Streckenchronik

Das ehemalige Bahnhofsgebäude Wutzlhofen markiert von Regensburg kommend nach Passieren des Ortsschilds Gonnersdorf den Startpunkt des Falkenstein-Radwegs. Wird der Tacho genullt, zeigt er im Verlauf der Strecke nahezu die identische Entfernung zur historischen Bahnkilometrierung an. 

 

Zunächst verläuft der asphaltierte Radweg linksseitig parallel zur Böhmerwaldstraße, bis nach 550 m links abgebogen wird. Kurz darauf beginnt der unasphaltierte Bahntrassen-Radweg. Jene Position, an der sich früher die lokale Bahnstrecke Wutzlhofen-Falkenstein von der Fernbahnachse Regensburg-Hof-Berlin verweigte.

Freie Fahrt - Volldampf voraus - was im Eisenbahnerjargon Jahrzehnte galt, können sich das Motto heute die Radler verinnerlichen. Los geht's erst mal im erholsamen Warm-Up-Schongang, denn bis Ortsende von Wenzenbach (6 km) verläuft die Trasse steigungsfrei auf tipp topp gepflegter Fahrbahnoberfläche.

Nach Überquerung der Fussenberger Straße rückt der Wenzenbach in den Blickpunkt der Radfahrer, dessen renaturiertes Bachsystem mit seinen verzweigten Wasserläufen entlang der Route auffällt. Ein nostalgisches Bahnschild erinnert an die frühere Personenhaltestelle Irlbach. Kaum die Straßenseite gewechselt erspäht man den Ort Wenzenbach. 


Angekommen in der rund 8 300 Einwohner zählenden Gemeinde Wenzenbach erblickt man nach Passieren des ehemaligen Bahnhofs Wenzenbach unmittelbar nach dem „Johanniter"-Gebäude einen alten Prellbock. Dem Umweltbewusstsein zuliebe wurde der Wenzenbach auf 3 km Länge in seinen naturnahen Zustand zurückversetzt. Schautafeln informieren am Wegesrand über Umweltschutzmaßnahmen und die ländliche Entwicklung dieser Region.

Auffällig ist die eigenwillige moderne Pfarrkirche, die als gewaltiger Anbau von Norden her in die historisch gewachsene Ortskirche hineinragt.

Nach dem Ortsende von Wenzenbach beginnt (350 m. ü. NN.) ein fast durchgängiges, sanftes Steigungsprofil, das seinen Scheitelpunkt nach 19 km in der Hetzenbacher Höhe (606 m. ü. NN) findet.

Streckenverlauf

Bevor die sauerstoffreiche Waldpassage entlang des Wenzenbachs den Radler im grünen Dickicht verschluckt, bietet sich ein kurzes Päuschen an. Auch deshalb, weil nach Querung der Schönberger Straße am linken Streckenrand eine überdimensionale Kartengraphik den Streckenverlauf des Radwegs abbildet. Bei Betrachtung fällt der nördliche Bogen der Linienführung auf, weswegen die Strecke 10.3 km länger ist als die Luftlinie zwischen den früheren Bahnhöfen R-Wutzlhofen und Falkenstein. Hauptgrund für den Umweg waren die Granitsteinbrüche in Rossbach und Wald, die hohes Frachtaufkommen versprachen. Topographie und Wirtschaftlichkeitsüberlegungen bestimmten haupsächlich die Routenführung. Außerdem war es bei Streckenplanungen in dünn besiedelten Gebieten damals üblich, möglichst viele Gemeindebereiche zu erschließen, auch wenn die Ortskerne mitunter beträchtlich weit vom Schienenstrang entfernt lagen. Trotz verlängerter Wege war die Eisenbahn bis zum Einsetzen des Individualverkehrs konkurenzlos das schnellste Beförderungsmittel, bevor der Siegeszug des Automobils den meisten Lokalbahnen den Todesstoß versetze.

