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11. Mecklenburger Seen Runde 30.05 und 31.05. 2025 

Die Jubiläums-MSR ist Geschichte. Veranstalterangaben zufolge knackten 3.070 Teilnehmer die harte Nuss der 300 Kilometerstrecke. Für Breitensportverhältnisse stellt diese Mammutdistanz zweifelsohne eine schier unüberwindbare Hürde dar. Manch Finisher, der zum wiederholten Male teilnahm schaffte eine persönliche Bestzeit, für andere mutierte der Kraftakt zur quälenden Grenzerfahrung und für einige Leidgeprüfte war die Herausforderung zuviel des Guten. Gerade beim Überqueren der Ziellinie wird im glücksbeseelten Zustand offenbahr, wie stark die vollbrachte Leistung von der Fitness - genauer gesagt von der Gesundheit - abhängt. Ein außergwöhnlicher Moment, den glücklichen Umstand entsprechend zu würdigen und demütig wertzuschätzen. Dass dieser Ausnahmezustand für kein Geld der Welt zu haben ist, wissen insbesondere Radsportler die ans Limit gehen allzugut. Erhabenes Selbstwertgefühl bzw. ekstatisches Glücksgefühl fällt beileibe nicht vom Himmel, sondern muss gnadenlos Tritt für Tritt mit unbeugsamer Willenskraft und unerschütterlichem Durchhaltevermögen eisern erarbeitet werden.

Schauplatz und Epizentrum der »Mecklenburger Seen Runde« bildet der weitläufige Kulturpark in Neubrandenburg, Kreisstadt des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern. Idyllisch am Tollensesee gelegen ist die herrliche Parkanlage der publikumsträchtige Dreh- und Angelpunkt der Großveranstaltung, wo am 24. und 25. Mai 2024 mit Glanz & Gloria das zehnjährige Jubiläum gebührend gefeiert wurde. 

Nach der »Mecklenburger Seen Runde« ist vor der »Mecklenburger Seen Runde«. In diesem Sinne schon mal den 1. Oktober 2024, 20:25 Uhr vormerken. Sesam öffne dich, denn dann schwingen sich die "Felsentore" der Anmeldepforte für die 11. »Mecklenburger Seen Runde« auf! Tipp für Novizen: damit kein Trainingsstress aufkommt, sollte man spätestens zum Winteranfang in die Gänge kommen, um für das 300 Kilometer-Abenteuer fit zu sein. Werde Teil der illustren MSR-Familie und fiebere dem Großereignis am 30./31. Mai 2025 freudvoll entgegen. 

Die »Mecklenburger Seen Runde«  startet in der sehenswerten "Vier-Tore-Stadt" Neubrandenburg, die für ihre gut erhaltene mittelalterliche Stadtmauer sowie ihrer trutzigen Stadttore bekannt ist. Rund ein Drittel der Teilnehmer kommt aus Norddeutschland, während die Mehrheit aus Süddeutschland anreist. Was einzigartig ist: einerseits wird das Radsportevent - insbesondere für ambitionierte Teilnehmer - von einer klassischen (Jedermann-) Renn-Charakteristik beherrscht, welche durch die Transponder-Zeitmessung befeuert wird. Andererseits spricht die MSR ebenso auch gewöhnliche "Durchschnittsradler" an, denen der Breitensportcharakter - bedingt durch das großzügige Zeitfenster von 28 Stunden - entgegenkommt. Für den entschleungigten Radfahrertypus zählt in erster Linie der Olympische Gedanke, bei dem der Grundsatz "Dabei sein ist alles" im Vordergrund steht. Losgelöst von irgendwelchen Leistungsdaten ist das erstrebenswerte Ziel, die monströse Streckendistanz innerhalb der Zeitvorgabe zu schaffen. Ein Blick auf die Ergebnisliste 2024 offenbart deutliche Leistungsunterschiede. Benötigen die schnellsten Athleten innerhalb der Speedgruppen für die MSR300 weniger als 9 Stunden (Ø > 35 km/h), schöpfen andere hingegen das vorgegebene Zeitkontingent voll und ganz aus. Doch wen interessieren schon groß Leistungswerte (außer das aufmüpfige Ego) wo der Veranstalter gebetsmühlenartig predigt, dass Erlebnis vor Ergebnis geht. Eine tiefgründige Aussage, mit der MSR-Initiator Detlef Koepke den Nagel auf den Kopf trifft. Schlussendlich darf sich jeder glücklich schätzen, überhaupt die Form für ein Kaliber dieses Formats zu verfügen. 

4.500 Radler meldeten sich zur 10ten MSR an. Sie verteilen sich auf über 3.450 Anmeldungen für die 300-Kilometer-Strecke, 650 Anmeldungen für die 100-Kilometer-Strecke der Frauen sowie 400 Kinder, die die Mini-MSR fahren werden. Der offizielle Startschuss für die Mecklenburger Seen Runde (MSR300) fiel am Freitagabend um 20:00 Uhr, wobei sich das Startzeitfenster bis zum Samstag den 25.05. um 07.00 Uhr erstreckte. Das legere Zeitfenster hat den Vorteil, dass sich die Zielankünfte über den gesamten Samstag bis in die Mitternacht hinein verteilen. Die ersten Fahrer der MSR300 erreichen erfahrungsgemäß zwischen 8:00 und 9:00 Uhr das Ziel im Kulturpark. Die enorme Leistungsbandbreite spiegelt sich in den weit auseinanderklaffenden Gesamtzeiten wider. 

Das Rahmenprogramm läutete Freitag nachmittag mit der MINI-MSR den Beginn des Radsport-Festivals in Neubrandenburg ein. Den Anfang machte das Laufrad-Rennen für die "Dreikäsehochs", dem sich das Kids-Race anschloss bevor um 20.00 Uhr unter lautstarkem Beifallsgetöse der offizielle Startschuß der MSR300 erfolgte. 

Der letzte Radfahrer erreichte zur Jubiläumsausgabe am Samstag kurz nach 22 Uhr das Ziel. Laut Veranstalter nahmen sich 3.070 Teilnehmer die große Schleife zur "Brust", während die Frauenrunde über 100 Kilometer 640 Starterinnen zählte. Hinzu kommen 350 Kinder, die die Mini-Seenrunde absolvierten. Die Teilnehmer kamen aus 18 Ländern. Der älteste Radfahrer war 81 Jahre alt.   

Die große Teilnehmerzahl - i.V. mit zeitversetzten Startblöcken - zeitigt den Vorteil, in aller Regel nicht solo sein Dasein auf der langen Strecke fristen zu müssen. Vielmehr bieten sich auf weiter Flur zahlreiche Windschattengelegenheiten die nicht nur Energie sparen, sondern ganz nebenbei auch den "Unterhaltungswert" steigern. Selbst wenn man abreißen lassen muss vergeht nur unmerklich Zeit, bis man vom nächsten Pulk aufgerollt und eingesammelt wird, und im vereinigten Schwarm gemeinsam das nächste (Etappen-) Ziel ansteuert. 

Bemerkung am Rande: seit dem "MSR-Urknall" im Jahr 2014 haben mehr als 30.000 begeisterte Radfahrer an der größten norddeutschen Radsportveranstaltung teilgenommen. 

Startphase

Der erste Startblock setzte ganz unspektakulär in gemächlichem Zeitlupentempo in Bewegung und entschwand im Kulturpark allmählich den neugierigen Blicken der Zuschauermassen. Die Mecklenburger Seen Runde führt vom Kulturpark (unasphaltiert) via Schwedenstraße zur Neustrelitzer Straße (rechts). Nachdem links in die Bergstraße abgebogen wird, beginnt das Höhenlevel auf dem Fünfeichener Weg bis zum städtischen Vorort Bargensdorf 4 km lang auf eine Höhe von 75 m ü.M. anzusteigen (60 hm). Der bis zu 10% ige Anstieg am Stadtrand von Neubrandenburg - übrigens der größte Höhenunterschied auf der gesamten Strecke - liefert bereits einen Vorgeschmack auf das was den ehrgeizigen Radler auf der Tour erwartet: ein stetiges Sägezahnprofil.

Die Mecklenburger Seen Runde ist ein außergewöhnliches Erlebnis, das reichlich Nährboden für witzige, bewegende bis zu unvergesslichen Anekdoten liefert. Eines muss man den offenherzigen Neubrandenburgern lassen: Humor haben sie. Humor haben sie. So lässt einem das sarkastische Zwinker-Smiley-Schild entweder schmunzeln oder entfacht im Hirn einen schockartigen Geistesblitz, zumal es zum runden MSR-Geburtstag an dieser Stelle korrekterweise "nur" noch 302 km waren. Ironie des Schicksals, aber Humor ist halt wenn man trotzdem lacht.

Ein echtes Highlight bildet Freitag abend entlang des ersten Anstiegs das traditionelle Bergfest. Von Live-DJ-Musik, Cheerleadern angefacht herrscht zugunsten der Abendstarter am Rand der Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg eine fantastische Stimmung, die an Tour de France Feeling erinnert. 

Übrigens wird der „Peak“ der »Mecklenburger Seen Runde« auf einer 7 km langen Steigung (53 hm) bereits 30 km nach dem Start in Wendorf (140 m ü.NN.) überschritten.

Was positiv auffiel:

• Sattelfest mit kurzweiligem Rahmenprogramm zur Einstimmung auf das großartige Sportereignis

• opulentes Verpflegungsangebot

• elektronische Zeitmessung inkl. Sektionszeiten (Verpflegungsstationen)

• superfreundliche Helfer-Crew (ihr ward SPITZE!)

• getrennte Zu- und Abfahrten auf den Verpflegungsstationen

• großformatige Wegweisung mit unübersehbaren Richtungspfeilen, auffällige Gefahrenschilder

• Toiletten und Desinfektionsspender auf allen 6 Depots

• aufmunternde Spruchbänder

• motivierende Zuschauer

• Servicefahrzeuge & Shuttleservice

• Highlight: Bergfest zugunsten der Abendstarter (Freitag ab 20.00 Uhr) entlang der Bergstraße in der Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg  

• disziplinierte Fahrweise (Handzeichen, akustische Warnrufe bei Gegenverkehr usw)

• Bürgermeister-Staffel: Stellvertreter teilnehmender Kommunen befahren jeweils eine Teilstrecke, um etappenweise die MSR300 zu meistern

• fahrradfreundliche Autofahrer, die bereitwillig auf unasphaltierte Straßenränder auswichen

• breitbandiger Radgattungsmix (RR, Tandem, Liegeräder, Klappräder, Gravel- und Mountainbikes, Lastenräder, Trekkingbikes.....

