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  • Goldener Herbst (Regental-Radweg)
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  • Stimmungsvolle Herbstlandschaft entlang des Regental-Radweg
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  • Abendstimmung in Regensburg (Regental-Radweg)
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  • Inspirierende Naturkulisse entlang des Naabtal-Radwegs
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  • Inspirierende Naturkulisse beim Naabtal-Radweg
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  • Bahntrassen-Eldorado Falkenstein-Radweg
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Herbstimpressionen

Die Sommersaison ist abgehakt - vorbei ist die sonnenverwöhnte Kurzarm-Zeit. Regenschauer, sinkende Temeraturen und auffrischende Winde haben den Jahreszeitenwechsel eingeläutet. So mancher Zeitgenosse hadert wehmütig der warmen Sommerzeit hinterher, zumal abrupte Wetterumschwünge als radikale Zäsur empfunden werden. Nach dem Altweibersommer ist in aller Regel Schluss mit eitel Sonnenschein und spätsommerlicher Wärme, da Tiefdruckgebiete zunehmend Kurs auf's europäische Festland nehmen und uns dicke Wolkenbänke mit schauerartigen Regenwalzen bescheren.  

Unabhängig davon sind Niederschläge nach monatelangen Dürre- und Hitzeperioden insbesondere für die ohnehin geschwächten Wälder bitter nötig. Seit Jahren leidet der Wald an akutem Trockenstress. Laut Experten stellt massiver Niederschlagsmangel die bedeutendste Auswirkung des Klimawandels auf das Waldwachstum dar.

Meteorologisch beginnt der Herbst am 1. September und endet am 30. November, astronomisch betrachtet erstreckt er sich vom 22. September bis zur Wintersonnenwende am 21. Dezember.

Auch wenn das Wetter rauher und kälter wird und uns Wetterumschwünge mit Kaltfronten, Stürmen und Niederschlägen beschert, so sind es doch gerade die klimatischen Gegensätze die den Liebreiz der Goldenen Jahreszeit ausmachen. Die dritte Jahreszeit prunkt mit farbenprächtiger Vegetation sowie goldenem Herbstlaub und ist mit zahlreichen Feiern wie z.B. Halloween oder dem Erntedankfest traditionell tief verwurzelt. 

Naturgewächse folgen einem genetisch festgeschriebenen Entfaltungsprozess

Frühling, Sommer, Herbst und Winter teilen das Leben der Menschen in wiederkehrende Zyklen ein. Jahreszeitlich bedingte Schwankungen charakterisieren die Grundprinzipien des Lebens, wonach sich die Natur ausrichtet. Bäume, Pflanzen und Sträucher folgen im Jahresablauf einem genetisch festgeschriebenen Entfaltungsprozess.

Der Herbst beschert uns die farbenprächtigste Jahreszeit. Ob er als ultimativ schönste Jahreszeit wahrgenommen wird, liegt natürlich primär im Auge des Betrachters. Erste zaghafte Herbstverfärbungen - wie beispielsweise bei der Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii) - sind je nach Witterung bereits Anfang September zu beobachten. Der sommergrüne Strauch ist unter Hobbygärtner wegen seiner weißen Blüten, der kupferroten Blätter-Tönung, seiner prächtigen Herbstfärbung sowie schmackhaften Früchte als Zier- wie Nutzgehölz sehr beliebt.

Zur herbstlichen Farbenpracht gehört auch der Vogelbeerbaum (Sorbus aucuparia), deren rote Beeren für Insekten, Vögel und Säugetiere eine wertvolle Futterquelle sind. Bis zum Winter hin verabschiedet sich der sommergrüne Baum mit einer furiosen Laubfärbung. Die Farbkomposition wird durch die beständigen Blüten der Einjährigen, des Sonnenhut-, Astern-, Eisenhut- und Silberkerzensortiments, der Dahlien und des Fruchtbehangs von Obst- und Zierobstgehölzen und Sträuchern noch bunter und reichhaltiger. Dazu gesellen sich noch braungelbe Linden, goldgelbe Kletterhortensien, knallrote Ahornbäume, wilder Wein und weinrote Ebereschen - allesamt Emporkömmlinge eines zauberhaften Naturspektakels.

