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3. Etappentag Neumarkt - Nürnberg

Länge: 46 km (ges. 163 km) | Hm: 32 | SG 1.0:
intervalldifferenzierter Schwierigkeitsgrad

> Kurzinfo zum Ludwig-Main-Donau-Kanal
> Das originale Treidelschiff
> Nürnberg - 1000 Jahre Geschichte

Nun heißt es so gut wie steigungsfrei bequem nach Nürnberg zu „rollen“. Nur 1 km vom Stadtplatz entfernt biegt man rechts zum Maximilian von Hartmann Weg (Chefingenieur d. LDM-Kanals, 1836-1846) ab, wo der denkmalgeschützte Ludwig-Donau-Main-Kanal bis vor die Tore von Nürnberg unasphaltiert die Streckenroute vorgibt. Der 36 km lange, landschaftlich hochkarätige Tourabschnitt zählt. zu dem Radwandererlebnis überhaupt. Auch deswegen, weil längere Kanalabschnitte abseits jeglicher Zivilisation und Straßenverkehr durch saftgrüne und sauerstoffreiche Waldpassagen verlaufen. Hier kann man die besonders reichhaltige Flora und Fauna in stiller Natur besonders genießen und die Seele wirklich „baumeln“ lassen – besonders auf den „lautlosen“ Rastplätzen.

Das Befahren auf top gepflegter Fahrbahnoberfläche entlang des „stillen“ Kanals ist reinstes Naturvergnügen und wird unweigerlich jeden Radwanderer in seinen Bann ziehen. Im Bereich des Ludwig – Donau – Main – Kanals von Neumarkt bis Nürnberg-Worzeldorf wurde eine Vielzahl von Rastplätzen in ruhiger, idyllischer Umgebung (größte Rastplatzdichte mit Bayernbike-Stern) angelegt. Unbedingt sollte man auf die anschaulichen, großen Infotafeln der Wasserwirtschaftsämter achten, die ein „Absteigen“ mehr als  rechtfertigen, da man sehr gute Hintergrundinformationen über Technik, Wesen und Geschichte des LDM-Kanals vermittelt bekommt.

Der denkmalgeschützte Kanal scheint mit der Natur eine Symbiose einzugehen. Bei steigender Besiedlungsdichte unseres Industriestandortes Deutschland, stellt der LDM-Kanal ein Art „Naturreservat“ dar, in dem der Mensch schnell Zeit und Muße findet, um sich vom Alltagsstress zu erholen. 

Kurzinfo zum Ludwig-Main-Donau-Kanal
Der LDM-Kanal wurde unter König Ludwig I. nach 11 jähriger Bauzeit 1845 vollendet. Die 15 m breite und 173 km lange Wasserstraße von Bamberg nach Kelheim verlor aber durch den enormen Siegeszug der Bahn schnell wieder an Bedeutung. Bedenkt man, dass bereits 1 000 Jahren zuvor Kaiser Karl der Große eine ähnliche Vision, nämlich eine europäische Wasserstraße vom Atlantischen Ozean bis zum Schwarzen Meer zu bauen, so zeugt diese Vision von größter Kühnheit. Reste des im Jahre 793 des „fossa carolina“ sind in der Nähe von Treuchtlingen heute noch zu sehen.

Die kulturhistorische Anlage steht unter Denkmalschutz, wobei die noch bestehenden Abschnitte der einst 173 km langen Kanalstrecke heute der Naherholung und der Fischerei dienen. Die Scheitelhaltung ist die am höchsten gelegene Teilstrecke des Kanals, die sich auf 417 m.ü.M. befindet und sich von der Schleuse 32 bei Sengenfeld bis Schleuse 33 bei Rübleinshof erstreckt. In dem 24 km langen Bereich der Scheitelhaltung überwindet der Ludwig-Main-Donau-Kanal die europäische Wasserscheide zwischen Nordsee und Mittelmeer. Kelheim liegt immerhin 79 m, Bamberg sogar 187 m unterhalb dieses Höhenniveaus, was damals den Bau von 100 Kammerschleusen erforderte.

