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Bayern macht sich locker

Seit über einem Jahr wird unser alltägliches Leben von der Corona-Pandemie regelrecht vereinnahmt. Geplagt vom unüberschaubaren Vorschriftenwirrwarr, ständig wechselnden Regularien sowie dem Inzidenz-Jojo in den Städten und Landkreisen hält man kaum noch Schritt den Durchblick zu behalten. Dass die massiven Einschnitte den Menschen zunehmend auf den Zeiger gehen bzw. sie der medialen Dauerberieselung überdrüssig geworden sind ist wohl keinem zu verdenken. Eingeschränkte Reise- und Bewegungsfreiheit, inzidenzabhängige Regelungen wie Kontaktbeschränkungen, Ausgangssperren, Maskenpflicht, Testpflicht usw. schüren die Sehnsucht nach Entspannung und Normalität. Kein Wunder, wenn die Psyche nach all den Querelen buchstäblich reif für die "Insel" ist. Das Bedürfnis nach Tapetenwechsel, Bewegung, Freiheit, Urlaub, Naturgenuss und Sozialkontakte wächst unaufhörlich.

Der Coronavirus hat den Lebensnerv des Tourismus heftig getroffen, doch mit der neuen 13. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (BayIfSMV) treten ab dem 7. Juni 2021 für den Inzidenzbereich <100 spürbare Lockerungsmaßnahmen in Kraft. Kernpunkte: Die Innengastronomie darf wieder öffnen, bei einer Inzidenz unter 50 auch ohne Tests von Gästen. Bei Inzidenz zwischen 50 und 100 dürfen sich 10 Personen aus max. drei Haushalten, bei Inzidenz unter 50 dann 10 Personen aus beliebig vielen Haushalten gemeinsam aufhalten, wobei Geimpfte und Genesene nach Vorgabe des Bundesrechts bei privater Zusammenkunft oder ähnlichen sozialen Kontakten wie bisher nicht mitzählen.

Inzidenzabhängige Regelungen auf einen Blick

Inzidenz bis einschließlich 50:

Inzidenz zwischen 50 und 100:

Es gibt es nur noch zwei Inzidenschwellen: Gebiete mit Inzidenz unter 50 und Gebiete mit Inzidenz zwischen 50 und 100. Der bisherige Inzidenzbereich unter 35 entfällt. Außerdem wird der bisherige Katastrophenfall in Bayern aufgehoben. In Gebieten mit einer Inzidenz über 100 gilt die Bundesnotbremse künftig eins zu eins womit ergänzende bayerische Regelungen entfallen.

Auszug aus der Pressemitteilung (Bericht aus der Kabinettssitzung vom 4. Juni 2021)

3. Im Rahmen der neuen 13. Bayer. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (BayIfSMV) gelten für den Inzidenzbereich <100 folgende Maßnahmen:

• Allgemeine Kontaktbeschränkung: Bei Inzidenz zwischen 50 und 100 dürfen sich 10 Personen aus max. drei Haushalten, bei Inzidenz < 50 dann 10 Personen aus beliebig vielen Haushalten gemeinsam aufhalten. Wie bereits bisher zählen Geimpfte und Genesene nach Vorgabe des Bundesrechts bei privater Zusammenkunft oder ähnlichen sozialen Kontakten nicht mit.

• Geplante öffentliche und private Veranstaltungen aus besonderem Anlass (Geburtstags-, Hochzeits-, Tauffeiern, Beerdigungen, Vereinssitzungen etc.) werden wieder möglich: Bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 draußen bis 50,  drinnen bis 25 Personen – bei einer Inzidenz unter 50 draußen bis 100, drinnen bis 50 Personen (zuzüglich Geimpfte und Genese nach Vorgabe des Bundesrechts). Bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 bedürfen nicht Geimpfte oder  Genesene eines negativen Tests.

• Gastronomie: Die Innengastronomie wird geöffnet und die Gastwirtschaften können drinnen wie draußen bis 24 h (bisher 22 h) bei einer Inzidenz unter 100 offenbleiben. Ein negativer Test ist nur bei Inzidenz zwischen 50 und 100 erforderlich. Am Tisch gilt die allgemeine Kontaktbeschränkung. Die Regelungen zur Maskenpflicht bleiben bestehen. Reine Schankwirtschaften bleiben indoor geschlossen.

