Für Heimaturlaub zeichnet sich ein Silberstreif am Horizont ab

Die weltweite Reisewarnung wurde für alle Länder - außer den EU-Mitgliedsstaaten, Schengen-assoziierten Staaten und Großbritannien - vorerst bis einschließlich 31. August verlängert! Begründet wird die Verlängerung der Reisewarnung damit, dass "weiterhin mit starken und drastischen Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr und weltweiten Einreisebeschränkungen, Quarantänemaßnahmen und der Einschränkung des öffentlichen Lebens in vielen Ländern zu rechnen" sei.  

Update, Stand 14. Juli: Für Einreisende in die Bundesrepublik Deutschland, die sich innerhalb der letzten 14 Tage vor Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten haben, kann gemäß den jeweiligen Quarantäneverordnungen der zuständigen Bundesländer, eine Pflicht zur Absonderung bestehen. Das Robert-Koch-Insitut listet aktuell alle Staaten auf, in denen ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit SARS-CoV-2 besteht.  

Nachdem das Auswärtige Amt vor nicht notwendigen, touristischen Reisen ins Ausland warnt und in manchen Ländern immer wieder Corona-Hot-Spots aufploppen oder gar von einer zweiten Corona-Welle heimgesucht werden herrscht vor Auslandsreisen große Verunsicherung. Ausgenommen von der Covid-19-Reisewarnung bleiben Mitgliedstaaten der Europäischen Union (Belgien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland*, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Griechenland, Kroatien, Lettland, Litauen, Malta, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden*, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Republik Zypern) sowie die Schengen-assoziierte Staaten (Island, Liechtenstein, Norwegen*, Schweiz), das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland, Andorra, Monaco, San Marino und Vatikanstaat. Wohlgleich bedeutet dies für die genannten Länder jedoch nicht zwingend, dass Reisen dort ohne jegliche Einschränkungen möglich ist. So können einzelne Länder Einreisen spontan beschränken oder mit Quarantänevorschriften belegen, weswegen sich beispielsweise für Finnland, Norwegen und Schweden die Aufhebung der Reisewarnung verzögert. Von Reisen nach Großbritannien und Irland wird gänzlich abgeraten. Unabhängig davon ist für Reisende grundsätzlich große Vorsicht geboten. Darüber hinaus sollte sich jeder vorab über die jeweiligen Reise- und Sicherheitsbestimmungen über das auserwählte Reiseland zu informieren. 

Nach Abwägung der herrschenden Gefahrenlage muß jeder selbst eigenverantwortlich entscheiden, inwieweit ein Urlaub außerhalb der Grenzen Deutschlands vertretbar erscheint. Markus Söder hat schon mehrfach den Freistaat Bayern patriotisch als lohnenswertes Urlaubsziel angepriesen: "Man müsse zum Urlauben auch nicht nach Österreich fahren, sondern könne in Bayern bleiben." Worauf Bundeskanzerlin Angela Merkel mit verschmitztem Grinsen schlagfertig entgegnete: "Der Norden hat auch super Möglichkeiten."

Eine aktuelle Studie bringt zum Vorschein, wie Deutschland Urlaub macht. Demnach führte das Meinungsforschungsinstituts Civey eine Umfrage durch aus der hervor geht, dass jeder dritte Deutsche in diesem Jahr Urlaub im eigenen Land macht. Knapp 40 Prozent der Urlauber ziehen dabei eine Ferienwohnung vor, während 11,5 Prozent angaben ihren Sommerurlaub auf dem Campingplatz zu verbringen. Nur jeder vierte Befragte möchte ins Hotel gehen was sich wohl darauf zurück führen lässt, weil jeder fünfte Angst vor einer Corona-Ansteckung (19,3 %) hat. Die Sorgen bei Auslandsreisen sind groß: Mundschutzpflicht im Flugzeug (10,6 %), medizinische Versorgung vor Ort (10,1 %) und die Unklarheit über tatsächlich wahrnehmbare Angebote vor Ort (7,8 %) schrecken viele ab. 9,5 Prozent haben zudem Sorge davor, nicht mehr zurück zu kommen. Mögliche Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit spielen hingegen nur eine untergeordnete Rolle (5,4 %).

Sechste Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung

Die Bayerische Staatsregierung kündigte am 22. Juni weitere Lockerungsmaßnahmen zur schrittweisen Annäherung an die Normalität an.

