Naturjuwel »Nationalpark-FerienLand Bayerischer Wald«

Herzlich Willkommen im »Nationalpark-FerienLand Bayerischer Wald«. Im Land der dichten Wälder mit seinen mäandernden Bächen und kristallklaren Bergseen auf dem grünen Dach Europas, welches im Kerngebiet das von der UNESCO ausgewiesene Biosphärenreservat im Nationalpark Bayerischer Wald (Rachel/Lusen) sowie dem Nationalpark Šumava im Böhmerwald (Tschechien) umfasst. Richten wir den Fokus auf den »Nationalpark-FerienLand Bayerischer Wald«, der von wildromantischer Natur- und Kulturlandschaft im "Land der Stille" - wie es einst der weltbekannte Schriftsteller Adalbert Stifter formulierte - geprägt ist. Auch wenn Menschen mitunter Sehnsucht nach Weite, Freiheit und Ferne verspüren, so schlummern auch hierzulande kostbare Naturjuwelen, deren Sehnsuchtslandschaften die Sinne betören und nicht minder reizvoll, inspirativ und erholsam sind als in ferneren Gefilden.

Bild: Leopoldsreut (versunkene Dörfer)

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Landschaftskino

Urlaub daheim - dort wo man sich am wohlsten und tief verwurzelt fühlt. Heimat ist im besten Fall jene Region, wo das Herz zuhause ist. Doch wer kann schon von sich allen Ernstes behaupten, sein Heimatland bis in den letzten Winkel zu kennen? Geschweige denn, ein weit verzweigtes Radwegenetz, das verborgene Kleinode in malerischen Ecken des Landes erschließt und Städtchen, Märkte und Dörfer mit verzauberndem Flair passiert. Freilich beansprucht die Erkundung der einzigartigen Naturschönheiten im »Nationalpark-FerienLand Bayerischer Wald« ausgesprochen viel Zeit, Muße und Wissbegierde, um die abwechslungsreiche Routenvielfalt in vollen Zügen auszukosten bzw. dem doppelten Wortsinn nach möglichst viel dabei zu "Erfahren". Für Radurlauber lohnt es sich allemal, von der knappen Ressource "Zeit" eine Schippe mehr zu investieren, um stressless die Gegend im Wohlfühltempo ausgiebig zu "durchforsten". Als sei das riesige Tourenpotential nicht schon fast zuviel des Guten, um all die weitverstreuten Naturschätze aufzuspüren, erweitern grenzüberschreitende (Rund-) Touren am Grenzkamm des Bayerischen Waldes ins nah gelegene Naturschutzgebiet Šumava im Böhmerwald oder oberösterreichische Mühlviertel den Aktionsradius berächtlich. So enden bzw. beginnen - je nach Fahrtrichtung - der Adalbert-Stifter-Radweg, Donau-Moldau-Radweg, Dreiländer-Radweg, Sumava-Rundtour und Nationalpark-Radweg am Grenzübergang Haidmühle – Nové Údolí, womit das Dreiländereck mit weiterführenden Radwanderwegen in Tschechien bzw. Mühlviertel hervorragend vernetzt ist. Ein Trumpf, der dem ostbayerischen Radparadies gleich noch eine Krone obendrauf setzt. Wieso also in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Die Phrase klingt abgedroschen, doch der "Woid" - wie ihn die heimischen "Bayerwaldler" liebevoll nennen - bietet mit seiner faszinierenden Naturkulisse und kupierten Topographie zweifelohne unerschöpflches Entfaltungspotenzial. 

Die abgeschiedene Lage, die am nordöstlichsten Landkreiszipfel das Dreiländereck bildet wo Bayern, Tschechien und Österreich aufeinander treffen (verblockter Wanderpfad zum Dreiländermark zwischen Dreisesselberg und Plöckenstein) ist für Radfahrer ein Eldorado, das im wahrsten Wortsinn "grenzenlose" Touroptionen bietet. Jene Region, von der Adalbert Stifter in seiner Reiseerzählung "Aus dem bairischen Walde" (1867) das bekannte Zitat stammt: „Waldwoge steht hinter Waldwoge, bis eine die letzte ist und den Himmel schneidet.“

Bild: "Kneippanlage Jogl" beim Adalbert-Stifter-Radweg (1.6 km von Haidmühle entfernt)

Dort wo sich noch ursprüngliche Natur entfalten kann und diese sich im Nationalpark Bayerischer Wald sogar nach ihren eigenen Grundsätzen zu einer einzigartigen Wildnis entwickeln darf, liegt Radurlaubern ein wahres Traumrevier zu Füßen. Eben weil die einzigartige Landschaft nach der Nationalparkphilosophie "die Natur Natur sein lassen wie sie ist" und diese frei nach ihren Gesetzen gedeiht wie nirgendwo sonst zwischen Atlantik und Ural, bietet die Mittelgebirgsregion für Naturliebhaber - und damit dem sanften Tourismus - ideale Bedingungen. Schließlich ist neben der Flora & Fauna gleichsam der Mensch Nutznießer intakter Natur. Unerheblich ob man im Sattel eines Rennrads, Trekkingbikes, (e-) Mountainbikes, Gravelbikes oder E-Bikes sitzt: ein Terrain, das mit jeder Kurbelumdrehung unsere Sinne herausfordert und den Einklang mit der Natur fördert, hinterlässt zweifellos eine positive und nachhaltige Wirkung auf die Psyche.

Bild: Hochstein (Dreisessel)

Der mächtige Bergzug mit seinen Felsgipfeln Dreisessel, Hochstein und Plöckenstein bildet als natürlicher Grenzwall den Länderscheid von Deutschland, Tschechien und Österreich. Der Sage nach saßen vor langer Zeit die Könige der drei Länder auf dem Dreisesselfelsen und stritten um die Grenzen ihrer Länder. Der Name Dreisessel stammt aus dem 17. Jahrhundert und bezeichnete die drei gewaltigen Sesseln ähnelnde Felsgruppe. Heute wird der Begriff für das gesamte Bergmassiv, verwendet, deren höchste Erhebung mit 1.378 Meter der Plöckenstein (CZE) ist.

