Corona-Pandemie

Seit mehr als einem Jahr ist nichts mehr so wie es mal war. Dramatische Not und unsägliches Leid brach wie aus heiterem Himmel über die Welt herein. Unser alltägliches Leben wird von der Corona-Pandemie regelrecht vereinnahmt. Geprägt von ständig verändernden Schutzmaßnahmen, Sicherheitsvorkehrungen, Gesetze, Verordnungen und Regelungen sollte man die Zuversicht auf bessere Zeiten dennoch nicht verlieren. Mit aufmunternden Schlussworten äußerte sich Bundespräsident Walter Steinmeier am 14. Dezember in Schloss Bellevue zur aktuellen Lage in der Corona-Pandemie: "Ich bin ganz sicher: Die Pandemie wird uns die Zukunft nicht rauben. Wir werden diese Krise überwinden. Das muss gelingen; und es wird gelingen!"

Am 27. Januar 2020 informierte das Gesundheitsamt die Öffentlichkeit über den ersten Coronavirus-Fall in Deutschland. Ein Mitarbeiter der Firma Webasto nahe München wurde positiv getestet ("Patient 1").  

 

Update 24.03.2021: Nach massiver Kritik an den Oster-Beschlüssen der Bund-Länder-Runde wurde die beschlossene "Osterruhe" gekippt.

Update 23.03.2021: Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen beschlossen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten am 22. März in Berlin den Lockdown bis zum 18. April zu verlängern. Die Anfang März vereinbarte Notbremse müsse dabei konsequent umgesetzt werden. Diese soll greifen, wenn die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner in einem Land oder einer Region an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100 Neuinfektionen liegt. Dann gelten ab dem zweiten darauffolgenden Werktag wieder die Beschränkungen, die bis zum 7. März in Kraft waren. Weitere Öffnungen soll es nur geben, wenn die 7-Tage-Inzidenz unter 100 und stabil ist oder sinkt.

Kontaktbeschränkungen

Kontaktbeschränkung auf eigenen Haushalt plus eine Person: Der gemeinsame Aufenthalt im öffentlichen Raum, in privat genutzten Räumen und auf privat genutzten Grundstücken ist nur gestattet mit Angehörigen des eigenen Hausstandes sowie zusätzlich einer weiteren Person. Zulässig ist ferner die wechselseitige, unentgeltliche, nicht geschäftsmäßige Beaufsichtigung von Kindern unter 14 Jahren in festen, familiär oder nachbarschaftlich organisierten Betreuungsgemeinschaften, wenn sie Kinder aus höchstens zwei Hausständen umfasst. Die zu diesen Hausständen gehörenden Kinder unter 14 Jahren bleiben für die Gesamtzahl außer Betracht. Ehegatten, Lebenspartner und Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft gelten jeweils als ein Hausstand, auch wenn sie keinen gemeinsamen Wohnsitz haben.

Sport ist erlaubt im Außenbereich, und nur mit Angehörigen des eigenen Haushalts plus eine Person: Erlaubt ist ausschließlich kontaktfreier Sport im Außenbereich unter Beachtung der Kontaktbeschränkung (also eigener Haushalt plus eine Person); Mannschaftssport bleibt weiterhin untersagt.

Notbremse: Steigt die 7-Tages-Inzidenz über den für die jeweiligen Öffnungen maßgeblichen Inzidenzwert von 50, gelten jeweils die Regelungen für Gebiete mit einer 7-Tages-Inzidenz von unter 100. Übersteigt die 7-Tages-Inzidenz den Wert von 100, gelten wieder die Regelungen, die bis zum bis zum 7.3.2021 gegolten haben.

Der Bayerische Ministerrat hat in seiner heutigen Sitzung am 23. März beschlossen (Auszug):

1. Die Bayerische Staatsregierung begrüßt die am 22. März 2021 von

der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder gefassten Beschlüsse, insbesondere die konsequente Verpflichtung zur Umsetzung der bereits am 4. März 2021 vereinbarten Notbremse.

2. Vor diesem Hintergrund beschließt der Ministerrat folgende

Maßnahmen:

2.1 Die 12. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung wird bis einschließlich 18. April 2021 verlängert und zugleich wie folgt

angepasst:

2.1.1 Die Tage vom 1. April (Gründonnerstag) bis zum 5. April

(Ostermontag) 2021 sind Ruhetage, an denen inzidenzunabhängig landesweit Folgendes gilt ("Erweiterte Ruhezeit zu Ostern"):

- Private Zusammenkünfte sind auf die Angehörigen des

eigenen Hausstands sowie zusätzlich die Angehörigen eines weiteren Hausstands beschränkt, jedoch auf maximal fünf Personen; Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt, Paare gelten als ein Haushalt. In Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 100 verbleibt es bei der Kontaktbeschränkung auf Angehörige des eigenen Hausstands sowie zusätzlich eine weitere Person.

- Ansammlungen im öffentlichen Raum werden grundsätzlich untersagt.

- Betriebe, Ladengeschäfte, Unternehmen und Behörden bleiben am 1. April 2021 (Gründonnerstag) und am 3. April 2021

(Karsamstag) wie an den Osterfeiertagen geschlossen; am Samstag, den 3. April 2021, wird ausschließlich der Lebensmittelhandel geöffnet.

- Die Religionsgemeinschaften werden dazu aufgerufen, religiöse Versammlungen nicht in Präsenz, sondern nur virtuell durchzuführen.

2.1.2 Die nach der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung bei stabiler oder rückläufiger Entwicklung des Infektionsgeschehens vorgesehenen weiteren Öffnungsschritte in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit einer 7-Tage-Inzidenz von nicht über 100 bzw. 50 in den Bereichen Außengastronomie, Kultur und Sport bleiben in jedem Fall bis zum Ende der Osterferien (12. April 2021) ausgesetzt.

2.1.3 Nach dem Ende der Osterferien werden abhängig von den Inzidenzen weitere Öffnungsschritte in den Bereichen Außengastronomie, Kultur und Sport erfolgen. Solange in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt eine 7-Tage- Inzidenz von unter 50 besteht, so gilt:

- Öffnung der Außengastronomie

- Öffnung von Theatern, Konzert- und Opernhäusern sowie Kinos

- Kontaktfreier Sport im Innenbereich, Kontaktsport im

Außenbereich

Solange in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt eine 7-Tage- Inzidenz von zwischen 50 und 100 besteht, so gilt:

- Öffnung der Außengastronomie mit vorheriger Terminbuchung

und aktuellem (24 Stunden) COVID-19 Schnell- oder Selbsttest

- Öffnung von Theatern, Konzert- und Opernhäusern sowie Kinos

mit aktuellem (24 Stunden) COVID-19 Schnell- oder Selbsttest

- Kontaktfreier Sport im Innenbereich, Kontaktsport im

Außenbereich mit aktuellem (24 Stunden) COVID-19 Schnell- oder Selbsttest.

Im Rahmen eines Modellprojekts werden bis zu drei Theater-, Konzert- oder Opernhäuser in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit einer 7-Tages-Inzidenz von über 100 ausgewählt, um unter strengen Schutz- und Hygienemaßnahmen die Wirksamkeit insbesondere von umfassenden Testkonzepten zu untersuchen.

2.1.4 Für den Einzelhandel gilt nach dem Ende der Osterferien:

Bei einer 7-Tage-Inzidenz in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt unter 100 wird der Einzelhandel geöffnet, unter Geltung der allgemeinen Schutz- und Hygienekonzepte (v.a. Mindestabstand, Maskenpflicht, ein Kunde je 10 qm für die ersten 800 qm der Verkaufsfläche sowie zusätzlich ein Kunde je 20 qm für den 800 qm übersteigenden Teil der Verkaufsfläche).

Bei einer 7-Tage-Inzidenz in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt zwischen 100 und 200 gilt für den Einzelhandel zusätzlich:

Terminshopping-Angebote ("Click & Meet"), ein Kunde pro 40 qm Verkaufsfläche nach vorheriger Terminvereinbarung und Vorlage eines aktuellen (24 Stunden) negativen Tests.

2.1.5 Darüber hinaus können nach den Osterferien im Rahmen von

Modellprojekten drei Städte mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 100 mit strengen Schutzmaßnahmen und einem Testkonzept für die Dauer von 14 Tagen einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens öffnen, um die Umsetzbarkeit von Öffnungsschritten unter Nutzung insbesondere eines konsequenten Testregimes zu untersuchen (Quelle: Bayerische Staatsregierung).

Außensport

Außensport in Abhängigkeit der aktuellen Inzidenzwerte in den bayerischen Landkreisen und kreisfreien Städten bedingt möglich:

  • 7-Tages-Inzidenz < 50: Kontaktfreier Sport in kleinen Gruppen (max. 10 Personen) im Außenbereich, auch auf Außensportanlagen
  • 7-Tages-Inzidenz 50-100: Kontaktfreier Individualsport in kleinen Gruppen (max. 5 Personen aus 2 Haushalten) 

Das bayerische Gesundheitsministerium veröffentlicht auf Basis der nach dem Infektionsschutzgesetz maßgeblichen Daten des Robert Koch-Instituts, welche akutelle Inzidenzwerte in den bayerischen Landkreisen und kreisfreien Städten meldet. Die Liste legt damit den Ausgangspunkt für die 12. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung fest, mit der die beschlossenen Öffnungsschritte umgesetzt werden. Sie gilt, bis die zuständigen Kreisverwaltungsbehörden neue Bekanntmachungen auf Basis der jeweiligen Inzidenzwerte für ihren Zuständigkeitsbereich veröffentlichen.

