• © Bayernbike
  • © Bayernbike
  • © Bayernbike
  • © Bayernbike
  • © Bayernbike
  • © Bayernbike
  • © Bayernbike
  • © Bayernbike
zu den
Informationen

Isar-Radweg

Streckendaten

Ausgangspunkt: Isar-Ursprung (Meereshöhe: 1158 m)
Endpunkt: Deggendorf

Streckenlänge: 290 km
Höhenmeter: 911 hm (empfohlene Fahrtrichtung)
Höhenmeter: 1755 hm (entgegengesetzte Fahrtrichtung)

Eckdaten

• Streckenlänge: 292 Kilometer 

• ↑ ≈ 913 Höhenmeter (Google-Maps)

• ↓ ≈ 1.755 Tiefenmeter (Google-Maps)

• Streckenhochpunkt 1.162 m ü.NHN. (Isarursprung/Tirol)

• Streckentiefpunkt 315 m ü.NHN. (Deggendorf) 

Highlights

  • Imposanter Karwendelhauptkamm, sanftgewelltes Alpenvorland, weitläufige Isarauen
  • Historische Orte 
  • Naturdenkmäler
  • Stadtvisite - mit dem Rad durch München
  • Bademöglichkeiten an der Isar, Naturbadeseen
  • Radtouristische Infrastruktur
  • Rastplätze & Informationsschautafeln

Naturschutzgebiete

  • Schutzgebiet von Tirol, Alpenpark Karwendel (Kastenalm – Scharnitz)
  • „Am Riedboden (zwischen Scharnitz und Mittenwald)
  • Naturschutzgebiet „Oberes Isartal“, Karwendel 
  • Naturschutzgebiet Isarauen zwischen Schäftlarn und Bad Tölz
  • Pupplinger Au
  • Naturschutzgebiet „Vogelfreistätte Mittlere Isarauen“
  • "Rosenau" bei Mamming
  • "Königsauer Moos" bei Dingolfing gehört zum Europäischer Biotopverbund "Natura 2000"
    Großteil Vogelschutzgebiet, z.T. FFH-Gebiet
  • Naturschutzgebiet „Isarmündung“ (Abstecher Richtung Thundorf a.d.Donau) 

Badestellen

  • Fall (Strandwiesen)
  • Isarwinkel zwischen Lenggries (Altwasserbuchten) und Bad Tölz (Kiestrände)
  • Pupplinger Au (Sand- u. Kiesstrände)
  • Unterföhringer See
  • Marzling, Badesee Nähe Stoiber-Mühle
  • Badesee Gretlsmühle
  • Mamming, Mossandl-Weiher, Rädlinger-Weiher
  • Plattling (Isarufer)

Streckenverlauf

Isarursprung → Scharnitz → Mittenwald → Krün → Wallgau → Lenggries → Bad Tölz → München → Freising → Moosburg →  Landshut → Dingolfing → Landau a.d. Isar → Plattling → Deggendorf

Alternative Nebenroute ab Plattling durchs Naturschutzgebiet Isarmündung nach Thundorf a.d.Donau (19 km) → Fährverbindung stellt Anbindung zum Donau-Radweg/Donau-Ilz-Radweg her

Die Isar zeigt auf ihrem 292 km langen Flussweg unglaublich viele facettenreiche Gesichter, die einem puren Radvergnügen in die Karten spielen. Beginnend im Tiroler Hinterautal im Karwendelhauptkamm, wo drei ganzjährig sprudelnde Quellen auf 1.162 m Höhe ihren Ursprung markieren und in unmittelbarer Nähe der Lafatscherbach einmündet wächst die Isar bis zur Mündung südlich von Deggendorf - nach Donau, Main und Inn - zum viertgrößten Fluss Bayerns heran. Flussbegleitend folgt der Isarradweg dem klaren Fließgewässer durch eine vielfältige Auenlandschaft, in der die Natur großenteils sich selbst überlassen wird. Eine wahre Genusstour, die den Alpenpark Karwendel in der Olympiaregion Seefeld in Tirol, die Alpenwelt Karwendel (Mittelwald, Krün und Wallgau) im Landreis Garmisch-Partenkirchen, den Isarwinkel und das Tölzer Land im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, den Landkreis und die Landeshauptstadt München sowie den Landkreis Freising in Oberbayern passiert, bevor die niederbayerischen Landkreise Landshut, Dingolfing-Landau und Deggendorf am Unterlauf der Isar folgen. Die Vielfalt an kontrastreichen Naturlandschaften und bewundernswerten Landstrichen im Angesicht der Isar sind ein Pfund, mit dem Radtour ohne Umschweife wuchern kann. Nahtlos wechseln sich bezaubernde Tourismusregionen einander ab, malerische Orte sowie inspirierende Naturschutzgebiete werden durchquert, die letztendlich die Radlerleidenschaft zur erquickenden Symbiose vereint. Tatsächlich liefert der Flussradweg am laufenden Band mannigfache Sinneseindrücke, die sich nur schwerlich in Gänze verarbeiten lassen bzw. das Erlebte kaum vollumfänglich im Gedächnis haften bleibt. Da es traumhaft schöne Fotomotive wie Sand am Meer gibt, sollte man umso mehr die Gelegenheit nutzen, möglichst viele Schnappschüsse als wertvolle Erinnerung mit nach Hause zu nehmen. 

