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Informationen

13. Mecklenburger Seen Runde •  28. - 29. Mai 2027

Mecklenburger Seen Runde

Streckendaten

Rundkurs

Ausgangspunkt: Neubrandenburg (Mecklenburg Vorpommern)
Endpunkt: Neubrandenburg (Mecklenburg Vorpommern)

Streckenlänge: 305 km
Höhenmeter: 1.800 hm (empfohlene Fahrtrichtung)

Streckenverlauf (vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung): Neubrandenburg → Burg Stargard → Neustrelitz → Schwarz → Röbel → Malchow → Nossentiner Hütte → Alt Schönau → Möllenhagen → Groß Vielen → Neubrandenburg

Verpflegungsdeopts           Kilometer      Kontrollschlußzeiten

• Depot 1 Feldberg                    KM  41              08:30 Uhr

• Depot 2 Neustrelitz                 KM  83              11:00 Uhr

• Depot 3 Schwarz                    KM 125             13:00 Uhr

• Depot 4 Röbel                        KM 156             15:00 Uhr

• Depot 5 Nossentiner Hütte      KM 195              17:00 Uhr

• Depot 6 Alt Schönau              KM 242              19:30 Uhr

• Depot 7 Groß Vielen              KM 278              22:00 Uhr

Die genauen Depotadressen befinden sich im Seen Runde Magazin auf den Mittelseiten vor der Streckenkarte!

2026 feiert die »Mecklenburger Seen Runde« ihre 12te Austragung. Hier trifft sich die Breitensportszene zum größten und coolsten Radsportfestival in Norddeutschland und darüber hinaus. Einmal mehr wird das breitensportorientierte Großereignis wieder reihenweise für emotionsgeladene Momente sorgen. Erwartet werden in der Stadt Neubrandenburg rund 4.500 Teilnehmer, die den 300 Kiilometer Radmarathon im Mecklenburger Seenland unter Aufbietung aller Kräfte erfolgreich bewältigen möchten. Das Motto "Starte die beste Radtour deines Lebens" ist keine Phrase, schon gar nicht ein leeres Versprechen, denn der Veranstalter leistet mit einer 700 köpfigen Helfercrew alles Menschenmögliche, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. 

Streckengrafik


Bewegen sie ihren Cursor auf dem Höhenprofil, wird interaktiv oben auf der Streckengraphik die geographische Position eingeblendet.

Haftungsausschluss:

Biketouristik – Media übernimmt keine Gewähr für die Korrektheit downgeloadeter Trackdaten. Die Verwendung von GPS-Tracks geschieht in Eigenverantwortung des Users und schließt Haftungsansprüche gegenüber dem Anbieter ausnahmslos aus.



Erlebnis vor Ergebnis 

Selbstverständlich muss kein Teilnehmer bei der MSR übermenschliche Leistungen vollbringen, wie es Berufssportlern abverlangt wird. Trotz Zeittransponder werden bei der MSR nämlich weder Sieger gekürt noch gibt es ein Ergebnisranking. Nur eine verschwindend kleine Minderheit von Exprofis, Radamateuren und rennerprobten Jedermännern tritt leistungsorientiert in die Pedale (z.B. als Vorbereitung für den Ötztaler). Für alle anderen steht der Erlebnisspaß im Vordergrund, ohne ständig auf Leistungsdaten zu achten. Das Motto "Erlebnis geht vor Ergebnis" spiegelt exakt den Veranstaltungscharakter wider. Genaugenommen wird der sportliche Wettkampf nicht gegen Kontrahenten sondern gegen sich selbst ausgetragen. Für die Mehrheit der Teilnehmer geht's nicht um Zeitenjagd, Wattleistungen oder dergleichen, sondern vielmehr um den olympischen Leitgedanken: Dabei sein ist alles! Auf einen einfachen Nenner gebracht: Komfortzone verlassen, selbst gesetzte Ziele erreichen und im Anschluss im euphorischen Glücksgefühl schwelgen. Im Ziel wird es für jeden erschöpften Ankömmling emotional, egal wie oft hier gefinisht wurde. In diesem Moment bekommt das Ego die ersehnte Selbstbestätigung, das "300er Kaliber" just geschafft zu haben. Ein unvergesslicher Glücksmoment, der dem Glückspilz für monatelnagen Trainingsehrgeiz und eiserner Willensstärke die wertvollste "Payback-Karte" ever ausstellt.

Im Kopf spielt die Musik

Wem ein erfolgreiches 300 Kilometer-Finish im Palmares fehlt und sich in diese Prestigeliga katapultieren möchte, wird bisweilen von einem mulmigen Gefühl bzw. Nervosität erfasst, oder gar von Selbstzweifeln geplagt. In Anbetracht der Herausforderung völlig normal, schließlich mutet man seinem Körper eine Leistungsfähigkeit mit ungewissem Ausgang zu, weswegen eine Portion Selbstüberwindung dazu gehört. Nichtsdestotrotz gibt es brauchbare Praxistools - sprich erfolgsversprechende Strategien - um mit den Anforderungen und realen Gegebenheiten besser fertig zu werden. So geben wir euch folgendes auf den Weg mit: "Ey, lass dich nicht stressen und dich schon gar nicht vom Ziel abbringen" - egal wie mühselig der Kraftakt auch sein mag! Es gibt clevere Taktiken, sich selbst Mut zuzusprechen. Wem die Erfahrung fehlt (im Radsport spricht man ab 200 km von Marathon) teilt sich die Gesamtstrecke in gedankliche Abschnittsziele ein indem jeweils nur der nächste Versorgungspunkt fokussiert wird (Ø Entfernung 43 km). So "hangelt" man sich step by step bis ins Ziel durch. Die Vorgehensweise verringert spürbar (kontraproduktiven) Psychodruck, zumal bei den Stopps fürs leibliche Wohl vorgesorgt ist. Dort können in Ruhe die Energiespeicher wieder aufgeladen werden, währenddessen Kopf & Körper entspannen können. Stressless durchschnaufen, kulinarische Leckereien genießen und mit Sportfreunden ratschen, das baut auf und macht müde Beine wieder munter. Ganz zu schweigen davon, sich das überwältigende Glücksgefühl des bevorstehenden Zieleinlaufs ab und an vor dem geistigen Auge zu halten. 

Die größte Unterstützung versprechen energieeffiziente Windschattenfahrten, aber nur solange die Intensität nicht das eigene Leistungsvermögen übersteigt. Abgesehen vom geringeren Luftwiderstand der geschwindigkeitsabhängig bis zu einen Drittel Energie sparen hilft, stärkt das Fahren in der Gruppe auch die Moral. Der Spruch "Geteiltes Leid ist halbes Leid" ist im Radsport nicht ohne Grund eine Binsenwahrheit. Gruppendynamik wirkt wie sozialer Klebstoff, dessen entfachtes Wir-Gefühl die Fahrer mit zunehmender Zeitdauer zu einer schlagkräftigen Einheit zusammenschweißt. Teamgeist - gepaart mit positiver Stimmung - beflügelt ungemein. Think positive, das hält die Motivation kontinuierlich aufrecht.