Dies bedeutet, dass man fortan ständig über aktuelle Inzidenzwerte seines Wohnorts bzw. Zielort bei (Inlands-) Reisen informiert sein muss um Bescheid zu wissen was konkret erlaubt bzw. nicht erlaubt ist. 

Gängige Abstands- und Hygiene-Regeln sind nach wie vor einzuhalten, unnötige (sportartspezifische) Risiken sollten vermieden werden.

**Take care and stays healthy**

Tröpfcheninfektion (Aerosole)

Nach derzeitigen Erkenntnissen wird das Coronavirus SARS-CoV-2 vor allem direkt von Mensch zu Mensch übertragen, z. B. beim Sprechen, Singen, Husten oder Niesen. Bei der Übertragung spielen Tröpfchen wie beispielsweise Aerosole (feinste luftgetragene Flüssigkeitspartikel und Tröpfchenkerne) welche längere Zeit in der Luft schweben können, eine wichtige Rolle. Gegen eine direkte Infektionsgefahr (Sprechen oder Anhusten über kurze Distanz) schützen Mindestabstände, Masken und Schutzwände in Innenräumen. Eine indirekte Infektionsgefahr stellen indes Aeorosole dar, bei denen sich winzige Aerosolpartikel in Räumen ausbreiten und so die Virenlast erhöhen können. So weit so gut, doch wie schaut es damit eigentlich im Freien aus? Da der Infektionsweg über virushaltige Tröpfchen von Covid-Patienten und deren Aufnahme über die Schleimhäute von Nase, Mund und Augen erfolgt, ist allein schon durch die massive Luftverdünnung im Freien eine Infektionsgefahr nahezu ausgeschlossen - vorausgesetzt der Mindestabstand von 1,5 Metern wird eingehalten.

Fokus-Online berichtete am 7.03., dass die Wahrscheinlichkeit, sich im Freien mit dem Virus zu infizieren, deutlich geringer ist als in geschlossenen Räumen - was sowohl für die ursprüngliche Variante des Coronavirus als auch bei den Mutationen zutrifft. Aerosole (winzige Tröpfchen in der Luft) spielen eine entscheidende Rolle bei der Übertragung des Coronavirus. Diese werden laut Experten draußen schneller ungefährlich. "Das hat damit zu tun, dass die Luftzirkulation im Freien sehr viel größer ist. Sie haben Windverwehungen, und dadurch kommt natürlich sehr schnell ein Verdünnungseffekt zum Tragen", erklärte Nico Mutters, Leiter des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit am Universitätsklinikum Bonn, der DW. Halten sich viele Personen in nicht ausreichend belüfteten Innenräumen länger auf, kann es verstärkt zur Produktion und Anreicherung von Aerosolen kommen was eine Übertragung des Coronavirus SARS-CoV-2 durch Aerosole begünstigt.

Birgit Wehner, Aerosolforscherin am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung, sagt, dass Tröpfchen, die ausgeatmet würden, draußen schneller abtrocknen und dann auch schneller verdünnt würden. Wenngleich Studien unisono bestätigen, dass die Gefahr sich im Freien anzustecken, äußerst gering ist, so ist man insbesondere bei größeren Menschenansammlungen - verbunden mit geringen Abständen - selbst im Freien vor einer Ansteckung dennoch nicht gefeit. Nichtsdestoweniger stellte eine Untersuchung in China beispielsweise fest, dass von 7324 gemeldeten Infektionen nur eine einzige im Freien nachweisbar war. Auch das renommierte Robert Koch-Institut - zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und –prävention - bestätigt, dass Übertragungen im Außenbereich insgesamt sehr selten vorkämen.

Wie der WDR am 23.02.21 vermeldete sind sich die meisten Experten darin einig, dass es sehr unwahrscheinlich ist, sich im Freien anzustecken. Gerhard Scheuch (forscht seit langem auf dem Gebiet der Aerosole) sagte der Bio-Physiker am 22.02.21 in der ARD-Sendung "livenachneun", dass draußen die Gefahr "überhaupt nicht gegeben sei." Und weiter: "Wenn man draußen ist und sich an der frischen Luft bewegt, dann ist die Gefahr bei Null".

Ein Risiko bestehe allenfalls, wenn man sich längere Zeit gegenübersteht und sich in geringem Abstand (< 1 Meter) unterhält, worauf auch Christof Asbach, Präsident der Gesellschaft für Aerosolforschung, im Gespräch mit dem WDR hinwies. Wenn man sich längere Zeit gegenüberstehe, womöglich noch in einer Gruppe, dann gebe es mehr Partikel in der Luft und die Situation werde kritischer. Die Aerosol-Partikel, die möglicherweise Viren enthalten, würden sich aber vor allem in Innenräumen anreichern. "Im Außenbereich werden diese abtransportiert und dann passiert sowas nicht", so Asbach.

Auf die Frage, ob die Ansteckungsgefahr beim Sport im Freien durch heftigere Atmung größer ist antwortet Aerosol-Forscher Asbach: "Wenn ich rausgehe, also spazieren gehe oder Fahrrad fahre, also in Bewegung bin, dann muss ich mir eigentlich keine Sorgen machen, dass ich mich anstecke, das Risiko ist extrem gering".

Für Radfahrer, Mountainbiker, Läufer usw. die ungern solo Außensport betreiben, sind diese wissenschaftlichen Erkenntnisse auf alle Fälle überaus erfreulich. Bleibt zu hoffen, dass dies zu baldigen Lockerungen (kontaktloser Outdoor-Gruppensport) führt was z.B. das Sportvereinsleben nach langer Zwangspause wieder reaktivieren und die Kündigungswelle der Mitglieder stoppen würde.

Im vergangenen Jahr versetzte eine niederländische Studie insbesondere Outdoorsportler in Angst und Schrecken. Demzufolge wurden Radfahrern geschwindigkeitsabhängige Abstände von bis zu 20 Metern nahe gelegt, um nicht in eine virenverseuchte Aerosol-Partikelwolke hinein zu geraten. Die Studie war und ist allerdings umstritten, da sie in einem Windkanal und nicht unter realen Bedingungen - sprich im Freien - durchgeführt wurde. Ulrich Grünewald vom Quarks-Wissenschaftsteam gibt daher Entwarnung, da in einem Windkanal völlig andere Bedingungen als im Freien an der frischen Luft herrschen. "Die Aerosohle sind so klein und leicht, dass sie ganz schnell verweht werden und eigentlich keine Rolle mehr spielen", so Grünewald (vorausgesetzt der Mindestabstand von mehr als 1,50 Metern wird eingehalten). 

Lockdown-Phasen

Der Lockdown "Light" bzw. auch als "Teil-Lockdown" bekannt, begann am 2. November 2020. Dieser wurde ab 9. Dezember verschärft und am 16. Dezember vom deutschlandweiten "Harten Lockdown" abgelöst. Aufgrund hoher Infektionszahlen wurden die Maßnahmen des "Harten Lockdowns" nochmals verschärft und zunächst bis 31. Januar verlängert. Auf dem Bund-Länder-Gipfel erfolgte am 19.01 der Beschluss einer weiteren Verlängerung bis zum 14. Februar, dann bis zum 7. März 2021. Am 4. März beschlossen Bund und Länder abermals eine Lockdown-Verlängerung - mit inzidenzabhängigen Lockerungen - zunächst gültig bis zum 28. März. 

 Das Institut für Prävention und Sportmedizin unter Leitung von Dr. med. Frank Möckel gibt wichtige (Sportler-) Tipps.

Informationsquellen

Zwölfte Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (Verordnung tritt am 8. März 2021 in Kraft und mit Ablauf des 28. März 2021 außer Kraft)

Robert Koch-Institut: COVID-19-Dashboard

Fallzahlen von Coronavirusinfektionen in Bayern (Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit) 

FAQ - Katalog (Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration) 

In den meisten bayerischen Städten/Ortschaften gilt an hoch frequentierten Plätzen, Fußgängerzonen oder belebten Gassen eine Maskenpflicht, die im übrigen in aller Regel auch für Radfahrer gilt! Dasselbe gilt für das Essen und Trinken in gekennzeichneten "Maskentragepflicht-Bereichen", d.h. selbst im Gehen oder Fahren (Rad) darf der Mund-Nasen-Schutz dort zum Essen/Triken nicht abgenommen werden. Da Lokale/Restaurants/Gaststätten/Imbissstuben trotz Schließung häufig Speisen zum Mitnehmen ("To Go") anbieten sollte man sich über dessen Verzehr vor Ort beim Verkäufer informieren ob bzw. wo es erlaubt ist (vor dem Lokal, Grundstück, Parkplatz etc.). Laut Bayerisches Innenministerium ist nur die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause erlaubt, d.h. nicht der „Verzehr vor Ort“. Zuständige Behörden verfügen zwar einen Ermessenspielraum (z.B. bei Einsicht oder Vorliegen einer Fahrlässigkeit), trotzdem können Verstösse mit einer empfindlichen Geldbuße geahndet werden.

Bund und Länder appelieren eindringlich, auf nicht notwendige Reisen zu verzichten. Da Hotels und Pensionen nur Übernachtungsgäste aus nicht touristischen Zwecken (z.B. unabdingliche geschäftliche Reisen) beherbergen dürfen bzw. Gastronomie geschlossen bleibt, sind private Mehrtagesausflüge oder Wochenend-Trips ohnehin nicht möglich. 

