Bislang wurden 4.400 Unterschriften für den Radentscheid Regensburg gesammelt

Last NEWS:  Von den notwendigen 6.000 Unterschriften für einen Bürgerentscheid haben seit Ende April - als das Bürgerbegehren Radentscheid Regensburg startete - zwischenzeitlich über 4.400 Personen unterschrieben (Stand 20. Juli 2019). Nächste Gelegenheit gibt's am 20. Juli am Informationsstand auf dem Neupfarrplatz, am 27. Juli auf dem Wochenmarkt in Kumpfmühl sowie am 3. August auf dem Ernst-Reuter-Platz.

Pressemitteilung »Radentscheid Regensburg "Zwischenbilanz «

Fahrraddemo Regensburg

Am 4. Mai fand in Regensburg die 3. Fahrraddemo „I want to ride my bicycle“ statt. Trotz schlechter Wettervorhersage nahmen an der Fahrradkundgebung rund 650 Radfahrer teil, um komunalpolitische Entscheidungsträger für mehr Platz und Sicherheit des Radverkehrs in Stadt und Landkreis Regensburg aufmerksam zu machen.

Viele Radfahrer waren mit Kinder-Gespannen und Lastenräder unterwegs, manche auch mit Tandems und Liegerädern. Dazu waren Schülergruppen der <Fridays For Future> Bewegung dabei, die sich nach ihrem Vorbild der Initiatorin Greta Thunberg (Schweden) für eine verbesserte Klimapolitik einsetzen.

Die Teilnehmer wollten mit der Kundgebung ein sichtbares Zeichen gegen die unbefriedigende Radwege-Infrastruktur setzen, da die städtischen Radwege häufig entlang stark befahrener Verkehrs-Hauptachsen verlaufen und zudem in aller Regel baulich ungeschützt sind.

Die Route der Kundgebung führte vom Hauptbahnhof um die Altstadt herum über die Kumpfmühler-Brücke zur Frieden- und Furtmayrstraße bis zur Hermann-Geib-Straße.

Der an dieser Kreuzung neben der Antoniuskirche am 12. März 2019 tödlich verunglückten Radfahrerin wurde mit einer Schweigeminute gedacht.

Regine Wörle (Vorstandsmitglied im Kreisverband des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs) bekräftigte in ihrer kurzen Ansprache, dass die hier vollzogene 180 Grad-Wende zur Rückfahrt quasi die beabsichtigte Verkehrswende symbolisiere. Unfallbericht der Mittelbayerischen Zeitung.

Der Radler-Tross radelte klingelnd zur Galgenbergbrücke und weiter zur Maximilianstraße bis zum Dom-Westportal zur Abschlusskundgebung.

Radentscheid Regensburg

Um infrastrukturelle Verbesserungen in Gang zu bringen wurde der Radentscheid Regensburg von einem siebenköpfigen Team aus verschiedenen Verbänden ins Leben gerufen. 

Ein Sprecher der Gruppe, Ingolf Radcke sagt: „Wir wollen, dass sich alle Menschen in Regensburg trauen ihre täglichen Wege im Stadtgebiet sicher und zügig mit dem Fahrrad zurückzulegen.“ Wie das umgesetzt werden soll, dazu hat das Team sehr genaue Vorstellungen. Es sollen Hauptrouten für den Radverkehr entstehen, stern- und ringförmig durch das Stadtgebiet, bis zu den Landkreisgrenzen. Diese Hauptrouten sollen geplant und umgesetzt werden, abseits von Hauptverkehrsachsen für den Autoverkehr. In Abschnitten sollen diese Routen aus Fahrradstraßen in Nebenstraßen bestehen. Wenn eine Hauptroute doch an vielbefahrene Straße geführt werden muss, in der mehr als 30 km/h zugelassen ist, sollen baulich getrennte und geschützte Radwege entstehen. Wege Richtung Landkreisgrenze sollen zügig und störungsfrei befahrbar sein. Eine Möglichkeit solche störungsfreien Wege anzulegen, ist entlang der Bahninfrastruktur im Stadtgebiet. Michael Achmann, ein weiterer Sprecher der Gruppe: „Nur Radwege abseits von Hauptverkehrsachsen sind sicher und attraktiv genug um Schüler oder Menschen, die sich bei viel Autoverkehr unsicher fühlen, zu motivieren mit dem Fahrrad zu fahren.“

Regine Wörle und Wolfgang Bogie fassten nochmal zusammen und verwiesen dabei indirekt auf die Fragestellung des Radentscheids: „Die Stadt Regensburg soll ein Netz von durchgängigen Hauptrouten für den Radverkehr schaffen und dies vorrangig als verkehrspolitisches Ziel im Stadtentwicklungsplan aufnehmen und verfolgen.“ Bevor aber ein Bürgerentscheid beantragt werden kann bedarf es 6000 Unterschriften (entspricht 5% der wahlberechtigten Personen).

Anlaufstelle für die Unterschriftenaktion ist der „What the kiosk“ am Neupfarrplatz. Der Radentscheid richtet sich formal nur an Bewohner der Stadt Regensburg, dennoch wird auch allen Menschen im Landkreis die Möglichkeit eingeräumt eine separate Liste zu unterschreiben, um damit ihre Unterstützung für die Forderungen des Radentscheides zu signalisieren bzw. entsprechende Verbesserungen auch im Landkreis zu fordern.

Die Unterschriftenblätter für die Stadt dürfen ausschließlich von Stadtbewohnern (Erstwohnsitz) unterschrieben werden, während für Landkreisbewohner spezielle Landkreisunterschriftenbögen ausliegen.

Flyer

Informationen zum Radentscheid bzw. das Bürgerbegehren unterschreiben: Radentscheid-Regensburg

Weiterführende Themen: 

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