 Gedankenstütze: persönliches Timetable samt Kontrollschlusszeiten auf den Lenker kleben

Bedachtsame Fahrweise unterhalb der anaeroben Schwelle

Wem Erfahrungswerte über die extrem lange Distanz fehlen der ist gut beraten sorgsam seine Kräfte einzuteilen, auf sein Körpergefühl zu achten, sowie einen zeit- und bedarfsgerechten Energienachschub sicherzustellen. Das A&O bei diesem Langstrecken-Event ist eine möglichst gleichmäßige Belastungsintensität über die gesamte Zeitdauer unterhalb der anaeroben Schwelle hinweg. Wird ein zu hohes Tempo angeschlagen (überpaced) bergen tollkühne Husarenritte die Gefahr des kurzzeitigen "Sternschnuppeneffekts", d.h. ein vorzeitiger Leistungseinbruch (zu rasche Entleerung der Glykogenspeiche) steht zu befürchten, von dem man sich schlimmstenfalls nicht mehr erholt. Generell bleibt festzuhalten, dass Langsgreckenfahrten - bei der MSR sprechen wir leistungsabhängig von etwa 9 - 15 Stunden - das Tempo beziehungsweise die Intensität zwangsläufig unterhalb der individuellen anaeroben Schwelle liegen muss. Schon deswegen, weil an der besagten Schwelle nahezu 100 Prozent Kohlenhydrate verbrannt werden, die bekanntermaßen - im Gegensatz zu Fett - limitiert sind. Daraus folgt: defensiv fahren, weniger Leistung abrufen, Energie sparen und dazu seine Nase möglichst wenig in den Wind stecken. Wer diese elementaren Tipps beherzigt, hat das Wesentliche schon mal richtig gemacht. 

Ein großer Vorteil bietet die Wattmessung, da sie aktuelle Leistungswerte in Echtzeit zur Kontrolle ein wertvolles Feedback liefern, vor allem wenn man seinen eigenen FTP-Wert kennt. Wer sich 80-85% unterhalb seiner Schwellenleistung - sprich funktionelle Leistungsschwelle (FTP)  - ist auf gutem Weg, sein persönlich gesetztes auch zu erreichen. Der FTP-Wert (Functional Threshold Power) bemisst die maximale Leistung, die man über den Zeitraum von einer Stunde konstant erbringen kann. So lassen sich anhand optimaler Intensitätsbereiche auch Durchgangszeiten bzw. eine angepeilte Finisherzeit bestimmen. Gleichwohl können Unwägbarkeiten auf die man keinen Einfluß hat auftreten (Bsp. Wetter, Tagesform etc.). Der FTP-Wert hängt vom Trainingszustand, Geschlecht und Körpergewicht ab. Er variiert für ambitionierte Hobbyfahrer zwischen 3,0 und 4,0 Watt pro Kilogramm (W/kg), während Einsteiger maximal 2,5 W/kg erreichen. Profis hingegen sind in der Lage 5,0-6,0 W/kg zu treten.

Story hinter der Story

Im Magazin »Radfahren« (BVA BikeMedia GmbH) erschien die dreiteilige Serie "Mythos 300". Wer bisher nicht zu träumen wagte, jemals die 300 Kilometer-Schallmauer auf dem Rad zu knacken, dem legen wir die spannenden Erlebnisberichte von Daniel O.Fikuart (Ex-Chefredeakteur »Radfahren« / »ElektroRad«) ans Herz. Zitat: "Wie hätte ich ahnen können, dass die Zusage mein Leben über fünf Monate verändert. Dass das Abenteuer beginnt, lange bevor ich zur Startlinie rolle". Die Initialzündung für den Sinneswandel löste Motivations-Coach Detlef Koepke mit einer scheinbar beiläufigen Bemerkung aus: „Das kann jeder schaffen. Auch du.“ Die Ansage saß, obwohl sich der Rennrad-Novize beileibe nicht als Langstreckenenthusiast, sondern vielmehr als Genussbiker begreift der obendrein auch häufig mit dem ebike unterwegs ist. Nachdem der motivierende Zuspruch gesackt war, verwandelten die Synapsen wider Erwarten das anfänglich absolut Unmögliche zu einem durchaus machbaren Abenteuer, womit die Lunte zumindest im Unterbewusstsein gelegt war. 

Zufallstreffen beim Depot Alt Schönau (KM 242): links Curd Biedermann (Autor) und Daniel O.Fikuart (Ex-Chefredakteur des Radmagazins "Radfahren")

Nachdem ein neues Rennrad angeschafft war und mittels Bikefitting eine komfortable Anpassung herausgetüfelt wurde, lösten sich schon bei der Jungfernausfahrt anfängliche Selbstzweifel rasend schnell in Schall & Rauch auf. Dank ausgeschütteter Glückshormone - flankiert von wiederkehrenden Erfolgserlebnissen - bedurfte es trotz eiskalten Winterwetters kaum Überwindung, das Training gnadenlos durchzuziehen. Ganz im Gegenteil, denn der Fokus auf die Trainingseinheiten gerierte das neuentdeckte Hobby schrittweise zum Lebensmittelpunkt. Schwuppdiwupp war sie da, die erquickende Lebensfreude, die sprühende Leidenschaft und der gierig machende Fahrspaß. Die Begeisterung wuchs mit jeder Ausfahrt, d.h. der viel zitierte Suchtbazillus begann nachhaltig zu wirken. Wer sich also auf ein MSR-Abenteuer einlässt darf sich auf einen prickelnden Spannungsbogen einstellen, der das Leben weitreichend und nachhaltig verändert. Dass das gewagte Unterfangen, das den Alltag komplett umzukrempeln vermag wie es Daniel O.Fikuart beschreibt, ist für Novizen natürlich nicht im geringsten absehbar. Die Geschichte ist ein Paradebeispiel und gleichzeitig eine Blaupause für all jene die meinen, der gefürchteten Herausforderung nicht gewachsen zu sein. Wie dem auch sei, sobald die Hemmschwelle zur Anmeldung überwunden ist, tickt die Uhr zum "Point of no return" bzw. für die "never forget experience" einer MSR unaufhaltsam. 

»Radfahren« 2/2024  "300 KILOMETER AM STÜCK – IST DAS MACHBAR?"

»Radfahren« 3/2024  "300 km am Stück: Die Vorbereitung"

»Radfahren« 5/2024 "Wir sind Helden"

 Wenngleich die (Belohnungs-) Früchte zweifelsohne hoch hängen ist es dennoch lohnenswert, sich an die ultimative Herausforderung heranzuwagen. Lässt man sich im Ziel als Held feiern und versinkt in einen unbeschreiblichen Glückshormonrausch - verbunden mit dem stolzen Gefühl den inneren Schweinehund besiegt zu haben - wird schlagartig klar, wie sehr sich jeder einzeln vergossene Schweißtropfen gelohnt hat. Sich ein Ziel zu setzen und beharrlich darauf hinzuarbeiten, zahlt sich am Ende als emotionale "Glücks-Dividende" fürstlich aus. Dazu verspricht der Fitnesslevel - einhergehend mit einer Gewichtsreduzierung - ein wohltuendes Körpergefühl, was Lebensfreude entfacht.

