Radwege -suche


Schwarzachtal-Radweg
Streckendaten
Ausgangspunkt: Schwarzenfeld (Meereshöhe: 365 m)
Endpunkt: Kritzenast
Streckenlänge: 132 km
Höhenmeter: 2.371 hm (empfohlene Fahrtrichtung)
Eckdaten
- Streckenlänge 132 Kilometer
- ↑ ≈ 1.460 Höhenmeter (laut Google-Maps)
- Streckenhochpunkt 790 m ü.NHN. (KM 100)
- Streckentiefpunkt 360 m ü.NHN. (KM 2.0)
Streckenverlauf
- Lkrs. Schwandorf: Schwarzenfeld - Hillstett (Eixendorfer Stausee) 40 km
- Lkrs. Cham: Hillstett - Landesgrenze Höll/Liscova 28 km
- Tschechien: Grenzübergang Höll/Liscova - Grenzübergang Friedrichshäng 34 km
- Lkrs. Schwandorf: bis Charlottental 12 km
- Lkrs. Cham: bis Kritzenast 18 km
Bodenbeschaffenheit (bayerischer Streckenabschnitt)
- asphaltierte, betonierte, gepflasterter Fahrbahnoberflächenmix: 37 km
- Schotter, Splitt: 26 km
- Naturnaher Boden: 3 km
Sehenswürdigkeiten - Attraktionen
- Schwarzenfeld: Alte Pfarrkirche St. Dionys, Schloss (Hotel), Mineralienausstellung im Rathaus
- Wölsendorf: 'Glück-Auf-Bergbau-Denkmal'
- Schwarzhofen: Pfarrkirche "Maria vom Siege" (13./18. Jh.), Burgruine Zangenstein (14. Jh.)
- Neunburg vorm Wald: Wittelsbacher Schloss mit Wartturm, spätgotisches Rathaus, Schwarzachtaler Heimatmuseum, Erlebnisfreibad
- Druidenstein bei Kröblitz (KM 27.5, Abstecher)
- Eixendorfer Stausee, Oberpfälzer Handwerksmuseum Hillstett
- Rötz: Schwarzenburgruine mit Aussichtsturm (Abstecher)
- Schönthal: Klosterkirche, Brauerei
- Thurau: Thurauer Mühle
- Waldmünchen: Erlebnisbad Aquafit, Stadtturm, Ferienpark Perlsee
- Stadlern: Naturdenkmal Hochfels
- Tiefenbach/Treffelstein: Silbersee
- Abstecher zum Böhmerwaldturm, Berg Ebene (894 m ü.NN.) bei Waldhäuser (KM 110)
Streckenverlauf
Schwarzenfeld → Schwarzach b. Nabburg → Neunburg vorm Wald → Rötz → Schönthal → Kritzenast (Streckengabelung) → Perlsee/Waldmünchen → Grenzübergang Höll/Lísková → Nemanice → Závist → Ples → Stadlern → Treffelstein → Kritzenast
Radgattungsempfehlung: Trekking- Tourenbike, ebike, Gravelbike, Mountainbike (für Rennräder nicht geeignet)
Begleitende Fernradwege (abschnittsweise identische Wegführung)
- Naabtal-Radweg
- Bayerisch-Böhmischer Freundschaftsweg
- Radfernweg Bayern-Böhmen
- TRANS BAYERWALD (1. Etappe Süd)
- Iron-Curtain-Trail
- Grüne Dach Radweg
Der Schwarzachtal-Radweg folgt dem Lauf der Schwarzach von der Mündung in die Naab bei Schwarzenfeld (Lkrs. Schwandorf) bis zu ihren Quellen im südwestlichen Böhmerwald. Entlang des oberen Flusslaufs der Bayerischen Schwarzach und Böhmischen Schwarzach macht die Route einen beeindruckenden Schlenker durch den südwestlichen Böhmerwald. Das Flusstal ist nicht nur von einer sanfthügeligen Feld-, Wald- und Wiesen- Naturkulisse umgeben, sondern die Tour passiert zudem drei große Speicherseen (Eixendorfer See, Perlsee, Silbersee) in einer schwach besiedelten Gegend. Wie der Fluss verzweigt sich auch der Radweg bei Kritzenast (Lkrs. Cham) in einen bayerischen und einen böhmischen Teil. Der Schwarzachtal-Radweg führt am Grenzübergang Höll/Liskova (KM 68) nahe der Stadt Waldmünchen im Lkrs. Cham über die bayerisch-tschechische Grenze und erreicht nach 34 km via Landesgrenze Friedrichshäng/Ples im Lkrs. Schwandorf wieder bayerisches Territorium im Oberpfälzer Wald. Die Route setzt sich aus zwei bayerische Streckenabschnitte (68 km 30 km) sowie einen dazwischen liegenden tschechischen Streckenteil zusammen (34 km).
Streckengrafik
Bewegen sie ihren Cursor auf dem Höhenprofil, wird interaktiv oben auf der Streckengraphik die geographische Position eingeblendet.
Foto: Mäandernde Schwarzach kurz vor der Naabmündung bei Schwarzenfeld
Kurzportrait
Der Schwarzachtal-Radweg verläuft durch den Oberpfälzer Wald, der zwischen dem Fichtelgebirge und dem Bayerischem Wald liegt. Vorfreude auf berechtigt, denn die abwechslungsreiche Radtour tangiert herrliche Landschaftsabschnitte im Naturpark Oberpfälzer Wald, dem nördlichen Oberpfälzer Seenland, den Naturpark Oberer Bayerischer Wald sowie den wildromantischen Böhmerwald. Da die Schwarzach zwischen Neunburg vorm Wald und Rötz zum Hochwasserschutz und zur Stromgewinnung aufgestaut wird, sorgt die 8 km lange Passage entlang des Eixendorfer Sees (100 Hektar) - in dem die Orte Eixendorf, Wutzschleife, Höllmühle, Obermühle, Seebarnhammer samt Bahnlinie versanken - für abwechslungreiche Ausblicke. Gleiches gilt für den Perlsee bei Waldmünchen (21 Hektar) und dem Silbersee (55 Hektar) nahe Treffelstein. Die Naturkulisse mit ihrer sanften Hügellandschaft und naturbelassenen Flussauen berührt die Sinne und gräbt sich tief ins Gedächnis ein.
Von Schwarzenfeld im Oberpfälzer Wald aus radelt man über Neunburg v.W. bis Hillstett am Eixendorfer Stausee 40 km im Lkrs. Schwandorf, bevor der Naturpark Oberer Bayerischer Wald im Lkrs. Cham seine Landschaftsbühne" bis hinter den Perlsee an der Landesgrenze Höll/Liscova (28km) ausbreitet. Grenzüberschreitend genießt man versteckte Kleinode im ursprünglich gebliebenen Böhmerwald (Ceský les) in der Pilsner Region (Plzenský kraj) im Okres Domažlice (Bezirk Taus), der nach 34 km bei Ples/Friedrichshäng verlassen wird. Es folgt ein 12 km langer Abschnitt bis Charlottental im Lkrs. Schwandorf, bevor sich via Stadlern und Treffelstein entlang des Silbersees im Naturpark Oberer Bayerischer Wald der Kreis am Zielort Kritzenast (18 km) schließt.
Wegweisung

