Mecklenburger Seen Runde feiert 10 jähriges Jubiläum

 

Die »Mecklenburger Seen Runde« - Mehr als ein gewöhnlicher Radmarathon

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile sagte der griechische Philosoph Aristoteles. Übertragen auf die Veranstaltung ist die »Mecklenburger Seen Runde« in vielerlei Hinsicht mehr als ein gewöhnlicher Radmarathon. DAS Radsport-Event ist eine ultimative Herausforderung, deren versprochenes Glückswachstum und Horizonterweiterung jeder Breitensportler mit überschaubarem Trainingsaufwand einlösen kann. Und im übrigen ist es ja nichts Neues, dass Radfahren in der Gemeinschaft einfach viel mehr Spaß macht, als allein langweilig Kilometer zu „schrubben“.

Start- und Zielort der »Mecklenburger Seen Runde« ist Neubrandenburg. Die Kreisstadt des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte ist die drittgrößte Stadt (63.000 Einwohner) des norddeutschen Bundeslandes in Mecklenburg-Vorpommern. Flächenmäßig ist er mit Abstand der größte Landkreis Deutschlands und gut doppelt so groß wie das Saarland. Mit einer Fläche von knapp 5.500 km² und rund 260.000 Einwohner ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von 47 Einwohner je km² (Bundesdurchschnitt 236). Dass sage und schreibe 1117 natürliche Seen mitten im Seenland Deutschlands das größte Wassersportrevier Europas bilden und der Müritz-Nationalpark mit UNESCO Weltnaturerbe sowie 7 Naturparke in der Mecklenburgischen Seenplatte befinden lässt nur ansatzweise erahnen, welch beeindruckede Naturlandschaft die MSR-Radler bei ihrer Langstreckentour erwartet. Die Kürzel MSR300 und MSR100 stehen für die jeweilige Streckendistanz der »Mecklenburger Seen Runde«, wobei die Kurzvariante dem weiblichen Geschlecht vorbehalten bleibt.

Veranstaltungscharakter

Die »Mecklenburger Seen Runde« ist ein Jedermann-Event für alle Leistungs- und Altersklassen. Wenngleich der eingeschweißte Einweg-Transponder eine Echtzeitmessung erlaubt, gibt es weder eine Ergebnisrangliste bzw. sonstige Wertungskategorien. Nichtsdestotrotz kann jeder Teilnehmer seine Fahrzeit gleich nach dem Zielleinlauf im Infozelt oder später auf der MSR-Homepage nachschauen. 

Ob man sich eine Nacht und einen Tag Zeit nimmt, oder die Strecke bei Tageslicht im Eiltempo bewältigt bleibt letzten Endes jedem selbst überlassen. Hauptsache man rollt rechtzeitig über die Ziellinie, um das unvergessliche Momentum der Medaillenübergabe auszukosten. 

Das "Schneller-höher-weiter"- Prinzip, behaftet mit Leistungsstreben und Erfolgsdruck kann sportlich wie beruflich im Burnout-Syndrom enden. Soviel steht fest: bei der »Mecklenburger Seen Runde« geht es definitiv nicht um sportliche Höchstleistungen. Was zählt ist der olympische Gedanke. Der französische Pädagoge, Historiker und Sportfunktionär Pierre de Coubertin, Gründer des Internationalen Olympischen Komitees, dessen zweiter Präsident er von 1896 bis 1925 war, brachte es auf den Punkt: „Das Wichtigste an den Olympischen Spielen ist nicht der Sieg, sondern die Teilnahme, wie auch das Wichtigste im Leben nicht der Sieg, sondern das Streben nach einem Ziel ist". Dem pflichtete auch Basketballer Dirk Nowitzki (Fahnenträger in Peking 2008) bei, der allein vom Wunsch des Dabeiseins und des Spirits willen beseelt war. Das einprägsame Motto "Erlebnis vor Ergebnis" spiegelt jene Grundsatzphilosophie wider, die das Wesensmerkmal der »Mecklenburger Seen Runde« in ihrem Kern ausmacht.

