Eckdaten

  • Streckenlänge: 132 km
  • Niveauunterschied: 1 541 hm (Schwerpunktmäßig im Böhmischen Abschnitt)
  • Höchster Punkt 784 m
  • Tiefster Punkt 363 m
  • Kürzere unasphaltierte Passagen

Streckenverlauf: Schwarzenfeld - Wölsendorf - Altendorf - Neunburg vorm Wald - Rötz - Schönthal - Kritzenast (Wegeteilung) - Waldmünchen-Höll (Perlsee) - Rybnik - Zelezna Hut - Stadlern - Treffelstein (Silbersee) - Kritzenast 

 Die Schwarzach 

Die Schwarzach (75 km) ist ein linker Zufluss der Naab. Sie mündet nahe Schwarzenfeld (Markt im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf) in die Naab, die ihrerseits in Mariaort nahe Regensburg in die Donau mündet.

Quellflüsse

Der Oberlauf der Schwarzach wird von ihrer Quelle bei Zavist in Tschechien bis zur Mündung der Bayerischen Schwarzach nördlich von Kritzenast auch als Böhmische Schwarzach bezeichnet. 

Die Bayerische Schwarzach fließt als rechter, rund 25 km langer Nebenfluss der Schwarzach bis sie in die Schwarzach mündet. 

Verlauf: Schönthal, Rötz, Neunburg vorm Wald und Schwarzach bei Nabburg. Gegenüber ihrer Mündung liegt an der rechten Seite der Naab der Markt Schwarzenfeld.

Die Schwarzach durchläuft drei Stauseen: Perlsee (bei Waldmünchen), Eixendorfer Stausee (bei Rötz) und den Silbersee (bei Treffelstein).

Streckenchronik

Der Schwarzachtal-Radweg führt von Schwarzenfeld im Landkreis Schwandorf kurzzeitig flussaufwärts der Naab entlang Richtung Wölsendorf durch das reizvolle Oberpfälzer Seenland. Nachdem die Naab sowie die A 93 überquert wurde erblickt gelangt man schon kurz darauf an die idyllisch mäandernde Schwarzach. Auf einer ehemaligen Bahntrasse zwängt sich die Route zwischen imposanten Felsdurchbrüchen hindurch entlang der Schwarzach bis nach Rötz. Beim Oberpfälzer Handwerksmuseum in Hillstett wird die Landkreisgrenze überschritten. Der Landkreis Cham - touristisch bekannt als Naturpark Oberer Bayerischer Wald. Beim Infopavillon quert man auf der Schwarzachtal-Brücke den Flusslauf.

Geschichte des Klosters Schönthal

In der Ortsmitte steht die Klosteranlage Schönthal, die unter dem Namen "VALLIS SPECIOSA" (schönes anmutiges Tal) im Jahre 1253 erstmals urkundlich erwähnt wird. Wahrscheinlicher ist jedoch, daß die Wilhemiten bereits 1150 das Kloster Schönthal gegründet haben, auch wenn das frühere Gründungsjahr urkundlich nicht belegt ist.

Das Augustinerkloster Schönthal konnte sich trotz seiner wechselvollen Geschichte mit Bedrohung und Verwüstung durch die Hussiten, die 1433 bei Hiltersried vernichtend geschlagen wurden und trotz Reformation und Gegenreformation zum wirtschaftlichen, geistigen und kirchlichen Mittelpunkt des oberen Schwarzachtales entwickeln.

1802: Durch die Säkularisation, wurde am 13. April alles zerschlagen: Klosterkirche, Klosterbibliothek, Klosterbrauerei (Braurecht ab 1342), Klostermühle in Thurau, Hofmarchsrecht, Patronatsrecht und niederer Gerichtsbarkeit.

Durch ruhige Auenlandschaft geht es weiter über Gmünd nach Steegen. Schon bald passiert man das Ortsschild der Gemeinde Schönthal. Willkommen im Waldmünchner Urlaubsland.

Streckengrafik mit Höhenprofil - Schwarzach-Regen-Radweg


Bewegen sie ihren Cursor auf dem Höhenprofil, wird interaktiv oben auf der Streckengraphik die geographische Position eingeblendet.