• Hotellerie, Beherbergung: Zimmer können künftig an alle Personen vergeben werden, die sich nach den neuen allgemeinen Kontaktbeschränkungen zusammen aufhalten dürfen (10 Personen, bei Inzidenz zwischen 50 und 100 aus max. drei Haushalten). In Gebieten mit einer Inzidenz < 50 muss jeder Gast künftig nur noch bei der Ankunft (nicht mehr wie bisher alle 48 Stunden) einen negativen Test vorweisen, in Gebieten mit einer Inzidenz zwischen 50 und 100 bleibt es bei Tests alle 48 Stunden.

• Freizeiteinrichtungen: Solarien, Saunen, Bäder, Thermen, Freizeitparks, Indoorspielplätze und vergleichbare Freizeiteinrichtungen, Schauhöhlen, Besucherbergwerke, Stadt- und Gästeführungen, Spielbanken/Spielhallen und Wettannahmestellen können mit Infektionsschutzkonzept wieder öffnen. In Gebieten mit einer Inzidenz zwischen 50 und 100 ist ein negativer Test erforderlich. Prostitutionsstätten, Clubs und Diskotheken bleiben geschlossen.

• Kulturelle Veranstaltungen: Veranstaltungen unter freiem Himmel sind ab dem 7. Juni bei fester Bestuhlung mit bis zu 500 Personen zulässig. Bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 bedarf es eines Tests. Für kulturelle Veranstaltungen drinnen wie draußen können künftig nicht nur feste Bühnen, sondern wieder alle geeigneten Stätten genutzt werden (Hallen, Stadion etc.), wenn sie ausreichend Platz bieten, um einen sicheren Abstand der Besucher zu gewährleisten.

• Sport: Für alle wird Sport (kontaktfreier ebenso wie Kontaktsport) indoor wie outdoor in allen Gebieten mit einer Inzidenz <100 ohne feste Gruppenobergrenzen möglich, in Gebieten mit einer Inzidenz zwischen 50 und 100 allerdings nur für Teilnehmer, die einen aktuellen negativen Test vorweisen können. Es ist die gleiche Anzahl an Zuschauern möglich wie bei kulturellen Veranstaltungen, unter freiem Himmel also 500 Personen (bei fester Bestuhlung). Auf Sportanlagen wird die Zahl der Teilnehmer im Rahmenkonzept nach der Größe der Sportanlage sachgerecht begrenzt.

• Bundesnotbremse eins zu eins: In Gebieten  mit einer Inzidenz >100 gilt die Bundesnotbremse künftig eins zu eins. Es gibt keine ergänzenden bayerischen Regelungen mehr. Für die Ausgangssperre heißt das, dass – wie vom Bund vorgesehen – zwischen 22 und 24 Uhr im Freien künftig körperlichen Bewegung erlaubt ist („Hamburger Modell“). Es besteht die Hoffnung, dass die Inzidenzen dauerhaft und flächendeckend so stark sinken, dass es künftig nur wenige Gebiete gibt, die noch von der Bundesnotbremse erfasst werden.

• Entbürokratisierung: Zusätzliche Allgemeinverfügungen der Kreisverwaltungsbehörden sind nicht mehr erforderlich. Alle Regelungen ergeben sich direkt aus der Verordnung selbst. Quelle Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege

Inzidenzabhängige Regeln für den Sportbetrieb

Das wichtigste für Sportler: Die Sportausübung und die praktische Sportausbildung ist in Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer 7-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 100 mit Testnachweis ohne Personenbegrenzung zulässig. Ohne Testnachweis ist kontaktfreier Sport in Gruppen von bis zu 10 Personen oder unter freiem Himmel in Gruppen von bis zu 20 Kindern unter 14 Jahren erlaubt. In Landkreisen und kreisfreien Städten, mit einer 7-Tage-Inzidenz <50 ist Sport jeder Art ohne Personenbegrenzung gestattet. Geimpfte und Genesene zählen wie bisher nicht mit.

 Aktuell geltende Corona-Bestimmungen sind in der Dreizehnten Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung verankert, während über bundesweite Reisebeschränkungen die Bundesregierung Auskunft gibt. 