Streckengrafik


Bewegen sie ihren Cursor auf dem Höhenprofil, wird interaktiv oben auf der Streckengraphik die geographische Position eingeblendet.

Haftungsausschluss:

Biketouristik – Media übernimmt keine Gewähr für die Korrektheit downgeloadeter Trackdaten. Die Verwendung von GPS-Tracks geschieht in Eigenverantwortung des Users und schließt Haftungsansprüche gegenüber dem Anbieter ausnahmslos aus.



 In Gedenken an Steinpyramiden-Erbauer Karl-Heinz-Fett

Einzelne Steinmanndln sind an der Isar oder anderen Gebirgsflüssen keine Seltenheit. Doch was sich in den Isarauen zwischen Lenggries und Bad Tölz in einem Zeitraum von ca. 20 Jahren aufstapelte, glich einer echten Attraktion. Gemeint sind Dutzende „Steintürme“ , die über einen weiten Radius verstreut auf einer Kiesbank der Isarauen standen. Manche Steinpyramiden hatten eine stattliche Höhe von 2.5 Meter. Streng genommen handelte es sich nicht um Pyramiden, sondern wegen ihrer kreisförmigen Grundfläche um Kegel. Dennoch setzte sich umgangssprachlich der Begriff  “Isar-Pyramiden” bzw. „Klein-Kairo“ durch, die weit über die Grenzen von Bayern hinaus große Berühmtheit erlangten.

Karl-Heinz Fett verstand seine Steinpyramiden als „Vergängliche Kunst“, schließlich musste er selbst ertragen, wie sein „Klein-Kairo“ (liebevoll von ihm benannt) schutzlos der Naturgewalt des Hochwassers ausgeliefert war und im Wortsinn buchstäblich „den Bach runtergingen“. Da die Isar bekanntermaßen ein wilder Gebirgsfluss ist, wurden die Skulpturen genauso weggespült, wie jeglicher Ufer-Naturzierrat auch. Die Isar leistet unentwegt ganze Arbeit, die das Landschaftsgepräge der Isarauen permanent verändert und so in gewisser Weise der Vergänglichkeit Vorschub leistet.

Foto (8. Mai 2009) v.links: Radtouristin aus dem Berner Oberland (CH), Karl-Heinz Fett, Curd Biedermann (Tourguide/Freier Journalist)

Karl-Heinz Fett ( *1941 in Hamburg, †16.03. 2024) arbeitete früher im Kohleabbau. 1982 verschlug es ihn nach Oberbayern, wo er zeitweise in den Isarauen lebte und Ende der Neunziger Jahre mit dem Bau seiner Pyramiden begann, die man ohne Umschweife als sein (steiniges) kunstvolles Lebenswerk bezeichnen darf. Als gebürtiger Hamburger fand er in Tölz sozusagen seine zweite Heimat und bekam ab 1998 als Bewohner der Außenwohngruppe im „Haus Burgfrieden“ der Lebenshilfe Bad Tölz - Wolfratshausen eine dauerhafte Bleibe und Betreuung. Nach jedem Hochwasser, war Karl-Heinz Fett bemüht, umgehend und unermüdlich seine zerstörtes Kunstwerk-Ensamble Stein um Stein wieder mühsam aufzurichten. Ein Jahr nach der obigen Aufnahme zerstörte ein Hochwasser bzw. ein mitgeschwemmter Baumstamm einen Großteil seiner 85 Pyramiden. Da sich der damals 69-Jährige damals aus Altersgründen für den Wiederaufbau außerstande fühlte, verlegte er seine „Kunstwerkstatt“ fortan zum Haus Burgfrieden. 