Immerhin belegt die hohe Finisherquote im Schnitt von ca. 95%, dass gute Trainingsvorbereitung ihre Früchte trägt. Spätestens am Zielbogen wird im glücksbeseelten Zustand jedem Finisher schlagartig offenbar, wie sehr sich aufopferungsvolles Training bezahlt gemacht hat. Dass dieser Ausnahmezustand samt gesteigertem Selbstwertgefühl für kein Geld der Welt zu haben ist macht das Unterfangen noch wertvoller. Glücksgefühle fallen wahrlich nicht vom Himmel, sondern müssen Tritt für Tritt mit unbeugsamer Willenskraft und unerschütterlichem Durchhaltevermögen eisern erarbeitet werden.

Die »Mecklenburger Seen Runde« startet und endet in der sehenswerten "Vier-Tore-Stadt" Neubrandenburg, die für ihre gut erhaltene mittelalterliche Stadtmauer sowie ihrer trutzigen Stadttore bekannt ist. Rund ein Drittel der Teilnehmer kommt aus Norddeutschland, während die meisten aus Süddeutschland anreisen. Hier treffen ambitionierte Radamateure auf gewöhnliche Breitensportler aufeinander, ohne sich jedoch in die Quere zu kommen. Jeder ist mit Leidenschaft und Herzblut dabei, jeder radelt in seiner eigenen Welt, jeder ist mit seinen körperlichen Qualen auf sich selbst gestellt und trotzdem - man höre und staune - ist man auf 300 Streckenkilomtern so gut wie nie allein unterwegs. Dank des großzügigen Zeitfensters von 28 Stunden ist die Hammerdistanz auch problemlos mit einer niedrigeren Schnittgeschwindigkeit zu schaffen. Jene, die die Strecke spaßeshalber im Racetempo durchballern sind bei der MSR eher die Ausnahme denn die Regel. Der Blick auf die Ergebnisliste offenbart enorme Leistungsunterschiede. Reißen tempofeste Fahrer in elitären Speedgruppen die MSR300 unter 9 Stunden (Ø > 35 km/h) runter, schöpfen andere hingegen das Zeitkontingent aus, und hangeln sich bis Neubrandenburg mit einem Ø < 20 km/h von Depot zu Depot.

Foto: Das Rahmenprogramm läutete Freitag nachmittag mit der MINI-MSR den Beginn des Radsport-Festivals in Neubrandenburg ein. Den Anfang machte das Laufrad-Rennen für die "Dreikäsehochs", dem sich das Kids-Race anschloss bevor um 20.00 Uhr unter lautstarkem Beifallsgetöse der offizielle Startschuß der MSR300 erfolgte. 

Nachdem am Vorabend rund 700 Nachtfahrer starten, folgen ihnen tags darauf teils in aller Hergottsfrühe 2.800 Teilnehmer auf der 300er-Schleife sowie gut 700 weibliche Amazonen (MSR100). In Summe nahmen bei der 10. Edition der »Mecklenburger Seen Runde« - 350 Kids der MSR- Mini- hinzugerechnet - insgesamt 4.617 Radfahrer teil. Der letzte Ankömmling erreichte kurz nach 22 Uhr völlig abgekämpft das Ziel. Die Teilnehmer kamen aus 18 Ländern, der Älteste zählte 81 Lenze. Gesamtbilanz: seit der Erstveranstaltung im Jahr 2014 haben insgesamt rund 35.000 Radfahrer an der größten norddeutschen Radsportveranstaltung teilgenommen.

Die hohe Teilnehmerzahl - i.V. mit zeitversetzten Startblöcken - birgt den Vorteil, in aller Regel nicht solo sein Dasein auf der langen Strecke fristen zu müssen. Die unterschiedlichen Startzeiten (Starter-Pulks umfassen jeweils rund 130 Radler) sind der Hauptgrund dafür, dass man so gut wie nie allein auf der Strecke ist. Sieht man mal von langsam fahrenden Spätankömmlingen ab, laufen immer laufen Pulks von hinten auf, oder man schafft selbst einen Lückenschluss zur nächsten Gruppe herzustellen. Zudem würfeln 7 Verpflegungsstationen das Feld jedesmal durcheinander, weswegen sich wiederum neue Gruppen formieren. Zahlreiche Windschattengelegenheiten helfen nicht nur wertvolle Energie zu sparen, sondern steigert nebenbei auch noch den "Unterhaltungswert". Lässt man abreißen vergeht kaum Zeit, bis der nächste Pulk herannaht und man im vereinigten Schwarm gemeinsam das nächste (Etappen-) Ziel ansteuert. 

Startphase

Der erste Startblock setzte ganz unspektakulär in gemächlichem Zeitlupentempo in Bewegung und entschwand im Kulturpark allmählich den neugierigen Blicken der Zuschauermassen. Die Mecklenburger Seen Runde führt vom Kulturpark (unasphaltiert) via Schwedenstraße zur Neustrelitzer Straße (rechts). Nachdem links in die Bergstraße abgebogen wird, beginnt das Höhenlevel auf dem Fünfeichener Weg bis zum städtischen Vorort Bargensdorf 4 km lang auf eine Höhe von 75 m ü.M. anzusteigen (60 hm). Der bis zu 10% ige Anstieg am Stadtrand von Neubrandenburg - übrigens der größte Höhenunterschied auf der gesamten Strecke - liefert bereits einen Vorgeschmack auf das was den ehrgeizigen Radler auf der Tour erwartet: ein stetiges Sägezahnprofil. Der Zenit der »Mecklenburger Seen Runde« wird auf einer 7 km langen Steigung (53 hm) bereits 30 km nach dem Start in Wendorf (140 m ü.NN.) überschritten, was kletterfreudigen Bergradlern wohl ein müdes Lächeln abringt. Nadelstiche fieser Rampen bleiben einem erspart, doch das stetige Auf & Ab kostet auf der Langdistanz dennoch Substanz. Hinzu kommen Unwägbarkeiten, die man wohlweislich auf dem Schirm haben sollte. So kann beispielsweise böiger Wind das Zünglein an der Waage spielen, was für Nässe, Kälte, Hitze bis hin zu technischen Defekten gleichsam gilt. 

Die Mecklenburger Seen Runde ist ein außergewöhnliches (Abenteuer-) Erlebnis, das reichlich Nährboden für z.T. witzige Anekdoten liefert. Eines muss man den offenherzigen Neubrandenburgern lassen: Humor haben sie. So lässt einem das sarkastische Zwinker-Smiley-Schild "nur noch 297 km" entweder schmunzeln oder löst eine Schockstarre aus, je nachdem wie der Fahrer drauf ist. Was soll's, korrekterweise sind es sogar über 300 km. Ironie des Schicksals, aber Humor ist halt wenn man trotzdem lacht.

Zur Mecklenburger Seen Runde gehört auch, dass Zaungäste und Fans auf der gesamten Strecke moralische Unterstützung leisten. Jubelschreie, wummernde Musik und klatschender Beifall entfacht Motivation und mobilisiert Kräfte - wenngleich auch nur für wenige Sekunden. Im Namen aller Teilnehmer: herzlicher Dank dafür, denn Halli-Galli am Streckenrand tut immer gut.