Da Bayern ein dichtes Radwegenetz entlang an Seen, Flüssen bzw. durch großflächige Waldgebiete verfügt und überdies Mittelgebirge und die Voralpenregion mit farbenfroher Naturlandschaft und Panoramasicht locken, ist es angebracht die Gunst der Zeit zu nutzen. Tatsächlich gibt es keine reizvollere Jahreszeit, als im Goldenen Herbst vergnügt mit dem Rad durch's farbenfrohe Landschaftsensemble zu gondeln. Solange sich die Vegetation augenscheinlich von ihrer Schokoladenseite zeigt und man sich als aufmerksamer Betrachter sinnlich daran ergötzen kann sollte das begrenzte Zeitfenster unbedingt genutzt werden, bevor sich im November neblige Tristesse, diffuses Tageslicht und nasskaltes Wetter breit macht.

Das Naturschauspiel von dezenten Pastellfarben bis zu flammroten Feuertönen - besprenkelt mit wechselnden Licht-Schatteneffekten - verfehlt seine faszinierende Wirkung nicht. Braungelbe Linden, goldgelbe Kletterhortensien, herausstechend knallrote Ahornbäume, wilder Wein und weinrote Ebereschen spenden jedem Landschaftsgepräge ein unverwechselbares Antlitz. Je nach Art und Standort schwanken beim Ahorn die Töne von Goldgelb über feuriges Orange bis hin zu kräftigen Rot- und Purpurtönen. 

Die Zeitspanne der Herbstfärbung erstreckt sich von September bis Ende November über 3 Monate hinweg. Den Schlußpunkt der Färber setzt u.a. die Rot-Buche (Fagus sylvatica), der Eisenholzbaum (Parrotia persica) und die Sumpf-Zypresse (Taxodium distichum). 

In die dritte Jahreszeit fällt auch die Apfelernte. Je nach Apfelsorte hängen die reifen Früchte manchmal bis weit in den November hinein an den Bäumen (obiges Bild wurde am 6. November im Fichtelgebirge aufgenommen). Das farbenprächtige Obst - umgeben von Raureif - könnte die krassen Kontraste dieser Jahreszeit nicht besser widerspiegeln. 

Die Pflanzengattung der Kernobstgewächse umfasst bis zu 55 Arten laubwerfender Bäume und Sträucher, von denen einige Arten bzw. Sorten im Herbst purpurnes Laub tragen. Anmerkung: Wer sich in "freier Wildbahn" an unbehandeltem Obst erlabt, führt seinem Körper weit mehr gesunde und verwertbare Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zu, als dies künstlich (chemisch) hergestellte Vitaminpräparate (Nahrungsergänzungsmittel) jemals vermögen könnten.

In manchen Gegenden scheinen einem die Früchte in den Mund zu wachsen, wie das Bild oben zeigt (Falkenstein-Radweg). Umso mehr macht es in punkto Ökobilanz nachdenklich, wenn angesichts schadstoffbelastender Transportwege südamerikanische Äpfel gekauft werden, wo hierzulande jährlich hundertausende Tonnen Obst verrotten. 

Herbstimpressionen

Frühling, Sommer, Herbst und Winter – zuverlässig folgt eine Jahreszeit auf die nächste und gibt Tieren wie Pflanzen einen saisonalen Rhythmus vor. Dabei spiegelt der Wechsel der Jahreszeiten sich auch in menschlichen Genen wider, wie Forscher vom Diabetes and Inflammation Laboratory der Universität Cambridge festgestellt haben.

Wenn Petrus schlechte Laune hat, kann's schnell ungemütlich werden. Umso mehr, wenn man auf dem Rad quasi kalt erwischt wird und den Wetterkapriolen schutzlos ausgeliefert ist. Dann ist Schluß mit lustig. Regen, Kälte und Windböen können einem den Spaß an der Freud gründlich verderben. So mancher Radfahrer streicht dann endgültig seine Segel, d.h. die Saison ist für ihn gelaufen. Erst recht, wenn neben den unwirtlichen Witterungsverhältnissen erste Nachtfröste einsetzen. Wärmeverwöhnte Schönwetterradler setzen spätestens dann den kategorischen Schlußpunkt. Nichts desto trotz wächst die Zahl der Ganzjahresfahrer beständig. Radfahren in der kälteren Jahreszeit ist schon längst kein Etikett mehr für eine hartgesottene Minderheit. 

