Bewertung mit System

Im Hinblick des größten Fahrradmarkts Europas mit ca. 70 Millionen Fahrrädern bzw. 45 Millionen regelmäßig Rad fahrenden Menschen in Deutschland ist es verwunderlich, wenn die Schlagworteingabe „Schwierigkeitsgrade" nur Skifahren, Felsklettern, Wandern, Bergsteigen, Tauchen und Wildwasser googelt – kurioserweise aber bis auf die etablierte Singletrail-Skala keine Suchtreffer für Radwege oder Mountainbike – Routen listet.

Die Erklärung liegt im fehlenden, disziplinären Bewertungssystem für Genussradler, Rennradsportler und Mountainbiker. Anstatt verlässlicher Schwierigkeitsgradskalen – basierend auf objektiven Bewertungsmaßstäben - sind gefühlsmäßige Streckenbewertungen an der Tagesordnung. Mit Fehlbewertungen, die einer lapidaren Beurteilungspraxis entspringen mögen Sportskanonen klarkommen, doch leistungsschwächere Gelegenheitsradler, Kinder, Senioren, Gehandikapte oder technisch überforderte Mountainbiker büßen es bitter, wenn Topographie bzw. unerwartete Geländeverhältnisse überraschend zuschlagen.

Um Überforderungsrisiken von vornherein auszuschalten, ermöglicht das Klassifizierungsschema nach dem EUROBIKE–SYSTEMSTANDARD eine leistungsbezogene Streckenwahl, bei der das Anforderungsprofil einer Route das persönliche Leistungs- vermögen möglichst nicht übersteigt. Mehr Infos samt neu entwickelter Maßskalen in Kürze.

Aktuell erfolgt in Rheinland Pfalz eine Streckennetz – Qualifizierung. Anfang 2013 werden sowohl für Rennrad- als auch Mountainbike-Routen auf der 5. größten Mittelmeerinsel Kreta umfangreiche Schwierigkeitsgrad – Klassifizierungen vorgenommen.

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