Donaulimes - Streckenabschnitt Eining - Regensburg (58 km)

Zur Grenzsicherung des Donausüdufers errichteten die Römer ab Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. in Eining gleich mehrere Militärlager. Hier endet nach 152 km der Abschnitt des Raetischen Limes in Bayern (KM 768). Der Limes-Radweg folgt nun bis Regensburg dem Donaulimes. Gemessen an der Gesamtlänge des Donaulimes, dessen römische Militärgrenze sich über Bayern hinaus nach Österreich, Slowakei, Ungarn, Serbien, Bulgarien und Rumänien erstreckte, deckt der beschilderte Limes-Radweg bis Regensburg nur eine minimale Wegstrecke ab.

Bedingt durch das versumpfte und verästelte Donauufer wurde der Grenzwall Mitte des 1. Jahrhunderts mit zahlreichen Wachtürmen, Legionslagern und Kastellen bestückt. Später wurden unter Trajan die Lager, welche ursprünglich mit Erdwällen geschützt waren durch Steinmauern ersetzt.

Themenverwandte Radwege

Sowohl die <VIA DANUBIA> (Bad Gögging-Regensburg-Passau, 220 km) als auch der Römerradweg (Passau-Enns, 242 km) bzw. die <Via Raetica> (170/155 km) widmen sich der römischen Geschichte am Donaulimes.

 Ausgenommen der Schleifenverbindung von Weltenburg nach Kelheim folgt der Limes-Radweg dem Flussverlauf der Donau und weist zwischen Eining und Regensburg die identische Wegstrecke mit dem Donau-Radweg, dem Fernradweg Regensburg-Prag, der <VIA DANUBIA> und der <Via Raetica> auf.

Streckencharakter

Sieht man vom Anstieg zwischen Weltenburg und Kelheim einmal ab (Abschnitt ist alternativ per Schiff überbrückbar) so steht das flache Streckenprofil entlang der Donau im krassen Gegensatz zur bisherigen kupierten Topographie des Limes-Radwegs. 

Mit der <Via Raetica> greift ein weiterer Radweg das antike Zeitgeschehen auf. Von Donauwörth verläuft er in einer Nordroute über Kipfenberg und Altmannstein (identisch mit dem Limes-Radweg) bzw. einer längeren Südschleife über Neuburg und Vohburg nach Bad Gögging und endet schließlich in Regensburg. Auf gut beschilderten Radwegen erschließt auch diese Tour Spuren der römischen Geschichte und führt in reizvoller Landschaft vom wildromantischen Altmühltal mit seinen imposanten Jurafelsen und malerischen Wacholderhängen hin zu den Donauauen. 

   Unesco-Weltkulturerbe

Der bayerische Teil des Donau-Limes ab Eining (Landkreis Kelheim) via Regensburg - Passau nach Obernzell) wurde in die deutsche Vorschlags-Listefür das Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen. Die Entscheidung des Welterbekomitee der Unesco über eine Anerkennung der bayerischen und österreichischen Abschnitte des Donau-Limes fällt im Juni 2018.            

 Eine Stipvisite des Kurortes Bad Gögging sollte man sich nicht entgehen lassen, zumal der Abstecher am Ortsende von Sittling nur 1 km Umweg beträgt. Bereits unter Kaiser Trajan wurden 80 n. Chr. Badeanlagen bei den Schwefelquellen erbaut, wodurch Bad Gögging damals eines der größten Staatsbäder nördlich der Alpen verfügte. Relikte sind im Römischen Museum zu besichtigen. Die neuzeitliche Bädergeschichte von Bad Gögging begann unter den bayerischen Königen mit den Kurhäusern "Römerbad" und "Trajansbad", die Bad Gögging auf dem Kursektor im Jahre 1919 das Prädikat als offizieller Badeort sicherte. 

Abseits der Donau verläuft die Strecke auf schwach befahrener Nebenstraße über Sittling nach Staubing, wo das Donauufer wieder erreicht wird.

 Ein unasphaltierter Feld- und Schotterweg stellt zwischen Eining und Weltenburg eine Direktverbindung entlang der Donau her.

Am Ortsbeginn von Weltenburg zweigt der Limes-Radweg links von den übrigen Fernradwegen ab, die auf der Staatstraße 2223 nach Kelheim führen und dort am Ludwigsplatz wieder aufeinander treffen.  

Direkt vor der römisch-katholischen Filialkirche St. Johannes wird zum Weltenburger Kloster abgebogen. Bereits 45 n. Chr. befand sich nahe Weltenburg am Südufer der Donau der Ausgangspunkt einer römischen Grenz- und Militärstraße, die stromaufwärts der Donau bis zum Kastell Hüfingen bei Donaueschingen führte. Die Donausüdstraße zählt lange zu einer der beiden wichtigsten Ost-West-Verbindungen nördlich der Alpen. Bei Burghöfe zweigte die Via Claudia Augusta nach Oberitalien ab.

Vorbildliche radtouristische Infrastruktur: die lückenlose Beschilderung lässt in Bezug zum Streckenverlauf keine Fragen offen.

Um zum Kloster Weltenburg zu gelangen, wird die Gierseilfähre erst nach dem Klosterbesuch genutzt. Die Fährverbindung wird insbesondere von Radfahrern bevorzugt, da das Übersetzen variable Rundtouren im Bayerischen Jura eröffnet. 

