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Isar-Radweg
Streckendaten
Ausgangspunkt: Isar-Ursprung (Meereshöhe: 1158 m)
Endpunkt: Deggendorf
Streckenlänge: 290 km
Höhenmeter: 911 hm (empfohlene Fahrtrichtung)
Höhenmeter: 1755 hm (entgegengesetzte Fahrtrichtung)
Eckdaten
• Streckenlänge: 292 Kilometer
• ↑ ≈ 913 Höhenmeter (Google-Maps)
• ↓ ≈ 1.755 Tiefenmeter (Google-Maps)
• Streckenhochpunkt 1.162 m ü.NHN. (Isarursprung/Tirol)
• Streckentiefpunkt 315 m ü.NHN. (Deggendorf)
Highlights
- Imposanter Karwendelhauptkamm, sanftgewelltes Alpenvorland, weitläufige Isarauen
- Historische Orte
- Naturdenkmäler
- Stadtvisite - mit dem Rad durch München
- Bademöglichkeiten an der Isar, Naturbadeseen
- Radtouristische Infrastruktur
- Rastplätze & Informationsschautafeln
Naturschutzgebiete
- Schutzgebiet von Tirol, Alpenpark Karwendel (Kastenalm – Scharnitz)
- „Am Riedboden (zwischen Scharnitz und Mittenwald)
- Naturschutzgebiet „Oberes Isartal“, Karwendel
- Naturschutzgebiet Isarauen zwischen Schäftlarn und Bad Tölz
- Pupplinger Au
- Naturschutzgebiet „Vogelfreistätte Mittlere Isarauen“
- "Rosenau" bei Mamming
- "Königsauer Moos" bei Dingolfing gehört zum Europäischer Biotopverbund "Natura 2000"
Großteil Vogelschutzgebiet, z.T. FFH-Gebiet - Naturschutzgebiet „Isarmündung“ (Abstecher Richtung Thundorf a.d.Donau)
Badestellen
- Fall (Strandwiesen)
- Isarwinkel zwischen Lenggries (Altwasserbuchten) und Bad Tölz (Kiestrände)
- Pupplinger Au (Sand- u. Kiesstrände)
- Unterföhringer See
- Marzling, Badesee Nähe Stoiber-Mühle
- Badesee Gretlsmühle
- Mamming, Mossandl-Weiher, Rädlinger-Weiher
- Plattling (Isarufer)
Streckenverlauf
Isarursprung → Scharnitz → Mittenwald → Krün → Wallgau → Lenggries → Bad Tölz → München → Freising → Moosburg → Landshut → Dingolfing → Landau a.d. Isar → Plattling → Deggendorf
Alternative Nebenroute ab Plattling durchs Naturschutzgebiet Isarmündung nach Thundorf a.d.Donau (19 km) → Fährverbindung stellt Anbindung zum Donau-Radweg/Donau-Ilz-Radweg her
Die Isar zeigt auf ihrem 292 km langen Flussweg unglaublich viele facettenreiche Gesichter, die einem puren Radvergnügen in die Karten spielen. Beginnend im Tiroler Hinterautal im Karwendelhauptkamm, wo drei ganzjährig sprudelnde Quellen auf 1.162 m Höhe ihren Ursprung markieren und in unmittelbarer Nähe der Lafatscherbach einmündet wächst die Isar bis zur Mündung südlich von Deggendorf - nach Donau, Main und Inn - zum viertgrößten Fluss Bayerns heran. Flussbegleitend folgt der Isarradweg dem klaren Fließgewässer durch eine vielfältige Auenlandschaft, in der die Natur großenteils sich selbst überlassen wird. Eine wahre Genusstour, die den Alpenpark Karwendel in der Olympiaregion Seefeld in Tirol, die Alpenwelt Karwendel (Mittelwald, Krün und Wallgau) im Landreis Garmisch-Partenkirchen, den Isarwinkel und das Tölzer Land im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, den Landkreis und die Landeshauptstadt München sowie den Landkreis Freising in Oberbayern passiert, bevor die niederbayerischen Landkreise Landshut, Dingolfing-Landau und Deggendorf am Unterlauf der Isar folgen. Die Vielfalt an kontrastreichen Naturlandschaften und bewundernswerten Landstrichen im Angesicht der Isar sind ein Pfund, mit dem Radtour ohne Umschweife wuchern kann. Nahtlos wechseln sich bezaubernde Tourismusregionen einander ab, malerische Orte sowie inspirierende Naturschutzgebiete werden durchquert, die letztendlich die Radlerleidenschaft zur erquickenden Symbiose vereint. Tatsächlich liefert der Flussradweg am laufenden Band mannigfache Sinneseindrücke, die sich nur schwerlich in Gänze verarbeiten lassen bzw. das Erlebte kaum vollumfänglich im Gedächnis haften bleibt. Da es traumhaft schöne Fotomotive wie Sand am Meer gibt, sollte man umso mehr die Gelegenheit nutzen, möglichst viele Schnappschüsse als wertvolle Erinnerung mit nach Hause zu nehmen.
Streckengrafik
Bewegen sie ihren Cursor auf dem Höhenprofil, wird interaktiv oben auf der Streckengraphik die geographische Position eingeblendet.
Foto: Der fjordähnliche Sylvensteinspeichersee mit seiner smaragdblauen Farbe ist ein äußerst beliebtes Fotomotiv
Flussradwege gehören per se zu den beliebtesten Radwegen Deutschlands. Verglichen mit bekannten Klassikerrouten entlang der Flüsse wie der Elbe, Donau, Weser und Rhein ist der Isar-Radweg überregional zwar weniger bekannt, doch in Anbetracht seiner beeindruckenden Vielfalt an Naturschönheiten spielt der bayerische Radfernweg zweifelsfrei in der touristischen Champions League. Als einer der letzten Wild- und Gebirgsflüsse Bayerns vollzieht die Isar von der Quelle in den Alpen bis zur Mündung in die Donau einen fortwährenden Verwandlungakt, wie es für herkömmliche Flussradrouten eher untypisch ist. Das prächtige Naturparadies bietet sowohl Menschen als auch Flora & Fauna ein wundervolles Rückzugsrefugium. So birgt der Fluß vom Karwendelgebirge bis ins Stromtal der Donau verborgene Kleinode, deren abgeschiedene Auenlandschaft gefährdeten Pflanzen- und Tierarten wie Orchideen und Biber überlebenswichtige Lebensräume gewährt. Was die Isar so besonders macht, die der Autor im übrigen für einen der schönsten Flüsse hält ist, dass es überall verstreut wunderschöne Uferplätze gibt, die zum Verweilen, Picknicken, Entspannen, Erfrischen oder auch zum Baden einladen. Das Rauschen bzw. das gleichmäßige Fließen des Wassers hat eine nachweislich beruhigende und meditative Wirkung auf den Geist. Eine wirksame Kraftquelle für Körper, Geist und Seele, von der der Isar-Radler unerschöpflich Energie tanken kann.

