Streckenverlauf Raetischer Limes (Bayern 152 km)

Der Streckenabschnitt des Raetischen Limes in Bayern verläuft von Mönchsroth bei KM 616 (Landkreis Ansbach, Mittelfranken) wo steinerne Wachtürme teilweise wieder aufgebaut wurden - via Wilburgstetten - Ruffenhofen (Limeseum/Römerpark) - Wittelshofen - Ehingen - Dennenloher See - Gunzenhausen (archäologisches Museum) - Theilenhofen - Ellingen - Weißenburg i. Bay. (Limes-Informationszentrum) - Kipfenberg - Altmannstein - Hienheim (Donaufähre) nach Eining (Römerkastell Abusina, KM 768). Entlang der Strecke bieten sich in den mittelfränkischen Urlaubsregionen Romantisches Franken, Fränkisches Seenland und Naturpark Altmühltal zahlreiche Möglichkeiten spannende Zeugnisse aus der Zeit der Römer neugierig zu erkunden.

 Römerpark und Limeseum Ruffenhofen

Mit Römerpark und LIMESEUMin Ruffenhofen (das 2012 eröffnete LIMESEUM ist der erste Museumsneubau in Bayern seit der Ernennung des Limes zum UNESCO-Welterbe im Jahr 2005 und war für den Europäischen Museumspreis 2015 nominiert) sowie dem Römermuseum und Bayerischen Limesinformationszentrum in Weißenburgbefinden sich zwei Vorzeigeprojekte in der näheren Umgebung. Im Bayerischen Limes-Informationszentrum(untergebracht im Erdgeschoß des Römermuseums) gibt es alles Wissenswerte zum UNESCO-Welterbe „Grenzen des Römischen Reiches“ in Bayern. Informationen geben eine Vorstellung über Kastelle und stationierte Truppen an der Grenze vor 1800 Jahren. Nachbildungen römischer Soldatenausrüstung dürfen sogar angefasst und ausprobiert werden.

Grundlage für den Archäologischen Park sind ein Limeskastell sowie dazu gehörige Zivilsiedlung (beides Welterbe der UNESCO). Von einem Aussichtshügel ist das 40ha große Areal samt Kastell-Modell gut überblickbar. Die tatsächlichen Umrisse des damaligen Kastells markieren Heckenbepflanzungen.   

Der obergermanisch-raetische Limes ist eine bautechnische Meisterleistung, das mit rund 550 Kilometer das längste Bauwerk Europas darstellt. Des weiteren ist der der Grenzwall mit 250 Quadratkilometern das flächenmäßig größte Geländedenkmal Mitteleuropas. Die befestigte Grenze trennte damals das römische Imperium von Germanien, dem Land der Barbaren. Der Bayerische Limesverlief etwa 160 km von Aschaffenburg (Unterfranken)  - mit einem Unterbrechungsabschnitt durch Baden Württemberg - bis nach Eining bei Regensburg durch das heutige Bayern. Relikte des Limes sind auch heute noch zu sehen bzw. diverse Legionärslager wurden rekonstruiert. Seit 2005 gehört der Römerpark Ruffenhofenals Teil des römischen Grenzsystems zum UNESCO-Welterbe Limes.

Anschaulich präsentieren auf der Wegstrecke Museen die römische Vergangenheit, die museumspädagogischen Abteilungen bieten Erlebnistage, Workshops oder interaktive kindgerechte Ausstellungen wie beispielsweise im Römer- und Bajuwaren Museum Burg Kipfenberg bzw. im Römerpark und LIMESEUM in Ruffenhofen.

12 km hinter Mönchsroth trifft man auf den Römerpark Ruffenhofen (KM 628), der sich nur 800 m vom Limes-Radweg entfernt befindet.

Wegweiser am Abzweig zum Römerpark Ruffenhofen kurz vor Wassertrüdingen machen den Abzweig kenntlich. In Sichtweite des Hesselberg führt die Strecke weiter nach Ehingen und gelangt entlang des Kreuthweiher und des Dennenloher Sees nach knapp 30 km die Markgrafenstadt Gunzenhausen.