Der Schwarzachtal-Radweg gehört im inländischen Streckenabschnitt (98 km) zum Bayernnetz für Radler
Der Schwarzachtal-Radweg ist neben dem Radwege-Signet
zusätzlich mit dem Logo
beschildert. An Radwege-Knotenpunkten befinden sich Hauptwegweiser mit Nah- und Fernzielen die teilweise Entfernungsangaben enthalten. Dazu weisen Einschubschilder mit Routenbezeichnungen und Radwegesignets auf weitere Radwege (lokal/regional) hin.
Mitunter dienen quadratische Zwischenwegweiser als zusätzliche Orientierungshilfe
Während der oberpfälzische Abschnitt ein leichtes Streckenprofil mit nur gelegentlichen moderaten Steigungen aufweist, erfordert die südwestböhmische Schleife (CZ) entweder eine gute Fitness bzw. Kondition oder ein ebike. Immerhin kumulieren sich die Anstiege (teilweise über 10% Steigung) im Böhmerwald auf 880 Höhenmeter.
Um genügend Zeit für Sehenswürdigkeiten, Pausen und Einkehrschwünge zu haben, empfiehlt sich eine zweitägige Etappentour. Da Waldmünchen in etwa auf halber Wegstrecke liegt, bietet sich die "Trenck-Stadt" als Übernachtungsort an.
Startort Schwarzenfeld
Der Markt Schwarzenfeld im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf hat 6251 Einwohner (31. Dez. 2024).

Der Startpunkt des Schwarzachtal-Radwegs befindet sich nicht mehr am alten Radlerpavillon an der Naabstraße, sondern beim Rathaus in der Viktor-Koch-Straße. Die geänderte Streckenführung betrifft das gesamte Tourennetz: Oberpfälzer Radl-Welt, Naabtal-Radweg, Schwarzachtal-Radweg, Naab-Regen-Radweg, Schweppermann-Radweg, Oberpfälzer Seenland-Radweg und den Radfernweg Bayern-Böhmen. Vom Rathaus verläuft die Strecke zur Amberger Straße → Hauptstraße → Schlossstraße, wo am Naabufer die meisten Radrouten flussaufwärts nach Wölsendorf führen.
Das Rathaus als zentraler Anlaufpunkt bietet eine vorzügliche Infrastruktur wie öffentliche Toilette, Parkplätze, eine E-Bike-Ladestation sowie verschiedene Einkehr- oder Einkaufsmöglichkeiten. Außerem erhält man im Rathaus kostenlose Radkarten und touristische Broschüren.

Wer aus südlicher Richtung (Regensburg/Schwandorf) Schwarzenfeld ansteuert, radelt entlang des Bahngleises bis zur Straßenkreuzung an der Amberger Straße (dort befindet sich ein Netto- und Edeka-Markt). Nach Einmündung in die Karl-Knab-Straße und darauffolgenden Rechtsabzweig in die Viktor-Koch-Straße gelangt man zum Radverkehrsknotenpunkt am Schwarzenfelder Rathaus. Die Beschilderung macht die Ortsdurchquerung zum echten Kinderspiel.

Allein die Radwegebeschilderung lässt eine immense Routenvielfalt erahnen. Ein abwechslungsreiches Wegenetz, das rund um die größten Seen Ostbayerns im Oberpfälzer Seenland und entlang idyllischer Fluss- und Weiherlandschaften Garant für viel Fahrspaß ist. Unabhängig von den überregionalen "Transitrouten" (Fernradwege) nehmen beim Radverkehrsknoten am Schwarzenfelder Rathaus drei weiterere Radwege ihren Ausgang: Schwarzachtal-Radweg, Naab-Regen-Radweg nach Nittenau (33 km) und Schweppermann-Radweg nach Neumarkt i.d.OP. (81 km).

Abgesehen vom vielfältigen Rad- und Wassersportpotential hat Schwarzenfeld auch kulturell und geschichtlich einiges zu bieten. Allen voran das schmucke Schwarzenfelder Schloss, welches markant das Ortsbild prägt und dessen Geschichte bis ins frühe Mittelalter zurückreicht. Genauer gesagt bis ins Jahr 1015, als es erstmals in einer Schenkungsurkunde von Kaiser Heinrich II. erwähnt wird. Seit 1995 ist das sehenswerte Baudenkmal ein Tagungs- und Erholungshotel, das von seinem herrschaftlichem Charme jedoch nichts eingebüßt hat. Daher ist es bis heute ein sehr beliebtes Fotomotiv.
Eine weitere Sehenswürdigkeit - das Wahrzeichen der Marktgemeinde - trohnt etwas außerhalb vom Ortskern auf dem 600 m hohen Miesberg: die Wallfahrtskirche Hl. Dreifaltigkeit.

Unweit vom ehemaligen Schlossgebäude entfernt, führt eine kurze Schleifenverbindung hinab ans Naabufer (siehe Foto). Hier ist erhöhte Vorsicht geboten, da an der Radwegeeinmündung im spitzen Winkel links abgebogen wird. Wir empfehlen das Rad über das schmale Steilgefälle sicherheitshalber hinab zu schieben.
![]() |
| © Markt Schwarzenfeld |
Schwarzenfeld verfügt zwar eine hervorragende Straßen- (A 93) und Schienenanbindung (Bahnstrecke Regensburg–Weiden; Nürnberg–Irrenlohe), dennoch ist die Anreise per Rad eine Überlegung wert. Wer zum Startort radelt kann sich glücklich schätzen, denn so wie im Imperium Romanum einst alle Wege nach Rom" führten, führen etliche Radwege nach Schwarzenfeld und formieren am Rathaus einen wichtigen Radverkehrsknotenpunkt. Demzufolge bilden der Naabtal-Radweg, Schweppermann-Radweg, Oberpfälzer Seenland-Radweg, Bayerisch-Böhmischer Freundschaftsweg, Radfernweg Bayern-Böhmen, Themenradwege der Oberpfälzer Radl-Welt und Naab-Regen-Radweg ein engmaschiges Radwegenetz, weswegen die Marktgemeinde ein idealer Ausgangspunkt bzw. Etappenziel von Ein- oder Mehrtagestouren ist.
Streckenchronik - Teil I (68 km)