• Kontaktpool Gleichgesinnter sowie interessanter Menschen 

Da die Abstände der sechs Verpflegungsstationen im Schnitt nur rund 40 km auseinander liegen, braucht man sich über Energienachschub, Trinkflaschenbefüllung und erholsame Pausen keinen großen Kopf zu machen. 

Zur Mecklenburger Seen Runde gehört auch, dass es auf der gesamten Strecke - insbesondere in den Dörfern der Region-  jede Menge moralische Unterstützung gespendet wird. In Chemnitz sowie beim Berg- und Heldinnenfest wurden die Heroes gefeiert und mit viel Jubel bedacht. Jubelschreie und wummernde Musik schaufelte pure Motivation in die Gehirnwindungen, was wiederum frische Kräfte mobilisierte. Doch nicht nur im Einzugsbereich des Start- und Zielorts war Halli-Galli angesagt, sondern auch im Schlußabschnitt standen auf den letzten 50 Kilometer reihenweise Zuschauer am Straßenrand und feuerten die erschöpften Pedaleure inbrünstig an. Neben dem motivierenden Beifallsklatschen waren auch vermehrt Spruchbanner sowie namentliche Grußbotschaften zu sehen. Dies zeigt einmal mehr, wie emotional auch die einheimische Bevölkerung Anteil an der Veranstaltung nimmt. Selbst Behörden sind integriert - nicht allein wg. des Genehmigungsverfahrens - sondern weil eine Bürgermeisterstaffel sich die Strecken zwischen den einzelnen Verpflegungsstationen aufteilte. Ein Vorzeigebeispiel, das auch woanders Schule machen sollte.

 

Allergrößten Respekt gebührt Senioren, die eine derart unglaubliche Mammutdistanz innerhalb des vorgegebenen Zeitfensters schaffen. Klaus Christel (Team ADFC Tollense) war mit 81 Jahren der älteste Finisher und bewältigte damit bereits seine 8. Seen Runde. Superklasse, Hut ab Klaus! Man beachte dazu das Material, denn sein Trekkingbike war im Vgl. zu leichtgewichtigen Carbon-Rennern mit Sicherheit um einige Kilo schwerer.

Nach 305 kräftezehrenden Kilometern freut sich jeder abgekämpfte Haudegen tierisch, wenn endlich das erlösende Ortsschild Neubrandenburg ins Blickfeld rückt. Jener Zeitpunkt, wo sich schon vor der Finisherline die Glückshormonschleusen öffnen, und die Blutbahn mit Dopamin, Serotonin, Endorphin und Oxytocin regerecht überschwemmmen. Dank des freigesetzten Adrenalins gehen die letzten 4 km auf der Neuendorfer Straße und der Seestraße zum Kulturpark der Stadt völlig schmerzbefreit über die Bühne. Ein wahrer Freudentaumel, der seinen extatischen Hype beim Empfang der Finishermedaille erreicht.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Zwei Medienvertreter zeigten 100 %igen Einsatz - körperlich, mental und emotional. Umso bewegender war die Finisherfreude im Kulturpark Neubrandenburg: links Curd Biedermann (Bayernbike), rechts Ex-Chefredakteur Daniel O. Fikuart (Magazin Radfahren). Der MSR-Veranstalter gibt Teilnehmern bekanntermaßen jedes Jahr ein Glücksversprechen mit auf den Weg. Das Zielfoto zeigt, dass die Macher Wort gehalten bzw. die Finisher es mit unbändiger Willenskraft & Manpower eingelöst haben. 

Falsche Bescheidenheit wäre in dem Glücksmoment fehl am Platz, denn über die brachiale Energieleistung darf sich jeder zurecht stolz auf die Schultern klopfen und sich über seinen Erfolg wie ein Schnitzel freuen. Wie sehr sich der aufopferungsvolle Kampf tatsächlich lohnte offenbart sich erst im Nachhinein, wenn einem die seelische Zufriedenheit erfasst und in Demut versinken lässt. Demzufolge führen viele Wege zum Glück was jedoch beileibe kein Selbstläufer ist, sondern tatkräftig beschritten sein möchte (jeder ist sein Glückes Schmied). Die eigene Identität wird eben nicht ausschließlich durch Job & Karriere (Gesellschaftsstatus) bestimmt sondern findet auch darin Ausdruck, im Sport Lebensfreude, Selbstbestätigung und Lebenssinn zu empfinden.

Was gibt's schöneres, als sein inneres Glücksempfinden nach außen zu strahlen? Und das erfreulichste daran ist, dass der hormonell bedingte Glückszustand nicht im Geringsten altersabhängig ist, was der aufmerksame Zuschauer an der Ziellinie live beobachten kann. Sowohl Kinder als auch Erwachsene und Senioren strahlen bei der »Mecklenburger Seen Runde« trotz Erschöpfung mit leuchtenden Augen um die Wette. Dass die Zaungäste die (Extrem-) Leistung bewundern und sie mit Anerkennung und Respekt huldigen, verstärkt den emotionalen Höhenflug und balsamiert die Seele. Der emotionale Touch Down im glücksbeseelten Zustand ist auf jeden Fall ein äußerst denkwürdiger Augenblick, seine Gesundheit gebührend wertzuschätzen.  

 Ex-Chefredakteur des Fachmagzins "Radfahren" Daniel O. Fikuart im Live-Interview

Resümee: das überregional bekannte Event ist ein prestigeträchtiges Aushängeschild für das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Da die Orga nahezu perfekt funktioniert, gibt es eigentlich nichts zu kritisieren bzw. zu meckern. Das berühmte Haar in der Suppe gleicht einer Suche nach der  Stecknadel im Heuhaufen. Maßgeblichen Anteil an der Erfolgsstory hat neben dem Initiator Detlef Koepke vor allem riesige Helferschar von 800 ehrenamtlich Beschäftigten, ohne die es das Radsport-Festival schlicht und ergreifend nicht gäbe. Nur dank ihrer unermüdlichen und tatkräftigen Unterstüzung auf und neben der Strecke ist ein reibungsloser Ablauf möglich. Ebenso verdient der Einsatz von Sanitätern, Feuerwehrlern und last but not least die harmonische Zusammenarbeit mit den Genehmigungsbehörden einer aufrichtigen Würdigung. 

Persönliches Fazit: einmal mehr hat der Veranstalter mit seinem Slogan "die beste MSR aller Zeiten" recht behalten. Bis auf einen Platten hatten wir Spaß hoch³, was dem Suchtbazillus trotz langer Anreise reichlich Nahrung gibt. Einmal infiziert - immer infiziert, will heißen, dass das Gehirn dem nächsten Anmeldetermin wehrlos ausgesetzt sein wird. Es bleibt also spannend, welche Überraschungsmomente die kommende MSR auf Lager hat. 

 Der frühe Vogel fängt den Wurm. Wer früh bucht, spart nicht nur Geld, sondern kann sich auch noch seine Wunschstartzeit aussuchen. Save the date: ab 1. Oktober 2024 wird die Anmeldung scharf geschaltet.

Die »Mecklenburger Seen Runde« - Mehr als ein gewöhnlicher Radmarathon

Die »Mecklenburger Seen Runde« bietet nicht nur spezifische Alleinstellungsmerkmale - nein, das gesamte "Volkssport-Event" repräsentiert eine einzigartige Besonderheit, mit der es sich offenkundig von der gewohnten "Norm" landläufiger Sportveranstaltungen wohltuend abhebt. Dazu gehört beispielsweise auch, dass sich Communities bilden, Teilnehmer sich verabreden und zu Gruppen zusammenschließen um im selben Startblock zeitgleich zu starten und die Seenrunde gemeinsam zu bestreiten. Heißt: gemeinsam losradeln, zusammen durchbeißen (geteiltes Leid ist halbes Leid), geschlossen ankommen und im Ziel glückbeseelt gemeinsam feiern. Das populäre Radevent ist für seinen besonderen Charme und seiner ausgesprochen familiären Atmosphäre weit über die Grenzen des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern - das am dünnsten besiedelte deutsche Land - hinaus bekannt. Seit 2014 begeistert das zweitägige Großereignis mit bombastischer Volksfeststimmung eine Herschar von Radsport-Enthusiasten. Sowohl auf dem Start- Zielgelände im Neubrandenburger Kulturpark, als auch den Depots und entlang der Strecke rund um die Seenplatte feuern tausende Fans ihre Heroes an und verbreiten ein stimmungsvolles Festivalflair. Alles in allem ist die »Mecklenburger Seen Runde« auf alle Fälle wesentlich mehr als ein gewöhnlicher Radmarathon. DAS Radsport-Event ist ein ultimatives Erlebnis, dem der Veranstalter Glückswachstum und Horizonterweiterung verspricht. 

Start- und Zielort der »Mecklenburger Seen Runde« ist die "Vier-Tore-Stadt" Neubrandenburg, die aufgrund ihrer gut erhaltenen Stadtmauer beiläufig auch als „Rothenburg des Nordens“ bezeichnet wird. Bekannt ist Neubrandenburg nicht nur für seine mittelalterliche Wall- und Wehranlage mit prächtigen gotischen Stadttoren, sondern auch als Sportstadt sowie ihrer herrlichen Lage wegen am zentrumsnahen Tollensesee in der Urlaubsregion Mecklenburger Seenland. Die Kreisstadt des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte ist die drittgrößte Stadt Mecklenburg-Vorpommerns (63.000 Einwohner). Flächenmäßig ist er mit Abstand der größte Landkreis Deutschlands und gut doppelt so groß wie das Saarland. Auf knapp 5.500 km² leben rund 260.000 Einwohner, was einer Bevölkerungsdichte von gerade mal 47 Einwohner je km² entspricht. Dass die Mecklenburgischen Seenplatte sage und schreibe 1117 natürliche Seen (Europas größtes Wassersportrevier) verfügt und den Müritz-Nationalpark (UNESCO Weltnaturerbe) sowie sieben Naturparke beherbergt lässt nur ansatzweise erahnen, welch beeindruckende Naturlandschaft die MSR-Radler erwartet. 