Dabei ist raues Herbstwetter beileibe kein Grund, sich zu Hause zu verkriechen und Trübsal zu blasen. Ausgerechnet in einer Zeit, wo die Natur beginnt sich gewissermaßen aus dem "Ei zu pelen", wäre es ein unseliger Entschluss sein Gefährt winterfest einzumotten und voreilig das Handtuch zu werfen. Schließlich geht die Radsaison im Herbst nicht nur in die Verlängerung, sondern sie strebt einem Höhepunkt entgegen bei dem sich die Natur von der prunkvollsten Seite entpuppt.

Zweifelsohne kostet es Überwindung, sich aufzuraffen und den inneren Schweinhund zu überlisten, wenn's draußen kalt und nass ist. Doch wer sich des geläufigen Spruchs entsinnt, dass es kein schlechtes Wetter, sondern nur falsche Kleidung" gibt, kapituliert deswegen nicht. Wer sich rechtzeitig auf die klimatischen Veränderungen einstellt, sich entsprechend kleidet und einige elementare Grundregeln beachtet, vermag jedem Wetter bzw. Jahreszeit ein Schnippchen zu schlagen. 

 Altweibersommer

Die Bezeichnung Altweibersommer beschreibt eine Phase gleichmäßiger Witterung im Herbst, vornehmlich Ende September und Oktober, die durch ein stabiles Hochdruckgebiet und ein warmes (sonniges) Ausklingen des Sommers gekennzeichnet ist.    

Meteorologen behaupten gerne, der Altweibersommer sei der einzige "Sommer," auf den Verlass ist. Andere sprechen von einer fünften Jahreszeit: einerseits ist die heiße Zeit des Sommers bereits vorbei, die Nächte oft schon recht kühl, andererseits hat der Herbst noch nicht so richtig Einzug gehalten.

Doch nun zur Herkunft des Begriffs Altweibersommer, der nichts mit Seniorinnen zu tun hat. Vielmehr wurde mit dem Begriff "weiben" (Altdeutsch) das Knüpfen von Spinnweben bezeichnet. Bei sonnigem Wetter kühlt es sich in klaren Nächten stark ab, so dass in den Morgenstunden durch den Tau die Spinnenweben deutlich zu erkennen sind. Die feinen Fäden glitzern im Licht ähnlich langem, silbergrauen Haar. 

Die Färbung der Blätter im Herbst fußt auf einen chemischen Prozess: Blätter enthalten den grünen Farbstoff Chlorophyll. Werden die Tage und Nächte kälter, bauen Bäume das Chlorophyll ab. Wichtige Stoffe werden zum Beispiel im Stamm gespeichert. Übrig bleiben die Farbstoffe Carotinoide — die die Blätter gelb und orange färben, während Anthocyan die Blätter rot werden lässt.

Selbstverständlich steht der Herbst nicht allein für Regen, Wind, Kälte und Einheitsgrau Pate - ganz im Gegenteil. Jedes Jahr vollzieht sich nämlich ein beeindruckendes Naturschauspiel, wenn sich die Blätter verfärben und die Landschaft abwechselnd in warmen Gelb-, Rot- und Brauntönen erstrahlt. Neben abgeernteten Feldern und umgepflügten Äckern ist die Landschaft von einer überschwänglichen Farbenpracht gekennzeichnet. Allen voran Baumarten wie der Spitz-Ahorn (weltweit gibt es rund 200 verschiedene Ahorn-Arten) und die Hainbuche leuchten überaus kräftig. Die Farbtöne reichen von Goldgelb über feuriges Orange bis hin zu kräftigen Rot- und Purpurtönen samt aller Übergänge und Farbverläufe. Der Rot-Ahorn (Acer rubrum) zählt hierzulande - a la Indian Summer im östlichen Teil Nordamerikas - zu den auffälligsten Hauptakteuren des herbstlichen Farbspektakels. 

Auch die Blätter des Essigbaums (Rhus typhina) verfärben sich von gelb zu leuchtend orange ins Rot bis sie schlussendlich braunrot werden. Praktisch leuchtet hier das gesamte Herbstfarbenspektrum.  

