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Informationen

4. WKT300« Spenden-Radmarathon • 15. August 2026

Inhaltsverzeichnis

»WKT300«

Streckendaten

Rundkurs

Ausgangspunkt: Neutraubling (Meereshöhe: 331 m)
Endpunkt: Neutraubling

Streckenlänge: 302 km
Höhenmeter: 2.500 hm (empfohlene Fahrtrichtung)

Streckendaten - Zeitdauer

  • Streckenlänge: 302 Kilometer
  • Höhenmeter: ≈ 2.500 
  • Streckenzenit (KM 167): 580 m ü.NHN.
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 28-30 km/h 
  • Start: 6.00 Uhr
  • Anvisierte Ankunftszeit: ca. 18.00 Uhr

Streckenverlauf

Die Rundtour verläuft auf verkehrsarmen Nebenstraßen, Rad- und Schleichwegen.

Start: Neutraubling (Hotel am Gärtnerplatz) → Parsberg → Neumarkt i.d.OPf. → Allersberg → Rothsee → Hilpoltstein → Brombachsee → Weissenburg → Eichstätt → Gaimersheim → Lenting → Pförring → Bad Neustadt a.d.Donau → Bad Gögging→ Abensberg  → Hausen → Paring → Dünzling → Thalmassing → Obertraubling → Zielankunft: Neutraubling (Hotel am Gärtnerplatz)

Verpflegungsstationen* 

  • Kurz vor Neumarkt (KM 75)
  • Nähe Pleinfeld (KM 150)
  • Nähe Lenting (M 225)
  • Optionale Getränkestation bei Bedarf 

*exakte Positionangabe erfolgt später

Turnusgemäß findet die »WKT300« am 15. August (Mariä Himmelfahrt) statt, die offenkundig keine gewöhnliche Radveranstaltung im herkömmlichen Sinn ist. Zum einen wird im geschlossenen Verband gefahren, zum anderen ändert sich jedes Jahr der Streckenverlauf. Angeführt von Tourguides des Biketeam Regensburg wird penibel auf die Schnittvorgabe von 28-30 km/h sowie ein gleichmäßiges Tempo geachtet, während Nachzügler - vornehmlich bei Anstiegen - wieder behutsam ans Hauptfeld herangeführt werden. Verpflegungsstationen im 75 Kilometer-Intervall sorgen für Energienachschub und Begleitfahrzeuge stellen den technischen Support sicher bzw. dienen dem Material- und Personentransport. Und dann verfolgt das bemerkenswerte Eintages-Event noch einen gemeinnützigen Zweck, deren Spendenerlös zu 100% der Grundschule und Otto-Schwerdt-Mittelschule in Burgweinting zugute kommt, was den Sport mit sozialem Engagement verbindet. Seine radsportliche Leidenschaft mit Herzblut ausüben und dabei Gutes tun - eine bessere WIN-WIN-Kombination kann man sich gar nicht vorstellen. Kurzum: das Veranstaltungskonzept ist alles, außer gewöhnlich.

Lassen wir die Katze aus dem Sack. Letztes Jahr gings in den Süden ans "Bayerische Meer", heuer führt die »WKT300« nach Mittelfranken zum Brombachsee. Am westlichsten Punkt erfolgt die Kehrtwende und verläuft über oberbayerisches und niederbayerisches Gebiet wieder zurück zum Zielort Neutraubling in die Oberpfalz. Nacheinander werden die Landkreise  Regensburg, Neumarkt i.d.OP., Roth, Weißenburg-Gunzenhausen, Eichstätt und Kelheim durchquert.

Streckengrafik


Bewegen sie ihren Cursor auf dem Höhenprofil, wird interaktiv oben auf der Streckengraphik die geographische Position eingeblendet.