FFP2-Masken

Der Präsident der Gesellschaft für Aerosolforschung, Christof Asbach erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass FFP2-Masken für den Arbeitsschutz gemacht sind und mindestens acht Stunden am Tag halten. Wichtig zu wissen: Die angegebene Zeitdauer gelte auch, wenn man die Zeit beim Tragen etwa im Bus und beim Einkaufen aufaddiere. „Mit acht Stunden ist man auf der sicheren Seite“, sagte Asbach. 

Aktuell fördert das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte ein Forschungsprojekt an der Fachhochschule Münster und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Hierbei untersuchen Wissenschaftler praktische Verfahren, die das Infektionsrisiko im Falle von Mehrfachverwendung von FFP2-Masken reduzieren helfen. Bisherige Ergebnisse wurden in einem Informationsflyer veröffentlicht.

Die Wissenschaftler empfehlen eine FFP2-Maske nicht an aufeinanderfolgenden Tagen zu tragen, sondern frühestens wieder ab dem siebten Tag. Zudem raten sie diesen „Trockenzyklus“ maximal nur fünf Mal zu wiederholen und dann die getragene FFP2-Maske im Hausmüll zu entsorgen. 

Lockdown Light

Um die rasante Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, wurde von Bund und Länder ein sogenannter "Wellenbrecher-Shutdown" beschlossen,  der am 2. November bis zum Ende des Monats in Kraft trat und zunächst bis zum 20. Dezember mit verschärften Regelungen sowie ein zweites Mal bis zum 10. Januar 2021 verlängert wurde. Anders als beim ersten Lockdown im Frühjahr sind die Vorschriften zwar weniger streng gefasst ("Teil-Lockdown"), trotzdem greifen die Maßnahmen ins gesellschaftliche Zusammenleben bzw. in die Privatsphäre eines jeden Bürgers ein. Freizeiteinrichtungen wie Theater, Opern, Konzerthäuser, Messen, Kinos, Freizeitparks, Schwimmbäder, Saunen, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen, Tanzschulen, Bordelle und Indoorsport werden ebenso geschlossen wie Gastronomiebetriebe, Bars und Clubs. Alle Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, werden untersagt. Dazu wird der Amateursport sowie das kulturelle Leben lahm gelegt. Gleichsam gilt ein Beherbergungsverbot für touristische Übernachtungen. 

Corona-Beschränkungen

Betreffend Sport & Freizeit (siehe Fettschrift unten) ein Auszug der Regelungen, auf den u.a. auch der Bayerische Radsportverband hinweist:

1. Institutionen und Einrichtungen, die der Freizeitgestaltung zuzuordnen sind, werden geschlossen. Dazu gehören

Theater, Opern, Konzerthäuser, und ähnliche Einrichtungen, Messen, Kinos, Freizeitparks und Anbieter von Freizeitaktivitäten (drinnen und draußen), Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen und ähnliche Einrichtungen, Prostitutionsstätten, Bordelle und ähnliche Einrichtungen, der Freizeit- und Amateursportbetrieb mit Ausnahme des Individualsports allein, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen, Schwimm- und Spaßbäder, Saunen und Thermen, Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen.

2. Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, werden untersagt. Profisportveranstaltungen können nur ohne Zuschauer stattfinden.

Bisher konnten ab Phase Gelb der Bayerischen Corona-Ampel (7-Tage-Inzidenz von über 35 Corona-Infizierte pro 100 000 Einwohner) Städte und Gemeinden auf frequentierten Plätzen / Fußgängerzonen eine Maskenpflicht anordnen. Doch mit Inkrafttreten des "Lockdown 2.0" ist die sogenannte Corona-Ampel binnen zwei Wochen Gültigkeit schon wieder Geschichte. Statt regional differenzierte Regeln gelten nun landesweit einheitliche Vorschriften.

Für Radfahrer liegt in punkto Maskenpflicht der "Teufel" im Detail. Grundsätzlich gilt in dafür ausgewiesenen Bereichen die Maskenpflicht unabhängig davon, mit welchem Verkehrsmittel man unterwegs ist. Doch Städte, Landkreise und Gemeinden schöpfen mitunter ihren Ermessensspielraum aus. So schreibt z.B. die Stadt Schwandorf Radfahrern und motorisierten Zweiradfahrern keine Maskenpflicht vor solange sie radeln/fahren (erst wenn vom Gefährt abgestiegen wird besteht Tragepflicht). In Regensburg hingegen gilt dort - ob fahrend oder stehend - generell die Pflicht eines Mund-Nase-Schutzes. Daraus folgt, dass sich Radfahrer zu erkundigen haben welche Vorschrift für sie exakt gilt. 

Es steht außer Frage, dass ein hohes Maß an Eigenverantwortung hilft, das Infektionsrisiko einzudämmen. Wie effektiv sich die eingeleiteten Maßnahmen letzten Endes erweisen, hängt zu einem Gutteil vom disziplinierten Verhalten der Bevölkerung ab. Zur unumgänglichen Kontaktbeschränkung äußerte sich Ministerpräsident Markus Söder am 2. November gegenüber der WELT: „Es gibt auf der ganzen Welt kein anderes Konzept als das Reduzieren von Kontakten, um auf Corona zu reagieren“, so Söder. „Wenn es ein besseres, leichteres gäbe, würden wir es ja sofort anwenden.“ Hinzukomme, dass der jetzige Lockdown milder sei als im Frühjahr und in anderen europäischen Ländern.

Harren wir der Dinge und hoffen, dass sich die Situation wieder bessert. Eine Gewähr für eine Aufhebung der Maßnahmen im Dezember gibt es leider nicht.

Abschließendes Statement: Radfahren ist gesund, denn Bewegungsaktivität an frischer Luft stärkt das Immunsystem und - was geflissentlich untergeht - es tut auch der Psyche gut. Ein ganzheitlicher Vorteil, der dem heimtückischen Virus SARS-CoV-2 Widerstandskraft entgegensetzt.  

***Ride On - Take care and stays healthy***

Rückblick

Update, Stand 14. Juli: Für Einreisende in die Bundesrepublik Deutschland, die sich innerhalb der letzten 14 Tage vor Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten haben, kann gemäß den jeweiligen Quarantäneverordnungen der zuständigen Bundesländer, eine Pflicht zur Absonderung bestehen. Das Robert-Koch-Insitut listet aktuell alle Staaten auf, in denen ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit SARS-CoV-2 besteht.  

Die Öffnung von Biergärten, Gastronomie und Tourismus ebnet ein stückweit den Weg zur Normalität. Seit Pfingsten haben Hotels wieder für Touristen geöffnet. Allerdings gelten nach wie vor Hygieneregeln. 

Söder appelliert angesichts der unsicheren Situation mit Grenzschließungen aberrmals den Pfingsturlaub heimatnah zu verbringen: "Es gibt bis dahin ein hervorragendes Angebot in Bayern und keinen Anlass in benachbarte Länder fahren zu müssen."

Informationsquellen

Tagesaktuelle Informationen zu den neuesten Entwicklungen in Bayern, sowie zur Ausbreitung von Sars-CoV-2 und aktuelle Schutzmaßnahmen stellt das bayerische Gesundheitsministerium gebündelt zur Verfügung. 

Über geltende Vorschriften gibt die Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung rechtsverbindlich Auskunft. Da diese Verfügungen mitunter im Wochen-Rhythmus aktualisiert werden ist es wichtig auf die Geltungdauer zu achten, d.h. wann sie in Kraft bzw. außer Kraft tritt. 

Die Bayerische Staatsregierung kündigte am 22. Juni weitere Lockerungsmaßnahmen zur schrittweisen Annäherung an die Normalität an.

Nach einer positiven Bestandsaufnahme nach den Pfingstferien und einer stabilen Entwicklung des Infektionsgeschehens im Zuge der Coronakrise hat die Bayerische Staatsregierung weitere Maßnahmen des Sportlebens beschlossen, die ab dem 22. Juni in Kraft treten. Basis aller Lockerungen ist weiterhin das Einhalten einer Abstandsregelung von mindestens 1,5 Metern sowie eine Maskenpflicht in bestimmten öffentlichen Bereichen. Ebenso sollte in geschlossenen Räumen weiterhin für ausreichend Belüftung gesorgt werden.

Laut Bericht aus der Kabinettssitzung vom 16. Juni 2020 der Bayerischen Staatsregierung:

"Im Bereich des Sports kann ab dem 22. Juni 2020 die Wiederaufnahme des Lehrgangsbetriebs erfolgen. Die bislang geltenden Obergrenzen für den Outdoor- und Indoor-Sport (bisher 20 Personen) werden aufgehoben. Die künftige Teilnehmerbegrenzung ergibt sich für den Innen- und Außenbereich aus den jeweiligen konkreten räumlichen Rahmenbedingungen (Raumgröße, Belüftung)."

Somit wurde die bisher geltende Personenbegrenzung für Gruppenausfahrten im Freien aufgehoben. 

 Bei zu geringem Abstand (Windschattenfahren) gilt zu beachten, dass durch ausgeatmete Viren-Aerosole latentes Infektionsrisiko besteht (siehe Studie »Social Distancing v2.0: During Walking, Running and Cycling«). 

