Von Fluss zu Fluss

Bild: Startort Haidmühle an der Kalten Moldau im »Nationalpark-FerienLand Bayerischer Wald«

Das Schöne liegt näher, als man glaubt. Ein ganz besonderes Tourerlebnis verspricht der »Donau-Moldau-Radweg«, welcher durch den »Nationalpark-FerienLand Bayerischer Wald« sowie das »Passauer Land« verläuft. Vom Grenzübergang Haidmühle/Nové Údolí (Neuthal) bis nach Obernzell ans Donauufer misst die Route durch zwei Landkreise 64 Kilometer. Entlang des östlichsten Zipfels Bayerns - teils in unmittelbarer Grenznähe zu Österreich (entlang des Rannasees radelt man ohne Grenzkontrolle 500 Meter auf Österreichischem Territorium) - verbindet die hügelige Strecke die Kalte Moldau (Studená Vltava) mit der Donau. Um eines vorwegzunehmen: der Streckenverlauf ist äußerst abwechslungsreich, allerdings bisweilen auch ein wenig fordernd. Sowohl im Hinblick auf die faszinierende Naturlandschaft als auch die unterschiedlich zusammengesetzten Wegearten machen der Streckenverlauf im doppelten Sinne besonders kurzweilig. So radelt man selbstvergessen auf verkehrsbefreiten Bahntrassen- Schotter- und Forstwegen und ruhigen Nebenstraßen, auf denen malerische Orte gequert, lauschige Seen passiert, viele Anstiege erklommen und atemberaubende Aussichtsmomente genossen werden.

Zunächst verläuft die Route ab Haidmühle auf einer sanft abschüssigen, unasphaltierten Bahntrasse (Adalbert-Stifter-Radweg) nach Jandelsbrunn (17 km). Ab dort verzweigen sich beide Radwege und schlagen getrennte Wege ein. Auf kaum befahrenen Nebenstraßen radelt man im stetigen Auf & Ab via Breitenberg-Wegscheid-Rannasee nach Untergriesbach, wo dann die ehemalige Zahnradbahnstrecke (7% Gefälle) durchs idyllische Griesenbachtal hinab ans Donauufer den begeisternden Schlussakt setzt.

Bild: Zielort Obernzell an der Donau (Passauer Land)

Die ursprüngliche Bezeichnung »Donau-Wald-Radweg« wurde 2019 in »Donau-Moldau-Radweg« umbenannt und durch den gemeinsamen Abschnitt mit dem Adalbert-Stifter-Radweg bis zur tschechischen Grenze verlängert. Damit führt der »Donau-Moldau-Radweg« von Fluss zu Fluss und verbindet den Bayerischen Wald mit dem Donautal im Passauer Land. Start- bzw. Zielpunkt ist je nach Fahrtrichtung entweder die tschechische Landesgrenze Grenze Haidmühle / Nové Údolí (Neuthal) oder Obernzell am Donauufer. Da sich das Höhenprofil fahrtrichtungsgebunden erheblich unterscheidet, sollte dies bei der Planung bedacht werden. Immerhin weist die nördliche Fahrtrichtung von Obernzell nach Haidmühle knapp doppelt soviele Höhenmeter auf (1.236 hm), als die entgegengesetzte Fahrtrichtung zur Donau nach Obernzell (691 hm). Im Falle der höhenmeterintensiveren Variante sollten E-Biker ihre Akku-Kapazität im Auge behalten und ggf. bei einer Einkehr den Akku kurzzeitig ans Netz hängen.

Donau Moldau Radweg Video

Startpunkt Grenzübergang Haidmühle / Nové Údolí (Neuthal)

Der Startpunkt des »Donau-Moldau-Radweg« liegt an der deutsch-tschechischen Landesgrenze Nové Údolí (Neuthal). Auf der sanft ansteigenden Neuthaler Straße radelt man Richtung Haidmühe, wo sich 300 Meter später ein großer Parkplatz befindet (kostenpflichtig). An der ersten Straßenkreuzung (KM 1.4) führt die Max Pangerl Straße geradeaus zur Dreisesselstraße, wo kurz darauf das Rathaus der Gemeinde Haidmühle (Tourismus-Info) passiert wird. Exakt 2 km nach dem Startpunkt zweigt man rechts auf die Bahntrasse ab. Der »Donau-Moldau-Radweg« verläuft gemeinsam im "Duett" mit dem »Adalbert-Stifter-Radweg« bis nach Jandelsbrunn 16.5 km auf der verkehrsfreien Bahntrasse. 