Dabei ist Herbstfärbung nicht unbedingt gleich Herbstfärbung, denn das Farbenspiel vieler Laub- und Nadelgehölze weist Unterschiede nicht nur je nach Gehölzart auf, sondern selbst innerhalb ein und derselben Art lässt sich eine Vielzahl von Nuoncen an schillernden Farben beobachten. Neben der Lage - ob der Standort sonnig oder schattig ist spielt eine entscheidende Rolle - und genetischer Veranlagung gesellen sich auch Einflüsse der jeweiligen Witterungsbedingungen hinzu, weshalb mithin erhebliche Unterschiede im zeitlichen Ablauf, in Farbtönen und der Intensität vorkommen. Leuchtend rote Farbtöne können sich nur dann entwickeln, wenn der Standort zumindest zeitweise besonnt ist.

Hurra der Herbst ist da! Die Jahreszeit bietet reichlich Gelegenheiten, an diversen Kraftorten der Natur neue Energien zu schöpfen. Vor allem stabile Hochdruckwetterlagen sollten für ausgedehnte Radtouren genutzt werden, um die Naturpracht leidenschaftlich auszukosten.

Das Frühjahr belebt - der Herbst inspiriert - sagt der Volksmund. Sicherlich was Wahres dran. Wer im Herbst sein Rad winterfest einmottet, verpasst ein grandioses Naturschauspiel sondersgleichen. Denn Mutter Natur läuft buchstäblich zur visuellen "Hochform" mit beeindruckender Kulisse auf. Dabei greift sie tief in die "Farbtöpfe" und verpasst sich ein Antlitz in unterschiedlichsten Farbtönen. Wenn Sonnenstrahlen das Land durchfluten und zwischen Bäumen, Ästen und Baumkronen hindurch blinzeln, verwandelt sich der laubbedeckte Boden in ein goldenes Blättermeer.

Gerade der Goldene Oktober lädt mit lauen Temperaturen, Schönwetterperioden und guter Fernsicht auf den Hochlagen zu ausgedehnten Tagestouren ein. Farbgetupfte Laubbäume, säuselnder Wind, herabfallendes Laub und Blätterrauschen versprühen dabei ihren charakteristischen Charme. Die Farbpalette reicht vom satten Rot, Sonnengelb, leuchtend Orange bis hin zu Purpur. Eine herausstechende Optik, die den Herbst so faszinierend macht und ihn von den anderen Jahreszeiten signifikant unterscheidet. Die lebendige Schönheit der Natur entfaltet sich am glanzvollsten, sobald Sonnenstrahlen die Vegetation zum Leuchten bringt. Reißt die Wolkendecke auf, prunkt das Landschaftsensemble in all erdenklichen Farbschattierungen. Besonders das flammend Rot-Orange der Lärchen sticht dann aus der golden- braun und gelb schimmernden Farbenpracht heraus. Eine unglaubliche Facettenvielfalt, getragen von melancholischer Vergänglichkeit. Frühmorgendlich lässt sich ein sehr spezielles Schauspiel beobachten, wenn zarter Morgentau behutsam Grashalme umhüllt und winzige Tröpfchen im aufgehenden Sonnenlicht wie unzählige Kristalle gleißen. 

Gleichsam ist die Jahreszeit geprägt von klarer, frischer Luft, Nebelschwaden, azurblauem Himmel und goldgelb schimmerndem Laub. Dreingaben von Mutter Erde, die unsere Sinne unaufhörlich auf Trab halten. Genau deswegen sollte jede freie Minute genutzt werden dem Alltag zu entfliehen und sich voller Tatendrang ins berauschende Naturerlebnis zu stürzen. Abgesehen davon ist der Herbst mit Halloween und dem Erntedankfest untrennbar verbunden. 

Ob Tageausflug, Wochenend-Trip, spontane Feierabendrunde, anstrengende Bergtour, erholsame Flachetappe oder entschleunigtes Bahntrassen-Cruisen - letzten Endes ist es egal, Hauptsache raus an die frische Luft und hinein ins pralle Naturvergnügen.

Auch wenn die Tage kürzer werden, die Temperaturen merklich abkühlen und Herbststürme über’s Land ziehen, so bieten wabbernde Nebelbänke, Laubbahnen und gefärbtes Blattwerk eine kontrastreiche Kulisse. Eine faszinierende Aura, die jeden Naturliebhaber in den Bann zieht. Die Bezeichnung "Goldener Herbst" kommt nicht von ungefähr, denn die Natur dekoriert ihr anmutendes Erscheinungsbild zum regelrechten Schaufenster. Wer achtsam in die Botanik eintaucht wird Teil des Ganzen und nimmt die chamäleonartige Verwandlung unvermittelt wahr. Ein echter Stimmungsaufheller, der ungeahnte Kräfte weckt und der Psyche gut tut. Bevor aufziehende Herbststürme die Farbenpracht endgültig von den Bäumen bläst ist es an der Zeit, sich möglichst oft in den Sattel zu schwingen. Zeit hat man nicht, Zeit muss man sich nehmen. Abschalten, runter kommen und beim Pausieren die Blicke schweifen lassen bis man selbstvergessen offenen Auges zu Träumen beginnt. Entspannende Glücksmomente, in denen die Zeit stehen zu bleiben scheint und uns enorm viel Lebensfreude schenkt. 