Bis zur Gemeinde Bernhardswald (3.3 km) ist die Strecke nun asphaltiert. Streckencharakteristik, Landschaftsbild und Geländeform ändern sich abrupt. Das ausladende Tal des Wenzenbachs – welches sowohl dem Regen- wie dem Donautal zugerechnet wird - verjüngt sich in eine dicht bewaldete, eng eingeschnittene Wald- und Felsenlandschaft. Bürgermeister Xaver Graf aus Hauzendorf erinnert sich wehmütig an die Dampfnostalgie zurück: „Wenn man aus Wenzenbach heraus durch´s Felsental fuhr, war das herrlich, richtig abenteuerlich“. Nicht anders ergeht es heute Radlern, die sich durch die fast unzugängliche Schlucht leichtfüßig nach oben schrauben.   

Geographisch befindet man sich an der Nahtstelle zum Vorderen Bayerischen Wald, wo das liebliche Wenzenbachtal mit dem Bergwald und schroffen Felsformationen zum Naturerlebnis verschmilzt. Gerade in urwüchsiger Berg- und Naturlandschaft kommt der typische Bahntrassen-Charakter stillgelegter Lokalbahnen den Radlern zugute. 


Parallel zum Wenzenbach wird die Schlucht Schönberg passiert, auf dessen Bergrücken das Schloss Schönberg aus dem 9. Jhrd. trohnt. In ehemaligem Besitz bayerischer Herzöge sowie des Fürsten von Thurn und Taxis ist es heute in Privatbesitz. Das lange vor sich hinträumende Schloss ist dank umfangreicher Sanierungsmaßnahmen vom  Dornrösschenschlaf wiedererwacht und erfreut den Betrachter mit majestätischem Antlitz.  

KM 6.8, linke Fahrbahnseite: beachtenswerte Fels-Gedenktafel, die auf den Betrieb der Lokalbahn Wutzlhofen – Falkenstein (1915 – 1985) hinweist. Die Felsdurchbrüche der ehemaligen Bahnstrecke verdeutlichen, welche immense Kraftanstrengungen der Bahnstreckenbau Anfang des 20. Jahrhunderts unseren Vorfahren abverlangte. Die reizvolle Bach- und Hügellandschaft mit seinen Granitblöcken und dem Steinmeer des Naturparks des Vorderen Bayerischen Waldes sind in diesem ansonst schwer zugänglichen Bereich sehr beeindruckend. Kurz darauf wird die längste Brücke (ca. 18 m) der ehemaligen Bahnstrecke überquert. 

Ein ins Landschaftsbild integrierter Rastplatz - umgeben von Wald, Wiesen und dem Wenzenbach - verlockt zum Absteigen. Dieses Kleinod motivierte die Künstlerin Renate Christin und 15 Kinder, hier eine einmalig schöne Raststelle zu schaffen. Ein Erfrischungssteinbecken sorgt an heißen Sommertagen für wohltuende Kühlung (kein Trinkwasser). 

Nach Überquerung der Straße taucht schräg versetzt die ehemalige Bahnhaltestelle Bernhardswald (395 m. ü. NN.) auf. Das frühere Bahnhofsgelände bot genügend Fläche, hier einen großzügig ausgebauten Rastplatz mit Wetterschutz und Informationsschautafeln zu platzieren. Fortan radelt man wieder auf unasphaltierter Fahrbahn - quer durch sattgrüne Wald-, Wiesen- und Teichlandschaft - zum 5 km entfernten Hauzendorf.  

 

Alsbald wird die ehemalige Bahnhaltestelle des 160 Einwohner zählenden Weilers Erlbach (422 m. ü. NN) passiert, an dessen vormaligem Bahnhofsareal ebenfalls ein großzügiger Rastplatz mit überdachtem Pavillon errichtet wurde. Nur wenige Kurbelumdrehungen abseits gelegen, kredenzt eine Gaststätte deftige Hausmannskost.