Auf beste Bedingungen treffen auch Petrijünger, weswegen man sie häufig in den artenreichen Gewässern ihre Angeln auswerfen sieht.Kurz vor Ortsende Neumarkts, passiert man das Landesgarten-Schaugelände (LGS-Park) ein unverwechselbares innerstädtisches Erlebnis- und Erholungszentrum, wo jährlich von Mai bis August der "Sommer im Park" stattfindet, ein Reigen aus Konzerten und Theaterspielen, Sonderausstellungen und Sommerfesten. Prächtig blühende Beete, Heilkräutergärten, Seerosenteiche für Blumenfreunde, Meisterschafts-Minigolfanlagen , einen Kletterspielplatz für Erlebnishungrige, See-Café, und Weinkeller reizen, inne zu halten.

In den Duft- und Heilkräutergärten findet der Besucher zurück zur Natur und die herrlichen Staudenbeete am alten Ludwig- Donau- Mainkanal faszinieren mit ihrer Arten- und Farbenvielfalt. Einen Besuch lohnt auch der einzigartige Garten - "Symbol des Lebens", der ein Höhepunkt der Landesgartenschau 1998 war. Die unterschiedlichen Stilmittel der Gartengestaltung stellt die Ganzheitlichkeit des Menschen, sein körperliches Wachstum, seine intellektuelle und seelische Entwicklung dar. Mit seinen Räumen und Bildern greift der Garten die Stimmungen in einzelner Lebensabschnitte auf und macht sie für den Betrachter mit allen Sinnen spürbar. Das weitläufige Parkgelände ist auch für Tourenradler sicher eine willkommene Abwechslung. Die Öffnungszeit und Durchfahrmöglichkeit der  Grünanlage ist jedoch nur von 5.30 Uhr bis 23.00 Uhr möglich. Hinweisschilder mahnen die Radler in dem Gelände zu Schrittgeschwindigkeit. Nach der Ortschaft Berg - mit der Ruine des Brigittenklosters Gnadenberg - überschreitet man die Landkreisgrenze Nürnberg – Land in Mittelfranken. Viele Obstbäume, einer Allee gleich, sowie üppiger Schilf- und Röhrichtwuchs säumen nun das Kanalbett.

Bei KM 127 zweigt der Schweppermann-Radweg rechts nach Unterölsbach ab, der via Lauterhofen, Kastl, Ursensollen, Amberg – wo er den Fünf-Flüsse-Radweg kreuzt - nach Schwarzenfeld in den Oberpfälzer Wald führt. Der Schweppermann-Radweg dient alternativ als West-Ost-Traverse des Fünf-Flüsse-Radwegs, die mit 236 km Länge – sofern Regensburg Start-, u. Zielort ist – 70 km weniger als die Originalvariante misst. Der Laber-Pegnitz-Radweg stellt eine Direktverbindung von Unterölsbach nach Hersbruck her – eine weitere, allerdings etwas bergige Alternative (SG 2.5). Details unter: Kombinationsmöglichkeiten sorgen für Abwechslung

Bei Unterölsbach gibt es eine Klostermühle, und ein Museum mit Gatenschänke (den Radwegeschildern Schweppermann-Radweg 1 km bis zur Abzweigung „Gnadenberger-Weg“ folgen“ dann links der  „Laber-Pegnitz-Radweg-Ausschilderung nochmals 1 km folgen. In dem 2 km entfernten Oberölsbach bietet sich die Romantische Kloster-Ruine Gnadenberg zur Besichtigung an.

