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Die ADFC "Radreiseanalyse 2003"
Radtourismus boomt weiterhin. Im folgenden finden Sie die aktuellen Daten und Fakten zum Fahrradtourismus in Deutschland.
Die Radreiseanalyse 2003 wurde am 10. März auf der ITB in Berlin präsentiert.
© ADFC 2003.

Lust auf 'ne Tour -Fahrradtourismus wird immer beliebter

Stand: 18.04.2003

Radeln trotz der Tourismusflaute - Trend zum Fahrradurlaub ungebrochen

Radreisen sind nach wie vor im Trend: 1,8 Millionen Deutsche verbrachten im Jahr 2001 ihren mehrtägigen Urlaub "mehrheitlich im Fahrradsattel".

Im Urlaub 2002 nutzten 42,6 % der Deutschen das Fahrrad als Urlaubsaktivität. 11,6 % geben an, es "häufig" bis "sehr häufig" zu gebrauchen.

Radurlaub wächst weiter: 11,5 % der Deutschen (= 7,4 Millionen; Vorjahr: 7,9 Prozent/ 5,2 Millionen) planen für die nächsten drei Jahre "ziemlich sicher" oder "wahrscheinlich" mindestens eine Radreise. Dies entspricht einer Steigerung von 42,3% oder 2,2 Millionen gegenüber dem Vorjahr.

Deutschland bleibt auch für erfahrene Radler attraktiv: Während die Zahl der Deutschen, die ihren Urlaub im eigenen Lande verbringen, von 43 Prozent im Jahr
1990 auf etwa 30 Prozent zurückging, wählen noch immer 42,8 Prozent der ADFC-Mitglieder Deutschland als Radreiseziel.

Fahrradurlaub ist keine Nebensache: 71 % der Fahrradurlaube sind Haupturlaubsreisen.

Die Zahl der fahrradfreundlichen Beherbergungsbetriebe "Bett & Bike" ist von 216 im Jahr 1995 auf 3.300 im Jahr 2003 gestiegen. Damit ist "Bett & Bike" die erfolgreichste zielgruppenbezogene Marketingkooperation von Gastbetrieben in Deutschland.

Die Broschüre "Deutschland per Rad entdecken" von ADFC und der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) erfreut sich höchster Nachfrage: 500.000 Exemplare der vierten Auflage 2003/2004, davon 50.000 in Englisch, stehen ab sofort für den Nutzer bereit. Bis Oktober 2002 erschienen 1169 Artikel, die 43,7 Millionen Leser erreichten (Gesamtjahr 2001:1100 Artikel mit 34 Mio. Leserkontakten). Im Internet wird die erweiterte Präsentation unter www.deutschland-tourismus.de/radfahren angeboten.

Namhafte Veranstalter von Radpauschalen verzeichneten 2002 erneut zweistellige Zuwächse. Der mit dem ADFC erstellte Gemeinschaftskatalog "Radreisen 2002" präsentiert 130 Reiseziele von 84 Veranstaltern. Allerdings organisiert der weitaus größte Teil der Fahrradurlauber (über 90 Prozent) weiterhin seine Reise selbst.

ADFC-Mitglieder wählten - wie schon 2001 - den Weserradweg zum beliebtesten Radfernweg in Deutschland. Auf den weiteren Plätzen folgen der Donauradweg, der Elberadweg, der Ostseeküstenradweg und der Mainradweg. Zur beliebtesten Radreiseregion in Deutschland wurde wie im Vorjahr Mecklenburg-Vorpommern (vor Bayern und dem Münsterland) gewählt. Starke Zuwächse verzeichnete der Bodensee.

Im vergangenen Jahr war Österreich das beliebteste Ziel bei der Auslandsradtour. Danach kommt Frankreich vor Italien, der Schweiz und Spanien. Deutlich in der Beliebtheit gewonnen hat Polen.

Bei der DB AG sanken die Zahlen der transportierten Fahrräder im Fernverkehr von 320.500 (2001) auf 312.000 (2002). Damit wurde noch nicht einmal das schlechte Vorjahresergebnis erreicht. Durch den Wegfall des InterRegio zum Jahresende 2002 sind weitere Rückgänge zu erwarten.