Nach einer positiven Bestandsaufnahme nach den Pfingstferien und einer stabilen Entwicklung des Infektionsgeschehens im Zuge der Coronakrise hat die Bayerische Staatsregierung weitere Maßnahmen des Sportlebens beschlossen, die ab dem 22. Juni in Kraft treten. Basis aller Lockerungen ist weiterhin das Einhalten einer Abstandsregelung von mindestens 1,5 Metern sowie eine Maskenpflicht in bestimmten öffentlichen Bereichen. Ebenso sollte in geschlossenen Räumen weiterhin für ausreichend Belüftung gesorgt werden.

Laut Bericht aus der Kabinettssitzung vom 16. Juni 2020 der Bayerischen Staatsregierung:

"Im Bereich des Sports kann ab dem 22. Juni 2020 die Wiederaufnahme des Lehrgangsbetriebs erfolgen. Die bislang geltenden Obergrenzen für den Outdoor- und Indoor-Sport (bisher 20 Personen) werden aufgehoben. Die künftige Teilnehmerbegrenzung ergibt sich für den Innen- und Außenbereich aus den jeweiligen konkreten räumlichen Rahmenbedingungen (Raumgröße, Belüftung)."

Somit wurde die bisher geltende Personenbegrenzung für Gruppenausfahrten im Freien aufgehoben.

 Bei zu geringem Abstand (Windschattenfahren) gilt zu beachten, dass durch ausgeatmete Viren-Aerosole latentes Infektionsrisiko besteht (siehe Studie »Social Distancing v2.0: During Walking, Running and Cycling«). 

Für die bisher zulässige Gastronomie wird ab 22. Juni 2020 die zulässige Öffnungszeit auf 23 Uhr verlängert.

Sorgenfreier Auslandsurlaub rückt in weite Ferne

Die Ferienzeit naht in Riesenschritten. Und mit ihr die spannende Frage, wo die Deutschen in Zeiten von Corona wohl dieses Jahr ihren Urlaub verbringen? Auch wenn manche  Menschen die Sehnsucht nach Weite, Freiheit und Ferne verspüren, wird eigentlich nur Deutschland als wirklich sicheres Reiseland eingeschätzt.

Die Tourismusbranche ist eine der am heftigsten von der Krise betroffenen Wirtschaftszweig in unserem Land. Dennoch zeichnet sich mit Blick zur zweiten Jahreshälfte ein Hoffnungsschimmer ab. In Anbetracht dessen, dass Auslandsreisen zumindest bis zur sommerlichen Hauptjahreszeit mit drastischen Einschränkungen behaftet sind, spielt dies dem Tourismus in Deutschland in die Hände. Auch deshalb, weil hierzulande Beherbergungsbetriebe zu touristischen Zwecken, Biergärten und Cafes bald öffnen und das Ende der Ausgangsbeschränkungen das Reisen im Heimatland wieder ermöglicht. Markus Söder stellte bereits Ende April dem Gastgewerbe Lockerungsmaßnahmen für Pfingsten in Aussicht: "Wenn wir Glück haben, könnte es bereits Pfingsten eine bessere Perspektive für den Bereich Hotels und Gastronomie geben. Das müssen wir zum gegebenen Zeitpunkt entscheiden." Auch Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger blies ins selbe Horn, den krisengebeutelten Tourismussektor wieder anzukurbeln.

Ministerpräsident Markus Söder erklärte, er halte es für „eher unwahrscheinlich“, dass in diesem Jahr die Deutschen in Spanien, Italien, Frankreich oder der Türkei Urlaub machen könnten. "Die Wahrscheinlichkeit, dass Urlaub in anderen Ländern im Sommer so leicht möglich ist, schätze ich aus gegenwärtiger Sicht eher als unwahrscheinlich ein", sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder am 16. April. Auch Tourismusexperten erwarten für Bayern - Deutschlands beliebtestes Reiseland - ab Sommer eine allmähliche Stabilisierung der Besucherzahlen. Markus Söder geht sogar von einem "ziemlichen Run" auf die Gastronomie und Hotellerie aus, wenngleich sich der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband angesichts strenger Auflagen eher skeptisch zeigt. Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß sagte der Funke Mediengruppe: "Der Sommerurlaub dieses Jahr wird wahrscheinlich eher in Deutschland stattfinden". Branchen-Experten, wie etwa beim Deutschen Reiseverband (DRV), rechnen damit, dass sich die Situation in Deutschland verbessert. 

