Lockdown 2.0

Ein unvorstellbar ereignisreiches Jahr - beherrscht vom "Corona-Virus - COVID-19" - neigt sich seinem Ende zu. Weder mit hellseherischer Fähigkeit noch mit kühnster Phantasie hätte man sich ein solch tragisches Schreckenzenario ausmalen, geschweige denn erwarten können. Neben unsäglichem Leid und trauriger Einzelschicksale betrifft die Pandemie jeden Menschen. Sozialkontakte wie Bewegungsfreiheit sind eingeschränkt, nahezu alle Veranstaltungen wurden gecancelt und Urlaubsplanungen durch Reisebeschränkungen zunichte gemacht. 

Schon skurril, dass die Bedeutung des Begriffs "Hot-Spot" - häufig als aufwertendes touristisches Qualitäts- bzw. Unterscheidungsmerkmal genannt - im allgemeinen Sprachgebrauch negativ besetzt ist. Kein Wunder, wenn der Begriff gebetsmühlenartig im Zusammenhang von Covid-19 verwendet wird. Vieles hat sich zum Teil krass verändert, was auch das legere Miteinander der Radfahrer beeinflusst. Dazu gehört die distanzierte Begrüßung in "Corona-Style" (Faust/Ellbogen), was samt Abstandsgebot und Mund-Nasen-Schutz (beim Einkehrschwung) schon seltsam anmutet. So recht daran gewöhnen mag man sich an solch zwangsbehaftete Umgangsformen - bis vor wenigen Monaten völlig undenkbar -  ganz und gar nicht.

Es gibt aber auch Lichtblicke, denn die erfolgreiche Entwicklung eines Impfstoffs nährt die Zuversicht, dass sich 2021 die bedrückende Situation zum Besseren wenden wird.

 

Nachdem die Bayerische Staatsregierung Indoor-Sport verboten hat (Indoor-Sportstätten bleiben geschlossen - einzig Schul- und Profisport sind im November in Innenräumen erlaubt), bleiben Outdoorakivitäten wie beispielsweise Radfahren im Rahmen des "Teil-Lockdowns" weiterhin erlaubt. Im Gegensatz zum ersten Lockdown, als gesellige Gruppenausfahrten zeitweise untersagt waren und man notgedrungen solo auf Tour gehen musste darf man sich aktuell allein, zu zweit oder mit bis zu zehn Personen aus maximal zwei Haushalte privat oder im Freien treffen.

Da während des Lockdowns Lokale/Restaurants/Gaststätten/Imbissstuben trotz Schließung häufig Speisen zum Mitnehmen ("To Go") anbieten sollte jeder Kunde wissen, dass Speisen weder im noch vor dem Lokal (Grundstück, Parkplatz etc.) verzehrt werden dürfen. Laut Bayerisches Innenministerium ist nur die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause erlaubt, d.h. nicht der „Verzehr vor Ort“. Zuständige Behörden verfügen zwar einen Ermessenspielraum (z.B. bei Einsicht oder Vorliegen einer Fahrlässigkeit), trotzdem können Verstösse mit einer empfindlichen Geldbuße geahndet werden.

Lockdown Light

Um die rasante Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, wurde von Bund und Länder ein sogenannter "Wellenbrecher-Shutdown" beschlossen,  der am 2. November bis zum Ende des Monats in Kraft tritt. Anders als beim ersten Lockdown im Frühjahr sind die Vorschriften zwar weniger streng gefasst ("Teil-Lockdown"), trotzdem greifen die Maßnahmen ins gesellschaftliche Zusammenleben bzw. in die Privatsphäre eines jeden Bürgers ein. Freizeiteinrichtungen wie Theater, Opern, Konzerthäuser, Messen, Kinos, Freizeitparks, Schwimmbäder, Saunen, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen, Tanzschulen, Bordelle und Indoorsport werden ebenso geschlossen wie Gastronomiebetriebe, Bars und Clubs. Alle Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, werden untersagt. Dazu wird der Amateursport sowie das kulturelle Leben lahm gelegt. Gleichsam trifft das Beherbergungsverbot für touristische Übernachtungen die Tourismusbranche abermals mit voller Wucht. Kitas, Schulen und Geschäfte  bleiben hingegen geöffnet, ebenso sind Lieferdienste und Essen (to go) zum Mitnehmen erlaubt. 

Kontaktbeschränkung: In der Öffentlichkeit dürfen sich nur noch Angehörige von zwei Haushalten treffen – maximal zehn Personen. Feiern in Wohnungen und privaten Einrichtungen sind „inakzeptabel“ und werden streng sanktioniert. In Bayern und Baden-Württemberg gilt diese Vorschrift ausdrücklich auch für private Treffen zuhause, d.h. ebenfalls nur zwei Haushalte und maximal zehn Personen sind erlaubt.

Radfahren unter bestimmten Voraussetzungen gestattet

Radfahren als Individual-Sportart bleibt weiterhin erlaubt! Organisierte Vereinsausfahrten oder Training in der Gruppe ist hingegen untersagt. Auch wenn kein explizites Reiseverbot besteht appeliert die Bundesregierung eindringlich an die Bevölkerung, tunlichst auf nicht notwendige Reisen zu verzichten und die Kontakte zu reduzieren. Da Hotels und Pensionen ohnehin nur noch Übernachtungsgäste aus nicht touristischen Gründen beherbergen dürfen, sind touristisch motivierte Mehrtagesausflüge oder Wochenend-Trips nicht möglich.

Wie schon zum ersten Lockdown (20. März) gehört der Zweiradhandel zur systemrelevanten Branche. Demzufolge bleiben Fachgeschäfte - wohlweislich unter strengen Hygieneauflagen - geöffnet. Für die zulässige Kundenanzahl im Laden gilt die Faustregel: auf 10 Quadratmeter Verkaufsfläche darf sich durchschnittlich maximal 1 Person aufhalten. Um längeren Wartezeiten zu entgehen hilft eine telefonische Terminabsprache. Die Unterbrechung von Lieferketten (besonders aus Fernost) verursachte Lieferengpässe und Probleme der Ersatzteilversorgung. Wer sich ein neues Rad zulegen möchte, sollte daher nicht bis zum Saisonstart warten wenn der große Run im Zweirad-Fachhandel einsetzt.

Die von der Bundeskanzlerin und den Regierungschefs der Länder beschlossen und deutschlandweit einheitliche Maßnahmen setzen einen allgemeinen Rahmen, der von jedem Bundesland - ggf. unter Ausnutzung gewisser Spielräume - in eine angepasste Corona-Schutzverordnung übertragen wird. In Bayern wird nach zwei Wochen ein Zwischenfazit gezogen, indem aktuelle Erkenntnisse evaluiert werden.