Foto: gemütlich im "Gänsemarsch" hinter Wallgau unterwegs zur Mautstraße nach Vorderriß (Guiding powered by Bayernbike)
Zweifelsohne zählt der Isarradweg zu den beliebtesten Fernradwegen Bayerns und besitzt dementsprechend eine herausragende touristische Bedeutung für die Tourismusregionen. Am auffällsten sticht die facettenreiche Landschaftskulisse ins Auge, die sich quasi im Stundenrhythmus verändert. Vom imposanten Alpenidyll nahtlos übergehend in die sanfte Voralpentopographie bis hin zu dichten Auwäldern und flachen Niederungen mit aufgestauten Seegebieten könnte der Kontrast gegensätzlicher nicht sein. Die Kombination aus unberührter Wildnis im Karwendel- und Wettersteingebirge, geschwungenem Hügelland im Isarwinkel und der langgestreckten Tiefebene über mehrere Tagesetappen hinweg lässt Radlerherzen zwangsläufig höher schlagen. Hinzu kommt die wechselhafte Strömungsdynamik, die ihren Charakter zunächst durch das starke Gefälle als alpiner Wildfluss später im flacheren Mittel- und im Unterlauf durch wasserbauliche Eingriffe zum gezähmten lautlos dahingleitenden Fließgewässer zurückstuft.

Gerade weil die atemberaubende Naturszenerie - bedingt durch ein anstrengungsarmes Streckenprofil - intensiv zu Geltung kommt, drückt es der Radtour einen unverwechselbaren Stempel auf. Zweifelsohne ein unvergessliches Erlebnis, das dem Prädikat eines Saisonhighlights ohne Weiteres würdig ist. Überdies ist die Region von einer bewegten Geschichte behaftet. Der kulturhistorische Bogen spannt sich vom Startort (in Scharnitz befand sich das Römerkastell „Scarbia“) bis zum Mündungsbereich, wo die UNESCO Weltkulturerbestätte des Donaulimes angrenzt (das Südufer der Donau fungierte vom 1. bis 5. Jahrhundert als Römische Militärgrenze).
Der reizvolle Streckenverlauf erstreckt sich über den einzigartigen Naturraum Karwendel in Tirol, dem angrenzenden Voralpenland und naturbelassenen Isarauen die sich im Freistaat Bayern auf 7 Landkreise und 11 Städte verteilen. Neben der ländlichen Naturidylle säumen malerische Dörfer, pittoreske Kreisstädte und natürlich die turbulente Weltstadt München das Isarufer. Absolut sehenswert ist Mittenwald - bekannt für seine bunt bemalten Häuser und seine Geigenbaugeschichte - die Altstadt von Bad Tölz mit ihrem berühmten Häuserensemble der historischen Marktstraße, die charmante Landeshauptstadt aus einem Konglomerat an Sehenswürdigkeiten, die altehrwürdige Bischofsstadt Freising und die kreisfreie Stadt Landshut - größte Stadt Niederbayerns - mit ihrer mittelalterlichen Burg Trausnitz und der gotischen Martinskirche, die mit einer Höhe von 130,6 m der höchste Backsteinturm der Erde bzw. einer der höchsten Kirchtürme überhaupt ist.