Es ist immer wieder staunenswert, wie magisch es Menschen auf die Berggipfel zieht, was dank Elektroräder nicht mal Freizeit- und Gelegenheitsradlern verwehrt bleibt. Hochebenen bzw. Aussichtspunkte belohnen in aller Regel - sofern das Wetter mitspielt - mit faszinierenden Panoramen, die jeden Betrachter unweigerlich in den Bann ziehen. An topographischen Highlights mangelt es im »Nationalpark Ferienland Bayerischer Wald« jedenfalls nicht, weswegen Urlaubsgäste - genauso wie Einheimische - in den höchsten Tönen davon schwärmen. Zu den herausragensten Gipfel zählen: Rachel (1.453 m), Lusen (1.373 m), Dreisessel (1312 m), Hochstein (1332 m), Almberg (1.142 m), Haidel (1.167 m) und Brotjacklriegel (1.011m). 

Landkreis Freyung-Grafenau

   

Haidmühle 

Dreisessel

Lage

Der Landkreis Freyung-Grafenau grenzt im Regierungsbezirk Niederbayern an Tschechien, Österreich sowie den niederbayerischen Landkreisen Passau, Deggendorf und Regen. Durch die Öffnung des Eisernen Vorhangs im Jahr 1989 rückte Bayerns östlichster Landkreis vom ehemaligen strukturschwachen Grenzgebiet in die Mitte Europas. 

Keine Frage, die Coronapandemie hat den Lebensnerv aller Menschen - aber auch den Tourismus - hart getroffen. Umso mehr gilt es die Reset-Taste zum Neustart zu drücken. Der Ausnahmezustand hat vielen Menschen nicht nur die Augen geöffnet wie vielseitig und umweltfreundlich Zweiräder einsetzbar sind, sondern stellte überdies unversehens auch Heimatreviere ins touristische Rampenlicht. So unerwartet schnell können sich verstetigte Trends wandeln, galt doch Deutschland jahrelang als unangefochtener Reiseweltmeister mit den meisten Reisenden ins Ausland (von USA und China auf Platz drei verdrängt). 

Bild: Fußgänger- Radfahrergrenzübergang Bischofsreut/Marchhäuser

Doch wie im normalen Leben auch hat die Medaille zwei Seiten, denn ausufernder Naturnutzerdruck macht sich in Zeiten des Klimawandels, der Verkehrswende und dem pandemiebedingten (e-) Bike-Boom besonders auf populären Radrouten negativ bemerkbar. Desto größer das Bedürfnis, Touristentrubel bzw. überlaufenen Ausflugszielen den Rücken zu kehren. Da bieten zivilisationsfreie Naturräume bzw. schwach frequentierte Radrouten den trefflichen "Nährboden", sich vom tristen Alltag abzukoppeln, sich entschleunigt mit allen Sinnen der Natur zu widmen und sich von energetischen Kraftorten inspirieren zu lassen. Während Tourismushochburgen vor allem in der Hochsaison unter dem Ansturm von Urlaubsgästen ächzen, ist von Massentourismus im »Nationalpark-FerienLand Bayerischer Wald« nichts zu spüren. Abseits der Touristenströme bzw. großer Menschenansamlungen liegt Naturliebhabern eine fast zivilisationsfreie (Wald-) Landschaft zu Füßen, die fern von Hektik, Alltagsstress und Verkehrslärm ein erholsames Rückzugsrefugium bietet. Gerade an Orten, wo die Zeit stehen geblieben zu sein scheint und der Mensch eine Symbiose mit der Natur einzugehen vermag, erreicht der Entspannungs- und Erholungseffekt einen hohen wie gleichsam nachhaltigen Wirkungsgrad. Es tut einfach gut, sich ab und an den schönen Dingen des Lebens zu widmen und das überdrüssige Corona-Thema mal auszublenden. Positive Energie, Lebensfreude und Zuversicht waren schon lange nicht mehr so wichtig wie gegenwärtig. Dass die Natur mit verträumten Wäldern, mystischen Felsformationen, gurgelnden Bächen, Vogelgezwitscher, schroffen Berggipfeln und verschwiegenen Tälern als Stimmungsaufheller wirkt und eine unbandig heilsame Wirkung auf Körper, Geist und Seele entfaltet versteht sich von selbst. Wie heißt es so schön im Volksmund: "In der Ruhe liegt die Kraft.

Selbst wenn man nicht auf verkehrsfreien Radwegen sondern mitunter auf Nebenstraßen unterwegs ist, so fällt der schwache Verkehr kaum ins Gewicht. Auch eine Tatsache, warum Radtouren, die verborgene Kleinode in malerischen Ecken des Landes erschließen und "herausgeputzte" Dörfer mit bezauberndem Flair passieren soviel Spaß bereiten. Mit anderen Worten: von unsäglicher Reizüberflutung, Adrenalinkicks oder spektakulären Superlativen a la Instagramm bleibt man hier verschont. Stattdessen herrschen eher leisere Töne bzw. unscheinbare Kleinigkeiten bzw. Schönheiten die mit Achtsamkeit entdeckt und wahrgenommen sein wollen. Diesbezüglich ist der »Nationalpark-FerienLand Bayerischer Wald« ein echter "Geheimtipp".

Bild: Kreuzbachklause am Fuß des Dreisesselberges

Der Bayerische Wald bildet zusammen mit dem Böhmerwald das größte zusammenhängende Waldgebirge Mitteleuropas. Dabei grenzt die Mittelgebirgsregion »Nationalpark-FerienLand Bayerischer Wald« an die Landkreise Passau, Deggendorf und Regen, und bildet die Landesgrenze zu den Nachbarstaaten Tschechien und Österreich. Radtouristen profitieren im Landkreis Freyung-Grafenau von einer Szenerie, die mit ihren sauerstoffreichen Wäldern, saftigen Wiesenhängen, gezackten Bergrücken, lieblich gewelltem Hügelland, plätschernden Gebirgsbächen und smaragdgrünen Bergseen buchstäblich die Sinne verzaubert. Unlängst erbrachte eine Studie den Nachweis, dass nur eine Woche Bewegung im Wald signifikant die Entzündungsparameter im Blut absinken lassen und der Körper vermehrt junge Immunzellen bildet (was angesichts der Infektionsgefahr mehr denn je wichtig ist). Dicht bewaldete Naturregionen wirken wie ein wahrer Gesundbrunnen. Wer sich dort länger aufhält bzw. beim Radfahren saubere Luft einatmet und geballte Lebensfreude verspürt, betreibt quasi eine rezeptfreie, ganzheitliche Gesundheitsvorsorge. Gleichwohl ist es spannend zu erleben, wie der Borkenkäfer zwar unübersehbar sein zerstörerisches Werk vollbringt andererseits aber auch zu sehen ist, wie sich durch zart nachwachsende Vegetation die Natur völlig frei von Menschenhand wundersam wie Phönix aus der Asche selbständig erneuert.