Emporragende Kalkfelsen säumen das Donauufer. Sie sind das Charakteristikum des Bayerischen Juras. 

Die relativ schwache Strömung (bei durchschnittlicher Pegelhöhe) erlaubt (flussaufwärts von Weltenburg keine Schifffahrt) idyllische Kanu- und Schlauchbootfahrten.

Das Tor zur "Weltenburger Enge", die umgangssprachlich meistens als Donaudurchbruch bezeichnet wird. 

Die rechtsseitig der Donau verlaufende Asamstraße führt direkt zum Weltenburger Kloster (Sackgasse). Die Benediktinerabtei ist ein viel besuchter Tourismusmagnet und unter Radfahrern ein beliebter Anlaufpunkt.

Das emissionsfreie Radltaxi ist ein Hingucker.   

Die Naturlandschaft zwischen dem Fluß und den bizarren Jurafelsformationen die fast bis ans Donauufer reichen ist beeindruckend.

Kloster Weltenburg

Eine erholsame Einkehr nach strapaziöser Kurbelleistung ist das i-Tüpfelchen einer jeden Radtour. Erst recht, wenn die Bedienung in stilvoller Tracht berühmtes Klosterbier und heimische Spezialitäten in einem der schönsten Biergärten Bayerns serviert. Der Besuch des Klosters Weltenburg, verbunden mit einer Brauereibesichtigung und schmackhaften Bierprobe im schattigen Biergarten des Innenhofs der ältesten Klosterbrauerei der Welt zählt zu einem unvergesslichen Höhepunkt. Apropos Biertradition: dass Mönche in Weltenburg schon lange Bier brauen offenbart ein Blick in die Chronik, die nachweislich bis ins Jahr 1050 zurückreicht. Deshalb darf Weltenburg offiziell mit der Bezeichnung „Älteste Klosterbrauerei der Welt“ werben. Wie gut die Mönche ihr Bierbrauer-Handwerk heute noch beherrschen belegen zahlreiche Prämierungen. So wurde das „Weltenburger Kloster Barock Dunkel“ mehrmals mit dem „World Beer Cup“ als bestes Dunkelbier der Welt ausgezeichnet.

Das Kloster Weltenburg (KM 781) liegt am Beginn des faszinierenden Donaudurchbruchs (300 m nach der Gierseilfähre-Anleger). Es wurde von den iroschottischen-columbanischen Wandermönchen Eustasius und Agilus von Luxeuil (Burgund) um das Jahr 600 gegründet womit es die älteste klösterliche Niederlassung Bayern ist.

Absolut sehenswert: die von den berühmten Asambrüdern Cosmas Damian und Egid Quirian  erbaute und ausgestaltete Abteikirche (1716-1739) zählt zu den bedeutendsten Spitzenleistungen des europäischen Barock. Die beeindrucken Wand- und Deckenfresken zieht jeden Betrachter in ihren Bann.  

Im Jahre 1803 fiel Weltenburg der Säkularisation zum Opfer. Nach der Aufösung wurde es 1842 durch König Ludwig I. von Bayern wiedererrichtet und von Mönchen aus Metten besiedelt. Seit 1913 ist Weltenburg wieder Abtei.

Und „Weil Speis und Trank in Bayern Leib und Seel' zusammenhält gehört der Besuch einer der schönsten Biergärten Bayerns inmitten der barocken Klosteranlage von Weltenburg zur Selbstverständlichkeit. 

Der Baumbestand aus dem 19. Jahrhundert spendet wohltuenden Schatten. Das dunkle Klosterbier wird direkt aus dem Felsenkeller der Klosterbrauerei gezapft. Mineralhaltiges Juraquellwasser und ein uraltes Braurezept aus benediktinischer Tradition bilden die Basis für das Biersortiment. Doch Obacht, der Promilllegehalt ist beim preisgekrönten Dunklen bzw. obergärigen Weizen nicht zu unterschätzen. So weist der Weltenburger Asam Bock, der seinen Namen dem barocken Maler und Baumeister Cosmas Damian Asam verdankt, deftige 6.9 % Alkoholgehalt auf. Für Radfahrer ist das <Dunkle Radler> (2.3%) oder das aromatische <Hefe-Weißbier Alkoholfrei> (0.5%) sicher die vernünftigere Wahl. 

Der Innenhof der barocken Klosteranlage beherbert einer der meistbesuchtesten Biergärten Bayerns.

Bild oben: Abt Thomas M. Freihart, der an der Spitze der benediktinischen Klostergemeinschaft steht. 1995 wurde Thomas Maria Freihart zum Prior-Administrator, d.h. zum vorübergehenden Oberen der Abtei Weltenburg gewählt und trat damit die Nachfolge von Abt Dr. Thomas Niggl an. Am 25. Juni 1998 wählte ihn der Konvent zum 70. Abt des traditionsreichen Klosters, dessen feierliche Abtsweihe der frühere Bischof von Regensburg, Manfred Müller vornahm. 

"Zweckentfremdeter" Parkplatz...

Gemütich-zünftig sich den schönen Dingen des Lebens hingeben. In der traditionsreichen Biergartenkultur spiegelt sich die heitere Bayerische Lebensart wider.