Haftungsausschluss:

Biketouristik – Media übernimmt keine Gewähr für die Korrektheit downgeloadeter Trackdaten. Die Verwendung von GPS-Tracks geschieht in Eigenverantwortung des Users und schließt Haftungsansprüche gegenüber dem Anbieter ausnahmslos aus.



 In Schönthal kreuzt sich der Schwarzachtal-Radweg mit dem Schwarzach-Regen-Radweg, der nach Cham führt (22 km).

Die Strecke führt durch eine Waldpassage weiter über Wiesen und Felder Richtung Thuraumühle.

Lautlos zieht die Schwarzach maändernd ihre Bahnen durch unberührte Naturlandschaft. Extrem geringes Niveaugefälle bedingt die langsame Fließgeschwindigkeit.

In Anbetracht der Schilderdichte ist man zu keinem Zeitpunkt "orientierunglos" unterwegs.

Kurz vor der Thurauer Mühle lädt das Flussufer mit Kiesstrand zum Verweilen ein.

Thurauer Mühle

Bei Thurau werden Schwarzach und der Triebwerkskanal der ehemaligen Thurauer Mühle überquert. Es lohnt sich, das historische Baudenkmal genauer anzusehen.

Die Radkarten-Schautafeln geben einen guten Orientierungsüberblick.

Max und Margit Rohrmüller – ein Landwirtsehepaar Anfang 50 – hegt gemeinsam mit der Gemeinde Schönthal einen hehren Plan. Sie wollen nämlich das Erbe der Vorväter und ein Vorzeigeobjekt der gesamten Region erhalten und bewahren. Die Thurauer Mühle ist ein jahrhundertealtes Gebäude, das die grobe Mechanik einer Getreidemühle um 1900 originalgetreu nacherleben lässt.

Die Gemeinde stimmte einem Gestattungsvertrag mit den Eignern zu, damit im Zuge der Sanierung ein Versammlungsraum für die Dorfgemeinschaft entstehen kann. Allerdings ist der Plan ein kostenträchtiges Unterfangen, denn allein der erste Bauabschnitt (von drei) soll ca. 2,5 Millionen Euro verschlingen. Wer also hier vorbeiradelt wird womöglich in naher Zukunft erste Bauforschritte bemerken.

Streckengrafik mit Höhenprofil - Schwarzachtal-Radweg


Bewegen sie ihren Cursor auf dem Höhenprofil, wird interaktiv oben auf der Streckengraphik die geographische Position eingeblendet.

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Schließlich erreicht der Radler den Ort Kritzenast, wo sich der Schwarzachtal-Radweg gabelt. Die eine Variante (entgegengesetzt im Uhrzeigersinn) führt auf der Oberpfälzer Seite vorbei am Perlsee zum Grenzübergang Waldmünchen/ Höll - Liskova.

Die andere Variante (im Uhrzeigersinn) führt nordöstlich weiter zum Silbersee/Treffestein macht einen Bogen über Böhmen. Es ist also möglich, ab Kritzenast eine grenzüberschreitende Rundtour in die eine oder andere Fahrtrichtung zu machen. Die 35 km lange Schleife über Tschechien ist relativ anspruchsvoll. 

In östlicher Richtung folgt der Radweg der Böhmischen Schwarzach Richtung Waldmünchen über den Perlsee, der an heißen Sommertagen ersehnte Abkühlung verspricht. Auf tschechischer Seite wird das Streckenprofil spürbar hügeliger. 

Der Naturpark Oberer Bayerischer Wald weist einen so abwechslungsreichen Landschaftscharakter auf, dass Langeweile im Sattel hier nicht aufkommt.

Auch ohne Track-Navigation bzw. Kartenmaterial weist das Beschilderungssystem den Weg.

Auch in ländlichen, abgeschiedenen Gebieten zeugen neben der durchgängigen Beschilderung wettergeschützte Rastplätze von guter radtouristischer Infrastruktur.

 

 

Die Leonhardi-Kapelle bzw. Reiterwallfahrtskapelle lockt zu einem Päuschen, zumal man einen schönen Ausblick hier genießt.

 

 

Symbolhafte Bildnisse aus dem Christentum spiegelt den verwurzelten religiösen Glauben der einheimischen Bevölkerung wider.