Bild: Adalbert-Stifter-Radweg

Dass sich in diesem weitläufigen Gebiet im Osten von Bayern ein prädestiniertes Radfahrer-Paradies verbirgt ist noch nicht allzu sehr pubik. Doch mangelnde touristische Popularität ist heutzutage wo sich andernorts Touristen auf die "Füße" treten keineswegs ein Nachteil. Vielmehr ergibt sich daraus ein wertvoller Geheimtipp, zumal die Urlaubsregion mit ihrem breitbandigen Streckenspektrum die unterschiedlichsten Radfahrtypen anspricht. Die Vielfalt erstreckt sich von familiengeeigneten Touren mit flacherem Profil, über wellige Strecken bis hin zu anspruchsvollen Bergtouren mit knackigen Anstiegen. Entschleunigte Genußtouren auf stillgelegten Bahntrassen wie z.B. dem Adalbert-Stifter-Radweg oder Donau-Ilz-Radweg bereiten (nicht nur Familien) auf Schritt und Tritt richtig Spaß. Das Kontrastprogramm zum anstrengungfreien Radausflug sind Gipfelstürme hinauf auf den Dreisessel, Haidel oder Brotjacklriegel. Wahrlich kein Zuckerschlecken es sei denn dass kurzerhand der Motor angeknipst wird und die zugeschaltete Akku-Leistuung über den Berg hilft. Wie dem auch sei, profitiert die Lunge in dem dünn besiedelten Landstrich von einer der reinsten Luftqualitäten Deutschlands (die nächstgelegene Großstadt Regensburg liegt Luftlinie mehr als 100 km entfernt). Für Outdoorsportler mit erhöhtem Sauerstoffbedarf definitiv ein Schlüsselargument. Insofern wird nicht zuviel versprochen, wenn sich die Naturregion das Etikett <Radparadies> ans "Revers" heftet und das Heimatrevier mit großem Selbstverständnis authentisch vermarktet.

Bild: Adalbert-Stifter-Radweg

Zu jeder Jahreszeit entfaltet die Vegetation und damit das Landschaftsgepräge ihren ureigenen Charme. Saisonal betrachtet kommt die farbenprächtige Naturlandschaft zur Herbstzeit am eindrucksvollsten zu Geltung. Verfärbt das beeindruckende Naturschauspiel die Blätter abwechselnd in pastellfarbene Gelb-, Rot- und Brauntöne mitsamt ihren Schattierungen, dann erstrahlt die Landschaft als dekoriertes "Schaufenster". Wird entschleunigt die Kurbel geschwungen und lässt in der stillen Szenerie achtsam die Sinne schweifen, fühlt die Leichtigkeit des Seins emporsteigen. Radfahrer sind in der Tat Glückspilze, weil weil mediative Zustände den Körper, Geist und Seele regelrecht ins Lot schwingen. 

Bild: Stadtsilhouette Waldkirchen

Der niederbayerische Bayerwald-Landkreis weist eine sehr diverse Topographie auf. Während entlang des Grenzkamms das Terrain mit Dreisessel, Haidel, Almberg, Rachel und Lusen ausgesprochen bergig ist, weist die südliche Region rund um die schmucken Bayerwaldstädte Freyung, Grafenau und Waldkirchen bzw. dem Dreiburgenland und Sonnenwald vornehmlich einen sanftwelligen Charakter mit moderaten Steigungen auf. Die Dreiländereck-Gemeinden punkten hingegen mit "sowohl als auch", d.h. der topographische Geländemix spricht grundsätzlich alle Radfahrer an, egal wieviel sie zu leisten imstande sind. Ob bergauf und bergab - garniert mit atemberaubenden Ausblicken - oder gleichmäßig auf flacheren Etappen dahin gerollt, im »Nationalpark-FerienLand Bayerischer Wald« kommen Freizeitradler, Hobbyradler bis hin zu Radsport-Cracks voll auf ihre Kosten. Mit anderen Worten: Die Region ist ohne Wenn und Aber ein "Radl-Gedicht"!

Bild: Erlauzwieseler Stausee am Stadtrand von Waldkirchen

Berge hin oder her, leistungsschwächere Radfahrer haben heutzutage nichts mehr zu befürchten, da sie per E-Bike ihren Schrecken gänzlich verloren haben. Mit modernen Elektrofahrrädern oder heißbegehrten E-Mountaibikes sind Anstiege selbst zum Dreisessel hinauf auch für untrainiertere Piloten mit überschauberer Kraftausdauer zu bewältigen. Hinsichtlich Streckendistanz bzw. Niveauunterschied gelten gerade für Menschen mit unterdurchschnittlicher Fitness bzw. überschaubaren kondtionellen Fähigkeiten völlig veränderte Maßstäbe, weswegen klassische Schwierigkeitsgrad-Klassifizierungen für die "Stromer-Kategorie" ihre Gültigkeit eingebüsst haben. Es geht weniger darum, ob man eine bestimmte Strecke schafft, sondern hauptsächlich um die Frage, welchen Radius die Akku-Reichweite (abhängig von vielen Einflussfaktoren) unter gegebenen Umständen zulässt. Jedem E-Biker sollte im Bergland jedoch bewusst sein, dass Abfahrten eine erhöhte Anforderung fahrtechnischer Fähigkeiten erfordern. Umso steiler das Gefälle, desto länger der Bremsweg, was sich bei schwereren E-Bikes stärker bemerkbar macht als motorlosen Rädern.