Auszüge aus der <Dreizehnten Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung> vom 5. Juni 2021

§ 4 Testnachweis

Soweit in dieser Verordnung für die Nutzung oder die Zulassung zu bestimmten Einrichtungen, Betrieben oder Bereichen die Vorlage eines Nachweises hinsichtlich des Nichtvorliegens einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 (Testnachweis) vorgesehen ist, gilt:

1. Es ist ein schriftliches oder elektronisches negatives Testergebnis

a) eines PCR- oder POC-Antigentests oder

b) eines vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassenen, unter Aufsicht vorgenommenen Antigentests zur Eigenanwendung durch Laien (Selbsttests)

nachzuweisen, das den Bestimmungen der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung (SchAusnahmV) entspricht.

2. Testnachweise sind nur in Landkreisen und kreisfreien Städten erforderlich, in denen eine 7-Tage-Inzidenz von 50 überschritten wird, soweit nicht ausdrücklich anderes angeordnet ist.

3. Asymptomatische Personen, die im Besitz eines auf sie ausgestellten Impfnachweises (geimpfte Personen) oder Genesenennachweises (genesene Personen) sind, sowie Kinder bis zum sechsten Geburtstag sind von der Notwendigkeit der Vorlage eines Testnachweises ausgenommen.

4. Auf einen Testnachweis kann grundsätzlich verzichtet werden, wenn in der Einrichtung, dem Betrieb oder Bereich die einzelne Person keinen bestimmten festen Platz nutzt und es auch im Übrigen aufgrund des dort üblichen Nutzerverhaltens unwahrscheinlich ist, dass die einzelne Person eine längere Zeit einem engen räumlichen Kontakt zu bestimmten Personen eines anderen Hausstands ausgesetzt ist, soweit nicht ausdrücklich anderes angeordnet ist; im Zweifelsfall entscheiden die zuständigen Kreisverwaltungsbehörden.

§ 6 Allgemeine Kontaktbeschränkung

(1) 1 Der gemeinsame Aufenthalt im öffentlichen Raum, in privat genutzten Räumen und auf privat genutzten Grundstücken ist nur gestattet

1. in Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer 7-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 100 mit den Angehörigen des eigenen Hausstands sowie zusätzlich den Angehörigen zweier weiterer Hausstände, solange dabei eine Gesamtzahl von insgesamt zehn Personen nicht überschritten wird,

2. in Landkreisen und kreisfreien Städten, in denen eine 7-Tage-Inzidenz von 50 nicht überschritten wird, in Gruppen von bis zu zehn Personen.

2 Die zu diesen Hausständen gehörenden Kinder unter 14 Jahren bleiben für die Gesamtzahl außer Betracht. 3Zusammenkünfte, die ausschließlich zwischen den Angehörigen desselben Hausstands, ausschließlich zwischen Ehe- oder Lebenspartnerinnen und -partnern oder ausschließlich in Wahrnehmung eines Sorge- oder Umgangsrechts stattfinden, bleiben unberührt.

(2) Für geimpfte und genesene Personen gelten die Bestimmungen der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung entsprechend.

(3) Abs. 1 gilt nicht für berufliche und dienstliche Tätigkeiten sowie für ehrenamtliche Tätigkeiten in Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts, bei denen ein Zusammenwirken mehrerer Personen zwingend erforderlich ist.

§ 12 Sport

(1) 1 Die Sportausübung und die praktische Sportausbildung ist nach Maßgabe der folgenden Absätze zulässig:

1. In Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer 7-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 100 ist

a) mit Testnachweis nach Maßgabe von § 4 Sport jeder Art ohne Personenbegrenzung und

b) im Übrigen ohne Testnachweis kontaktfreier Sport in Gruppen von bis zu 10 Personen oder unter freiem Himmel in Gruppen von bis zu 20 Kindern unter 14 Jahren

erlaubt.

2. In Landkreisen und kreisfreien Städten, in denen eine 7-Tage-Inzidenz von 50 nicht überschritten wird, ist Sport jeder Art ohne Personenbegrenzung gestattet.