Wenngleich eine Transponder-Startnummer am Radlenker Ehrgeiz und Motivation entfacht und dazu verleitet Leistungsgrenzen auszuloten, ist andererseits auch klar, dass das großzügige Zeitfenster von 28 Stunden keine hochintensive Spitzenleistung sondern vorwiegend Kraftausdauer im moderaten Belastungsbereich abverlangt. Leistungsdaten haben bei der »Mecklenburger Seen Runde« ohnehin nur eine untergeordnete Bedeutung, weshalb es ohne Rang- bzw. Wertungsliste auch keine Siegerehrung gibt. Desweiteren passt es ins Bild, dass die Teilnehmer keine selektiven Karenzzeiten (Ausnahme Kontrollschlusszeiten) zu befürchten haben, was letztlich nur einen unangemessenen Leistungsdruck aufbauen würde. Wird das Zeitkontingent ausgeschöpft (MSR 300-Start Freitag, 24.05. 20.00 Uhr, Zielschluss Samstag 24.00 Uhr), kann bei seiner Erlebnistour ohne weiteres beruhigt die Blicke schweifen lassen, die herrliche Landschaft der Mecklenburgischen Seenplatte achtsam genießen, sich auf den Verpflegungsstationen stressfrei verköstigen und last but not least Erholungszeiten gönnen um abzuschalten. Unter diesen Gesichtspunkten bietet die MSR einem erweiterten Kreis von Hobby-Radsportlern die Chance, die gewaltige Herausforderung von 300 Kilometer zu meistern. 

Wir leben in einer ergebnisorientierten Leistungsgesellschaft, wo vorrangig Erfolge und Resultate zählen. Dabei lässt sich das Leistungsprinzip 1:1 auch auf wettkampforientierten Sport übertragen, bei dem der Zweitplatzierte nicht selten als erster Verlierer gebrandmarkt wird. Von solchem Leistungsmessen ist die »Mecklenburger Seen Runde« jedoch meilenweit entfernt. Der Kommentar von MSR-Initiator Detlef Koepke im Podcast "Speichenalarm" bringt es auf den Punkt: "Erlebnis geht vor Ergebnis", wonach es nicht ums Siegen als Selbstzweck sondern ums gewinnen schöner Momente geht. Eine Betrachtungsweise, die Mut macht und jede und jeden ermutigen sollte Hemmschwellen abzulegen und sich zuzutrauen das "Ding" zu wuppen - sprich die MSR zu rocken. Schließlich ergibt die Zeitspange von 28 h für 300 Kilometer inkl. einer einstündigen Pausenzeit rein theoretisch ein Stundenmittel von 11 km/h. Dazu entzerrt das ausgedehnte Startfenster von Beginn an die Starterfelder, weswegen die Verlockung oder der innere Drang schnelleren Fahrern hinterherzuhecheln weitestgehend entfällt. Wer seinem Leben einen verheißungsvollen Kick verpassen möchte, der das Selbstbewusstsein stärkt und der Lebensfreude einen euphorischen Schub verschafft, sollte diese Gelegenheit beim Schopf packen. Dies gilt umso mehr für Couchpotatoes die einen Anreiz benötigen, um den Hintern hoch zu bekommen.

Das eingepreiste Glücksversprechen

Die Veranstaltungsphilosophie der MSR unterscheidet sich grundlegend von gängigen Radmarathons, die maßgeblich vom Wettbewerbscharakter beherrscht sind und naturgemäß zu einer entfesselten Fahrweise verleiten. Die gemeinsame Freude am Radfahren steht ohne wettkampfmäßigem Leistungsvergleich eindeutig im Vordergrund. Um nochmals Aristoteles zu bemühen: er beschrieb Glück bereits vor mehr als drei Jahrhunderte vor Christus als das höchste Gut des menschlichen Lebens. Und eben weil jeder seines Glückes Schmied ist, hat man es auch selbst in der Hand etwas daraus zu machen. So gesehen bietet die MSR die Gelegenheit, auf die sprichwörtliche "Glücksspur" einzuschwenken und an dem andersgearteten Radmarathon - der eine Horizonterweiterung und Glückswachstum verspricht - teilzunehmen. Man denke nur an die glückshormongeschwängerte Zielankunft und dem herzergreifenden Gefühl innerer Zufriedenheit nach 300 Kilometer, über dessen vollbrachte Leistung sich jeder stolz vor sich selbst verneigen kann. Allein dafür lohnt es sich den Schweißtribut in Kauf zu nehmen.

