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Grenzüberschreitender Schwarzachtal-Radweg
Foto: Mäandernde Schwarzach kurz vor der Naabmündung bei Schwarzenfeld
Kurzportrait
Der Schwarzachtal-Radweg verläuft durch den Oberpfälzer Wald, der zwischen dem Fichtelgebirge und dem Bayerischem Wald liegt. Vorfreude auf berechtigt, denn die abwechslungsreiche Radtour tangiert herrliche Landschaftsabschnitte im Naturpark Oberpfälzer Wald, dem nördlichen Oberpfälzer Seenland, den Naturpark Oberer Bayerischer Wald sowie den wildromantischen Böhmerwald. Da die Schwarzach zwischen Neunburg vorm Wald und Rötz zum Hochwasserschutz und zur Stromgewinnung aufgestaut wird, sorgt die 8 km lange Passage entlang des Eixendorfer Sees (100 Hektar) - in dem die Orte Eixendorf, Wutzschleife, Höllmühle, Obermühle, Seebarnhammer samt Bahnlinie versanken - für abwechslungreiche Ausblicke. Gleiches gilt für den Perlsee bei Waldmünchen (21 Hektar) und dem Silbersee (55 Hektar) nahe Treffelstein. Die Naturkulisse mit ihrer sanften Hügellandschaft und naturbelassenen Flussauen berührt die Sinne und gräbt sich tief ins Gedächnis ein.
Von Schwarzenfeld im Oberpfälzer Wald aus radelt man über Neunburg v.W. bis Hillstett am Eixendorfer Stausee 40 km im Lkrs. Schwandorf, bevor der Naturpark Oberer Bayerischer Wald im Lkrs. Cham seine Landschaftsbühne" bis hinter den Perlsee an der Landesgrenze Höll/Liscova (28km) ausbreitet. Grenzüberschreitend genießt man versteckte Kleinode im ursprünglich gebliebenen Böhmerwald (Ceský les) in der Pilsner Region (Plzenský kraj) im Okres Domažlice (Bezirk Taus), der nach 34 km bei Ples/Friedrichshäng verlassen wird. Es folgt ein 12 km langer Abschnitt bis Charlottental im Lkrs. Schwandorf, bevor sich via Stadlern und Treffelstein entlang des Silbersees im Naturpark Oberer Bayerischer Wald der Kreis am Zielort Kritzenast (18 km) schließt.

Allein die Radwegebeschilderung lässt eine immense Routenvielfalt erahnen. Ein abwechslungsreiches Wegenetz, das rund um die größten Seen Ostbayerns im Oberpfälzer Seenland und entlang idyllischer Fluss- und Weiherlandschaften Garant für viel Fahrspaß ist. Unabhängig von den überregionalen "Transitrouten" (Fernradwege) nehmen beim Radverkehrsknoten am Schwarzenfelder Rathaus drei weiterere Radwege ihren Ausgang: Schwarzachtal-Radweg, Naab-Regen-Radweg nach Nittenau (33 km) und Schweppermann-Radweg nach Neumarkt i.d.OP. (81 km).

Abgesehen vom vielfältigen Rad- und Wassersportpotential hat Schwarzenfeld auch kulturell und geschichtlich einiges zu bieten. Allen voran das schmucke Schwarzenfelder Schloss, welches markant das Ortsbild prägt und dessen Geschichte bis ins frühe Mittelalter zurückreicht. Genauer gesagt bis ins Jahr 1015, als es erstmals in einer Schenkungsurkunde von Kaiser Heinrich II. erwähnt wird. Seit 1995 ist das sehenswerte Baudenkmal ein Tagungs- und Erholungshotel, das von seinem herrschaftlichem Charme jedoch nichts eingebüßt hat. Daher ist es bis heute ein sehr beliebtes Fotomotiv.
Eine weitere Sehenswürdigkeit - das Wahrzeichen der Marktgemeinde - trohnt etwas außerhalb vom Ortskern auf dem 600 m hohen Miesberg: die Wallfahrtskirche Hl. Dreifaltigkeit.

