• Donau-Ilz-Radweg - Vom "blauen Strom" zur "schwarzen Perle"
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  • Radlerfähre "Altaha" - verbindet Donau-Ilz-Radweg - Donau-Radweg - Deutsche Limes-Radweg mit dem Isar-Radweg
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  • Abtei Niederaltaich - Benediktinerkloster in der Gemeinde Niederalteich
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  • Niederalteich - Schnittpunkt Donau-Ilz-Radweg / Donau-Radweg / Deutscher Limes-Radweg / Isar-Radweg
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  • Niederalteich - Donau
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  • Blick zum Brotjacklriegel (1.011 m)
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  • Donau-Ilz-Radweg - Von Fluss zu Fluss durch den südlichen Bayerischen Wald
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  • Zünftige Radlerpause
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  • Badespaß am Eginger See
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  • Naturparadies im Burgenland
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  • Einweihungsfeier Donau-Ilz-Radweg (22. Juli 2006)
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  • Dreiburgenland & Ilztal - Romantisches Radparadies
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  • Donau-Ilz-Radweg - Von Fluss zu Fluss quer durch den südlichen Bayerischen Wald
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  • Donau-Ilz-Radweg - Auch Rennradler genießen die verkehrsfreie Streckenführung
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Donau-Ilz-Radweg

Streckendaten

Ausgangspunkt: Niederalteich (Meereshöhe: 312 m)
Endpunkt: Bruckmühle/Röhrnbach

Streckenlänge: 55 km
Höhenmeter: 492 hm (empfohlene Fahrtrichtung)

Eckdaten »Donau-Ilz-Radweg«

 Streckenlänge: 55 km

• Start Niederalteich (nordöstliche Fahrtrichtung):                       ↑ 567 Höhenmeter ↓ 488 Tiefenmeter

• Start Bruckmühe/Röhrnbach (entgegengesetzte Fahrtrichtung): ↑ 488 Höhenmeter ↓ 567 Tiefenmeter

 Höchster Punkt: Tittling 510 m.ü.NN (KM 38) 

• Tiefster Punkt: Niederalteich 312 m.ü.NN. 

• Zwischen Tittling und Kalteneck: 8 km wassergebundene Fahrbahndecke durch Naturschutzgebiet

• Fahrzeitprognose: rund 4 Stunden Fahrzeit zzgl. Pausen

Topographische Streckensegmentierung

• Niederalteich-Tittling: 38 km ↑ 342 hm ↓ 142 hm

• Tittling-Kalteneck: 8.4 km ↑ 27 hm ↓ 208 hm

• Kalteneck-Bruckmühle/Röhrnbach: 8.5 km ↑ 209 hm ↓ 149 hm

• Anstieg (nordöstliche Fahrtrichtung): Talkessel Ilztal; Kalteneck-Prag → 4.8 km ↑ 157 hm ↓ 28 hm

• Anstieg (südwestliche Fahrtrichtung): Talkessel Ilztal → Kalteneck-Tittling: 8 km ↑ 180 hm ↓ 18 hm

Streckengrafik


Bewegen sie ihren Cursor auf dem Höhenprofil, wird interaktiv oben auf der Streckengraphik die geographische Position eingeblendet.

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Entschleunigtes Bahntrassenradeln vom Feinsten