Sport verbindet und transportiert darüber hinaus ein enormes Maß an Wir-Gefühl. Das gilt nicht nur ausschließlich für Mannschaftssportarten wie Fußball oder Handball. Auch Radfahren hat soziale Wesenzüge, wenn man mit Freunden bzw. (Vereins- ) Kollegen auf Tour geht oder bei Radsportveranstaltungen gemeinsam in die Pedale tritt. Schön zu spüren, wie der Sport einen abgekapselten Kosmos im Dasein bildet, den gesellschaftlichen Status völlig in den Schatten stellt.

Ein Bild, das mehr als tausend Worte sagt....

Ein simples Rechenbeispiel zeigt, wie komod sich die MSR 300 einteilen lässt. Wird beispielsweise eine Ø Geschwindigkeit von 25 km/h zugrunde gelegt, ergibt sich eine reine Fahrzeit von 12 Stunden (ohne Standzeiten). Werden 7 Verpflegungspausen von jeweils 10 min. hinzugerechnet, beträgt die Gesamtzeit 13:10 Stunden. So betrachtet wäre ein Nickerchen bzw. längeres Pausieren kein Problem. Die großzügige Zeitspanne sowie das sanfthügelige Streckenprofil (1.700 hm) erlaubt es auch durchschnittlich trainierten Hobbyradlern die Mammutdistanz von 300 Kilometern zu schaffen. Mit anderen Worten: Mit anderen Worten: Jede und Jeder hat es in der Hand diese Hürde zu überspringen, sodenn die Beine den empfohlenen Mindest- Trainingsumfang von rund 1.300 Kilometer intus haben. Dann stimmt die Erfolgsaussicht zuversichtlich, die erlösende Zielflagge zu Gesicht zu bekommen und den überwältigenden Glückshormon-Flash zu erleben. 

Willenskraft contra innerer Schweinehund

Abgesehen von der körperlichen Belastung spielt der Kopf - sprich die mentale Stärke - angesichts der immensen Streckendistanz eine ausschlaggebende Rolle. Die Redewendung, dass der Glaube Berge versetzen kann, dürfte jeder von uns kennen. Das "Berge versetzen" steht metaphorisch für eine extreme Herausforderung und besagt, dass alles gelingen kann, wenn man nur fest genug daran glaubt. Um ein sportlich gesetztes Ziel, das am Rand der eigenen Leistungsfähigkeit liegt zu erreichen, bedarf es nebst der obligatorischen Fitness ebenso auch einer dazu gehörenden Willenskraft. Hängt das Finish am seidenen Faden, vermögen nämlich nur noch charakterliche Eigenschaften wie Durchhaltekraft, Zähigkeit, Entschlossenheit und Zielstrebigkeit den Kampf gegen den inneren Schweinehund aufnehmen. Fähigkeiten, die uns selbst bei vorübergehenden Schwächephasen nicht die Flinte ins Korn werfen lassen ,sondern die innere Stimme uns dazu zwingt unbeirrt entschlossen auf's Pedal zu drücken. Allen Widrigkeiten zum Trotz, die erhebliche Überwindung kostet kann das Wetter kann mit Kälte, Wind und Regen zusätzlich die Daumenschrauben anziehen und sich dann als echter Prüfstein bzw. Gradmesser für die mentale Stärke entpuppen. Allzu verständlich, wenn während einer Sinnkrise der Kopf auf "dumme" Gedanken kommt und hinterfrägt, was das Ganze eigentlich soll. Schreibt man sich jedoch den biblischen Spruch "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg" auf die Fahnen, dann rückt das Damoklesschwert der Selbstaufgabe (Did not Finish) in weite Ferne. Seien wir mal ehrlich und legen die Hand auf's Herz: Aufgeben ist für Radfahrer, die ihr Hobby mit großer Leidenschaft betreiben definitiv keine akzeptable Option. Dazu gehört aber auch, sein Vorhaben von Beginn an zielstrebig zu verinnerlichen, d.h. nicht im Konjunktiv nach dem (Beckenbauer-) Motto "schau mer mal" das Ding auf die leichte Schulter zu nehmen, sondern mit unerschütterlichen Willen das (verrückte) Vorhaben auf Teufel komm raus durchzuziehen, egal was kommen mag. Dass man nach stundenlanger Plackerei Höhen und Tiefen erlebt gehört zum Radsport einfach dazu. Entscheidend dabei ist, die Zähne zusammen zu beißen bzw. die Pobacken zusammen zu kneifen, Augen zu und durch. Wobei wir sinnbildlich wieder bei der eigentlichen treibenden Kraft sind - dem eisernen Willen - der insbesondere bei Langstreckendistanzen eine ausschlaggebende Rolle spielt.