Kurz darauf erreicht man den „Unterölsbacher Einschnitt“. Als „Einschnitte“ bezeichnete man durch höheres Gelände eingegrabene Kanalstrecken, dessen Aushubmaterial wiederum zur Aufschüttung von Dämmen in tieferen Lagen verwendet wurde. Nur dadurch konnte der Kanal im Bereich der Scheitelhaltung ohne Schleusen in dem hügeligen Geländeprofil geführt werden.

Der Unterölsbacher Einschnitt ist mit 23 m der tiefste von insgesamt 60 Einschnitten. Ursprünglich war statt des 580 m langen Einschnitts an dieser Stelle ein Tunnel geplant, der aber wegen mangelnder Festigkeit des Tonschiefers nicht realisierbar war. Auf weiteren 13 km Kanalstrecke reiht sich ein Rastplatz in traumhafter Lage an den nächsten (die meisten mit BB-Stern). Den Dörlbacher Einschnitt, umfährt man rechtsseitig über eine leichte Steigung (12 hm), worauf sich eine sehr schöne Waldpassage mit leichtem „Single-Trail-Charakter“ anschließt.

Nun beginnt das Höhenniveau merklich zu fallen, von 430 m ü.M. sinkt der Höhenlevel nach und bis Nürnberg um 120 Höhenmeter, daher die zahlreichen Schleusenanlagen. In Richtung Nürnberg hat dies für Radelnde wiederholt kurze, sanfte Gefällpassagen zur Folge, in umgekehrter Fahrtrichtung muss man sich in den leichten Steigungspassagen nach oben „schrauben“.

Das originale Treidelschiff aus der königlich-bayerischen Kanalschifffahrt lädt zum nostalgischen Treideln ein
Wenn man sich der Ortschaft Schwarzenbach bei KM 132 nähert, fällt schon von weitem der große Kahn „Elfriede“ im Kanal auf, der heute noch zur „Treidelschiffahrt verwendet wird. Früher zogen Pferde auf den alten Treidelpfaden die Schiffe – in der heutigen Zeit wird es als touristische Attraktion angeboten. Lautlos wie vor über 150 Jahren, kann man hier alljährlich in den Sommermonaten auf dem Ludwig-Donau-Main-Kanal dahingleiten. Das Treidelschiff "Elfriede" wird von dem Kaltblüter Max, der auf dem Treidelpfad läuft, gezogen.

Der Fahrpreis von 3,- €/Person für Hin-und Rückfahrt - Kinder unter 12 Jahren fahren in Begleitung einer Aufsichtsperson kostenlos - wird traditionell beim Einstieg an der Gaststätte "Zum Ludwigskanal" (Einkehrmöglichkeit mit Biergarten) kassiert. Das Treidelschiff ist an 1-2 Sonntagen des Monatsanfangs in den Sommermonaten im Einsatz (Mai bis September) und startet um 13.00 – 16.00 Uhr im Stundentakt. Auch Sonderfahrten werden für Gruppen (max. 110 Personen) angeboten. Näheres unter: www.burgthann.de

Kurz darauf erreicht man den Distellochdamm, von wo die 1 km entfernte Ortschaft Burgthann und der 4 km vom Ort entfernten Burg Grünsberg (um 1160 erbaut) zu einem Besuch lockt. Heute ist die Burg Begegnungsstätte mit einem Heimatmuseum sowie Museum zum Ludwig-Donau Main-Kanal.

Bei KM 141 befindet sich einer der „schönsten“ Rastplätze – sofern in Anbetracht der Natur-Rastplatzdichte in idyllischer Umgebung eine Bewertung überhaupt möglich ist  –  dieser liegt etwa 100m rechts abseits in einer wunderschönen Waldlichtung, weshalb er leicht übersehbar ist. Kurz danach geben wieder einige Informationstafeln interessante Infos, bzw. ein wasserwirtschaftlicher Lehrpfad nimmt hier seinen Anfang. Nach 2.5 km überquert man einen schmalen Brückenkanal (sicherheitshalber absteigen) an dessen Ende neben der Schleuse eine Gaststätte mit großem Biergarten sich inmitten des  Waldes befindet. Die Schwarzachklamm (tief eingefurchte Sandsteinschlucht) unmittelbar am Ludwig Donau-Main-Kanal  bei Schwarzenbruck gelegen verdeutlicht die technische Meisterleistung aus dem frühen 19. Jhrd. Jahrhundert,  die vor allem der "Brückkanal" betrifft.