Das flache Donautal erlaubt vom Start weg ein lockeres Einradeln. So kommt der Kreislauf behutsam in Schwung, bevor das Höhenniveau zum Tor des unteren Bayerischen Waldes allmählich zu steigen beginnt. Wenngleich das Höhenlevel zunimmt, lässt es sich nichtsdestotrotz mit wenig Kraftaufwand entspannt auf der nivellierten Bahntrasse dahin gleiten. Nachdem der Scheitelhochpunkt in Tittling überschritten ist, fällt das Höhenniveau zum Ilztal spürbar ab. Den verkehrsfreien Wegeverlauf mit sanften Up and Downs und großen Kurvenradien wissen vor allem Freizeit- und Familienradler zu schätzen. Solch sanfte Streckenprofile haben Radfahrer einer technischen Unzulänglichkeit im 20. Jahrhundert zu verdanken. Die Lokomotiven waren seinerseits nämlich nicht in der Lage, das beträchtliche Gesamtgewicht eines Zuges über einen Steigungsprozentsatz von mehr als 3% zu bewältigen. Deshalb wurde kupiertes Gelände durch massive Baumaßnahmen wie Viadukte, Tunnel, Brücken und Geländeeinschnitte von Menschenhand künstlich eingeebnet. Jahrzehnte später sollte sich die nivellierte Trassierung vieler stillgelegter Bahnstrecken als wahrer Radlersegen entpuppen. Abgesehen davon bieten aufgeschüttete Dämme, Viadukte und Brücken meist noch eine großartige Aussicht.

Wer mit gemächlichem - sprich entschleunigten - Wohlfühltempo den geschwungenen Streckenverlauf selbstvergessen dahin cruist, darf sich auf ein beschwingtes Flowgefühl freuen. Ein Vorteil an heißen Sommertagen: schattige Waldpassagen kühlen Temperaturen angenehm herunter. Gut zu wissen: die Strecke wird von frischgestrichenen Kilometersteinen gesäumt, wobei sich die Bahnkilometer auf Deggendorf beziehen und nicht mit "Radkilometern" zu verwechseln sind.

Das kraftschonende Streckenprofil - dank typischer Bahntrasseneigenschaften - erlaubt eine ökonomische, d.h. sehr rhythmische Fahrweise. Zudem ist der Streckenverlauf eindeutig erkennbar und durch große Kurvenradien sehr übersichtlich, weswegen man sich über die Wegeführung keinen Kopf zu machen braucht. Der harmonische Bahntrassencharakter spart kognitive Ressourcen, weshalb man die Umgebung achtsamer wahrnehmen kann, was prompt dem Fahrgenuss zugute kommt. Sauerstoffreiche Wälder, mäandernde Bäche, verwittertes Granitgestein, sattgrüne Wiesenhänge und nicht zuletzt die "blaue" Donau und die "schwarze Perle" geben dem Genussfeeling auf dem »Donau-Ilz-Radweg« freien Lauf. Das sanft gewellte Terrain leistet auf der verkehrsbefreiten Trasse Vorschub vom Alltag abzuschalten, gedankenversunken die Kurbel zu schwingen, sich von der Natur inspirieren zu lassen, um bestenfalls bei sich selbst anzukommen. Gerade weil Bahntrassen-Radwege so easy zu befahren sind, haben Radfahrer ihre wahre Freude daran. Keine Frage: Das smoothe Streckenprofil fördert den ungestörten Bewegungsfluss und damit den Fahrspaß für Groß und Klein. Energie muss fließen. Fließt die Lebensenergie, fühlt man sich motiviert, inspiriert, gut gelaunt und unbeschwert. Alles scheint wie von selbst von der Hand zu gehen, man ist belastbar, könnte Bäume ausreißen und verschmilzt mit dem Leben. Ein glückseeliger Zustand, der sich beim selbstvergessenen Kurbeln in unberührter Naturlandschaft mit der Leichtigkeit des Seins wie von selbst einstellt. 

 Radwege auf stillgelegten Eisenbahnstrecken faszinieren in vielerlei Hinsicht. Auf ehemaliger Bahninfrastruktur entstanden in Deutschland zwischen den 1980er Jahren und Jahrtausendwende mitunter hochklassige Bahntrassenwege, die sowohl ländliche Räume als auch Ballungsgebiete erschließen. Das elementare Qualitätsmerkmal zeichnet sich durch einen steigungsarmen und verkehrsfreien Streckenverlauf aus, was ein breites Nutzer- und Leistungsspektrum anspricht. Die charakteristische Trassenführung mit Dämmen und Einschnitten, Brücken, Viadukten und Tunneln macht Bahntrassenwege sehr speziell - auch weil es sie von anderen Radwegen signifikant unterscheidet. Bahnhöfe, Stationsgebäude, Stellwerke, Loks, Waggons, Signalanlagen sowie Kilometersteine rücken das nostalgische Eisenbahnzeitalter ins Bewusstsein. 

