41. IRONMAN WORLD CHAMPIONSHIP, 12. Oktober 2019

Der Ironman Hawaii ist der älteste Triathlon über die Langdistanz weltweit. Er findet seit der Erstaustragung 1978 an der Geburtsstätte der Marke »IRONMAN« auf der Inselgruppe Hawaii im Pazifischen Ozean statt. 

Die IRONMAN WM auf Hawaii gilt gemeinhin als härtester Eintages-Wettkampf. 3,8 km Schwimmen im aufgewühlten Pazifik, 180 km Radfahren auf dem zumeist von böigen Mumuku-Winden ausgesetzten Queen Kaahumanu Highway und als 3. Disziplin ein Marathonlauf über 42,195 km durch hitzeflimmernde Lavafelder. Summa summarum 226 km unter Extrembedingungen, wie es sie in dieser Ausprägung nirgendwo in der Welt gibt. Insbesondere das feuchtschwüle tropische Klima und das wellige Streckenprofil (Rad- und Laufstrecke) machen den Ironman auf Big Island äußerst anspruchsvoll weswegen die Finisherzeiten i.d.R. langsamer sind als bei anderen IRONMAN'S  dieser Welt.

Eine Ausnahme von dieser Regel bildete der Ironman Hawaii 2018, bei dem erträglichere Wetterverhältnisse zahreiche Streckenrekorde begünstigte. Es war es die schnellste Ironman-WM aller Zeiten, bei der es sage und schreibe 16 Streckenrekorde zu verzeichnen gab. Es herrschte nahezu Windstille, das Meer war ruhig, die Temperaturen wiesen moderate 25 Grad auf und die dichte Wolkende ließ keine stecheden Sonnenstrahlen hindurch. Mit anderen Worten: die ansonst typischen Wetterverhältnisse (Glutofenhitze/Winde) waren schlichtweg außer Kraft gesetzt. Welch maßgeblichen Einfluss die äußeren Bedingungen in Hawaii tatsächlich haben spiegelt sich in zwei Streckenrekorden der Profimänner und Profifrauen (Schwimmen- und Radfahren ) sowie 14 Streckenrekorde der Agegrouper wieder.

Das Profifeld besteht aus insgesamt 56 Männern (19 Nationen) und 44 Frauen (13 Nationen), die 2019 um den WM-Titel bei der Ironman World Championship  kämpfen. Deutschland ist sowohl in punkto Topfavoriten als auch Anzahl der Profis die klare Nummer eins. 1997 gelang Thomas Hellriegel der erste Sieg eines Deutschen auf Hawaii. Normann Stadler (2004 / 2006) und Faris Al-Sultan (2005) folgten auf dem Siegerpodest. Danach legten Sebastian Kienle (2014), Jan Frodeno (2015 / 2016) sowie Patrick Lange (2017 / 2018) eine beispiellose Siegesserie in Kailua-Kona hin. Ob diese ein weiteres Jahr anhällt wird am 12. Oktober entschieden. Die Chancen dafür stehen jedenfalls nicht schlecht, denn die Resultate in der Qualifikationsphase verliefen so vielversprechend, dass mit Jan Frodeno, Patrick Lange und Sebastian Kienle gleich drei Deutsche zum erlauchten Kreis der Titelanwärter am Alii Drive zählen. Soviel lässt sich schon mal sagen: Die deutschen Leistungsträger haben sich für die Triathlon-WM der Langdistanz aussichtsreich in Stellung gebracht.

Deutschland ist mit 13 Profi-Athleten die am stärksten vertretene Nation im Elitfeld der Männer, gefolgt von der USA mit 9 und Australien mit 6 Athleten. Neben Frodo, Sebi und Patrick hat Deutschland mit Andi Böcherer, Maurice Clavel, Tobias Drachler, Andi Dreitz, Marc Dülsen, Nils Frommhold, Franz Löschke, Lukas Krämer, Stefan Schumacher und Boris Stein zehn weitere Professionals im Feuer. 

Bei den Damen gehen 6 Profi-Athletinnen für Deutschland an den Start: Daniela Bleymehl, Anne Haug (2018: Rang 3), Mareen Hufe (2018 Rang 13), Kristin Liepold (ehemals Möller), Laura Philipp und Svenja Thoes. Einmal mehr ist Vorjahressiegerin und Streckenrekordhalterin (2018: 8:26:16) Daniela Ryf aus der Schweiz das Maß der Dinge, die seit Jahren die Benchmark bei den Frauen setzt. Gelingt ihr ein fünfter Sieg in Folge würde sie eine Rekordmarke aufstellen. Alles andere als ein Sieg wäre eine faustdicke Überraschung. Die unangefochtene Nr. 1 im weiblichen Triathlonfeld – die beim hochklassig besetzte IRONMAN Frankfurt sogar auf den siebten Gesamtrang kam  - ist derzeit so gut wie unschlagbar. Selbst als sie letztes Jahr wegen Feuerquallen viel Zeit beim Schwimmen verlor, rollte sie das Feld von hinten auf und gewann letzten Endes souverän. Unglaublich ihre Wettkampfbilanz: von 16 Langdistanzen, die Ryf bei den Frauen in ihrer Karriere bisher absolvierte, hat sie sage und schreibe 14 gewonnen. 

Die ARD überträgt  den Ironman im Fernsehen am Samstag ab 23.55 Uhr bis 03.45 Uhr live.. Danach folgt als Cooldown die Ironman-Doku "Mythos Hawaii" aus dem Jahr 2017.

Außerdem ist der komplette Wettkampf am 12.10. ab 18.15 Uhr im Livestream auf sportschau.de zu sehen.