Auf dem Gemeindegebiet des Marktes Schwarzenfeld befindet sich nicht nur der geographische Mittelpunkt der Oberpfalz, sondern hier vereinigen sich wie ein Fadenkreuz regionale Touren, der Naabtal-Radweg und grenzüberschreitende Fernradwege nach Böhmen (CZ).
Der Schwarzachtal-Radweg führt von Schwarzenfeld im Landkreis Schwandorf kurzzeitig flussaufwärts gemeinsam mit dem Naabtal-Radweg bis kurz vor Wölsendorf (3.5 km) und wird darüber hinaus vom Radfernweg Bayern-Böhmen (bis Zangenstein) durch das reizvolle Oberpfälzer Seenland begleitet. Beim Radwegeknoten am Brückenkopf der Naab (siehe Bild unten) stößt von Nabburg kommend der Bayerisch-Böhmische Freundschaftsweg hinzu, der auf dem ersten Bahntrassenabschnitt ebenfalls bis Zangenstein auf identischer Wegstrecke verläuft, bevor die beiden grenzüberschreitenden Fernradwege der Bahntrasse folgend ins Schönseer Land abzweigen. Während vom ersten Flussbegleiter Abschied genommen dauert es nicht lange bis die Schwarzach ins Blickfeld rückt.

Im Bild ein Langstreckenradler auf seiner Fernradtour vom Alpenvorland nach Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern), wo er als Tourguide für die Mecklenburger Seen Runde tätig ist und von uns (Bayernbike) auf einer Teilstrecke begleitet wurde.
Nachdem die A 93 unterquert ist wird das Ortsschild Wölsendorf passiert und darf sich dann auf den ersten Bahntrassenabschnitt freuen. Auf dem Teilabschnitt der ehemaligen Bahnstrecke Nabburg – Schönsee schlängelt sich der Radweg über eine herrliche Wald- Wiesen- Landschaft nach Zangenstein.

Foto: Bahntrassenbeginn in Wölsendorf
Direkt neben der Bahnhofstraße in Wölsendorf befindet sich auf der rechten Seite der Startpunkt des Bahntrassenabschnitts, den gleich drei populäre Fernradwege auf ihren Weg Richtung Böhmen nutzen.
Schautafeln und neuerdings ein aufsehenerregendes Denkmal erregen hier die Aufmerksamkeit. Das schmucke Denkmal erinnert an die bedeutsame Bergbau-Vergangenheit, als in den Gruben wie dem Marienschacht und dem Heinrich-Kocher-Stollen von 1937 bis 1979 begehrter Flussspat (Fluorit) gefördert wurde und Bergleuten aus umliegenden Dörfern über vier Jahrzehnte hinweg die berufliche Existenz sicherte.

Der vom ortsansässigen Bergknappenverein errichtete Platz enthält Originalteile aus dem Bergbau: ein Schachtaufzugskorb, zwei Loren und ein Wurfschaufellader. Eine Informationstafel ist in Planung, ebenso ist eine Flussspat-Ausstellung im Dorfstodl angedacht, um mit all den Aktionen die Erinnerungskultur an die glorreiche Bergbauvergangenheit wach zu halten.

Zwischen Wölsendorf und Zangenstein verläuft der Bayerisch-Böhmische Freundschaftsweg auf einer Länge von 13 km auf identischer Wegstrecke mit dem Schwarzachtal-Radweg, sowie auf einem weiteren Streckenabschnitt zwischen Weberhäuser und Schwarzach (9 km), während der »Radfernweg Bayern-Böhmen« bereits seit Schwarzenfeld ebenfalls bis Zangenstein (16.4 km) Wegbegleiter ist.
Nivelliertes Bahntrassenradeln erfreut sich großer Beliebtheit. Zum Highlight der Schwarzachtalroute zählen zwei Bahntrassenabschnitte, die ihren sanften Steigungen (2-3%) bzw. moderates Gefälle wegen bei Familien- und Genussradlern großer Beliebtheit erfreuen. Beginnend von Wölsendorf bis Zangenstein (9 km) und folgend von Neunburg v.W. bis zum Eixendorfer See (14 km).
Magazin-Reportagen über Bahntrassen-Radwege in Ostbayern
Eisenbahn-Historie
Die Eisenbahnstrecke verlief einst von Nabburg nach Schönsee (46 km). Im Jahr 2004 erfolgte die Umwidmung zu einer der längsten Bahntrassen-Radwege in Bayern.

Foto (aufgenommen am 8. September 2004): Rückbau der Eisenbahnstrecke ( z.B. Demontage der Gleise, Entfernung der Gleisschotterung usw.)
Die Bahnstrecke wurde am 18. August 1904 (Nabburg – Oberviechtach) sowie am 1. August 1913 (Oberviechtach – Schönsee) eröffnet und am 30. Mai 1976 bzw. 1. Februar 1995 stillgelegt. Die Eröffnung der umgebauten Radwegtrasse geschah schrittweise: von Pertolzhofen bis Oberviechtach/Lind am 27. Juli 2004, nach Altendorf (7 km) am 16. November 2004. Die Gesamtfertigstellung und Eröffnung des Bayerisch-Böhmische Freundschaftswegs erfolgte am 24. Juli 2005.
![]() |
| © Dr. Achim Bartoschek |

Foto: auf der Bahntrasse lebt die nostalgische Eisenbahnerzeit wieder auf, weil Bahnkilometrierungssteine und stellenweise Signalanlagen glücklicherweise erhalten blieben. Die obere Bahnkilometrierungszahl zeigt die Entfernung in Kilometern (bezogen auf Nabburg) an, während die untere Ziffer Zehntelkilometer angibt. Triebfahrzeugführern dienten die Angaben lange vor Einführung der GPS-Technologie zur exakten Positionsbestimmung und Orientierung im Buchfahrplan.

Foto: Altwasser der Schwarzach
Die Schwarzach
Die Schwarzach entspringt im tschechischen Teil des Oberpfälzer Waldes (Ceský les) östlich der Ortschaft Závist (Neid) direkt an der europäischen Hauptwasserscheide (nur wenige hundert Meter nördlich der Quelle liegt die Quelle der Radbuza, die über Moldau und Elbe zur Nordsee entwässert). Die Schwarzach ist mit ihrem linken, nordöstlichen Oberlauf rund 95 km lang. Zuweilen nennt man den etwa 24 km langen, in Tschechien entspringenden Oberlauf der Schwarzach bis zur Zumündung der Bayerischen Schwarzach auch Böhmische Schwarzach (Nemanický potok) und versteht ihn als eigenständigen Fluss. Mit dieser Auffassung entstünde die Schwarzach demzufolge erst aus dem Zusammenfluss der linken Böhmischen und der rechten Bayerischen Schwarzach nahe dem Waldmünchner Ortsteil Kritzenast.
Im Oberlauf nach Süden fließend, überschreitet die Böhmische Schwarzach kurz hinter dem Ort Nemanice (Wassersuppen) die Grenze, von wo sie ab Waldmünchen eine westliche Richtung einschlägt. Der Fluss bietet Lebensraum für Hecht, Zander, Wels, Forelle, Äsche, Barsch, Aal, Quappe, Döbel, Barbe, Karpfen, Schleie, Nase und verschiedenartige Weißfische.

