Kulinarik

Ein altbekanntes bayerisches Sprichwort besagt: "Speis & Trank hält Leib und Seele zamm". In dieser Beziehung pflegt die Feinschmecker-Region Oberpfalz eine gediegene Esskultur, weswegen in der „guten Stube“ von Regensburg der Geschmackssinn zu seinem Recht kommt. Es ist nichts Neues, dass es in Bayern erstklassige Restaurants gibt, die von Restaurantführer wie Michelin, Gault&Millau, Feinschmecker, Varta oder Gusto empfohlen werden. Wie der 2015 veröffentlichten Gerolsteiner Restaurant-Bestenliste zu entnehmen ist, befinden sich einige Top-Adressen augezeichneter Restaurants auch in Regensburg bzw. angrenzenden Landkreisen.

Wie heißt es so schön: Liebe geht durch den Magen, was nach energiezehrenden Radtouren erst recht zutrifft. Köstlichkeiten wie das Zoiglbier, der Regensburger Landwein, das Juradistl-Lamm, Regensburger Bratwürstl und der Oberpfälzer Karpfen stehen als lukullischer Hochgenuss stellvertretend für diese bayerische Region. Orginelle oberpfälzische Schmankerl, die die Geschmacksrezeptoren auf Trab halten. Weitere regionaltypische Spezialitäten sind der "Weichser Radi“, der im Stadtteil Weichs auf dem Lößboden des Donauufers gezogen wird. Auch Leberkässemmel bzw. Bratwürstel mit süßem Regensburger Senf - weltweit exportiertes Lebensmittel - sind heiß begehrt. "Knacker", deren Name von ihrer Hauptzutat - dem Genickfleisch herrührt (bayerisch: Gnack) werden unterschiedlich zubereitet. Sowohl kalt als Wurstsalat oder gebraten als Knackersemmel sind sie so oder so eine Delikatesse. Die Regensburger Knackersemmel "mit allem" (Meerrettich, Senf und Essiggurke) hat Kultstatus.

                                

Der Genuss der berühmten Regensburger Bratwürstl aus der ältesten Bratstube der Welt - der Wurstkuchl gehört zum Pflichtprogramm der Touristen. Sie ist beileibe kein x-beliebiges Wirtshaus sondern eine Weltmarke und berühmtes Regensburger Wahrzeichen. Die rauchigen Grillwürstl aus Regensburgs Historischer Wurstkuchl mit ihrer fast 650-jährigen Geschichte sind der geschmackliche Renner. Hausgemachte Bratwürste aus purem Hinterschinken vom Schwein, gegrillt über offenem Holzkohlenfeuer schmecken nicht nur lecker sondern sind absoluter Kult. Serviert mit würzig-süßem Wurstkuchlsenf nach streng geheim gehaltener Gewürzrezeptur, dazu Sauerkraut aus eigenem Gärkeller, knusprige Schwarzer-Kipferl und ein vollmundiges Bier aus hiesiger Brauerei - fertig ist der orginelle Gaumenschmaus made in Regensburg. Dazu wird auch der Sehsinn verwöhnt, denn die Traumlage im Angesicht mystischer Donaustrudel erlaubt einen Erste-Sahne-Blick auf das  »8.Weltwunder«. Im Schatten des mehrgeschössigen Salzstadels trotzt die altehrwürdige »Kuchl« schon Jahrhunderte dem Hochwasser. Das Gebäude diente im 12. Jahrhundert den Erbauern als Baubüro und Imbiss. Es wird gemunkelt, dass die Brücke nur deshalb so schön wurde, weil die Würstl so lecker waren. Glaubhaft wiederlegt ist diese These indes nicht. 