(2) 1 Bei Sportveranstaltungen unter freiem Himmel ist die Anwesenheit von bis zu 500 Zuschauern einschließlich geimpfter und genesener Personen mit festen Sitzplätzen zulässig. 2In Gebäuden bestimmt sich die zulässige Höchstzuschauerzahl einschließlich geimpfter und genesener Personen nach der Anzahl der vorhandenen Plätze, bei denen ein Mindestabstand von 1,5 m zu anderen Plätzen gewahrt wird. 3In Landkreisen und kreisfreien Städten, in denen die 7-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 100 liegt, müssen die Besucher einen Testnachweis nach Maßgabe von § 4 vorlegen. 4Es erhalten darüber hinaus nur solche Personen Zutritt zur Sportstätte, die für den Wettkampf- oder Trainingsbetrieb oder die mediale Berichterstattung erforderlich sind.

(3) 1 Der Betrieb und die Nutzung von Sportplätzen, Tanzschulen, Fitnessstudios und anderen Sportstätten ist für die in Abs. 1 genannten Zwecke zulässig, wobei gleichzeitig nur so viele Personen anwesend sein dürfen, wie sie im Rahmen des von den Staatsministerien des Innern, für Sport und Integration und für Gesundheit und Pflege bekannt gemachten Rahmenkonzepts möglich sind. 2In Sportstätten gilt FFP2-Maskenpflicht, soweit kein Sport ausgeübt wird; für das Personal von Sportstätten gilt die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Gesichtsmaske. 3§ 20 bleibt unberührt.

(4) 1 Der Veranstalter hat ein Schutz- und Hygienekonzept auf der Grundlage eines von den Staatsministerien des Innern, für Sport und Integration und für Gesundheit und Pflege bekannt gemachten Rahmenkonzepts auszuarbeiten und auf Verlangen der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen. 2Dies gilt nicht für den Sportbetrieb ohne Zuschauer in Freiluftsportanlagen, sofern lediglich gesonderte WC-Anlagen (ohne Duschen und Umkleiden) in geschlossenen Räumen geöffnet werden.

§ 15 Gastronomie

(1) Gastronomische Angebote dürfen unter freiem Himmel und in geschlossenen Räumen unter folgenden Voraussetzungen zur Verfügung gestellt werden:

1. Gastronomische Angebote dürfen nur zwischen 5 Uhr und 24 Uhr zur Verfügung gestellt werden.

2. Der Betreiber hat sicherzustellen, dass ein Mindestabstand von 1,5 m zwischen allen Gästen, soweit diese nicht dem in § 6 Abs. 1 genannten Personenkreis angehören, gewährleistet ist.

3. In Landkreisen und kreisfreien Städten, in denen die 7-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 100 liegt, bedürfen Gäste aus mehreren Hausständen an einem Tisch eines Testnachweises nach Maßgabe von § 4.

4. In Gebäuden und geschlossenen Räumen besteht für das Personal, soweit es in Kontakt mit Gästen kommt, Maskenpflicht sowie für Gäste, solange sie nicht am Tisch sitzen, FFP2-Maskenpflicht.

5. Der Betreiber hat nach Maßgabe des Rahmenkonzepts, das von den zuständigen Staatsministerien im Einvernehmen mit dem Staatsministerium für Gesundheit und Pflege bekanntgemacht wird, ein Schutz- und Hygienekonzept auszuarbeiten und auf Verlangen der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen.

6. Der Betreiber hat die Kontaktdaten der Gäste nach Maßgabe von § 5 zu erheben.

(2) 1 Erlaubnisbedürftige reine Schankwirtschaften nach den § 1 Abs. 1 Nr. 1 und § 2 des Gaststättengesetzes dürfen nur unter freiem Himmel öffnen. 2Abs. 1 gilt entsprechend.

(3) 1 Zulässig sind die Abgabe und Lieferung von mitnahmefähigen Speisen und Getränken. 2In Gebäuden und geschlossenen Räumen besteht für das Personal, soweit es in Kontakt mit Kunden kommt, Maskenpflicht sowie für Kunden FFP2-Maskenpflicht. 3Erworbene Speisen und Getränke zum Mitnehmen dürfen nicht am Ort des Erwerbs oder in seiner näheren Umgebung verzehrt werden.