300 Kilometer Distanz - Die Königsdisziplin im Hobby-Radsport

Für Breitensportverhältnisse ist die Bewältigung einer Tagesdistanz von 300 Kilometer wahrlich kein Kindergeburtstag. Zweifelsohne eine extreme Herausforderung, die für Hobbyathleten einem epischen Monument gleichkommt. Finishern bescheinigt es augenscheinlich bombastische Ausdauerqualitäten, ein Höchstmaß an Leidensfähigkeit durch unbeirrbare Schmerz- und Ermüdungsresistenz sowie geballte Willenskraft. Die Erfahrung hat gezeigt, dass durch die verbindende Radsportleidenschaft das bunt zusammengewürfelte Feld während der elfstündigen Ausdauerschlacht jedesmal zu einer eingeschworenen Gemeinschaft zusammenwuchs, das ein unglaubliches Zusammengehörigkeitsgefühl schürte. Vereint wird beherzt Seit an Seit gekämpft, geschwitzt, geplaudert, gelitten, gelacht, gegessen und getrunken, bis sich das beharrliche Durchhaltevermögen bei der Zielankunft endlich auszahlt und in überschwängliche Glückseligkeit umschlägt. Der berühmte Musketenspruch „Einer für alle, alle für einen" bringt's auf den Punkt, der sich auf Zusammenhalt, gegenseitige Unterstützung und Teamgeist stützt, dem sich Einzelinteressen uneigennützig unterzuordnen haben.

Wer einen Startplatz ergattert, darf sich aus gutem Grund auf die vierte Ausgabe der »WKT300« freuen. Den Fahrerpulk erwarten idyllische Streckenabschnitte auf verkehrsschwachen Nebenstraßen durch's Schwarze Labertal, durch die schöne fränkische Seenlandschaft mit herrlichen Ausblicken auf den Rothsee und den Brombachsee, dem idyllischen Altmühltal sowie der flachen Donauebene.

Foto: Strandbad Absberg im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen am Brombachsee (KM 140)

Der Spendenmarathon weist etwa 2.500 Höhenmeter auf, wobei die erste Streckenhälfte mit knapp 1.500 hm zu Buche schlägt. Der südliche Halbkreis zurück weist zwar weniger Höhenmeter auf, doch hinsichtlich des fortschreitenden Zermürbungsprozesses ist die Rechnung mit dem Wirt zu machen. Müdigkeit und muskuläre Erschöpfung nehmen zu, Kraftreserven schwinden und Resignation bzw. Selbstzweifel machen es nicht einfacher motiviert im Rhythmus zu bleiben. Als Rettungsanker bleibt dann nur noch eiserne Willensstärke, die in kritischen Situationen das Zünglein an der Waage spielt. Von daher ist selbst ein vermeintlich leichtes Streckenprofil nicht zu unterschätzen, weil zu neige gehende Kraftressourcen im Worst-Case-Szenario den Willen bis zur Selbstaufgabe zu zerbrechen drohen. Was viele vielleicht nicht wissen: Willenskraft ist eine begrenzte Ressource die sich wie ein Muskel auch, durch bewusstes Überwinden trainiert werden kann. Allen Unkenrufen zum Trotz: die »WKT300« kann sich mit einer durchschnittlichen Fiinisherquote von über 95% rühmen, was einerseits für eine gewissenhafte Trainingsvorbereitung und andererseits für das ausgekügelte Veranstaltungskonzept spricht. Speziell die besonnene Fahrweise trägt ihr Scherflein dazu bei, dass nahezu alle Teilnehmer ihr Ziel sicher erreichen. Auf jeden Fall ein Fingerzeig für Unentschlossene, die sich noch in der nachgrübelnden Entscheidungsfindung befinden. 

 Als grobe "Messlatte" für diejenigen, die 2025 dabei waren: die hügelige Streckencharakteristik der 2026er Ausgabe ist in etwa mit der letztjährigen »WKT300« zum Chiemsee vergleichbar. 

GPS-Track wird Anfang August freigeschaltet. Angemeldete Teilnehmer erhalten den GPX-File gesondert per email. 

Startgebühr: 125 Euro. In der Startgebühr sind enthalten: reichhaltige Verpflegung, Begleitfahrzeuge, Event-Trikot, eine Spendenbescheinigung, Startplatz für die Welt-Kult-Tour am 13. September 2026 sowie weitere Leistungen (siehe Leistungspaket).

 Auffallend ist der hohe Anteil an "Stammgästen" (geschätzt 80%), was den hohen Beliebtheitsgrad widerspiegelt. Die Redewendung  "Der frühe Vogel fängt den Wurm“ sollte man ernst nehmen, weil die letztjährige »WKT300« binnen kürzester Zeit ausgebucht war. Ansonsten blickt man mit dem Ofenrohr ins Gebirge. 

Anmeldung ab 1. Mai (ausgefülltes Formular an rennrad@biketeam-regensburg.de senden), Betreff 'Anmeldung 2026 WKT300'

Auch dieses Jahr steht der Wohltätigkeitszweck wieder im Mittelpunkt, der den Spenden-Radmarathon mit einer sportlichen Herausforderung verbindet, von dem alle Beteiligte profitieren. Begünstigter ist die Grundschule und Otto-Schwerdt-Mittelschule in Burgweinting.

