Weltenburger Enge

In der Weltenburger Enge zwängt sich die Donau durch wuchtige Kalkstein-Felsen der Oberjura-Zeit. Es ist geläufig die Schlucht als "Donaudurchruch" zu bezeichnen, allerdings ist dies nicht korrekt, da das heutige Flussbett bereits von einem früheren Nebenfluss genutzt wurde. Demzufolge floss die "Ur-Donau" früher im heutigen Altmühltal. 

Ursprünglich grub sich nur ein unbedeutender Nebenarm der Donau in den massiven Jurafels zwischen Kelheim und Weltenburg, während das Groß der Wassermassen der Urdonau sich im Verlauf von fünf Millionen Jahren weiter nördlich ihren Weg durch die Kalktafeln der Fränkischen Schweiz bahnte was das Altmühltal zwischen Dollnstein und Kelheim entstehen ließ. Die "Querverbindung" zum Urdonautal stellte das so genannte Wellheimer Trockental nahe Neuburg a. d. Donau her. Demzufolge schürfte sich ein Nebenfluss der Urdonau so tief in den Boden, bis vor 150.000 Jahren die Verbindung zur Urdonau entstand und im Laufe der Zeit die Donau das bereits bestehende Flussbett nutzte.

 Europadiplom 

Seit 1978 wird das Naturschutzgebiet "Weltenburger Enge" nach turnusgemäßer Überprüfung des Europarats - ein Zusammenschluss von 48 europäischen Staaten - mit dem Europadiplom ausgezeichnet. Wie Landrat Martin Neumeyer (Landkreis Kelheim) bekannt gab, wurde die Weltenburger Enge für weitere zehn Jahre (bis 2028) als „Naturerbe von europäischem Rang“ mit „Europadiplom“ erneut ausgezeichnet. Der pensionierte Nationalpark-Direktor Robert Brunner, der für den Europarat die „Diplomwürdigkeit“ überprüfte, wies mahnend auf verbindliche Auflagen wie z.B. Wegegebote und Campingverbote sowie strenge Regelungen für Schifffahrt und Zillen bzw. Kletterkonzept hin. Unerlaubte Stopps auf den Kiesbänken ist untersagt, da es am Donauufer Brutvögel, Insekten und anderes Getier in seinem angestammten Lebensraum bedroht. 

Die Schiffsanlegestelle befindet sich 400 m flussabwärts vom Kloster. 

Hochwassermarken mit Datumsangabe zeugen davon, dass das Kloster Weltenburg in Vergangenheit häufig von zerstörerischen Hochwasserfluten heimgesucht wurde. Schäden in Millionenhöhe veranlasste die Benediktinerabtei 2006 viel Geld in Hochwasserschutzmaßnahmen zu investieren.

Die Schiffspassage durch das Naturschauspiel der Weltenburger Enge (Radtransport möglich) ist absolut lohnenswert. Die Fahrzeit beträgt flussabwärts 20 min., flussaufwärts 40 min.

Hinsichtlich des Naturschutzes und der großen Artenvielfalt in diesem Gebiet darf die "Weltenburger Enge" nur von Ausflugsschiffen der "Kelheimer Weißen Flotte" sowie begrenzt zugelassenen Zillen bis zum Kloster Weltenburg befahren werden. Ansonsten ist die Donau flussabwärts erst ab Kelheim bis zur Mündung am Schwarzen Meer (2415 km) für die Freizeit- und Binnenschifffahrt befahrbar. 

In Abhängigkeit des Pegelstandes säumen mehr oder weniger große Kiesstrände das Donauufer.

Abschalten, Staunen und Relaxen - dazu erfährt man während der Schiffspassage über Lautsprecher nicht nur viel Wissenswertes über diese sensible Naturregion sondern erfährt auch Interessantes anhand überlierferter Sagen.