Für die bisher zulässige Gastronomie wird ab 22. Juni 2020 die zulässige Öffnungszeit auf 23 Uhr verlängert.

Weitere nützliche Informationsquellen

  • Tourismusverbände
  • Landratsämter
  • lokale Tourist-Informationsstellen - vorzugsweise mit offizieller "I-Marke für zertifzierte Tourist-Info" (DTV) 
  • Beherbergungsbetriebe des Zielgebiets

Seit 30. Mai, haben Hotels, Pensionen, Gasthäuser für touristische Zwecke wieder geöffnet. Um nicht gegen die vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege verordneten Verhaltensregeln zu verstossen, sollte man über Vorschriften wie Schutz- und Hygienestandards, erlaubte Gruppengröße, Abstandsgebote etc. informiert sein. Da eine Bus-Reise zu einem Urlaubs-Ziel weiterhin untersagt bleibt, ist die An- und Abreise selbständig zu organisieren. Vorausgesetzt Unterkünfte wurden im Voraus gebucht und die geltenden Regeln der Landesverordnung werden beachtet steht einem unbeschwerten Radurlaub an und für sich nichts im Wege. 

 Deutschland fußt auf einem föderalen Staatssystem, bei dem die einzelnen Bundesländer über eine bestimmte Eigenständigkeit verfügen, die ihnen begrenzte staatsrechtliche Kompetenzen verleiht. Da das Länderrecht in den einzelnen Bundesländern voneinander abweichen kann, erklärt es unterschiedliche Vorgehensweisen wie beispielsweise beim Lockerungsprozess. Wer in ein anderes Bundesland bzw. durch mehrere Bundesländer reist, sollte sich im Vorfeld mit den landesspezifischen Richtlinien vertraut machen.

Corona in Bayern - eine Chronologie | Teil I | Kontrovers | BR24:

Einschränkungen

Für die schrittweise Öffnung der Gastronomie, Hotellerie und des Tourismus gelten strenge Auflagen, die insbesondere folgende Punkte umfassen:

  • Einschränkung von Öffnungszeiten
  • Ausarbeitung von Hygiene-Konzepten durch die Betriebe
  • Begrenzung von Gästezahlen
  • Sicherstellung von Abstand (Einlass/Ausgang separat, Reservierungspflicht)

Für die Öffnung von Hotels gelten strenge Auflagen, die insbesondere umfassen:

  • keine Öffnung von Angeboten mit gemeinschaftlicher Nutzung innerhalb von Hotels, insbesondere Wellness, Schwimmbad
  • Verpflichtendes Hygieneschutzkonzept wie in der Gastronomie
  • Verpflegung nur mit Abstand und begrenztem Einlass

Restrisiko

Urlaubsreisen sind in Deutschland mit Öffnung des Tourimus prinzipiell möglich, gleichwohl hat das Infektionsgeschehen Einfluss darauf, inwieweit die Reise- bzw. Bewegungsfreiheit aufrecht erhalten bleibt. Als wichtiger Indikator bildet die sogenannte Reproduktionszahl des Robert Koch-Instituts (RKI) die Ansteckungsrate ab. Springt sie über einen längeren Beobachtungszeitraum über die kritische Marke von 1 (Wert gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt) könnten Schutzmaßnahmen ergriffen werden, um Infektionsketten zu unterbrechen.

Da die Länder weitgehende Verantwortung für die Lockerung von Beschränkungen tragen sollen sie sicherstellen, dass in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der letzten sieben Tage ein konsequentes Gegensteuern erfolgt. Trotz dieser Unwägbarkeiten haben Deutschlandurlauber im Vergleich zu Auslandsaufenhalten entscheidende Vorteile. Sowohl das vorbildliche Gesundheitssystem, als auch kurze Reisewege vermitteln in unserem gut organisierten Land ein angenehmes Sicherheitsgefühl.

Der Bund Deutscher Radfahrer BDR empfiehlt einen Abstand hinterher fahrender Radfahrer von 30 - 50 Meter. Dazu gilt die Distanzregel einen Abstand von mindestens 2 Meter zwischen Personen einzuhalten.

Im Kampf gegen die Covid-19 Pandemie wurden die ergriffenen Maßnahmen ab 20. April erstmals gelockert. Darauf verständigten sich Bund und Länder bei ihren Beratungen am 15. April. Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich nach ihrer Beratung mit den Ministerpräsidenten in einer Pressekonferenz: „Was wir erreicht haben, ist ein Zwischenerfolg“. Im Hinblick auf fehlende Medikamente und Impfstoffe betonte sie: „Das ist aber ein zerbrechlicher Zwischenerfolg."

Zur Bekämpfung der Corona-Pandemie sind Großveranstaltungen bis zum 31. August untersagt. Konkrete Regelungen treffen die Länder.

Ministerpräsident Markus Söder kündigte bei seiner zweiten Regierungserklärung zur Corona-Pandemie für Bayern ab dem 27. April eine Mundschutz-Pflicht an: "Mit der Öffnung der Geschäfte wird es ab nächster Woche eine Mund-Nase-Schutz-Verpflichtung geben", teilt Söder mit. "Die gilt für den gesamten ÖPNV und für alle Geschäfte." Die Maskenpflicht gilt für Kinder ab 6 Jahren, was das Kabinett am 21. April in München entschieden hat. 

Wer sich in Bayern ab dem 27. April nicht an die Mundschutz-Pflicht hält - die im übrigen im ÖPVN nicht nur in Bussen, Bahnen oder Taxis, sondern auch beim Warten an der Haltestelle oder am Bahnsteig gilt, löhnt 150 Euro! Besonders teuer werden Verstöße gegen die Mundschutzpflicht zum Schutz vor Ansteckungen mit dem Coronavirus zum Beispiel für Ladenbesitzer, die nicht sicherstellen, dass ihr Personal eine Mund-Nasen-Bedeckung trägt. Hierfür sieht der Bußgeldkatalog 5000 Euro vor. Die Bayerische Staatsregierung verordnet bei der Mund-Nasen-Bedeckung keine spezifischen Schutzmasken mit zertifizierten Qualitätsnormen. Wahlweise dürfen selbstgenähter Mund-Nase-Schutz oder auch ein Schal oder Tuch verwendet werden. 

  Da in Deutschland bundesweit eine Maskenpflicht zur Eindämmung des Coronavirus in Kraft. tritt (in Läden, Busse & Bahnen), sollte jeder Radfahrer sicherheitshalber immer einen Mund-Nase-Schutz dabei haben. So kann im Bedarfsfall jederzeit ein Geschäft oder Zweirad-Shop betreten werden.

Allheilmittel gegen den "Corona-Blues"

Da uns die Covid-Pandemie vor ungeahnte Herausforderungen stellt ist es umso wichtiger, der gestressten Psyche Entspannungsphasen zu gönnen. Das beste Allheilmittel gegen den "Corona-Blues" sind Kraftorte der Natur. Bevor einem die Decke auf den Kopf fällt bzw. Alltagssorgen überhand nehmen, sorgt Bewegung an frischer Luft für wohltuende Ablenkung. Allen voran eine lockere Radtour, die wie ein Wunderpräparat ganzheitlich auf Körper, Geist und Seele wirkt. Wissenschaftlich ist es längst erwiesen, dass Radfahren die Ausschüttung von Glückshormonen begünstigt und als Stimmungsaufheller wirkt. Nach einer Genusstour fühlt man sich ausgeglichen und ist selbstzufrieden. Ein Gefühl, das positives Denken und Zuversicht nährt. Angesichts der beängstigenden Geschehnisse verschafft ein inspirierendes Naturerlebnis als Kraftquelle einen beruhigenden Gegenpol zum kräftezehrenden Alltag. Es liegt also nahe seine häusliche Isolation zu verlassen und auf dem Sattel gedankenversunken frische Energien zu schöpfen. 

Auch die Weltgesundheits-Organisation WHO empfiehlt nachdrücklich das Radfahren: "Wann immer möglich, sollten Sie Fahrrad fahren oder zu Fuß gehen. Dies ermöglicht Ihnen, körperliche Distanz zu wahren, und hilft Ihnen gleichzeitig, die Mindestanforderungen an die tägliche körperliche Betätigung zu erfüllen, was aufgrund zunehmender Telearbeit und des eingeschränkten Zugangs zu Sport und anderen Freizeitaktivitäten schwieriger sein kann."

  Radfahr-Knigge in Zeiten von Corona

Aktuelle Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung wie z.B. Verhaltensregeln, Gruppengröße, Schutz- und Hygienestandards beachten 

Geschwindigkeitsabhängiger Sicherheitsabstand - BDR-Empfehlung 30-50 Meter, kein Windschatten- und Nebeneinanderfahren 

Erhöhte Vorsicht auf stark frequentierten Radwegen 

Maßvolle Risikobereitschaft - defensiver Fahrstil - #staysafe

1.5 Meter Mindestabstand zu Personen - #FlattenTheCurve

Ersatzschlauch, Luftpumpe, Minitool, Mundschutzmaske mitführen

Immunsystem schonen - moderate Belastungsintensität (GA1/GA2) 

Gemäßigter Trainingsumfang - leichtere Streckencharakteristik (flach bis wellig)

Unterkünfte möglichst im Voraus reservieren

E-Biker: sorgfältige Tourplanung im Hinblick der Akku-Reichweite

No Go: Spucken & Schneuzen auf den Boden in der Nähe von Menschen 

Nach Rückankunft rascher Kleidungswechsel (Erkältungsgefahr) 

++Take care and stays healthy++

»Kontaktbeschränkung« in Bayern

Im Gegensatz zu anderen Ländern, in denen die Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 deutlich restriktiver sind, ist in Deutschland Individualsport als Teil der Gesundheitsprävention unter Einhaltung gewisser Regeln trotz »Kontaktbeschränkung« erlaubt. Sport und Bewegung an der frischen Luft darf - sofern dies alleine oder mit Angehörigen des eigenen Hausstandes und ohne jede sonstige Gruppenbildung geschieht - wird sogar ausdrücklich empfohlen. Bevor sich also Lagerkoller breit macht bzw. der omnipräsente "Corona-Informations-Overflow" zu sehr am Nervenkostüm zerrt ist es an der Zeit für Ablenkung bzw. Glücksmomente zu sorgen, um sein seelisches und körperliches Gleichgewicht wieder ins Lot zu bringen. 