An Motivatoren mangelt es am Streckerand der »Mecklenburger Seen Runde« nicht. Reihenweise machen Zuschauer - i.d.R. privat organisierte Dorfgemeinschaften - mächtig Rambazamba. Umso näher das Ziel heranrückt, desto mehr gleicht die Fahrt mit steigendem Glückshormonpegel einem regelrechten Triumphzug. Während zuvor nur vereinzelt Klatschende am Straßenrand stehen bzw. auf Klappstühlen ihre Ratschen kreiseln lassen oder mit Kuhglocken läuten, verdichten sich im Schlussabschnitt die Zuschaueraktionen. In immer kürzerer Abfolge wird Party gemacht, auf Ölfässern getrommelt, applaudiert und die erschöpften Haudegegen mit Laola-Wellen angefeuert. Dazu aufmunternde Spruchbanner sowie Grußbotschaften was einmal mehr zeigt, wie emotional und empathisch die einheimische Bevölkerung Anteil nimmt. Selbst Behörden sind integriert - nicht nur wegen des Genehmigungsverfahrens - sondern weil eine Bürgermeisterstaffel sich die Streckenabschnitte aufteilt. Ein Vorzeigebeispiel, das auch woanders auch Schule machen sollte. Die letzten Kilometer nach Neubrandenburg mutieren zum emotionalen Schaulauf, der schmerzunterdrückendes Adrenalin freisetzt und ein regelrechtes Unbesiegbarkeitsgefühl entfacht. Gänsehautfeeling pur. Unaufhaltsam wird das Tempo angezogen, um in Sprintmanier enthuisiastisch die letzten Körner zu verheizen. Da kommt einem der unvergessene Spruch des Berliner Radprofis Jens Voigt in den Sinn, der in geistiger Zwiesprache Schmerztoleranz einfach weg fegte: "Shut up legs! Do what I tell you. Nach dem 300 Kilometer Intermezzo ein "Grande Finale", wie es im Bilderbuch steht.

Das hat uns gefallen:

• Sattelfest mit kurzweiligem Rahmenprogramm zur Einstimmung auf das großartige Sportereignis

• opulentes Verpflegungsangebot

• elektronische Zeitmessung inkl. Sektionszeiten (Verpflegungsstationen)

• superfreundliche Helfer-Crew (ihr ward SPITZE!)

• getrennte Zu- und Abfahrten auf den Verpflegungsstationen

• großformatige Wegweisung mit unübersehbaren Richtungspfeilen, auffällige Gefahrenschilder

• Toiletten und Desinfektionsspender auf allen 6 Depots

• aufmunternde Spruchbänder

• motivierende Zuschauer

• Servicefahrzeuge & Shuttleservice

• Highlight: Bergfest zugunsten der Abendstarter (Freitag ab 20.00 Uhr) entlang der Bergstraße in der Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg  

• disziplinierte Fahrweise (Handzeichen, akustische Warnrufe bei Gegenverkehr usw)

• Bürgermeister-Staffel: Stellvertreter teilnehmender Kommunen befahren jeweils eine Teilstrecke, um etappenweise die MSR300 zu meistern

• fahrradfreundliche Autofahrer, die bereitwillig auf unasphaltierte Straßenränder auswichen

• breitbandiger Radgattungsmix (RR, Tandem, Liegeräder, Klappräder, Gravel- und Mountainbikes, Lastenräder, Trekkingbikes.....

• Kontaktpool Gleichgesinnter sowie interessanter Menschen 

 

Allergrößten Respekt gebührt Senioren, die diese Mammutdistanz innerhalb der Zeitvorgabe bewältigen. Ältester Finisher mit 81 Jahren war Klaus Christel (Team ADFC Tollense), der bereits seine 8. Seen Runde absolvierte. Chapeau Klaus! Man beachte das Material und Gepäck, denn sein Trekkingbike war im Vgl. zu leichtgewichtigen Carbon-Rennern mindestens doppelt so schwer.

Nach 305 kräftezehrenden Kilometern freut sich jeder abgekämpfte Haudegen tierisch, wenn endlich das erlösende Ortsschild Neubrandenburg ins Blickfeld rückt. Jener Zeitpunkt, wo sich schon vor der Finisherline die Glückshormonschleusen öffnen, und die Blutbahn mit Dopamin, Serotonin, Endorphin und Oxytocin regelrecht überschwemmen. Dank des freigesetzten Adrenalins gehen die letzten 4 km auf der Neuendorfer Straße und der Seestraße zum Kulturpark der Stadt völlig schmerzfrei über die Bühne. Ein wahrer Freudentaumel, der seinen extatischen Hype beim Empfang der Finishermedaille erreicht.

 Autor im Selbstversuch

Puh, das MSR300-Monument war nach 12:33 h (Fahrzeit 9:36 h) mit einem 32er Schnitt in trockene Tücher gewickelt. Punkt 18.00 Uhr erfolgte im Kulturpark von Neubrandenburg der glückbeseelte Touch Down - inklusive 900 Snapshots im Gepäck. Wenngleich der Slogan "Erlebnis geht vor Ergebnis" allgegenwärtig ist lässt es sich trotzdem nicht verhehlen, dass für manchen Hasardeur Leistungsdaten wie Fahrzeit, Schnitt, Watt etc. eben doch eine Rolle spielen. Neben zahlreichen Erlebniseindrücken und erstaunlichem Erkenntnisgewinn verlief bis auf einen Plattfuß bei meiner MSR-Premiere alles rund. Spaß hoch³ hatten wir, auch weil man sich eigentlich immer in fröhlicher Gesellschaft Gleichgesinnter befand. Ganz zu schweigen von der unglaublich tollen Stimmung an sieben Verpflegungsstellen, die jedesmal die Motivation von Neuem anstachelte. Das Erlebnis ist tatsächlich mehr als die Summe seiner Teile, da geht die MSR mit Aristoteles d'accord. Die hormonberauschende Fahrt durchs Mecklenburgische Seenland unterdrückte nach der Zielankunft jegliche Erschöpfung und Wehwechen. Stattdessen begann der Suchtbazillus zu rumoren. Spinn ich oder was, geht's noch? Da schienen die Emotionen den Verstand vollends ausgeknipst zu haben. Tja,  Schmerzen vergehen, Stolz bleibt! Tschaka, so kam es wie es kommen musste: trotz langer An- und Abreise  (1.400 km) steht die 12. MSR 2026 felsenfest ein weiteres Mal auf der Bucket List. 