§ 16 Beherbergung

Übernachtungsangebote von Hotels, Beherbergungsbetrieben, Schullandheimen, Jugendherbergen, Campingplätzen und allen sonstigen gewerblichen oder entgeltlichen Unterkünften dürfen unter folgenden Voraussetzungen zur Verfügung gestellt werden:

1. Jeder Übernachtungsgast hat ohne Rücksicht auf die 7-Tage-Inzidenz vor Ort bei seiner Ankunft einen Testnachweis nach Maßgabe von § 4 vorzulegen.

2. In Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer 7-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 100 bedürfen Gäste zusätzlich für jede weiteren 48 Stunden eines Testnachweises nach Maßgabe von § 4.

3. Gäste dürfen in einem Zimmer oder einer Wohneinheit nur im Rahmen der nach § 6 bestehenden Kontaktbeschränkungen untergebracht werden.

4. Der Betreiber stellt durch geeignete Maßnahmen sicher, dass zwischen Gästen, die nicht in einem Zimmer oder einer Wohneinheit untergebracht sind, und zwischen Gästen und Personal grundsätzlich ein Mindestabstand von 1,5 m eingehalten wird.

5. Für das Personal, soweit es in Kontakt mit Gästen kommt, sowie für die Gäste, solange sie sich nicht am Tisch des Restaurantbereichs oder in ihrer Wohneinheit befinden, gilt Maskenpflicht; § 14 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Halbsatz 2 gilt entsprechend.

6. Der Betreiber hat ein Schutz- und Hygienekonzept auf der Grundlage eines von den Staatsministerien für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie und für Gesundheit und Pflege bekannt gemachten Rahmenkonzepts für Beherbergungsbetriebe auszuarbeiten und auf Verlangen der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen.

7. Der Betreiber hat die Kontaktdaten der Gäste nach Maßgabe von § 5 zu erheben.

§ 26 Alkoholverbot

1 Der Konsum von Alkohol ist auf den öffentlichen Verkehrsflächen der Innenstädte und an sonstigen öffentlichen Orten unter freiem Himmel, an denen sich Menschen entweder auf engem Raum oder nicht nur vorübergehend aufhalten, untersagt. 2Die konkret betroffenen Örtlichkeiten sind jeweils von der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde festzulegen. Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege

Sonderregelung für genesene oder vollständig geimpfte Personen

Die drei „G's“ spielen im Alltagsleben bzw. bei Reisen zunehmend eine entscheidende Rolle: Geimpft, Genesen, Getestet. Von der inzidenzabhängigen Regel (siehe oben) sind Getestete, Genesene oder Geimpfte ausgenommen, d.h. diese dürfen mit beliebig vielen Personen zusammen Sport im Freien betreiben. Außerdem werden sie bei den Kontaktbeschränkungen nicht mehr dazu gerechnet, weshalb sie sich mit mehr Personen gleichzeitig treffen können (Geimpfte zählen bei zahlenmäßigen Angaben z.B. der Außengastro nicht zu den genannten Zahlen). Ebenso gilt keine Ausgangssperren mehr für sie. Auch die Quarantänebestimmungen entfallen, außer die Person reist aus einem Virusvariantengebiet ein. Die Maskenpflicht und Abstandsregeln müssen jedoch weiter eingehalten werden.

Als Nachweis sollten jeder Radfahrer bei Gruppenausfahrten seinen Impfpass dabei haben. In Bayern bzw. deutschlandweit gilt: Ab dem 15. Tag nach der letzten nötigen Impfung gegen Corona (mit einem oder mehreren der vom Paul-Ehrlich-Institut genannten Impfstoffe) gilt man als vollständig geimpft, solange man keine Corona-Symptome zeigt und keine aktuelle Infektion nachgewiesen wurde.

Lockerungen für Geimpfte: vollständig gegen Covid-19 geimpfte Personen werden negativ Getesteten gleichgestellt und bestimmte Lockerungen zuerkannt. Unter anderem sind Menschen mit vollständiger Corona-Impfung - also in der Regel mit zwei verabreichten Impfdosen - von Testpflichten und von den nächtlichen Ausgangsbeschränkungen befreit. Bei der Zahl der maximal erlaubten Kontakte werden vollständig Geimpfte nicht mitgezählt. 