Die Schwarzach ist ein linker Zufluss der Naab. Sie mündet nahe Schwarzenfeld im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf in die Naab, die ihrerseits in Mariaort nahe Regensburg in die Donau mündet.
Das Flusssystem durchläuft zur Hochwasserregulierung drei Stauseen: bei Waldmünchen den Perlsee, bei Treffelstein den Silbersee (Bayerische Schwarzach) und zwischen Neunburg vorm Wald und Rötz gelegenen Eixendorfer Stausee.
Nachdem sich die Böhmische Schwarzach mit der Bayerischen Schwarzach nördlich der Ortschaft Kritzenast (Ortsteil der Stadt Waldmünchen) vereinigt hat trägt sie den Namen Schwarzach, die nach ca. 70 km bei Schwarzenfeld in die Naab mündet.
Weiter nach Neunburg v.W. (8.093 Einwohner) setzt sich der zweite Bahntrassenabschnitt zum Eixendorfer See (14 km) fort. Auf der ehemaligen Bahnstrecke von Neunburg vorm Wald nach Rötz geht es nach Kröblitz und weiter zum Eixendorfer Stausee.
Bei Kröblitz (KM 27.5) bietet sich ein kurzer Abstecher zum mystischen Druidenstein an, um den sich geheimnisvolle Sagen ranken. Aus wissenschaftlicher Sicht handelt es sich Granitblöcke, die eine Sack- und Polsterformen der Verwitterung aufweisen. Der oberste Granitblock trägt jedoch ein kreisrundes Loch und weist seitlich merkwürdige Zeichen auf, die zahlreiche Spekulationen wie z.B. von Versammlungen böser Geister zu rituellen Opferungen der Kelten hervorbrachten.
Eixendorfer Stausee

Foto: Eixendorfer Stausee
Flussaufwärts der Schwarzach erlebt man eine typische Oberpfälzer Landschaft, kleinräumig und reich strukturiert, die sich besonders zwischen Neunburg vorm Wald (KM 25) und dem Eixendorfer See von ihrer romantischen Seite zeigt.

7 Kilometer hinter Neunburg v.W. strebt man einem echten Landschaftshighlight dieser Radtour zu. Die Schwarzachtal-Radtour schlängelt sich kurz nach der Jedesbachermühle auf einer Länge von 8 km sanfthügelig (244 hm) entlang des Südufers des Eixendorfer Stausees nach Hillstett.

Kurz vor dem Oberpfälzer Handwerksmuseum in Hillstett wird der Lkrs. Cham erreicht und quert neben einem Infopavillon über die Schwarzachtal-Brücke das Flüsschen.

Östlich von Hillstett mit Blick auf den Golfplatz beim Hotel “Die Wutzschleife” verlässt der Weg den Eixendorfer Stausee und folgt zwischen imposanten Felsdurchbrüchen der Schwarzach flussaufwärts auf der ehemaligen Bahntrasse bis nach Rötz (3.256 Einwohner), das auf einer Anhöhe am nördlichen Flussufer liegt. Der Radweg führt südlich der Stadt durch zumeist ackerbaulich genutzte Auen über Gmünd nach Steegen.
![]() |
| © LRA Cham |
Der »Naturpark Oberer Bayerischer Wald« wird von einem 1.200 km langen Radwegenetz durchzogen, bei dem der Schwarzachtal-Radweg den nördlichen Landkreis Cham erschließt. Touristisch gliedert sich der »Naturpark Oberer Bayerischer Wald« in die Urlaubsregionen 'Vorderer Bayerischer Wald', 'Land der Regenbogen', 'Kötztinger Land' und 'Lamer Winkel'. Der 180 000 ha große »Naturpark Oberer Bayerischer Wald« welcher zum Schutz der Naturlandschaft durch den Zusammenschluss der Naturparke von Roding, Cham, Kötzting, und Waldmünchen 1973 gegründet wurde, bietet Outdoorsportlern wie Naturliebhabern ein unerschöpfliches Refugium. Die Großlandschaften des Oberpfälzer Waldes und des Bayerischen Waldes werden durch die Cham-Further Senke voneinander getrennt, deren geschichtsträchtiger Naturraum der Chambtal-Radweg in nordwestlicher Richtung großflächig durchquert.

Eine Dampflokomotive der Baureihe 64 aus dem Jahr 1934 erinnert an die nostalgische Eisenbahnerzeit der ehemaligen Eisenbahnlinie Neunburg vorm Wald - Rötz.
![]() |
| © Dr. Achim Bartoschek |
Grafik: Bahnstrecke Bodenwöhr - Rötz

Die obige Schautafel führt Sehenswürdigkeiten sowie Attraktionen, aber auch schöne Dorfplätze, Gemeinschaftseinrichtungen und Naturschauplätze im Einzugsgebiet des Schwarzachtals im Landkreis Cham auf. Der deutsch-tschechische Grenzkamm bildet geographisch den Kern des grenzüberschreitenden Kooperationsprojekts Aktionsbündnis "Cerchov plus", bei dem sich ursprünglich 6 bayerische und 14 tschechische Gemeinden rund um den Cerchov (Schwarzkopf) zusammenschlossen. Auf bayerischer Seite gehören der Altlandkreis Waldmünchen mit den Städten Waldmünchen und Rötz sowie den Gemeinden Schönthal, Treffelstein, Tiefenbach und Gleißenberg dazu. Zwischenzeitlich haben der Cerchov und Hohenbogen mit ihren weit sichtbaren Abhörstationen den Status als Wahrzeichen bzw. Mahnmal des Kalten Krieges erlangt.

Das Schöne am Schwarzachtal-Radweg ist, dass diverse Bodenbeschaffenheiten ein breites Radgattungsspektrum anspricht. Es spielt also nicht im Geringsten eine Rolle, ob man im Sattel eines Touren- Trekking- Mountain- Gravel- oder E-bike sitzt. Fahrspaß ist mit jedem Rad/Bike geboten.