Auch Vorgaben für jahreszeitliche Einschränkungen haben mittlerweile weitestgehend ihre Gültigkeit eingebüsst, da einerseits milde und schneearme Winter - andererseits robuste (wintertaugliche) Radgattungen (Cross- Gravelbike- MTB und e-MTB) - dem Radfahren / Biken als Ganzjahressport zunehmend in die Hände spielen. Demzufolge steigt durch Klimaveränderung und technischem Fortschritt der Anteil derer, die ihrer Leidenschaft das gesamte Jahr über ihren freien Lauf lassen stetig. Mit ein Grund, weshalb sich Radfahrer/Biker nicht mehr wie früher ausschließlich einer Zielgruppe trennscharf zuordnen lassen, sondern übergreifend eine Schnittmenge mit mehreren Disziplinen bilden. 

Es gibt nur wenige Tourismusregionen, die den individuellen Bedürfnissen vieler Radfahrtypen gerecht wird. Das Attribut "Rad-Eldorado" ist demnach alles andere als eine nichtssagende Worthülse, sondern trifft vielmehr den Nagel auf den Kopf. Mit anderen Worten: die Natur bzw. das Gelände "liefert", indem es den mannigfachen "Spielarten" - on- wie offroad - gerecht wird, was sich im übrigen auch in zahlreichen Radsport-Events eindrucksvoll widerspiegelt. So erfreut sich der »Freyunger Dreiänder-Radmarathon«, die »Nationalpark-Dreisessel- Radrundfahrt« der Quälspaß am Dreisessel oder der WOIDMAN großer Beliebtheit.

Bild: Erlauzwieseler Stausee am Stadtrand von Waldkirchen

So verschieden die Geschmäcker sind, so unterschiedlich repräsentiert sich das gigantische Tourenpotential im »Nationalpark-FerienLand Bayerischer Wald«. Ob gemächliches Bahntrassenradeln auf dem nivellierten Adalbert-Stifter-Radweg, oder grenzüberschreitend auf dem bergigen Dreiländer-Radweg vom romantischen Tal der Kalten Moldau entlang des Schwarzenberger Schwemmkanals via Böhmerwald und österreichische Mühlviertel, oder flussverbindend auf dem hügeligen Donau-Moldau-Radweg, oder auf dem kupierten Nationalpark-Radweg, der die Nationalparke Šumava und Bayerischer-Wald tangiert - das Rad- und Bike-Revier kann sich sehen lassen. Dank der Rad- und Fußgängergrenzübergänge lässt sich das Streckennetz beliebig erweitern, oder individuelle Tourenabschnitte miteinander kombinieren. 

Die Donau-Bayerwald-Route durch das Ilztal & Dreiburgenland gilt gemeinhin noch als Geheimtipp, wenngleich das Streckenprofil der 103 km langen Rundtour mit 2.050 Höhenmeter einen tpyischen Mittelgebirgscharakter aufweist. Da die Route in Irlesberg/Röhrnbach mit dem Donau-Ilz-Radweg und Adalbert-Stifter-Radweg zusammentrifft, bietet der Knotenpunkt Anbindungsmöglichkeiten bzw. eröffnet individuelle Kombinationsalternativen. Gewundene Täler im Wechsel mit Hochflächen, bis hin zu steilen Bergflanken rollt das Gelände sowohl genussorientierten Freizeitradlern als auch ambitionierten Radsportlern bzw. fitten Mountainbikern sprichwörtlich den "roten Teppich" aus.

Leidenschaftliche Tourenradler wissen die Gunst der Stunde zu nutzen und peilen gerne nebelfreie Hochlagen an. Besonders die Mittelgebirgshochlagen bieten bei gutem Wetter von März bis weit in den November hinein phantastische Bedingungen. Während in Flussniederungen und Tallagen manchmal zähe Nebelschwaden wabbern strahlt auf den Bergen häufig die Sonne, was in höheren Lagen ein grandioses Panorama beschert.

Bild: Nova Pec (Moldaustausee)

Moldaustausee, Plöckensteiner See, Moldauquelle, Erlauzwieseler Stausee, Kreuzbachsee Haidmühle (Bild unten), Dreiburgensee, der sagenumwobene Dreisessel, die Aussichtsberge Haidel und Brotjacklriegel, der Baumwipfelpfad Bayerischer Wald - ein 1300 Meter langer Hochstelzenpfad in der Gemeinde Neuschönau im Nationalpark Bayerischer Wald - oder die Donau in Obernzell sind Top-Ziele die nicht nur sprichwörtlich den Horizont erweitern, sondern jede Menge Freiraum für Genuss, Spaß, Inspriration und Glücksgefühle schaffen.

Bild: Kreuzbachsee Haidmühle mit Dreisesselblick

Als Symbol für das Ende des Eisernen Vorhangs (Kalter Krieg) gilt gemeinhin der offizielle Akt von den Außenministern Ungarns und Österreichs, bei dem sie am 27. Juni 1989 gemeinsam den Grenzzaun zwischen ihren Ländern durchtrennten. Der EU-Beitritt Tschechiens erfolgte am 1. Mai 2004. Die Grenzformalitäten an unbesetzten Fußgänger- und Radfahrergrenzübergängen sind seit 2008 Geschichte, was dem grenzenlosen Radlspaß fortan barrierefrei grünes Licht gibt.

"Pozor! Státní Hranice"! Auf Deutsch: "Achtung! Staatsgrenze". Was früher eine schwer bewachte und undurchdringliche Grenzlinie war, tummeln sich heute Wanderer, Radfahrer und Mountainbiker. Selbst Fernradler kommen auf ihre Kosten, da sich der 10 400 km lange Iron Curtain Trail (EuroVelo 13) an der Grenzegion entlang schlängelt. Die Fernradroute führt von der Barentsee (Norwegen) bis zum Schwarzen Meer (Rumänien).

Bild: Fußgänger- Radfahrergrenzübergang Bischofsreut/Marchhäuser

Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs kann die Staatsgrenze zur CZ-Republik von EU-Staatsangehörigen zu jeder Tageszeit an jedem beliebigen Ort mit gültigem Reisedokument überquert werden. Die Grenzübergänge in Haidmühle/Udoli, Finsterau/Bucina, Plöckenstein (CZ/A), Bischofsreut/Marchhäuser, Lackenhäuser/Schwarzenberg, Guglwald/Haslach und Aigen-Schlägl/Ulrichsberg ermöglichen eine unkomplizierte Ein- und Ausreise in die Nachbarstaaten Tschechien und Österreich ohne Grenzformalitäten. Dennoch besteht bei Grenzübertritt die Pflicht, ein gültiges Reisedokument - ggf. auch Impfnachweis - mitzuführen. Reisebeschränkungen bzw. aktuell geltende Corona-Regeln sind zwingend einzuhalten.