Mein Credo: Die Mecklenburger Seen Runde besitzt zweifelsohne soviel Reizpotential, dass sich über die hohe Wiederholungsrate keiner zu wundern braucht. Da der Wille bekanntermaßen Berge versetzt darf sich jeder Breitensportler berufen fühlen, sich der Herausforderung zu stellen und den Kampf mit seinem inneren Schweinehund aufzunehmen. Die MSR300 kann wirklich jeder "Ottonormalradler" schaffen, sodenn er frühzeitig zu trainieren beginnt und zielstrebig an der Form arbeitet. Ein Paradebeispiel ist Daniel O. Fikuart, der als  aboluter Rennrad-Rookie und MSR-Novize bravorös die MSR gerockt hat, und obendrein noch eine Menge Spaß auf seinem Long-Trip hatte. Dank unbeugsamer Willenskraft und unbändigem Trainingsfleiß spulte er während seiner fünfmonatigen Vorbereitungsphase satte 4.200 km Kilometer ab. Dafür baumelte danach auf der stolz geschwellten Brust die glänzende Finishermedaille. Chaupeau!

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Auch Medienvertretern, die körperlich und mental an ihre Grenzen gingen stand die emotionale Finisherfreude ins Gesicht gemeißelt: links Autor Curd Biedermann (Bayernbike), rechts Ex-Chefredakteur Daniel O. Fikuart (Fachmagazin Radfahren). Der MSR-Veranstalter gibt Teilnehmern bekanntermaßen jedes Jahr ein Glücksversprechen mit auf den Weg. Dass die Macher Wort halten können die Besucher im Ziel tausendfach beobachten, wo die Helden der Stunde bei ihrer Ankunft lobend beklatscht werden.

Falsche Bescheidenheit wäre im Glücksmoment fehl am Platz, denn über die brachiale Energieleistung darf sich jeder zurecht stolz auf die Schultern klopfen und sich über seinen Erfolg wie ein Schnitzel freuen. Wie sehr sich der aufopferungsvolle Kampf lohnte rückt erst im Nachhinein so richtig ins Bewusstsein, wenn einem der innere Seelenfrieden erfasst und in Demut versinken lässt. Viele Wege führen zum Glück, was jedoch beileibe kein Selbstläufer ist sondern viel Tatkraft und Eigeninitiative erfordert (jeder ist sein Glückes Schmied). So betrachtet findet die Identität neben Job & Karriere auch im Sport ihren Ausdruck, Lebensfreude, Selbstbestätigung und Lebenssinn zu finden.

Was gibt's schöneres, als sein inneres Glücksempfinden nach außen zu strahlen? Der hormonell bedingte Glückszustand lässt Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren bei der »Mecklenburger Seen Runde« mit leuchtenden Augen um die Wette strahlen. Da das die Besuchermassen die außergewöhnlichen Leistungen anerkennend bewundern und respektvoll huldigen, schmiert es jedem geschunden Marathonisti heilsames Balsam auf die Seele.

Falsche Bescheidenheit wäre im Glücksmoment fehl am Platz, denn über die brachiale Energieleistung darf sich jeder zurecht stolz auf die Schultern klopfen und sich über seinen Erfolg wie ein Schnitzel freuen. Wie sehr sich der aufopferungsvolle Kampf lohnt offenbart sich im Ziel mit voller emotionaler Wucht, das selbst die Zuschauer nicht kalt lässt. Viele Wege führen zum Glück und die erfolgreiche Teilnahme an der MSR ist einer davon (jeder ist sein Glückes Schmied). Die Identität findet neben Job & Karriere auch darin Ausdruck, im leidenschaftlichen Hobby Lebensfreude, Selbstbestätigung und Lebenssinn zu finden.

Was gibt's schöneres, als sein inneres Glücksempfinden nach außen zu strahlen? Unabhängig vom Alter strahlen Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren mit leuchtenden Augen um die Wette. Dass Zaungäste die außergewöhnlichen Leistungen anerkennend bewundern und diese respektvoll huldigen zeigt die harmonische Symbiose zwischen Akteuren und der Fangemeinde.

 Daniel O. Fikuart im Live-Interview

Das Mega-Spektakel ist ein prestigeträchtiges Aushängeschild für das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Maßgeblichen Anteil an der perfekten Organisation hat Initiator Detlef Koepke und sein Helferstab, während dem Einsatz der Sanitäter, Feuerwehrler und Genehmigungsbehörden großer Dank gebührt. 

  Offizieller MSR300 Trailer

Die »Mecklenburger Seen Runde« - Mehr als ein gewöhnlicher Radmarathon

Die »Mecklenburger Seen Runde« bietet nicht nur spezifische Alleinstellungsmerkmale - nein, das gesamte "Volkssport-Festival" ist eine einzigartige Besonderheit, das sich offenkundig von der gewohnten "Norm" landläufiger Sportveranstaltungen wohltuend abhebt. Dazu gehört beispielsweise, dass sich Communities bilden, Teilnehmer sich verabreden und zu Gruppen zusammenschließen um im selben Startblock zeitgleich zu starten und die Seenrunde gemeinsam zu bestreiten. Heißt: gemeinsam losradeln, zusammen durchbeißen (geteiltes Leid ist halbes Leid), geschlossen ankommen und im Ziel glückbeseelt gemeinsam feiern. Das populäre Radevent ist für seinen besonderen Charme und seiner ausgesprochen familiären Atmosphäre weit über die Grenzen des schwächst besiedelten Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern hinaus bekannt. Seit 2014 begeistert das zweitägige Großereignis mit bombastischer Volksfeststimmung eine Herschar von Radsport-Enthusiasten. Sowohl auf dem Start- Zielgelände im Neubrandenburger Kulturpark, als auch den Depots und entlang der Strecke feuern Fans ihre Heroes an und verbreiten ein stimmungsvolles Festivalflair. Alles in allem ist die »Mecklenburger Seen Runde« wesentlich mehr als ein gewöhnlicher Radmarathon. DAS Radsport-Event ist ein ultimatives Erlebnis, dem der Veranstalter Glückswachstum und Horizonterweiterung verspricht, was in aller Regel auch tatsächlich eintritt.

Ein Selbstläufer ist die MSR300 mitnichten. Schon deshalb sollten sich Übereifrige bändigen sich über Gebühr zu verausgaben und tunlichst ihre Kräfte sorgsam einteilen. Wird zu ungestüm los geprescht und übermotiviert ans Werk gegangen läuft Gefahr, dass der Schuß nach hinten losgeht indem einem irgendwann der Stecker gezogen wird, zumal die zweite Streckenhälfte nicht wirklich flacher wird. Wer nach 200 Kilometern meint den härtesten Streckenteil bewältigt bzw. das Groß der Höhenmeter überwunden zu haben, sieht sich getäuscht. Schließlich zeitigt der fortschreitende Zermürbungsprozess seine Wirkung, der die Leistungsfähigkeit sukzessive sinken lässt. Vor allem dann, wenn bereits zuviele Körner im Heizkessel der Mitochondrien verbrannt wurden und das gefürchtete Schwert des Damokles aus der griechischen Mythologie über dem Haupt schwebt. Entscheidend ist, ohne Spitzenbelastung im rhythmischen Wohlfühl-Tempo zu fahren (Down-Pacing), Erholungspausen einzulegen und penibel auf die Energie- und Flüssigkeitszufuhr zu achten. Im Hinblick der Streckendistanz absolut fundamental, um quasi im Spiel zu bleiben. 