Transformiert man den olympischen Grundgedanken auf die MSR, so zählt vordergründig einfach bei dem Spektakel dabei zu sein, selbstgesetzte Ziele zu erreichen, über sich hinauszuwachsen und ein stückweit etwas Außergewöhnliches - ja vielleicht sogar etwas „Verrücktes“ zu tun - das außerhalb althergebrachter Normen liegt und die vielgepriesene Komfortzone beiseite lässt.

So betrachtet darf sich jeder Teilnehmer nach stundenlangen Strapazen - unabhängig seiner Zielzeit - völlig zu recht als echter Held fühlen. Dass dem so ist unterstreicht die Ehrung jener Teilnehmer, die die Tour innerhalb des Zeitlimits erfolgreich beendet haben und als Lohn für alle Mühen ihre Medaille überreicht bekommen.

Foto: links Initiator und Macher der MSR Detlef Koepke

Blick zurück: Für den Initiator und Macher der MSR Detlef Koepke gab die schwedische "Schwesterveranstaltung" »Vätternrundan« - mit 35.000 Teilnehmern (3 Rennen) die größte sowie einer der ältesten (seit 1966) Breitenradsportveranstaltungen der Welt - den Anstoß, auch in Deutschland ein solches Veranstaltungsformat zu etablieren. Letztlich ist es wohl dem Abenteuererlebnis der 315 km langen Traditionsradrundfahrt zuzuschreiben, die bei Detlef Koepke unvermittelt eine Initialzündung auslöste. Sarkastisch gesagt: seinem unermüdlichen Engagement ist es zu verdanken, dass die MSR-Teilnehmer Jahr um Jahr einen brachialen Kampf gegen den inneren Schweinehund ausfechten und den körperlichen Krafakt sprichwörtlich ausbaden dürfen.

Mut, Pioniergeist und Organisationsgeschick hat Detlef Koepke zu Genüge bewiesen, als er vor mehr als einem Jahrzehnt begann seine Vision umzusetzen und die MSR aus dem Boden stampfte. Nach zwei Jahren Vorbereitungszeit nahmen bei der Premierenveranstaltung 2014 wie Phönix aus der Asche gleich mehr als 2.000 begeisterte Sportler teil. Mittlerweile hat sich das Teilnehmerfeld mehr als verdoppelt und in den letzten Jahren eine außergewöhnliche Strahlkraft entwickelt, von der andere Radsportveranstalter nur träumen können. Das illustre Teilnehmerfeld aus 26 Nationen (2023) unterstreicht die enorme Anziehungskraft, die weit über Deutschlands Grenzen hinausgeht.