Die »Kuchl« musste schon viel Ungemach überstehen: Hochwasser, Brand bis zum Mittelfränkisch-Oberpfälzischen "Würstlkrieg". Für lokalpatriotische Regensburger gab es noch nie was dran zu deuteln, dass die historische Wurstkuchl am Fuße der Steinernen Brücke die älteste Bratwurstküche der Welt ist, und die Bratwurst aus Regensburg stammt. Allerdings bedurfte diese Tatsache für die fränkischen Nachbarn erst eines - rechtlich nicht bindenden - Schiedsspruchs des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes. Im Jahr 2000 ging es sprichwörtlich um die "Broudworschd", als sich Nürnberg das Markenzeichen als "geistiges Eigentum" schützen lassen wollte. Nürnberg darf sich zwar stolz mit dem Attribut "älteste Bratwursthaus der Welt" rühmen (Gebäude ist 2 Jahre älter), doch der entscheidende Titel „älteste Bratwurstküche der Welt“ geht nach Regensburg. Da - urkundlich belegt - in der Wurstbude am Ufer der Donau ab 1378 Bratwürste gegrillt wurden und in Nürnberg erst 1419, ist die »Kuchl« dem fränkischen Pendant um etliche Wurstlängen voraus. Dem Gast dürfte es ziemlich wurscht sein, Hauptsache er bekommt "gscheide" frisch und knackig gebratene Bratwürstel serviert. 

Manchmal braucht es Engelsgeduld, einen der 30 begehrten Sitzplätze im historischen Stüberl zu ergattern (Reservierung für größere Gruppen ist ratsam). Laut Juniorchef Andreas Meier - der die Familientradition seit 1806 in letzter Generation fortführt - werden online bestellte, luftdicht in Dosen verpackte Würstl samt Wurstkuchlsenf in alle Herren Länder verschickt.   

Dass die Begriffe "Bayern" und "Bier" unzertrennlich miteinander verbunden sind ist weit mehr als ein Klischee, schließlich stammt das Reinheitsgebot aus dem Jahre 1516 vom Bayerischen Herzog Wilhelm VI. Doch schon vor  dem ältesten Lebensmittelgesetz der Welt gab es Anfang des 15. Jahrhundert in der Oberpfalz eine Verordnung. Regensburger Stadträte tranken damals "böses und arges Bier" und erstellten einen strengen Ehrenkodex, der es Brauern unter Androhung hoher Geldstrafen verbot, andere Zutaten als Wasser, Hopfen und Malz zu verwenden. Die Regensburger Bierordnung war also der Vorläufer des späteren amtlichen Reinheitsgebots.  

Was kaum bekannt ist: an den Steilhängen des Regensburger Vorwalds erstreckt sich von Kager bis Wörth a.d.Donau das kleinste Weinbaugebiet der Welt. Zugleich ist es Deutschlands jüngste und mit rund 20 km Länge auch kürzeste Weinstraße. Unvorstellbar, dass hier eine 1 500 jährige Weinbautradition schlummert. Rund 20 Winzer haben sich neben Regensburg-Winzer mit den Landkreisorten Pentling, Tegernheim, Donaustauf, Bach a.d.Donau, Kruckenberg, Wiesent und Wörth a.d.Donau zusammengeschlossen und bewirtschaften seit der 70 er Jahre eine Rebfläche von ca. 4 ha. Wie klein das Gebiet wirklich ist, zeigt der Rebflächenvergleich mit Franken, wo 6 000 Hektar kultiviert werden. Eine zumeist über 50 % steile Hangneigung bedingt eine intensive Sonneneinstrahlung, die einen qualitativ gehobenen, meist trockenen Tafelwein mit gebietstypischem Charakter hervorbringt. "Staubtrocken" aber mit unvergleichlichem Armona - oft in Kabinettqualität - entdecken Weinliebhaber zunehmend den Regensburger Landwein als kraftvollen Weißwein. Der geringe Produktionsausstoß macht den edlen Tropfen aus der Oberpfalz zur begehrten Rarität. 

Selbst die Stadt Regensburg (Gartenamt) betreibt einen rund 1.000 Quadratmeter großen städtischen Weinberg im Ortsteil Winzer. Der Rotwein "Salutaris" ist jedoch streng rationiert und unverkäuflich – nur Regensburger Bürger, die ihren 90. Geburtstag feiern oder Persönlichkeiten die sich in besonderer Weise um die Stadt verdient machten, bekommen vom Oberbürgermeister persönlich eine Gratisflasche überreicht. Jeder Salutaris-Jahrgang erhält eigens von einem Künstler entworfenes Flaschenetiketten-Motiv. Anlässlich einer Wein-Verkostung der "Stadtoberen" mit OB Joachim Wolbergs in den nostalgischen Kellergewölben unter dem Historischen Reichssaal sagte Gartenamt-Leiter Hans Dietrich Krätschel: „Wollen wir eine Duftmarke setzen, dass man in Regensburg richtig gut leben kann“. 