Streckenverlauf (vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung): Neubrandenburg → Burg Stargard → Neustrelitz → Schwarz → Röbel → Malchow → Nossentiner Hütte → Alt Schönau → Möllenhagen → Groß Vielen → Neubrandenburg

Streckenprofil

Die Topographie der Mecklenburgischen Seenplatte wird von Ortsunkundigen fälschlicherweise des Öfteren für Flachland gehalten. Zwar ist die MSR nicht mit alpenländischen Radmarathons vergleichbar, trotzdem hält das wellige Streckenprofil immerhin 1.800 Höhenmeter parat. Wer die Seenregion nur visuell als Landkarte oder aus Urlaubsprospekten kennt, liegt mit seiner Vermutung Mecklenburg sei topfeben grundlegend daneben. Dass man mit dem weitverbreiteten Irrglauben so was von falsch liegt, bekommt man gleich am ersten Anstieg kurz nach dem Start im Neubrandenburger Stadtgebiet zu spüren, wo es rund 600 Meter lang mit acht Prozent Steigung bergauf geht. Taucht nach dem Losrollen das erste Entfernungsschild am Straßenrand auf dürfte es wohl besser sein den Hinweis geflissentlich zu ignorieren, denn die Zahl 298 könnte mehr Unruhe und Nervosität denn Motivation stiften. Es erwarten einem zwar keine furchteinflössenden Pässe, doch Dutzende Wellen - kaum mehr als 60 Meter zwischen fünf und acht Prozent Steigung hoch - setzen am laufenden Band schmerzhafte Nadelstiche, die den Körper und die Psyche auf Dauer mürbe machen. Manch knackige Rampe mit bis zu fünfzehn Prozent bringen die Beine - und wer weiß was sonst noch alles - mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zum Glühen.

Ein Selbstläufer ist die MSR300 jedenfalls mitnichten. Schon deshalb sollten sich Übereifrige bändigen sich über Gebühr zu verausgaben und sicherheitshalber die limitierten Kraftressourcen lieber sorgsam einteilen. Wird zu ungestüm los geprescht und übermotiviert ans Werk gegangen läuft Gefahr, dass es ihm hinten raus womöglich den Stecker zieht, zumal die zweite Streckenhälfte nicht wirklich flacher wird. Wer nach 200 Kilometern meint den härtesten Streckenteil bewältigt bzw. das Groß der Höhenmeter überwunden zu haben, sieht sich gehörig getäuscht. Nicht zu vergessen der fortschreitende Ermüdungsprozess, der die Leistungsfähigkeit zunehmend herabsetzt. Vor allem dann, wenn bereits zuviele Körner im Heizkessel der Mitochondrien verbrannt wurden und das gefürchtete Schwert des Damokles aus der griechischen Mythologie über dem Haupt schwebt. Entscheidend ist, belastungsspitzenfrei im rhythmischen Wohlfühl-Tempo zu fahren (Down-Pacing), rechtzeitig Erholungspausen einzulegen und penibel auf die Energie- und Flüssigkeitszufuhr zu achten. Werden diese fundamentalen Punkte beherzigt, ist schon viel gewonnen.

Die beste Radfahrt deines Lebens“ titulieren die Macher ihre Seen Runde. Dies ist alles andere als eine oberflächliche Phrase, sondern bringt vielmehr den Kern der Sache auf den Punkt.

Jährlich erscheint zur Mecklenburger Seen Runde das SEEN RUNDE MAGAZIN. Es enthält Wichtiges & Relevantes, Interessantes & Unterhaltsames rund um die MSR für Teilnehmer, Begleiter und Besucher der MSR. Das aktuelle Magazin erscheint immer ab Mitte April zur bevorstehenden Mecklenburger Seen Runde als kostenloses E-Paper.

Mecklenburger Seen Runde

Streckendaten

Rundkurs

Ausgangspunkt: Neubrandenburg (Mecklenburg Vorpommern)
Endpunkt: Neubrandenburg (Mecklenburg Vorpommern)

Streckenlänge: 300 km
Höhenmeter: 1.800 hm (empfohlene Fahrtrichtung)

Streckenverlauf (vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung): Neubrandenburg → Burg Stargard → Neustrelitz → Schwarz → Röbel → Malchow → Nossentiner Hütte → Alt Schönau → Möllenhagen → Groß Vielen → Neubrandenburg

Streckengrafik mit Höhenprofil - Mecklenburger Seen Runde - abweichend vom ausgegebenen Google-Maps-Algorithmus ≈ 1.700 hm


Bewegen sie ihren Cursor auf dem Höhenprofil, wird interaktiv oben auf der Streckengraphik die geographische Position eingeblendet.

Haftungsausschluss:

Biketouristik – Media übernimmt keine Gewähr für die Korrektheit downgeloadeter Trackdaten. Die Verwendung von GPS-Tracks geschieht in Eigenverantwortung des Users und schließt Haftungsansprüche gegenüber dem Anbieter ausnahmslos aus.



SEEN RUNDE MAGAZIN

Jährlich erscheint zur Mecklenburger Seen Runde das SEEN RUNDE MAGAZIN. Es enthält Wichtiges & Relevantes, Interessantes & Unterhaltsames rund um die MSR für Teilnehmer, Begleiter und Besucher der MSR. Das aktuelle Magazin erscheint immer ab Mitte April zur bevorstehenden Mecklenburger Seen Runde als kostenloses E-Paper.

Auszüge aus dem MSR-Magazin, die drei Radsportveranstaltungen im Welterbe von Regensburg vorstellen. Um den "Will-fahren-Reflex" kitzeln, dem legen wir folgende rezeptfreie "Sucht-Drops" in den Mund:

Die Story hinter der Story

Im Magazin »Radfahren« (BVA BikeMedia GmbH) erscheint über die Mecklenburger Seen Runde die dreiteilige Serie "Mythos 300". Wer es bisher nicht zu träumen wagte, jemals die 300 Kilometer Schallmauer zu durchbrechen, der sollte den spannenden Erlebnisbericht von Daniel O.Fikuart (Ex-Chefredeakteur »Radfahren« / »ElektroRad«) lesen. Zitat: "Wie hätte ich ahnen können, dass die Zusage mein Leben über fünf Monate verändert. Dass das Abenteuer beginnt, lange bevor ich zur Startlinie rolle". Die Initialzündung für den Sinneswandel löste Motivations-Coach Detlef Koepke mit einer scheinbar banalen Bemerkung aus: „Das kann jeder schaffen. Auch du.“ Die Ansage saß, obwohl sich der Rennrad-Novize beileibe nicht als Langstreckenenthusiast sondern vielmehr als Genussbiker begreift. Nachdem der motivierende Zuspruch gesackt war, verwandelten die Synapsen das Ding der Unmöglichkeit wider Erwarten zu einer durchaus vorstellbaren Option um nicht zusagen: die Lunte war gelegt.

Über den Dächern der Welterbestadt Regensburg: Daniel O.Fikuart (rechts) und Curd Biedermann

Nachdem ein neues Rennrad angeschafft und mittels Bikefitting für die optimale Sitzposition komfortabel angepasst war lösten sich schon bei der ersten Jungfernausfahrt gewisse Selbstzweifel rasend schnell in Luft auf. Dank des ausgeschütteten Glückshormons Dopamin und der erlebten Erfolgserlebnisse bedurfte es keinerlei Überwindung mehr, das Training gnadenlos durchzuziehen. Ganz im Gegenteil, denn der Fokus auf die Trainingseinheiten gerierte das neuentdeckte Hobby schrittweise zum Lebensmittelpunkt. Schwuppdiwupp war sie da, die erquickende Lebensfreude, die sprühende Leidenschaft und der gierig machende Fahrspaß. Die Begeisterung wuchs mit jeder Ausfahrt, d.h. der viel zitierte Suchtbazillus begann nachhaltig zu wirken. Wer sich also auf ein MSR-Abenteuer einlässt darf sich auf einen prickelnden Spannungsbogen einstellen, der das Leben weitreichend und nachhaltig verändert. Dass das gewagte Unterfangen den Alltag derartig umzukrempeln vermag, ist für Novizen natürlich nicht im geringsten absehbar, was Neueinsteiger Daniel O.Fikuart authentisch beschreibt. Die Geschichte ist ein Paradebeispiel und gleichzeitig eine Blaupause für all jene die meinen, der Herausforderung nicht gewachsen zu sein. Wie dem auch sei, sobald die psychologische Hemmschwelle zur Anmeldung überwunden ist, tickt die Uhr zum "Point of no return" bzw. für die "never forget experience" einer MSR unaufhaltsam. 

»Radfahren« 2/2024  "300 KILOMETER AM STÜCK – IST DAS MACHBAR?"

»Radfahren« 3/2024  "300 km am Stück: Die Vorbereitung"

»Radfahren« 5/2024 "MSR300...das Abenteuer

 Wenngleich die süßen Belohnungsfrüchte zweifelsohne hoch hängen so lohnt es sich dennoch, sich an die ultimative Herausforderung heranzuwagen und seine Grenzen auszuloten. Lässt man sich im Ziel als Held feiern und versinkt in einen unbeschreiblichen Glückshormonrausch - einhergehend mit dem stolzen Gefühl den inneren Schweinehund besiegt zu haben - dann wird schlagartig klar, wie sehr sich die vergossenen Schweißtropfen gelohnt haben. Sich ein Ziel zu setzen und beharrlich darauf hinzuarbeiten, bereitet eben nicht nur pure Freude sondern zahlt sich am Ende als emotionale "Glücks-Dividende" fürstlich aus. Gute Laune, bessere Fitness, weniger Fettpölsterchen, Glücksmomente u.v.m. sorgen für ein selbstzufriedenes Körper- und Lebensgefühl, was Radsportler auf der Sonnenseite des Lebens stehen lässt.