Gierseilfähre Weltenburg - Stausacker

Schon im Jahr 1442 führte zwischen Weltenburg und Stausacker eine Seilfähre über die Donau, wobei der Weltenburger Abt Konrad Überfahrtsrechte allerdings nur für Fest- und Feiertage, für Wallfahrer und Besucher des Klosters Weltenburg und der Frauenbergkapelle vergab. 1684 wurde die Überfuhr von Abt Johannes erstmals als Erbrecht verliehen, 1956 bildeten Anliegergemeinden einen Fährverband um den Fährbetrieb für Jedermann aufrecht zu erhalten. Heute betreibt die Stadt Kelheim mit einem Bediensteten den Fährbetrieb.

Der gut gelaunte Fährmann bei der Anlandungsarbeit.

Ready to go! 

Die Strecke führt nun linksseitig der Donau auf der flachen Klosterthalstraße zum Fuß des Stausacker Berges.

Die Klosterthalstraße an der Nordseite entlang der Donauschlinge ist nahezu verkehrsfrei. In der näheren Kloster-Umgebung stieß man bei früheren Grabungen auf vielfältige römische Zeugnisse. So belegen z.B. Kleinfunde eine spätrömische Höhensiedlung auf dem Weltenburger Frauenberg sowie ein frühkaiserzeitliches Kleinkastell auf der südlichen Höhe über dem Ost-West-verlaufenden Taleinschnitt, der den Frauenberg vom Juramassiv trennt und zur Kontrolle der Donautalstraße diente.

Bevor es "ernst" wird und das Streckenprofil die Daumenschrauben anzieht, genießt man einen traumhaft schönen Blick auf die Klosteranlage. 

Besonders an Sonntagen und Feiertagen herrscht rund um das Kloster Weltenburg großer Touristenandrang.

 Alternativ zur Gierseifähre bietet sich das Übersetzen über den Fluß auch mit einer (etwas wackligen) Zille an. Allerdings ist dies nur sportlicheren Naturen mit leichteren Rädern (keine E-Bikes) ohne Gepäcktaschen zu empfehlen, da der gegenüberliegende Ufersteilhang zu Fuß samt Gefährt nicht ganz einfach ist. 

Die Donauquerung mit der motorbetriebenen Zille bereitet insbesondere als Gruppe einen Heidenspaß.  

Der atemberaubende Blick zum Tor der Weltenburger Enge zieht den Betrachter in den Bann. Die Verschnaufpause tut gut, denn am anderen Ufer geht's etwa 120 hm bergauf. 

Aus dieser Perspektive wird das imposante Klostergebäude in seiner vollen Größe sichtbar.

Ein kurzer steiler Pfad führt hinauf zur Asphaltstraße. Nun heißt es tief durchatmen, denn bis zum Hochplateau (3.5 km) sind 120 hm zu bewältigen. 

Reges Treiben, Wanderer, Radfahrer, Mountainbiker etc. wechseln das Donauufer.

Noch rasch einige Fotos gemacht, bevor der Berg ruft.   

Alternative: Schiffspassage 

 Wem der bergige Limes-Radweg-Abschnitt nach Kelheim zu anspruchsvoll ist und sich 120 Höhenmeter sparen möchte kann seiner strapazierten Beinmuskulatur während einer Schiffspassage durch das Naturschauspiel der Weltenburger Enge (inkl. Radtransport) eine erholsame Auszeit gönnen. Die Fahrzeit beträgt flussabwärts 20 min. (flussaufwärts 40 min).

Panoramablick auf das Kloster Weltenburg und die Donauschlinge.

 Das waldreiche Terrain rund um Kelheim (z.B. Jurasteig/Altmühltal) bietet sagenhafte Wege, Pfade und Trails an. 

Der Klostertal-Weg führt Richtung Stausackerer Berg hinauf und mündet nach 2 km in die Hienheimer Straße. Es folgt noch eine kurzere  sanfte Steigung bevor das Höhenniveau abfällt und die Straße in eine Gefällstrecke übergeht. Auf halber Höhe bietet sich ein Abstecher zur Befreiungshalle an (rechts der Beschilderung folgen).  

Abstecher Befreiungshalle

Ein Abstecher zur Befreiungshalle ist aus mehreren Gründen lohnenswert, zumal das Baudenkmal nur 1 km entfernt liegt.  Kaum ist man am Parkplatz auf dem Michelsberg angelangt ist es mit der Stille und einsamer Natur-Romantik schlagartig vorbei. 

Zwischen dem dritten und ersten vorchristlichen Jahrhundert befand sich auf dem Michelsberg das spätkeltische Oppidum (befestigte, stadtartig angelegte Siedlung) Alkimoennis (vermutlich eines der größten seiner Art in Europa). Funde aus der Römerzeit und Ausgrabungen einer bajuwarischen Siedlung (etwa 600 n. Chr.) zeugen von einer lang zurück reichenden Geschichte.

 

 

 

Die Befreiungshalle wurde im Andenken an die Schlachten gegen Napoleon während der Befreiungskriege in den Jahren von 1813 bis 1815 errichtet. Auftraggeber war König Ludwig I. von Bayern.

Die unscheinbare Lichtung bietet eine schöne Panoramaaussicht auf die Donau. 

Das Tor zur Weltenburger Enge (Donaudurchbruch) aus der Vogelperspektive. 

Ebenso bietet die Anhöhne einen herrlichen Panoramablick auf die Stadt Kelheim.