Im Bild oben links ist der Aussichtsturm des Čerchov (Schwarzkopf) erkennbar, dessen höchster Gipfel (1042 m) des bayerisch-böhmischen Grenzgebirges sich schon von weitem abzeichnet. Das Bergmassiv liegt nur unweit von der deutsch-tschechischen Grenze im Dreigestirn der Orte Waldmünchen, Furth im Wald und Domažlice entfernt. Zwischen 1945 und 1990 waren der Čerchov und das angrenzende Hinterland wegen des Eisernen Vorhangs - der die hermetisch abgeriegelte Grenze bezeichnete und die Europa in der Zeit des Kalten Krieges teilte - streg bewachtes militärisches Sperrgebiet, d.h. für die Zivilbevölkerung nicht zugänglich. 

Einen schönen Ausblick auf den Čerchov sowie den natürlichen Flusslauf der Schwarzach genießt man bei der Ortschaft Ast.

Kurz vor dem Perlsee befindet sich ein schön angelegter Rastplatz, von dem einem die Stadt Waldmünchen in Vogelperspektive zu Füßen liegt. 

Der Perlsee ist ein künstlich angelegter Stausee direkt vor den Toren der Stadt Waldmünchen. Der 7 Hektar große Speichersees dient dem Hochwasserschutz sowie der Energieerzeugung, zum anderen ist der <Erlebnisraum Perlsee> ein sehr beliebtes Naherholungsgebiet. Der Stausee befindet sich am Oberlauf der Böhmischen Schwarzach und wird von einem 580 m langen Erddamm aufgestaut. Im Wasser tummeln sich Hechte, Karpfen, Forellen, Schleien und Weißfische.

Der Perlsee ist ein beliebtes Ausflugs- und Naherholungsziel. Es gibt am See einen Badestrand mit Liegewiese, Sanitäranlagen, einen Campingplatz, ein Seerestaurant, eine Minigolfanlage, einen Beachvolleyballplatz, Wassersportmöglichkeiten zum Tretbootfahren, Rudern, Windsurfen und Segeln (beim Strandbad), Angeln, einen Trimm-dich-Pfad sowie Wanderwege am Ufer. Am Südufer ist das Baden kostenlos, allerdings gibt es dort keine sanitäre Einrichtungen.

Fazit

Der 125 km lange Schwarzachtal-Radweg gilt nach wie vor als Geheimtipp. Und das, obwohl die Strecke im Oberpfälzer Seenland und dem Naturpark Oberer Bayerischer Wald einiges zu bieten hat. So passiert man z.B. nicht nur den Eixendorfer See bei Rötz, den Silbersee bei Treffelstein und den Perlsee bei Waldmünchen sondern dreht dazu eine 35 km lange, hügelige Schleife durch tschechisches Grenzgebiet. Ganz nebenbei macht man am Perlsee noch "Bekanntschaft" mit dem 10 400 km langen Iron Curtain Trail, der das ehemalige deutsch-deutsche Grenzgebiet von Ostbayern und Böhmen quert. 

Durch die Schleifenfunktion bleibt es belanglos wo man startet, d.h. Start- und Zielort sind beliebig wählbar. Wie beim Schwarzach-Regen-Radweg gilt derselbe Streckencharakter: die liebliche, weitläufige Wald- und Wiesenlandschaft in der dünn besiedelten Oberpfalz bietet genau das, wonach sich Genussradler sehnen: eine beschauliche Gegend fernab von Hektik und Verkehrslärm, in dessen abgeschiedener Naturidyllle sich Menschen bestens erholen können. Und gipfelmäßig gibt es einen "Tausender" oben drauf, ohne dass dessen Bergausläufer die Beinmuskeln piesacken: der 1042 m hohe Čerchov (Schwarzkopf) lugt majestätisch aus dem des bayerisch-böhmischen Grenzgebirges hervor das nur unweit von der deutsch-tschechischen Grenze im Dreigestirn der Orte Waldmünchen, Furth im Wald und Domažlice  entfernt liegt.

