Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen Lockdown bis zum 18. April verlängert

Seit mehr als einem Jahr ist nichts mehr so wie es mal war. Dramatische Not und unsägliches Leid brach wie aus heiterem Himmel über die Welt herein. Unser alltägliches Leben wird von der Corona-Pandemie regelrecht vereinnahmt. Geprägt von ständig verändernden Schutzmaßnahmen, Sicherheitsvorkehrungen, Gesetze, Verordnungen und Regelungen sollte man die Zuversicht auf bessere Zeiten dennoch nicht verlieren. Mit aufmunternden Schlussworten äußerte sich Bundespräsident Walter Steinmeier am 14. Dezember in Schloss Bellevue zur aktuellen Lage in der Corona-Pandemie: "Ich bin ganz sicher: Die Pandemie wird uns die Zukunft nicht rauben. Wir werden diese Krise überwinden. Das muss gelingen; und es wird gelingen!"

Am 27. Januar 2020 informierte das Gesundheitsamt die Öffentlichkeit über den ersten Coronavirus-Fall in Deutschland. Ein Mitarbeiter der Firma Webasto nahe München wurde positiv getestet ("Patient 1").  

 

Update 24.03.2021: Nach massiver Kritik an den Oster-Beschlüssen der Bund-Länder-Runde wurde die beschlossene "Osterruhe" gekippt.

Update 23.03.2021: Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen beschlossen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten am 22. März in Berlin den Lockdown bis zum 18. April zu verlängern. Die Anfang März vereinbarte Notbremse müsse dabei konsequent umgesetzt werden. Diese soll greifen, wenn die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner in einem Land oder einer Region an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100 Neuinfektionen liegt. Dann gelten ab dem zweiten darauffolgenden Werktag wieder die Beschränkungen, die bis zum 7. März in Kraft waren. Weitere Öffnungen soll es nur geben, wenn die 7-Tage-Inzidenz unter 100 und stabil ist oder sinkt.

Kontaktbeschränkungen

Kontaktbeschränkung auf eigenen Haushalt plus eine Person: Der gemeinsame Aufenthalt im öffentlichen Raum, in privat genutzten Räumen und auf privat genutzten Grundstücken ist nur gestattet mit Angehörigen des eigenen Hausstandes sowie zusätzlich einer weiteren Person. Zulässig ist ferner die wechselseitige, unentgeltliche, nicht geschäftsmäßige Beaufsichtigung von Kindern unter 14 Jahren in festen, familiär oder nachbarschaftlich organisierten Betreuungsgemeinschaften, wenn sie Kinder aus höchstens zwei Hausständen umfasst. Die zu diesen Hausständen gehörenden Kinder unter 14 Jahren bleiben für die Gesamtzahl außer Betracht. Ehegatten, Lebenspartner und Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft gelten jeweils als ein Hausstand, auch wenn sie keinen gemeinsamen Wohnsitz haben.

Sport ist erlaubt im Außenbereich, und nur mit Angehörigen des eigenen Haushalts plus eine Person: Erlaubt ist ausschließlich kontaktfreier Sport im Außenbereich unter Beachtung der Kontaktbeschränkung (also eigener Haushalt plus eine Person); Mannschaftssport bleibt weiterhin untersagt.

Notbremse: Steigt die 7-Tages-Inzidenz über den für die jeweiligen Öffnungen maßgeblichen Inzidenzwert von 50, gelten jeweils die Regelungen für Gebiete mit einer 7-Tages-Inzidenz von unter 100. Übersteigt die 7-Tages-Inzidenz den Wert von 100, gelten wieder die Regelungen, die bis zum bis zum 7.3.2021 gegolten haben.

Der Bayerische Ministerrat hat in seiner heutigen Sitzung am 23. März beschlossen (Auszug):

1. Die Bayerische Staatsregierung begrüßt die am 22. März 2021 von

der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder gefassten Beschlüsse, insbesondere die konsequente Verpflichtung zur Umsetzung der bereits am 4. März 2021 vereinbarten Notbremse.