Wer sich Zeit nimmt und die landschaftlich reizvolle Gegend näher erkunden möchte, dem bietet die Umrundung des 100 ha großen Eixendorfer Stausees eine erlebnisreiche Tourergänzung (Dauer ca. 1 Radelstunde). Der ufernahe Eixendorfer Seeweg gewährt auf 15 km Länge (300 hm) durchgehend eine eindrucksvolle Panoramasicht über den See sowie das angrenzende bewaldete Umland. Dazu birgt das Gewässer eine bewegende Geschichte, denn mehrere Orte sowie ein Teil des Bahndamms versanken bei der Flutung des Stausees zugunsten des Hochwasserschutzes auf immer und ewig. Infoschautafeln (Wasserlehrpfad) entlang des Weges informieren über den Bau der Talsperre sowie die Flora und Fauna rund um den See.

Foto: an einem Einkehrschwung in der Museumsschänke Salzfriedl mit atemberaubenden Seeblick auf den Eixendorfer Stausee direkt am Schwarzachtal-Radweg gelegen kommt man an und für sich eigentlich nicht vorbei. Zwei Fliegen mit einer Klappe: der Besuch des Handwerksmuseums Hillstädt - gekoppelt mit entsprechendem Energienachschub im urigen Gasthaus bzw. Biergarten „Salzfriedl“ - stellt sowohl eine kulturelle Bereicherung als auch einen kulinarischen Genuss dar.
Durch ruhige Auenlandschaft vorbei an ruhig gelegenen Altwässern geht es auf der kaum befahrenen Gemeindestraße über Gmünd nach Steegen. Schon bald passiert man das Ortsschild der Gemeinde Schönthal. Willkommen im Waldmünchner Urlaubsland.

Der Schwarzach-Regen-Radweg stellt ab der Gemeinde Schönthal die Verbindung nach Cham (22 km) her. Die 'Stadt am Regenbogen' wie die oberpfälzische Kreisstadt auch genannt wird, bietet die Anbindung zur Bayerwaldmagistrale - dem Regental-Radweg - sowie eine ganze Reihe weiterer attraktiver Radwege in alle Himmelsrichtungen.

Je weiter man Richtung Osten radelt, umso formatfüllender hebt sich am Horizont das bayerisch-böhmische Grenzgebirge mit dem Gibacht und dem Cerchov (1.042 m ü.NN) ab, der bereits in Tschechien liegt. Ab Schönthal geht es weiter durch die weitläufige Flussaue, worauf sich nach einem Linksabzweig eine wunderschöne Waldpassage zur Thurauer Mühle anschließt.
Neben dem Schwarzachtal-Radweg verläuft auf Teilabschnitten auch die Südroute (1. Etappe) der beliebten TRANS BAYERWALD.
Thurauer Mühle

Kurz vor Thurau werden bei der ehemaligen Thurauer Mühle die Schwarzach und der Triebwerkskanal überquert. Es lohnt sich allemal hier vom Sattel zu steigen und das historische Baudenkmal genauer in Augenschein zu nehmen. Mühlenbesitzer Max Rohrmüller hat die Thurauer Mühle in mehreren Jahren aufwendig und liebevoll umgebaut, sodass der historische Charme der ursprünglichen Gemäuer mit modernen Stilelementen erhalten blieb. Damit das lebt das frühere Handwerk und die alte Mühle als Kulturgut für die nächsten Generationen fort. In dieser Region gab es entlang der Schwarzach zu früherer Zeiten etliche Mühlen, Glasschleifen und Hammerwerke.

Max und Margit Rohrmüller möchten mit der umfangreichen Restauration das Erbe ihrer Vorfahren und heutiges Vorzeigeobjekt der gesamten Region erhalten und bewahren. Die Thurauer Mühle ist ein jahrhundertealtes Gebäude, das die rustikale Mechanik einer Getreidemühle um 1900 originalgetreu wieder aufleben lässt.

Streckengabelung
Nach 58 km steht in der Ortschaft Kritzenast (Ortsteil von Waldmünchen) eine Richtungsentscheidung an, denn hier zerteilt sich der Schwarzachtal-Radweg in zwei Wegschleifen die gemeinsam eine Rundstrecke bilden. In östlicher Fahrtrichtung nach Waldmünchen folgt der Radweg der Böhmischen Schwarzach, der zugleich den offiziellen Wegeverlauf entgegengesetzt im Uhrzeigersinn repräsentiert. Wer jedoch zuerst die Bayerische Schwarzach erkunden möchte biegt links auf die nördliche Option Richtung Treffelstein ab, die am Zusammenfluss der Bayerischen und Böhmischen Schwarzach vorbeiführt. Unerheblich der Fahrtrichtung weist die Rundschleife (ab/an Kritzenast) eine Streckenlänge von 74 km auf. Vom Ferienpark Perlsee sind es bis zum deutsch/tschechischen Grenzübergang Höll/Liscova (KM 68) noch 3.5 km. Der 34 km lange südwestböhmische Teilabschnitt ist durch hügelige Topographie in kaum besiedelter Waldlandschaft gekennzeichnet, wo nahe der Wüstung Ples der Scheitelhochpunkt (785 m ü.NN.) überwunden wird.

Mäandernd zieht die Schwarzach ihre Bahnen durch die stille Naturlandschaft.
Schließlich erreicht der Radler den Ort Kritzenast, wo sich die Rundschleife des Schwarzachtal-Radweg verzweigt. Die offizielle Variante in östlicher Fahrtrichtung (entgegengesetzt des Uhrzeigersinns) verläuft geradeaus Richtung Perlsee bzw. zum Grenzübergang Höll / Liskova (offizieller Routenverlauf).
Die Variante in nördlicher Fahrtrichtung (im Uhrzeigersinn) zweigt dagegen links ab und führt über den Silbersee/Treffelstein zur Landesgrenze Friedrichshäng/Ples, wo sich der Schlenker durch den Böhmerwald fortsetzt. Letztlich bleibt es jedem selbst überlassen, welcher Fahrtrichtung Vorzug gegeben wird.

In östlicher Richtung folgt der Radweg der Böhmischen Schwarzach Richtung Waldmünchen über den Perlsee, der an heißen Sommertagen Abkühlung verspricht. Auch in dem ländlichen, abgeschiedenen Gebiet spiegelt eine lückenlose Beschilderung, wettergeschützte Rastpavillons, Informationsschautafeln, radfreundliche Hotel-, u. Gastronomiebetriebe, e-bike-Ladesationen und kostenlose Informationsbroschüren eine vorbildliche radtouristische Infrastruktur wider.