Wer sich außerhalb der eigenen vier Wände bewegen möchte, muss die geltenden Vorschriften befolgen - ansonsten drohen saftige Geldbußen bzw. in Härtefällen drohen sogar Ingewahrsamnahmen oder Haftstrafen. Gruppenbildung bleibt strikt untersagt. Ein solches Delikt ist nicht als Ordnungwidrigkeit eingestuft, sondern stellt ein Vergehen nach dem § 74 des Infektionsschutzgesetzes dar (Straftat) das den Erlass eines Strafbefehls von der Staatsanwaltschaft nach sich zieht. 

Epidemiologen, Mediziner und Politiker befürworten das Radfahren

Epidemiologen und Mediziner empfehlen Radfahren aus vielerlei Gründen. Insbesondere dann, wenn hierdurch beispielsweise öffentliche Verkehrsmittel gemieden werden, weil sich in Bussen und Bahnen Menschen vergleichsweise sehr nahe kommen. Da laut Robert-Koch-Institut die Tröpfcheninfektion als Hauptübertragungsweg des COVID-19 gilt, besteht im öffentlichen Nah- und Fernverkehr durch die unmittelbare Fahrgastnähe ein erhöhtes Ansteckungsrisiko. Christian Drosten, der Chef der Virologie an der Berliner Charité und derzeit einer der gefragtesten Experten im Hinblick auf das Coronavirus sagt dazu: "Ein mitteltropfiges Aerosol bleibt jedoch eine Zeitlang in der Raumluft stehen und wenn es eine Luftbewegung gibt, dann wird es weitertransportiert". Zu allem Übel kann der Covid19 Virus zudem durch Schmierinfektion oder Ansteckung über die Bindehaut der Augen übertragen werden. Das Risiko, sich durch Berühren von kontaminierten Oberflächen zu infizieren mag zwar gering sein, prinzipiell auszuschließen ist es nicht. Laut einer Studie können Erreger auf Oberflächen bis zu neun Tage überleben und womöglich infektiös sein. Also Vorsicht, denn auf jedem Haltergriff, Türöffner, Haltestange wie im übrigen auch Ampelknöpfe können Keime lauern. 

Besondere Schutzvorkehrungen (über Mundschutz streiten sich Experten) bedarf es beim Radfahren nicht, da man - gesetzt den Fall der vorgeschriebene Mindestabstand bleibt gewahrt - kaum einem Infektionsrisiko ausgesetzt ist. Fahrradfahren ist "seuchenhygienisch unbedenklich", sagt der Ulmer Pneumologe Michael Barczok vom Bundesverband der Pneumologen, Schlaf- und Beatmungsmediziner (BdV). Er schätzt die Gefahr, dass man sich beim Radeln etwas einfängt nahe Null ein. Daher ist Sport und Bewegung trotz Lockdown offiziell erlaubt. Außerdem unterliegen Radfahrer kaum dem Risiko, sich durch das Berühren von kontaminierten Oberflächen zu infizieren. Laut einer Studie könne der Erreger auf Oberflächen bis zu neun Tage überleben und womöglich noch infektiös sein. 

Es spricht nichts dagegen, allein oder mit den Menschen mit denen man in einer Wohnung zusammenlebt Rad zu fahren. Nach Einschätzung der Virologen ist die Gefahr, sich an der frischen Luft mit einem Virus anzustecken, äußerst gering. Ausgeatmete Viren von Infizierten schweben zwar kurzzeitig in Aerosolen in der Luft, fallen aber rasch zu Boden bzw. Wind und UV-Strahlung machen sie unschädlich. Allerdings verbieten sich Windschattenfahrten oder das Fahren in Zweierreihe, da der vorgeschriebene Mindestabstand von 1.5 Meter naturgemäß unterschritten wird.

Auch Politiker befürworten das Radfahren während der Coronakrise. Als sich Gesundheitsminister Jens Spahn Mitte März mit Verhaltenstipps an die Bevölkerung wandte, erwähnte er das Fahrrad: Jeder solle im Sinne des "social distancing" überlegen, ob er einen Weg zu Fuß oder im Sattel zurücklegen könne, statt öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. So könne das Infektionsrisiko gemindert werden.  

Sowohl Bundesgesundheitsminister Spahn als auch Bundesarbeitsminister Heil setzen ausdrücklich auf das Fahrrad für notwendige Alltagsfahrten und auch den Weg zur Arbeit.

Ins selbe Horn stieß auch Gerd Antes, Epidemiologe und frühere Chef des Deutschen Cochrane-Zentrums in Freiburg. Er sagte im Tagesspiegel: „Fahrrad für alle, die in der Lage sind“ sei „wahrscheinlich hocheffektiv“. Die Vermeidung öffentlicher Verkehrsmittel durch Radfahren zum Selbstschutz und zum Schutz anderer sowie das daraus resultierende Mehrangebot an Platz in Bussen und Bahnen leuchtet mir ein. Der Biostatistiker sieht im Fahrradfahren tatsächlich eine Möglichkeit, die Infektionskurve abzumildern.  

Mountainbike-Exprofi Wolfram Kurschat befürwortet das Biken. Beim Interview des BIKE-Magazins entgegnete er auf die Frage, ob Biker auf Ausfahrten verzichten sollten: "Auf keinen Fall! Biken in der Natur ist das Beste, was man machen kann. Wo kann man Menschenmassen besser aus dem Weg gehen, als im Wald? Zudem stärkt die Bewegung an der frischen Luft unser Immunsystem – sofern man es nicht übertreibt. Starkes Frieren oder extreme Belastungen sollte man in den typischen Erkältungsphase ohnehin vermeiden."

Radfahren - das Wunderpräparat für Körper, Geist und Seele

Zahlreiche Studien belegen, dass Bewegung bzw. Sport sowohl das physische wie psychische Wohlbefinden fördern. Laut Meinung zahlreicher Experten spricht auch in Zeiten der Coronakrise nichts gegen Bewegungsaktivität an der frischen Luft, vorausgesetzt man hält sich an die geltenden Vorschriften. Radfahren hat den Vorteil einer ganzheitlichen Wirkung, denn es hält nicht nur körperlich fit sondern stärkt in erheblichem Maß auch die Psyche. Gerade jetzt, wo trennendes "Social Distancing" Vereinsamung, Antriebslosigkeit bis hin zur Depression auszulösen vermag und sich melancholische Schwerenot wie ein bleierner Schleier auf die Seele legt, verordnet sich mit erquickenden Radtouren geradewegs eine Art "Naturheil-Therapie". Mit jeder Kurbelumdrehung erleichtert man sich von Gedankenballast und genießt in vollen Zügen aufkeimende Lebensfreude. Dies bringt das Herz- Kreislaufsystem in Schwung, versorgt die Lunge mit frischem Sauerstoff, befreit von Kummer und Sorgen und stärkt obendrein zu guter Letzt das Immunsystem. Radfahrer betreiben defacto eine perfekte Gesundheitsvorsorge. 

Sicherheitsabstände unter Radfahrern

Da in Deutschland das vereinsbasierte Sporttreiben wieder aufgenommen wird, gab der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB/ Team Deutschland) zehn DOSB-Leitplanken heraus. Diese sollen unter Berücksichtigung sportartspezifischer Übergangsregeln der Fachverbände das Infektionsrisiko senken und ein verantwortungsvolles Sporttreiben erlauben. 

Hinweis: Gemäß der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (4. BayIfSMV) ist der Trainingsbetrieb von Individualsportarten im Breiten- und Freizeitbereich unter Einhaltung bestimmter Voraussetzungen auch für kleinere Gruppen von bis zu fünf Personen (befristet) ab dem 11. Mai erlaubt.

Für Radfahrer enthalten die Übergangsregeln vom Bund Deutscher Radfahrer (wird laufend veränderten Erfordernissen angepasst) wichtige Abstandshinweise. Das Regelwerk richtet sich zwar an den organisierten Sport (Sportvereine), gleichwohl sind vereinslose Radfahrer gut beraten die hilfreichen Vorgaben zum eigenen wie gesellschaftlichen Wohl zu beherzigen, zumal Infektionsschutzmaßnahmenverordnungen keine gesonderten Abstandsangaben enthalten.

Um das Infektionspotential weitestgehend gering zu halten, rät der BDR wegen möglicher ausgeatmeter Viren-Aerosole zu geschwindigkeitsabhängigen Abständen von 30 bis 50 Meter. Von Windschattenfahren oder engem Nebeneinanderfahren wird gänzlich abgeraten. Überdies gilt die Distanzregel, mindestens 2 Meter Abstand zwischen Personen zu wahren.

