einer noch wenig von Menschenhand beeinflusster Natur. Die kraftsparende Gefällfahrt auf der verkehrsfreien Trasse fördert das beschwingte Gefühl der Leichtigkeit des Seins. Ein pulsschonender Trittrhythmus im Wohlfühltempo erlaubt schweifende Blicke über die herrliche Naturregion. Das Bahntrassen-Feeling ist in der Tat eine Wonne, denn selbstvergessenes Dahingleiten durch die anmutende Naturlandschaft gibt es sonst nur selten.

Vorsicht beim Bahntrassen-Abzweig nach dem Jandelsbrunner Bahnhofsgebäude (KM 18.8). An der Einmündung in die Bahnhofstraße endet die verkehrsfreie Wegeführung, weshalb nun die STVO gilt.

Der »Donau-Moldau-Radweg« und »Adalbert-Stifter-Radweg« (verläuft geradeaus weiter) gehen ab der Gabelung getrennte Wege. Vom Scheitelpunkt der Strecke bei Frauenberg bis Jandelsbrunn (634 m) ist das Höhenlevel auf der 13 km Distanz um 238 Meter abgesunken. 

Bild oben: Moderne Wegweisung mit Entfernungangaben und gesteckten Radwege-Signets wurde 2019 / 2020 umgesetzt.  

Nach einem kurzen Anstieg trifft die Bahnhofstraße auf die Hauptstraße, an der rechts abgebogen wird. Nur wenige Meter danach geht's links in die Wollaberger Straße wo man sich nach dem Sportplatzgelände links hält. 

 An der Streckengabelung verläuft der Adalbert-Stifter-Radweg auf der Bahntrasse Richtung Waldkirchen geradeaus weiter.