2. Vor diesem Hintergrund beschließt der Ministerrat folgende

Maßnahmen:

2.1 Die 12. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung wird bis einschließlich 18. April 2021 verlängert und zugleich wie folgt

angepasst:

2.1.1 Die Tage vom 1. April (Gründonnerstag) bis zum 5. April

(Ostermontag) 2021 sind Ruhetage, an denen inzidenzunabhängig landesweit Folgendes gilt ("Erweiterte Ruhezeit zu Ostern"):

- Private Zusammenkünfte sind auf die Angehörigen des

eigenen Hausstands sowie zusätzlich die Angehörigen eines weiteren Hausstands beschränkt, jedoch auf maximal fünf Personen; Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt, Paare gelten als ein Haushalt. In Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 100 verbleibt es bei der Kontaktbeschränkung auf Angehörige des eigenen Hausstands sowie zusätzlich eine weitere Person.

- Ansammlungen im öffentlichen Raum werden grundsätzlich untersagt.

- Betriebe, Ladengeschäfte, Unternehmen und Behörden bleiben am 1. April 2021 (Gründonnerstag) und am 3. April 2021

(Karsamstag) wie an den Osterfeiertagen geschlossen; am Samstag, den 3. April 2021, wird ausschließlich der Lebensmittelhandel geöffnet.

- Die Religionsgemeinschaften werden dazu aufgerufen, religiöse Versammlungen nicht in Präsenz, sondern nur virtuell durchzuführen.

2.1.2 Die nach der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung bei stabiler oder rückläufiger Entwicklung des Infektionsgeschehens vorgesehenen weiteren Öffnungsschritte in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit einer 7-Tage-Inzidenz von nicht über 100 bzw. 50 in den Bereichen Außengastronomie, Kultur und Sport bleiben in jedem Fall bis zum Ende der Osterferien (12. April 2021) ausgesetzt.

2.1.3 Nach dem Ende der Osterferien werden abhängig von den Inzidenzen weitere Öffnungsschritte in den Bereichen Außengastronomie, Kultur und Sport erfolgen. Solange in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt eine 7-Tage- Inzidenz von unter 50 besteht, so gilt:

- Öffnung der Außengastronomie

- Öffnung von Theatern, Konzert- und Opernhäusern sowie Kinos

- Kontaktfreier Sport im Innenbereich, Kontaktsport im

Außenbereich

Solange in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt eine 7-Tage- Inzidenz von zwischen 50 und 100 besteht, so gilt:

- Öffnung der Außengastronomie mit vorheriger Terminbuchung

und aktuellem (24 Stunden) COVID-19 Schnell- oder Selbsttest

- Öffnung von Theatern, Konzert- und Opernhäusern sowie Kinos

mit aktuellem (24 Stunden) COVID-19 Schnell- oder Selbsttest

- Kontaktfreier Sport im Innenbereich, Kontaktsport im

Außenbereich mit aktuellem (24 Stunden) COVID-19 Schnell- oder Selbsttest.

Im Rahmen eines Modellprojekts werden bis zu drei Theater-, Konzert- oder Opernhäuser in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit einer 7-Tages-Inzidenz von über 100 ausgewählt, um unter strengen Schutz- und Hygienemaßnahmen die Wirksamkeit insbesondere von umfassenden Testkonzepten zu untersuchen.

2.1.4 Für den Einzelhandel gilt nach dem Ende der Osterferien:

Bei einer 7-Tage-Inzidenz in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt unter 100 wird der Einzelhandel geöffnet, unter Geltung der allgemeinen Schutz- und Hygienekonzepte (v.a. Mindestabstand, Maskenpflicht, ein Kunde je 10 qm für die ersten 800 qm der Verkaufsfläche sowie zusätzlich ein Kunde je 20 qm für den 800 qm übersteigenden Teil der Verkaufsfläche).

Bei einer 7-Tage-Inzidenz in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt zwischen 100 und 200 gilt für den Einzelhandel zusätzlich:

Terminshopping-Angebote ("Click & Meet"), ein Kunde pro 40 qm Verkaufsfläche nach vorheriger Terminvereinbarung und Vorlage eines aktuellen (24 Stunden) negativen Tests.

2.1.5 Darüber hinaus können nach den Osterferien im Rahmen von

Modellprojekten drei Städte mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 100 mit strengen Schutzmaßnahmen und einem Testkonzept für die Dauer von 14 Tagen einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens öffnen, um die Umsetzbarkeit von Öffnungsschritten unter Nutzung insbesondere eines konsequenten Testregimes zu untersuchen (Quelle: Bayerische Staatsregierung).