Hinweistafeln auf den „Radlbahnhof“ in Hauzendorf (422 m. ü. NN.) fördern unterschwellig Hunger- und Durstgefühle. Dank des rustikalen Biergartens - der ein achtloses Vorbeiradeln sowieso vereitelt - zählt dieser Gastrobetrieb zum beliebtesten Einkehr-Treffpunkt der gesamten Wegstrecke. Kein Wunder, denn beschattet von Ahorn- und Eichenbäumenmunden Brotzeit und Getränke in bayerische-traditioneller Atmosphäre richtig gut. Kaum vorstellbar, dass sich früher an dieser Stelle eine große Viehumladestation befand.

 

Das ursprüngliche Bahnhofsgebäude (letzte Fahrt des Schienenomnibusses am 01.06.1984) wurde Anfang der Neunziger Jahre innen wie außen komplett restauriert. Seither wird dieses Gebäude als Ausflugsgaststätte bewirtschaftet, die bei gutem Wetter bzw. am Wochenende Herscharen von Radlern ansteuern. Tipp: wer Glück hat, kann ein frisch gebackenes Brot aus dem Brotbackofen ergattern. Aus selbst hergestellten Brotteig nach Hausmacherrezept werden die Laibe geformt und dann im Holzofen knusprig gebacken. 

An der Straßenkreuzung, kurz nach dem Radlbahnhof führt links eine hügelige Nebenstraße nach Karlstein (10 km).

Auch wenn das Steigungsniveau die 3 % - Marke überspringt, macht der asphaltierte Streckenbelag bis ins 5 km entfernte Lambertsneukirchen den erhöhten Rollwiderstand fast wieder wett. Bis zur Hetzenbacher Höhe wird nun der Löwenanteil der Höhenmeter überwunden. Doch keine Angst, im gemächlichen Tritt-Rhythmus ist die gleichmässige Steigung schneller gepackt als man glaubt. 

In Lambertsneukirchen (KM 17, 471 m ü. NN.) wurde auf Privatinitiative von A. Fuchsstadt und J. Janker hin, in liebevoller Detailarbeit ein kleiner Eisenbahn-Museumspark errichtet. Nostalgische Eisenbahnrelikte wie Signale, Räder, Granitschwellenblöcke,   Zettelhalter, Signaltafeln und Gleisanlage mit Schotterunterbau erinnern an die ereignisreiche „Eisenbahn-Epoche“. Schautafeln informieren wissbegierige Besucher.

Der Rastplatz umgeben von gepflegtem Rasen lädt einerseits zum Kräftesammeln und Innehalten ein, andererseits informieren die Museumspark-Initiatoren über historische Hintergründe aus der damaligen Lokalbahnzeit. Fundierte Einblicke in die Geschichte der Bahnstrecke Wutzelhofen-Falkenstein sowie einzigarte Archivbilder bietet die Website Falkensteiner Bockerl

A. Fuchsstadt erinnert in seiner Niederschrift: "Ich habe Bedenken über die Natur die durch die Kräfte Gottes geschaffen wurde. Aber ich glaube, so wie bisher geht's nicht mehr weiter. Wir müssen umdenken. Die Natur spielt das alles nicht mehr mit. Sie wehrt sich, drum halte auch du sie ein bischen sauber . Lieber Radler sie dankt es dir bestimmt. 1.01.1990"

Die aussichtsreichen Höhenzüge erlauben im Fortlauf immer häufiger beeindruckende Fernblicke in die zauberhafte Landschaft. Inschriften zweier Rastbänke machen auf die körperlichen Anstrengungen in diesem Streckenabschnitt (zu Fuß / per Rad) in bayerischer Mundart aufmerksam: „Geht scho besser“, bzw. „helftsma af Roschbo“ (was im übertragenen Sinne soviel bedeutet wie: „helft mir nach Rossbach die Steigung hinauf“). KM 17.7 links 

Kurz vor der Landkreisgrenze wechselt die Asphaltierung bis Falkenstein ununterbrochen auf eine wassergebundene Fahrbahnoberfläche. Ein Lob an die zuständigen Behörden scheint angebracht, denn regelmäßige Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten gewährleisten zu jeder Zeit einen Top-Wegezustand. Gleichwohl erhöht sich bei Nässe etwas der Rollwiderstand. In Sichtweite befindet sich ein weiterer Wetterschutz – Pavillon.

