Race24 in Kelheim - 1.200 Teilnehmer - 10 000 Zuschauer - packende Renn-Duelle

1.200 Teilnehmer - 10 000 Zuschauer - spannende Renn-Duelle. Die 23. Auflage des 24-Stunden-Radrennens in Kelheim war wie schon die Jahre zuvor ein Riesenerfolg. Einzig Petrus erwies sich bis zum Eintritt der Dämmerung am Samstag als Spielverderber. Doch auch wenn das Wetter mit kurzzeitigen sintflutartigen Regengüssen nicht unbedingt der Burner war, tat es der Stimmung keinen Abbruch.    

Knapp 1.200 Teilnehmer nahmen die Herausforderung an und quälten sich 24 Stunden lang über den Staussackerer Berg. Für die nötigen Motivationsschübe sorgte ein Heer von Zuschauern, deren Zahl der Vorsitzende des RSC Kelheim Klaus Roithmeier auf ca. 10.000 schätzte.

Während sich in manchen Wertungskategorien relativ rasch heraus kristallisierte wer sich auf Siegkurs befindet, lagen im Herren-Mannschaftswettbewerb 18 Stunden lang drei Teams gleichauf. <Iron Trizone>, <Gaimersheim> und <Schaible Heizung-Sanitär> spulten bis Sonntag vormittag gemeinsam an der Spitze stoisch ihre Runden ab. Ob es ein Gentleman-Agreement in Form eines "Stillhalteabkommens" (Nichtangriffspakt) gab bleibt dahin gestellt. Bis dahin schien jedenfalls alles auf einen Zielsprint hinaus zu laufen. Doch weit gefehlt, denn die Ruhe vor dem Sturm sollte bald sein Ende nehmen.

Manuel Lohr (Deutscher Meister im Mountainbike AK 40-50) von <Iron Trizone> wartete spannungsgeladen in der Wechselzone auf seinen Teampartner. Doch die verbleibende Restzeit von 23 Minuten bis Zielschluß um 14.00 Uhr waren in der Schlußphase des Rennens einfach zu knapp, um noch eine 57. Runde  dran zu hängen.

Bild oben: jener Moment, als Sebastian Neef vom Team <Iron Trizone> den Sieg im hart umkämpften Team-Wettbewerb der Herren unter Dach und Fach brachte. Mit 56 Runden bzw. einer Gesamtdistanz von 918,4 Kilometer war am Sonntag um 13.37 Uhr der Sieg in trockenen Tüchern.

Nach dem fulminanten Sieg erläuterte Sebastian Neef (amtierender deutscher Vize-Meister auf der Triathlon Langdistanz) im Interview die entscheidende Rennszene, welche den Grundstein für den späteren Sieg legte. Demnach wollte das Quintett mit Philipp Bertsch (Abensberg), Manuel Lohr (Kelheim), Sebastian Neef (Regensburg), Julian Sterner (Ingolstadt) und Michael Stieglbauer (Waldkirchen) die Entscheidung aus taktischen Gründen nicht bis zur finalen Runde abwarten, um einem Zielsprint mit fraglichem Ausgang aus dem Weg zu gehen. Vielmehr war der Plan, mit einer klug gesetzten Attacke schon vorher das Heil in der Flucht zu suchen. Allerdings wurde die Taktik vom Team <Gaimersheim> mit einem Überraschungsangriff durchkreuzt. Was des einen Glück ist des anderen Leid - will heißen, dass nach dem Staffelstabwechsel der schwächste Fahrer von <Gaimersheim> ausgerechnet auf den bärenstarken Sebastian Neef (<Iron Trizone>) traf. Der Profi-Triathlet zündete quasi die Endstufe seinen Raketenantriebs. Die mehrfachen Konter-Attacken nach dem Motto "Angriff ist die beste Verteidigung" konnten die <Gaimersheimer> schlußendlich nicht mehr parieren. Binnen weniger Kilometer fuhr Neef in einem Husarenritt einen Vorsprung von 35 Sekunden auf seinen Widersacher heraus, was in dieser fortgeschrittenen Rennphase gewissermaßen eine Vorentscheidung war. Runde um Runde summierte sich der Abstand fortan bis zum Zieleinlauf auf über 7 Minuten.

Faire Geste die ehrenhaften Sportgeist bewies: Trotz der knapp erlittenen Niederlage freuten sich die "Gaimersheimer" gemeinsam mit ihren Kontrahenten und gratulierten ihnen zum verdienten Triumph. 

Ludwig Eglmeier, Geschäftsführer des Zweiradgeschäfts Radwerk by Iron Trizone GmbH & Co. KG in Regensburg und Namensgeber des Teams erklärte, dass er schon länger zielstrebig einen prestigeträchtigen Sieg in Kelheim verfolgt. Im dritten Anlauf hat's mit den ersehnten Titelambitionen 2019 endlich geklappt.

Der begehrte Pokal des 24 Stunden Rennens hat sein "neues Zuhause" im Laden von Irontrizone in Regensburg gefunden.