Inmitten ausgedehnter Wälder, Flusstäler und luftigen Mittelgebirgshöhen mit imposanten Bergpanoramen finden Genussradler, E-Biker, Mountainbiker und Rennradler - über alle Leistungsstufen hinweg - ein traumhaftes Areal sein Hobby mit großer Leidenschaft auszuüben. Neben abwechslungsreichen Streckenverläufen zeichnen den »Nationalpark-FerienLand Bayerischer Wald« ein modernes Beschilderungssystem, Informationsschautafeln am Wegesrand, Rastplätze, Wetterschutz–Pavillons, Abenteuerspielplätze sowie eine gastfreundliche Hotel-, und Gastronomiebranche aus. In Sachen radfreundliche Infrastruktur ist die Ferienregion voll auf der Höhe, schlußendlich ist Fahrradfreundlichkeit ein echter Standortfaktor und in Zeiten der Verkehrswende ein Synonym für Lebensqualität geworden. Genießen Sie die Vorzüge dieser Ferienregion und schöpfen Sie aus dem Naturquell, dem Brauchtum, der Gastfreundlichkeit und der regionalspezifischen Küche! Wald erleben, Natur verstehen, Wildnis spüren - dieser Spur des energetischen Dreiklangs erlebt man auf Schritt und Tritt.

Der Bayerwaldlandkreis weist einen Waldanteil von über 60% auf. Die Städte Freyung (7 194 Einwohner), Grafenau (8 313 Einwohner), Waldkirchen (10 283 Einwohner), drei Marktgemeinden und 19 Gemeinden bringen Natur, Tradition und Fortschritt gut unter einen Hut. 

Bild: Kreuzbachsee Haidmühle

Ob im wildromantischen Iltzal, dem Sonnenwald oder der Haidelregion - mit sechs Landschaftsschutzgebieten, zehn Naturschutzgebieten, 61 geschützten Naturdenkmälern sowie dem ältesten Nationalpark Deutschlands ist das Ferienland am Nationalpark reich an Naturschätzen. In den Hochlagen zwischen Rachel und Lusen darf sich die Natur ohne menschliches Zutun entwickeln. 

 Nationalpark Bayerischer Wald

Der Nationalpark Bayerischer Wald entlang der Grenze zu Tschechien wurde 1970 als erster Nationalpark Deutschlands eröffnet. Seit seiner Erweiterung 1997 bedeckt er eine Fläche von 24.222 ha, während der angrenzende Nationalpark Šumava mit 68.064 ha fast dreimal so groß ist.

Da der Nationalpark Šumava mit dem Nationalpark Bayerischer Wald das größte zusammenhängende mitteleuropäische Waldschutzgebiet bildet, wird das Gebiet häufig auch als „Grünes Dach Europas“ bezeichnet. Zu den höchsten Gipfeln des Nationalparks zählen der Große Falkenstein (1315 m), der Lusen (1373 m) und der Große Rachel (1453 m). In die verschiedenen Waldgesellschaften sind ökologisch wertvolle Hochmoore mit Moorseen sowie ehemalige Hochweiden, die sogenannten Schachten, eingebettet.

Etwa 7.300 Tier- und Pflanzenarten sind im Bayerischen Wald bereits nachgewiesen, vermutlich leben aber doppelt so viele Arten im Nationalpark. Mit rund 1,3 Millionen Besuchern pro Jahr und fast 200 Beschäftigten in der Verwaltung ist der Nationalpark Bayerischer Wald Tourismusmagnet und Jobmotor der Region.

Infolge heißer, trockener Sommer Mitte der 90er Jahre und schneearmer Winter brachte der winzige 3-5 mm große Borkenkäfer auf großer Fläche den Fichtenwald insbesondere in den Hochlagen um Lusen und Rachel zum Absterben. Doch zur Überraschung wächst im Schutze verrotteter Baumskelette und Moderholz eine neue, ungemein vielfältige Baumgeneration zu einer wilden Waldnatur heran.

Neu: mit der App Nationalpark Bayerischer Wald inkl. 3D-Karte wird Deutschlands ältester Nationalpark zum Erlebnis: 26 ausgewählte Besucher-Tipps, 32 Touren, von der Erlebnis- über die Wander-, Rad- oder Schneeschuh-Tour bis hin zu barrierefreien Touren, die Nationalparkzentren und Infostellen sowie eine Webcam, die aktuelle Bilder liefert.

Ein Tool für den aktuellen Wegezustand zeigt dem Besucher sofort, welche Wege begehbar sind und wo Sperrungen oder Einschränkungen vorliegen. Für jeden Wegeabschnitt sind die zugehörigen Markierungen hinterlegt und abrufbar. Neu in der App ist auch eine Tracking-Funktion. Sie verfolgt den zurückgelegten Weg mit. Unterwegs wird die eigene Position punktgenau angezeigt.

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Hintergrundinfos Nationalpark Bayerischer Wald

Nationalpark Bayerischer Wald (Bayerischer Rundfunk)

Europas größte E-Bike-Region

E-Biken in Europas größter E-Bike-Region zeitigt den Vorteil, dass man auf viele Gleichgesinnte trifft. Früher undenkbar - heute Normalität: selbst vor einem Bergriesen wie dem Dreisessel machen E-Biker nicht halt. Scharenweise erklimmen sie mit Spaß den 500 hm-Anstieg. Kupiertes Gelände ist für die ältere Generation oder gehandicapte Radfahrer auf Stromern längst kein Problem mehr. Damit können Freizeitradler, Familien und Senioren mit relativ wenig Kraftaufwand auch konditionell anspruchsvolles Terrain mit seinen Naturschönheiten erkunden und den Bayerischen Wald aus einer bisher noch nicht bekannten Perspektive kennen lernen. 