Bestehen noch Restzweifel der Herausforderung gewachsen zu sein, geht einfach auf Nummer sicher und reserviert sich einen Startplatz in einer geguideten MSR-Gruppe. Dies gibt zumindest Gewähr, kraftsparend und unterhaltsam in Zweierreihe im gleichmäßigen Tempo mitsegeln zu können. Ein erfolgversprechenderes Rezept, das die Türe in die Phalanx der 300er Liga öffnet gibt es nicht. 

Startgebühren MSR 300

Teilnehmer können das aktuelle Trikot der MSR 2024 zum Sonderpreis optional direkt bei der Anmeldung bestellen: MSR KOLLEKTION 2024

Ladies Only

Für die weiblichen Teilnehmer gibt es ein besonderes Zuckerl. Anstatt überambitionierten Männern hinterherzujagen wie es bekanntermaßen in der Praxis nicht selten vorkommt, haben Damen die Möglichkeit unter ihresgleichen eine 100 Kilometer lange Strecke zu fahren (600 Höhenmeter). 

Originalzitate, die aufhorchen lassen: „Einen schönen Tag erleben“, „einmal nur mit Frauen unterwegs sein“ und „das besondere WIR-Gefühl spüren“. In diesem Sinne: Happy Bike Day bei der Jubiläumsveranstaltung!

Nicht nur die MSR100 bleibt Frauen vorbehalten, sondern die MSR300 bietet zusätzlich einen separaten Frauen-Startblock. Fahrerinnen können sich von Guidinnen führen lassen. Dies erspart den Kampf gegen "Windmühlen" (Windschatten) und man braucht nicht blindlings den Herren der Schöpfung hinterherjagen und womöglich sich derart über Gebühr verausgaben dass das Ganze zum Himmelfahrtskommando ausartet. Besonders für Neueinsteigerinnnen ein verlockendes Angebot, das die Teilnahme noch schmackhafter und erfolgsversprechender macht. Der Grundsatz lautet: gemeinsam losradeln, gemeinsam Spaß haben und gemeinsam ankommen, um sich vor Freude in den Armen liegend dem unbeschreiblichen Glücksgefühl  hinzugeben. Zwischenzeitlich hat sich das bundesweite Netzwerk »Women's Community« gebildet, die in etlichen Städten wie z.B. Nürnberg, Würzburg, Hamburg und Berlin aktiv ist.

Sport verbindet und transportiert darüber hinaus ein enormes Maß an Wir-Gefühl. Das gilt nicht nur ausschließlich für Mannschaftssportarten wie Fußball oder Handball. Auch Radfahren bekommt soziale Wesenzüge, wenn man mit Freunden bzw. (Vereins- ) Kollegen auf Tour geht oder bei Radsportveranstaltungen wie beispielsweise der MSR gemeinsam eine erlebnisreiche Rundtour bestreitet. Sport bildet einen abgekapselten Kosmos innerhalb der normalen Welt bzw. dem Alltag, der den gesellschaftlichen Status wie kaum anderswo vollständig aufhebt.

Startgebühren MSR 100 (Damen)

Hinweis: Die FRAUEN MSR kann (im Gegensatz zur MSR 300) auch mit einem ebike gefahren werden. Der Startschuss für die 100 km lange Frauenrunde erfolgt am 25.05.2024, 08.00 Uhr im Neubrandenburger Kulturpark, wobei im 10-Minuten-Takt gestartet wird (Startzeit steht auf der Anmeldebestätigung).

Side-Event - Mini MSR

Im Neubrandenburger Kulturpark bietet das MSR SattelFEST ein umfangreiches Rahmenprogramm für die ganze Familie.

Kleine Heldinnen und Helden erhalten mit der Mini MSR 2024 ihre eigene Showbühne.

Eckdaten

Bild: Bei "Nacht-Radlern" kommt das große Lagerfeuer im Depot Schwarz (125 km) gut an, wo sich die Helden der Nacht, aber auch die Tag- Fahrer am frühen Morgen gern versammeen und sich aufwärmen.

Bei der Online-Anmeldung zur Mecklenburger Seen Runde ist es möglich, eine Wunschstartzeit auszuwählen. Ausgebuchte Startblöcke können nicht mehr angewählt werden.

Eine Änderung der Startzeit ist nach Erhalt der Anmeldebestätigung jeweils gegen eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 15,- Euro möglich.

Jeder Teilnehmer, der die Tour erfolgreich abschließt, d.h., innerhalb des Zeitlimits das Ziel erreicht, erhält eine Medaille, die unmittelbar nach der Ankunft überreicht wird. Im Infozelt der MSR am Zielort findet der Live-Ausdruck der persönlichen Urkunde statt, oder man nutzt die Downloadfähigkeit auf der alle MSR-Website. 

Serviceangebot

Die Seenrunde setzt mit ihrem vielschichtigen Serviceangebot eine Benchmark, was auch für das reichhaltige Verpflegungsangebot gilt.

 Leistungspaket 

• Professioneller 24-Wochen-Trainingsplan

• Exklusives Bike-Yoga-Programm mit Silvio Fritzsche, eigener Youtube-Channel

• 7 Verpflegungsstationen mit hochwertigen Getränken und Speisen

• Behördlich genehmigte Streckenführung in traumhafter Natur

• Geführte Gruppen mit vereinbarter Durchschnittsgeschwindigkeit, optional (15 €)

• Routenführung mit aktiv beleuchteter Beschilderung

• Streckensicherung an Gefahrenstellen

• Shuttle-Service für Teilnehmer, die die MSR vorzeitig beenden wollen

• Technischer Service vor, während und nach der Veranstaltung (kostenpflichtig)

• Erste Hilfe, medizinische Notfallbetreuung mit eigenem Rettungsnetz

• Startnummer (Lenker und Rücken) und Sicherheitsnadeln, Kabelbinder

• Kostenloser Massageservice an Verpflegungsstationen auf der Strecke

• Zeitnahme mit Transpondersystem durch unseren Partner tollense-timing

• Hinterlegungsservice für persönliche Sachen

• Toiletten, Dusch- und Umkleidemöglichkeiten

• Wertsachendepot im Start-/Zielbereich

• Parc Fermé – Fahrradparkplatz auf dem Eventgelände

• Finisher-Medaille, die unmittelbar nach der Ankunft im Ziel überreicht wird

• Finisher-Getränk - Coupon am Bogen der Rückenstartnummer

• Urkunden-Download inkl. Persönlicher Zeit über die MSR-Homepage

• Finanzielle Unterstützung für Vereine und Institutionen

• Digitaler Event-Guide mit Informationen rund um die Veranstaltung

• Newsletter, Homepage und Facebook-Seite mit aktuellen Informationen

• professionelles Anmeldeportal

• Rahmenprogramm für die ganze Familie im Start- und Zielbereich

Trainingsvorbereitung

Wie es sich eben so mit sportlich gesetzten Zielen verhält, steht und fällt alles mit einer sorgfältigen Vorbereitung. Keine Frage, 300 Kilometer  sind ein Brett. Umso mehr, wenn man sich nicht zum elitiären Kreis ambitionierter Radrennfahrer zählt, sondern sich als genussorientierter Breitensportler begreift, der sein Hobby zwar aus Leidenschaft und Spaß an der Freud, allerdings ohne größere Ambitionen betreibt. Landläufig wird die Seenplatte vermeintlich als flaches Terrain eingestuft, doch tatsächlich ist die wellige Topographie nicht zu unterschätzen. Nicht zu Unrecht wird die Region als "Mecklenburgische Schweiz" bezeichnet. Rampenfreie Anstiege lassen sich zwar gut Hochrollen, doch kumuliert machen 1.700  Höhenmeter und die enorme Streckenlänge das "Kraut fett". 

Selbstredend, dass so nebenbei ohne solide Grundlagenausdauer 300 Kilometer auf einen Rutsch unmöglich zu schaffen sind, denn Wunder fallen nunmal nicht einfach vom Himmel. Dabei ist aber auch klar, dass mit jedem Trainingskilometer das hehre Ziel näher rückt. Das ganze "Erfolgsgeheimnis" verschafft die Aneinanderreihung eines einzigen Wortes Geltung: Grundlage, Grundlage und nochmals Grundlage. Wer rechtzeitig zu trainieren beginnt und diszipliniert durchhält, für den verwandelt sich das anfänglich geglaubte aussichtslose Ziel den Mythos MSR300" zu knacken mehr und mehr in den Bereich des Machbaren. Hält man sich immer das Positive vor Augen, dass sich ein gewissenhafter Trainingsfleiß auszahlt wird die Willenskraft geschürt. Allein die Vorstellung, ein heroisches Finishergefühl mit stolz geschwellter Brust und baumelnder Finishermedaille einmal erleben zu dürfen, birgt einen großen Reiz der Begehrlichkeiten weckt. 

Was Neulinge kaum vermuten: der Trainingsumfang hält sich in erstaunlichen Grenzen. Die »Mecklenburger Seen Runde« eröffnet bedingt durch ihre breitensportorientierten Regularien sogenannten "Otto-Normalradlern" die einzigartige Chance, die ultimative Herausforderung mit relativ überschaubarem Trainingsaufwand zu bewältigen. Natürlich führt an einer soliden Trainingsvorbereitung kein Weg vorbei. Sie ist der Schlüssel zum Erfolg, um nach Zieleinfahrt mit einem überwältigenden Glückshormonflash seine redlich verdienten Früchte zu ernten. Der Veranstalter rät Hobby- und Freizeitradlern zu einem Trainingsumfang von rund 1.300 Kilometern. Das Hauptaugenmerk zielt auf das Fundament aller Trainingsbereiche - der Grundlagenausdauer - ab, bei der sich der Stoffwechsel im Fettverbrennungsmodus befindet. Der anaerobe Leistungsbereich, bei dem der Körper limitierte Kohlenhydratvorräte anzapft und leistungsminderndes Laktat (Stoffwechselprodukt) ausschüttet, hat hingegen nur für Elitefahrer Relevanz, die die Strecke in höheren Belastungssphären bewältigen.