Anbindungen 

 Radelt man nicht auf der offiziellen Route geradeaus weiter, sondern zweigt vor dem See rechts auf den Staudamm ab, erreicht man in 2 km die Stadt Waldmünchen. Übrigens radelt man hier in "ehrenwerter Gesellschaft" des Iron Curtain Trail (Eurovelo Nr. 13), der u.a. den Naturpark Oberer Bayerischer Wald durchquert. Der Wegeverlauf orientiert sich am ehemaligen „Eisernen Vorhang“ und schlängelt sich diesseits und jenseits entlang der bayerisch-tschechischen Grenze. Die Strecke durchquert mehrere Nationalparks mit einer schützenswerten Flora und Fauna und verbindet eine Vielzahl einzigartiger Landschaften, die wegen ihrer Grenzlage und dessen unzugänglichen Sperrzonen fast 50 Jahre unberührt blieben. Der Fernradweg verbindet unzählige Mahnmale, Museen und Einrichtungen, die an die Geschichte der Spaltung Europas und seiner Überwindung durch die friedliche Revolution in Ost-Europa erinnern.

 Iron Curtain Trail

Die Euro Velo 13(Iron Curtain Trail) - initiiert vom ECF (European Cyclists Federation) - ist ein europäischer Radweg, der auf seiner 10 400 km langen Wegstrecke 20 Länder - darunter auch das ehemalige deutsch-deutsche Grenzgebiet sowie Ostbayern und Böhmen grenznah durchquert. Entlang des Perlsees führt er nach Waldmünchen und weiter Richtung Čerchov, wo er die Grenze beim Wander- und Radübergang Lehmgrubenweg überquert. Furth im Wald erreicht er beim Rad- und Wanderübergang Ovri vrh/Schafberg, führt durch die Stadt, entlang des Drachensees, über Gaishof, entlang der Grenze bis Warzenried. Er wechselt die Grenze beim Übergang Hofberg, sowie Rittsteig, wo er den Landkreis Cham beim Rad- und Wanderübergang Hinterhelmhof / Zadní Chalupy verlässt. Die Route führt über Neukirchen b.Hl. Blut via Lam nach Bayerisch Eisenstein von wo sie grenzüberschreitend im Böhmischen Wald weiter nach Haidmühle führt Iron Curtain Trail

Euro Velo 13, Europa-Radweg Eiserner Vorhang, ostbayerischer Abschnitt

Danach schlängelt sich der Schwarzachtal-Radweg durch das ursprüngliche Schwarzachtal nach Zavíst/Neid, wo südlich davon die Böhmische Schwarzach entspringt. Weiter geht es nach Rybník/Weiher, entlang dem Flüsschen Radbouza geht die Tour nach Smolov (Gemeinde Weißensulz/Bělá nad Radbuzou). Über das hügelige und waldreiche böhmische Grenzgebiet erreicht man bald die ehemalige Ortschaft Ples/ Plöß. Nun sind es nur noch 1,5 km zur Grenze. Weiter führt die Tour bis zum bekannten Marienwallfahrtsort Stadlern. In der Grenzortschaft Waldhäuser geht es hinauf zur Quelle der Bayerischen Schwarzach. Zwischen Charlottenthal und Breitenried verlässt der Radweg den Landkreis Schwandorf und erreicht den Landkreis Cham. Nach der Ortschaft Treffelstein gelangt man zum Silbersee. Über Witzelsmühle, Biberbach führt die Tour zur Ortschaft Kritzenast, wo sich der Zusammenfluss von Bayerischer und Böhmischer Schwarzach befindet.

Infos/Bezugsquellen

Landratsamt Cham 
Rachelstraße 6
93413 Cham

Tel. 099 71 - 78 - 430
Fax 099 71 - 78 - 433

touristik@lra.landkreis-cham.de

www.bayerischer-wald.org

Gemeinde Schönthal
Rathausplatz 1
93488 Schönthal 

Telefon: 09978 - 8402 - 0
Fax: 09978 - 8402-20

poststelle@gemeinde-schoenthal.de

http://www.gemeinde-schoenthal.de

Stadt Waldmünchen
Marktplatz 14 • 93449 Waldmünchen

Tel. 09972 307-0
Fax 09972 307-30

poststelle@waldmuenchen.de

http://www.waldmuenchen.de/de/