Wie nachfrageorientierte Bahnangebote geschaffen werden können, zeigen die innovativen Geschäftsbereiche CityNightLine und DB NachtZug. CNL erreichte trotz verhältnismäßig geringer Kapazitäten eine Steigerung der Fahrradmitnahme von 4333 (2001) auf 7763 (2002). DB NachtZug beförderte 2002 11.884 radelnde Gäste.

Während der ICE für Radler tabu bleibt, ist die Fahrradmitnahme inzwischen in den französischen TGVs sowie in allen Fernverkehrszügen innerhalb Frankreichs kostenlos möglich.

Radler nutzen erheblich stärker die Bahn als andere Touristen. 39,2 Prozent der Radtouristen wählen die Bahn für die Rückreise von ihrer Tour. Im Vorjahr lag der Bahnanteil mit 45,2 Prozent noch über dem PKW (44,7 Prozent). Inzwischen hat die Bahn deutlich verloren. Bei der Anreise sind es 51,2 Prozent PKW-Nutzung zu 32,6 Prozent Bahn.

Deutsche Busreiseveranstalter haben den Trend erkannt: in den letzten Jahren statteten einige Unternehmen ihre Fahrzeugflotte mit speziellen Fahrradanhängern aus und bieten inzwischen eine Vielzahl von Pauschalen an.

Trotz der widrigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen konnten im ersten Halbjahr 2002 drei Millionen Fahrräder dem deutschen Markt zugeführt werden; somit wurde das Vorjahresniveau fast erreicht. Die Kunden legten dabei vor allem Wert auf qualitativ höherwertige, komfortable Räder. Der Fahrradbestand in Deutschland beträgt inzwischen 65 Millionen Einheiten.

Selbst im schlechten Börsenjahr 2002 konnten einige fahrradbezogene Unternehmen Kurszuwächse verzeichnen. Von 17 am europäischen Aktienmarkt gehandelten Werten aus der Fahrradbranche notierten immerhin 6 im Plus (Stand 1.1.2003). So stieg die Shimano-Aktie um 27,2 %.

Der Absatz von Karten und Radwanderführern konnte 2002 wiederum gesteigert werden. Erfolgreichstes Produkt ist die ADFC-Radtourenkarte, die - seit ihrem Ersterscheinen 1990 - im Jahr 2002 einen Gesamtabsatz von 1,9 Millionen Exemplaren erreichte. Damit gilt sie als die erfolgreichste Radlerkarte der Welt.

Der ADFC ist - wie schon 2002 - der größte Radtourenanbieter Deutschlands. Im Vorjahr haben rund 246.000 Teilnehmer (Vorjahr: 165.000) bei 18.212 vom ADFC organisierten Radtouren (Vorjahr: 12.962) insgesamt 331 mal die Erde umrundet. Zusammengenommen sind dies mehr als 13 Millionen Kilometer. Der Trend geht zu häufigeren, aber dafür kürzeren Touren, wobei eine starke Zunahme der MTB-Angebote zu verzeichnen ist.

Qualität schafft Nachfrage: Der radtouristische Newcomer Eifel erhöhte die Zahl seines Radmagazins auf 80.000 Exemplare (2001: 60.000). Anfang März 2003 waren bereits 1/3 der Auflage abgefordert. Seit Januar 2003 vermarktet sich die Eifel länderübergreifend.

Mountainbike-Marathons sind der Biker-Bringer: 2002 nahmen in Deutschland etwa 40.000 Personen an 55 MTB-Marathons teil. Etwa 45 % der Biker kehrten an den Ausrichtungsort zu weiteren MTB-Touren zurück. Die Teilnehmer haben durchschnittlich bereits an sieben MTB-Events teilgenommen, 20 % waren zum ersten Mal dabei.

Quellen: Exklusivfragen in der Reiseanalyse 2003 der F.U.R., Nutzeranalyse der DZT/ADFC Broschüre "Deutschland per Rad entdecken", Untersuchungen des ADFC-Fachausschusses Fahrradtourismus, Deutsche Bahn AG, CityNightLine, Internet-Erhebung der Mercure-Hotelkette, Bielefelder Verlag, ADFC-Magazin Radwelt, Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT), Eifel Tourismus GmbH, eigene Recherchen.


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