Foto: die „Pferdewallfahrtskapelle“ bei Schäferei zwischen Hirschöf und Hocha gelegen bietet ein traumhaftes Ruheplätzchen, zumal man einen schönen Ausblick genießt. Einmal auf dem Bänkchen niedergelassen wirkt die idyllische Stelle wirkt wie ein Kraftort. Die schmucke Kapelle mit Vorbau, Dachreiter und Apsis steht mit dem „Rücken“ zum Waldrand, während sich die Sicht südwärts ins „freie Land“ richtet. Die Rundbogentür gewährt einen Blick ins schmucke Innere, in der Apsis ist hinter einem schmiedeeisernen Gitter der Schutzpatron der Pferde, der Heilige Leonhard, positioniert.
Umso weiter man Richtung Osten radelt, desto auffälliger hebt sich am Horizont das bayerisch-böhmische Grenzgebirge ab, dessen Höhenlevel sich rund 600 Meter über den Talgrund aufbäumt. Das Grenzmassiv bildet den Schnittpunkt der den Bayerischen Wald mit dem Oberpfälzer Wald und dem Böhmerwald auf tschechischer Seite verbindet. Der längliche Bergrücken besteht aus den Gipfeln Gibacht (934 m ü.NN.), Kreuzfelsen (936 m ü.NN.), Tannenriegel (910 m ü.NN.) mit dem „Leuchtturm der Menschlichkeit“, Reiseck (902 mü.NN.) - wo das Gläserne Gipfelkreuz steht - sowie dem Cerchov (1.046 m ü.NN.) im Böhmischen Wald auf tschechischer Seite.

Die beiden Türme - ein historischer Aussichtsturm (erbaut 1904) und ein ehemaliger militärischer Abhör-/Aufklärungsturm, der die Geschichte des Kalten Krieges am „Eisernen Vorhang“ widerspiegelt - sind das Erkennungsmerkmal des Cerchov (Schwarzkopf). Durch die Türme ist der höchste Gipfel (1.042 m ü.NN.) des bayerisch-böhmischen Grenzgebirges von allen Himmelsrichtungen aus weiter Ferne erkennbar. Umso näher Waldmünchen heranrückt, desto markanter erscheint das Grenzgebirge. Das Bergmassiv liegt nur unweit von der deutsch-tschechischen Grenze entfernt im Dreigestirn der Orte Waldmünchen, Furth im Wald und Domažlice. Zwischen 1945 und 1990 waren der Cerchov sowie das angrenzende Hinterland hermetisch abgeriegelt. Das streng bewachte militärische Sperrgebiet war demnach über Jahrzehnte hinweg für die Zivilbevölkerung unzugänglich, was andererseits die Natur vor menschlichen Eingriffen bewahrte, weshalb der unberührte Landstrich bis heute seinen ursprünglichen Charakter bewahren konnte.

Kurz vor dem Perlsee befindet sich ein schön angelegter Rastplatz, der einen schönen Blick auf die Stadt Waldmünchen sowie das emporragende Grenzmassiv bietet.
Perlsee

Der Perlsee fungiert als zentraler Radverkehrsknotenpunkt, der von mehreren (Fern-) Radwegen sowie MTB-Routen - einschließlich der Waldmünchner Radrundfahrt (Anfang Juli) passiert wird.

Der Perlsee bietet vor allem in den Sommermonaten angenehme Abfrischung. Zudem lädt die See-Gaststätte mit schöner Biergartenterrasse zum Pausieren bzw. zum leckeren Energienachschub ein.
Der Perlsee ist ein künstlich angelegter Stausee direkt vor den Toren der Stadt Waldmünchen. Der 7 Hektar große Speichersees dient dem Hochwasserschutz sowie der Energieerzeugung, zum anderen ist der <Erlebnisraum Perlsee> ein sehr beliebtes Naherholungsgebiet. Der Stausee befindet sich am Oberlauf der Böhmischen Schwarzach und wird von einem 580 m langen Erddamm aufgestaut. Im Wasser tummeln sich Hechte, Karpfen, Forellen, Schleien und Weißfische.

Der Perlsee ist ein beliebtes Ausflugs- und Naherholungsziel. Es gibt am See einen Badestrand mit Liegewiese, Sanitäranlagen, einen Campingplatz, ein Seerestaurant, eine Minigolfanlage, einen Beachvolleyballplatz, Wassersportmöglichkeiten zum Tretbootfahren, Rudern, Windsurfen und Segeln (beim Strandbad), Angeln, einen Trimm-dich-Pfad sowie Wanderwege am Ufer. Am Südufer ist das Baden kostenlos, allerdings gibt es dort keine sanitäre Einrichtungen.

Foto: Staudamm Perlsee
Zweigt man am Perlsee-Staudamm - anstatt der offiziellen Route geradeaus folgend - rechts ab, gelangt man nach 1.5 km ins Waldmünchner Stadtzentrum. Radwegschilder weisen auf den Iron Curtain Trail (Eurovelo Nr. 13) hin, dessen Wegeverlauf sich am ehemaligen „Eisernen Vorhang“ diesseits und jenseits entlang der bayerisch-tschechischen Grenze orientiert. Die Strecke durchquert mehrere Nationalparks mit einer schützenswerten Flora und Fauna und verbindet eine Vielzahl einzigartiger Landschaften, die wegen ihrer Grenzlage und dessen unzugänglichen Sperrzonen zur Zeit des "Kalten Krieges" fast 50 Jahre unberührt blieben. Der Fernradweg verbindet unzählige Mahnmale, Museen und Einrichtungen, die an die Geschichte der Spaltung Europas und seiner anschließend friedlichen Revolution in Ost-Europa erinnern. Des Weiteren durchschlängelt die TRANS BAYERWALD - klassifiziert als Mountainbike- und Gravelbike- Fernreiseroute - das Grenzmassiv und fungiert zwischen Rötz bis kurz vor Steegen (5 km) sowie ab Schönthal weitere 8.5 km zudem als Wegbegleiter des Schwarzachtal-Radwegs.
Waldmünchen

Ein Abstecher nach Waldmünchen - Grenzstadt der Trenckfestspiele - und staatlich anerkannter Luftkurort im Bayerischer Wald ist lohnenswert, zumal der neu gestaltete Marktplatz Cafes und Eisdielen mit Freisitzen gerade mal 1.5 km vom Originalstreckenverlauf entfernt liegt.
Nach mehreren Stadtbränden wurde das stattliche Waldmünchner Rathaus (17./18. Jhrd.) 1907 im heutigen Baustil wieder aufgebaut. Vom Rathaustürmchen aus erklingt das Glockenspiel, 1986 gestiftet vom Bürgermedaillenträger Josef Dietl. Täglich wird ihm zu Ehren die Melodie "Die Schwirzer vom Landl" gespielt, um 17 Uhr ertönt die Melodie "is Feierabend". Vor dem Rathaus steht das Nepomuk-Denkmal, das von den Brüdern Frank im Jahr 1769 zum Gedenken an die Verschonung der Stadt durch die Panduren aufgestellt wurde.
Foto: nach Zieleinlauf bei der Waldmünchner Radrundfahrt (Breitensportveranstaltung die jährlich Anfang Juli stattfindet, ist für die erschöpften Teilnehmer verdientermaßen gemütliches Chillen angesagt.
Der liebens- und erlebenswerte Urlaubsort - respektive das Waldmünchner Urlaubsland - bietet insbesondere Radfahrern, Gravelbikern und Mountainbikern jede Menge Aktionspotential mit Spaßgarantie. Waldmünchen (6.565 Einwohner) liegt eingebettet zwischen den Mittelgebirgsgipfeln Gibacht, Hohenbogen und Cercov und ist umgeben von Wäldern, Wiesen und Seen. Ein Pfund mit dem es sich touristisch hervorragend wuchern lässt. Umso mehr, als dass sich das Wander- und Radlparadies im Naturpark Oberer Bayerischer Wald auch grenzenlos hinüber in den geheimnisvollen Böhmischen Wald erstreckt.