Dass die »Mecklenburger Seen Runde« in Neubrandenburg am 24.-25. Mai 2024 zur 10. Austragung ihr Jubiläum feiert, sollte Ansporn genug sein dabei zu sein. Schließlich bietet das Mega-Event vorzügliche Gelegenheiten Stress abzubauen, Alltagssorgen zu vergessen, Grenzen auszuloten und last but not least jede Menge Spaß zu haben.

Streckenverlauf (vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung): Neubrandenburg → Burg Stargard → Neustrelitz → Schwarz → Röbel → Malchow → Nossentiner Hütte → Alt Schönau → Möllenhagen → Groß Vielen → Neubrandenburg

Streckenprofil

Die Topographie der Mecklenburgischen Seenplatte assoziieren Ortunkundige voreilig als vermeintlich flache Tiefebene. Selbstverständlich ist die MSR nicht mit alpenländischen Radmarathons vergleichbar. Dennoch hält das wellige Streckenprofil mit zahlreichen Anstiegen immerhin 1.700 Höhenmeter parat. So betrachtet könnte man auch sagen: steter Tropfen hölt das Bein. Will heißen, dass in Anbetracht der gewaltigen Distanz von 300 Kilometern gehörig Sitzfleisch und Kondition vonnöten ist, was keinesfalls unterschätzt werden sollte. Wird anfangs zu ungestüm - sprich übermotiviert - die Kurbel getreten der läuft Gefahr, dass es ihm hinten raus womöglich den Stecker zieht zumal das Höhenprofil in der zweiten Streckenhälfte nicht flacher wird. Zur "Halbzeit" wird der Weg zurück nach Neubrandenburg mit ca. 750 Höhenmeter schon deshalb nicht einfacher, weil sich zur fortgeschrittenen Stunde zunehmend Ermüdungserscheinungen bemerkbar machen und die Kräfte zu schwinden beginnen. Zur ganzen Wahrheit gehört aber auch, dass die Höhendifferenz einzelner Anstiege mit max. 50 hm relativ gering ausfallen.

In Anbetracht der Zeitdauer die eine außergewöhnliche Ausdauerleistung abverlangt, spielt das Wetter einen nicht unerheblichen Einfluß auf die Befindlichkeit. Dieser unbeeinflussbare Faktor kann die körperliche wie phsychische Belastungschraube u.U. zusätzlich erhöhen. Wie stark die MSR300 wirklich schlaucht hängt demzufolge zu einem Großteil auch davon ab, inwieweit Hitze, Kälte, Regen und/oder (Gegen-) Wind dem Organismus zusetzen bzw. die Willenskraft untergräbt. Diesbezüglich erfüllt der Kleidungshinterlegungservice einen wichtigen Zweck. Teilnehmer haben die Möglichkeit, während der Veranstaltung am Depot RÖBEL (KM 156, Schlußzeit 15:00 Uhr) persönliche Sachen abzugeben. Diese müssen in verschließbaren Beuteln o.ä. samt leserlicher Startnummer verpackt sein. Die Abholung ist bis zum 26.05.2024, 12:00 Uhr, im Bereich der Startnummernausgabe möglich. Der Veranstalter übernimmt keine Haftung für verlorengegangene, beschädigte Kleidungsstücke und persönliche Gegenstände. Neben dem Hinterlegungsservice gibt es auch einen Shuttle-Service für Teilnehmer, die die MSR vorzeitig beenden wollen.