 

Wenn die Tage kürzer und die Lichtstärke schwächer wird, kann aufkommenden Stimmungsschwankungen am besten mit Aktivität in der freien Natur begegnet werden. Was liegt also näher als sich das Rad zu schnappen und dem Anflug einer Winterdepression einfach davon zu radeln. Im leidenschaftlichen Genuss verbirgt sich ein Lebensquell, der die Seele tief berührt.

Wird der chamäleonhaften Schönheit der Natur mit geschärften Sinnen begegnet, zoomt das Fest der Eindrücke unweigerlich das Herz auf. Visuelle Eindrücke, Sonne- Wolken-Mix mit wechselnden Lichtverhältnissen bergen subtile Reize die wie Balsam für die Seele wirken. Sinnesreize, über die sich Radfahrer glücklich schätzen dürfen, da sie den Wechselmodus des Garten Eden aus unmittelbarer Nähe erleben.

Wetter hin oder her, die Vorzeichen für herbstliche Radtouren könnten nicht besser sein, wenn die bilderbuchartige Herbstlandschaft vom tiefen Sonnenstand quasi als Weichzeichnung in samtenfarbenes Licht getaucht wird. Fahrspaß, kombiniert mit einer visuellen Reizflut setzen energetische Energieschübe frei. In diesem Sinne viel Spaß in der inspirierenden Naturlandschaft.

Nachhaltige Gesundheitseffekte 

Radtouren durch die herbstlich geschmückte Gala-Landschaft bieten ideale Voraussetzungen Körper, Geist und Seele ins Lot zu bringen. Je länger man selbstvergessen im Wohlfühltempo dahin cruist und achtsam einströmende Naturreize wahrnimmt, desto eher stellt sich das Gefühl von Freude, Zufriedenheit und Glückseeligkeit ein. Ein Effekt der ausgeschütteten Hormonen und körpereigene Botenstoffe wie Dopamin und Serotonin - gemeinhin als Glückshormone bekannt - zuzuschreiben ist. Damit steigert sich nicht nur das kurzzeitige Wohlbefinden, sondern Freude gepaart mit Natureindrücken wirken durchaus nachhaltig. Man könnte von einer "homöopathischen" Wirkung sprechen, die den sogenannten "November-Blues"- vertreibt und sicherlich besser (weil gesünder) ist als jegliches Antidepressivum. Es bewahrheitet sich einmal mehr die Volksweisheit: „Jeder ist seines Glückes Schmied“.  

Wie gesund Radfahren tatsächlich ist, wurde in zahlreichen wissenschaftlichen Studien hinlänglich belegt. So beugt die Bewegungsaktivität nicht nur zahlreichen Krankheiten vor, sondern stärkt darüber hinaus Psyche, Körper und den Geist. Die gleichmässige Kurbelarbeit schont die Gelenke, trainiert die Muskulatur und die Atemwege, regt den Fettstoffwechsel an und stärkt das Immunsystem. Dazu vestärkt es die Durchblutung im Gehirn. Zudem wird durch die körperliche Belastung das Protein BDNF (engl.: brain-derived neurotrophic factor) produziert, das die Neuronenproduktion unterstützt. So werden neue Nervenzellen gebildet bzw. deren Verbindungen (Synapsen) vervielfältigen sich. 

Wird die bezaubernde Natur mit Muße und Achtsamkeit wahrgenommen, lässt sich der ständige Wechselmodus des Garten Eden Stück für Stück bewußt begleiten. Ein Augenschmaus, der bereichert und jeden naturverbundenen Menschen verzaubert. Im Gegensatz zu sommerlichen Hitzeperioden sind herbstliche Radausflüge bei gemäßigten Temperaturen sogar angenehmer.