 An dem Radwege-Knotenpunkt verzweigen sich die Routen in vier Himmelsrichtungen.

 Lohnenswerter Abstecher: die Hesselbergstraße führt hinauf zum Hesselberg (ca. 6 km). Wer die Steigung von 250 hm nicht scheut, wird durch die exponierte Berglage mit einer sagenhaften Panoramaaussicht belohnt. Übrigens die einzige Stelle in Franken, von der bei guter Fernsicht der gezackte Alpen-Gebirgskamm sichtbar ist.

Touristikfilm Hesselberg

Ein weiteres wichtiges Etappenziel ist die Markgrafenstadt Gunzenhausen (16 513 Einwohner, KM 657) im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Der staatlich anerkannte Erholungsort liegt am Altmühlsee und bietet Radtouristen ein traumhaft erschlossenes Radtourennetz in alle Himmelsrichtungen.

Jedes Jahr werden entlang des Limes sehenswerte Schauspiele aufgeführt. Bild oben: Römer in zeitgenössischem Gewandt im Burgstallwald von Gunzenhausen.

Bild oben: Der stattliche Rundturm aus dem 14. Jahrhundert wurde gemäß seiner Nutzung ursprünglich auch Pulverturm bezeichnet, ebenso Diebsturm, da er einst als Pulvermagazin und Gefängnis benutzt wurde. Sein heutiger Name <Färberturm> stammt von einer Färberei, die am Fuße des Turmes betrieben wurde.

In Gunzenhausen präsentiert das Archäologische Museum im historischen Faulstich-Haus (18. Jh.) auf drei Etagen Exponate zur Vor- und Frühgeschichte von Stadt und Umland aus Stein-, Bronze-, Urnenfelder- und Hallstattzeit, die sich über fünf Jahrtausende Kultur- und Siedlungsgeschichte erstreckt.

 

 

 

 

 

 

 

Archäologisches Museum Gunzenhausen

Das Archäologische Museum im historischen Faulstich-Haus (18. Jh.) in Gunzenhausen schickt den Besucher auf eine Zeitreise durch fünf Jahrtausende Kultur- und Siedlungsgeschichte. Auf drei Etagen werden Exponate zur Vor- und Frühgeschichte von Stadt und Umland Gunzenhausen aus Stein-, Bronze-, Urnenfelder- und Hallstattzeit präsentiert. Es gibt Funde aus jungsteinzeitlichen Dörfern des Altmühltales, der Stockheimer Bronzeschatz (ca. 1200 v. Chr.) oder Objekte aus Hügelgräbern der Hallstattperiode (800–480 v. Chr.) zu sehen. Weitere Schwerpunkte sind: Römer am Limes, römischer Alltag, Mithras-Heiligtum und Frühes Mittelalter. Die römische Epoche wird mit Funden aus den Kastellen Gunzenhausen, Gnotzheim, Munningen und Theilenhofen sowie verschiedener Wachttürme entlang des Limes präsentiert.

Nachdem die vom fränkischen Baustil geprägte Altstadt und das Museum für Vor- und Frühgeschichte mit römischen Funden aus der Region um Gunzenhausen - besichtigt wurde führt der Limes-Radweg durch eine feuchte wiesenreiche Ebene. Im Burgstallwald und bei Rittern sind Reste der raetischen Mauer und steinerne Fundamente von Wachttürmen gut erhalten. Das nächste Etappenziel ist die Stadt Ellingen (3 713 Einwohner, KM 682)) wo sich das Deutschordenschloss Ellingen befindet. 

Bild oben: Residenz Ellingen. Die Schlossanlage wurde von 1717-1721 erbaut. Die Stadt Ellingen bietet einige wichtige Sehenswürdigkeiten wie z.B. das Castrum Sablonetum, Deutschordensschloss mit Fürstlichem Brauhaus und Schlosspark, Franziskanerkloster, Kath. Pfarrkirche St. Georg, Mariahilfkapelle, Maximilianskirche (genannt Fischkirche), Pleinfelder Tor, Rathaus, Ellinger Plateosaurus und Römischer Kaiser.