Wittelsbacher Stadt Kelheim

Nach berauschender Abfahrt rollt man in Kelheim ein.

Nachdem das Mittertor durchquert ist, steiler Weg führt die Ludwigstraße ins Herz der Kreisstadt Kelheim (16 472 Einwohner, KM 789). 

Da Kelheim ein bedeutsamer Radwegeknotenpunkt ist, gehören Radtouristen zum alltäglichen Erscheinungsbild der Stadt. 

Bereits seit der Altsteinzeit lebten in der Region um Kelheim Kelten und Germanen, Römer und Bajuwaren, die hier ihre Spuren hinterlassen haben.

Kelheim liegt am Ausgang des Donaudurchbruchs unterhalb des Michelsberges an der Mündung der Altmühl in die Donau. Zahlreiche Cafes und Freisitze verlocken in der Innenstadt zu einer regenerativen Pause.

Bild oben: Schleiferturm (1474–1486) in Kelheim nahe des Hafengeländes. Fälschlicherweise wird er auch als Römerturm bezeichnet da beim Bau Quader verwendet wurden die antiken Steinen ähneln, welche aus dem Bergfried des im Übrigen geschleiften Schlosses der Wittelsbacher stammen. Von der Bahnhofstraße wird links in die Donaustraße eingebogen und das Donautor (13. Jhrd.) durchquert auf dessen Nordseite sich das Kelheimer Stadtwappen befindet.

Bild oben: der Ludwigsplatz ist häufig Schauplatz von Festivitäten und Sportveranstaltungen. So fungiert die Sportstadt Kelhheim z.B. als Austragungsort des populären 24 Stunden Rennens. Als Etappenort gastierte sogar die Deutschland-Tour bereits in Kelheim. Auch die WeltKultTour Regensburg passiert mit mehreren Routen die Peripherie. Linksseitig befindet sich das Mittertor. 

Bewegungsaktive Menschen haben naturgemäß viel zu Lachen. Ein Indiz, dass Radfahren, Lebensqualität und Lebensglück zusammen hängen. Die Donaustraße geht ab dem Ludwigplatz ansatzlos in die Altmühlstraße über. Kurz darauf wird das Altmühltor (13. Jhrd.) durchquert, auf dessen Südseite sich das Kelheimer Stadtwappen befindet.

 

Im Bild das Altmühltor wo sich daneben ein Biergarten befindet.

Dank lückenloser Beschilderung samt Entfernungsangaben sind Radfahrer kommen keine Orientierungsprobleme auf. 

 Der Limes-Radweg verläuft mit dem Donau-RadwegFünf-Flüsse-Radweg und dem Fernradweg München-Prag 38 km auf derselben Wegetrasse nach Regensburg.

An Sonnentagen herrscht hier regsamer Radverkehr.

Die leicht erhöhte Lage gibt einen schönen Blick auf die Stadt, der Altmühl sowie die Befreiungshalle frei.

Von der Fußgänger- und Radlerbrücke ist die Befreiungshalle auf dem Michelsberg gut zu sehen. Anfangs radelt man auf einem Flussdamm entlang des Altmühlkanals. Kurz vor Kelheimwinzer mündet ganz unscheinbar die Altmühl in die Donau.

Im Bild der Main-Donau-Kanal der seit 1992 eine durchgehende Wasserstraße von der Nordsee über den Rhein und Main ins Schwarze Meer bildet.

Kelheim, ist nicht nur für Radfahrer eine wichtige Radweg-Drehscheibe, sondern die Stadt im Fluss ist auch Dreh- und Angelpunkt für Schiffsfahrten im Altmühltal und Donautal. Bild oben: Main–Donau–Kanal auf dem Passagierschiffe zur 3-Burgen Stadt Riedenburg verkehren (Radtransport möglich). Zwischen der mittelalterlichen Stadt Berching und dem Markt Beilngries verkehrt das Schiff MS „Walhalla“. 

Nach der Kanalüberquerung wird linksseitig der Altmühl Kurs auf das Etappen-Endziel Regensburg genommen. 

Bild oben: Mündungsbereich Altmühl - Donau. Bis zur Donauüberquerung in Bad Abbach wird flussabwärts linksseitig der Donau geradelt.

Alles im grünen Bereich. Die Radfahrerdichte zeigt, dass hier gleich mehrere - z.T. internationale - Fernradwege verlaufen.

Entlang der Donau wird der Vorort Kelheimwinzer passiert.

Die Route verläuft fern vom Straßenverkehr entlang der Donau-Auen. 

Die Donau - umsäumt von mondänen Jurafelsen - bietet Radfahrern eine herrliche Landschaftskulisse. Rückblick: Die Donau zählt zu den ältesten und bedeutendsten europäischen Handelsrouten. Bereits in frühgeschichtlicher Zeit diente sie als Transportweg für Handelswaren aller Art die meist noch mit Flößen auf dem Fluss transportiert wurden. Die Schifffahrt reicht sogar bis in die Römerzeit zurück.

Vom fein geschotterten Kiesweg mündet man in die Straße nach Kapflberg ein. Der Ortsname Kapfelberg leitet sich von "herausragender Berg" ab, da die pittoreske Lage - auf einer Anhöhe über der Donau im Mittelalter ideale Voraussetzungen zur Anlage einer Befestigung bot. 