Abermals taucht man in die nächste Waldpassage ein. Schilderwappen markieren die Landkreisgrenze (KM 19). Nun beginnt der Landkreis Cham bzw.
Naturpark Oberer Bayerischer Wald

Radelt man zurück, kündigt das Schild den Landkreis Regensburg - respektive Ferienregion Regensburger Land an.

Sofern der Tourenradler kein GPS-Gerät verfügt, weiß er eine durchgängige Beschilderung mit Entfernungsangaben und Ausweichrouten zu schätzen. Abgesehen davon zeigen die in kurzen Abständen positionierten Bahnkilometersteine die Distanz von/nach Gonnersdorf an. So verliert man nicht die Orientierung kann hier und dort spontan einen Abstecher einflechten, oder eine abzweigende Alternativroute in Angriff nehmen. 

Kurz vor Rossbach (KM 20.5) befindet sich rechtsseitig ein kleiner Kinderspielplatz mit gepflegter Grünfläche. Nach der Überquerung der Nittenauer Straße verlocken Rastplatz und Informationstafeln zum Absteigen. Der Übergang in eine erholsame Flachpassage erfordert merklich weniger Pedaldruck, was Gehirn bzw. Beinmuskulatur wohlwollend registieren. 


Bei KM 22 zweigt zwischen Rossbach und Wald (580 m.ü.NN.) eine ausgeschilderte 6 km lange Verbindungsspange ins Regental ab 
(350 m.ü.NN.). Herrliche Aussicht und eine berauschende Abfahrt z.T. auf befestigten Wald- und Wiesenpfaden kennzeichnen den Streckenabschnitt. In einer Talsenke befindet sich auf halbem Weg nach Überquerung einer Bachfurt am Waldrand ein Wetterschutz-Pavillon. Nach zwei kurzen Gegensteigungen (25 hm) und Gefällpassagen mündet man bei Tiefenbach in den Regental-Radweg bzw. Fernradweg München-Regensburg-Pragein. Via Nittenau-Mariental-Regenstauf nach Regensburg/Reinhausen sind es 39 km, woraus sich die Rundtour-Gesamtdistanz von 67 km / 390 hm ergibt. Gemütlich ist die Strecke in etwa 4.5 Stunden (reine Fahrzeit) gut zu bewältigen, zumal man sich im flachen Regental ohnhin kein Bein mehr ausreißt. In östlicher Fahrtrichtung führt der Regental-Radweg von Tiefenbach via Walderbach - Roding - Cham (33 km) nach Bayerisch Eisenstein. 
In Punkto Schwierigkeitsgrad sieht es anders aus, wenn die Rundtour im Uhrzeigersinn befahren wird. Dann fordern 250 hm mit bis zu 15 % Steigung vom Regental zum Falkenstein-Radweg-Anschluss ihren Schweißtribut. 


Puh, das Groß an Höhenmeter ist nun bewältigt (250 hm). Die restlichen "Zwergenhügel" verteilen sich bis Falkenstein sehr gleichmäßig.

Familien aufgepasst: am Verzweigungspunkt (KM 22) links der Beschilderung folgen. Nach 150 m befindet sich auf der rechten Seite ein großer Kinderspielplatz, der vom Falkenstein-Radweg nicht einsehbar ist.