Der Fluss-Radweg wurde Anfang der 90er-Jahre im Zuge des Ausbaus des Bayernnetzes für Radler konzipiert und schrittweise verwirklicht, lange bevor ein engmaschiges Radwegenetz errichtet war. Damals schlummerte der Fahrradtourismus noch im Dornröschenschlaf, wenngleich das Interesse an Erkundstouren dank aufkommendem Umweltbewusstsein, sowie dem Trend zur Bewegungsaktivität und der Hang nach einem gesünderen Lebensstil zunehmend ins Bewußtsein rückten. Heute zählt die steigungsarme Mehrtagestour (zwischen München und Landshut Teil der D-Route 11 Ostsee-Oberbayern) auf Wirtschaftswegen, Schotterpisten, Dammkronen und verkehrsberuhigten Nebenstraßen - übrigens eine klassische Paradestrecke für Radtouristikgruppen aus nah und fern - in Bayern zur ersten Wahl. Dazu verspüht die traditionelle Gastronomie mit urigen Biergärten eine unwiderstehliche Anziehungskraft, während Unterkünfte aller Preiskategorien in Tagesreichweite, einheitliche Beschilderung, Rastplätze und ebike-Ladestationen infrastrukturelle Erfordernisse erfüllt.
100% Abwechslung - Null Langeweile - Pures Radfahrvergnügen
Der familienfreundliche Isar-Radweg erfreut sich radgattungsübergreifend (außer Rennräder) größter Beliebtheit. Und das zurecht. Er setzt sich aus gut ausgebauten Radwegen, teils verkehrsarmen Nebenstraßen und befestigten Ufer- Wirtschafts- und Waldwegen zusammen. Da die Streckenoberfläche wassergebunden, geschottert, gekiest oder asphaltiert ist, lässt allein die unterschiedliche Bodenbeschaffenheit nicht den Hauch von Langeweile aufkommen. Besonders Gravelbiker finden Gefallen daran, weil wechselhafte Untergründe höchste Priorität haben und deswegen höchste Wertschätzung genießen. Somit lässt sich die Spielart des leichtfüßigen "Übers-Land-Schwebens" entlang der Isar abseits vom Verkehrslärm genussvoll ausleben. Nach rund 300 km (einschließlich 12 km Anfahrt zum Isarursprung) endet das "Fluss-Déjà-vu" entweder in der Kreisstadt Deggendorf oder alternativ im Naturschutzgebiet Isarmündung bei Thundorf, von wo die Donaufähre „Altaha“ nach Niederalteich den Anschluss zum Donau-Radweg und Donau-Ilz-Radweg herstellt. Einziger Wehrmutstropfen: Auf der Wallgauer Mautstraße nach Vorderriß (12 km) und weiter auf der B 307 zur Staumauer des Sylvensteinspeichersees (11 km) muss man sich die Straße mit Autos und Motorrädern teilen (besonders an Schönwetter-Wochenenden mitunter hohes Verkehrsaufkommen). Dagegen ist am Unterlauf der Isar zwischen Moosburg und Landshut der Schwenk auf schwach befahrene Landstraßen kaum der Rede wert.