Kurzzeitig wird auf dem identisch verlaufenden Altmühltal-Radweg gefahren.

An der Kreuzung muss man sich entscheiden, ob ein Abstecher zum Castrum Sablonetum erfolgt oder auf der Originalroute direkt nach Weißenburg geradelt wird.

Limesrundweg, Castrum Sablonetum 

Bild oben: im Hintergrund das reich verzierte Ellinger Rathaus, das in der Stadtmitte an der Kreuzung Weißenburger Straße/Schlossstraße steht. Das spätbarocke Gebäude wurde von 1744 bis 1747 vom Deutschen Orden von Franz Joseph Roth (Stuckateur und Baumeister) erbaut. 

Nach Weißenburg sind es nur 4 km. Bis zur Römerstadt gilt es 200 hm zu überwinden.

Gleich mehrere echte Highlights auf den Spuren der Römer gibt es in Weißenburg (18 256 Einwohner, KM 686) zu besichtigen. Hier befindet sich nicht nur das teilrekonstruierte Kastell Biriciana sondern darüber hinaus Römische Thermen und der größte römische Schatzfund Deutschlands. Das Römermuseum der Stadt beherbergt zudem das Zentrale Bayerische Limes-Informationszentrum.

Bild oben: von ehemals drei Stadttoren blieb nur das mittelalterliche Ellinger Tor erhalten, das bereits zwei Briefmarken der Deutschen Bundespost zierte. Der Hauptturm stammt aus dem 14. Jh. und wurde 1510 um zwei kleinere Türme mit geschwungenen Kuppelhauben erweitert. Hier trennt sich das Déjà-vu mit dem Altmühltal-Radweg. Der Limes-Radweg führt auf der Ringstraße und Niederhofener Straße stadtauswärts weiter Richtung Kipfenberg.

Kastell Biriciana

Für den geschichtsbewußten Limes-Radler gehört natürlich der Besuch des Kastell Biriciana (Am Römerlager), das Römermuseum und Bayerische Limes-Informationszentrum (Martin-Luther-Platz 3) sowie die Römischen Thermen (Am Römerbad 17 a) zum "Pflichtprogramm".

RömerMuseum

Nach einem germanischen Überfall (250 n. Chr.) wurde der „Weißenburger Schatz“ erst 1979 entdeckt. Nach dem Erwerb durch den Freistaat Bayern (1980) wurde das RömerMuseum als Zweigmuseum der Archäologischen Staatssammlung München gegründet und 1983 eröffnet. Seitdem kann der Weißenburger Römerschatz, bestehend aus einzigartigen Götterfiguren sowie Votivtafeln, Sakralgefäße, Alltagsgegenstände sowie Paradeausrüstungsteile hier besichtigt werden.

Limes-Informationszentrum

Im Bayerischen Limes-Informationszentrum erfährt der Besucher alles Wissenswerte zum UNESCO-Welterbe „Grenzen des Römischen Reiches“ in Bayern. Informationen zu den Kastellen und den am Limes stationierten Truppen vermitteln eine Vorstellung wie die das Leben an den Grenzsicherungsanlagen vor 1800 Jahren aussah.

Römische Thermen

Die 1977 entdeckte Thermenanlage gewährt einen vielsagenden Einblick in die angenehme Lebenswelt römischer Kultur. Thermen der antiken Welt waren nicht nur Ort der luxuriösen Entspannung und Erholung sondern vor allem auch ein äußerst beliebter sozialer Treffpunkt. So kamen bei Sport und Spiel leibliche Genüsse wie Essen und Trinken wahrlich nicht zu kurz. Darüber hinaus ließen an diesem Ort vorzüglich Geschäfte erledigen bzw. Klatsch und Tratsch austauschen, weshalb sie von der gesamten Bevölkerung besucht wurden. Dabei genügten Thermen nicht allein dem Vergnügen und Zeitvertreib, sondern Bäder stellten die Sauberkeit, Hygiene und Gesundheit der Menschen sicher. 