Für die meisten Teilnehmer geht es im Vorbereitungstraining primär darum, die aerobe Ausdauerleistungsfähigkeit (wenig intensiver Trainingsbereich unterhalb der Laktatschwelle) zu verbessern. Diese liegt bei 60-75% der maximalen Sauerstoffaufnahme beziehungsweise bei ca. 60-70 Prozent der maximalen Herzfrequenz oder ca. 55–70% der anaeroben Schwelle (FTP). Um Leistungswerte überhaupt einordnen zu können, bedarf es einer Leistungsdiagnose, bei der u.a. Schwellenwerte ermittelt werden. Der Veranstalter empfiehlt auch zu längeren Einheiten von 100-150 km. Wer im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Zuhause ist hat den Vorteil sich  gleichgesinnten Community anzuschließen um gemeinsam auf dasselbe Ziel hin zu trainieren. Bei regelmäßigen Treffen können gestaffelt in unterschiedlichen Geschwindigkeitsbereichen gemeinsam Kilometer abgespult werden. Der Anschluss an eine Trainingsgruppe zeitigt mehrere Vorteile: abgesehen von neuen Sozialkontakten macht kommunikatives Gruppenradeln einfach mehr Spaß, es steigert die Motivation und man tut sich - bedingt durch verbindlich vereinbarte Trainingstermine - wesentlich leichter am Ball zu bleiben.

Ein Wattmesser bringt den Vorteil, sich an seiner FTP-Schwellenleistung (soweit diese bekannt ist) orientieren zu können. Die Funktionsleistungsschwelle (FTP = Functional Threshold Power) ist ein Messwert (ermittelt via Leistungsdiagnostik), welche maximale Leistung man in der Lage ist eine Stunde lang zu treten. Die sogenannte Schwellenleistung bildet die Grundlage zur Ableitung sämtlicher Trainingsbereiche. Tipp von Detlef Koepke, die mit Wattmesser fahen: als grobe Richtschnur konsequent unter 300 Watt fahren.

Foto: Träger der Startnummer 1 ist Peter Liljedahl, Sohn des Gründers der Vätternrundan. Als Nachfolger seines Vaters nahm er des öfteren an der MSR mit der Nr. 1 teil. Da die Inspiration für die »Mecklenburger Seen Runde« vordergründig der Vätternrundan zu verdanken ist, darf Peter Liljedahl - der mit Detlef Koepke befreundet ist und bereits mehrmals zusammen mit ihm die Vätternrundan gefahren ist - bei jeder MSR-Teilnahme mit der Startnummer 1 fahren. Auch 2024 steht er am Start und fährt in der geführten Gruppe von Tourguide Jürgen Schnitter mit. Obwohl drei Wochen später die Vätternrundan stattfindet (14./15. Juni) nimmt erstmals dessen CEO Oskar Sundblad an der MSR teil.

Ein spezieller Trainingsplan gibt eine wissenschaftlich fundierte Anleitung wie man sich am besten auf die Herausforderung gewissenhaft vorbereitet. Der Trainingsplan (ohne Bezahlschranke) wurde vom renommierten Sportpsychologen Dr. Konrad Smolinski eigens für die MSR300/MSR100 ausgearbeitet, und enthält überdies eine Menge nützlicher Tipps. Der 24 Wochen MSR 300/100 Trainingsplan - geplittet nach Einsteiger und Fortgeschrittener - kann sich jeder kostenlos herunterladen. Die Einsteiger-Trainingspläne richten sich an Starter die ohne festgelegte Finisherzeit die 100- oder 300-Kilometer-Runde einfach "nur" schaffen wollen. Trainingspläne für Fortgeschrittene sind für anvisierte Zielzeiten variabel anwendbar. Intensitätsangaben erfolgen zu den jeweiligen Trainingseinheiten anhand des subjektiven Belastungsempfindens ("sehr leicht" bis "sehr schwer") als auch der objektiv messbaren Herzfrequenz (in % der individuellen HFmax).

Der Weg zum Ziel 

Auch wenn 28 Stunden ein wenig hinwegtäuscht die Zeit der Welt zu haben, sollte man die Uhrzeit - besonders jene Teilnehmer die bedrohlich nahe an Kontrollschlußzeiten entlangschrammen - im Blick behalten. Ein persönliches Zeitmanagement hilft, um sich die Langstreckenfahrt im Rahmen seiner Möglichkeiten sinnvoll einzuteilen. Think postive! Anstatt sich einen Kopf über die ehrfurchterregende Entfernung zu machen lässt sich das "Projekt" MSR aus einem anderen (ironischen) Gesichtspunkt betrachten: man blockiert sich nicht dem Gedanken von 300 Kilometern, sondern "klappert " nur sieben Depots der Reihe nach ab, um sich ausgiebig zu verköstigen. Schwuppdiwupp kommt die Ziellinie auf einen zugeflogen. Fehlt die Erfahrung (im Radsport spricht man ab 200 km von Marathon) helfen gedankliche Abschnittsziele bei denen man sich mental z.B. jeweils nur auf den nächsten Versorgungspunkt konzentriert (Ø Entfernung 43 km). So "hangelt" man sich step by step bis zur Finisherline in Neubrandenburg. Empfehlenswerte Gedankenstütze ist, sein Timetable samt Kontrollschlusszeiten auf den Lenker zu kleben:

Kontrollschlusszeiten auf den Verpflegungsdepots am 25. Mai 2024:

- Feldberg (41 km): 08:30 Uhr

- Neustrelitz (83 km): 11:00 Uhr

- Schwarz (125 km): 13:00 Uhr

- Röbel (156 km):15:00 Uhr

- Nossentiner Hütte (195 km): 17:00 Uhr

- Alt Schönau (242 km): 19:30 Uhr

- Groß Vielen (278 km): 22:00 Uhr

Energienachschub

Ein Wort zur Nährstoff- und Flüssigkeitszufuhr. Damit die MSR nicht zum hoffnungslosen Himmelfahrtskommando ausartet sollte tunlichst auf eine bedarfsgerechte Energiezufuhr achten, zumal sich eine suboptimale Energieversorgung auf einer Langdistanz gegenüber einer kürzeren Strecke schwerwiegender rächen kann. Abhängig vom Alter, Geschlecht, Trainingszustand, Gewicht und der gefahrenen Intensität dürfte der Kalorienverbrauch einer MSR300 round about bei 9.000 bis 14.000 Kalorien liegen (1 Kilokalorie entspricht etwa 4,2 Kilojoule, bzw. 1 Joule etwa 0,24 Kalorien). Um einen dramatischen Leistungseinbruch zu vermeiden, sollte feinfühlig auf seine Körpersignale als aussagekräftiger Indikator  hören, wobei Trinken nach Verspüren des Durstgefühls womöglich schon zu spät sein kann. Neben der Energiezufuhr gleicht regelmäßiges Trinken den schweißbedingten Flüssigkeits- und Mineralienverlust aus, und hält den "Motor" am Laufen. 

Sind Energiervorräte aufgebraucht, gehts mit leerem „Tank“ rasend schnell bergab. Ein abrupt einsetzender Leistungseinbruch - gemeinhin als gefürchteter Hungerast bezeichnet - läutet i.d.R. den Anfang vom Ende ein. Dann switscht der Körper sozusagen auf's Notaggregat mit der Folge um, dass nur noch mit brachialem Willen die schwindende Muskelkraft das Gefährt - bestenfalls im Schneckentempo - bewegt werden kann. Klopft der gefürchtete „Mann mit dem Hammer“ infolge von Kohlenhydrat­mangel an, rückt ein erfolgreiches Finish wohl oder übel in weite Ferne. Ein vermeidbarer Fauxpas, denn am reichhaltigen Essens- und Getränkevorrat kann's jedenfalls nicht liegen. Wem ein solch tragisches Missgeschick unterläuft, muss sich selbstkritisch an die eigene Nase fassen, denn an "Treibstoffquellen“ mangelt es bei der MSR wahrlich nicht.

 Stoffwechselprozesse

Kohlenhydrate und Fette dienen als Energielieferanten für körperliche Arbeit. Diese werden über aerobe und anaerobe Oxidationsprozesse in Energie umgewandelt. Über länge Distanzen reichen Kohlenhydrate als alleinige Energiequelle allein nicht mehr aus, weswegen der Fettstoffwechsel  - je nach Belastungsintensität - als Energielieferant eine mehr oder weniger dominante Rolle spielt.

Bis zu drei Tage vor der Ausdauerleistung können die Glykogenspeicher mit kohlenhydratreichen Speisen (z.B. Nudeln, Reis, Kartoffeln) gefüllt werden (Carboloading). Als wichtigste schnell verfügbare Energiequelle sind Kohlenhydrate (limitiert verfügbar) essenziell, wobei der Körper seine Energie nur bei höheren Belastungen fast ausschließlich aus dem Kohlenhydratstoffwechsel schöpft.

Wird in der moderaten Belastungszone der Grundlagenausdauer (GA 1 / GA 2) gekurbelt, bewegt man sich hauptsächlich in er Fettverbrennungszone die bei ca. 60-80 Prozent der maximalen Herzfrequenz bzw. bei ca. 55 – 70% der anaeroben Schwelle (FTP). liegt. Die durchschnittliche Schwellenleistung (FTP) eines durchschnittlichen Hobbyradlers liegt bei etwa 200 Watt.

Wird der Fettstoffwechselprozess gezielt trainiert, kann die Mobilisation von Fetten bei der körperlichen Arbeit beträchtlich verstärkt werden. Zudem hilft ein durch entsprechendes Ausdauertraining optimierter Fettstoffwechsel, dass der Körper zur Energiegewinnung erst bei höheren Intensitäten in größerem Ausmaß auf (begrenzte) Kohlenhydrate zurückgreift und dabei leistungsminderndes Laktat (Milchsäure) bildet.

Depots

Ohne ehrenamtliches Engagement und leidenschaftliches Herzblut der Helfer-Crew wäre eine solche Veranstaltung nicht zu stemmen. 700 Helfer aus verschiedenen Vereinen sowie viele Einheimische aus den umliegenden Gemeinden packen an, damit die »Mecklenburger Seen Runde« reibungslos abläuft. Für das leibliche Wohl ist mit gesunden, regionaltypischen Lebensmitteln und Getränken höchster Qualität bestens vorgesorgt. Dabei spielt das Thema Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle, da nur regionale Unternehmen/Zulieferer bevorzugt werden (kurze Lieferwege).  