Übergangsregeln für verantwortungsvolles Sporttreiben

Studie »Social Distancing v2.0: During Walking, Running and Cycling« 

Bisher ging man davon aus, dass ausgeatmete SARS-CoV-2-Viren zu Boden sinken und rasch ihre Infektiösität verlieren. Ebenso war man der Annahme, dass ein Abstand zwischen Personen von weniger als anderthalb Metern grundsätzlich als Infektionsdistanz gilt. Doch die Frage, ob diese pauschale Abstandsregel gleichsam auch für Menschen in Bewegung zutrifft (Sport) konnte mangels empirischer Untersuchung bislang niemand verlässlich klären. Aktuell wird über diese spannende Frage unter Wissenschaftlern lebhaft - teils kontrovers - diskutiert. In den letzten Wochen wurde ersichtlich, wie stark sich die Halbwertszeit von Nachrichten (Informationen) verkürzt hat. Manches von dem was heute gilt kann morgen schon wieder Makulatur sein. Das rapide steigende Wachstum an Know-How über den SARS-CoV-2-Erreger, der die neuartige Covid-19-Krankheit auslöst (seit 7. Januar 2020 bekannt) macht ein Blick auf das Cochrane-Register deutlich. Das nach dem britischen Epidemiologen Archie Cochrane benannte Archiv zählte am 24. April bereits 2 101 Covid-19-Studien. Inwieweit die aufsehenerrenden Thesen und empfohlenen Abstandsgebote der neuen Studie »Social Distancing v2.0: During Walking, Running and Cycling« der Universitäten KU Leuven (Belgien) und TU Eindhoven (Niederlande) tatsächlich zutreffend sind bleibt abzuwarten. Es bedarf noch einer Überprüfung von unabhängigen Wissenschaftlern. in Form eines qualitätssichernden Peer-Review-Verfahren, bevor die Erkenntnisse faktische Sicherheit haben.

Unter der Leitung von Bert Blocken, Professor für Gebäudephysik und Aerodynamik wurde untersucht, wie sehr Sportler COVID-19-Erregern ausgesetzt sein können, wenn sie sich im Windschatten eines anderen Sportlers bewegen. 

Die Forscher untersuchten den Ausstoß von Speichelpartikeln während verschiedener Bewegungen in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Die veränderten Positionen waren nachfolgend, nebeneinander, diagonal versetzt hintereinander sowie direkt hintereinander. Insbesondere Radsportler nutzen gerne den energiesparenden Windschatteneffekt, was sich in Zeiten von Corona als besondere Gefahr herausstellen kann. Prof. Blocken gegenüber der Deutsche Welle: "Wenn man läuft oder Rad fährt und dabei ausatmet, werden zahlreiche nur Mikrometer große Tröpfchen ausgestoßen". Speziell Luftverwirbelungen vermögen die Verbreitung des Virus im Windschatten erhöhen, was durch die CFD-Strömungsanalyse belegt wurde. Quintessenz der Studie: durch die verursachten Luftverwirbelungen beim Radfahren und Laufen können Mikropartikel - und damit auch Viren - sehr viel weiter „tragen“ als die empfohlene Distanz des Social Distancing vorgibt.

Der Befund dieser aufwendigen Studie besagt, dass der bisher vorgegebene Mindestabstand von 1.5 Meter beim Radfahren/Laufen anscheinend bei weitem nicht ausreicht um eine Infizierung mit dem Covid-19-Virus auszuschließen. Für Sportler, die hintereinander Laufen/Radfahren ist das Infektionsrisiko demnach deutlich größer als für jene, die nebeneinander unterwegs sind. Die Empfehlungen der Forscher lauten: Spaziergänger sollten mindestens vier bis fünf Meter Abstand zu dem nächsten Menschen vor sich lassen, Läufer und langsame Radfahrer rund zehn – und sportive, schnelle Radfahrer 20 Meter. 

Bild oben: der Studie »Social Distancing v2.0: During Walking, Running and Cycling« zufolge unterliegen Radfahrer/Mountainbiker bei zu geringen Abständen voneinander (z.B. Windschatten) während der akuten Covid-19 Pandemie anscheinend einem erhöhten Infektionsrisiko (Ausgangsbeschränkung untersagt Gruppenbildung).

Am ungefährlichsten sei es laut Studie, wenn sich Sportler im gleichen Tempo nebeneinander bewegen, weil ihre Tröpfchenwolke dahinter abgegeben wird. Auch diagonal versetzt ist das Risiko, Partikel aus der Atemluft des Vordermanns einzuatmen, geringer, während das höchste Kontaminationsrisiko besteht, wenn sich die hintere Person direkt im Windschatten der vorderen befindet.

In Abhängigkeit von der Geschwindigkeit, Windrichtung und -Stärke könnte man auch mit einem Abstand von mehreren Metern mit dem Coronavirus in Kontakt kommen. „Wer hustet oder niest, sondert Tröpfchen mit einer höheren Geschwindigkeit ab. Doch auch wer nur normal atmet, hinterlässt Partikel in der Luft“, sagt Professor Bert Blocken.

Blocken empfiehlt daher, sich schon lange bevor man eine andere Person überholt, entsprechend weit zur Seite zu bewegen, damit man nicht in den Windschatten und die Tröpfchenwolke des anderen gerät. Anmerkung: die Atmung im Begegnungsverkehr/Überholvorgang kurzzeitig zu stoppen mag übertrieben erscheinen, doch so wird verhindert dass krankheitserregende Speicheltröpfchen eingeatmet werden die eine Person ausgestoßen hat. 

Auch wenn der Studie das Peer-Review-Verfahren (Bewertung durch unabhängige Gutachter / Wissenschaftler) aktuell noch fehlt, kann der Radfahrer/Läufer selbst beurteilen, wieviel Abstand er zu anderen Sporttreibenden lässt. Sollten sich die Studienergebnisse durch weitere valide Ergebnisse bewahrheiten, wäre die pauschale 1.5 Meter Abstandsregel für bewegende Menschen jedenfalls hinfällig. 

Problem: Da der Ausnahmezustand bisweilen für hohe Frequenz besonders auf populären Radwege-Achsen sorgt, dürfte die Wahrung eines erweiterten "Sicherheitsabstands" gar nicht so einfach sein. Von daher sollten stark befahrene (Rad-) Wege bzw. vielbesuchte Naherholungsgebiete gemieden (umfahren) werden. Straßen bieten sich als Ausweichmöglichkeit an, zumal sich das Verkehrsaufkommen verringert hat. 

Dr. med. Paul Schmidt Hellinger, Sportmediziner an der Charite Universitätsmedizin Berlin (deutscher Rekordhalter im 50 km Ultramarathon) empfiehlt die 1,5-Meter-Mindestabstandsregel beim Laufen/Radfahren (Hintereinander) auf 15 Meter zu verzehnfachen. Der Sportmediziner verweist auf Luftverwirbelungen die mit Virenaerosol versetzt und bei zu kurzem Abstand eingeatmet werden können. Dr. Schmidt Hellinger warnt desweiteren von dem Anfassen von Geländern, Krafttrainingsgeräten, CrossFit-Stangen oder dergleichen, da dort die im Handschweiß gelösten Viren je nach Temperatur eine gewisse Zeit verweilen bevor sie absterben. Allerdings fehlt der wissenschaftliche Nachweis, ob die Virenmenge über größere Entfernungen ausreicht um eine Tröpfcheninfektion auszulösen. Fachleute wie z.B. Harvard-Epidemiologe William Hanage kritisieren daher die These: "Es ist nicht so entscheidend wo die Viren sind, sondern wie viele Viren übertragen werden."

Kritik gegenüber der »Social Distancing v2.0 - Studie« 

Manche Experten widersprechen dieser Studie und bezweifeln die These, dass eine Ansteckungsgefahr mit dem Coroanvirus Sars-CoV-2 beim Radfahren über Distanzen von 10-20 Meter hinter einem vorausfahrenden Radfahrer bestehe. Juliane Pfeiffer von der Gesellschaft für Virologie (GfV) erklärte gegenüber dem Rennradmagazin »TOUR« ihre Einschätzung: "Aus virologischer Sicht muss man darauf hinweisen, dass wir aktuell nicht wissen, ob und wie häufig COVID-19 über die Luft - also über kleinste Tröpfchenkerne, genannt Aerosole, die vom Infizierten aus- und einem anderen eingeatmet werden - übertragen wird. Dieser Infektionsweg durch Einatmen ist nicht auszuschließen, jedoch ist der hauptsächliche Übertragungsweg nach jetzigem Stand immer noch die Tröpfcheninfektion, bei der also beim Husten und Niesen Tröpfchen entstehen und beim Gegenüber über die Schleimhäute (Nase, Mund, Auge) aufgenommen werden. Hinzu kommt: Im Freien – also beim Laufen, Joggen, Fahrradfahren an der frischen Luft – herrschen Bedingungen, die eine Übertragung eher erschweren: Die (ausgehustete oder ggf. ausgeatmete) Viruslast wird in der Luft rasch verdünnt und es herrscht meist ein gewisser Wind, wodurch die winzigen infektiöse Partikel rasch verweht werden. Insofern halten wir das Risiko beim Joggen, Fahrrad fahren, Überholen mit dem Fahrrad für überschaubar, sofern die aktuell empfohlenen sozialen Distanzregeln – also Abstand von mindestens 1,5 bis 2 Metern zu anderen halten und kein Sport in Gruppen - eingehalten werden."