Informationstafeln entlang des Donauradweges und der Via Danubia vermitteln in dem 25 km langen Streckenabschnitt zwischen Regensburg und Wörth a.d.Donau Wissenswertes zu dem Thema. Etliche Weinstuben mit schönen Gartenterrassen säumen in der Nähe den Radweg. Mehr zur Geschichte des Baierweins: Baierweinmuseum 

   »Ad vinitores« – »Bei den Winzern« 

Wenngleich archäologische Zeugnisse fehlen ist davon auszugehen, dass der Weinbau an den Südlagen der Donau bis in die Römerzeit zurückreicht. Die latenische Bezeichnung »Ad vinitores« des Regensburger Stadtteils Winzer ist als Indiz zu werten, dass Legionäre des früheren Castra Regina den Weinbau bis am nördlichsten Punkt der Donau einführten. 

Erste urkundliche Erwähnungen des Weinbaus in Altbayern stammen aus dem 6./7. Jhrd. Der Bischof Aribo von Freising erwähnte 649 in der Vita des Heiligen Emmeram von Regensburg "regio Baiovariorum viniferax" - was übersetzt "das weintragende Land der Bajuwaren" bedeutet. 

Im Früh- und Hochmittelalter war der Weinbau an den Hängen der Donau in fester Hand der Klöster, Herzöge und Herrensitze. Schon im 8. Jhrd. werden u.a. Winzer,  Kager und Kruckenberg als Weinanbaustätten schriftlich erwähnt. Im Jahr 1271 taucht erstmalig der Name »Baierwein« auf. 

Als Bier den Wein als Volksgetränk gegen Ende des Mittelalters ablöste, geriet der Weinbau in Vergessenheit. Auch der Dreißigjährige Krieg trug zum Einbruch der altbayerischen Tradition entscheidend bei. So verringerte sich die Anbaufläche des »Baierweins« von geschätzten 2.000 Hektar in der Blütezeit bis 1968 auf den Tiefstand von 1 Hektar.

Vom »Baierwein« zum »Regensburger Landwein«: aufkommender Tourismus, bessere Rebsorten und optimierte Anbaumethoden ließen die Anbaufläche anwachsen und die Nachfrage des Baierweins steigen. 1983 wurde die Bezeichnung "Regensburger Landwein" eingeführt.

Heute reifen in sonnenbefluteter Südhanglage der Winzerer Höhen bei Kager bis nach Wörth a.d.Donau Rebsorten, die einen naturreinen Müller-Thurgau trocken bzw. Bacchus in guter Qualität hervorbringen. Der »Regensburger Landwein« - eine rare Spezialität unter den Weißweinen - findet mit seinem fruchtig leichten Bukett und säurearmen Aroma zunehmend bekennende Weinliebhaber.

Anreise mit dem PKW

Bundes-Autobahn A 3

Köln – Frankfurt – Nürnberg – Regensburg – Passau – Wien 

Bundes-Autobahn A 93

München – Regensburg – Weiden – Hof – Dresden

Bundesstraßen

B 8, B 15, B 16

 

           Regensburg - ein Fest der Sinne

Für begeisterungsfähige Radtouristen öffnet sich in Regensburg sprichwörtlich der Sesam. Einerseits auf inspirierenden Tagestouren Kraftquellen der Natur anzapfen, andererseits am großstädtischen Flair, Veranstaltungen, Konzerte und Nightlife teilhaben. Dem Sog des Alltags entfliehen und nach Rückkehr die jüngsten Erlebnisse im Kopfkino Revue passieren lassen. Es gibt doch nichts schöneres als nach erfrischender Dusche die Systeme herunter zu fahren und sich genussvoll den schönen Dingen des Lebens zu widmen. Gediegen speisen und abends wenn bei lauer Luft der Bär steppt, sich einen Aperol Spritz, Hugo, Bier oder Gläschen Wein zu gönnen und hingebungsvoll klassischen Klängen bzw. der Jazzmusik zu lauschen - der inneren Balance tut's gut. 