Wenngleich "Klein-Kairo" touristisch vermarktet wurde, und sich zu einer touristischen Sehenswürdigkeit ersten Ranges mauserte, die tausende Touristen anlockte, erhielt der Erbauer für sein spendenfinanziertes Lebenswerk keinerlei finanzielle Unterstützung irgendwelcher staatlicher oder kommunaler Organe, wie der (Lebens-) Künstler dem Autor persönlich mitteilte. Bei schönem Wetter kamen besichtigten täglich bis zu hundert Schaulustige die Steinskulpturen, was dem zurückgezogenen Künstler nicht selten zu viel Rummel war. 2008 erschien sogar ein Fernsehteam vom Mitteldeutschen Rundfunk, um den eigenwilligen, introvertierten Künstler in der Reihe „Außenseiter-Spitzenreiter“ zu porträtieren. 

Wegbeschreibung: 

Foto: Bemerkenswert, dass auf älteren topografischen Karten oder (Rad-) Wanderkarten (Kompass,  OpenStreetMap, BaseCamp usw.) der Spot als Wegpunkt verzeichnet war

Die Kiesbank, auf der die Steinpyramiden einst standen liegt nur 100 m vom feingekiesten Isar-Radweg entfernt. Nach Überquerung der Isarbrücke bei Arzbach erreicht man den Abzweig auf Höhe zwischen Steinbach und Bibermühle nach 2.6 km. Die Stelle befindet in nördlicher Fahrtrichtung (flussabwärts) am rechtsseitigen Wegesrand Fluss-Radwegs (KM 64) am linken Isarufer (6 km hinter Lenggries bzw. 4 km vor Bad Tölz).

In stillem Gedenken: herzlichen Dank Karl-Heinz für das unvergessliche Gespräch. Ruhe in Frieden.

Etappenplanung

Ein großzügig bemessenes Zeitfenster eröffnet eine ganze Reihe spannender Optionen wie z.B. die Besichtigung zahlreicher Sehenswürdigkeiten, Infozentren, Museen sowie lohnenswerte Abstecher. 5 Etappentage bilden eine gute Ausgangslage, um stressless zu radeln, bei dem gelegentliche Pausenstopps sowie Einkehrschwünge nicht zu kurz kommen. Highlights wie zum Beispiel eine Karwendelbahnfahrt bei Mittenwald - nach der Zugspitze zweithöchste Seilbahnbergstation Deutschlands - versprechen atemberaubende Perspektiven. Von der Bergstation auf 2.244 Metern Höhe genießt man ein grandioses Panorama über das Isartal auf den Geigenbauort Mittenwald, nach Krün und Wallgau, auf die Zugspitze mit dem Wettersteingebirge, auf das Alpenvorland sowie auf kleinere Bergseen. Auch eine Gondelbahnfahrt in Lenggries auf's Brauneck (1.555 m ü.NHN) verspricht ein faszinierendes Bergpanorama. Solche Abstecher kommen natürlich in erster Linie für weit angereiste Radtouristen in Frage, für die diese Region ein weißer Fleck auf der Landkarte ist. Wer sich hingegen eine gute Woche von Wochenende zu Wochenende Zeit nimmt, kann sein Reiseprogramm mit sehenswerten Attraktionen, spannenden Highlights, lohnenswerten Abstechern, Badestopps, Stadtvisiten, Kirchen- Klöster- und Schlösserbesichtigungen sinnvoll aufpeppen. 

Flusskunde

Bis ins 19. Jahrhundert verlief die Isar in einem gewundenen, sich ständig verlagernden Flussbett mit mehreren hundert Metern Breite, weshalb die Bebauung respektvollen Abstand zur damals „wilden Isar“ hielt. Die extremen Abflussschwankungen des alpinen Wildflusses waren vor den Hochwasserschutzmassnahmen bei den Flussanrainern sehr gefürchtet. Schneeschmelze i.V. mit hohen Niederschlagsmengen führte oftmals zu unberechenbarem Hochwasser mit katastrophalen Folgen! Seit 1924 wird der Isar bei Krün Wasser für das Walchenseekraftwerk in Kochel entzogen (Wasserableitung über einen Kanal). Bauern, Naturschützer, Tourismusverantwortliche und Flößer (Existenzbedrohung) wehrten sich erfolgreich gegen das Politdiktat der vollständigen Wasserausleitung. Seit 1990 darf der Isar nunmehr nur ein Teil ihres Wassers zur Energiegewinnung entnommen werden, 4 Kubikmeter pro Sekunde verbleiben im natürlichen Flussbett.

Der Sylvensteinspeichersee kontrolliert den „einstigen“ Wildfluss und verhindert verheerende Hochwasserkatastrophen, die früher in gewissen Zeitabständen regelmäßig auftraten. Allerdings verwandelten die technischen Eingriffe des Menschen den wilden Gebirgsfluss nachhaltig in eine „kultivierte“ Flusslandschaft.

