Mountainbiken - vom ehemaligen Nischendasein zum Massenmarkt

Wer hätte gedacht, dass es heutzutage ebenso viel aktive Mountainbiker wie Fußballer in Deutschland gibt? Wie eine Umfrage von IfD Allensbach (2019) ergab, gibt es inzwischen mehr aktive Mountainbiker als aktive Fußballer in Deutschland. Demzufolge fahren 3,74 Mio häufig bzw. 11,52 Mio gelegentlich Mountainbike, währenddessen 3,17 Mio häufig bzw. 10,94 gelegentlich Fußball spielen. Somit hat sich Mountainbiking zum Breitensport mit bundesweit gut 15 Millionen Anhängern entwickelt und ist seinem ehemaligen Nischendasein mit dem "Jungen-Wilden-Image" längst entwachsen. Vielmehr ist die Freizeitaktivität in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Die Popularität beschert dem Alpenvorland und den deutschen Mittelgebirgsregionen ungeahntes Wertschöpfungspotential. Um dem Wachstum zugeschnittene Angebote gegenüber zu stellen setzt beispielsweise der Bayerische Wald mit seiner 700 km langen "Reiseroute" <TRANS BAYERWALD> eine aufsehenerregende Benchmark. Der anhaltende Mountainbike-Boom wird vor allem vom rasanten E-Bike-Wachstum beflügelt. So verzeichnete der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) 2019 gegenüber dem Vorjahr mit 1.36 Millionen in Deutschland verkauften e-Exemplaren einen mengenmäßigen Zuwachs von rund 39%. 2019 wurden fast 63 Prozent aller MTBs als e-bike-Variante gekauft. Schon seit geraumer Zeit fungiert die E-Bike-Sparte deshalb als echter Innovationstreiber und zentraler Wachstumsmotor der gesamten Zweiradbranche. Immerhin 29% der Deutschen zwischen 14 und 69 Jahren nutzen ein MTB bzw. fast 10 Millionen Deutsche haben großes Interesse am Mountainbiken im Urlaub (Quelle: Sinus Fahrradmonitor Detuschland, 2015, Destination Brand 13/16 u.MTD 2017)