Bild: Dreisessel / Hochstein

Als Vorreiter haben sich im Nationalpark-FerienLand sechs Gemeinden zu einer E-Bike-Region zusammengeschlossen. Mittlerweile ist im Bayerischen Wald dank Unterstützung von E.ON Bayern und dem E-Bike-Hersteller KTM die größte E-Bike-Region Europas enstanden. Nirgendwo auf dem Kontinent ist das Netz der Verleihstationen und die Zahl der bereitstehenden E-Bikes dichter als im Bayerischen Wald. Somit steht die Bergregion allen Radfahrern offen, ohne größere Anstrengung bei moderatem Puls entspannt und umweltfreundlich mobil zu sein.

E-Biken in Europas größter E-Bike-Region zeitigt den Vorteil, dass man auf viele Gleichgesinnte trifft. Früher undekenkbar - heute Normalität: selbst vor einem Bergriesen wie dem Dreisessel machen E-Biker nicht halt. Scharenweise erklimmen sie den Anstieg mit satten 500 Höhenmetern. Kupiertes Gelände ist für die ältere Generation oder gehandicapte Radfahrer auf Stromern längst kein Problem mehr. Damit kommen auch Freizeit-Radler, Familien und Senioren in den Genuss, selbst konditionell anspruchsvolles Terrain mit seinen Naturschönheiten zu erobern und den Bayerischen Wald aus einer völlig neuen Perspektive kennen zu lernen. 

Ob Genuß-Radwandern auf dem familiengeeigneten Adalbert-Stifter-Radweg, oder grenzüberschreitend auf dem Dreiländer-Radweg im romantischen Tal der Kalten Moldau entlang dem historischen Schwarzenberger Schwemmkanal ("technisches Wunderwerk") - der Spaß am Radfahren kennt hier keine Grenzen. Schon der Dichter und Schriftsteller Adalbert Stifter sprach vom „Land der Stille“, das die Dreiländer-Region mit seiner faszinierenden Naturlandschaft auch heute noch umgibt. In den Muldentälern rund um Haidmühle fließen Bäche wie z.B. die Mirasat, welche in die Moldau mündet. Nahe Frauenberg, 920 m.ü.NN. befindet sich die europäische Hauptwasserscheide, wo das Wasser in die Moldau, Elbe und dann in die Nordsee oder in südlicher Richtung zur Donau und weiter bis ins Schwarze Meer fließt.

Bild: Dreisessel-Blick

VIEW POINTS

  • Haidel (1167 m) 35 m hoher Aussichtsturm (0.4 km Abstecher =>TRANS BAYERWALD Nord, 3. Etappe)
  • Brotjacklriegel (1.011 m), 27 m hoher Aussichtsturm (1.0 km Abstecher => TRANS BAYERWALD Süd, 6. Etappe)
  • Ochsenstiegl (622 m), 25 m hoher Aussichtsturm (bei Thurmansbang)

Bild:  Ochsenstiegl nahe Thurmansbang

  • Oberfrauenwald (946 m) 27 m hoher Aussichtsturm (1.2 km Abstecher => TRANS BAYERWALD Nord, 2. Etappe)
  • Friedrichsberg (930 m), 22 m hoher Aussichtsturm  (1.7 km Abstecher => TRANS BAYERWALD, Nord, 1. Etappe)
  • Dreisessel (1.333 m) => TRANS BAYERWALD Nord, 3. Etappe

1000-er Gipfel im Ferienland am Nationalpark Bayerischer Wald

Rachel (1.453 m)

Der zweithöchste Berg des Bayerischen Waldes. Tageswanderung von Spiegelau (www.spiegelau.de)  über das "Ochsenklavier" zum Eiszeit- und Urwaldlehrpfad am Rachelsee, zum Gipfel des Rachel (Ausblick in den Böhmerwald) und zur Rachelkappelle. Bemerkenswert ist die steile Ostflanke zum Rachelsee. 

Lusen (1.373 m)

Ausgangspunkt der Wanderung ist der Parkplatz vor Waldhäuser oder der Lusenparkplatz nach Waldhäuser (www.neuschoenau.de ). Die „Himmelsleiter“ führt den Wanderer zum Gipfel. Oben angelangt, erwartet einen eine mächtige Kuppe aus Granitfelsblöcken, die eine geologische Besonderheit darstellen. Fernsicht bei schönen Wetter bis zu den Alpen. Trinktipp zu einer deftigen Brotzeit: Die "Lusenhexe" - Guten Appetit und Prost!

Sowohl der Lusen als auch der Rachel sind in der geschützten Nationalparkregion ausschließlich zu Fuß erreichbar. Radfahren / Mountainbiken - insbesondere querfeldein - ist innerhalb der ausgewiesenen Nationalparkzone strikt verboten. Ausnahmslos dürfen hier nur markierte Strecken wie beispielsweise der Nationalpark-Radweg oder die TRANS BAYERWALD mit Zweirädern befahren werden.

Dreisessel (1.332 m)

Bild: Päuschen unterhalb des Dreisesselgipfels (TRANS BAYERWALD Nord, 3. Etappe)

Der Dreisessel kann mit dem Auto bis zum Parkplatz unterhalb des Gipfels angefahren werden (ca. 20 min. Aufstieg zu Fuß). Mit dem Rad bzw. Mountainbike bietet sich entweder die Straßenvariante, die Geländevariante via Kreuzbachklause oder die Mischung von beidem an. Vom Dreisesselgipfel genießt man inmitten großer Felsformationen einen herrlichen Rundumblick über den Bayerischen- und Böhmischen Wald.

 Die Dreisesselstraße führt zum Dreisesselberg hinauf (500 hm) - für Rennräder geeignet. 

Haidel (1.167 m) 

Über den Haidel zogen einst die Salzsäumer nach Böhmen. Mit seinem Aussichtsturm und Infopavillons ist er das Wahrzeichen der Haidelregion. Seine exponierte Lage erlaubt atemberaubende Rundblicke über die bayerisch-böhmischen Grenzwälder bis zur Alpen-Nordkette. 

Der Haidel (1166 m ü. NHN) liegt östlich von Freyung bzw. nordöstlich von Waldkirchen. Charakteristisch für den Gipfel, der einen relativ flachen Rücken bildet, sind zwei weithin sichtbare Bauwerke: der hölzerne 35 m hohe Aussichtsturm und der 60 m hohe Sendeturm (selbsttragender Stahlrohrturm mit zwei Plattformen) der Deutschen Telekom AG. 