Unweit vom ehemaligen Schlossgebäude entfernt, führt eine kurze Schleifenverbindung hinab ans Naabufer (siehe Foto). Hier ist erhöhte Vorsicht geboten, da an der Radwegeeinmündung im spitzen Winkel links abgebogen wird. Wir empfehlen das Rad über das schmale Steilgefälle sicherheitshalber hinab zu schieben.
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| © Markt Schwarzenfeld |
Schwarzenfeld verfügt zwar eine hervorragende Straßen- (A 93) und Schienenanbindung (Bahnstrecke Regensburg–Weiden; Nürnberg–Irrenlohe), dennoch ist die Anreise per Rad eine Überlegung wert. Wer zum Startort radelt kann sich glücklich schätzen, denn so wie im Imperium Romanum einst alle Wege nach Rom" führten, führen etliche Radwege nach Schwarzenfeld und formieren am Rathaus einen wichtigen Radverkehrsknotenpunkt. Demzufolge bilden der Naabtal-Radweg, Schweppermann-Radweg, Oberpfälzer Seenland-Radweg, Bayerisch-Böhmischer Freundschaftsweg, Radfernweg Bayern-Böhmen, Themenradwege der Oberpfälzer Radl-Welt und Naab-Regen-Radweg ein engmaschiges Radwegenetz, weswegen die Marktgemeinde ein idealer Ausgangspunkt bzw. Etappenziel von Ein- oder Mehrtagestouren ist.

Foto: Bahntrassenbeginn in Wölsendorf
Direkt neben der Bahnhofstraße in Wölsendorf befindet sich auf der rechten Seite der Startpunkt des Bahntrassenabschnitts, den gleich drei populäre Fernradwege auf ihren Weg Richtung Böhmen nutzen.
Schautafeln und neuerdings ein aufsehenerregendes Denkmal erregen hier die Aufmerksamkeit. Das schmucke Denkmal erinnert an die bedeutsame Bergbau-Vergangenheit, als in den Gruben wie dem Marienschacht und dem Heinrich-Kocher-Stollen von 1937 bis 1979 begehrter Flussspat (Fluorit) gefördert wurde und Bergleuten aus umliegenden Dörfern über vier Jahrzehnte hinweg die berufliche Existenz sicherte.

Der vom ortsansässigen Bergknappenverein errichtete Platz enthält Originalteile aus dem Bergbau: ein Schachtaufzugskorb, zwei Loren und ein Wurfschaufellader. Eine Informationstafel ist in Planung, ebenso ist eine Flussspat-Ausstellung im Dorfstodl angedacht, um mit all den Aktionen die Erinnerungskultur an die glorreiche Bergbauvergangenheit wach zu halten.

Zwischen Wölsendorf und Zangenstein verläuft der Bayerisch-Böhmische Freundschaftsweg auf einer Länge von 13 km auf identischer Wegstrecke mit dem Schwarzachtal-Radweg, sowie auf einem weiteren Streckenabschnitt zwischen Weberhäuser und Schwarzach (9 km), während der »Radfernweg Bayern-Böhmen« bereits seit Schwarzenfeld ebenfalls bis Zangenstein (16.4 km) Wegbegleiter ist.
7 Kilometer hinter Neunburg v.W. strebt man einem echten Landschaftshighlight dieser Radtour zu. Die Schwarzachtal-Radtour schlängelt sich kurz nach der Jedesbachermühle auf einer Länge von 8 km sanfthügelig (244 hm) entlang des Südufers des Eixendorfer Stausees nach Hillstett.

Kurz vor dem Oberpfälzer Handwerksmuseum in Hillstett wird der Lkrs. Cham erreicht und quert neben einem Infopavillon über die Schwarzachtal-Brücke das Flüsschen.

Östlich von Hillstett mit Blick auf den Golfplatz beim Hotel “Die Wutzschleife” verlässt der Weg den Eixendorfer Stausee und folgt zwischen imposanten Felsdurchbrüchen der Schwarzach flussaufwärts auf der ehemaligen Bahntrasse bis nach Rötz (3.256 Einwohner), das auf einer Anhöhe am nördlichen Flussufer liegt. Der Radweg führt südlich der Stadt durch zumeist ackerbaulich genutzte Auen über Gmünd nach Steegen.
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| © LRA Cham |
Der »Naturpark Oberer Bayerischer Wald« wird von einem 1.200 km langen Radwegenetz durchzogen, bei dem der Schwarzachtal-Radweg den nördlichen Landkreis Cham erschließt. Touristisch gliedert sich der »Naturpark Oberer Bayerischer Wald« in die Urlaubsregionen 'Vorderer Bayerischer Wald', 'Land der Regenbogen', 'Kötztinger Land' und 'Lamer Winkel'. Der 180 000 ha große »Naturpark Oberer Bayerischer Wald« welcher zum Schutz der Naturlandschaft durch den Zusammenschluss der Naturparke von Roding, Cham, Kötzting, und Waldmünchen 1973 gegründet wurde, bietet Outdoorsportlern wie Naturliebhabern ein unerschöpfliches Refugium. Die Großlandschaften des Oberpfälzer Waldes und des Bayerischen Waldes werden durch die Cham-Further Senke voneinander getrennt, deren geschichtsträchtiger Naturraum der Chambtal-Radweg in nordwestlicher Richtung großflächig durchquert.