Dahoam ist's doch am Schönsten

Je länger die Wirren der Coronakrise andauern, umso mehr steigt bei urlaubsreifen Bürgern die Lust nach Reisen, Abwechslung und Erholung. Wenn Reisefans gegen Fernweh ankämpfen und im Web sich durch verlockende Urlaubs-Destinationen klicken, entfacht allein die virtuelle Recherche schon Reise- und Abenteuerlust. Für Urlaubshungrige, denen die Corona-Pandemie in der ersten Jahreshälfte einen Strich durch ihre Rechnung machte, dürfte durch die massiv eingeschränkte Bewegungsfreiheit und ständiger Corona-Berichterstattung die Sehnsucht nach Entspannung und der unwiderstehliche Drang nach geselligen Radtouren mit Gleichgesinnten ganz oben auf der Wunschliste stehen. Nach all dem Stress die Social Distancing, Home-Office, Home-Schooling, berufliche Ängste und nerviger Lagerkoller mit sich brachten, verwundert es kaum wenn die Menschen reif für die "Insel" sind. 

Doch welche Urlaubsdestination bietet sich eigentlich an, nachdem Fernreisen flach fallen? Im Prinzip bleibt auf der Weltkugel nicht viel mehr übrig, als seinen Sommerurlaub in Deutschland zu verbringen. Urlaub im eigenen Land stellt nicht nur einen Akt der Solidarität mit der arg gebeutelten heimischen Tourismusbranche dar, sondern es bereichert ungemein, reizvolles Terrain, kupierte Mittelgebirgslandschaften, regionaltypische Speisen, Kultur und Brauchtum hierzulande näher kennen zu lernen.

Germany First 

Wir dürfen uns berechtigte Hoffnungen auf Urlaub in unserem so schönen, sicheren und verdammt gut organisierten Deutschland machen. Die Tourismusbranche ist zwar eine der am heftigsten von der Krise betroffenen Wirtschaftszweig, doch es zeichnet sich ein Hoffnungsschimmer ab. In Anbetracht dessen, dass Auslandsreisen mindestens bis zur sommerlichen Hauptjahreszeit mit drastischen Einschränkungen behaftet sind, spielt es dem Tourismus in Deutschland in die Hände. Überzeugende Argumente seinen (Rad-) Urlaub hierzulande zu verbringen gibt es zuhauf, zumal das Geld auch noch im eigenen Land verbleibt. Wertschöpfung, die quasi im Sinne von "Germany First“ die Binnenwirtschaft ankurbelt. Nach Wochen des touristischen Stillstands befinden sich die klassischen Feriengebiete in den Startlöchern. 

Trotz Corona-Krise und massiver Reisebeschränkungen, die seit zwei Monaten den Tourismus im Land lahm legen, hält eine große Mehrheit der Radtouristen überraschenderweise an ihren diesjährigen Reiseplänen fest. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage unter 1.500 Reisenden, die die Radreisen-Datenbank Anfang April 2020 durchgeführt hat. Demzufolge haben mehr als 70 Prozent für 2020 eine Reise geplant bzw. eine bestimmte (Rad-) Strecke im Auge. Von ihnen möchten 80 Prozent die Reise auch unternehmen. 90 Prozent der Befragten kann sich sogar grundsätzlich vorstellen, dieses Jahr noch eine weitere mehrtägige Radreise zu unternehmen.

Bayern - Radreiseland Nummer Eins

Die aktuelle ADFC-Radreiseanalyse (Allgemeiner Deutsche Fahrrad-Club), die am 5. März 2020 im übrigen wegen der Corona-Pandemie erstmalig nicht im Rahmen auf der weltgrößten Reisemesse der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin vorgestellt wurde, beleuchtet interessante Entwicklungen zum Radreiseverhalten. Demnach ist das beliebteste Radtourismus-Bundesland Bayern (22.1%), gefolgt von Niedersachsen (15.78%), Nordrhein-Westfalen (10.85%), Baden Württemberg (9.12%) und Mecklenburg-Vorpommmern (8.11%). Das Allgäu zählt zur beliebtesten Radregion Deutschlands, gefolgt vom Emsland und Münsterland.