Bei KM 145 wird man jäh aus seinen nostalgischen, melancholischen Gedanken gerissen. Technik und Zukunft – contra Nostalgie und Vergangenheit. Man unterquert die A 9 München-Berlin – sowie die ICE-Neubaustrecke für die eine mehrere hundert Meter breite Waldschneisse geschlagen wurde. Das Bestreben des Menschen nach immer schnellerer Fortbewegung steht im krassen Gegensatz zum genüsslichen Radwandern. Gemäß  „offizieller“ Streckenbeschilderung wird das Radlervölkchen auf das linksseitige Ufer des LDM-Kanals gelenkt – eine rechtsseitige Befahrung in diesem Bereich ist aber ebenso problemlos möglich.

Nach 2 km erreicht man einen wichtigen Radwegeknotenpunkt „Am Zehnthof“ bei Röthenbach mit mehreren Infotafeln,, wo Radwanderwege zum Rothsee 19 km Brombachsee 44 km, Wendelstein 2 km, und Sperrberslohe 4 km links wie rechts abzweigen. Weitere 2 km später befindet man sich im Markt Wendelstein, auch hier verzweigen sich  Radwanderwege nach Neuses, neuer Kanal, und Klein-, u. Großschwarzenlohe mit  Anbindung an den Radwanderweg Reichswald – Brombachsee. Zeigt der Tacho KM 153 in Worzeldorf an, so naht das Ende des kanalbegleitenden, unbefestigten Radwanderweges, der sich nun vom Kanal weg entfernt Richtung Gibitzenhof, einem südlichen Stadtteil von Nürnberg. Nun wechselt der Untergrund wieder auf „Asphalt“ Bebauung, Straßenverkehr nehmen zu und lassen Abschied nehmen von der „Zeitreise“ am LDM – Kanal. Größtenteils  fährt man nun parallel verlaufender Straßen Richtung Nürnberger Zentrum.

Der Streckenverlauf ist im Stadtbereich vorbildlich ausgeschildert, man folgt einfach den rechteckigen Schildern mit schwarzer Schrift „Altstadt“ – meistens befinden sich an Weggabelungen zusätzlich angebrachte 5-Flüsse-Radweg-Aufkleber. Nach 163 km schließt sich der südliche Halbkreis der Fünf-Flüsse-Tour zwischen Regensburg und Nürnberg am „Wöhrder Talübergang“. Man steht nun direkt an der Weggabelung und damit vor der Entscheidung: Weiterfahrt oder Besichtigung der sehenswerten Nürnberger Altstadt.

Nürnberg - tausend Jahre Geschichte
Aufgrund der zahlreichen Sehenswürdigkeiten des historischen Zentrums Nürnbergs, nur kurz die Highlights. Nürnberg, die alte Reichsstadt mit imposanter Kaiserburg, berühmten Kirchen und Museen zieht Touristen aus nah und fern an. Inmitten der Halbmillionen-Metropole sind Bürgerhäuser, stolze Kirchen, die Burg und der fünf Kilometer lange Mauerring wiedererstanden. Bedeutende Einrichtungen wie das Germanische Nationalmuseum, kulturelle Ereignisse von Rang und internationale Messen bringen jährlich Millionen von Besuchern aus aller Welt in die Stadt. Dank hervorragender Hotel- und Gastronomieangebote und idealer Verkehrsverbindungen - 40 Linienflüge und 77 IC/ICE-Verbindungen täglich - floriert der Tourismus überdurchschnittlich.




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