 Isar - einzig verbliebene Wildflusslandschaft Deutschlands

Die Isar unterteilt sich geografisch und hydrologisch (Wissenschaft vom Wasser) in drei Flussabschnitte:

• Die Obere Isar verläuft von den Quellen im Tiroler Karwendel (Hinterautal) über Mittenwald, Krün, Wallgau, den Isarwinkel bis nach Bad Tölz.  Die einzig verbliebene alpine Wildflusslandschaft Deutschlands ist geprägt von Kiesbänken und erhöhter Dynamik einer sich verändernden Flusslandschaft. Seit 1924 wird ein Großteil des Wassers beim Walchenseekraftwerk abgeleitet.

• Die Mittlere Isar verläuft vom Alpenvorland bei Bad Tölz über Wolfratshausen, München und Freising bis nach Landshut. Parallel zum Flussverlauf wird ein Großteil des Wassers über den Mittlere-Isar-Kanal zur Energiegewinnung entnommen. Der Naturwald bildet in diesem Abschnitt das größte geschützte Auenwaldgebiet in Bayern.

• Die Untere Isar verläuft von Landshut über Dingolfing bis nach Plattling durch Niederbayern, wo sie bei Moos (südlich von Deggendorf) in die Donau mündet. 

Foto: Die hölzerne Informationstafel am Zugang zum Quellbereich der Isar im Hinterautal mit der Aufschrift „Isarursprung – Bei den Flüssen" wurde unerlaubterweise zum Hallerangerhaus (1.768 m ü.NHN) versetzt. 

Über die exakte Quellposition scheiden sich die Geister. Vergleichbar mit der Donau, wo die Brigach und Breg die Donau zu Weg bringen bestehen auch über die Isar unterschiedliche Meinungen inwieweit der längere Zufluss oder die historische Bewertung für die Bestimmung der Quellposition entscheidend ist. Der Streit (Glaubensfrage) gründet darauf, ob die als Isarursprung bezeichneten Quellen bzw. Bäche inmitten der Karwendelketten, Gleirsch-Halltal-Kette und Hinttautal-Vompert-Kette auf 1162 m ü.NHN oder der Lafatscherbach als längster Quellbach – welcher ca. 5 km südöstlich vom Hallerangerhaus entspringt - als offizieller Ursprungsort gilt. Die Ernsthaftigkeit der Diskussionen gipfelt z.B. darin, dass das geschnitzte Isar-Holztäfelchen, welches einstmals den Isarursprung „bei den Flüssen“ markierte, zum Hallangerhaus hinaufversetzt wurde (dort entspringt als längster Quellzufluss der Lafatscherbach). Sichtbares Relikt der Schilddeportation ist der Felsnagel, der einst das hölzerne Hinweisschild fixierte.

Im Keltischen wandelte sich der Flussname (isaros = stark reißend) zu Isara, was sich als „die Reißende“ oder „die Schnellfließende“ übersetzen lässt, woraus sich später der Name der Isar entwickelte. Die Isar ist einer der wenigen, aus der Eiszeit übrig gebliebenen Wildflussläufe – wenngleich der Mensch durch umfangreiche Hochwasserschutzmaßnahmen die Isar weitgehend gezähmt hat. Abgesehen, dass „Camping“ im Naturschutzgebiet streng untersagt ist, kann es lebensgefährlich sein, bei Unwetter - in den weitläufigen Trockenkiesgebieten zu nächtigen. Insbesondere unasphaltierte Abschnitte bleiben nach längeren Regenperioden, Stürmen etc. von witterungsbedingten Schäden oftmals nicht verschont. Informationen siehe bayerischer Hochwasser-Nachrichtendienst. Aktuelle Auskünfte über die Befahrbarkeit erteilen die entsprechenden Landratsämter. 

Die Isar verfügt bereits nach kurzem Flusslauf in Scharnitz ein relativ großes Wasservolumen, da sie das wasserreiche Karwendelgebirge entwässert. Nacheinander münden Moserkarbach, Lafatsch, Birkkarbach, Breitgrieskarbach, Hinterkarbach und der Karwendelbach in die Isar. Trotz der Ableitung von Wasser in den Walchensee konnte sich die Isar zwischen Wallgau und dem Sylvensteinspeicher ihren ursprünglichen Charakter bewahren. Unterschiedliche, ständig wechselnde Flussläufe und Kiesbänke prägen diese in Bayern fast einmalige Wildflusslandschaft.