Zur Durststrecke muss die MSR jedenfalls nicht ausarten bzw. einen Hungerast braucht man bei der »Mecklenburger Seen Runde« am allerwenigsten befürchten, sofern auf ausreichenden Energienachschb geachtet wird. Angefangen vom nahrhaften Frühstück regionaler Caterer vor dem Start, über sieben Verpflegungsstationen im Abstand von ca. 40 Kilometer hinweg, bis hin zum lukullischen Verwöhngrogramm im Ziel bleiben keine Wünsche offen. 

Weil dem so ist, kann man sich eine simple Strategie zurechtlegen, indem sich der Blick nicht auf das große Ganze richtet, sondern sich nur abschnittsweise auf die nächste bevorstehende Essenspause konzentriert. Schmackhafte Gaumenkitzler wie Pfannkuchen, Pasta, süße Snacks, Kuchen und Flüssigkeitsnachschub vor dem geistigen Auge zu haben, kann ja grundsätzlich nicht verkehrt sein. 

Es gibt viele gute Gründe bei der MSR an den Start zu gehen. Die Seenrunde setzt nicht nur mit ihrem Serviceangebot eine Benchmark, sondern sie ist auch kulinarisch betrachtet ein absoluter Hit. In den Depots gibt es von mit Liebe bestrichenen Mus- und Marmeladen-, Käse-, Wurststullen, frisch gebackenen Kuchen, Obst, Schokolade, Pasta, Suppe, Brühe, Müsli, Energieriegel, deftige Bratwurst, Kräutertee, Fruchtsäfte, Wasser mit Elektrolyten und Cola. 

„Alter Schwede“: die Verpflegungsstation in Röbel (KM 156) macht mit Köttbullar, Blaubeersuppe & Co der Vätterundan aller Ehre. Die Redewendung "Alter Schwede" geht übrigens auf den Dreißigjährigen Krieg zurück, wobei sich die ursprüngliche Bedeutung im Lauf der Zeit gewandelt hat. Heute drückt man mit diesem Spruch Verwunderung und Erstaunen aus, was im übrigen in diesem Kontext ja ohne Umschweife zutrifft. Wer erwartet schon bei einem deutschen Breitensport-Event eine schwedische Delegation, die jedes Jahr landesspezifische Häppchen  kredenzt? 

Schlägt man beim letzten Depot in Groß Vielen auf registriert die Psyche, dass man immerhin 278 km weit gekommen ist. Hier erwartet die Hasardeure gut gelaunte Helfer und Zuschauer, die mit aufmunternden Schildern wie „pain is temporary – finishing for ever“ am Straßenrand stehen und ihre Heroes lautstark anfeuern. Nach der langen Strecke Aufmunterung und  Anteilnahme zugesprochen zu bekommen baut die Moral auf und vertreibt angesichts schwindender Kraftreserven so manche Sorgenfalte. Von seelischen Streicheleinheiten kann man im ausgemergelten Zustand so kurz vor dem Ziel gar nicht genug bekommen. Schließlich ist der Wille die größte Kraft des Menschen. Sich nicht unterkriegen zu lassen und durchzuhalten gehört ja sowieso zur Leidenschaft des Hobbys, d.h. es ist die Frage der eigenen Ehre. Dass die Moral hin und wieder auf die Probe gestellt wird oder gar sprichwörtlich unter die Räder kommt ist im Radsport trotzdem vor. 

Die enorme Distanz bringt es mit sich, dass es hinten raus mühsam und schmerzhaft wird bzw. für manch Leidgeprüften der Kraftakt zum sportlichen Überlebenskampf ausartet. Andererseits kann's eine prestigeträchtige Finisherehre" gottlob nicht zum Nulltarif geben. Gegen Ende hin mag einem das Kopfkino durchaus einen Streich spielen, wenn sich die letzten Kilometer gefühlt wie ein Kaugummi in die Endlosigkeit auseinanderziehen. Dass Schwächephasen mentale Sinnkrisen heraufbeschwören und den innerern Schweinehund aufwecken liegt in der Natur der Sache. Es ist zwar hinlänglich bekannt, wer aus innerster Überzeugung heraus handelt bzw. eine Aufgabe leidenschaftlich angeht, i.d.R. einen besseren Durchhaltewillen - sprich längeren Atem - verfügt. Doch in besonders heiklen Situationen reicht die Intrinsische Motivation (aus eigenem Antrieb erfolgend) als alleinige Antriebskraft manchmal nicht mehr aus. Umso wichtiger ist es dann von außen seelisch aufgepäppelt zu werden. Diesbezüglich erfüllen ehrenamtliche Mitarbeiter als Seelentröster an den Depots eine enorm wichtige Aufgabe. Sie kümmern sich nicht nur um das leibliche Wohl ihrer Gäste und verbreiten eine gute Stimmung, sondern bauen die gestresste Psyche der Leidgeprüften wieder auf. 

Frisch gestärkt kann man dann nach dem Motto der Volksweisheit "Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen" die Schlusskilometer in Angriff nehmen, zumal das Ziel im Kurpark Neubrandenburg nur noch 22 Kilometer entfernt liegt. Die Bewusstmachung weniger als 1 Stunde im Sattel zu sitzen ist kommt dem motivierenden Lichtblick am Ende des Tunnels gleich. Nachdem das allerletzte Depot verlassen wird, registriert das Bewusstsein Tritt um Tritt sehr wohl das herannahende Ziel. Wer soweit gekommen ist lässt sich auf den letzten Kilometern nicht mehr die Butter vom Brot nehmen. Logisch, dass im Schlussabschnitt die Vorfreude mit jeder Kurbelumdrehung aufkeimt und schon vor dem Ziel die Glückshormone zu sprudeln beginnen. Wie ärztlich verordnet erfolgt die rezeptfreie Glückshormonausschüttung in abgestufter Dosis, bis sie im Kurpark Neubrandenburg ihren extatischen Höhepunkt erreicht.

Auf dem Eventgelände braucht man ebensowenig darben. Dort sind Gaumenkitzler vom Schwenkgrill, Vegetarisches, Pasta oder zum Beispiel auch eine Kaffeelounge mit köstliches Crepes zu haben. Letzten Endes muss man wohl aufpassen, dass das Körpergewicht trotz des enormen Leistungsumsatzes zulegt.  Wessen Nacken, Schultern, Arme oder Beine verspannt sind oder wer von Muskelkrämpfen geplagt wird, lässt sich von Physiotherpeuten die Muskeln durchkneten, um verkrampfte Waden und Nackenmuskeln zu lockern. Bezeichnenderweise tragen manche Physios T-Shirts mit der doppeldeutigen Aufschrift „Keine Gnade für die Wade.

Geführte Gruppe - DAS Sprungbrett zum Entree in die "300er Liga"

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, schließt sich einer geführten Gruppe an (Reservierung erforderlich). Der Service richtet sich insbesondere an Personen, die ihr Leistungsvermögen bzw. eine anbebrachte Leistungsentfaltung über die gesamte Zeitdauer schlecht einschätzen können. Vor allem wenn die erste MSR-Teilnahme bevorsteht oder wem es an Langstreckenerfahrung (Marathon) mangelt, profitiert von einem qualfizierten Tourguide als "Lokomotive" in besonderem Maß. Die angesetzten Durchschnittsgeschwindigkeiten orientieren sich nach gestaffelten Leistungsebenen (siehe Tabellenangaben). Die Depot-Aufenthaltsdauer legen die Guides anhand ihrer Marschtabelle fest. Weichen Pausenzeiten von den Vorgaben ab, erfolgt dementsprechend eine flexible Tempoanpassung. Bei ungeplanten Stillstandzeiten (z.B. Defekte) wird "verlorene" Zeit im Rahmen des möglichen durch höheres Tempo wieder gut gemacht. Deswegen sollte das gewählte Stundenmittel bei der Anmeldung tendenziell im mittleren und nicht im maximalen Leistungsbereich liegen. 

Vorteile geführter Gruppenfahrten liegen auf der Hand: gleichmäßiges Tempo im erträglichen Belastungsbereich - plus energiesparender Windschatten - reduzieren den Kraftaufwand und vermindern demzufolge Erschöpfungsrisiken. Hinzu kommt die zwischenmenschliche Ebene, denn Geselligkeit spielt dem Fahr- und Erlebnisspaß gehörig in die Karten. Anstatt sein Dasein in einer eintönigen Solofahrt zu fristen, steigert unterhaltsames Radeln mit Freunden und Gleichgesinnten die Fahrfreude und stärkt dazu noch ungemein das Gemeinschaftsgefühl. Wie heißt es so schön: Geteiltes Leid ist halbes Leid. Die Erfolgsquote kann sich sehen lassen, da nahezu alle Gruppenradler das Ziel erreichen.

Gegen eine Unkostenpauschale von 15,- € werden einer begrenzten Teilnehmeranzahl zu festgelegten Startzeiten geführte Gruppenfahrten angeboten. Guides sind durch leuchtfarbene Westen gut erkennbar. Angegebene Fahrzeiten inkl. Pausen verstehen sich als grobe Richtwerte.