Eine Dampflokomotive der Baureihe 64 aus dem Jahr 1934 erinnert an die nostalgische Eisenbahnerzeit der ehemaligen Eisenbahnlinie Neunburg vorm Wald - Rötz.

Je weiter man Richtung Osten radelt, umso formatfüllender hebt sich am Horizont das bayerisch-böhmische Grenzgebirge mit dem Gibacht und dem Cerchov (1.042 m ü.NN) ab, der bereits in Tschechien liegt. Ab Schönthal geht es weiter durch die weitläufige Flussaue, worauf sich nach einem Linksabzweig eine wunderschöne Waldpassage zur Thurauer Mühle anschließt.
Neben dem Schwarzachtal-Radweg verläuft auf Teilabschnitten auch die Südroute (1. Etappe) der beliebten TRANS BAYERWALD.
Thurauer Mühle

Kurz vor Thurau werden bei der ehemaligen Thurauer Mühle die Schwarzach und der Triebwerkskanal überquert. Es lohnt sich allemal hier vom Sattel zu steigen und das historische Baudenkmal genauer in Augenschein zu nehmen. Mühlenbesitzer Max Rohrmüller hat die Thurauer Mühle in mehreren Jahren aufwendig und liebevoll umgebaut, sodass der historische Charme der ursprünglichen Gemäuer mit modernen Stilelementen erhalten blieb. Damit das lebt das frühere Handwerk und die alte Mühle als Kulturgut für die nächsten Generationen fort. In dieser Region gab es entlang der Schwarzach zu früherer Zeiten etliche Mühlen, Glasschleifen und Hammerwerke.

Max und Margit Rohrmüller möchten mit der umfangreichen Restauration das Erbe ihrer Vorfahren und heutiges Vorzeigeobjekt der gesamten Region erhalten und bewahren. Die Thurauer Mühle ist ein jahrhundertealtes Gebäude, das die rustikale Mechanik einer Getreidemühle um 1900 originalgetreu wieder aufleben lässt.

Streckengabelung
Nach 58 km steht in der Ortschaft Kritzenast (Ortsteil von Waldmünchen) eine Richtungsentscheidung an, denn hier zerteilt sich der Schwarzachtal-Radweg in zwei Wegschleifen die gemeinsam eine Rundstrecke bilden. In östlicher Fahrtrichtung nach Waldmünchen folgt der Radweg der Böhmischen Schwarzach, der zugleich den offiziellen Wegeverlauf entgegengesetzt im Uhrzeigersinn repräsentiert. Wer jedoch zuerst die Bayerische Schwarzach erkunden möchte biegt links auf die nördliche Option Richtung Treffelstein ab, die am Zusammenfluss der Bayerischen und Böhmischen Schwarzach vorbeiführt. Unerheblich der Fahrtrichtung weist die Rundschleife (ab/an Kritzenast) eine Streckenlänge von 74 km auf. Vom Ferienpark Perlsee sind es bis zum deutsch/tschechischen Grenzübergang Höll/Liscova (KM 68) noch 3.5 km. Der 34 km lange südwestböhmische Teilabschnitt ist durch hügelige Topographie in kaum besiedelter Waldlandschaft gekennzeichnet, wo nahe der Wüstung Ples der Scheitelhochpunkt (785 m ü.NN.) überwunden wird.
Waldmünchen

Ein Abstecher nach Waldmünchen - Grenzstadt der Trenckfestspiele - und staatlich anerkannter Luftkurort im Bayerischer Wald ist lohnenswert, zumal der neu gestaltete Marktplatz Cafes und Eisdielen mit Freisitzen gerade mal 1.5 km vom Originalstreckenverlauf entfernt liegt.
Foto: nach der Waldmünchner Radrundfahrt (Breitensportveranstaltung) ist gemütliches Chillen angesagt
Der liebens- und erlebenswerte Urlaubsort - respektive das Waldmünchner Urlaubsland - bietet insbesondere Radfahrern, Gravelbikern und Mountainbikern jede Menge Aktionspotential mit Spaßgarantie. Waldmünchen (6.565 Einwohner) liegt eingebettet zwischen den Mittelgebirgsgipfeln Gibacht, Hohenbogen und Cercov und ist umgeben von Wäldern, Wiesen und Seen. Ein Pfund mit dem es sich touristisch hervorragend wuchern lässt. Umso mehr, als dass sich das Wander- und Radlparadies im Naturpark Oberer Bayerischer Wald auch grenzenlos hinüber in den geheimnisvollen Böhmischen Wald erstreckt.