 

 

Streckenabschnitt Weißenburg i. Bay. - Kipfenberg (41 km)

Ab Weißenburg verläuft der Limes-Radweg in östlicher Richtung über Oberhochstatt - Raitenbuch - Eckertshofen - Hirnstetten - Pfahldorf - nach Kipfenberg (KM 727). Der Markt Kipfenberg macht mit seinem Limesfest das 2018 sein 50-jähriges Jubiläum feiert und historischen Darbietungen alljährlich auf seine Lage am römischen Limes aufmerksam. 

Das Fest startet am 10. August um 18.00 Uhr mit dem Aufmarsch der Römer und Germanen auf dem Marktplatz, sowie der Vorstellung der neuen Limeskönigin, die von ihrem römischen Gefolge begleitet wird. Höhepunkt ist der große Festumzug am 12. August. Nach dem Aufmarsch der Römer und Germanen um 14.00 Uhr gibt es am Marktplatz Geschichten zum römischen Limes zu hören.

Streckenabschnitt Kipfenberg - Altmannstein - Eining (40 km)

In Kipfenberg stösst die Via Raetica (Nordroute) von Donauwörth auf den Limes-Radweg. 

Kurz bevor man auf die Donau trifft und diese überquert erwartet einem in Hienheim ein wieder aufgebauter Limesturm.

In Hienheim rauf auf die Fähre, in Eining wieder runter 

In Hienheim (Landkreis Kelheim) wird auf der Donau mit der Gierseilfähre nach Eining übergesetzt. 

Eining

Verlockenderweise wird man am gegenüberliegenden Donauufer direkt an einem großen Biergarten mit Gastättenbetrieb abgesetzt, was eine sofortige Weiterfahrt wohl bei den meisten Radfahrern verhindert. Besonders am Wochenende steuern viele Ausflugsgäste die traditionsreiche Lokalität an der Donau an.

Donau-Radweg

Ab dem Schnittpunkt des trockenen mit dem "nassen" Limes (Donau) beim Römerkastell Abusina ist die Streckenführung mit dem internationalen Donau-Radweg bis auf die Schleife Weltenburg-Kelheim nach Regensburg (Oberpfalz) identisch. Der populäre Flussradweg-Klassiker ist Teil der 4 448 km langen EuroVelo-Route 6. Die <Atlantic Black Sea Route> verläuft von Nantes - (F) – Basel (CH) - Ulm – Regensburg – Passau – Linz (A) – Wien (A) – Bratislava (SK) – Budapest (H) – Ossijek (HR) – Belgrad (SRB) – Bucarest (RO) nach Constanta (RO).

Die Lage des Auxiliarskastell Abusina aus der mittleren Kaiserzeit und der Spätantike (1.-5. Jh. n. Chr.) war am Zusammenfluss der Abens und Donau klug gewählt, zumal der Limes in Eining endete.  Die Rekonstruktionen vermitteln nur ansatzweise einen Eindruck wie umfangreich die Grenzsicherungsanlage einst tatsächlich war. 

Die Anlage bietet mit seinen schattigen Plätzen im Grünen einen idealen Ort für eine entspannende Radlerpause.

Schaubilder informieren über das  Römerkastell Abusina, das um 80 n. Chr. zunächst als Holzkonstruktion errichtet und später um 150 n. Chr. in Steinbauweise erneuert wurde. Zwar wurde das Kastell 180 n. Chr. erstmals von den Markomanen überrant, erlebte aber in der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts seine Glanzzeit. Das Kastell Eining (KM 768) markiert geographisch den Schnittpunkt des Raetischen Limes und des Donau-Limes. 

Jedes Jahr erwacht das Kohortenkastell zu neuem Leben, wenn im August drei Tage lang ausgelassen das Römerfest gefeiert wird.   

Von April bis September finden jeden Samstag um 10:30 Uhr Führungen statt. Ansonsten sind Führungen für Gruppen jederzeit nach vorhergender Absprache möglich.