Wegweisung

 Der Streckenverlauf des »Donau-Moldau-Radweg« ist in beiden Fahrtrichtungen eigens mit einem grünblauen Radwege-Signet gekennzeichnet. 

  Moldau-Ursprung

In der herrlichen Natur-Oase am Moldau-Ursprung lässt es sich bei Vogelgezwitscher, dem Rauschen der Bäume und gurgelndem Wasser bestens abschalten. Die Kalte Moldau (Studená Vltava) entspringt im Bayerischen Wald nördlich des Bramandlberges und des Hirschberges auf einer Höhe von 855 m ü.M. Hierbei bildet der Zusammenfluss der Quellbäche Weberaubach, Goldgrubenbach und Rothbach im sumpfigem Waldgebiet am Hang des Berges Haidel den Ursprung der Kalten Moldau. Zur Zeit des Kalten Krieges war Europa durch den Eisernen Vorhang geteilt, weswegen das Tal der Kalten Moldau zwischen Stožec und der deutschen Grenze bis 1990 Sperrgebiet war.

Der Felsblock mit den eingravierten Quellbächen symbolisiert sozusagen den geographischen Ursprung der Kalten Moldau. Nachdem die Kalte Moldau bei Haidmühle den Mirasatbach und den Kreuzbach aufgenommen hat markiert sie nach den Zuflüssen des Moorbaches und des Ruttenbaches auf rund zwei Kilometer Länge den deutsch-tschechischen Grenzverlauf bevor sie in Nové Údolí (Neuthal) ins tschechische Nachbarland abfließt.

Bild: Gemeinde Haidmühle. Links die Kalte Moldau, die nach einem 90 Grad-Knick in östlicher Richtung entlang der Neuthaler Straße die natürliche Flussgrenze zwischen Tschechien und Bayern bildet.

Hinter der Landesgrenze stehen auf einer Fläche von 101 ha die Bergmoorwiesen seit 1985 als ausgewiesenes Naturdenkmal Spálený luh unter besonderem Schutz. Unterhalb der Lorenzberge und dem Stožec (Tussetberg, 1065 m ü.M.) fließt die Kalte Moldau durch den Ort Stožec (Tusset) und weiter nach Cerný Kríž (Schwarzes Kreuz). Der Unterlauf der Kalten Moldau mäandert jenseits der Grenze durch geschützte Auenlandschaft, wo sie sich nach 24 Kilometern (Höhendifferenz 121 Meter) bei Chlum (Humwald) - einem Ortsteil der Stadt Volary (Wallern) -  im Moor Mrtvý luh (Tote Au) mit der Warmen Moldau (Teplá Vltava) vereinigt, die ihrerseits etwa 500 m nördlich der bayerisch-tschechischen Grenze (nahe Kvilda/CZ (Außergefild) am Südosthang des Schwarzberg (Cerná hora) im Böhmerwald entspringt (Quellhöhe 1.172 m ü.M.). Ab dem Zusammenfluss (736 m ü.M.) heißt der Fluß Moldau (Vltava) - abgeleitet aus dem altgermanischen "Wilt ahwa" (wildes Wasser). Mäandrierend fließt sie durch ein flaches, waldreiches Tal, ehe sie bei Nova Pec (Neuofen) im 48 Kilometer langen Lipno-Stausee (Moldaustausee) gestaut wird. 