Generell gilt: Wenn in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt die 7-Tage-Inzidenz fünf Tage lang unter 100 ist, gilt die Inzidenz als stabil. Zwei Tage sind nach dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege zur Umsetzung der Außengastronomie-Öffnungen vorgesehen. Am 8. Tag können die Öffnungsschritte erfolgen. Umgekehrt ist die Lage instabil, sobald drei Tage lang die Inzidenz von 100 überschritten wird. Dann gilt nach weiteren zwei Tagen wieder die Bundesnotbremse.

Kinder unter 14 Jahren sowie Geimpfte und Genesene bleiben für die Gesamtzahl außer Betracht. Außerdem sind Kinder bis zum sechsten Geburtstag sowie Geimpfte und Genesene von der Testpflicht ausgenommen.

Tröpfcheninfektion (Aerosole)

Nach derzeitigen Erkenntnissen wird das Coronavirus SARS-CoV-2 vor allem direkt von Mensch zu Mensch übertragen, z. B. beim Sprechen, Singen, Husten oder Niesen. Bei der Übertragung spielen Tröpfchen wie beispielsweise Aerosole (feinste luftgetragene Flüssigkeitspartikel und Tröpfchenkerne) welche längere Zeit in der Luft schweben können, eine wichtige Rolle. Gegen eine direkte Infektionsgefahr (Sprechen oder Anhusten über kurze Distanz) schützen Mindestabstände, Masken und Schutzwände in Innenräumen. Eine indirekte Infektionsgefahr stellen indes Aeorosole dar, bei denen sich winzige Aerosolpartikel in Räumen ausbreiten und so die Virenlast erhöhen können. So weit so gut, doch wie schaut es damit eigentlich im Freien aus? Da der Infektionsweg über virushaltige Tröpfchen von Covid-Patienten und deren Aufnahme über die Schleimhäute von Nase, Mund und Augen erfolgt, ist allein schon durch die massive Luftverdünnung im Freien eine Infektionsgefahr nahezu ausgeschlossen - vorausgesetzt der Mindestabstand von 1,5 Metern wird eingehalten.

Fokus-Online berichtete am 7.03., dass die Wahrscheinlichkeit, sich im Freien mit dem Virus zu infizieren, deutlich geringer ist als in geschlossenen Räumen - was sowohl für die ursprüngliche Variante des Coronavirus als auch bei den Mutationen zutrifft. Aerosole (winzige Tröpfchen in der Luft) spielen eine entscheidende Rolle bei der Übertragung des Coronavirus. Diese werden laut Experten draußen schneller ungefährlich. "Das hat damit zu tun, dass die Luftzirkulation im Freien sehr viel größer ist. Sie haben Windverwehungen, und dadurch kommt natürlich sehr schnell ein Verdünnungseffekt zum Tragen", erklärte Nico Mutters, Leiter des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit am Universitätsklinikum Bonn, der DW. Halten sich viele Personen in nicht ausreichend belüfteten Innenräumen länger auf, kann es verstärkt zur Produktion und Anreicherung von Aerosolen kommen was eine Übertragung des Coronavirus SARS-CoV-2 durch Aerosole begünstigt.

Birgit Wehner, Aerosolforscherin am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung, sagt, dass Tröpfchen, die ausgeatmet würden, draußen schneller abtrocknen und dann auch schneller verdünnt würden. Wenngleich Studien bestätigen, dass die Gefahr sich im Freien anzustecken, äußerst gering ist, so ist man insbesondere bei größeren Menschenansammlungen - verbunden mit geringen Abständen - selbst im Freien vor einer Ansteckung dennoch nicht gefeit. Nichtsdestoweniger stellte eine Untersuchung in China beispielsweise fest, dass von 7324 gemeldeten Infektionen nur eine einzige im Freien nachweisbar war. Auch das renommierte Robert Koch-Institut - zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und –prävention - bestätigt, dass Übertragungen im Außenbereich insgesamt sehr selten vorkämen.

Wie der WDR am 23.02.21 vermeldete sind sich die meisten Experten darin einig, dass es sehr unwahrscheinlich ist, sich im Freien anzustecken. Gerhard Scheuch (forscht seit langem auf dem Gebiet der Aerosole) sagte der Bio-Physiker am 22.02.21 in der ARD-Sendung "livenachneun", dass draußen die Gefahr "überhaupt nicht gegeben sei". Und weiter: "Wenn man draußen ist und sich an der frischen Luft bewegt, dann ist die Gefahr bei Null".