Neben dem Main- Donau- Altmühl- und Fünf-Flüsse-Radweg zählt der Isar-Radweg zu den steigungsärmsten Fernradtouren Bayerns, was besonders Genuss- und Tourenradler, Familien, Senioren und ebiker anspricht. Das sanfte Streckenprofil lädt geradewegs zum entschleunigten, achtsamen Radeln durch das ländlich geprägte Naturdorado ein. Ein erhöhtes Maß an Aufmerksamkeit trägt dazu bei unscheinbare Dinge am Rand des Weges, wie faszinierende Mikrokosmos-Welten oder sonstige Kunstwerke der Natur zu erspähen. Da sich wie an der Perlenkette aufgereiht Rastplätze, Infoschautafeln, Sitzbänke und stille Kraftorte in Ufernähe befinden, sollte man sich genügend Zeit fürs Innehalten, Vespern und Ausruhen vergönnen, und seine Sinne entspannt schweifen lassen. Schlussendlich ist der Fluss ein spirituelles Symbol für steten Wandel, der das Leben - wie die emotionale Radreise auch - eindrucksvoll widerspiegelt. In der Tat ist es spannend mitzuerleben, wie eine zarte Quelle bzw. winziges Rinnsal dank der Zuflüsse Leutascher Ache, Jachen, Loisach, Moosach, Amper, Walchen, Gaißach, Sempt allmählich nach und nach zum großen Fluss anschwillt. Zudem gilt, dass wer dem Weg des Wassers folgt, i.d.R. wenig Steigungen hat. Ausnahmen bestätigen die Regel. Unterm Strich überwiegt bei weitem das Gefälle, worüber jeder Radfahrer amused sein dürfte. Die Devise lautet: maximaler Fahrgenuss bei minimaler Anstrengung.
Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) - Bahn frei für die autofreie Anreise
Wem 300 Kilometer Radfahren am Stück zuviel des Guten sind, der kann sich die Strecke häppchenweise nach Belieben als Tagestour, Wochenendtrip oder ausgedehntes Rad-Abenteuer einteilen. Möglich machen es parallel verlaufende Bahnstrecken, die variable Ausstiegs- und Zustiegsmöglichkeiten bieten. Zahlreiche Umsteigeverbindungen mit der Deutschen Bahn über das Drehkreuz München erleichtern die Anreise aus ganz Deutschland. Dazu verkehrt von München über Garmisch-Partenkirchen nach Scharnitz stündlich die Regionalbahn - umsteigefrei mit Fahrradtransportmöglichkeit. Daraus folgt: genauso wie es Jakobswegpilger seit Jahrzehnten praktizieren, können es ihnen Radwanderer entlang der Isar gleichtun und spontan je nach Wetterlage, Lust & Laune Teilstrecken radeln bzw. peau a peau nahtlos bis zum Finish anstückeln. Der ÖPNV macht's möglich: etappenweise Radpilgern und den Schadstoff- und Treibhausgasausstoß (Auto) durch eine umweltfreundliche An- und Abreise verringern.
1. Die Regionalbahn (RB 6 / RE 61) verkehrt im Stundentakt auf der Strecke München – Garmisch-Partenkirchen – Mittenwald - Scharnitz
2. Bad Tölz bzw. Lenggries ist durch die RB56 (86817) an München angebunden
3. Die S-Bahn (S7) verbindet entlang der Oberen Isar Wolfratshausen mit München
4. Der Regionalexpress RE3 (4060) verkehrt zwischen München - Freising – Moosburg – Landshut – Dingolfing – Landau a.d.Isar – Plattling ebenfalls im Stundentakt
Im öffentlichen Nahverkehr (RE, RB, S-Bahn) gibt es für eine begrenzte Zahl an Rädern Stellplätze. Da jedoch keine Stellplatzreservierung möglich ist, besteht keine Mitnahmegarantie (auf Auslastungsprognose achten).
Auch vom niederbayerischen Eisenbahn-Knotenpunkt Plattling besteht die Möglichkeit, komfortabel und umweltfreundlich mit der Bahn heimzureisen (Anschluß ans Fernverkehrsnetz).
Mit dem Bayernticket reist man in allen DB Nahverkehrszügen für 34€ kreuz & quer umweltfreundlich durch Bayern (zzgl. Fahrradticket - Ausnahme Klappräder, die gut verpackt in die Gepäckablagen am Sitzplatz passen gelten als kostenfreies Handgepäck). Bsp.: bei 5 Personen (je Zusatzperson zzgl. zum Basispreis € 10) bezahlt jeder nur 14,80 Euro/Person. Bis zu 3 Kinder zwischen 6 und unter 15 Jahren fahren kostenfrei mit. Gültigkeit: An jedem wählbaren Tag von 9 Uhr bis 3 Uhr des nächsten Tages. An Wochenenden, Feiertagen (inklusive Mariä Himmelfahrt) sowie am 24. und 31. Dezember von 0 bis 3 Uhr des nächsten Tages.
Das Bayern-Ticket ermöglicht zwar eine aufpreisfreie Anfahrt zum Salzburger HBF oder nach Kufstein (RE, RB, S-Bahn), doch der Grenzbahnhof Scharnitz ist bedauerlicherweise nicht im regulären Geltungsbereich enthalten. Wenngleich die Landesgrenze nur 500 Meter entfernt liegt, ist hierfür eine gesonderte Personenfahrkarte plus Fahrradticket erforderlich. Eine serviceorientierte Handhabung (DB / ÖBB) wäre im Sinne einer barrienfreien Zugfahrt wünschenswert.

Die MVV Gruppen-Tageskarte (ab 1.01.27 € 43.90 bis Zone 12) ist für 2 bis 5 Personen (ab 15 Jahren) in allen S-Bahnen, U-Bahnen, Trambahnen, Bussen und Regionalzügen (RB, RE) gültig. Die Gültigkeitsdauer beläuft sich vom gewählten Tag der Entwertung bis 6:00 Uhr des Folgetages für beliebig viele Fahrten in den gelösten Zonen. Die Fahrradtageskarte kostet ab 1.01.27 € 3.80. Einzugsbereich ab Eggmühl (nördlichster Punkt). Die MVV-Gruppen-Tageskarte gilt im gesamten Streckennetz des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes (MVV), unterteilt in die Zentralzone M (Stadtgebiet München und angrenzende Orte) sowie die Außenzonen 1 bis 12 (z. B. bis Mittenwald). Kinder-Tickets zwischen 6 und 14 Jahren zählen "halb" (zwei Kinder ersetzen einen Erwachsenen; maximal 10 Kinder möglich), während Kinder unter 6 Jahren generell kostenlos mitfahren.
Hinweis: für die MVV Gruppen-Tageskarte ist zum Grenzbahnhof Scharnitz ebenalls ein separates (ÖBB-) Bahn- und Fahrradticket erforderlich.

Gretchenfrage ist, wie (Rad-) Touristen zum Start- bzw. Urlaubsort kommen bzw. nachhause reisen. Hier kommt die Bahn zum Zug, die maßgeblich den ökologischen und klimatischen Fußabdruck (Indikator für Nachhaltigkeit) verringern hilft. Direkt am Bahnhofsvorplatz kann am Tiroler Grenzbahnhof im Ortszentrum aufgesattelt und gestartet werden.
Der Grenzort Scharnitz ist von München über Garmisch und Mittenwald umsteigefrei in rund 2 Stunden erreichbar (DB/ÖBB). Vom Bahnhof führt die Durchgangsstraße über die Isarbrücke, wo direkt vor der Kirche links die Hinterautalstraße abzweigt (3 Minuten, 500 m), die in östlicher Richtung direkt zum Isarursprung bzw. zur Kastenalm hinaufführt.
Beschilderung
Der Isar-Radweg gehört im deutschen Streckenabschnitt (281 km) zum Bayernnetz für Radler.
Der Isar-Radweg ist neben dem Radwege-Signet
zusätzlich mit dem Logo
durchgängig in beiden Fahrtrichtungen einheitlich beschildert. An Radwege-Knotenpunkten befinden sich Hauptwegweiser mit Nah- und Fernzielen die teilweise Entfernungsangaben enthalten. Dazu weisen Einschubschilder mit Routenbezeichnungen und Radwegesignets auf weitere Radwege (lokal/regional) hin. Besonders hilfreich sind Entfernungsangaben sowie Hinweise zu Anschlussverbindungen oder touristischen Nahzielen.
Mitunter dienen quadratische Zwischenwegweiser als zusätzliche Orientierungshilfe
Der grenzüberschreitende »Fernradweg München-Regensburg-Prag« verläuft zwischen München (Ludwigsbrücke) und Marzling auf identischer Wegstrecke des Isarradwegs, bevor dieser nach 38 km auf den Abens-Radweg abzweigt.