Wetterkapriolen

Das Wetter kann sich im Extremfall manchmal durchaus als Zünglein an der Waage entpuppen, vor allem angesichts der Mammutdistanz. Hitze, Kälte, Regen, böiger Seiten- oder Gegenwind machen es einem nicht einfach, die volle Distanz durchzuhalten. Besonders in windexponierten Lagen muss man höllisch auf Böen aus wechselnden Richtungen acht geben, um die Balance zu halten.

 Bei Schlechtwetter ist der Kleidungshinterlegungservice am Depot Röbel (KM 156) Gold wert, wenn man sich einer durchnässten Kleidung entledigt und in trocken-warmes Gewandt schlüpfen kann. Überdies gibt es einen Shuttle-Service für diejenigen, die die MSR vorzeitig beenden wollen. Bei aller Enttäuschung mag der Gedanke "Aufgeschoben ist nicht aufgehoben" ein wenig über die Situation hinweghelfen. Ladies Only

Im Neubrandenburger Kulturpark bietet das MSR SattelFEST ein umfangreiches Rahmenprogramm für die ganze Familie.

Eckdaten

Bild: Bei "Nacht-Radlern" kommt das große Lagerfeuer im Depot Schwarz (125 km) gut an, wo sich die Helden der Nacht, aber auch die Tag- Fahrer am frühen Morgen gern versammeen und sich aufwärmen.

Energienachschub

Ein Wort zur Nährstoff- und Flüssigkeitszufuhr. Damit die MSR nicht zum "Himmelfahrtskommando" ausartet, der sollte tunlichst auf eine zeit-und bedarfsgerechte Energiezufuhr achten. Gerade auf der Langdistanz kann sich eine suboptimale Energieversorgung fatal rächen. Je nach Alter, Geschlecht, Trainingszustand, Gewicht und Belastungsintensität schwankt der Kalorienverbrauch einer MSR300 zwischen 9.000 bis 14.000 Kalorien (1 Kilokalorie entspricht etwa 4,2 Kilojoule, bzw. 1 Joule etwa 0,24 Kalorien). Um einen Leistungseinbruch zu vermeiden, hört auf sein Körpergefühl, wobei Trinken rein nach Durstgefühl womöglich schon zu spät sein kann. Regelmäßiges Trinken in kleineren Schlücken gleicht den den schweißbedingten Flüssigkeits- und Mineralienverlust wieder aus.

Sind Energiervorräte aufgebraucht, gehts mit leerem „Tank“ fällt die Leistung rasend schnell in den Keller. Abrupt einsetzende Leistungseinbrüche - gemeinhin als gefürchteter Hungerast bekannt - läutet in aller Regel den Anfang vom Ende ein. Dann switscht der Körper sozusagen auf's Notaggregat mit der Folge um, dass die Fortbewegung am seidenen Faden der  Willenskraft hängt. Klopft der gefürchtete „Mann mit dem Hammer“ infolge von Kohlenhydrat­mangel an, geht's bestenfalls im Schneckentempo weiter was das Ziel in weite Ferne rückt. Ein vermeidbarer Fauxpas, denn am reichhaltigen Essens- und Getränkevorrat kann's nicht liegen. Wem dieses leichtsinnige Missgeschick unterläuft, muss sich wohl oder übel an die eigene Nase fassen.

 Stoffwechselprozesse

Kohlenhydrate und Fette dienen als Energielieferanten für körperliche Arbeit. Diese werden über aerobe und anaerobe Oxidationsprozesse in Energie umgewandelt. Über länge Distanzen reichen Kohlenhydrate als alleinige Energiequelle allein nicht mehr aus, weswegen der Fettstoffwechsel  - je nach Belastungsintensität - als Energielieferant eine mehr oder weniger dominante Rolle spielt.

Bis zu drei Tage vor der Ausdauerleistung können die Glykogenspeicher mit kohlenhydratreichen Speisen (z.B. Nudeln, Reis, Kartoffeln) gefüllt werden (Carboloading). Als wichtigste schnell verfügbare Energiequelle sind Kohlenhydrate (limitiert verfügbar) essenziell, wobei der Körper seine Energie nur bei höheren Belastungen fast ausschließlich aus dem Kohlenhydratstoffwechsel schöpft.

Wird in der moderaten Belastungszone der Grundlagenausdauer (GA 1 / GA 2) gekurbelt, bewegt man sich hauptsächlich in er Fettverbrennungszone die bei ca. 60-80 Prozent der maximalen Herzfrequenz bzw. bei ca. 55 – 70% der anaeroben Schwelle (FTP). liegt. Die durchschnittliche Schwellenleistung (FTP) eines durchschnittlichen Hobbyradlers liegt bei etwa 200 Watt.

Wird der Fettstoffwechselprozess gezielt trainiert, kann die Mobilisation von Fetten bei der körperlichen Arbeit beträchtlich verstärkt werden. Zudem hilft ein durch entsprechendes Ausdauertraining optimierter Fettstoffwechsel, dass der Körper zur Energiegewinnung erst bei höheren Intensitäten in größerem Ausmaß auf (begrenzte) Kohlenhydrate zurückgreift und dabei leistungsminderndes Laktat (Milchsäure) bildet.

Depots

Ohne ehrenamtliches Engagement und leidenschaftliches Herzblut der Helfer-Crew wäre eine solch große Veranstaltung nicht zu stemmen. 700 Helfer packen ordentlich mit an, damit das Radsport-Festival möglichst reibungslos über die Bühne geht. Für das leibliche Wohl ist mit gesunden, regionaltypischen Lebensmitteln und Getränken höchster Qualität bestens vorgesorgt, wobei die Nachhaltigkeit nicht außer Acht bleibt (z.B. kurze Lieferwege).  

Zur Durststrecke muss die MSR jedenfalls nicht ausarten bzw. einen Hungerast braucht man bei der »Mecklenburger Seen Runde« am allerwenigsten befürchten, sofern bewusst auf einen zeitgerechten Energienachschb geachtet wird. Angefangen vom nahrhaften Frühstück regionaler Caterer vor dem Start, über sieben Verpflegungsstationen im Abstand von rund 40 Kilometer hinweg, bis hin zum lukullischen Verwöhngrogramm im Ziel bleiben keine Wünsche offen. 

Die simple Strategie den Blick nicht auf die Gesamtdistanz sondern nur abschnittsweise auf die nächste bevorstehende Essenspause zu richten ist nicht verkehrt. Schmackhafte Gaumenkitzler wie Pfannkuchen, Pasta, süße Snacks, Kuchen und verschiedenartigen Flüssigkeitsnachschub vor dem geistigen Auge zu haben erzeugt Vorfreude, deren positive Energie sich auf die Leistungsentfaltung überträgt. 

Es gibt viele gute Gründe bei der MSR an den Start zu gehen. Die Seenrunde setzt nicht nur mit ihrem Serviceangebot eine Benchmark, sondern sie ist auch kulinarisch betrachtet ein absoluter Hit. In den Depots gibt es bestrichene Mus- und Marmeladen-, Käse-, Wurststullen, frisch gebackenen Kuchen, Obst, Schokolade, Pasta, Suppe, Brühe, Müsli, Energieriegel, deftige Bratwurst, Kräutertee, Fruchtsäfte, Wasser mit Elektrolyten und Cola. 