Trainingsvorbereitung

Wie es sich eben so mit sportlich gesetzten Zielen verhält, steht und fällt alles mit einer sorgfältigen Vorbereitung. Keine Frage, 300 Kilometer im Sattel sind ein Brett. Umso mehr, wenn man sich nicht zum elitiären Kreis ambitionierter Radrennfahrer zählt, sondern sich als genussorientierter Breitensportler begreift, der sein Hobby aus Leidenschaft und Spaß an der Freud ohne größere Ambitionen betreibt. Dennoch hält sich der erforderliche Trainingsumfang in erstaunlichen Grenzen, als der Blick auf die 300er Distanz zunächst vermuten lässt. Die »Mecklenburger Seen Runde« eröffnet bedingt durch ihre breitensportorientierten Regularien sogenannten "Otto-Normal-Radfahrern" die einzigartige Chance, die ultimative Herausforderung mit relativ überschaubarem Trainingsaufwand zu bewältigen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei schwerpunktmäßig auf dem Fundament aller Trainingsbereiche - der Grundlagenausdauer - bei der sich der Stoffwechsel im Fettverbrennungsmodus befindet. Der anaerobe Leistungsbereich, bei dem der Körper limitierte Kohlenhydratvorräte anzapft und leistungsminderndes Laktat (Stoffwechselprodukt) ausschüttet, hat hingegen nur für rennsportliche Teilnehmer Relevanz, die die Strecke im höheren Belastungsbereich bewältigen. 

Für die meisten Teilnehmer geht es im Vorbereitungstraining primär darum, die aerobe Ausdauerleistungsfähigkeit (wenig intensiver Trainingsbereich unterhalb der Laktatschwelle) zu verbessern. Diese liegt bei 60-75% der maximalen Sauerstoffaufnahme beziehungsweise bei ca. 60-70 Prozent der maximalen Herzfrequenz oder ca. 55–70% der anaeroben Schwelle (FTP). Um die Werte einordnen zu können, muss man freilich seine Schwellenwerte kennen, die über einen vorhergehenden Leistungsdiagnosetest ermittelt werden. Der Veranstalter beziffert das erforderliche Trainingspensum auf circa 1.300 Radkilometer, die allerdings auch längere Einheiten (100-150 km) beinhalten sollten. Mittlerweile haben sich in den letzten Jahren Trainingsgruppen etabliert die sich regelmäßig treffen, um gestaffelt nach langsamem, mittlerem und schnellem Tempo gemeinsam ihre Kilometer abzuspulen.

Toller Service: der auf die MSR abgestimmte Trainingsplan gibt eine wissenschaftlich fundierte Anleitung, wie man seine Leistungsfähigkeit auf jenes Niveau hievt welche befähigt, der körperlichen Anforderung gewachsen zu sein. Der frei zugängliche Trainingsplan wurde vom renommierten Sportpsychologen Dr. Konrad Smolinski eigens für die MSR ausgearbeitet. Überdies enthält der Ablaufplan nützliche Tipps zur gewissenhaften Vorbereitung. Der 24 Wochen MSR 300/100 Trainingsplan - geplittet nach Einsteiger und Fortgeschrittener - kann sich jeder kostenlos herunterladen. Die Einsteiger-Trainingspläne richten sich an Starter die ohne festgelegte Finisherzeit die 100- oder 300-Kilometer-Runde einfach "nur" schaffen wollen. Trainingspläne für Fortgeschrittene sind für anvisierte Fahrzeiten variabel verwendbar, um mit seinem gewünschten Leistungsvermögen an der Startlinie zu stehen. Intensitätsvorgaben zu den jeweiligen Trainingseinheiten werden anhand des subjektiven Belastungsempfindens (fünfstufig von "sehr leicht" bis "sehr schwer") sowie der objektiv messbaren Herzfrequenz (in % der individuellen HFmax) vorgegeben.

Kontrollschlusszeiten auf den Verpflegungsdepots am 25. Mai 2024:

- Feldberg (41 km): 08:30 Uhr

- Neustrelitz (83 km): 11:00 Uhr

- Schwarz (125 km): 13:00 Uhr

- Röbel (156 km):15:00 Uhr

- Nossentiner Hütte (195 km): 17:00 Uhr

- Alt Schönau (242 km): 19:30 Uhr

- Groß Vielen (278 km): 22:00 Uhr

Um die Seenrunde auch ein wenig kulinarisch schmackhaft zu machen: In den Depots gibt es von mit Liebe bestrichenen Mus- und Marmeladen-, Käse-, Wurststullen, Kuchen, Obst, Schokolade, Pasta, Suppe, Brühe, Müsli, Energieriegel und unter anderem auch deftige Bratwurst.  Das Pasta-Depot in Röbel erfreut sich großer Beliebtheit. Und im letzten Depot in Groß Vielen, erwarten einem freundliche Helfer und Zuschauer, die beispielsweise mit aufmunternden Schildern wie „pain is temporary – finishing for ever“ am Straßenrand stehen und ihre Heroes lautstark anfeuern. Natürlich braucht man auch auf dem Eventgelände keineswegs zu darben. Dort sind Gaumenkitzler vom Schwenkgrill, Vegetarisches, Pasta oder zum Beispiel auch eine Kaffeelounge mit köstliches Crepes zu haben.