Die Geschichte des Ortes Kapfelberg ist untrennbar mit dem Abbau von Steinen, der bis zur Römerzeit zurück reicht verbunden. Aus dem sogeanannten „Römerbruch“ wurden seit dem 1. / 2. Jahrhundert n. Chr. bis 1831 sowohl Kalk- als auch Grünsandstein-Hausteine aus dem Boden gefördert. Der „Kapfelberger Stein“ wurde auf dem Wasserweg nach Regensburg zum Bau des Römerlagers Castra Regina, sowie zum Bau der Steinernen Brücke in der Zeit von 1135 bis 1146 und des Doms zu Regensburg sowie weiter nach Passau bzw. Wien zum Bau des Stephansdoms verwendet.

Heute befindet sich in Kapfelberg ein großer Jachthafen und Wohnmobilstandplatz.

Der Gastätte mit Biergarten kann so mancher Radfahrer nicht widerstehen.

Selbstversorger genießen liebend gerne ein Picknick im Grünen. Dies sorgt für Energienachschub und spendet dem strapazierten Körper nach ausgiebiger Kurbelarbeit eine wohlverdiente Auszeit.

Nachdem die Kreuzung der Straße Poikam-Gundelshausen gequert, der Campingplatz auf der Inselstraße passiert und der Main-Donau-Kanal überquert ist erreicht man kurz darauf das beliebte Inselbad.

Bad Abbach

An heißen Tagen sicher eine verlockende Option seine Fahrt für eine Weile zu unterbrechen. Nach einer erfrischenden (Schwimm-) Pause mit bezauberndem Blick auf die Oberndorfer Hänge und dem malerischen Heinrichsturm kann mit neuen Kräften der "Endspurt" nach Regensburg in Angriff genommen werden. Das Naturbad ist chlorfrei, da das Wasser im Gegensatz zu Freibädern nicht mit Chemie sondern in einem biologischen Regenerierteich gereinigt wird.

Gleich nach dem Inselbad wird die Donau auf der Charbonnières-les-Bains-Brücke überquert. Die Fußgänger- und Radlerbrücke trägt seit 1988 den Namen des französischen Partnerorts des Marktes Bad Abbach.

Die schöne Aussicht auf der Brücke lohnt sich allemal vom Sattel zu steigen. So stechen die Wahrzeichen des Kurortes Bad Abbach, die auf dem Schlossberg im neugotischen Stil des 19. Jahrhunderts erbaute Pfarrkirche St. Nikolaus sowie der aus dem frühen 13. Jahrhundert stammenden Heinrichsturm ins Auge.

Am Brückenende ist bei der Straßeneinmündung in die Donaustraße, die nach Großprüfening führt Vorsicht bei der Einmündung geboten.

Bild oben: Teilnehmer der Mut-Tour 

Die Marktgemeinde und Kurort Bad Abbach im Landkreis Kelhheim hat 12 241 Einwohner. Im Flurstück Ziegelfeld befand sich in der Römerzeit von ca. 180 n. Chr. bis zur Spätantike die Legio III Italica (Militärziegelei). 

Ganz in der Nähe befindet sich das Ausgrabungsareal eines römischen Gutshofes (Villa Rustica) mit Herrenhaus, Nebengebäuden und Badeanlage die wohl aus der mittleren römischen Kaiserzeit stammen. Die Grundmauern wurden bei Ausgrabungen in den Achziger Jahren entdeckt.

 Die Beschilderung weist am Radwege-Kreuzungspunkt der Charbonnières-les-Bains-Brücke in Bad Abbach etliche Radtouren aus. Neben den erwähnten Fernradwegen zweigen treffen hier auch regionale Radrouten aufeinander. So verläuft die Rundtour Stadt-Land-Fluss (34 km) von Bad Abbach über Poikam - Kapfelberg - Ausflugsgaststätte Frauenhäusl - Kelheim - Saal a.d. Donau nach Bad Abbach. Die Wasser und Schwefel Tour (34 km) verläuft über die Wallfahrtskirche Frauenbründl, - Teugn, Poikam - Matting (Donauüberquerung) - Bad Abbach.  

 Wer Zeit und Muße hat kann die Kaiser-Therme - ein Schwefel-Moorbad samt großzügiger Saunalandschaft besuchen. Bereits vor über 2000 Jahren entdeckten die Kelten und die Römer die heilsame Kraft des Schwefelwassers. 

Wer Oberndorf verkehrsfrei umfahren möchte, kann am Ortsrand auf den geschotterten Donaudamm abzweigen. 

Am Ortsende von Oberndorf setzt sich der Radweg nach Matting fort, bzw. man kommt bereits vom Donaudamm geradelt.

Bild oben: zwischen Oberndorf und Matting biegt der Radweg links zur Donau ab. Am rechten Straßenrand ist das Landkreisschild erkennbar das die Landkreisgrenze zwischen Kelheim und Regensburg markiert. Zudem befindet sich hier die Grenze des Regierungsbezirks Niederbayern und der Oberpfalz. 

Bis Regensburg verläuft der Radweg flussabwärts rechtsseitig der Donau.

In diesem Streckenabschnitt fallen die imposanten Kalksteinfelsen ins Auge.