Juliane Pfeiffer steht mit ihrer Kritik nicht alleine da. Gegenüber <Vice> kritisierte der Epidemiologe William Hanage, vom Harvard Center for Communicable Disease Dynamics, die Arbeit Blockens als unwissenschaftlich und betonte ebenfalls, dass die Übertragung durch Mikrotröpfchen noch nicht bewiesen sei: "Wo sich die Tröpfchen befinden, ist aus epidemiologischer Sicht viel unwichtiger, als welche Menge an Übertragung auf diesem Wege stattfindet". Er verwies damit auf die hohe Virenlast, die für eine Infektion entscheidend sei.

Kritiker bemängeln die Herangehensweise des Teams. Dazu zählt auch der Umstand, dass die Studie vor einem wissenschaftlichen Gegengecheck  (peer reviewed) veröffentlicht wurde. Blocken hingegen fühlt sich missverstanden. Er wollte mit der Studie niemanden von Sport im Freien abhalten sondern vielmehr darauf hinweisen, dass es für Jogger/Radfahrer sicherer sei, anstatt direkt hintereinander (wo sich die meisten Viren aufhalten) sich diagonal versetzt zu bewegen oder – wenn möglich - nebeneinander.  

Fazit: Manche Daten und Interpretationen zu Covid-19 beruhen auf einem fragmentierten Wissensstand. Ob Schlussfolgerungen (Thesen) tatsächlich zutreffen bedarf einer wissenschaftlichen Evidenz, sprich Nachweis durch unabhängige Experten. Es ist gemeinhin üblich, wenn Erkenntnisse und Bewertungen im Nachgang von der Fachwelt bestätigt, ergänzt, korrigiert, widerlegt oder widerrufen werden. Da der Lernprozess über Covid-19 in vollem Gange ist erklärt, warum Expertenmeinungen oftmals auseinanderdriften. Prof. Dr. Wieler, Präsident des Robert Koch Insituts räumte am 14.04. ein: "es gibt keine Blaupause - es gibt kein falsch und richtig." Insofern ist gesunde Skepsis angebracht, d.h. man sollte nicht jeder Aussage oder Behauptung blindlings vertrauen. 

Infektiösität von Viren-Aerosolen ungeklärt

Wie so vieles rund um das neue Coronavirus ist nicht klar, ob Infizierte überhaupt so viele virenbeladene Aerosole ausstoßen, die Menschen in bestimmten Abständen infizieren können. Ebenso ist es unklar, wie lange der Erreger in sogenannten „Virenwolken“ in der Luft überlebensfähig sind. In einer kürzlich veröffentlichten Studie sprechen die Forscher von bis zu 16 Stunden, die Viren durch die Luft schweben können. Ob die Viruslast solcher Wolken infektiös genug sind, um andere Menschen anzustecken müssen weitere Studien erst herausfinden.

Deutschen Lungenfachärzten zufolge kommt es beim Ansteckungsrisiko etwa auf die Konzentration und Beschaffenheit der Viren an. Wie infektiös und krankmachend Viren in der Luft sind, darüber driften die Meinungen der Experten auseinander. Chefarzt Geiseler

Der Chefarzt der Klinik für Pneumologie, Beatmungs- und Schlafmedizin an der Paracelsus-Klinik Marl. Dr. med. Jens Geiseler hält die Ansteckung durch Viren in Aerosolen prinzipiell für möglich. „Aber es kommt auf mehrere Faktoren an: wie viele Teilchen im Atem eines Infizierten sind, wie viele Viren in den Partikeln stecken und wie vital sie sind.“

 Solange zitierten Studien der wissenschaftliche Gegencheck - sprich ein qualitätssicherndes Peer-Review-Verfahren - fehlt, gebietet es die journalistische Sorgfaltspflicht explizit darauf hinzuweisen. Dazu Anette Schmidtmann von der Deutschen Forschungsgemeinschaft Bonn.: "Problematisch wird es, wenn außerhalb der Wissenschaft – etwa von Journalisten – versucht wird, Ergebnisse einzuordnen, deren Vorläufigkeit nicht eindeutig nachvollziehbar ist." Aus ihrer Sicht sollte daher sowohl von den Wissenschaftlerinnen, als auch in der medialen Berichterstattung stets klar und nachvollziehbar die Vorläufigkeit der Forschungsergebnisse gekennzeichnet werden."

Hohe Nutzerfrequenz auf Radwegen 

Das öffentliche Leben hat sich seit der Ausgangsbeschränkung grundlegend ändert. Der Trubel hat sich verlagert. Während Innenstädte gespenstisch leer sind, tummeln sich die Menschen zuhauf auf Radwegen, Parks und Grünanlagen. Die Zunahme der Fahrrad-Dichte hat mehrere Gründe. Zum einen nutzen viele Beschäftigte auf dem Weg zur Arbeit lieber ihr Zweirad anstatt sich der Ansteckungsgefahr in den öffentlichen Verkehrsmitteln mit U-Bahn, Bus oder Tram auszusetzen. Zum anderen ist das Rad weit mehr als nur umweltfreundliches Mobilitätsmittel. Es leistet als Sport- und/oder Freizeitgerät in unterschiedlichsten Facetten des Radfahrens wertvolle Dienste. Gerade jetzt, wo die Ausgangsbeschränkung gewohnte Freiheiten massiv beschneidet kann man mit einer genüsslichen Radtour aus der beengten häuslichen Umgebung ausbrechen und sich der omnipräsenten Pandemie-Berichterstattung entziehen. 

Seit Inkraftreten der Ausgangsbeschränkung hat sich vieles verändert. Auch unter Radfahrern herrscht "Social Distancing", indem man sich - soweit möglich - mit größerem Sicherheitsabstand umkurvt. Während sich das Verkehrsaufkommen aufgrund der erheblich eingeschränkten Reisefreiheit halbiert haben dürfte scheint sich der Radverkehr zumindest gefühlt verdoppelt zu haben. Auf der einen Seite menschenleere Fußgängerzonen, verwaiste Einkaufsmeilen, leergefegte Straßen, auf der anderen Seite dichter Radverkehr. Besonders bei schönem Ausflugswetter sind popläre Radwege-Achsen rund um die Ballungszentren stark frequentiert. Dort tummeln sich ganze Herscharen von Freizeitaspiranten unterschiedlichster Coleur.

Die rapide Zunahme an Radfahrern und Fußgängern wird von mehreren Faktoren begünstigt. Zum einen meiden viele Menschen wegen der Ansteckungsgefahr öffentliche Verkehrsmittel. Zum anderen wächst trotz des Appells "Zuhause zu bleiben" das Bedürfnis nach Bewegungsaktivität. Da Schulen geschlossen sind und ein Teil der Bevölkerung sich in Kurzarbeit befinden oder freigestellt sind - verbunden mit dem Gerbot nicht reisen zu können - motiviert massenweise Menschen sich im heimatlichen Umfeld auf den Sattel zu schwingen. So kommt es, dass Läufer, Gassi- und Spaziergeher, Radfahrer, Nordic-Walker usw. Radwege auf engstem Raum (über-) bevölkern. Bedenkt man, dass nicht wenige Radwege eine Breite von rund 2 Meter aufweisen (Mountainbikes haben bis zu 80 Zentimeter breite Lenker) und Kinderanhänger/Lastenräder mehr Platz als Fahrräder beanspruchen erklärt sich, mit welch knappen Abständen der Begegnungsverkehr bzw. Überholvorgänge mitunter erfolgen. Nun in der Zeit des Notstands wird mancherorts offensichtlich, wie wenig infrastrukturelle Maßnahmen mit dem jährlich steigenden Radverkehrsanteil Schritt gehalten haben. 

Bild oben: auch Standup-Paddling und Kanufahren ist unter Einhaltung geltender Regeln erlaubt.

Je nach Fahrbahnbreite kann es im Begegnungsverkehr oder bei Überholvorgängen mitunter beängstigend eng werden. Immerhin tummeln sich auf den Radwegen Rennradfahrer, Genuss- Familien- und Lastenradler sowie e- und Mountainbiker. Dazu bergen Fußgänger, Jogger, Nordic-Walker, Rollerblader, Laufradler sowie teils freilaufende Hunde - von Geschwindigkeitsdifferenzen ganz zu schweigen - zusätzliches Gefahrenpotential. Das kunterbunt gemischte Freizeit-Klientel muss sich eine knappe Fläche teilen. Wenn vorne Vater/Mutter mit dem überbreiten Kinderanhänger im Schlepptau gemütlich dahin gondeln und sich dahinter mangels Überholmöglichkeit ungeduldig eine Traube von Radfahrern drängelt, ist gegenseitige Rücksichtnahme gefragt. Die hohe Nutzerfrequenz erfordert angepasstes Tempo, vorausschauendes Fahren, Bremsbereitschaft und schnelles Reaktionsvermögen, um das Sturz- und Unfallrisiko möglichst gering zu halten. Dies gilt umso mehr, als dass das Gesundheitswesen ohnehin belastet ist. Sogenannte "Freizeitunfälle" würden momentan zur Unzeit kommen.

In Anbetracht teils hoffnungslos überfüllter Radwege drängt sich die Alternative auf, solche Radwege zu meiden und stattdessen auf Straßen auszuweichen, auf denen dank Ausgehbeschränkung sowieso ein geringes Verkehrsaufkommen besteht. 