Geführte Gruppen

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, schließt sich einer geführten Gruppe an. Die Vorteile liegen auf der Hand: gleichmäßiges Tempo im erträglichen Belastungsbereich vermeidet weitestgehend unnötige Erschöpfungsrisiken. Gegen eine Unkostenpauschale von 15,- € werden einer begrenzten Teilnehmeranzahl geführte Gruppenfahrten angeboten. Guides sind durch leuchtfarbene Westen gut erkennbar. Insbesondere wer sein Leistungsvermögen - bezgoen auf die lange Distanz - nicht abschätzen kann erhält so die praktische Möglichkeit, den Rundkurs kräfteschonend im Windschatten mitzuradeln und darüber hinaus gesellige Kommunikation genießen zu können. Angegebene Fahrzeiten inkl. Pausen verstehen sich als grobe Richtwerte.

Brutto-Schnittsgeschwindigkeiten verstehen sich exklusive Standzeiten. Bsp. FZ 15 Stunden: effektiv wird 13:40 Stunden geradelt. Die verbleibende Zeit von 1:20 Std. entfällt auf Pausenstopps (a ≈ 12 Minuten). Standzeiten mit eingerechnet beträgt das Stundenmittel 20 Kilometer. 

Ohne ehrenamtliches Engagement und leidenschaftliches Herzblut der Helfer-Crew wäre eine solche Veranstaltung niemals zu stemmen. 700 Helfer aus verschiedenen Vereinen sowie viele Einheimische packen vor allem an den Depots mit an, damit die »Mecklenburger Seen Runde« reibungslos abläuft. An den Verpflegungsstationen werden Radfahrer mit gesunden, regionaltypischen Lebensmitteln und Getränken höchster Qualität verköstigt. Hierbei wird auch auf die Nachhaltigkeit geachtet, indem nur regionale Unternehmen/Zulieferer bevorzugt werden (kurze Lieferwege). Zur Durststrecke muss die MSR jedenfalls nicht ausarten, und schon gar nicht braucht man einen Hungerast befürchten vorausgesetzt, man achtet sorgfältig auf rechtzeitige Energienachschübe.   

Weist dein Sportkalender noch Lücken auf bzw. möchtest du etwas Neues ausprobieren und etwas schaffen wovon du nie zu träumen wagtest? Dann fackel nicht lange und mach Nägel mit Köpfen, um beim Happy Cycle Day dabei sein, wenn die 10te Austragung der »Mecklenburger Seen Runde« gebührend gefeiert wird. Eigentlich ein prima Neujahrsvorsatz, um nach der Weihnachtsschlemmerei wieder in die Ga?nge zu kommen, zumal das Glückswachstum einschließlich einer Horizonterweiterung mit eingepreist ist. Einfach das Jubiläums-Event als Saison-Highlight auf die Bucket-List setzen und die Herausforderung engagiert annehmen. Einfach das Jubiläums-Event als Saison-Highlight auf die Bucket-List setzen und die Herausforderung engagiert annehmen, wo die MSR doch soviel mehr zu bieten hat als nur Radsport. Bombastische Stimmung, das unvergleichliche Flair sowie das ganze Programm drum herum macht die Veranstaltung wirklich zu einem ganz speziellen Ereignis. 

Bayernbike wünscht viel Spaß und Erfolg, auf dass die (Wunsch-) Träume in Meckpomm Erfüllung gehen. Man sieht sich:-)