Wer im Monat Juli/August in Waldmünchen weilt, sollte sich unbedingt das Freilichtspiel “Trenck der Pandur” anschauen.
Freilicht-Festspiele "Trenck der Pandur"
Waldmünchens historisches Festspiel "Trenck der Pandur" ist weit über die Grenzen der Oberpfalz hinaus bekannt. Seit 1950 wird vor der historischen Stadtmauer jährlich die Geschichte gespielt (Ende Juli bis Mitte August). Das nächtliche Schauspiel gewährt Einblicke in die Zeit des österreichischen Erbfolgekrieges von 1742, als der berüchtigte Pandurenoberst Franz von der Trenck mit seinen wilden Horden durch Ostbayern zog. Es wirken etwa 300 Laienschauspieler mit, die die eindrucksvollen Volksauftritte und wilden Reiterszenen im Widerschein lodernder Lagerfeuer äußerst spektakulär gestalten. Das authentische Spielgeschehen ist ein faszinierendes Freilicht-Erlebnis.

Foto: jedes Jahr findet Anfang Juli die beliebte Waldmünchner Radrundfahrt statt (Rennrad- Gravelbike- und MTB-Touren).
Bei Überquerung der Landesgrenze ist ein gültiger Personalausweis oder Reisepass erforderlich! Da der westböhmische, waldreiche Abschnitt weitestgehend menschenleer ist (Ortschaften verfügen nur wenige Hundert Einwohner) und Wüstungen (verschwundene Orte) durchquert werden ist man weitestgehend auf sich allein gestellt. Deshalb sollte man genügend Proviant/Flüssigkeit dabei haben bzw. E-Biker im Hinglick einiger Steigungen tunlichst auf einen gut geladenen Akku achten!
![]()
Streckenchronik - Teil II (Tschechien 34 km)
Grenzüberschreitend radelt man nun zwischen den Grenzübergängen Höll/Liscova und Ples/Friedrichshäng 34 km durch den südwestlichen Böhmerwald (Ceský les) in der Pilsner Region (Plzenský kraj) im Okres Domažlice (Bezirk Taus). Tschechien gliedert sich in 14 selbstverwaltende Gebietseinheiten (kraj) - die mit bayerische Regierungsbezirke vergleichbar sind.