Getränke

– Xenofit-Isodrink
– Wasser
– Cola
– Bouillon (Warmgetränk)
– Kaffee
– Tee

Nahrungsmittel

– Bananen
– Orangen
– Waffeln
– Brot / Brötchen nach Wunsch mit oder ohne Aufstrich / Aufschnitt
– Schokolade
– warmes Essen (Nudeln mit Tomatensauce, Köttbullar, ...)
– Haferbrei mit dem offiziellen Müsli MOVE der MECKLENBURGER SEEN RUNDE
– Kuchen und anderes Gebäck
– Gewürzgurken
– Müsli KETTE RECHTS – offizielles Müsli der MECKLENBURGER SEEN RUNDE
– u.v.a.

„Alter Schwede“: die Verpflegungsstation in Röbel (KM 156) macht mit Köttbullar, Blaubeersuppe & Co der Vätterundan aller Ehre. Die Redewendung "Alter Schwede" geht übrigens auf den Dreißigjährigen Krieg zurück, wobei sich die ursprüngliche Bedeutung im Lauf der Zeit gewandelt hat. Heute wird damit Verwunderung und Erstaunen ausgedrückt, was einem bei der MSR durchaus öfter passiert. Immerhin wird man an diesem Depot von schwedischen Mithelfern bedient, die jedes Jahr landesspezifische Häppchen dem ausgehungerten Radsportvölkchen kredenzt.

Grande Finale - Pain is temporary – Finishing for ever

Schlägt man beim letzten Depot in Groß Vielen auf registriert die Psyche sehr wohl, dass 278 Kilometer geschafft sind. Hier erwartet die Hasardeure gut gelaunte Helfer und Zuschauer, die mit aufmunternden Schildern wie „pain is temporary – finishing for ever“ am Straßenrand stehen und ihre Heroes lautstark anfeuern. Im erschöpften Zustand tut Anteilnahme unglaublich gut, weil es die Moral aufbaut und angesichts schwindender Kraftreserven Sorgenfalten aus dem Gesicht treibt. Seelische Streicheleinheiten wirken im ausgemergelten Zustand 27 km vor dem Ziel wahre Wunder. Gerade im Schlussabschnitt gilt es erst recht, sich nicht unterkriegen zu lassen, durchzuhalten und durchzubeißen, schließlich ist es ist die Frage der eigenen Ehre sich keine Blöße zu geben. Dass die Moral hin und wieder auf die Probe gestellt wird oder manchmal auch sprichwörtlich unter die Räder kommt ist ein zentrales Wesensmerkmal des Radsports. Zum zweiten Teil der Geschichte gehört aber auch, den Kopf mit geballter Faust wieder aus der Schlinge zu ziehen, zumal eine (Selbst-) Aufgabe für echte Sportler keine Option ist. Es ist wie es ist, nichts charakterisiert den Radsport besser, als das ständige Wechselspiel zwischen Hochgefühl und Niedergeschlagenheit. Berg- und Talfahrten beziehen sich eben nicht nur auf die Topografie, sondern kennzeichnen ebenso das Auf und Ab des psychischen Zustands.

Die bewätigte Distanz hinterlässt ihre Spuren, selbst die fittesten Fahrer sind nicht meht frisch. Dass es hinten raus mühsam und schmerzhaft wird bzw. für manch Leidgeprüften der Kraftakt zum sportlichen Überlebenskampf ausartet, absolut normal. Finisherehre gibt's es eben nicht zum Nulltarif, schon gar nicht bei der MSR300. Gegen Ende hin mag einem das Kopfkino - Der innere Schweinehund hin und wieder einen Streich spielen, wenn sich die letzten Kilometer gefühlt wie ein Kaugummi in die Endlosigkeit auseinanderziehen. Dass Schwächephasen Sinnkrisen heraufbeschwören liegt in der Natur der Sache. Während der Körper am liebsten quittieren und dem Treiben sofort ein Ende setzen würde, muss es nun der Kopf mit Durchhaltewillen richten, wozu der Körper allein kaum mehr in der Lage dazu wäre. Vergleichbar mit dem Boxsport, wo ein angeknockter Boxer seinen Fight vor einer drohenden "K.O.-Niederlage" zum "Schlussgong" rettet. Gerade in heiklen Situationen ist intrinsische Motivation (aus eigenem Antrieb erfolgend) als Antriebskraft gefordert, die im Gegensatz zur extrinsischen (fremdbestimmten) Motivation wesentlich nachhaltiger wirkt. 

Frisch gestärkt kann man dann nach dem Motto der Volksweisheit "Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen" die Schlusskilometer in Angriff nehmen, zumal das Ziel im Kurpark Neubrandenburg nur noch wenige Kilometer entfernt liegt. Die Bewusstmachung weniger als 1 Stunde im Sattel sitzen zu müssen und Tritt um Tritt dem großen Ziel näher zu kommen, ist ein herrlich motivierender Lichtblick am Ende des langen Tunnels. Ein Gedanke, der kaum für möglich gehaltene Kräfte zu mobilisieren vermag. Wer soweit gekommen ist, der lässt sich die letzten Kilometer nicht mehr die Butter vom Brot nehmen. Mit jeder Kurbelumdrehung steigt die Vorfreude und öffnet immer mehr die Glückshormonschleusen. Im Prinzip eine rezeptfreie Hormonausschüttung in abgestufter Dosis, die im Kurpark Neubrandenburg ihren extatischen Höhepunkt erreicht.

Auf dem Eventgelände braucht man ebensowenig darben. Hier darf man sich an Gaumenkitzler vom Schwenkgrill, Vegetarisches, Pasta oder zum Beispiel bei der Kaffeelounge an köstlichen Crepes erlaben. Wessen Nacken, Schultern, Arme oder Beine verspannt sind oder wer von Muskelkrämpfen geplagt wird, lässt sich von Physiotherpeuten die Muskeln durchkneten, um verkrampfte Waden und Nackenmuskeln zu lockern. Bezeichnenderweise tragen manche Physios T-Shirts mit der doppeldeutigen Aufschrift „Keine Gnade für die Wade.

Anschauungsbeispiel für "Taglichtfahrer"

Folgendes Anschauungsbeispiel zeigt, dass bei einer Ø- Geschwindigkeit von 24 km/h inklusive Pausenzeiten die MSR problemlos bei Tageslicht bewältigbar ist. Sonnenaufgang ist in Neubrandenburg am 30. Mai 2026 um 04:46 Uhr (MESZ), Sonnenuntergang um 21:23 Uhr (MESZ). Werden zur reinen Fahrzeit (Nettozeit) von 12.5 Stunden jeweils 20 Minuten Standzeit je Depot hinzu addiert, ergäbe sich eine Brutto-Fahrzeit von 14:50 Stunden. Erfolgt der Start zwischen 5.00 - 6.00 Uhr, dann läge die Ankunftszeit unter Einhaltung des Stundenmittels zwischen 19.50 - 20.50 Uhr, womit sich eine Beleuchtung- und Reflektoren-Schnickschnack erübrigen würde. Tritt jedoch eine Zeitverzögerung ein (z.B. Defekte, Schwächephasen, Wetter etc.) könnte zeitlich eng werden. 