Besonders Mittelgebirgshochlagen wie z.B. der Bayerische Wald bieten bis weit in den November hinein phantastische Bedingungen. Während in Flussniederungen und Tallagen zähe Nebelschwaden wabbern, strahlt auf den Bergen häufig die Sonne.

 Im Herbst und Winter schlägt die Stunde für Cyclorosser, Gravelbikes und Mountainbikes. Insbesondere eine breite, gut profilierte und widerstandsfähige Bereifung eignet sich bestens für nassen, rutschigen Untergrund. 

Pflanzen sind in der Lage sich gegen Gefahren zu wehren und untereinander sogar kommunizieren. Werden z.B. Ahornbäume von Schädlingen befallen, produzieren sie einen chemischen Stoff, den danebenstehende Bäume "wahrnehmen" und Abwehrmaßnahmen einleiten, bevor Schädlinge davon "Wind" bekommen. Ein abstoßend scheußlich schmeckender Saft, der in Rinde und Blätter einlagert wird, hält Schädlinge spätestens nach der ersten "Kostprobe" ab, den Baum weiterhin zu attackieren.

Abgefallenes Laub erfüllt nutzvolle Mehrfachfunktion

Herbstlaub fällt keineswegs nutzlos ab, wie man vielleicht glauben mag. Vielmehr erfüllt der Blattwurf für den Stamm bzw. Gehölz überlebenswichtige Funktionen. Abfallendes Laub ist ein Bestandteil des Stoffkreislaufs im Ökosystem. Es dient als Lebensstätte für allerlei Getier was den Stamm wiederum mit notwendigen Nährstoffen versorgt. Regenwürmer, Tausendfüßler, Asseln und viele weitere Organismen sorgen für die biologische Wiederaufarbeitung, indem sie Laubstreu zerkleinern und damit die Vorarbeit für Bakterien und Pilze leisten. Als Mikroorganismen sind sie in der Lage, einzelne Nährstoffe in verwertbarer Form in den Stoffkreislauf zurückführen. Das sich unter Mithilfe der Bodenflora und Bodenfauna zersetzende Laub reichert die Erde mit wertvollen Nährstoffen an (Humusbildung). Abgesehen davon betreiben Gehölze (auch Immergrüne) durch den Blattabwurf eine Art Katharsis - sprich Selbstreinigung. Dadurch ist die Pflanze in der Lage - ansonsten nicht abbaubare Stoffe (Schlacken) sowie Schadstoffe - sich zu entledigen.

Zu guter Letzt vermindert die Entlaubung die Angrfiffsfläche gegenüber klimatischen Einflüssen, was insbesondere die Gefahr von Wind- und Schneebruch reduziert. Ein weiterer Grund ist, dass bei Bodenfrost keine Wasseraufnahme über Wurzeln mehr möglich ist. Da über das Blattwerk viel Wasser verdunstet, würde der Baum ohne Entlaubung schließlich austrocknen. 

Herbstzeit - Erntezeit

Das Wort Herbst bezog sich früher nicht auf die Jahreszeit sondern auf die Erntezeit. So steht der Goldene Herbst exemplarisch für die Obst- Wein- und Kartoffelrnte. Manche Birnen- und Apfelsorten reifen Anfang September während andere erst im November gepflückt werden. Etliche Apfelsorten werden zwar im Spätherbst vom Baum geholt, ihr vollmundiges Aroma entfalten sie aber erst im Januar. Überdies sind sie in dunklen, kühlen Räumen bis ins Frühjahr hinein lagerungsfähig. Auch Gemüse wie Kürbis, Chicorée, Mais, Grünkohl. Walnüsse, Haselnüsse und Esskastanien bringt der Herbt zur Erntereife. 

Die Bezeichnung <Goldener Oktober> ist weder eine neuzeitliche Wortschöpfung noch entstammt sie einem Dialekt. Den Begriff gibt es im deutschen Sprachgebrauch seit über 100 Jahren. Er steht zum einen für die typische Blätterfärbung, zum anderen drückt er die Schönheit der Herbstlandschaft aus. Den Begriff Herbst gibt es sogar seit mehr als 1000 Jahren. Ursprünglich bezog sich das Wort ausschließlich auf die Ernte. 