Der Naherholungsort Matting liegt im Landkreis Regensburg. Ganz unbemerkt wurde die Bezirksgrenze von Niederbayern und der Oberpfalz überschritten.

Matting verfügt einen feinsandigen Donaustrand.

Matting steht bei Genuss- und Familienradler aus der Peripherie von Regensburg ganz hoch im Kurs. Zum einen weil die Strecke entlang der Donau topfeben ist zum anderen weil etliche Biergärten zum Pausieren einladen.

Die Wegweisung zeigt, dass entlang beider Uferseiten geradelt werden kann.

Der Radweg endet an der Donaufähre-Anlegestelle. Einige hundert Meter radelt man auf der Dorftraße "An der Donau". Auch wenn so gut wie kein Autoverkehr herrscht ist dennoch Vorsicht geboten. 

Die Gierseilfähre in Matting lässt man sprichwörtlich "links liegen", da bis Regensburg kein -Uferwechsel mehr erfolgt.

Viele Radfahrer nutzen die Fähre um über Lohstadt / Bad Abbach bzw. Sinzing / Regensburg eine abwechslungsreiche Rundtour in herrlicher Naturlandschaft zu unternehmen.

Besonders an schönen Wochenendtagen erfreuen sich die Gastwirte über massenhaft hungrige Gäste und durstige Kehlen, die in die Biergärten schwärmen.

Familienausflügler on Tour.

Inspirierende Naturlandschaft, flaches verkehrsfreies Terrain, ausgezeichnete Asphaltoberfläche und eine tolle radtouristische Infrastruktur sind Garant für entspannende Genusstouren.

Im Regensburger Ortsteil Prüfening wird die Sinzinger Eisenbahnbrücke unterquert. Die vorstädtische Bebauung zeigt die Stadtgrenze von Regensburg an. 

 Abzweigepunkt nach Sinzing zum Startpunkt des Schwarze Laber Radweg (95 km nach Neumarkt i.d.Opf.).

Vorbei an der Fähre Prüfening dass wobei der Radweg großflächige Parkanlagen quert und den Westbadweiher passiert.

Kurz darauf wird die Mariaorter Eisenbahnbrücke unterquert, wo ICE's nach Hamburg, Köln und Wien dahin gleiten. 

Eine weitere Via-Danubia-Schautafel, die hier über die römische Entstehungsgeschichte in Regensburg (79 n. Chr.) informiert. Der römisch-geschichtliche Streifzug auf dem Limes-Radweg findet nach 826 km in der fast zweitausend Jahre alten Stadt Regensburg mehr als einen würdigen Abschluss.

 Abzweigepunkt nach Mariaort (über die Eisenbahnbrücke) zum Fünf-Flüsse-Radweg nach Amberg-Nürnberg.

Der südliche Donaurand zwischen der Mariaorter Brücke und der Schillerwiese ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.  

Eingebettet zwischen Donautallandschaft und den Winzerer Höhen ist man sich in dem Naherholungsgebiet inmitten des Grüngürtels der unmittelbaren Stadtnähe gar nicht bewußt, 

Der Donaupark beim Westbadweiher bzw. das Donau-Ufer ist für Regensburger seit jeher ein beliebter Erholungsraum. 


2016 wurde der Donau-Radweg zum Schutz gegen Hochwasser um ca. 20 Zentimeter erhöht und auf einer Länge von 2,5 Kilometern komplett erneuert.

 

Die Stadt hat erst kürzlich die sogenannte Schillerwiese neu gestaltet und hübschte das beliebte Erholungsgebiet mit neuen Pflanzen, Kiesbänken und Sitzgelegenheiten richtig auf. Sogar ein Kunstwerk, das in luftiger Höhe ein kleines Holzhaus auf einem riesigen Bogen steh und  einen Schiffsbug darstellt wurde samt daneben stehender Pergola mit großen Weinblättern aus Aluminium aufgestellt.

Wer genau hinschaut, erblickt am gegenüberliegenden Ufer die Statue des Hl. Sankt Nikolaus, der den nördlichsten Punkt der Donau markiert. Nur einige hundert Meter entfernt befindet sich das Westbad samt Sauna-Paradies.

Übrigens: der heutige Weinanbau auf der Winzerer Höhe geht aller Wahrscheinlichkeit nach auf die Römer zurück.