Ein Risiko bestehe allenfalls, wenn man sich längere Zeit gegenübersteht und sich in geringem Abstand (< 1 Meter) unterhält, worauf auch Christof Asbach, Präsident der Gesellschaft für Aerosolforschung, im Gespräch mit dem WDR hinwies. Wenn man sich längere Zeit gegenüberstehe, womöglich noch in einer Gruppe, dann gebe es mehr Partikel in der Luft und die Situation werde kritischer. Die Aerosol-Partikel, die möglicherweise Viren enthalten, würden sich aber vor allem in Innenräumen anreichern. "Im Außenbereich werden diese abtransportiert und dann passiert sowas nicht", so Asbach.

Auf die Frage, ob die Ansteckungsgefahr beim Sport im Freien durch heftigere Atmung größer ist antwortet Aerosol-Forscher Asbach: "Wenn ich rausgehe, also spazieren gehe oder Fahrrad fahre, also in Bewegung bin, dann muss ich mir eigentlich keine Sorgen machen, dass ich mich anstecke, das Risiko ist extrem gering".

Für Radfahrer, Mountainbiker, Läufer usw. die ungern solo Außensport betreiben, sind diese wissenschaftlichen Erkenntnisse auf alle Fälle überaus erfreulich. Bleibt zu hoffen, dass dies zu baldigen Lockerungen (kontaktloser Outdoor-Gruppensport) führt was z.B. das Sportvereinsleben nach langer Zwangspause wieder reaktivieren und die Kündigungswelle der Mitglieder stoppen würde.

Im vergangenen Jahr versetzte eine niederländische Studie insbesondere Outdoorsportler in Angst und Schrecken. Demzufolge wurden Radfahrern geschwindigkeitsabhängige Abstände von bis zu 20 Metern nahe gelegt, um nicht in eine virenverseuchte Aerosol-Partikelwolke hinein zu geraten. Die Studie war und ist allerdings umstritten, da sie in einem Windkanal und nicht unter realen Bedingungen - sprich im Freien - durchgeführt wurde. Ulrich Grünewald vom Quarks-Wissenschaftsteam gibt daher Entwarnung, da in einem Windkanal völlig andere Bedingungen als im Freien an der frischen Luft herrschen. "Die Aerosohle sind so klein und leicht, dass sie ganz schnell verweht werden und eigentlich keine Rolle mehr spielen", so Grünewald (vorausgesetzt der Mindestabstand von mehr als 1,50 Metern wird eingehalten). 

Lockdown-Phasen

Der Lockdown "Light" bzw. auch als "Teil-Lockdown" bekannt, begann am 2. November 2020. Dieser wurde ab 9. Dezember verschärft und am 16. Dezember vom deutschlandweiten "Harten Lockdown" abgelöst. Aufgrund hoher Infektionszahlen wurden die Maßnahmen des "Harten Lockdowns" nochmals verschärft und zunächst bis 31. Januar verlängert. Auf dem Bund-Länder-Gipfel erfolgte am 19.01. 2021 der Beschluss einer weiteren Verlängerung bis zum 14. Februar, dann bis zum 7. März 2021. Am 4. März beschlossen Bund und Länder abermals eine Lockdown-Verlängerung - mit inzidenzabhängigen Lockerungen - abermals verlängert bis zum 23. April. Am 24. April trat die "Bundesnotbremse“ in Kraft. Seit 21. Mai tritt die Bundesnotbremse bei einer 7-Tages-Inzidenz <100 außer Kraft. Stattdessen gelten dann landesrechtliche Bestimmungen mit variablen Lockerungsschritten.Seit 7. Juni ist die 13. BayIfSMV in Kraft.

Informationsquellen

Dreizehnte Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (Verordnung tritt am 7. Juni 2021 in Kraft und mit Ablauf des 4. Juli 2021 außer Kraft)

Coronavirus.Bayern.de

Robert Koch-Institut: COVID-19-Dashboard

Fallzahlen von Coronavirusinfektionen in Bayern (Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit) 

FAQ - Katalog (Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration) 

Institut für Prävention und Sportmedizin 

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