Dank des typischen Flussradwegecharakters weist die 290 km lange Strecke nur vereinzelte Anstiege wie beispielsweise Richtung Isarursprung, kurz nach Bad Tölz sowie ab dem Kraftwerk Mühltal rauf in den Grünwalder Forst (50 hm, Ø 5 %, max. 12 % Steigung) auf. Somit bleiben die wenigen Ausnahmen vorwiegend auf den Oberlauf der Isar beschränkt. Ansonsten ist der mittlere und untere Verlauf der Isar vom Oberföhringer Wehr am nördlichen Stadtrand von München über die niederbayerische Tiefebene bis zur Mündung in die Donau bei Deggendorf hinweg nahezu steigungsfrei. Umso mehr fällt das starke Gefälle am Oberlauf der Isar ins Gewicht, während das Steigungsniveau in nördlicher Fahrtrichtung überschaubar bleibt.
Vom Isarursprung (1.162 m ü.NHN) nach
- Mittenwald (913 m ü.NHN): 19 km / ↑ 23 hm ↓ 263 TM
- Vorderriss (800 m ü.NHN): 44 km / ↑ 107 hm ↓ 480 TM
- Lenggries (679 m ü.NHN): 67 km / ↑ 200 hm ↓ 700 TM
Das Höhenniveau der Isar sinkt von ihrer Quelle bis zur Mündungshöhe auf 310 m ü. NHN in der Gemeinde Moos (Ldkr. DEG) um 852 Meter.
In der beschriebenen Fahrtrichtung genießt man den entscheidenden Vorteil bergab fließendem Wasser zu folgen. Flussradtouren sind auch deshalb interessant, weil sich Menschen früher aus existenziellen Gründen gern entlang der Fließgewässer niederließen (Handels- u. Transportwege) weshalb historische Orte, Burgen, Schlösser und Klöster das Isarufer säumen. Zudem wird man überrascht sein, in welch unglaublicher Vielfalt sich die bayerischen Landstriche präsentieren.

Foto: Flusskilometerschild nahe Garching b. München
Flusskilometerangaben (schwarze Schrift auf gelben oder grünen Hintergrund) entsprechen den Prinzipien der deutschen Wasserstraßen- und Gewässerordnung und geben die Fließentfernung zum Mündungsbereich (KM 0) an. Nahezu bei allen natürlichen Gewässern bezieht sich die klassische Kilometrierung von der Mündung aufwärts in Richtung Quelle, d.h. die KM-Angaben steigen entgegen der Fließrichtung (bekannteste Ausnahme von dieser Regel ist der Rhein). Die meisten KM-Schilder wurden nördlich von München bis zur Mündung platziert.

Foto: Flusskilometerangabe Achering (nahe Hallbergmoos)
Wird in der entgegengesetzten Fahrtrichtung flussaufwärts geradelt, errechnet sich die Entfernung zum Isarursprung aus der Differenz zwischen Flusslänge (292 km) und der ortsspezifischen KM-Angabe. Da die angegebenen Kilometerstände nur geringfügig von Radwegkilometern abweichen, kann man sich anhand der Schildertafeln im Isartal unabhängig der Fahrtrichtung recht gut orientieren.
In Gedenken an Steinpyramiden-Erbauer Karl-Heinz-Fett
Einzelne Steinmanndln sind an der Isar oder anderen Gebirgsflüssen keine Seltenheit. Doch was sich in den Isarauen zwischen Lenggries und Bad Tölz in einem Zeitraum von ca. 20 Jahren aufstapelte, glich einer echten Attraktion. Gemeint sind Dutzende „Steintürme“ , die über einen weiten Radius verstreut auf einer Kiesbank der Isarauen standen. Manche Steinpyramiden hatten eine stattliche Höhe von 2.5 Meter. Streng genommen handelte es sich nicht um Pyramiden, sondern wegen ihrer kreisförmigen Grundfläche um Kegel. Dennoch setzte sich umgangssprachlich der Begriff “Isar-Pyramiden” bzw. „Klein-Kairo“ durch, die weit über die Grenzen von Bayern hinaus große Berühmtheit erlangten.