KM 23.7: neben einem wettergeschützten Rastplatz mit Informationstafeln wurde kürzlich der <fitalPARC> - ein moderner Bewegungsparcours - errichtet. Prima Abwechslung für Groß & Klein, bei der Koordinationsübungen im Vordergrund stehen. Die Gesundheits- und Fitnesseffekte sind vielversprechend. So ökonomisiert Koordinationstraining den Bewegungsablauf wie Energieverbrauch und vermindert Verletzungsgefahren. Werden die Übungen der Reihe nach absolviert stellt es eine optimale Ergänzung für Kraft- und Ausdauertraining dar, das auf Dauer hin gesehen muskuläre Dysbalancen ausgleichen hilft. Dazu wird die Reaktionsfähigkeit, der Gleichgewichtssinn und die Orientierung effektiv geschult. Die Nutzung der Anlage ist kostenlos und für jedermann ohne Altersbeschränkung geeignet. 

Nur 100 m im schattigen Wald entfernt befinden sich für Kids weitere Übungsgeräte. Kinder - gerade wenn sie länger passiv im Hänger sitzen - können auf dem weitläufigen Areal ihrem altersgemäßen Spiel- und Bewegungsdrang freien Lauf lassen. Das senkt auf jeden Fall nerviges Quengelpotenzial und bringt abwechslungreichen Spaß für alle Tourteilnehmer.

Auf der Hetzenbacher Höhe, wo sich die Wasserscheide von Donau und Regen befindet, wird der Streckenzenit überschritten (606 m. ü. M.). Sanfte Gefällpassagen lassen sofort die Pulsfrquenz purzeln. Logisch, dass nach dem langen Anstieg die beanspruchte Beinmuskulatur und geforderte Organismus das schwungvolle Dahingleiten mit Wohlgefühl quittiert. Der kurvige Verlauf durch urwüchsige Wald- Moor- und Teichlandschaft macht den Schlussabschnitt zudem zum echten Radlergenuss.

Das bekannte „Steinmeer des Naturparkes Vorderer Bayerischer Wald zeigt sich in voller Naturpracht. Geheimnisvoll und wuchtig tritt das Granitgestein am Wegesrand hervor. Inmitten von Wiesen, Äckern und Wäldern liegen die mystischen Gesteinsformen wie Kissen, Matratzen oder Säcke ungeordnet umher. Kein Wunder, dass sich Sagen um die bizarren Gesteinsformen ranken. Geologisch betrachtet entstanden die Gesteinsformen durch eine sogenannte Wollsackverwitterung im Laufe vieler Millionen Jahre, die das harte Granitgestein freistellte und ehemals scharfe Kanten abrundete.

Nun wechseln sich prächtige Mischwälder, teils von Granitblöcken übersäten Hängen, Wiesentäler und Teiche ab. Die frei gewordene Fläche des ehemaligen Bahnhofsareals Schillertswiesen bietet neben der kleinen Kapelle St. Wolfgang (KM 29.1) eine angenehme Rastmöglichkeit. Die letzten Miniatursteigungen sowie erholsame Abfahrten bekommt man bis Falkenstein häppchenweise serviert. 

Weiter geht es nach Gfäll, (KM 31); 600 m ü. NN.) wo auf der rechten Seite das privatisierte Bahnhofgebäude auffällt. Ehemals war diese Station eine wichtige Verladestelle für Vieh und Waldfrüchte. Nach Regensburg-Wutzlhofen und Hauzendorf ist es das 3. Bahnhofsgebäude, das gegenwärtig noch existiert. Im Ort gibt es ein Gasthaus. 

Von Gfäll führt eine Nebenstraße nach Brennberg (4 km). 

Nun folgt eine leicht abschüssige Abfahrt, die von einer Baumgalerie umsäumt reines Fahrvergnügen verspricht. 