Hohe Radlerfrequenz in der Peripherie von bayerischen Ballungsräumen

  • Main-Radweg --> Bamberg, Aschaffenburg
  • Donau-Radweg --> Ulm, Ingolstadt, Regensburg, Straubing, Deggendorf, Passau
  • Isar-Radweg --> Bad Tölz, Großraum München, Freising, Landshut, Dingolfing, Landau
  • Fünf-Flüsse-Radweg/Altmühltal-Radweg --> Regensburg, Kelheim, Neumarkt, Nürnberg
  • Regental-Radweg --> Regensburg

Wer sich auf eine Radtour begibt sollte genügend Proviant von zuhause mitnehmen. Pausen mit einer zünftigen Brotzeit im Gasthaus, bzw. Biergarten oder Cafes fallen derzeit flach, weil sie geschlossen sind. Bleiben Lebensmittelläden die als systemrelevante Betriebe zwar geöffnet sind, allerdings sich die Einkaufsmöglichkeiten (Ansteckungsgefahr) hauptsächlich auf (größere) Orte beschränkt. Mehrtägige Radtouren sind während der Ausgangsbeschränkungen nicht möglich, da (touristische) Übernachtungen in Gasthäusern, Hotels oder Pensionen untersagt ist. 

Indoorsport

Wer auf Nummer sicher gehen will mit Gleichgesinnten Radsport betreiben möchte kann dies virtuell mit einem interaktiven Smart-Rollentrainer tun. Gemeinsam mit Radsportlern aus der ganzen Welt kann man "zwiften" bzw. sich bei Races challengen ohne die Wohnung verlassen zu müssen. Jetzt wo allerorten Ansteckungsgefahren lauern, lässt sich das beengende "Zuhause/Balkonien-Dasein“ mit Sport & Entertainment prima aufpeppen, was insbesondere Profis, Amateure und ambitionierte Leistungssportler anspricht. Interaktive 3D-Welten gestalten das ansonsten recht stoische Indoor-Training abwechslungsreicher. Indoorsport extrem: Triathlon-Mega-Star Jan Frodeno - amtiertender Olympic Champion & 3 facher Ironman World Champion absolviert am Ostersamstag in häuslicher Isolation im spanischen Girona einen Langdistanz-Triathlon: 3,86 Kilometer Schwimmen im eigenen Pool mit Gegenstromanlage, 180,2 Kilometer Radfahren auf der Rolle und 42,195 Kilometer auf dem Laufband. 

Verhaltens-Etikette - Prioritäre Schutzmaßnahmen

Wer die allgemeinen Infektionsschutzmaßnahmen wie Hust-/Niesregeln und gute Händehygiene beachtet, minimiert die Ansteckungsgefahr mit dem neuen Coronavirus:

  • Husten- und Nies-Etikette einhalten
  • Hände vom Gesicht fernhalten
  • Regelmäßiges und gründliches Händewaschen

Risikominimierung

Nun, wo Millionen von Menschen sich im Home-Office oder Kurzarbeit befinden bzw. freigestellt sind, bietet der wirtschaftliche Lockdown die ideale Gelegenheit aus dem stressigen Hamsterrad auszusteigen. Wer entschleunigt in Wohlfühlgeschwindigkeit easy dahin kurbelt stärkt nämlich sein Immunsystem. Umgekehrt wird die körpereigene Abwehr bei hoher Belastung geschwächt, was aggressiven Krankheitserregern wie z.B. dem »Sars-CoV-2« Tür und Tor öffnet. Deshalb sollte auf konditionelle Gewaltakte verzichtet werden, denn nur ein intaktes Immunsystem vermag der Gefahr, an Covid-19 zu erkranken, ein widerstandsfähiges Bollwerk entgegen zu setzen.  

Ein intaktes Immunsystem resultiert aus der Summe eines gesunden Lebenswandels, ausgewogener Ernährung, Bewegungsaktivität, ausreichend Schlaf. Belastend sind Alkohol und Nikotin. 

Mountainbiker finden im Schwesterportal »Dreiländerbike« Tipps und konkrete Handlungsempfehlungen

Lichtblick: Eines ist klar, mit jedem Tag wo man meist alleine unterwegs ist und auf gesellige Einkehr verzichten muss steigt das Verlangen, baldigst dieses "Zwangskorsett" ablegen zu können. Doch irgendwann wird die Zeit nach Corona anbrechen. Dann darf die Sehnsucht nach Vereinsausfahrten bzw. Radtouren mit Gleichgesinnten samt Gaststätten- und Biergärtenbesuche endlich wieder in traditioneller Weise gestillt werden. Die Rückkehr zur Normalität dürfte nach wochenlanger "Enthaltsamkeit" und "Social Distancing" den Erlebnisspaß vervielfachen.

Da das Gesundheitssystem bzw. medizinisches Personal derzeit alle Hände voll zu tun hat, um die exponentiell steigende Patientenzahl zu versorgen heißt für jeden das Gebot der Stunde alles zu tun um gesund und verletzungsfrei zu bleiben. Die medizinische Versorgung mag gewährleistet sein, doch aufgrund der limitierten Kapazitäten kann eine Notversorgung oder Unfallrettung länger dauern als dies sonst der Fall ist. Dass das Krankenhauspersonal angesichts der Kapazitätsengpässe nicht sonderlich erpicht ist Sport- und Freizeitunfälle zu behandeln ist mehr als verständlich. Außerdem bindet jeder Rettungseinsatz personelle Ressourcen, die womöglich an anderer Stelle dringender benötigt werden. Wer angesichts dieser außergewöhnlichen Begleitumstände hohe Risiken billigend in Kauf nimmt handelt  schlicht und ergreifend unverantwortlich.

Runter vom Gas - Kürzer treten 

Sars-CoV-2 - eine Mutation eines Coronavirus - traf die Welt vollkommen unvorbereitet, weil es dieses veränderte Virus zuvor noch nicht gegeben hat. Ein intaktes Immunsystem vermag das Virus derart effektiv bekämpfen, dass manche Patienten nicht mal eine Infektion bemerken. Andere Personen erkranken hingegen mit Grippe-Symptomen, deren gesunde Immunsystem das Virus ebenfalls erfolgreich bekämpft bevor es größeren Schaden an vitalen Organen anrichtet. Manchen Menschen (Risikopersonen) gelingt der Kampf jedoch weniger effektiv, was zu einem lebensbedrohlichen Krankheitsverlauf führen kann.

Wie sagte Ministerpräsident Markus Söder: "In der Ruhe liegt die Kraft."

Solange COVID-19 eine akute Infektionsgefahr darstellt ist von körperlicher Verausgabung (intensive Belastung) abzusehen, weil es die Immunabwehr schwächt. Höchstleistungen rufen einen bis zu 72 stündigen "Open-Window-Effekt" hervor zu, was den Körper für eine Infektion signifikant anfälliger macht. Durch das widerstandreduzierte Einfallstor ist das Immunsystem nur bedingt funktionstüchtig, weshalb man sich schneller Viren und Bakterien einfangen kann.

Bekannt ist außerdem, dass gut die Hälfte der Infizierten keine Symptome zeigen was den Sars-CoV-2 - Erreger so gefährlich macht. Auch die lange Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen, in der man symptomfrei sein kann stellt für Sporttreibende ein unkalkulierbares Risiko dar. Da körperliche Intensivbelastungen das Immunsystem schwächen, schafft es eine denkbar ungünstige Voraussetzung im Kampf gegen das Virus (im Vgl. dazu beträgt die Inkubationszeit bei einer Influenza-Infektion 1-2 Tage).  

Wer bereits an typischen Symptome wie Halskratzen, Husten bzw. Geruchsverlust leidet, sollte auf gar keinen Fall mehr Sport betreiben. 

Leistungssportlern wird von einem rigiden "Sportverbot" abgeraten. Wird das gewohnte Training komplett ausgesetzt, kommt es - analog zu harten Trainingseinheiten - zur Funktionseinschränkung eines an sich stabilen und gesunden Immunsystems. Dies hängt damit zusammen, da Stresss bei (erzwungener) Sportabstinenz eine erhöhte Ausschüttung von körpereigenem Kortisol nach sich zieht, was erwiesenermaßen die Immunfunktion hemmt. Deshalb sind bedachtsame Trainingsumfänge mit niedriger bis moderater Intensität ohne Belastungsspitzen durchaus ratsam. Anstatt hochintensive Trainingsreize zu setzen, sollte der Genuss, die Meditation und Achtsamkeit im Vordergrund stehen. Entspannte Radtouren im unteren Belastungsbereich (GA1/GA2) wirken einer erhöhten Kortisolausschüttung in Folge von Stresssituationen entgegen und schonen durch vermiedene Erschöpfungszustände das Immunsystem. 

Radläden/Bike-Shops systemrelevant

Die Politik stuft die Fahrradinfrastruktur in Deutschland als systemrelevant ein, d.h. Radläden/Bike-Shops bzw. deren Werkstätten sind vom Ladenöffnungsverbot während der Corona-Krise befreit. Radläden genießen dank ihrer Werkstattleistungen einen hohen Stellenwert, da sie die Mobilität vieler Menschen gewährleisten. Demzufolge sind Fahrradreparaturen und der Fahrradersatzteilhandel erlaubt. Radverkauf ist ab 20 April (in Bayern ab 27. April) zulässig.