Die Kombination von Städte- und Radtourismus mag auf den ersten Blick ungewohnt erscheinen, superspannend ist sie allemal. Spielt z.B. das Wetter nicht mit oder steht einem der Sinn nach anderem als Radfahren, gibt es ein Bündel an unterhaltsamen Optionen. So sorgt z.B. eine Stadtführung - es gibt über 100 zertifizierte Gästeführer - Bade- und Wellness-Saunaspaß im Westbadoder eine Schifffahrt für willkommene Abwechslung. Oder man wird im Walderlebniszentrum (Hochseilgarten Riegling) bzw. im nah gelegenen
Kletterzentrum von Kareth / Lappersdorf andersweitig aktiv.

Einzigartige Attraktion ab 2015: eine naturnahe Erlebnisschifffahrt auf der Donau wie vor 500 Jahren. Der historischen Nachbau des Retro-Schiffs „Siebnerin“ ging 2009 in Aschach Nahe Linz in Betrieb und liegt seit Herbst 2014 angetäut an der Donaulände in Regensburg. Solche Holzkähne dienten früher vorwiegend dem Salztransport - dessen wertvoller Rohstoff damals als „Weißes Gold" europaweit gehandelt wurde. Das historische Donaufrachtschiff war bereits Kulisse der Krimiserie von ZDF und ORF „Soko Donau“. 

Wer die "nördlichste Stadt Italiens" mit ihrem hohen Freizeitwert als Urlaubsort für sternförmige Tagestouren wählt, schlägt mehrere Fliegen mit einer Klappe. Die Mischung unvergessliche Naturerlebnisse in stiller Einsamkeit mit touristischen Vorzügen einer Großstadt zu kombinieren vereint fesselnde Gegensätzlichkeiten die unterschiedlicher nicht sein könnten. Damit kommen körperliche Aktivitität, Naturgenuss, Kultur, Geschichte und Kulinarik gleichermaßen zu Geltung. Entlang an Flussauen, Seeufern, fruchtbaren Gartenlandschaften, Obsthaine, Streuobstwiesen, idyllischen Altwasserarmen und sauerstoffreicher Waldpassagen Ruhe und Entspannung finden und ab und an Halli Galli im Großstadt-Trubel erleben konstrastiert einen unglaublich reizvollen Spannungsbogen. Von meditativen Momenten bis ausgelassener Feierlaune lässt sich in Regensburg vieles unter einen Hut bringen. Ein Mehrwert, mit dem die Welterbestadt mit Fug und Recht wuchern kann. 

Schlagen sie ihre Zelte im Welterbe Regensburg auf, von deren Radwege-Drehscheibe sie Tag für Tag neue unberührte Naturlandschaften entdecken. Die Routen sind ein wahres Gedicht, die jeden passionierten Tourenliebhaber hellauf begeistern und ins Schwärmen bringen. Zu Risko und Nebenwirkungen bleibt mit Augenzwinkern abschließend zu sagen: der gutartige Suchtvirus hat in diesem Radparadies wahrlich leichtes Spiel.

 

Altes Rathaus
Rathausplatz 4
93047 Regensburg
 

Tel.: +49 941 507 - 4410, -4411, -4412
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Öffnungszeiten:

Mo.- Fr. von 9.00 Uhr - 18.00 Uhr

Samstag von 9.00 Uhr - 16.00 Uhr

So. + Fei. 01.04.-31.10. von 9.30 Uhr - 16.00 Uhr

So. + Fei. 01.11.-31.03. von 09.30 Uhr - 14.30 Uhr

Samstage im Advent von 9.00 Uhr - 18.00 Uhr

Kartenvorverkauf nicht an Sonn- und Feiertagen  

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