  »Ad vinitores« – »Bei den Winzern« 

Wenngleich archäologische Zeugnisse fehlen ist davon auszugehen, dass der Weinbau an den Südlagen der Donau bis in die Römerzeit zurückreicht. Die latenische Bezeichnung »Ad vinitores« des Regensburger Stadtteils Winzer ist als Indiz zu werten, dass Legionäre des früheren Castra Regina den Weinbau bis am nördlichsten Punkt der Donau einführten. 
Erste urkundliche Erwähnungen des Weinbaus in Altbayern stammen aus dem 6./7. Jhrd. Der Bischof Aribo von Freising erwähnte 649 in der Vita des Heiligen Emmeram von Regensburg "regio Baiovariorum viniferax" - was übersetzt "das weintragende Land der Bajuwaren" bedeutet. 
Im Früh- und Hochmittelalter war der Weinbau an den Hängen der Donau in der Hand der Klöster, Herzöge und Herrensitze. Schon im 8. Jhrd. werden u.a. Winzer,  Kager und Kruckenberg als Weinanbaustätten schriftlich erwähnt. Im Jahr 1271 taucht erstmalig der Name »Baierwein« auf. 
Als Bier den Wein als Volksgetränk gegen Ende des Mittelalters ablöste, geriet der Weinbau in Vergessenheit.  Auch der Dreißigjährige Krieg trug zum Einbruch der altbayerischen Tradition entscheidend bei. Bis 1968 verringerte sich die Anbaufläche des »Baierweins« von geschätzten 2.000 Hektar in der Blütezeit auf den Tiefstand von 1 Hektar.
Vom »Baierwein« zum »Regensburger Landwein«: aufkommender Tourismus, bessere Rebsorten und optimierte Anbaumethoden ließen die Anbaufläche anwachsen und die Nachfrage des Baierweins steigen. 1983 wurde die Bezeichnung "Regensburger Landwein" eingeführt.
Heute reifen in sonnenbefluteter Südhanglage der Winzerer Höhen bei Kager bis nach Wörth a.d.Donau Rebsorten, die einen naturreinen Müller-Thurgau trocken bzw. Bacchus in guter Qualität hervorbringen. Der »Regensburger Landwein« - eine rare Spezialität unter den Weißweinen - findet mit seinem fruchtig leichten Bukett und säurearmen Aroma zunehmend bekennende Weinliebhaber.

Regensburg

Regensburg ist einer der ältesten Städte Deutschlands und war bayerische Hauptstadt des frühen Mittelalters. Die viertgrößte Stadt Bayerns gilt mit 165 000 Einwohnern als einer der prosperierendsten "Boomtowns" Deutschlands. Dank fast 1 000 Einzeldenkmäler bekam die am besten erhaltene mittelalterliche Großstadt Deutschlands 2006 den UNESCO-Welterbetitel verliehen.

Museen, Theater, Cafes, Kneipen, Lokale, Biergärten, Parkanlagen und (Schloss-) Festspiele laden zum Besuch und Flanieren ein.Mittelalterliche Gässchen und Plätze, einladende Cafes, Kneipen und Biergärten, herrschaftliche Patrizierhäuser und Geschlechtertürme - Regensburgs Altstadt geizt nicht mit ihren Reizen. Neben der wunderschönen Kulisse punktet Regensburg aber auch mit einer idyllischen Umgebung, die sich Radtouristen wie ein Sesam für traumhafte Tourerlebnisse öffnet. 

Bild oben: Porta Praetoria in Regensburg, das Nordtor des ehemaligen Legionslagers aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. Eines der ältesten Bauwerke ist das Nordportal Porta Prätoria "Unter den Schwibbögen". Gemeinsam mit der gleichaltrigen Porta Nigra in Trier ist es die einzige erhaltene römische Toranlage nördlich der Alpen. Geschätztes Alter etwa 2 000 Jahre. Da die Stadt seit 739 Bischofssitz ist, wählten allem Anschein nach die Bischöfe die repräsentative römische Toranlage als repräsentativen Residenzsitz. 

 Wer seinen Weg auf den Spuren der Römer fortsetzen möchte, kann auf der Via Danubia der weiteren Grenzlinie des römischen Weltreichs nach Passau folgen. Der Themenradweg greift das reichhaltige kulturhistorische Erbe der Region in der flachen Donauebene (Gäuboden) auf. Streckenverlauf: Donaustauf (Walhalla) - Bach a.d.Donau - Pfatter - Aholfing – Obermotzing – Rinkam – Straubing – Aiterhofen – Amselfing – Moosdorf – Irlbach – Loh – Stephansposching (Fährverbindung Mariaposching) – Plattling - Thundorf (Fährverbindung Niederalteich) - Osterhofen - Pleinting - Vilshofen a.d.Donau - Sandbach (Donauüberquerung) - Dreiflüssestadt Passau. An 17 Standorten wurden einheitlich gestaltete Informationstafeln aufgestellt, welche über die zum Teil noch sichtbaren Reste der römischen Geschichte in der jeweiligen Gegend informieren. Dieser Streckenabschnitt steht auf der World Heritage Tentative Liste (Entscheidung über die Welterbetitel-Nominierung Juni 2018).

Streckenabschnitte VIA DANUBIA

  • Bad Gögging - Regensburg 52 km
  • Regensburg - Straubing 56 km
  • Straubing - Plattling 46 km
  • Plattling - Passau 62 km

Ab Passau schließt sich der Römerradweg an, der 242 km über Bad Füssing-Innviertel-Attersee-Vöcklabruck-Wels nach Enns führt wo einst eine Legion mit 6.000 Mann stationiert war (Anschluß Donau-Radweg). Donaulimes in Österreich

Auf den Spuren des Imperium Romanum

  • Limes-Radweg Bad Hönningen - Regensburg (626 km)
  • Via Danubia Regensburg - Passau (162 km)
  • Römer-Radweg Passau - Enns (242 km)

 

 Castra Regina

400 v.Chr.: Der Regensburger Donauraum ist seit der Steinzeit besiedelt. 2006 wurden Nahe des späteren Legionslagers keltische Gräber mit hochwertigen Grabbeigaben ausgegraben 