Radeln auf historischen Eisenbahntrassen - umgeben von unberührter Naturlandschaft - fördert die Entspannung und letztlich die Balance in unserer stressgeplagten Zeit. Wer dazu noch seinen inneren "Tempomat" auf entschleunigten Wohlfühlmodus dimmt, kann seine Sinne in Ruhe schweifen lassen und dabei reichlich Energie schöpfen. Die achtsame Wahrnehmung der Landschaft, die bewusste Auseinandersetzung mit der Kultur und „Heimatgeschichte“ der Bevölkerung sowie Wissbegierde an der Bahnhistorie auf dessen Spuren man wandelt bereichert eine Radtour ungemein. So bitter Bahnstreckenstilllegungen aus Wirtschaftlichkeitsgründen auch sein mögen (in den 70 er, 80er und 90 er Jahren wurden jährlich durchschnittlich 400 km Schienenweg weg rationalisiert) – leistet der Radtourismus vor allem in ländlichen Räumen einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Prosperität.

Das Groß der Strecke ist vom typischen Bahntrassencharakter geprägt, der sich durch Flachetappen, leichte Anstiege sowie sanfte Gefällpassagen auszeichnet. Im sanft gewellten Hügelland, verbunden mit der Aussicht zum emporragenden Mittelgebirgszugs des Bayerischen Waldes lässt der Radelspaß nicht lange auf sich warten. Dominierend ragt der Brotjacklriegel mit 1.011 Metern in die Höhe, der das Wahrzeichen der Urlaubsregion Sonnenwald ist. Dank seiner exponierten Lage sowie seinem Erkennungsmermal - der 125 Meter hohe Stahlbetonturm - ist der Brotjackriegel von allen Himmelsrichtungen aus großer Ferne sichtbar. Der daneben befindliche 25 m hohe, hölzerne und bewirtschaftete Aussichtsturm (erbaut 1924) entzieht sich im Wald dagegen dem neugierigen Blick. Bleibt festzuhalten: die hügelige Topographie des unteren Bayerischen Waldes - genauer gesagt in der Region Sonnenwald und Dreiburgenland - ist für unbeschwerte, abwechslungsreiche Radtouren geradzu prädestiniert.

Bild: links im Hintergrund lugt der Brotjacklriegel hervor

Wer sich genügend Zeit nimmt, kann Land, Leute, Kultur - aber auch die kulinarischen Spezialitäten der niederbayerischen Küche - näher kennenlernen. Je weiter man nach Osten radelt und sich vom Donautal entfernt, umso näher rückt das Bergpanorama des Bayerischen Waldes heran und desto ursprünglicher entfaltet sich die Naturlandschaft. Dank facettenreicher Landschaftsbilder sowie fasznierender Aussichtspanoramen übt der südliche Bayerischen Wald unter Radfahrern - aber gleichwohl auch unter anderen Naturnutzern - eine große Anziehungskraft aus. Berge wie Felswände nehmen an Höhe zu, und Felseinschnitte bzw. bewaldete Abschnitte engen das Sichtfeld zunehmend ein. Mit anderen Worten: die Natur gibt sich ungezähmter bzw. wilder, was die zerklüftete Topographie zusätzlich unterstreicht. Man mag es sich kaum vorstellen, welch unsägliche körperliche Anstrengung der Bahnstreckenbau mit seinen Felsdurchbrüchen vor 100 Jahren den Menschen abverlangte, bevor die Bahnstrecke am 26. November 1913 (Eging – Kalteneck), bzw. am 1. August 1914 (Hengersberg – Eging) in Betrieb genommen wurde.