Außensport

Außensport in Abhängigkeit der aktuellen Inzidenzwerte in den bayerischen Landkreisen und kreisfreien Städten bedingt möglich:

  • 7-Tages-Inzidenz < 50: Kontaktfreier Sport in kleinen Gruppen (max. 10 Personen) im Außenbereich, auch auf Außensportanlagen
  • 7-Tages-Inzidenz 50-100: Kontaktfreier Individualsport in kleinen Gruppen (max. 5 Personen aus 2 Haushalten) 

Das bayerische Gesundheitsministerium veröffentlicht auf Basis der nach dem Infektionsschutzgesetz maßgeblichen Daten des Robert Koch-Instituts, welche akutelle Inzidenzwerte in den bayerischen Landkreisen und kreisfreien Städten meldet. Die Liste legt damit den Ausgangspunkt für die 12. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung fest, mit der die beschlossenen Öffnungsschritte umgesetzt werden. Sie gilt, bis die zuständigen Kreisverwaltungsbehörden neue Bekanntmachungen auf Basis der jeweiligen Inzidenzwerte für ihren Zuständigkeitsbereich veröffentlichen.

Dies bedeutet, dass man fortan ständig über aktuelle Inzidenzwerte seines Wohnorts bzw. Zielort bei (Inlands-) Reisen informiert sein muss, um Bescheid zu wissen was (tagesaktuell) erlaubt bzw. nicht erlaubt ist. 

Gängige Abstands- und Hygiene-Regeln sind nach wie vor einzuhalten, unnötige (sportartspezifische) Risiken sollten vermieden werden.

Tröpfcheninfektion (Aerosole)

Nach derzeitigen Erkenntnissen wird das Coronavirus SARS-CoV-2 vor allem direkt von Mensch zu Mensch übertragen, z. B. beim Sprechen, Singen, Husten oder Niesen. Bei der Übertragung spielen Tröpfchen wie beispielsweise Aerosole (feinste luftgetragene Flüssigkeitspartikel und Tröpfchenkerne) welche längere Zeit in der Luft schweben können, eine wichtige Rolle. Gegen eine direkte Infektionsgefahr (Sprechen oder Anhusten über kurze Distanz) schützen Mindestabstände, Masken und Schutzwände in Innenräumen. Eine indirekte Infektionsgefahr stellen indes Aeorosole dar, bei denen sich winzige Aerosolpartikel in Räumen ausbreiten und so die Virenlast erhöhen können. So weit so gut, doch wie schaut es damit eigentlich im Freien aus? Da der Infektionsweg über virushaltige Tröpfchen von Covid-Patienten und deren Aufnahme über die Schleimhäute von Nase, Mund und Augen erfolgt, ist allein schon durch die massive Luftverdünnung im Freien eine Infektionsgefahr nahezu ausgeschlossen - vorausgesetzt der Mindestabstand von 1,5 Metern wird eingehalten.

Fokus-Online berichtete am 7.03., dass die Wahrscheinlichkeit, sich im Freien mit dem Virus zu infizieren, deutlich geringer ist als in geschlossenen Räumen - was sowohl für die ursprüngliche Variante des Coronavirus als auch bei den Mutationen zutrifft. Aerosole (winzige Tröpfchen in der Luft) spielen eine entscheidende Rolle bei der Übertragung des Coronavirus. Diese werden laut Experten draußen schneller ungefährlich. "Das hat damit zu tun, dass die Luftzirkulation im Freien sehr viel größer ist. Sie haben Windverwehungen, und dadurch kommt natürlich sehr schnell ein Verdünnungseffekt zum Tragen", erklärte Nico Mutters, Leiter des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit am Universitätsklinikum Bonn, der DW. Halten sich viele Personen in nicht ausreichend belüfteten Innenräumen länger auf, kann es verstärkt zur Produktion und Anreicherung von Aerosolen kommen was eine Übertragung des Coronavirus SARS-CoV-2 durch Aerosole begünstigt.

Birgit Wehner, Aerosolforscherin am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung, sagt, dass Tröpfchen, die ausgeatmet würden, draußen schneller abtrocknen und dann auch schneller verdünnt würden. Wenngleich Studien bestätigen, dass die Gefahr sich im Freien anzustecken, äußerst gering ist, so ist man insbesondere bei größeren Menschenansammlungen - verbunden mit geringen Abständen - selbst im Freien vor einer Ansteckung dennoch nicht gefeit. Nichtsdestoweniger stellte eine Untersuchung in China beispielsweise fest, dass von 7324 gemeldeten Infektionen nur eine einzige im Freien nachweisbar war. Auch das renommierte Robert Koch-Institut - zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und –prävention - bestätigt, dass Übertragungen im Außenbereich insgesamt sehr selten vorkämen.