Karl-Heinz Fett verstand seine Steinpyramiden als „Vergängliche Kunst“, schließlich musste er selbst ertragen, wie sein „Klein-Kairo“ (liebevoll von ihm benannt) schutzlos der Naturgewalt des Hochwassers ausgeliefert war und im Wortsinn buchstäblich „den Bach runtergingen“. Da die Isar bekanntermaßen ein wilder Gebirgsfluss ist, wurden die Skulpturen genauso weggespült, wie jeglicher Ufer-Naturzierrat auch. Die Isar leistet unentwegt ganze Arbeit, die das Landschaftsgepräge der Isarauen permanent verändert und so in gewisser Weise der Vergänglichkeit Vorschub leistet.

Foto (8. Mai 2009) v.links: Radtouristin aus dem Berner Oberland (CH), Karl-Heinz Fett, Curd Biedermann (Tourguide/Freier Journalist)
Karl-Heinz Fett ( *1941 in Hamburg, †16.03. 2024) arbeitete früher im Kohleabbau. 1982 verschlug es ihn nach Oberbayern, wo er zeitweise in den Isarauen lebte und Ende der Neunziger Jahre mit dem Bau seiner Pyramiden begann, die man ohne Umschweife als sein (steiniges) kunstvolles Lebenswerk bezeichnen darf. Als gebürtiger Hamburger fand er in Tölz sozusagen seine zweite Heimat und bekam ab 1998 als Bewohner der Außenwohngruppe im „Haus Burgfrieden“ der Lebenshilfe Bad Tölz - Wolfratshausen eine dauerhafte Bleibe und Betreuung. Nach jedem Hochwasser, war Karl-Heinz Fett bemüht, umgehend und unermüdlich seine zerstörtes Kunstwerk-Ensamble Stein um Stein wieder mühsam aufzurichten. Ein Jahr nach der obigen Aufnahme zerstörte ein Hochwasser bzw. ein mitgeschwemmter Baumstamm einen Großteil seiner 85 Pyramiden. Da sich der damals 69-Jährige damals aus Altersgründen für den Wiederaufbau außerstande fühlte, verlegte er seine „Kunstwerkstatt“ fortan zum Haus Burgfrieden.

Wenngleich "Klein-Kairo" touristisch vermarktet wurde, und sich zu einer touristischen Sehenswürdigkeit ersten Ranges mauserte, die tausende Touristen anlockte, erhielt der Erbauer für sein spendenfinanziertes Lebenswerk keinerlei finanzielle Unterstützung irgendwelcher staatlicher oder kommunaler Organe, wie der (Lebens-) Künstler dem Autor persönlich mitteilte. Bei schönem Wetter kamen besichtigten täglich bis zu hundert Schaulustige die Steinskulpturen, was dem zurückgezogenen Künstler nicht selten zu viel Rummel war. 2008 erschien sogar ein Fernsehteam vom Mitteldeutschen Rundfunk, um den eigenwilligen, introvertierten Künstler in der Reihe „Außenseiter-Spitzenreiter“ zu porträtieren.
Wegbeschreibung:

Foto: Bemerkenswert, dass auf älteren topografischen Karten oder (Rad-) Wanderkarten (Kompass, OpenStreetMap, BaseCamp usw.) der Spot als Wegpunkt verzeichnet war
Die Kiesbank, auf der die Steinpyramiden einst standen liegt nur 100 m vom feingekiesten Isar-Radweg entfernt. Nach Überquerung der Isarbrücke bei Arzbach erreicht man den Abzweig auf Höhe zwischen Steinbach und Bibermühle nach 2.6 km. Die Stelle befindet in nördlicher Fahrtrichtung (flussabwärts) am rechtsseitigen Wegesrand Fluss-Radwegs (KM 64) am linken Isarufer (6 km hinter Lenggries bzw. 4 km vor Bad Tölz).
In stillem Gedenken: herzlichen Dank Karl-Heinz für das unvergessliche Gespräch. Ruhe in Frieden.
Etappenplanung

Ein großzügig bemessenes Zeitfenster eröffnet eine ganze Reihe spannender Optionen wie z.B. die Besichtigung zahlreicher Sehenswürdigkeiten, Infozentren, Museen sowie lohnenswerte Abstecher. 5 Etappentage bilden eine gute Ausgangslage, um stressless zu radeln, bei dem gelegentliche Pausenstopps sowie Einkehrschwünge nicht zu kurz kommen. Highlights wie zum Beispiel eine Karwendelbahnfahrt bei Mittenwald - nach der Zugspitze zweithöchste Seilbahnbergstation Deutschlands - versprechen atemberaubende Perspektiven. Von der Bergstation auf 2.244 Metern Höhe genießt man ein grandioses Panorama über das Isartal auf den Geigenbauort Mittenwald, nach Krün und Wallgau, auf die Zugspitze mit dem Wettersteingebirge, auf das Alpenvorland sowie auf kleinere Bergseen. Auch eine Gondelbahnfahrt in Lenggries auf's Brauneck (1.555 m ü.NHN) verspricht ein faszinierendes Bergpanorama. Solche Abstecher kommen natürlich in erster Linie für weit angereiste Radtouristen in Frage, für die diese Region ein weißer Fleck auf der Landkarte ist. Wer sich hingegen eine gute Woche von Wochenende zu Wochenende Zeit nimmt, kann sein Reiseprogramm mit sehenswerten Attraktionen, spannenden Highlights, lohnenswerten Abstechern, Badestopps, Stadtvisiten, Kirchen- Klöster- und Schlösserbesichtigungen sinnvoll aufpeppen.
Flusskunde

