Glocknerkönig - Das Nonplusultra-Revival-Spektakel

Nachdem der Glocknerkönig 2020 und 2021 aufgrund der Pandemie und der damit verbundenen Auflagen abgesagt werden musste, erfolgt am 5. Juni 2022 mit dem 25. Glocknerkönig das große "Revival-Spektakel". Die Vorfreude auf das Mega-Event dürfte nach so langer Wartezeit wohl um einiges emotionaler ausfallen, als es ansonsten ohnehin schon der Fall ist.

Virtuelll hin oder her: 2021 gab es zwar eine ONLINE CHALLENGE - doch das Intensiverlebnis eines knüppelharten Bergrennens, wo jeder am Rande des Leistungslimits um Sekunden feilscht und von Qualen und bewegenden Emotionen gepiesakt wird ist definitiv unvergleichlich. Geschweige denn der Glückshormonflash, der im Zielfinish auf zweieinhalbtausend Meter Höhe die Adern flutet. Glück dem Tüchtigen, denn solche grenzwertigen Erlebnisse wollen hart erarbeitet sein.

Nachdem die letzten zwei Jahre nahezu alle (größeren) Radsport-Events gecancelt wurden ergreift der eine oder andere Teilnehmer vielleicht die Chance beim Schopf, und quartiert sich ein paar Urlaubstage in der traumhaften Region BRUCK FUSCH | GROSSGLOCKNER ein. Absoluter Klassiker für Berggämse: die sogenannte "Kaisertour" von Bruck über das Fuscher Törl - Hohes Tor zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe. Ab dem Fuscher Törl bekommt man den Teil der faszinierenden Großglockner-Hochalpenstraße beim Bergrennen nicht zu Gesicht bekommt. Ebensowenig erblickt man beim Glocknerkönig eine der Top-Attraktionen der Alpenrepublik: der Großglockner - mit 3798 m ü. A. der höchste Berg Österreichs. Allein der ehrfurchtsvolle Anblick des majestätischen Berggiganten lohnt sich, wobei abgesehen davon der hochkarrätige Streckenverlauf durch's Hochgebirge atemberaubend ist.

Zurück zum Glocknerkönig, wer am Sonntag, den 5. Juni 2022 dabei sein möchte, muss sich spätestens bis zum 31.05.2022 angemeldet haben.

Bruck an der Glocknerstraße

Der Glocknerkönig gehört zu den populärsten, grössten und gleichsam schönsten Bergrennen im gesamten Alpenraum. Das Klassiker-Event lockt jedes Jahr am ersten Juni-Wochenende bis zu 3.000 begeisterte Radsportler aus vielen Nationen nach Bruck an der Glocknerstraße. Von daher empfiehlt sich eine frühzeitige Hotel-Reservierung, um möglichst nah am pulsierenden Geschehen zu sein. Das schmucke Alpendorf mit rund 4.470 Einwohner liegt am Rande des Nationalpark Hohe Tauern im Salzburger Land nahe der Bezirkshauptstadt Zell am See und ist von majästätischen 3000er Gipfeln umgeben - was per se neben dem Race-Weekend auch eine Einladungskarte für einen Radurlaub ist. Am 5. Juni 2022 wird die letzte Austragung des Glocknerkönigs bereits drei Jahre zurück liegen. Für passionierte Radsportler eine gefühlte Ewigkeit, die die Sehnsucht auf das Riesenspektakel zum Bersten bringt. Schließlich zählt das ultimative Mega-Event zu den populärsten Veranstaltungen im Alpenraum, dessen Suchtpotential viele Teilnehmer quasi ein "Abbo" buchen lässt. 

Die Streckendaten lesen sich respekt- um nicht zu sagen furchteinflößend, wobei sich die Streckencharakteristik in zwei Schwierigkeitsabschnitte teilen lässt. Bleibt die erste Hälfte der Wegstrecke bis zur Mautstelle mit einer Ø-Steigung von 2.7 % im moderaten Bereich (389 hm), schlägt im zweiten Teil eine Ø-Steigung von 10.0 % zu Buche (1.430 hm bis zur Edelweißspitze). Selbst für ambitionierte Bergziegen kein Honigschlecken. Während sich Top-Fahrer im Rennen nichts schenken und exorbitante Wattleistungen drücken, kämpfen weiter hinten "Otto-Normal-Radler" um's sportliche Überleben. Doch alle eint dieselbe Sucht und Leidenschaft für diesen wundervollen Sport. Dies im Getümmel Gleichgesinnter euphorisch auszuleben ist für die Protagonisten das Nonplusultra.