Wie der WDR am 23.02.21 vermeldete sind sich die meisten Experten darin einig, dass es sehr unwahrscheinlich ist, sich im Freien anzustecken. Gerhard Scheuch (forscht seit langem auf dem Gebiet der Aerosole) sagte der Bio-Physiker am 22.02.21 in der ARD-Sendung "livenachneun", dass draußen die Gefahr "überhaupt nicht gegeben sei". Und weiter: "Wenn man draußen ist und sich an der frischen Luft bewegt, dann ist die Gefahr bei Null".

Ein Risiko bestehe allenfalls, wenn man sich längere Zeit gegenübersteht und sich in geringem Abstand (< 1 Meter) unterhält, worauf auch Christof Asbach, Präsident der Gesellschaft für Aerosolforschung, im Gespräch mit dem WDR hinwies. Wenn man sich längere Zeit gegenüberstehe, womöglich noch in einer Gruppe, dann gebe es mehr Partikel in der Luft und die Situation werde kritischer. Die Aerosol-Partikel, die möglicherweise Viren enthalten, würden sich aber vor allem in Innenräumen anreichern. "Im Außenbereich werden diese abtransportiert und dann passiert sowas nicht", so Asbach.

Auf die Frage, ob die Ansteckungsgefahr beim Sport im Freien durch heftigere Atmung größer ist antwortet Aerosol-Forscher Asbach: "Wenn ich rausgehe, also spazieren gehe oder Fahrrad fahre, also in Bewegung bin, dann muss ich mir eigentlich keine Sorgen machen, dass ich mich anstecke, das Risiko ist extrem gering".

Für Radfahrer, Mountainbiker, Läufer usw. die ungern solo Außensport betreiben, sind diese wissenschaftlichen Erkenntnisse auf alle Fälle überaus erfreulich. Bleibt zu hoffen, dass dies zu baldigen Lockerungen (kontaktloser Outdoor-Gruppensport) führt was z.B. das Sportvereinsleben nach langer Zwangspause wieder reaktivieren und die Kündigungswelle der Mitglieder stoppen würde.

Im vergangenen Jahr versetzte eine niederländische Studie insbesondere Outdoorsportler in Angst und Schrecken. Demzufolge wurden Radfahrern geschwindigkeitsabhängige Abstände von bis zu 20 Metern nahe gelegt, um nicht in eine virenverseuchte Aerosol-Partikelwolke hinein zu geraten. Die Studie war und ist allerdings umstritten, da sie in einem Windkanal und nicht unter realen Bedingungen - sprich im Freien - durchgeführt wurde. Ulrich Grünewald vom Quarks-Wissenschaftsteam gibt daher Entwarnung, da in einem Windkanal völlig andere Bedingungen als im Freien an der frischen Luft herrschen. "Die Aerosohle sind so klein und leicht, dass sie ganz schnell verweht werden und eigentlich keine Rolle mehr spielen", so Grünewald (vorausgesetzt der Mindestabstand von mehr als 1,50 Metern wird eingehalten). 

Lockdown-Phasen

Der Lockdown "Light" bzw. auch als "Teil-Lockdown" bekannt, begann am 2. November 2020. Dieser wurde ab 9. Dezember verschärft und am 16. Dezember vom deutschlandweiten "Harten Lockdown" abgelöst. Aufgrund hoher Infektionszahlen wurden die Maßnahmen des "Harten Lockdowns" nochmals verschärft und zunächst bis 31. Januar verlängert. Auf dem Bund-Länder-Gipfel erfolgte am 19.01 der Beschluss einer weiteren Verlängerung bis zum 14. Februar, dann bis zum 7. März 2021.  Am 4. März beschlossen Bund und Länder abermals eine Lockdown-Verlängerung - mit inzidenzabhängigen Lockerungen - zunächst gültig bis zum 28. März. 

 Das Institut für Prävention und Sportmedizin unter Leitung von Dr. med. Frank Möckel gibt wichtige (Sportler-) Tipps.

Informationsquellen

Zwölfte Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (Verordnung tritt am 8. März 2021 in Kraft und mit Ablauf des 28. März 2021 außer Kraft)

Robert Koch-Institut: COVID-19-Dashboard

Fallzahlen von Coronavirusinfektionen in Bayern (Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit) 

FAQ - Katalog (Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration) 

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