Bis ins 19. Jahrhundert verlief die Isar in einem gewundenen, sich ständig verlagernden Flussbett mit mehreren hundert Metern Breite, weshalb die Bebauung respektvollen Abstand zur damals „wilden Isar“ hielt. Die extremen Abflussschwankungen des alpinen Wildflusses waren vor den Hochwasserschutzmassnahmen bei den Flussanrainern sehr gefürchtet. Schneeschmelze i.V. mit hohen Niederschlagsmengen führte oftmals zu unberechenbarem Hochwasser mit katastrophalen Folgen! Seit 1924 wird der Isar bei Krün Wasser für das Walchenseekraftwerk in Kochel entzogen (Wasserableitung über einen Kanal). Bauern, Naturschützer, Tourismusverantwortliche und Flößer (Existenzbedrohung) wehrten sich erfolgreich gegen das Politdiktat der vollständigen Wasserausleitung. Seit 1990 darf der Isar nunmehr nur ein Teil ihres Wassers zur Energiegewinnung entnommen werden, 4 Kubikmeter pro Sekunde verbleiben im natürlichen Flussbett.
Der Sylvensteinspeichersee kontrolliert den „einstigen“ Wildfluss und verhindert verheerende Hochwasserkatastrophen, die früher in gewissen Zeitabständen regelmäßig auftraten. Allerdings verwandelten die technischen Eingriffe des Menschen den wilden Gebirgsfluss nachhaltig in eine „kultivierte“ Flusslandschaft.
Isar - einzig verbliebene Wildflusslandschaft Deutschlands
Die Isar unterteilt sich geografisch und hydrologisch (Wissenschaft vom Wasser) in drei Flussabschnitte:
• Die Obere Isar verläuft von den Quellen im Tiroler Karwendel (Hinterautal) über Mittenwald, Krün, Wallgau, den Isarwinkel bis nach Bad Tölz. Die einzig verbliebene alpine Wildflusslandschaft Deutschlands ist geprägt von Kiesbänken und erhöhter Dynamik einer sich verändernden Flusslandschaft. Seit 1924 wird ein Großteil des Wassers beim Walchenseekraftwerk abgeleitet.
• Die Mittlere Isar verläuft vom Alpenvorland bei Bad Tölz über Wolfratshausen, München und Freising bis nach Landshut. Parallel zum Flussverlauf wird ein Großteil des Wassers über den Mittlere-Isar-Kanal zur Energiegewinnung entnommen. Der Naturwald bildet in diesem Abschnitt das größte geschützte Auenwaldgebiet in Bayern.
• Die Untere Isar verläuft von Landshut über Dingolfing bis nach Plattling durch Niederbayern, wo sie bei Moos (südlich von Deggendorf) in die Donau mündet.

Foto: Die hölzerne Informationstafel am Zugang zum Quellbereich der Isar im Hinterautal mit der Aufschrift „Isarursprung – Bei den Flüssen" wurde unerlaubterweise zum Hallerangerhaus (1.768 m ü.NHN) versetzt.
Über die exakte Quellposition scheiden sich die Geister. Vergleichbar mit der Donau, wo die Brigach und Breg die Donau zu Weg bringen bestehen auch über die Isar unterschiedliche Meinungen inwieweit der längere Zufluss oder die historische Bewertung für die Bestimmung der Quellposition entscheidend ist. Der Streit (Glaubensfrage) gründet darauf, ob die als Isarursprung bezeichneten Quellen bzw. Bäche inmitten der Karwendelketten, Gleirsch-Halltal-Kette und Hinttautal-Vompert-Kette auf 1162 m ü.NHN oder der Lafatscherbach als längster Quellbach – welcher ca. 5 km südöstlich vom Hallerangerhaus entspringt - als offizieller Ursprungsort gilt. Die Ernsthaftigkeit der Diskussionen gipfelt z.B. darin, dass das geschnitzte Isar-Holztäfelchen, welches einstmals den Isarursprung „bei den Flüssen“ markierte, zum Hallangerhaus hinaufversetzt wurde (dort entspringt als längster Quellzufluss der Lafatscherbach). Sichtbares Relikt der Schilddeportation ist der Felsnagel, der einst das hölzerne Hinweisschild fixierte.

Im Keltischen wandelte sich der Flussname (isaros = stark reißend) zu Isara, was sich als „die Reißende“ oder „die Schnellfließende“ übersetzen lässt, woraus sich später der Name der Isar entwickelte. Die Isar ist einer der wenigen, aus der Eiszeit übrig gebliebenen Wildflussläufe – wenngleich der Mensch durch umfangreiche Hochwasserschutzmaßnahmen die Isar weitgehend gezähmt hat. Abgesehen, dass „Camping“ im Naturschutzgebiet streng untersagt ist, kann es lebensgefährlich sein, bei Unwetter - in den weitläufigen Trockenkiesgebieten zu nächtigen. Insbesondere unasphaltierte Abschnitte bleiben nach längeren Regenperioden, Stürmen etc. von witterungsbedingten Schäden oftmals nicht verschont. Informationen siehe bayerischer Hochwasser-Nachrichtendienst. Aktuelle Auskünfte über die Befahrbarkeit erteilen die entsprechenden Landratsämter.
Die Isar verfügt bereits nach kurzem Flusslauf in Scharnitz ein relativ großes Wasservolumen, da sie das wasserreiche Karwendelgebirge entwässert. Nacheinander münden Moserkarbach, Lafatsch, Birkkarbach, Breitgrieskarbach, Hinterkarbach und der Karwendelbach in die Isar. Trotz der Ableitung von Wasser in den Walchensee konnte sich die Isar zwischen Wallgau und dem Sylvensteinspeicher ihren ursprünglichen Charakter bewahren. Unterschiedliche, ständig wechselnde Flussläufe und Kiesbänke prägen diese in Bayern fast einmalige Wildflusslandschaft.