 Top Bewertung

Dr. Achim Bartoschek - Betreiber Deutschlands populärster Bahntrassenradwege-Plattform - gilt gemeinhin als ausgewiesener Fachexpertefür Radwege auf stillgelegten Eisenbahntrassen. Seine subjektiven Bewertungsangaben werden aus Sicht des Tourenradlers vorgenommen, wobei Beurteilungen grundätzlich nur auf einer persönlichen Routenbefahrung fußen. Das Bewertungssystem umfasst fünf Gütesiegel → 0 - 4 Fahrradsymbole . Als Bewertungskriterien fließen dabei die touristische Attraktivität des Umfeldes, Rastmöglichkeiten und die Anbindung an Radfernwege oder Bahnhöfe genauso ein, wie die Befahrbarkeit des Weges. So genießt eine durchgängige und barrierefreie Befahrbarkeit, landschaftliche Attraktivität und eine geringe Lärmbelastung einen hohen Stellenwert, während bei längeren Distanzen auch wetterfeste Rastmöglichkeiten stärker gewichtet werden. Die Fahrbahnoberfläche spielt hingegen eher eine untergeordente Rolle, d.h. ob der Weg asphaltiert, wassergebunden oder geschottert bleibt solange belanglos, wie keine Fahrbahnschäden (z.B. Schlaglöcher) vorhanden sind bzw. der Rollwiderstand vertretbar bleibt. Kein Gütesiegel erhalten Wanderwege auf stillgelegten Bahntrassen, deren unwegsame Oberflächenbeschaffenheit eine risikofreie Befahrung nicht gewährleistet bzw. deren Befahrung verboten ist.

Bemerkenswert, dass der Donau-Ilz-Radweg deutschlandweit nicht nur zur persönlichen Top-Favoriten-Liste zählt, sondern überdies mit dem höchsten "Scoring" (4 Fahrradymbole) ausgezeichnet wurde. Kommentar: "Parallel zum Höhenzug des Bayerischen Waldes gelegen reicht die Bandbreite dieses überragenden Bahntrassenwegs von weiten Ausblicken bis zu Walddurchfahrten mit engen Einschnitten. Infotafeln zur Bahnhistorie fehlen genauso wenig wie ein Biergarten an einem der erhaltenen alten Bahnhöfe." 

Portrait: Dr. Achim Bartoschek - entnommen aus der Bahntrassen-Reportage von Autor Curd Biedermann im Fachmagazin "aktiv Radfahren":

"Er ist der kreative Kopf der Homepage www.bahntrassenradeln.de, die aktiv Radfahren zu ihrer Serie „Bahntrassenradeln“ inspirierte. Der gebürtige Rheinländer, der 1968 das Licht der Welt erblickte, promovierte in Chemie und ist jetzt als Entwickler und Berater im Bereich Informationsverarbeitung tätig. Zudem ist er begeisterter Tourenradler seit 1996 (erste Streckentour: Ro- stock–Köln, 1000 Kilometer). Den Grundstock für seine interessante und schön gestaltete Homepage legte Bartoschek nach einer Rundfahrt durch Eifel und Hunsrück entlang des Maare-Mosel-Radwegs, des Schinderhannes-Radwegs und des Maifeld-Radwegs im Herbst 2001. „Zu diesem Zeitpunkt waren kei- nerlei überregionaler Informationen zu deutschen Bahntrassenwegen verfügbar“, erzählt er. „Viele Wege waren in den topografischen Karten eingezeichnet, aber sonst undokumentiert. So begann ich im Winter/Frühjahr 2002 eben selbst mit der Recherche und dem Aufbau einer Internetpräsentation.“ Über 170 hat Achim Bartoschek mittlerweile selbst besucht und beradelt. Hinweise auf nicht erfasste Wege, Detaildaten und Fotografien wurden von eisenbahnhistorisch Interessierten, Radlern, Planern und Tourismusverant- wortlichen beigesteuert.

Vorbild Ausland: „Mehrere Nachbarländer Deutschlands weisen eine beispielhafte Koordinierung der Umwandlung von Bahntrassen zu Radwegen sowie herausragende Ansätze bei der Öffentlichkeitsarbeit auf.“ Das kann sich doch wahrlich sehen lassen."