 Ein idyllischer Rad- und Fußweg führt von der Anlegestelle Kelheim/Donau flussaufwärts in Richtung "Lange Wand/Weltenburger Enge", der 3 km asphaltiert und nach einem weiteren Kilometer auf unaspaltierter Oberfläche als Sackgasse endet. Der Weg führt am Orgelmuseum in der ehemaligen Franziskaner-Klosterkirche sowie an der Einsiedelei Klösterl aus dem 15. Jahrhundert vorbei wo man die Felsenkirche und Nikolauskapelle (Öffnungszeiten beachten) besichtigen kann oder geruhsam im Biergarten verweilt.

Die Donau ist mit einer Gesamtlänge von 2857 km nach der Wolga der zweitgrößte und zweitlängste Fluss in Europa. Ab der Vereinigung der beiden Quellflüsse Brigach und Breg im Schwarzwald nahe Donaueschingen trägt der Fluss den Namen Donau. Der deutsche Abschnitt misst von der (offiziellen) Quelle in Donaueschingen bis zur österreichischen Landesgrenze 650 Flusskilometer. Die Kilometrierung weicht von der Regel ab den Nullpunkt an der Quelle zu setzen. Deswegen beziehen sich die Kilometerangaben auf die Entfernung bis zur Donaumündung (Sulina) am Schwarzen Meer (siehe Bild oben).


Bild oben Einsiedelei: - die Felsenhöhle eines Erimiten wurde 1454 von den Franziskanern übernommen. Diese errichteten ein kleines Kloster mit Kapelle, dem so genannten "Bruderloch". Im Zuge der Säkularisation ging das Klösterl 1803 in den Besitz des Königreiches Bayern über, der es später an Privatleute übereignete. 1880 wurde die Gastwirtschaft "Klösterl" eröffnet, die bis heute ihre Pforten in den Sommermonaten geöffnet hat.            

Als Radfahrer genießt man auf Deck die herrliche Auszeit, saugt die faszinierende Landschaft mit allen Sinnen auf und sammelt neu Energie.

Ludwig der KELHEIMER - ein Schiff mit geschichtsträchtigem Namen. Ludwig I. war im 13. Jahrhundert Herzog von Bayern sowie Pfalzgraf bei Rhein und gehörte dem Geschlecht der Wittelsbacher an. Den Beinamen "der Kelheimer" erhielt er, weil er in Kelheim einem Attentat zum Opfer fiel.

 Die Mündungsstelle des Ludwig-Donau-Main-Kanal - umgangssprachlich auch als Ludwigskanal benannt ist vom Schiff aus gut sichtbar. Der Kanal stellte im 19./20. Jahrhundert eine 172 km lange durchgängige Wasserstraße zwischen der Donau in Kelheim und dem Main bei Bamberg her. Die außergewöhnliche Bauleistung lag in der Übewindung der Europäischen Hauptwasserscheide. Sage und schreibe 100 Schleusen waren nötig - teilweise in den Flüssen Altmühl und Regnitz - um den Höhenunterschied von 264 Metern (80 m Aufstieg von der Donau und 184 m Abstieg zum Main) zu bewältigten. Als neuzeitlicher Nachfolger des aufgelassenen  gilt der 1960-1992 errichtete Main-Donau-Kanal. Auf dem Streckenabschnitt zwischen Beilngries und Nürnberg ist der Ludwig-Donau-Main-Kanal im historischen Umfang weitgehend erhalten. Radfahrer können einen Teilabschnitt auf dem Fünf-Flüsse-Radweg von Neumarkt i.d.Opf. bis kurz vor Nürnberg entlang des Ludwigkanals radeln. 

Kelheim ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises im Regierungsbezirk Niederbayern und hat 16 442 Einwohner. Sie liegt unterhalb des Michelsberg - auf dem die Befreiungshalle trohnt - bzw. an der Mündung der Altmühl in die Donau.

Für Touristen ist die Schiffsfahrt durch die Weltenburger Enge inklusive Besuch des Weltenburger Klosters ein echtes touristisches Highlight. Immerhin zählt die "Weltenburger Enge" zu den „100 schönsten Geotopen Bayerns", welche vom Bayerischen Landesamt für Umwelt ausgesucht werden.