Die bläulich schimmernde Wasserfarbe (im Karwendel u. Isarwinkel) gründet sich - bedingt durch Schnee und Gletschereis - auf den geringen Feinsedimentanteil, was das Sonnenlicht filtert und reflektiert. Im weiteren Flussverlauf reichern sich organische Stoffe an (tierische- u. pflanzliche Rückstände) an, der Mineraliengehalt steigt und Erdabschwemmungen vom Uferrand sowie Klärwerkeinleitungen verändern den Farbton ins grünliche, da Algen und Kleinstorganismen genügend Nahrung finden.
Nach 292 km mündet die Isar (Höhenunterschied 852 Meter) 5 km südlich der niederbayerischen Kreisstadt Deggendorf in die Donau (312 m ü.NHN). Hierbei tritt ein erheblich ungleich verteiltes Niveaugefälle in Erscheinung, dessen Fließgeschwindigkeit optisch wie akustisch wahrnehmbar ist. Vom Isarursprung bis zur 148 km entfernten Landeshauptstadt München (560 m ü.NHN) sinkt das Höhenlevel der Isar um 600 Meter, während sie im verbleibenden 158 km langen Abschnitt bis zur Mündung nur noch um 248 Meter abfällt. Auch dieser Flussteil ist von einem ungleich ausgeprägten Niveaugefälle gekennzeichnet. Zwischen München und Freising (448 m ü.NHN) verliert die Isar auf 33 km Flussstrecke 112 Meter an Höhe, während der Schlußabschnitt bis zur 125 km entfernten Mündung nur noch um 136 hm absinkt. Für Wasserfahrzeuge über eine Floßgröße hinaus ist die gesamte Flussstrecke nicht schiffbar. Mit einem Abfluss von 175 Kubikmetern/sek (Plattling) zählt die Isar nach der Donau, Inn und Salzach zum viertwasserreichsten Fluss Bayerns.

Der wichtigste Nebenfluss ist die – im bayerischen Voralpenland entspringende – und in Moosburg mündende Amper (185 km), gefolgt von der Loisach (Mündung Wolfratshausen) und Moosach, welche sich bei Freising in die Isar ergießt. Aus Umweltschutzgesichtspunkten hat die Binnenschifffahrt auf der Isar glücklicherweise keine Bedeutung, da der Fluss nicht schiffbar ist. Allerdings wurde bereits 1806 mit dem Ausbau für Hochwasserschutz und Wasserkraftnutzung begonnen. Der Fluss wurde im 19. u. 20. Jhrd. begradigt, kanalisiert, mehrfach aufgestaut und große Mengen an Flusswasser abgeleitet, was drastische ökologische Folgen hatte. Der Ausbau der Isar im 19. Jahrhundert sowie der Bau des Hochwasserschutzes mit einem begleitenden Deichsystem im 20. Jahrhundert haben dem Fluss enorm viel von seiner Ursprünglichkeit und Gestaltungskraft genommen. Zudem wurde die Isar im Zuge der aufkommenden Stromerzeugung an vielen Stellen aufgestaut.
Insgesamt wird das Fliessgewässer von 28 Kraftwerken zur Energiegewinnung genutzt. Die zahlreichen Wehraufstauungen vermindern die Fließgeschwindigkeit, was die Wassertemperatur erhöht. Trotz der massiven Eingriffe in das ökologische Gleichgewicht gibt es reichhaltigen Fischbestand. Während am Oberlauf bis Lenggries hauptsächlich Forellen, Barben, Äschen, Erlitzen und Koppen vorkommen, überwiegen von München flussabwärts Brachsen, Karpfen, Rotaugen und Hechte. Erfreulicherweise wurden in den letzten Jahrzehnten durch Ausweisung von Natur- Landschaft- und Vogelschutzgebieten und Restwassermengenerhöhung umweltfreundlichere Rahmenbedingungen geschaffen. Seit dem Jahr 2000 sind auf dem Flussabschnitt vom Oberföhringer Wehr (Stadtgrenze München) bis über Moosburg hinaus (= Mittlere Isar) umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen in Gange.

Flussbegradigungen, Kanäle, Wehre, Kraftwerke - auf vielen Streckenabschnitten zeugt die wirtschaftliche Nutzung des Flusses von künstlichen Natureingriffen des Menschen. Gottlob wurden zwischenzeitlich einige "Flussbausünden" korrigiert. So wurde die Isar im Münchner Süden weitgehend renaturiert und in ein veritables Naherholungsgebiet verwandelt. Von der Großhesseloher Brücke bis in die Innenstadt hinein wurde einst die schnurgerade Fließrichtung in einen weniger gezähmten Verlauf umgeändert. Wo früher Uferbefestigungen eine Barriere für Menschen bildeten, kann man heute wieder ungehindert den Fluß erreichen.