Die bläulich schimmernde Wasserfarbe (im Karwendel u. Isarwinkel) gründet sich - bedingt durch Schnee und Gletschereis - auf den geringen Feinsedimentanteil, was das Sonnenlicht filtert und reflektiert. Im weiteren Flussverlauf reichern sich organische Stoffe an (tierische- u. pflanzliche Rückstände) an, der Mineraliengehalt steigt und Erdabschwemmungen vom Uferrand sowie Klärwerkeinleitungen verändern den Farbton ins grünliche, da Algen und Kleinstorganismen genügend Nahrung finden.

Nach 292 km mündet die Isar (Höhenunterschied 852 Meter) 5 km südlich der niederbayerischen Kreisstadt Deggendorf in die Donau (312 m ü.NHN). Hierbei tritt ein erheblich ungleich verteiltes Niveaugefälle in Erscheinung, dessen Fließgeschwindigkeit optisch wie akustisch wahrnehmbar ist. Vom Isarursprung bis zur 148 km entfernten Landeshauptstadt München (560 m ü.NHN) sinkt das Höhenlevel der Isar um 600 Meter, während sie im verbleibenden 158 km langen Abschnitt bis zur Mündung nur noch um 248 Meter abfällt. Auch dieser Flussteil ist von einem ungleich ausgeprägten Niveaugefälle gekennzeichnet. Zwischen München und Freising (448 m ü.NHN) verliert die Isar auf 33 km Flussstrecke 112 Meter an Höhe, während der Schlußabschnitt bis zur 125 km entfernten Mündung nur noch um 136 hm absinkt. Für Wasserfahrzeuge über eine Floßgröße hinaus ist die gesamte Flussstrecke nicht schiffbar. Mit einem Abfluss von 175 Kubikmetern/sek (Plattling) zählt die Isar nach der Donau, Inn und Salzach zum viertwasserreichsten Fluss Bayerns. 

Der wichtigste Nebenfluss ist die – im bayerischen Voralpenland entspringende – und in Moosburg mündende Amper (185 km), gefolgt von der Loisach (Mündung Wolfratshausen) und Moosach, welche sich bei Freising in die Isar ergießt. Aus Umweltschutzgesichtspunkten hat die Binnenschifffahrt auf der Isar glücklicherweise keine Bedeutung, da der Fluss nicht schiffbar ist. Allerdings wurde bereits 1806 mit dem Ausbau für Hochwasserschutz und Wasserkraftnutzung begonnen. Der Fluss wurde im 19. u. 20. Jhrd. begradigt, kanalisiert, mehrfach aufgestaut und große Mengen an Flusswasser abgeleitet, was drastische ökologische Folgen hatte. Der Ausbau der Isar im 19. Jahrhundert sowie der Bau des Hochwasserschutzes mit einem begleitenden Deichsystem im 20. Jahrhundert haben dem Fluss enorm viel von seiner Ursprünglichkeit und Gestaltungskraft genommen. Zudem wurde die Isar im Zuge der aufkommenden Stromerzeugung an vielen Stellen aufgestaut.

Insgesamt wird das Fliessgewässer von 28 Kraftwerken zur Energiegewinnung genutzt. Die zahlreichen Wehraufstauungen vermindern die Fließgeschwindigkeit, was die Wassertemperatur erhöht. Trotz der massiven Eingriffe in das ökologische Gleichgewicht gibt es reichhaltigen Fischbestand. Während am Oberlauf bis Lenggries hauptsächlich Forellen, Barben, Äschen, Erlitzen und Koppen vorkommen, überwiegen von München flussabwärts Brachsen, Karpfen, Rotaugen und Hechte. Erfreulicherweise wurden in den letzten Jahrzehnten durch Ausweisung von Natur- Landschaft- und Vogelschutzgebieten und Restwassermengenerhöhung umweltfreundlichere Rahmenbedingungen geschaffen. Seit dem Jahr 2000 sind auf dem Flussabschnitt vom Oberföhringer Wehr (Stadtgrenze München) bis über Moosburg hinaus (= Mittlere Isar) umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen in Gange. 

Flussbegradigungen, Kanäle, Wehre, Kraftwerke - auf vielen Streckenabschnitten zeugt die wirtschaftliche Nutzung des Flusses von künstlichen Natureingriffen des Menschen. Gottlob wurden zwischenzeitlich einige "Flussbausünden" korrigiert. So wurde die Isar im Münchner Süden weitgehend renaturiert und in ein veritables Naherholungsgebiet verwandelt. Von der Großhesseloher Brücke bis in die Innenstadt hinein wurde einst die schnurgerade Fließrichtung in einen weniger gezähmten Verlauf umgeändert. Wo früher Uferbefestigungen eine Barriere für Menschen bildeten, kann man heute wieder ungehindert den Fluß erreichen.