Punktlandung für die Pirker Zoigltour - Traumwetter beschert Rekordteilnahme

Punktlandung für die Pirker Zoigltour. Der vorverlegte August-Termin erwies sich als absoluter Glücksgriff, denn die Teilnehmer strahlten im Oberpfälzer Wald und Böhmerwald nach verregneten Veranstaltungen in der Vergangenheit endlich mit der Sonne um die Wette. Um 7.00 Uhr zeigte das Thermometer bereits 17 Grad und sollte im Laufe des Tages auf 29 Grad klettern. Somit gab es bzgl. Radler-Outfit kein Fragezeichen: Kurz/Kurz.

Der Erfolg der Veranstaltung fußt nicht allein auf die guten Wetterbedingungen, die einen nie für möglich gehaltenen Teilnehmerrekord von 1.423 begeisterten Radfahrern und Mountainbikern bescherten. Tiefgreifende Neuerungen und Umstrukturierungen des VCC Pirk e.V. zeitigen ihre Wirkung, wie Event-Manager Peter Maciejewski im Gespräch bestätigte. Natürlich stellte die vierfache Teilnehmerzahl gegenüber 2018 (Regenwetter) die 160 köpfige Helfermannschaft vor schier unbewältigbare organisatorische und logistische Herausforderungen, die trotz des Ansturms mit Bravour gemeistert wurden. Es kam zu keiner Zeit zu Verpflegungsengpässen, Isogetränke, Wasser, Zitronentee, belegte Wurst- und Käsesemmeln, Griebenschmalz- und Frischkäsebrote, Keckse, diverse Kuchen, Obst, Bananen und Äpfel waren für hungrige Mägen und durstigen Kehlen immer verfügbar. In Eslarn gab es für die konditionierten Langstreckler sogar ein leckeres Nudelgericht.

So betrachtet war es nicht nur für die Radsportler ein arbeitsreicher Sonntag, sondern die Mitwirkenden welche durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit ein solches Radlerfest letzten Endes erst ermöglichen hatten genauso alle Hände voll zu tun.

Mit dem Run ist der Radmarathon „Pirker GrenzErfahrung“ (weiterer Teilnehmerrekord) bzw. Zoigl-Tour nach dem Arber-Radmarathon und dem Lupburger Jura-Radmarathon in die Top 3 der Oberpfälzer Radsport-Phalanx vorgestoßen. Die Streckenführung auf kaum befahrenen Nebenstraßen (die ersten 50 km kamen 3 Autos entgegen) durch sauerstoffreiche Waldpassagen garniert mit phänomenalen Panoramaaussichten auf den Anhöhen war landschaftlich wirklich erste Sahne. Für Ausdauer-Cracks (205/165km) ging es über den Streckenzenit von 816 m.ü.NN. (Silberhütte) mitten hinein in den Böhmerwald nach Tachov (Tschechien). Im übrigen gehört der Radmarathon „Pirker GrenzErfahrung“ nicht nur zur Serie Radmarathon-Cup Deutschland des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) sondern er ist der einzige Radmarathon in Deutschland, der durch zwei Länder führt.

 

Auch die kürzeren Strecken 115, 80 45 und 20 Kilometer sowie die 55 km lange Mountainbike-Tour hatten ihren Reiz und erfreuten sich reger Teilnahme. Bürgermeister Michael Bauer und Heinz Uhl - seines Zeichens Vorsitzender der Concordia Windischeschenbach (Panoramatour) - befuhren mit ihren Enkeln die Familienstrecke. Fazit: Bis auf zwei Krankenhaustransporte (Sturzverletzung/Schwächeanfall) gibt es in der Tat nur positives zu berichten, weshalb den ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern des VCC Pirk e.V. sowie deren Freunde und Bekannte aller größer Respekt und Dank gebührt.

Überschattet wurde die Pirker Zoigltour von zwei Unfällen. Demzufolge kam es in Etzgersrieth (Gemeinde Moosbach) aufgrund eines Bremsmanövers in einer Radlergruppe zu einem Auffahrunfall, bei der eine 51 jährige Dame trotz Helm schwere Kopfverletzungen erlitt. Das zweite tragische Unglück geschah auf der Gemeindeverbindungsstraße von Pischeldorf nach Luhe (Gemeindebereich Pirk). Dort musste ein 65- jähriger reanimiert werden, der mutmaßlich eines Herzversagens wegen stürzte. Dass den Veranstalter in keiner Weise ein Vorwurf wie z.B. eine Sorgfaltspflichtverletzung zu machen ist soll vollständigkeitshalber erwähnt sein. 

Bemerkung der Redaktion: Fahrradfahren im Allgemeinen bzw. Renradfahren im Besonderen ist per se nicht ungefährlich, was Unfallstatistiken Jahr um Jahr belegen. Dass bei Radsportlern ein gewisses Unfallrisiko immer und überall mitfährt liegt in der Natur der Sache. Sturzrisiken lassen sich zwar mit einer defensiven, umsichtigen und konzentrierten Fahrweise minimieren, gänzlich ausschließen lassen sie sich indessen nicht. Andererseits ist auch klar, dass die meisten Radunfälle überwiegend glimpflich ausgehen bzw. im Verhältnis gefahrener Kilometer relativ selten passieren. Werden vereinzelte Radunfälle bei Radsport-Veranstaltungen jedoch nach dem Motto "bad news sells good" medial ausgeschlachtet und erzeugen ein negatives Zerrbild in der Öffentlichkeit, wird es weder der Realität - noch der Sportart, geschweige der selbstlosen ehrenamtlichen Vereinsarbeit gerecht. Soviel steht fest: Wer in seiner aktiven Radsport-Laufbahn körperlich unversehrt bleiben möchte braucht eben ab und an den einen Schutzengel - sprich wie im alltäglichen Leben auch das nötige Quäntchen Glück.