79 n.Chr.: Die römische Entstehungsgeschichte Regensburgs begann mit dem Bau eines Kohortenkastells etwa 79 n. Chr. (heutiger Stadtteil Kumpfmühl). Das Lager diente 500-1000 Kohorten als vorgeschobener Beobachtungsposten für die Naab- und Regenmündung, um die sich später eine Zivilsiedlung (vicus) herum bildete. Kastell wie Zivilsiedlung(en) wurden vom Markomannensturm 80 Jahre später zerstört

179 n.Chr. errichteten die Römer am Regenufer zur Sicherung der Grenze gegen die Germanen das Legionslager <Castra Regina> (6000 Soldaten). Der Name leitet sich vom Fluss Regen ab, der in unmittelbarer Nähe des Römerlagers in die Donau mündet. Der Begriff <Regana> ist keltischen Ursprungs, der Gewässer und Flussläufe beschreibt. Der Festungsbau von Kaiser Marc Aurel - beurkundet durch eine steinerne Inschrift (hinterlegt im städtischen Museum) - ist mit seiner 10 m hohen Mauer, 4 Toranlagen und Türmen heute noch im Grundriss der Altstadt erkennbar

5.Jhrd.: Das Kastell - militärischer Hauptstützpunkt der Provinz Raetia - wurde von den Römern aufgegeben und verwandelte sich zu einer mauerbewehrten Zivilsiedlung. Germanische Siedler nannten den Ort Reganesburg (befestigte Siedlung gegenüber dem Regen), das in der Folgezeit zum ersten religiösen, politischen und wirtschaftlichen Zentrum Bayerns heranwuchs

6. Jhrd.: Reganespurc wird Herzogsresidenz der Agilolfinger und erste bayerische Hauptstadt. Der Name wird anno 819 in einer Traditionsurkunde in althochdeutscher (altbairischer) Sprache als "Regan" erwähnt. Das germanische Wort "-burg" deutet auf befestigte Siedlungen der Siedlungen wie z.B. Augsburg und Salzburg aus der Römerzeit hin

8. Jhrd.: Der Name Radaspona ist erstmals um 770 in der Literatur zu finden, was auf eine keltische Bezeichnung hindeutet. Die spätere französische Benennung Regensburgs „Ratisbonne“ beruht auf den keltischen Wörtern rate oder ratis „Wall“, „Stadtmauer“ und bona „Gründung“ oder „Stadt“

11./12. Jhrd.: in Regensburg brechen 3 Kreuzfahrerheere ins Heilige Land auf (u.a. unter Führung von Kaiser Friedrich I. Barbarossa)

1245 wurde Regensburg Freie Reichsstadt und lag als souveränes Territorium bis zu den Napoleonischen Kriege 565 Jahre lang als autarke Insel im „ausländischen“ Gebiet des Herzogtums Bayern 

12./13. Jhrd.: der Handel mit Paris, Venedig und Kiew floriert, was für Wohlstand und Reichtum vieler Kaufleute sorgt. Regensburg blüht wirtschaftlich auf, und wächst zu einer der größten Städte Deutschlands heran, in deren prosperierende Epoche auch die Steinerne Brücke gebaut wurde. Aus jener mittelalterlichen Blütezeit stammt die romanische und gotische Architektur, die heute das Gesicht der Altstadt prägt

Die Konkurrenz zwischen der Freien Reichstadt Regensburg und dem zu Bayern gehörenden Stadtamhof kommt im 1616-1620 errichteten reichsstädtischen Salzstadel und dem bayerischen Pendant - dem Andreas-Stadel(1634) - heute noch für alle sichtbar zum Ausdruck. Bayerische Herzöge umgingen das Zollrecht der freien Reichsstadt Regensburg am Salzhandel und demonstrieten die Macht des bayerischen Adels

1633 wurde Regensburg von schwedischen Truppen erstürmt, und 1 Jahr später von kaiserlichen und bayerischen Truppen zurückerobert

1748 wurde der kaiserliche Generaloberpostmeister Fürst Alexander Ferdinand von Thurn und Taxis zum Prinzipalkommissar ernannt, der familiäre Residenzsitz von Frankfurt nach Regensburg verlegt

1810: Die Freie Reichsstadt kam nach Ende des Immerwährenden Reichstages (1663 – 1806) durch Erstürmung französischer Truppen zu Bayern. Napoleon erzwang den Abritt des geistlichen Fürstentum Regensburg an das neugebildete Königreich Bayern

1838 wird Regensburg Hauptstadt des Kreises Oberpfalz und Regensburg, dessen geographische Fläche im wesentlichen die des heutigen Regierungsbezirks Oberpfalz entspricht

Fazit

Für geschichtsinteressierte Individualisten und Naturliebhaber, die eine gute Fitness verfügen ist der Limes-Radweg eine wahre kulturhistorische Fundgrube. Der Themenradweg entlang des Grenzlinie, die das Römische Imperium von den „wilden“ Germanen in der Antike trennte ist bereichernd für jene Menschen, die Interesse dafür zeigen. Der Obergermanisch-Raetische Limes wie der Donaulimes macht das Erbe der Römer greifbar und lebendig. Auf Schritt und Tritt bewegt man sich auf den Spuren der prunkvollen Vergangenheit des römischen Weltreiches, deren Herrschaft fast sechs Jahrhunderte andauerte. Überdies genießt man fernab von Ballungszentren durch schöne Ortskerne schmucker Städtchen und Dörfer sowie in ruhigen, unberührten Landstrichen eine inspirierende Radel-Idylle.