Geschichtlicher Rückblick: Die menschenleere Gegend hängt mit der Vertreibung der Sudetendeutschen aus der Tschechoslowakei in der Nachkriegszeit sowie der Errichtung des Eisernen Vorhangs zusammen, die die westböhmische Grenzregion nach 1945 radikal veränderte. Damals verschwanden - wie z.B. die Wüstung Ples (Plöß) - Hunderte von Siedlungen in Gänze oder in Teilen. Ebenso verfielen viele Kirchen. So sind seit Kriegsende die verbliebenen Gebäude seit nunmehr achtzig Jahren dem Verfall preisgegeben und werden allmählich von der Natur zurückerobert.
Nachdem der Grenzübergang Höll/Liscova (KM 68) passiert ist, schlängelt sich der Schwarzachtal-Radweg von hier entlang des recht ursprünglichen, meist der Natur überlassenen Tals der Schwarzach nach Nemanice/Wassersuppen (3 km). Über das hügelige und waldreiche böhmische Grenzgebiet geht es entlang dem Flüsschen Radbouza über Rybník/Weiher nach Zavíst/Neid, in deren südlichen Nähe die Böhmische Schwarzach entspringt. Erwähnenswert ist, dass durch den kleinen Ort Zavíst die europäische Wasserscheide verläuft. Die Gewässer nördlich der Ortschaft fließen zur Nordsee, die südlich davon, wie die Böhmische Schwarzach, fließen nach Süden zum Schwarzen Meer. Diese Wasserscheide zeigt sich sogar bei einem einzigen Haus – bei dem eine Dachrinne in die Nordsee, die andere ins Schwarze Meer entwässert. Zwischen Zavíst/Neid und Smolov (Gemeinde Weißensulz/B?lá nad Radbuzou) fällt das Höhenlevel auf 475 Meter, bevor es ab KM 90 zur Hochebene von Plöß/Pleš 310 Höhenmeter auf 785 Meter spürbar zu steigen beginnt. In dieser Region verbirgt sich der bergigste Streckenabschnitt des Schwarzachtal-Radwegs. Grenzüberschreitend werden bis hinter Weberhäuser innhalb 19 Kilometer rund 630 hm aufgesammelt.
Die Hochebene von Plöß/Pleš ist eine abwechslungsreiche, von Steinmauern und Gehölzstreifen durchzogene karge Weidelandschaft, die extensiv bewirtschaftet wird. Schon bald taucht in dem hügeligen und waldreichen böhmischen Grenzgebiet die Wüstung Pleš (Plöß) KM 100 auf, wo im übrigen der Streckenzenit des Schwarzachtal-Radwegs (785 m ü.NN.) überwunden wird.
Besuchenswertes Zeugnis der Geschichte: Ein Heimatverein der ehemaligen sudetendeutschen Bewohner von Plöß/Pleš hat nach der Wende den einst verwüsteten Friedhof in selbstloser Weise wiederhergerichtet. Der Friedhof befindet sich nur ein wenige Schritte abseits des Radwegs.
Pleš (Plöß) liegt vom Grenzübergang Friedrichshäng nur 1,5 km entfernt.
Streckenchronik - Teil III (30 km)
Nach Grenzübertritt kurz vor Friedrichshäng (KM 102) befindet man sich im Schönseer Land (Lkrs. Schwandorf. Auffallend ragt der 817 m hohe Eulenberg empor, der im Schnittpunkt zwischen dem Gemeindegebiet Schönsee im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf Bayern, dem Gemeindegebiet Eslarn im Oberpfälzer Landkreis Neustadt an der Waldnaab und dem Gebiet der tschechischen Gemeinde Belá nad Radbuzou liegt. Die anspruchsvollsten Anstiege sind geschaft. Nun verläuft die Strecke abschüssig bis Weberhäuser, wo nochmals ein kurzer Gegenanstieg (75 hm) folgt, bevor das Höhenlevel bis zum Zielort Kritzenast sukzessiv um 300 Meter zu sinken beginnt. Weiter gehts zum bekannten Marienwallfahrtsort Stadlern (KM 107). Hier bietet sich ein kurzer Abstecher zum Naturdenkmal Gneis am Hochfels an.
Ein kurzer Anstieg führt bei der Grenzortschaft Waldhäuser hinauf hinauf zur Quelle der Bayerischen Schwarzach. Kurz nach Charlottenthal - einem ehemaligen Glasmacherdorf - wird die Chamer Landkreisgrenze überquert. Bei der Sommerrodelbahn Reichenstein am Ortsrand von Stadlern lässt sich gut ein Päuschen einlegen.
Geheimtipp: zwischen Stadlern und Waldhäuser (KM 110) bietet sich ein Abstecher zum Böhmerwaldaussichtsturm und zur Burgruine Reichenstein an. Entweder mit dem Mountainbike oder als Fußmarsch erreicht man auf dem Berg Ebene (894 m ü.NN.) den höchsten topographischen Punkt im Landkreis Schwandorf. ist 142 Stufen führen zu einer 50 Quadratmeter großen, rundum verglasten Aussichtskanzel - ausgestattet mit zwei Fernrohren - von wo man einen herrlichen Blick auf den Oberpfälzer-Wald, den Böhmerwald und den Bayerischen Wald genießt. Von einer Sprechanlage können Erläuterungen über die Region im Sichtfeld abgerufen werden.
Auch in Treffelstein bietet sich ein Abstecher zur ehemaligen Burg (es exisitert nur noch der “Drachenturm”) an, von deren Anhöhe aus man eine herrliche Aussicht genießt.
Schon bald rückt der schöne Silbersee ins Blickfeld, an dessen Nordufer entlang es nach Witzelsmühle geht. Weiter über Biberbach (im folgenden Waldstück geht es kurzzeitig weg von der Schwarzach) gelangt man zum zweiten Mal nach Kritzenast, wo der Schwarzachtal-Radweg nach 132 Kilometern endet.
Fazit
Der 132 km lange Schwarzachtal-Radweg ist ein echter Geheimtipp. Der Streckenverlauf durch die reizvolle Region im Oberpfälzer Seenland und dem Naturpark Oberer Bayerischer Wald hat einiges zu bieten. So passiert man z.B. nicht nur den Eixendorfer See bei Rötz, den Silbersee bei Treffelstein und den Perlsee bei Waldmünchen, sondern dreht dazu eine 34 km lange, hügelige Schleife durch tschechisches Grenzgebiet im Böhmerwald. Überdies tangiert die Route namhafte (Fern-) Radwege, wie z.B. Iron Curtain Trail, der entlang des Grenzgebiets (ehemals "Eiserner Zaun") zwischen Ostbayern und Böhmen verläuft.
Die Rundschleife ab Kritzenast bietet die Wahl der Fahrtrichtung (im oder gegen Uhrzeigersinn). Ähnlich wie der Schwarzach-Regen-Radweg ist der Streckencharakter von einer lieblichen, weitläufigen Wald- und Wiesenlandschaft in einer schwach besiedelten Region (Oberpfalz) gekennzeichnet. Die beschauliche Landschaft bietet genau das wonach sich Genussradler sehnen: eine ruhige Gegend fernab von Hektik und Verkehrslärm, in dessen abgeschiedener Naturidyllle sich die Menschen bestens erholen können. Und gipfelmäßig gibt es einen "Tausender" oben drauf, ohne dass dessen Bergausläufer die Beinmuskeln piesacken: der 1042 m hohe Cerchov (Schwarzkopf) lugt majestätisch aus dem des bayerisch-böhmischen Grenzgebirge hervor, das nur unweit im Dreigestirn der Orte Waldmünchen, Furth im Wald und Domažlice entfernt liegt.
Anbindungen

Abbildung: der informative Flyer zum Schwarzachtal-Radweg ist in örtlichen Tourismusinfos kostenlos erhältlich oder kann auch nach Hause bestellt werden.
Neben dem Iron-Curtain-Trail erschließt auch der Grüne Dach Radweg einen Korridor des bayerisch-tschechischen Grenzgebietes. Der grenznahe Fernradweg (306 km) ist auf dem ersten Streckenteil von Schönthal bis Kritzenast sowie im Schlußabschnitt zwischen Weberhäuser und Kritzenast auf einer Gesamtlänge von 34 km Wegbegleiter des Schwarzachtal-Radwegs.

Die 1. Etappe Süd der TRANS BAYERWALD hat zwischen Rötz bis kurz vor Steegen (4.2 km) sowie von Schönthal via Thurauer Mühle bis kurz vor Hocha auf knapp 10 km Länge ebenfalls einen identischen Streckenverlauf mit dem Schwarzachtal-Radweg.
Iron Curtain Trail

Die Euro Velo 13 (Iron Curtain Trail) - initiiert von der European Cyclists Federation (ECF) ist ein europäischer Fernradweg, der auf seiner 10 400 km langen Wegstrecke 20 Länder - entlang des „Eisernen Vorhangs“, die Europa während des Kalten Krieges teilte und den damaligen Einflussbereich der Sowjetunion vom Westen trennte, durchquert.
Auf der Staumauer des Perlsees führt der nach Waldmünchen und weiter Richtung Cerchov, wo er die Grenze beim Wander- und Radübergang Lehmgrubenweg überquert. Furth im Wald erreicht er beim Rad- und Wanderübergang Ovri vrh/Schafberg, führt durch die Stadt, entlang des Drachensees, über Gaishof bis Warzenried. Er wechselt die Grenze beim Übergang Hofberg, sowie Rittsteig, wo er den Landkreis Cham beim Rad- und Wanderübergang Hinterhelmhof / Zadní Chalupy verlässt. Die Route führt über Neukirchen b.Hl. Blut via Lam nach Bayerisch Eisenstein von wo sie grenzüberschreitend im Böhmischen Wald Richtung Haidmühle weiter führt.
Euro Velo 13, Europa-Radweg Eiserner Vorhang, ostbayerischer Abschnitt
Kontaktdaten
Landratsamt Cham
Rachelstraße 6
93413 Cham
Tel. 099 71 - 78 - 430
touristik@lra.landkreis-cham.de
Gemeinde Schönthal
Rathausplatz 1
93488 Schönthal
Telefon: 09978 - 8402 - 0
poststelle@gemeinde-schoenthal.de
http://www.gemeinde-schoenthal.de
Stadt Waldmünchen
Marktplatz 14
93449 Waldmünchen
Tel. 09972 307-0