Tipp: Zwischen Stozek (Tusset) und Nova Pec (Neuofen) am Moldaustausee besteht entlang der mäandernden Moldau durch idyllische Hochmoorlandschaften eine 9 km lange, verkehrsfreie, flache Straßenverbindung. Dazu gibt es von der Tallage aus mehrere, teils stelie Stichverbindungen (ca. 230 hm) zum Schwarzenberger-Schwemmkanal

Zur Zeit des Kalten Krieges (1949-1989) war Europa durch den Eisernen Vorhang geteilt, weswegen das Tal der Kalten Moldau zwischen Stožec und der deutschen Grenze damals Sperrgebiet war. 

Bild: in Stožec (780 m) wird im Tal der Kalten Moldau auf der Straße nach Ceské Žleby (Nationalpark-Radweg / Sumava-Rundtour) die Kalte Moldau überquert. 

Als längster Fluss Tschechiens (430 km) und größter Nebenfluss der Elbe wird die Moldau häufig als „Böhmisches Meer“ bezeichnet. Sie entwässert ein Gebiet von 28.000 km² mit durchschnittlich 151 m³/s an der Elbmündung. Am Zusammenfluss mit der Elbe (330 km in Tschechien) bei Melník weist die Moldau im Vgl. zur Elbe nicht nur einen längeren Flussverlauf auf sondern ist zudem auch wasserreicher, weshalb sie den hydrologischen Hauptfluss des Elbeflusssystems darstellt. 

Streckengrafik mit Höhenprofil


Bewegen sie ihren Cursor auf dem Höhenprofil, wird interaktiv oben auf der Streckengraphik die geographische Position eingeblendet.

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Highlights / Sehenswürdigkeiten

  • Haidmühle: Kulturlandschaftsmuseum KuLaMu

  • Kneippanlage Jogl (bei Haidmühle)

  • Museum „Adalbert Stifter und der Wald“ in Neureichenau
  • Baptist-Kitzlinger-Mattenschanze (nahe Breitenberg)

  • Freizeitzentrum Gegenbach, Weberei-Museum (nahe Breitenberg)
  • Friedrichsberg mit Aussichtsturm (unweit von Kohlstatt, KM 37)
  • Naherholungsgebiet Rannasee (nahe Wegscheid)
  • Idyllisches Griesenbachtal (ehemalige Zahnradbahnstrecke zwischen Untergriesbach-Obernzell)
  • Naturschutzgebiet “Donauleiten von Passau bis Jochenstein”

  • Schifffahrt/Fährverbindung auf der Donau (Obernzell)

  • Schloss Obernzell

Einkehr- und Übernachtungsorte

  • Haidmühle (KM 2.0)
  • Neureichenau (KM 13.0)
  • Jandelsbrunn (KM 19.0)
  • Breitenberg (KM 31.0)
  • Kohlstatt (KM 37)
  • Zwischen Kohlstatt und Meßnerschlägerwaide (KM 39.5)
  • Wegscheid (KM 45.0)
  • Rannastausee (KM 52.0)
  • Untergriesbach (KM 60.0)
  • Obernzell (KM 64.0)

 Tourismusbüro Haidmühle befindet sich im Rathaus, Dreisesselstraße 12.

Großzügige Zeitplanung steigert Erlebnispotential

Für den »Donau-Moldau-Radweg« sollte man einen 1 Tag einplanen, um für Pausenstopps, Einkehr, Schautafeln und Badespaß im Rannasee genügend Zeit zu haben ohne in Hektik zu geraten.

Der Donau-Moldau-Radweg durchquert eine landschaftlich abwechslungsreiche Region. Da die Route eine Vielzahl von Steigungen aufweist ist Radfahrern mit unterdurchschnittlicher Fitness die Befahrung mit einem E-Bike ratsam.

Fahrtrichtungsgebunden weist die nördliche Fahrtrichtung von Obernzell nach Haidmühle mit 1 236 Höhenmeter fast doppelt soviel Höhenunterschied auf, als die entgegengestzte Richtung nach Obernzell an der Donau (691 hm). 

Sollte dem Akku wider Erwarten die Puste ausgehen, finden sie hier E-Bike-Verleih- und E-Bike-Ladestationen