Pandemiebedingter Radel-Hype führt zu branchenspezifischen Preissteigerungen

Der pandemiebedingte Radel-Hype führt aufgrund extremer Angebotsverknappung zu erheblichen Preissteigerungen im Fahrradsegment. Neben Fahrrädern sind seit 2019 aber auch beliebte Zubehörteile wie etwa Fahrradreifen, Fahrradsättel und Sattelstützen, Fahrradwerkzeuge, Luftpumpen und Fahrradhelme spürbar teurer geworden. Die Grafik des Preisvergleichsportals Idealo (siehe unten) zeigt deutlich, wie angespannt die Angebotslage derzeit auf dem Fahrradmarkt ist. So hat sich die Anzahl verfügbarer Fahrräder auf idealo.de seit dem ersten Lockdown im März 2020 um über 60 Prozent verringert.

Analog zur Angebotsverknappung sind die Preise erwartungsgemäß gestiegen. Demnach haben sich in dem Vergleichsportal die Preise für Fahrräder seit 2019 im Schnitt um 15 Prozent verteuert. Sah es Anfang des Jahres zunächst danach aus, als beruhige sich die Situation wieder ein wenig, sank die Anzahl verfügbarer Modelle seit Beginn der Fahrradsaison erneut deutlich. Verbraucher müssen sich also mit zwei negativen Entwicklungen herumschlagen. Zum einen muss beim Fahrradneukauf tiefer ins Portemonnaie gegriffen werden, zum anderen erfordert es Geduld, Flexibilität - ja bisweilen sogar eine Portion Glück - um sein "Traumrad" in seiner gewünschten Konfiguration zu bekommen.

Pressemeldung Idealo, Berlin, 26. Mai 2021: Seit Ausbruch der Corona-Pandemie boomt der Fahrradhandel: Statt mit dem Bus oder mit der Bahn zu fahren, steigen die Deutschen vermehrt aufs Zweirad um. Während sich Hersteller und Händler über gestiegene Umsätze freuen, sehen sich Verbraucher:innen mitunter mit langen Wartezeiten konfrontiert. Eine Analyse der Shopping- und Vergleichsplattform idealo zeigt nun, dass nicht nur die Anzahl verfügbarer Angebote gesunken ist – Fahrradkäufer:innen müssen auch tiefer in die Tasche greifen. Um herauszufinden, ob sich die erhöhte Nachfrage und die durch Corona verstärkten Produktions- und Lieferengpässe in den Verbraucherpreisen widerspiegeln, hat idealo die Preisentwicklungen verschiedener Kategorien aus den Bereichen Fahrrad und Fahrradzubehör aufidealo.de betrachtet. Neben den monatlichen Durchschnittspreisen wurde auch die Verfügbarkeit von Fahrrädern zwischen Januar 2019 und April 2021 analysiert.

Fahrradpreise seit 2019 um durchschnittlich 15 Prozent gestiegen

Vergleicht man den aktuellen Durchschnittspreis für ein Fahrrad auf idealo.de mit dem Jahresdurchschnitt aus 2019, so zeigt sich ein Anstieg von rund 15 Prozent. Kostete ein Rad auf idealo.de im Jahr 2019 noch durchschnittlich 1.010 Euro, so liegt der Preis im Jahr 2021 bisher bei knapp 1.160 Euro – also etwa 150 Euro darüber.

Eine Betrachtung einzelner Fahrradtypen zeigt: Mit einer durchschnittlichen Preissteigerung von jeweils 30 Prozent sind vor allem Rennräder und Kinderfahrräder für den insgesamt ge- stiegenen Durchschnittspreis in der Kategorie Fahrräder verantwortlich. Auch erhöhte Preise für E-Bikes tragen einen erheblichen Teil dazu bei: Hier liegt der Anstieg seit 2019 bei über 20 Prozent. Im April dieses Jahres betrug der durchschnittliche Preis für ein E-Bike auf idealo.de rund 2.600 Euro – ein Jahr zuvor zahlten Kund:innen noch 2.390, im April 2019 etwa 2.180 Euro. Weniger deutlich ist die Preissteigerung im Bereich der Trekkingräder – diese sind 2021 lediglich acht Prozent teurer als 2019.

Schlechte Verfügbarkeit seit Ausbruch der Pandemie

Eine Auswertung der verfügbaren Angebote in der Kategorie Fahrräder auf idealo.de zeigt, dass sich die Auswahl für Verbraucher:innen seit Beginn des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 deutlich verringert hat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat schrumpfte die Anzahl im März 2021 um mehr als die Hälfte. Von März auf April 2021 sank die Angebotsanzahl um wei- tere sechs Prozent.

„Wer aktuell auf der Suche nach einem neuen Zweirad ist, sollte viel Flexibilität mitbringen, etwa, was die Farbe oder die Ausstattung betrifft,“ so Michael Stempin, Preisexperte bei idealo. „Der durch Corona befeuerte Nachfrageboom und die pandemiebedingten Produktions- und Lieferengpässe machen sich auch im Onlinehandel bemerkbar – das Angebot ist stark reduziert, die Preise steigen. Mit einer Beruhigung der Lage ist erst dann zu rechnen, wenn Produktion und Logistik wieder lückenlos funktionieren.“

Fahrradzubehör: Auch Helme, Ersatzteile und Werkzeuge deutlich teurer geworden

Neben Fahrrädern selbst sind seit 2019 auch beliebte Zubehörteile teurer geworden. Im folgenden eine Übersicht jener Kategorien, die mit dem höchsten Preisanstieg seit 2019 behaftet sind:

Fahrradwerkzeuge: + 27 Prozent

Luftpumpen: + 21 Prozent

Fahrradsättel: + 15 Prozent

Fahrradreifen: + 15 Prozent

Sattelstützen: + 15 Prozent

Fahrradhelme: + 15 Prozent

Fahrradanhänger: + 6 Prozent

Fahrradpedale: + 6 Prozent