Deutscher Fahrradmarkt 2017 auf Rekordniveau

Der Markt für die Fahrradbranche in Deutschland läuft rund. Die vom Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) und dem Verband des Deutschen Zweiradhandels vermeldeten Umsatz- und Absatzzahlen lagen 2017 erneut auf Redkordniveau, wobei die extreme Nachfrage nach E-Bikes wesentlichen Anteil an der positiven Bilanz haben. E-Bikes sind zum echten Wachstumsmotor der Branche geworden, eine Abschwächung des Trends ist nicht in Sicht.

E-Bike-Boom ohne Ende 

Immer mehr Menschen fahren mit großer Begeisterung auf E-Bikes ab, was das Segment zum Wachstumsgaranten und Innovationstreiber der gesamten Branche macht. Der Zweirad-Industrie-Verband verzeichnete 2017 gegenüber dem Vorjahr mit 720.000 in Deutschland verkauften Exemplaren ein sattes Plus von 19 %. Zwischenzeitlich gibt es keine Radgattung mehr der nicht ein Motor eingepflanzt wird. Vom e-Trekkingrad über e-Lastenrad, e-Mountainbike, e-Falträder und sogar e-Rennräder werden vom "künstlichen Rückenwind" beschleunigt.  

 

 

 

 

 

Dabei spielen Dieselskandal, drohende Fahrverbote und Dauerstaus in Ballungszentren der Zweiradbrance zusehenst in die Karten. Durch die lang anhaltenden Diskussionen über Treibhausgase wie Kohlendioxid (CO2), Feinstaub und Stickoxide steigt der Druck auf die Politik und Kommunen ihre jahrzehntelange Förderung des motorisierten Individualverkehrs einzuschränken und künftig mehr in eine verbesserte Radwege-Infrastruktur zu investieren. Sowohl in Städten als auch auf der Kurzstrecke ist das Rad die bessere - weil gesündere, günstigere und meist sogar die schnellere Alternative - gegenüber dem emissionsbehafteten Automobil.

E-Bike-Boom - Trendwende nicht in Sicht 

Der Umsatz an Fahrrädern und E-Bikes steigerte sich 2017 auf 2,69 Milliarden Euro, was ein Plus von rund 3,2 Prozent entspricht, obwohl der Absatz mit 3,85 Millionen Einheiten 5 Prozent unter Vorjahresniveau von 2016 lag. Addiert man die Komponenten- und Zubehörindustrie hinzu beläuft sich der Gesamtumsatz schätzungsweise auf zirka 5,4 Mrd. Euro. Grund für die Umsatzsteigerung trotz Absatzrückgang sind gestiegene Verkaufspreise. So gaben Kunden im Jahr 2017 durchschnittlich 698 Euro pro Fahrrad bzw. E-Bike aus, was einer Steigerung von 8,6 Prozent im Vergleich zu 2016 entspricht. Da 2010 der Durchschnittsbetrag bei 460 Euro lag ist trotz bereinigter Inflationsrate als Inzdiz zu werten, dass mehr Geld für Qualität und hochwertige Ausstattung ausgegeben wird.

Insgesamt wurden 2017 in Deutschland 720.000 E-Bikes verkauft, wodurch ihr Anteil nun bei 19 Prozent am Gesamtfahrradmarkt liegt. Nach Modellgruppen aufgeteilt (Absatz) ließen die Segmente City-/Urban, Trekking sowie MTB etwas nach. Dafür wuchsen auf niedrigem Niveau Lastenräder, Liegeräder und Singlespeed während E-Bikes auf hohem Niveau nochmals zulegten. Innerhalb der Kategorie E-Bike nahm der Anteil der E-MTBs von 15 auf 21,5 Prozent besonders stark zu.

Abgesehen vom Gesundheitsstreben, Fitnesswelle und gestiegenem Umweltbewusstsein führt der ZIV für den E-Bike-Boom folgende Gründe an: „Hohe Modellvielfalt in allen Produktkategorien, herausragendes Design, innovative Weiterentwicklung in der Antriebs- und Batterietechnologie (Stichwort: Integration) sowie interessante, neue Geschäftsmodelle rund um das E-Bike (z.B. Leasing, Cargo oder Bikesharing).“

Anmerkung: Der Zweirad-Industrie-Verband e.V. ist die nationale Interessenvertretung und Dienstleister der deutschen und internationalen Fahrradindustrie. Dazu gehören Hersteller und Importeure von Fahrrädern, E-Bikes, Komponenten und Zubehör.

Die Gründe für den anhaltenden E-Bike-Boom sind vielschichtig. Zum einen kurbelt die enorme Modellvielfalt, gefälliges Design sowie die Weiterentwicklung der Antriebs- und Batterietechnologie den E-Bike-Verkauf an. Zum anderen schlägt das relativ junge Segment der E-Mountainbikes zunehmend durch. 

Mittelfristig prognostiziert der Zweirad-Industrie-Verband einen erwartbaren Anteil am Gesamtfahrradmarkt von 23-25%, langfristig rechnet der Verband sogar mit bis zu 35% Marktanteil.

Der Fahrradbestand (inkl. E-Bikes) ist nach Einschätzung des ZIV 2017 auf 73,5 Mio. Stück angewachsen wobei der darin enthaltene Anteil an E-Bikes auf rund 3,5 Mio. geschätzt wird. 

Anmerkung: Der Zweirad-Industrie-Verband e.V. ist die nationale Interessenvertretung und Dienstleister der deutschen und internationalen Fahrradindustrie. Dazu gehören Hersteller und Importeure von Fahrrädern, E-Bikes, Komponenten und Zubehör. 

 

Fahrradtypen

Der ZIV schätzt den gegenwärtigen Bestand an Fahrrädern bzw. E-Bikes in Deutschland auf 73 Mio. Sieht man sich die Absatz- und Umsatzzahlen einzelner Fahrradgattungen an lassen sich teils erhebliche Nachfrageunterschiede feststellen.

Die Kategorie E-City-/Urban schrumpfte von 45 auf 38,5 Prozent, zulassungspflichtige E-Bikes stagnieren bei 1 Prozent. Im Fahrradverkauf ist das E-Bike der lukrativste Umsatzbringer mit einem Plus von 22 Prozent nach Stück und 25 Prozent nach Wert. Hingegen Fahrräder ohne Motor brachen um 10 Prozent nach Stück und 9 Prozent nach Wert ein. Die anhaltend gegenläufige Entwicklung von Rädern mit und ohne Motor wird den Anteil der E-Bikes am Gesamtmarkt innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums drastisch ansteigen lassen.