Erst als im Jahr 1925 ein schwerer Sturm den Wald auf dem Gipfelrücken des Haidel kahl schlug kam die hervorragende Aussicht zum Vorschein, die sich über die Hügel des Bayerischen Waldes und des Böhmerwaldes bis hin zu den Alpen erstreckt. Anlass, um 1934 einen 15 Meter hohen Aussichtsturm aus Holz zu errichten, der jedoch wegen Baufälligkeit 1948 wieder abgerissen wurde.

Im Jahr 1967 gründete Pfarrer Herbert Kessler die Sektion Leopoldsreut des Bayerischen Wald-Vereins. Der Verein erschloss die Haidel-Region durch zahlreiche Wanderwege und setzte sich das Ziel mit einem neuen Aussichtsturm einen touristischen Anziehungspunkt zu schaffen. Im Jahr 1970 wurde in Holzbauweise ein 25 Meter hoher Turm gebaut. Doch trotz zweier Sanierungen 1984 und 1990 musste auch dieser Turm wegen Baufälligkeit gesperrt und 1998 abgerissen werden.

Alle guten Dinge sind Drei - besagt der Volksmund. In diesem Sinne errichtete der „Förderverein Haidel-Aussichtsturm e. V.“ in Zusammenarbeit mit der Waldvereinssektion Leopoldsreut 1999 den dritten Aussichtsturm. Am 27. Juni 1999 wurde er von Pfarrer Herbert Kessler gemeinsam mit den Pfarrern der Haidel-Gemeinden und das vom Passauer Bischof Franz Xaver Eder gestiftete Turmkreuz im Rahmen eines Festgottesdienstes gesegnet. Der heutige Aussichtsturm ist 35 Meter hoch und wurde aus Douglasien- und Lärchenholz gefertigt. 159 Stufen führen zur 30 Meter hohen Aussichtsplattform hinauf.

 Der Abstecher zum Aussichtspunkt Haidel zählt mit seinem atemberaubenden 360 Grad-Panorama zum echten Highlight in der Region. Die Zufahrt (überwiegend nur mäßige Steigung) auf unasphaltierten Forstwegen erfordert geländetaugliche Räder wie Trekking- Touren- Cross- Gravel- (e-) Mountainbike.

Brotjacklriegel (1.011 m)

Überragt wird der Holzturm am Brotjacklriegel vom 125 m hohen Sendemast des Bayerischen Rundfunks. Der erste Sendemast, ein 48 m hoher Stahlfachwerkturm wurde 1959 durch den heutigen Stahlbetonturm ersetzt.

Dank der exponierten Lage sowie dem 125 Meter hohen Stahlbetonturm ist der Brotjackriegel schon aus großer Ferne aus allen Himmelsrichtungen gut erkennbar. 

Bereits 1839 errichteten der Pfarrer und zwei Gastwirte aus Langfurth den ersten Aussichtsturm. Später errichtete die Sektion Büchelstein des Bayerischen Wald-Vereins 1912 einen offenen Gerüstturm, der nach wenigen Jahren wegen Baufälligkeit gesperrt wurde. 1924 entstand dann die jetzige 27 m hohe verschindelte Konstruktion, die am 29. Juni 1925 feierlich eröffnet wurde.

Der 25 m hohe, hölzerne und bewirtschaftete Aussichtsturm (erbaut 1924) verbirgt sich im dichten Wald weswegen er aus der Ferne kaum sichbar hervor ragt. Doch von der Aussichtsplattform genießt man bei günstiger Wetterlage einen überwältigenden Ausblick, der sich vom bayerisch-böhmischen Grenzkamm, über die Region Sonnenwald, Arber, Rachel, Lusen, die Donauebene bis zu den Alpengipfeln am Horizont erstreckt. Das Rundum-Panorama sollte man sich keinesfalls entgehen lassen. Einfach den kleinen Obolus beim Turmstüberl-Wirt entrichten und schon kann man erwartungsvoll hinaufstapfen. Der Brotjackriegel trohnt rund 700 Höhenmeter über dem flachen Donautal und gilt als Wahrzeichen der Region Sonnenwald mit den Gemeinden Schöfweg, Zenting, Innernzell, Grattersdorf und dem Markt Schöllnach.

 Der Abstecher zum Brotjacklriegel ist ein echtes Highlight, da dieser - wie der Haidel - ein überwältigendes 360 Grad-Panorama bietet. Die Zufahrt erfolgt auf dem letzten Anfahrtskilometer oberhalb Langdorf auf einem unasphaltierten Forstweg. Geländetaugliche Räder wie Trekking- Touren- Cross- Gravel- (e-) Mountainbike erforderlich.

Versunkene Dörfer

Bild: Leopoldsreut

Unweit vom verschwundenen Dorf Leopoldsreut befindet sich die Kapelle Schwendreut (Haideltour). Ein entrücktes Fleckchen Erde als stiller Kraftort, wo sich bei einem Päuschen frische Energie zapfen lässt. Schwendreut wurde 1618 - ursprünglich bestehend aus sechs Häusern - vom Passauer Fürstbischof Leopold Erzherzog von Österreich zugleich mit Leopoldsreut und Herzogsreut gegründet. 

Bild: Kapelle Schwendreut

 Verschwundene Dörfer

1921 erwarb der Bayerische Staatsforst sämtliche Liegenschaften des Weilers Schwendreut. Nach einem Brand 1932 und Abwanderungen verließen 1957 die letzten Bewohner den Ort. Am 17. Oktober 1968 wurde der Gemeindeteilname Schwendreut aufgehoben, womit der der Orte von den Landkarten verschwand. Erhalten blieben nur die Waldkapelle Schwendreut und die nahe gelegene Bruder-Konrad-Kapelle im Ortsteil Alpe (erbaut 1980/81). Die Waldlichtung bietet einen herrlichen Ausblick auf den Bayerischen Wald. Zur Erinnerung an die 1755 entstandene ehemalige Dorfkapelle wurde 1931 der kleine hölzerne Blockbau mit offenem Zwiebelturm errichtet und 1997 grundlegend saniert. Alljährlich findet hier am letzten Juli-Sonntag das traditionelle Schwendreuter Waldfest statt. 