Glocknerkönig - Ready to rumble

Wenngleich das Leistungsniveau des Teilnehmerfelds für Breitensportverhältnisse hoch ist, so ist es dennoch ein Radevent für Jedermann & Jederfrau. Ob lizenzierte Radsport-Amateure, (Ex-) Profis, Hobby-Radsportler, "Just for Fun Radler", ob Jung oder Alt - jeder kann teilnehmen sofern es die aktuelle Trainingsform hergibt. Wettkampf-Arena ist die legendäre Großglockner Hochalpenstraße, die mitten in eine atemberaubende Hochgebirgskulisse hinein führt.

Der Sicherheit wegen ist ab der Mautstelle Ferleiten die Straße von 7:00 bis 10:30 Uhr für den Straßenverkehr gesperrt. Die Strecken haben es in sich, wobei die Längenabstufung dem Breitensportcharakter entgegen kommt: LIGHT 1.330 hm, 12.8 km, CLASSIC 1.671 hm, 27 km, ULTRA 1.814 hm, 29 km.  

Der Ultra und Classic Start befindet sich im Ortszentrum von Bruck, während sich der Startpunkt der kürzeren Light-Strecke an der Kassenstelle  Ferleiten befindet. Ziel der Classic-Fahrer ist der Parkplatz I Fuscher-Törl auf einer Höhe von 2.407 Meter. Die Ultra-Kategorie zur Edelweißspitze (2.571 m ü.d.M.) wartet noch mit einem "Höhenmeter-Bonus" auf. Eine 14% steile Pflasterstraße schlängelt sich über 6 Kehren nach oben, auf der sich man sich die Kante geben bzw. sich die Zähne ausbeißen kann.

Startnummernausgabe

Startnummern können im Rennbüro an folgenden Tagen abgeholt werden:

  • Samstag, 04.06.2022   10:00 - 20:00 Uhr
  • Sonntag,  05.06.2022   05:00 - 06:30 Uhr

Die Startnummern können nur gegen Vorlage eines gültigen Lichtbildausweises ausgegeben werden! Das Rennbüro befindet sich im Startbereich in Bruck, im Gebäude der Raiffeisenbank, gegenüber der Kirche Bruck.

Startblöcke

Berechtigung für den 1. Startblock haben ausnahmslos nur Teilnehmer, welche den Glocknerkönig CLASSIC / ULTRA 2018 oder 2019 unter 1:45:00 absolvierten.

Berechtigung für den 2. Startblock haben ausnahmslos nur Teilnehmer, welche den Glocknerkönig CLASSIC / ULTRA 2018 oder 2019 unter 2:00:00 absolvierten. Zudem dürfen auch Teilnehmer starten, welche bei anderen namhaften Rennen im Vorderfeld Platzierungen errungen haben (Antragsstellung erforderlich).  

Die restlichen Teilnehmer starten im 3. Startblock.

Startzeiten

  • Start des Glocknerkönig Ultra und Classic ist um 7:00 Uhr am Dorfplatz Bruck
  • Start des Glocknerkönig Light ab 07:45 Uhr Mautstelle Ferleiten 1.115m Seehöhe

An der Mautstelle Ferleiten (1.115 m ü.d.M.) steigen um 7.45 Uhr die Teilnehmer der LIGHT-Kategorie ins Renngeschen ein, während das Groß der CLASSIC & ULTRA - Fahrer bereits durch ist. Die drei schnellsten Fahrer (Netto-Zeit) der Ultra- und Classic-Kategorie erhalten bei der Siegerehrung eine Prämie (Sprintwertung). Dies ist eine gemeinsame Wertung für CLASSIC & ULTRA. Gewertet wird die NETTO Zeit, d.h. gewonnen hat jener Teilnehmer, der die Strecke vom Start in Bruck bis zur Mautstelle in der kürzesten Zeit zurücklegt. Spitzenfahrer wie Stefan Kirchmair (Sieger der Sprintwertung 2019) benötigen für den 14.5 km langen Streckenteil rund 25 Minuten, was einem Ø von 33,5 km/h entspricht. Freilich ist die ansehnliche Durchschnittsgeschwindigkeit schon bald Geschichte, denn fortan schmilzt sie Kehre um Kehre wie das Eis in der Sonne. 

Nachzügler sollten unbedingt die Karrenzzeit auf dem Schirm haben, da die Straßensperre ab 10:30 Uhr aufgehoben wird. Beim Abzweig Parkplatz Restaurant Fuschertörl ist ab 10:15 Uhr keine Auffahrt zur Edelweißspitze (ULTRA) mehr möglich. Wer sich also für den Ultra Bewerb registriert hat und das Zeitlimit überschreitet, radelt weiter zum Classic Ziel wo er in dieser Kategorie gewertet wird. Wer indes als ULTRA Teilnehmer vor der Karenzzeit um 10:15 freiwillig zum Classic Ziel wechselt, wird als DNF wegen Rennaufgabe gewertet.