Sieht man mal von technischen Defekten oder außerplanmäßigen Ereignissen ab, erhöht sich in einer geschlossenen Radgruppe die Erfolgsaussicht für ein Finish signifikant (Erfahrungswerte). Unter den gegebenen Voraussetzungen liegt die Messlatte für die 300 Kilometer-Schallmauer tiefer, als wenn man allein auf weiter Flur sein Glück versucht. Eine geführte MSR-Tour verspricht ein ganzes Bündel an Vorteilen: 

  • gleichmäßiges Tempo ohne (anaerobe) Leistungsspitzen 
  • aerodynamischer Windschatten
  • kein konzentriertes Navigieren erforderlich 
  • selbstersteller "Masterplan" (Roadbook) erübrigt sich 
  • geselliges Gruppenradeln
  • technischer Support 

Abgesehen von der enormen Streckenlänge und den Höhenmetern bildet Gegenwind eine weitere nicht zu unterschätzende Hürde. Da die Rundtour kreisförmig gefahren wird ist davon auszugehen, dass zumdest zeitweise ein unangehmer Wind von vorne bläst. Jene die im Windschatten Unterschlupf bekommen ohne an der Führungsarbeit beteiligt zu sein profitierten von einer Gruppen-Allianz, da jeder Einzelne zum einen Energie spart und zum anderen sogar schneller fährt, als wenn er mit eigener Power gegen den Luftwiderstand ankämpfen müsste. Je länger im Windschatten gefahren werden kann, umso größer ist die Kraftersparnis. Vorteilhafte Zweckbündnisse senken im Vgl. zu kraftraubenden Soloritten entweder die Wattleistung oder der windgeschützte Fahrer tritt bei gleichbleibender Leistung ein höheres Tempo. Der Vorteil des verminderten Luftwiderstands liegt auf der Hand, da er bei hohem Tempo um rund ein Drittel sinkt. Immerhin steigt der Luftwiderstand exponentiell (in dritter Potenz) zur Geschwindigkeit. Bei 50 km/h gehen zur Überwindung des Luftwiderstandes 90% der aufgewandten Leistung drauf. 

Etliche Guide-Gruppen sind - wie auch frühmorgendliche Startzeiten - bereits ausgebucht (Stand 24.04.24): Anmeldung

Es besteht auch die Möglichkeit Gruppen privat zu organisieren (z.B. Vereine, Firmenteams), um im selben Startblock zeitgleich zu starten bzw. die MSR gemeinsam zu bestreiten. Hierbei ist zu beachten, dass alle Mitglieder der Gruppe bei der Anmeldung denselben Teamnamen und identische Wunschstartzeit angeben (Aufpreis 10,- € pro Starter).

Ausschreibungsdetails

Auszüge aus der Ausschreibung

  • Begleitfahrzeuge sind NICHT zugelassen
  • Die »Mecklenburger Seen Runde« wird im öffentlichen Straßenverkehr auf nicht gesperrten Straßen ausgetragen, weswegen auf der gesamten Strecke ausnahmslos die StVO gilt
  • Das Wegwerfen von Abfällen und Trinkflaschen ist verboten. Ein Verstoß gegen diese Regelung führt zum sofortigen Ausschluss von der Veranstaltung
  • Teilnehmer, die das Ziel im geforderten Zeitfenster bis zum 25. Mai 2024, 24:00 Uhr, nicht mehr erreichen können oder die Teilnahme an der Veranstaltung aus anderen Gründen abbrechen, können auf den kostenlosen Shuttle-Service des Veranstalters zurückgreifen, der sie an den Startort zurückfahren wird

Zu beachten gilt dass alle Teilnehmer, die zwischen Freitagabend ab 20:00 Uhr oder am Samstagmorgen bis 04:30 Uhr starten verpflichtet sind mit einer montierten und gebrauchsfähigen Beleuchtungsanlage sowie zusätzlichen Reflektoren am Rad, (mindestens 1x vorne am Steuerrohr oder der Gabel in weiß sowie mindestens 1x hinten an der Sattelstütze oder den Sattelstreben in rot), zu starten. Teilnehmer, die die MSR am Samstagabend in der Dunkelheit beenden, haben ebenfalls für ausreichende und gesetzeskonforme Beleuchtung an ihrem Fahrrad zu sorgen. Die Nichteinhaltung dieser Vorschrift führt zur Disqualifikation.

 Anschauungsbeispiel für "Taglichtfahrer"

Ein simples Anschauungsbeispiel zeigt auf, dass bei einer Ø- Geschwindigkeit von 24 km/h (oder schneller) inklusive fiktiver Pausenzeiten die MSR rein theoretisch bei Tageslicht zu bewältigen ist. Sonnenaufgang ist in Neubrandenburg am Samstag, den 25. Mai 2024 um 04:51 Uhr (MESZ), Sonnenuntergang um 21:17 Uhr (MESZ). Werden zur reinen Fahrzeit (Nettozeit) von 12.5 Stunden jeweils 20 Minuten Standzeit je Depot hinzu addiert, ergäbe sich eine Brutto-Fahrzeit von 14:50 Stunden. Erfolgt der Start zwischen 5.00 - 6.00 Uhr, dann läge die Ankunftszeit - vorausgesetzt ohne besonderen Vorkommnissen - zwischen 19.50 - 20.50 Uhr, d.h. man würde sich den Beleuchtungs- und Reflektoren-Schnickschnack ersparen. Doch der zeitliche Spielraum bis zur einbrechenden Dämmerung ist relativ knapp bemessen. Bei unplanmäßigen Ereignissen wie Defekte, Schwächephasen, Wetterkapriolen etc. könnte es abends ohne Beleuchtung zeitlich eng werden. Tipp: wer auf Nummer sicher gehen möchte, klebt vorsorglich die beschriebenen Reflektoren ans Rad und steckt sich ein StVZO zugelassenes Fahrradlichtset ein - schon ist man save.

Für die »Mecklenburger Seen Runde« besteht ausnahmslos Helmpflicht! Der Helm muss ein Prüfsiegel eines international anerkannten Prüfinstitutes aufweisen (z.B. DIN-Norm 33954, SNEL- und/oder ANSI-Norm, EC oder GS)Am 24. - 25. Mai 2024 wird durch den Veranstalter eine Notrufzentrale vorgehalten, die für die Teilnehmer über eine gesonderte Mobilfunk-Notfallrufnummer erreichbar ist. Die Notfallrufnummer ist auf der Rückenstartnummer verzeichnet

Startunterlagen werden im Bereich Start/Ziel am 24. Mai 2024, ab 12:00 Uhr bis 22:00 Uhr und am 25. Mai 2024, ab 02:30 Uhr bis 07:00 Uhr unter Vorlage der Meldebestätigung ausgehändigt.
Nachmelder können sich während der oben angegebenen Zeiten unter Vorlage eines amtlichen Ausweisdokumentes - ausschließlich gegen Barzahlung - anmelden.

 Bei der MSR gilt: Powered only by muscles! E-bikes bzw. Pedelecs sind nicht zugelassen! Ebensowenig sind Triathlonlenker erlaubt.

Start- und Zielort: Festwiese im Kulturpark in 17033 Neubrandenburg, Schillerstraße

Der Startschuss für die MECKLENBURGER SEEN RUNDE erfolgt am 24. Mai 2024, 20:00 Uhr im Neubrandenburger Kulturpark. Zielschluss für die MSR 300 ist der 25. Mai 24.00 Uhr.

Startzeitfenster

- Freitag, 24. Mai 2024, 20:00 Uhr - 22:00 Uhr

- Samstag, 25. Mai 2024, 03:00 Uhr - 07:00 Uhr

Am 25. Mai 2024, ab 02:00 Uhr morgens, im Start- / Zielbereich wird gegen einen Kostenbeitrag von 7,50 Euro ein radsportgerechtes Frühstücksbuffet (Kaffee, Tee, Brot, Brötchen, Butter, Käse, Wurst, Marmelade, Nutella, gek. Ei, Müsli, Milch, Banane) angeboten. Umkleidemöglichkeiten und Duschen stehen in der Nähe von Start und Ziel im Zeitraum vom 25. Mai 2024, von 06:00 Uhr bis 24:00 Uhr zur Verfügung.

Mehrere Verpflegungsstellen als auch im Start- und Zielbereich gibt es einen kostenlosen Massageservice (gegen Mindestspende für einen guten Zweck).

Das Glück des Tüchtigen

Die Redewendung "Das Glück des Tüchtigen" lässt sich auf alle Bereiche des Lebens anwenden, egal ob man mit Fleiß sein Abitur schafft, berufliche Erfolge erzielt oder durch unermüdliches Training Spitzenleistungen erbringt. Glück ist an sich ein schwer definierbarer Zustand, doch wer Herausforderungen bewältigt, ist vom stimmungsvollen Enthusiasmus nicht allzu weit entfernt. In der Regel ist der "Tüchtige" auch der "Glückliche", weil er die Gabe besitzt, mit Widerwärtigkeiten besser umzugehen. Im Radsport steht das Überwinden von Hürden - sprich Berge - geradezu exemplarisch dafür, dass sie nicht von vornherein zu einem unüberwindbaren Hindernis aufgebauscht werden. Insofern trifft das Sprichwort "Jeder ist seines Glückes Schmied" den Nagel auf den Kopf.

Das Groß der Fahrer, die die große Schleife bewältigen, erreicht das Zielgelände in Neubrandenburg zwischen 16 und 18 Uhr. Wie das immer so ist  kommt das Beste natürlich zum Schluß. Freudestrahlend darf sich jeder Ankömmling als Sieger fühlen, worüber erschöpfte, aber glückbeseelte Gesichter Bände sprechen. Dafür sorgen reichlich ausgeschüttete Glückshormone wie Dopamin, Serotonin, Endorphin und Oxytocin, die die unsägliche Freude über die vollbrachte Leistung widerspiegeln. Umso größer die Kraftanstrengung und umso mehr eiserne Willenskraft abverlangt wurde, desto euphorischer fällt am Ende der Glückshormonrausch aus. Beides ist miteinander eng verflochten, von deren Korrelation (Wechselbeziehung) gerade Radsportler ein Lied davon singen können. Beim Überfahren der Ziellinie trifft der Erschöpfungszustand und das Glücksempfinden zeitlich zusammen, d.h. die Kausalität (Zusammenhang zwischen zwei Ereignissen) - bei der das eine das andere bedingt - bricht emotional explosionsartig wie ein Vulkan aus. So betrachtet sind Radfahrer wahrlich Glückspilze, die sich scheibchenweise die schönsten Seiten des irdischen Daseins abschneiden. Ein eisenhart verdienter Glückszustand der allein darauf basiert, Widerständen getrotzt und eine Leistungshürde übersprungen zu haben. Der Kampf gegen den inneren Schweinehund mag mühsam sein, doch die inbrünstige Freude danach macht alle Anstrengungen mehr als wett. 