Das Buchstabenkürzel »WKT« leitet sich von der Regensburger »Welt-Kult-Tour« ab, »300« gibt die Streckendistanz an.

Die »WKT300« ist eine geführte radtouristische Veranstaltung im geschlossenen Verband auf öffentlichen Straßen und Wegen (kein Radrennen). Verkehrsrechtliche Vorschriften (StVO) wie beispielsweise das Rechtsfahrgebot und Vorfahrtsregelung (Beachtung der Ampeln unterliegt der gesonderten Vorschrift des § 27 StVO) sind ausnahmslos einzuhalten. Alle ausreichend trainierten Rennradfahrerinnen und Rennradfahrer sind herzlich zur Teilnahme eingeladen. Die Veranstaltung findet bei jeder Witterung statt.

Foto: Armin Wolf, bekannt als "Sportstimme Ostbayerns" unterstützt auch 2026 als Schirmherr den WKT300 Spenden-Radmarathon.

Ausschreibungsdetails

  • Start- Zielort: Hotel am Gärtnerplatz, Gärtnerplatz 12, 93073 Neutraubling
  • Startzeit  6:00 Uhr |  geplante Zielzeit:  ca. 18:00 Uhr
  • Veranstalter: Biketeam Regensbug e.V., Sophie-Scholl-Str. 64, 93055 Regensburg
  • Teilnehmerlimit 22 Personen
  • Wohltätigkeitszweck: der Spendenerlös geht zu 100% an die Grundschule und Otto-Schwerdt-Mittelschule in Burgweinting
  • Im Abstand von ca. 75 km gibt es 3 Verpflegungsstationen. Wetterabhängig wird ggf. eine mobile Getränkestation eingerichtet

Das Sprichwort 'Morgenstund hat Gold im Mund' dürfte jedem geläufig sein. In dieser Hinsicht profitieren die »WKT300«-Teilnehmer besonders, weil an Mariä Himmelfahrt zumindest vormittags verkehrsmäßig tote Hose herrscht. So rauscht der dicht gedrängte Pulk bei Tagesanbruch - umhüllt von einer schimmernden Licht- und Schattensilhouette - allein auf weiter Flur durch die schlafende Landschaft. Es hat schon seinen besonderen Reiz, an einem Feiertag frühmorgens auf nahezu verkehrsfreien Straßen durch ruhige Naturlandschaft zu pesen, wenn als einzige Geräuschkulisse Vogelgezwitscher, Windgesäusel, sonores Kettensurren, Schaltungsklackern und Palaver ans Ohr dringt, das sich zu einem "musialen" Soundtrack vermengt. Heuer wird der Schwarm in aller Herrgottsfrühe durchs verschlafene Schwarze Labertal in der Ferienregion Regensburg und dem Landkreis Neumarkt i.d.OPf. rauschen, bevor der Pulk nach ca. 2½ Stunden die erste Verpflegungspause einlegt.

In westlicher Richtung fahrend wird zwischen Möning und Allersberg nach 96 km die Bezirksgrenze Oberpfalz/Mittelfranken überschritten. Im Raum Pleinfeld - 8 km vor Weissenburg - erfolgt nach weiteren 2½ Stunden Fahrzeit der zweite Energie-Stop. Dort beginnt der längste Anstieg (240 hm) der sich südlich von Pleinfeld (KM 156) bis hinter Weissenburg über 11 km zum Streckenzenit auf 580 Meter Höhe hinaufzieht. Ab KM 225 - wo sich nahe Lenting im oberbayerischen Landkreis Eichstätt die dritte Verpflegungsstelle befindet - verflacht das wellige Gelände zunehmend. Gleichwohl erweisen sich - bedingt durch Ermüdungserscheinungen - selbst harmlose "Zieher" als qualvolle Wadlzwicker. Je nach körperlicher Verfassung spielt einem die Psyche schon mal einen Streich und macht aus einer Mücke einen Elefanten, bei dem eine harmlose Steigung gefühlt zur garstigen Steilwand mutiert. 