Glück des Tüchtigen

Die Redewendung "Das Glück des Tüchtigen" lässt sich auf viele Bereiche des Lebens anwenden. In der Regel ist der "Tüchtige" auch der "Glückliche", weil er die Gabe besitzt, mit Widerwärtigkeiten besser umzugehen. Im Radsport steht das Überwinden von Hürden - sprich Berge versetzen - geradezu exemplarisch dazu. Insofern trifft das Sprichwort "Jeder ist seines Glückes Schmied" den Nagel auf den Kopf.

Das Groß der Fahrer, die die große Schleife bewältigen, erreicht das Zielgelände in Neubrandenburg zwischen 16 und 18 Uhr. Wie das immer so ist  kommt das Beste natürlich zum Schluß. Freudestrahlend darf sich jeder Ankömmling als Sieger fühlen, worüber erschöpfte, aber glückbeseelte Gesichter Bände sprechen. Dafür sorgen reichlich ausgeschüttete Glückshormone wie Dopamin, Serotonin, Endorphin und Oxytocin, die die unsägliche Freude über die vollbrachte Leistung widerspiegeln. Umso größer die Kraftanstrengung und umso mehr eiserne Willenskraft abverlangt wurde, desto euphorischer fällt am Ende der Glückshormonrausch aus. Beides ist miteinander eng verflochten, von deren Korrelation (Wechselbeziehung) gerade Radsportler ein Lied davon singen können. Beim Überfahren der Ziellinie trifft der Erschöpfungszustand und das Glücksempfinden zeitlich zusammen, d.h. die Kausalität (Zusammenhang zwischen zwei Ereignissen) - bei der das eine das andere bedingt - bricht emotional explosionsartig wie ein Vulkan aus. So betrachtet sind Radfahrer wahrlich Glückspilze, die sich scheibchenweise die schönsten Seiten des irdischen Daseins abschneiden. Ein eisenhart verdienter Glückszustand der allein darauf basiert, Widerständen getrotzt und eine Leistungshürde übersprungen zu haben. Der Kampf gegen den inneren Schweinehund mag mühsam sein, doch die inbrünstige Freude danach macht alle Anstrengungen mehr als wett. 

Schlagartig löst sich die psychische Anspannung in Luft auf und entfacht eine emotionale Gemengenlage die von Genugtung, Glücksgefühl, Demut und Stolz geprägt ist. Glücksmomente mit nachhaltiger Wirkung, indem das Gehirn das neuronale Belohnungszentrum - als zentraler Impulsgeber des menschlichen Handelns - aktiviert. Letztlich ursächlich dafür, das hirneigene Kontrollinstanzen (rationales Denken) überlagert und dem sogenannten Suchtbazillus Tür und Tor öffnet. Da die Aktivierung des Belohnungssystems irrationales Handeln fördert erklärt, warum wir uns mitunter grenzwertige Leistungen ohne materielle Entlohnung freiwillig aufbürden. Dies ist auch der Grund, warum Außenstehende ohne emotionale Selbsterfahrung nicht nachvollziehen können, warum sich Hobby-Radsportler einer derartigen Schinderei - wie beispielsweise 300 km am Stück Rad zu fahren - freiwillig aussetzen.

Nach der aufopferungsvollen Ausdauerleistung hat man sich es redlich verdient, auf der Festwiese im Kulturpark Neubrandenburg seinen kulinarischen Gelüsten freien Lauf zu lassen. Mit baumelnder Finishermedaille auf der stolz geschwellten Brust kann man guten Gewissens zum gemütlichen Teil übergehen und völlig entspannt seine Erlebnisse im Kreise Gleichgesinnter Revue passieren lassen. 

Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen Abschied zu nehmen und Adieu zu sagen, sich eine gute Heimreise zu wünschen und - dem Suchtbazillus sei Dank - vielleicht zur 12. MSR-Ausgabe am 29./30. Mai 2026 zu verabreden, was fortan die Freude auf ein Wiedersehen schürt.

Shuttle-Service

Vom zweiten Depot in Neustrelitz (KM 83) bis zur letzten Verpflegungsstelle in Gross Vielen (KM 278) besteht zu festgelegten Uhrzeiten ein Rückholtransport-Service.

Ohne ehrenamtliches Engagement und leidenschaftliches Herzblut der Helfer-Crew wäre eine solche Veranstaltung niemals zu stemmen. 700 Helfer packen tatkräftig mit an, damit die »Mecklenburger Seen Runde« reibungslos abläuft. An den Verpflegungsstationen werden Radfahrer mit gesunden, regionaltypischen Lebensmitteln und Getränken höchster Qualität verköstigt. Auch auf Nachhaltigkeit wird geachtet. So werden regionale Unternehmen/Zulieferer bevorzugt (kurze Lieferwege). Zur Durststrecke braucht die MSR jedenfalls nicht ausarten. Ebensowenig muss man einen Hungerast befürchten, es sei denn man begeht den fatalen Fehler einer mangelnden Energieversorgung. 

 In der schönen Seenlandschaft lässt es sich nicht nur vorzüglich Erholen bzw. Urlauben, sondern die herrliche Gegend im Müritz-Nationalpark sowie weitere sieben Naturparke in der Mecklenburgischen Seenplatte bieten zudem ein attraktives Radstreckennetz. Beispiel Tollensesee-Radrundweg, der auf 36 km Länge den See umrundet. Der Eiszeit ist es zu verdanken, dass die Rundtour einen welligen Streckencharater mit 500 Höhenmeter aufweist. Streckenverlauf: Radeltreff Strandbad Broda/Neubrandenburg →  Klein Nemerow 8,0 km → über Bornmühle nach Usadel 8,5 km → Prillwitz 3,5 km → über Wustrow nach Alt Rehse 7,5 km → Radeltreff Strandbad Broda 7,5 km. 

In eigener Sache: nach der MSR ist vor der MSR. Dem Autor erging es nicht anders wie tausenden Teilnehmern bereits zuvor, denn der eingefangene "Suchtbazillus" lässt nicht locker. Getreu nach Paulchen Panther heißt es: "Es ist nicht alle Tage; ich komm wieder, keine Frage"! 

Schlußwort

Möchtest du etwas Neues ausprobieren und etwas schaffen wovon du nie zu träumen wagtest? Dann fackel nicht lange und mach Nägel mit Köpfen. Eigentlich ein idealer Neujahrsvorsatz, um nach der Weihnachtsschlemmerei wieder in die Gänge zu kommen, weil regelmäßiges Training die Pfunde purzeln lässt. Einfach die »Mecklenburger Seen Runde« als Saison-Highlight auf die ToDo-Liste setzen und sich engagiert der Herausforderung stellen, solange die Anmeldung "aperto" ist. In diesem Sinne: Machen & Finishen - fertig ist das Glücksrezept! 

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Koepke GmbH
Carlstein 12

17217 Penzlin

Telefon: +49 175 7245510

mail: info@mecklenburger-seen-runde.de

web: https://www.mecklenburger-seen-runde.de/