Schlagartig löst sich die psychische Anspannung in Luft auf und entfacht eine emotionale Gemengenlage die von Genugtung, Glücksgefühl, Demut und Stolz geprägt ist. Glücksmomente mit nachhaltiger Wirkung, indem das Gehirn das neuronale Belohnungszentrum - als zentraler Impulsgeber des menschlichen Handelns - aktiviert. Letztlich ursächlich dafür, das hirneigene Kontrollinstanzen (rationales Denken) überlagert und dem sogenannten Suchtbazillus Tür und Tor öffnet. Da die Aktivierung des Belohnungssystems irrationales Handeln fördert erklärt, warum wir uns mitunter grenzwertige Leistungen ohne materielle Entlohnung freiwillig aufbürden. Dies ist auch der Grund, warum Außenstehende ohne emotionale Selbsterfahrung nicht nachvollziehen können, warum sich Hobby-Radsportler einer derartigen Schinderei - wie beispielsweise 300 km am Stück Rad zu fahren - freiwillig aussetzen.

Nach der aufopferungsvollen Ausdauerleistung hat man sich es redlich verdient, auf der Festwiese im Kulturpark Neubrandenburg seinen kulinarischen Gelüsten freien Lauf zu lassen. Mit baumelnder Finishermedaille auf der stolz geschwellten Brust kann man guten Gewissens zum gemütlichen Teil übergehen und völlig entspannt seine Erlebnisse im Kreise Gleichgesinnter Revue passieren lassen. Wird der prestigeträchtige Finisheraufkleber auf's Oberrohr geklebt, bleibt das erfolgreiche Finish im Blick bleibt und hält die Erinnerung daran wach.

Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen Abschied zu nehmen und Adieu zu sagen, sich eine gute Heimreise zu wünschen und - dem Suchtbazillus sei Dank - vielleicht zur nächsten MSR-Ausgabe am 30./31. Mai 2025 zu verabreden, was fortan die Freude auf ein Wiedersehen schürt.

Wer mit der Kondition hadert bzw. wenn der Leidensdruck unermesslich wird und sich mit Sinnkrisen rumschlägt, der sieht sich plötzlich einem besonders hartnäckigen Widersacher - dem inneren Schweinehund - konfrontiert. Vornehmlich bei Schwächephasen gehört das Überwinden des inneren Schweinehunds zur ganz normalen Selbstverständlichkeit im Radsport. Was es damit auf sich hat, kann es in einem - teils nicht ganz ernstgemeinten - Erklärungsversuch nachlesen: Kopfkino - Der innere Schweinehund

Der Veranstalter bietet einen Kleidungs- Hinterlegungsservice am Depot RÖBEL (KM 156 km) - Schlußzeit 15:00 Uhr. Die Utensilien müssen in verschließbaren Beuteln o.ä. verpackt werden, auf denen Ihre Startnummer zum Zwecke einer späteren eindeutigen Zuordnung leserlich vermerkt ist. Die Abholung abgegebener Sachen ist bis zum 26.05.2024, 12:00 Uhr, im Bereich der Startnummernausgabe möglich.

Im Start- Zielbereich in Neubrandenburg gibt es eine Bike-Expo, bei der MSR-Partner ihr Angebot an Zubehör, Bekleidung sowie Ersatzteile präsentieren und u.a. über das Thema Bikefitting und Ausstattung kompetent informieren.

Auch der Charity-Gedanke kommt nicht zu kurz: so wurde 2023 ein Betrag von 705 € an die Jugendfeuerwehr gespendet. 

Shuttle-Service

Vom zweiten Depot in Neustrelitz (KM 83) bis zur letzten Verpflegungsstelle in Gross Vielen (KM 278) besteht zu festgelegten Uhrzeiten ein Rückholtransport-Service:

Schlußbemerkung

 Kolumne

Bild: Detlef Koepke (rechts) auf Besuch in Regensburg (links Reisejournalist Curd Biedermann)  

Die MSR genießt eine gewaltige Reichweite, d.h. sie ist in aller Munde. Der Zufall wollte es, dass der exzellent vernetzte MSR-Initiator Detlef Koepke von Daniel O.Fikuart (Ex-Chefredeakteur »Radfahren« / »ElektroRad«) - dessen dreiteilige Serie "Mythos 300" in genannten Radmagazinen veröffentlicht wurde - einen Tipp bekam. Schon beim ersten Gespräch mit Detlef Koepke wurde eine Medienpartnerschaft beschlossen. Eines muss man ihm lassen: er versteht es blendend, "Normalo-Radfahrer" für ein scheinbar aussichtsloses Unterfangen wie den Mythos MSR300" zu begeistern und zu motivieren. Wenngleich patriotisch betrachtet die Destination der größten Radveranstaltung Norddeutschlands außerhalb des bayerischen Weißwurstäquators liegt, war es insbesondere das ungewönliche Veranstaltungskonzept - welches weniger die kompetitive als vielmehr die volkssportliche Seite in den Mittelpunkt stellt - das auf Anhieb überzeugte. Anlehnend an die legendäre Vätternrundan in Schweden überstrahlt das Leitmotiv "Erlebnis vor Ergebnis" die »Mecklenburger Seen Runde«. Hinzu kommt das unvergleichliche Serviceangebot, mit dem die MSR eine echte Benchmark setzt. Angefangen von "Pacemakern" (Gruppen-Guides), MSR Women's Community (organisierte MSR300-Frauengruppen), Physioteams, reflektierenden / beleuchteten Wegweisern für die emsigen Nachtfahrer, spezielle Trainingspläne bis hin zum Bus-Shuttle (Rücktransport) bleiben keine Wünsche offen. Fazit: ein erfolgsversprechenderes Sprungbrett zur (Himmels-) Pforte in die augenscheinlich elitäre "300er Liga" gibt es in Deutschland nicht. 

Ausgelöst von der mitreißenden Wesensart des Initiators war schlagartig die Neugierde und der Wissensdurst entfacht. Noch ehe ich mich versah, sprang der Funke zu meiner MSR300-Premiere über. Bleibt zu hoffen, dass das Wetter für stimmungsgeladene Fotos bzw. eindrucksvolle Landschaftsaufnahmen mitspielt. Der Erkenntnisgewinn wird in eine detaillierte, reichhaltig bebilderte Nachberichterstattung münden.

In diesem Sinne wünsche ich allen Teilnehmern bei der Jubiläums-MSR viel Spaß und ein glückbeseeltes Finish.

See you in Neubrandenburg.

Mit sportlichen Grüßen

Curd Biedermann

Ohne ehrenamtliches Engagement und leidenschaftliches Herzblut der Helfer-Crew wäre eine solche Veranstaltung niemals zu stemmen. 700 Helfer aus verschiedenen Vereinen sowie viele Einheimische packen vor allem an den Depots mit an, damit die »Mecklenburger Seen Runde« reibungslos abläuft. An den Verpflegungsstationen werden Radfahrer mit gesunden, regionaltypischen Lebensmitteln und Getränken höchster Qualität verköstigt. Hierbei wird auch auf die Nachhaltigkeit geachtet, indem nur regionale Unternehmen/Zulieferer bevorzugt werden (kurze Lieferwege). Zur Durststrecke muss die MSR jedenfalls nicht ausarten, und schon gar nicht braucht man einen Hungerast befürchten sofern der Nachschub passt.    

Weist dein Sportkalender noch Lücken auf bzw. möchtest du etwas Neues ausprobieren und etwas schaffen wovon du nie zu träumen wagtest? Dann fackel nicht lange und mach Nägel mit Köpfen, um beim Happy Cycle Day dabei sein, wenn die 10te Austragung der »Mecklenburger Seen Runde« gebührend gefeiert wird. Eigentlich ein prima Neujahrsvorsatz, um nach der Weihnachtsschlemmerei wieder in die Gänge zu kommen, zumal regelmäßiges Training die Pfunde purzeln lässt. Einfach das Jubiläums-Event als Saison-Highlight auf die Bucket-List setzen und die Herausforderung engagiert annehmen, wo die MSR doch soviel mehr zu bieten hat als nur reinen Radsport. Bombastische Stimmung, das unvergleichliche Flair sowie das Rahmenprogramm drum herum macht die Veranstaltung zu einem sehr speziellen Ereignis.

 Wird von größerer Entfernung aus angereist, für den lohnt es sich mehr Zeit in der schönen Seenlandschaft zu verbringen. Hier lässt es sich nicht nur vorzüglich Erholen bzw. Urlauben, sondern die herrliche Gegend im Müritz-Nationalpark sowie in sieben Naturparke in der Mecklenburgischen Seenplatte bietet zudem ein attraktives Radstreckennetz. So treffen etliche Radrouten am Tollensesee aufeinander bzw. haben dort ihren Ausgangspunkt. Dass man bei einem längeren Aufenthalt die leckere einheimische Küche ausgiebig kennenlernt, rundet das (Urlaubs-) Erlebnis perfekt ab. 

Beispiel Tollensesee-Radrundweg, der auf 36 km Länge den See umrundet. Der Eiszeit ist es zu verdanken, dass die Rundtour einen welligen Streckencharater mit 500 Höhenmeter aufweist. Streckenverlauf: Radeltreff Strandbad Broda/Neubrandenburg →  Klein Nemerow 8,0 km → über Bornmühle nach Usadel 8,5 km → Prillwitz 3,5 km → über Wustrow nach Alt Rehse 7,5 km → Radeltreff Strandbad Broda 7,5 km. 

Schlußwort: Einfach das Jubiläums-Event als Saison-Highlight auf die ToDo-Liste setzen. Anmelden - Machen & Ankommen - fertig ist das Glücksrezept!

Sponsoren, Partner & Unterstützer

Vorausschau

 Wem die 300 Kilometer-Distanz zusagt, setzt den Spendenmarathon WKT300 in Regensburg (15. August 2024) auf seine To do Liste. Wer es bergiger mag: Deutschlands größte Radtouristveranstaltung - der Arber - Radmarathon - feiert am 28. Juli 2024 sein 40 jähriges Jubiläum.

Kontaktdaten

Koepke GmbH
Carlstein 12

17217 Penzlin

Telefon: +49 175 7245510

mail: info@mecklenburger-seen-runde.de

web: https://www.mecklenburger-seen-runde.de/