Bei KM 32 (310 hm) zweigt eine landschaftlich hochkarätige Querspange ins Donautal ab (R 1). Die Steigungen (250hm) sind kurz aber knackig (max 11%). Für geübte Radler mit Bergübersetzung dennoch machbar. Das Bilderbuchpanorama verzaubert die Sinne auf ganzer Linie. Längere Genussabfahrten enden im wunderschönen Höllbachtal, dessen Höllbach den Weg des Talausgangs nach Wiesent weist. Nach 19 km (vom Abzweig Falkenstein-RW) mündet man bei Kruckenberg in den Donau-Radwegein. Bis Regensburg erwarten einem 16 topfebene Kilometer (Donau-Arena). Gesamtstrecke: 67 km / 600 hm. Fahrzeit: ca. 4.5 Stunden. Tipp: sehenswerter Nepal Himalaya Pavillon(Kreisstraße Wiesent - Brennberg). Fazit: die Rundtour ist ein echter Hammer und verdient zu recht den ansonsten überstrapzierten Begriff <Geheimtipp>. 
Wird die Tour entgegengesetzt des Uhrzeigersinns befahren, geht's nach 24 km Flachstrecke ab dem Höllbachtal-Abzweig ans Eingemachte. Jene Höhendifferenz die der Falkenstein-Radweg auf 19 km Länge gleichmäßig überwindet, konzentriert sich in dieser Passage auf zwei rampige Anstiege mit bis zu 20 % Steigung. Als Lohn schweißtreibender Mühe genießt man im Schlussdrittel den herrlichen Bergab-Modus des entspannenden Bahntrassen-Radwegs.

Das sanft wellige Streckenprofil in der wildromantischen Landschaft lässt keine Langeweile aufkommen. Letztmalig ist vor dem Ziel noch eine kleine Welle zu nehmen. Jetzt heißt es nochmals tief Luft holen um die finalen 33 Höhenmeter (1%) bis zur Rundbogenbrücke - dem zweithöchsten Scheitelpunkt - zu überwinden (605 m. ü. NN.), bevor sich auf rasanter Abfahrt der Wald lichtet und den Blick auf das sagenhaft in die Naturlandschaft eingebettete Falkenstein freigibt.

Wie ein dramaturgisches Drehbuch, hebt sich der „Vorhang“ erst 1 km vor dem Ziel und gibt nach der Waldpassage sein gut gehütetes Geheimnis frei. Allein der Moment, wenn der imposante Blick auf Falkenstein und dessen majestätisch thronende Burg sich dem Betrachter öffnet, macht mit einem Schlag alle körperliche Anstrengung vergessen. 

Es verstand sich von selbst in dieser außergewöhnlich reizvollen Lage einen Picknickplatz zu errichten. Das eindrucksvolle Panorama des Schlossbergs mit seiner historischen Burg sowie des idyllischen Marktfleckens Falkenstein ist ein begehrtes Fotomotiv. In der Ferne ist die Wallfahrtskirche Marienstein erkennbar. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass am Unterstellpavillon der Goldsteig-Qualitäts-Wanderweg nach Brennberg abzweigt. 

Ein wenig Zeit sollte man sich schon nehmen, an diesem Aussichtspunkt zu verweilen. Das Ziel vor Augen ist der Zeitpunkt gekommen, die anmutende Landschaft und den reizvollen Ortsanblick zu genießen und das Erlebte in Ruhe sacken zu lassen. 

Bevor es weiter geht ist Vorsicht geboten, da ein 10% Gefälle volle Konzentration verlangt. Der Radweg endet an der vorfahrtsberechtigen Regensburger Hauptstraße. 

Nun geht es schnurstracks zum historischen Marktplatz wo die Tour - vielleicht mit einer Prise Wehmut - ihr (vorläufiges) Ende nimmt. 

Gasthöfe und Cafes mit Freisitzen laden zur Einkehr ein was sich gut trifft, nachdem die Muskelzellen eine gehörige Packung an Kohlenhydrate verbrannt haben.

Wer vor der steilen Burg-Rampe mit 50 hm nicht zurück schreckt, nimmt sich den Schlossberg zur Brust. Das Belohnungszuckerl folgt auf den Fuß! Wieso? Das erfahren sie  auf der nächsten Seite.