Dreiburgenland

Bild: Dreiburgensee (Region Sonnenwald)

Das wellige Dreiburgenland liegt zwischen dem Nationalpark Bayerischer Wald und der Dreiflüssestadt Passau. Den Namen verdankt die Region dem ihm umgebenden Ilztal den drei Burgen Saldenburg, Englburg und Fürstenstein. Der Dreiburgensee liegt zwischen dem Luftkurort Thurmansbang und Tittling im Bayerischen Wald. Der aufgestaute See mit einer Länge von 700 m und maximalen Breite von 200 m nimmt eine Fläche von 8 ha ein. Die Landkreisgrenze Freyung-Grafenau / Passau verläuft quer durch den See. 

 

Bild: Museumsdorf Bayerischer Wald, eines der größten Freilichtmuseen Europas

Bischofsreuter Waldhufen

Eingebettet zwischen den Bergen des Bayerischen Waldes und des Sumava verbirgt sich im größten Waldgebiet Mitteleuropas auf 1000 m Höhe eine einzigartige Kulturlandschaft: die 'Bischofsreuter Waldhufen'. Diese Kulturlandschaft am ehemaligen "Eisernen Vorhang" hat ihren Charakter auf einmalige Art und Weise bewahrt und ist deshalb nach dem Arten- und Biotopschutzprogramm (ABSP) des Freistaats Bayern nicht nur für Bayern von überregionaler bis landesweiter, sondern nach der Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie der Europäischen Union sogar von europaweiter Bedeutung. Die „Naturfreunde Internationale“ hatten die Bischofsreuter Waldhufen dem entsprechend zur Landschaft des Jahres 1999/2000 gekürt. 

Keltendorf Gabreta – Archäologischer Erlebnispark in Lichtenau/Ringelai

Häuser aus den Eisenzeiten, nachgebaut in alter Technik in Block- und Flechtbauweise, mit Schilf- oder Schindeldach. Tiere wie rückgezüchtete Exmoore Ponys, alte Schaf- und Ziegenrassen. Getreideanbau von alten Sorten wie Emmer, Dinkel, Rispenhirse, Flachs. Kräutergarten zum Ernten von Heilkräutern und Färbepflanzen. Grabhügel vermitteln einen Eindruck der Bestattungssitten dieser Zeit. Drehscheiben und Webstuhl zeigen, wie weit die Handwerkstechniken bereits gediehen waren. Backofen und Keramikofen.

Kulinarik

Kulinarik ist für Radfahrer - schon des erhöhten Leistungsumsatzes wegen - ein Top-Thema. Insofern gehören Rast und Einkehr zur Tagesordnung, denn erst verdiente Verschnaufpausen und leckerer Energienachschub runden kraftraubende Radtouren perfekt ab. Der Leistungsumsatz beschreibt jene Energiemenge, die durch die verrichtete Arbeit des Organismus verbraucht und zum täglichen Grundumsatz hinzu gerechnet wird. 

Bild: Dreisselhaus

Der Leistungsumsatz kann bei einer Schnittgeschwindigkeit 25 km/h schon mal 10 Kilokalorien pro Stunde und je Kilogramm Körperwicht betragen, wobei Faktoren wie Geschlecht, Alter, Gegenwind, Untergrund, Fahrweise, Rollwiderstand, Höhenprofil, Temperatur etc. den Kalorienverbrauch beeinflussen.

Bild: Dreisesselalm, am Fuße des Dreisessels - direkt an der Straße Frauenberg-Haidmühle gelegen (960 m Höhe).

Die "Bayerwald-Küche" ist bekannt für "deftige" Speisen wie Schweinebraten, Knödel, Reindlessen und allerhand sonstiger feiner Schmankerl. Liebhaber von Fleischgerichten kommen natürlich genauso auf den Geschmack wie Anhänger vegetarischer Speisen. Leider hat sich die Gastronomiedichte - nicht zuletzt pandemiebedingt - in ländlichen Gebieten ausgedünnt. Doch mit etwas Planung & Recherche lässt sich eine Gaststätteneinkehr bzw. urigen Biergartenbesuch entlang der Radrouten ganz gut organisieren. 

Radfahren macht hungrig und durstig. Deshalb gehört zu jeder Radtour eine zünftig-gesellige Einkehr. Was gibt's schöneres als hungrig und mit trockener Kehle vom Sattel zu steigen und im lauschigen Biergarten eine deftige Brotzeit oder warmes Mal zu vertilgen und sich genüsslich eine Apfelschorle oder Bier zu gönnen. Regionaltypische Speisen, dazu Mineralwasser, Saftschorle, Radlerhalbe oder kupferfarbenes Bier - je nach Gusto - sind als redlich verdiente Belohnung für die schweißtreibende Leistung das i-Tüpfelchen einer jeden Radtour.

Im übrigen ist das Bayerische Reinheitsgebot die älteste, noch heute gültige Lebensmittelesetzgebung der Welt. Alkoholfreies Weißbier gilt dabei als perfekter Durstlöscher, weil das kalorienarme istotonische Getränk B-Vitamine wie Folsäure, Magnesium und Kalium enthält, die den Regenerationsprozess beschleunigen. 

Bild: Landkreisgrenze Passau/Freyung-Grafenau nahe Breitenberg (TRANS BAYERWALD Nord, Etappe 2)

Wer ein attraktives Radparadies sucht sollte die Region am Grenzkamm des Bayerischen Wald bzw. Šumava auf dem Schirm haben. Mountainbiker finden mit dem 361 km langen "Flaggschiff" der »TRANS BAYERWALD« reichlich Entfaltungspotential. Die Nordroute (Etappe 2-5) sowie die 6. Etappe der Südroute (Bischofsmais - Brotjacklriegel - Eging am See) quert den »Nationalpark-FerienLand Bayerischer Wald« auf einer Länge von sage und schreibe 163 Kilometer. Im wahrsten Sinne des Wortes viel Holz, das im wildromantischen Naturidyll des Grünen Dach Europas reichlich Fahrspaß bietet.

Zu den Mountainbike-Touren

Infos/Bezugsquellen                                 

Nationalpark-FerienLand Bayerischer Wald
Schlosssteig 1

94078 Freyung

Telefon: 08551/57114

service@nationalpark-ferienland.de  

http://www.nationalpark-ferienland-bayerischer-wald.de/