Was der griechische Philosoph Platon vor ca. 2 400 Jahren - inspiriert von Heraklit - "panta rhei" (alles fließt) nannte, dem kommen Radfahrer heutzutage ziemlich nahe. Der Organismus bleibt in Schwung, das Immunsystem wird gestärkt - kurzum Physis und Psyche kommen in Balance

Nicht nur für die meisten Freizeitradler neigt sich im Wonnemonat Oktober die Saison ihrem Ende zu. Auch für Radsportler beginnt die Zeit des "Kürzertretens", indem Trainingsumfänge und Intensitäten schrittweise reduziert werden. Schlussendlich macht es die Natur vor, die ihren Stoffwechsel auf Sparflamme schaltet. So wie sie eine Ruhepause einlegt um die kalte Jahreszeit unbeschadet zu überstehen, tut man bei allem Fitnessstreben trotzdem gut daran, ab und an mal in den Schongang zu schalten.

 Steter Kreislauf 

Im Frühling und Sommer versorgen die Blätter den Baum mit lebenswichtigen Nährstoffen, die aus der Luft, Wasser, Sonnenlicht und Mineralien produziert werden. Wasser und Mineralien entzieht das Wurzelgeflecht dem Boden und pumpt es über den Baumstamm bis ins Blattwerk, während die Sonneneinstrahlung die chemische Synthese übernimmt. Über den Sommer sind die Blätter von der kräftig grünen Farbe des Chlorophylls überzogen. Im Spätsommer läßt die Nahrungsproduktion der Blätter allmählich nach. Aufgrund der abnehmenden Tageslichtdauer leiten Laubgehölze vor dem Laubfall die Blätterfärbung ein, indem Chlorophyll abgebaut wird. Übergangsweise verwandeln sich die grünen Blätter in leuchtend buntes Laub, dessen Färbung durch Farbstoffe und Zuckerreste in den Blättern zustande kommt. Pigmentfarben wie Carotine (rote Farbstoffe) und Xantophylle (gelbe Farbkörper) kommen zum Vorschein, die die Blätter Gelb, Rot bis Braun einfärben. Verantwortlich für die kräftige Rotfärbung ist hauptsächlich der Farbstoff Anthocyan, der unter Energieaufwand synthetisiert wird. Dabei variiert die Färbung nicht nur von Jahr zu Jahr, sondern jede einzelne Pflanze weist zudem ein sehr individuelles Erscheinungsbild auf. 

Urssächlich für den Chorophyllabbau (bedingt Verfärbung der Blätter) sind: 

--> Verkürzte Tageslänge

--> Sinkende Lufttemperatur

--> Zeitpunkt des Frühjahrsaustriebs

--> saisonale Niederschlagsmengen (z.B. Trockenperioden)

--> Umweltfaktoren wie z.B. Trockenstress (beschleunigte Blattalterung)

Nachdem das jeweilige Farbspektrum durchlaufen wurde beginnen die Blätter zu verwelken und fallen schließlich ab. Der Baum hat nun genügend Nährstoffe angesammelt, um die kargen Wintermonate gut zu überstehen. Das Abfallen der Blätter ist dem Schutzmechanismus des Baumes zu verdanken. Bevor Väterchen Frost regiert, verkorkt er die Löcher an den Blattstielen wasserdicht, durch die ansonsten das Wasser gepumpt wird. Deshalb trocknet das Blatt aus und fällt nach einer gewissen Zeit ab. Würde der Baum seine Blätter behalten, würden diese weiterhin Wasserdampf abgeben, obwohl der Baum dem gefrorenen Boden kein Wasser mehr entziehen kann. Somit hätte er keine Überlebenschance, weil er austrocknen würde. 

Herabfallenende Blätter unterliegen einem natürlichen Recycleprozess, indem sie am Boden von Insekten, Würmern und Schnecken, Ameisen, Spinnen und Käfern gefressen werden. Dessen Kot wiederum düngt den Boden und erzeugt abermals wichtige Nährstoffe und Mineralien. Pilze und Bakterien beschleunigen den Zersetzungsvorgang. So düngt sich der Baum in Eigenregie. Im Anschluss dieser Schonzeit treiben im Frühjahr die Bäume aus wodurch erneut Chlorophyll produziert wird.

Wer in der Übergangszeit bis zur nächsten Radsaison auf der faulen Haut liegen bleibt läuft Gefahr ungebetene Speckröllchen anzusetzen. Neben Radfahren bieten sich auch etliche Ausgleichssportarten (Cross- Mountainbike) an. Hauptsache am Ball bleiben, denn <wer rastet der rostet>.