Glocknerkönig Light 

  • Start ab 07:45 Uhr Mautstelle Ferleiten 1.115m Seehöhe
  • Ziel Fuschertörl Gedenkkapelle 2.445m Seehöhe
  • Streckenlänge: 12,8 km
  • Steigung: max. 12%
  • Höhendifferenz: 1330 HM

Bezogen auf die Ultra-Strecke sind in Ferleiten exakt die Hälfte der Gesamtdistanz - allerdings erst gut ein Fünftel der Höhenmeter - bewältigt. 

Streckensegmentierung

  • Streckenabschnitt Bruck an der Glocknerstraße - Mautstelle Ferleiten: 14.5 km →    389 hm → Ø-Steigung   2.7 %
  • Streckenabschnitt Mautstelle Ferleiten - Edelweißspitze:                     14.5 km → 1.430 hm → Ø-Steigung 10.0 %
  • Gesamtstrecke Bruck an der Glocknerstraße - Edelweißspitze:             29.0 km → 1.814 hm → Ø-Steigung   6.2 %

Nun geht's hinein - besser gesagt hinauf - ins idyllische Hochtal Ferleiten. Den am Anschlag fahrenden Wettkampfsportler wird die Flora & Fauna nicht sonderlich interessieren. Gleichwohl sei der Hinweis erlaubt, dass in dem geschützten Naturrefugium noch seltene Orchideenarten gedeihen und scheue Gämsen und Steinböcke umher kraxeln.

Unmittelbar nach der Mautstelle zieht die Straße mit bis zu 13 % Steigung spürbar ihre Daumenschrauben an. Das anfangs dichte Teilnehmerfeld beginnt sich in dieser Phase zunehmend zu lichten. Für die Protagonisten geht's nun ans Eingemachte, bei der der qualvolle Kraftakt mitunter eine bewußtseinsferne Trance auslöst. Phasenweise wird im abgeschotteten Kosmos selbstvergessen dahin gekurbelt als gäbe es kein Morgen mehr.

Sofern der Wettergott wohl gesonnen ist, radelt man ab der Mautstation Ferleiten zunehmend der Sonne entgegen. Besonders ab der Baumgrenze von 1.500 m Höhe lugt die Sonne über die schneebedeckten Gipfel immer häufiger hervor und taucht die Hochgebirgslanschaft in gleißende Licht- und Schattenspiele. Trotz "Race-Pace" am Rand des Leistungslimits reißt einem das überwältigende Prachtpanorama und die Schönheit der Bergwelt der Hohen Tauern immer wieder aus dem abgekapselten in sich gekehrt sein und stoischem Tunnelblick heraus.

Je nachdem wie schneereich der Winter und wie kalt die Frühjahrsmonate waren fährt man entweder an meterhohen Schneewänden oder kahlen Felsen entlang. In der faszinierenden Hochgebirgswelt erwartet die schweißgebadeten Finisher mit ihrer glamourösen Durchfahrt des Zielbogens ein wahrer Glückshormon-Flash. Just in dem Augenblick fühlt man sich im wahrsten Sinne des Wortes buchstäblich in den "siebten Himmel" katapultiert.

Stefan Kirchmair (Bild oben) - zweifacher Ötztal-Radmarathon-Sieger (gewann 2019 die Sprintwertung) - ebenso wie Mathias Nothegger (zweifacher Ötztal-Radmarathon-Sieger und Rekordhalter) haben bereits mehrfach beim Glocknerkönig teilgenommen.

Zurück in Bruck, wo der Wettkampftag seinen Anfang nahm wimmelt es von einströmenden Radlern.

Das Ziel befindet sich auf rund 2.500 m Höhe, wo auch eine Labe eingerichtet ist. Ein rascher Kleidungswechsel (Kleidungstransport wird angeboten) nach dem Zieleinlauf ist geboten, zumal eine lange Abfahrt bevorsteht wo der Körper mangels Belastung und dem Fahrtwind schnell auskühlen kann. Deswegen Windbreaker, Mütze, Handschuhe, Softshelljacke etc. einpacken. Je nach Wetterlage (das Hochgebirge ist unvorhergesehene Wetterumschwünge bekannt) sollte ein entsprechender Regen- und Kälteschutz ebenfalls in den Kleidersack. Ein Shuttledienst ins Tal steht aus organisatorischen Gründen nur für Besucher zur Verfügung die vorher ein Auffahrtsticket gelöst haben. Ein Taltransport von Rädern mit Bussen ist nicht möglich.