Foto: bevor der Motor (womöglich wegen eines dramatischen Blutzuckerspiegel-Sinkflugs) ins Stottern gerät, können Glykogenspeicher an den Verpflegungsstationen ungefähr alle 2½ Stunden (Aufenthaltsdauer ca. 20 min.) nachgeladen werden. Ohne Mampf kein Dampf, was für den enormen Energieverbrauch auf der Langdistanz umso mehr gilt. Im Schnitt werden ca. 6.000 kcal verstoffwechselt (Leistungsumsatz) was in etwa dreimal so viel wie der übliche Tagesdurchschnitt ist (Energieverbrauch ist alters- geschlechts- und gewichtsabhängig). Um nicht in ein Kaloriendefizit ("Hungerast") zu geraten, ist die kontinuierliche Zufuhr von Nährstoffen - hauptsächlich Kohlenhydrate - unabdingbar. Ansonsten droht der Mann mit dem Hammer und signalisiert "Game over".

Leistungspaket

• geführte Rennradtour mit erfahrenen Guides des Biketeam Regensburg e.V.

• Begleitfahrzeug zur Unterstützung bei Pannen und Transport von Dropbags für Wechselkleidung (Markierung mit Namen erforderlich)

• 3 Verpflegungsstationen (Essen und Getränke) auf der Strecke

• After-Race Party mit Essen und Getränke inklusive

• exklusives Teilnehmertrikot der WKT300 Jahrgang 2026 von Owayo

• Spendenbescheinigung in Höhe von EUR 65,--

• Sponsoren-Geschenke

• Startplatz für die diesjährige Welt-Kult-Tour am 13. September 2026 (Strecke nach Wahl) 

WKT-Flyer 2026 coming soon

Hinweis: in den bayerischen Großstädten München, Augsburg, Würzburg, Regensburg und Ingolstadt ist Mariä Himmelfahrt ein gesetzlicher Feiertag (nicht in den mittelfränkischen Großstädten Nürnberg, Fürth und Erlangen).

Der Spendenerlös kommt dieses Jahr der Grund u. Mittelschule Burgweinting zugute.

Zahlung per SEPA-Lastschriftverfahren, Startbestätigung erfolgt nach erfolgter Zahlung der Startgebühr per E-Mail an die Teilnehmer/innen.

»WKT300« - DAS Sprungbrett für die "Dreihunderter-Hall-Of-Fame-Prestigeliga"

Das bezeichnenste Unterscheidungsmerkmal der »WKT300« im Vergleich zu klassischen Radmarathons resultiert aus der geschmeidigen Fahrweise - vorgegeben von den Führungsfahrern im geschlossenen Verband. Hinzu kommt, dass jedes Jahr eine neue Strecke auf die Beine gestellt wird, was für landschaftliche Abwechslung und einen erhöhten Spannungspegel sorgt. Da der exakte Streckenverlauf bis 1 Woche vor der Austragung unter Verschluss bleibt (Zeitpunkt der Track-Download-Aktivierung) bleibt der Überraschungseffekt erhalten. Auch das eine Besonderheit, die sich von herkömmlichen Radsport-Events maßgeblich unterscheidet. Abgesehen davon birgt Radfahren im geschlossenen Verband seinen Reiz, für den es sogar eigens einen StVO-Paragraphen gibt. Demzufoge dürfen Teilnehmer Freiheiten im öffentlichen Verkehrsraum in Anspruch nehmen, die ohne vorliegenden Verbandsstatus eine Verletzung verkehrsrechtlicher Regelungen darstellen würden. Für Novizen jedenfalls ein Grund, das ungewöhnliche Format kennenzulernen, zumal die »WKT300« bestmögliche Rahmenbedingungen bietet. So braucht man sich beispielsweise nicht mit dem größten Widersacher - dem Lufwiderstand - herumschlagen. Dass man in der Ebene permanent vom energieeffizienten Windschatten profitiert und dazu eine serviceorientierte "Rundumversorgung" genießt sind Argumente die »WKT300« auf die Bucket List zu setzen. Ganz zu schweigen von der erfreulich hohen Finisherquote die zeigt, welch optimales Sprungbrett der Spendenmarathon für die "Hall-Of-Fame-Prestigeliga" bietet. Nicht zu vergessen der gemeinnützige Charitygedanke, bei dem der Spendenerlös dieses Jahr zu 100% der Grundschule und Otto-Schwerdt-Mittelschule in Burgweinting zugute kommt und so der Veranstaltung einen tieferen Sinn verleiht.  

 Pacemaker

Großer Dank gebührt den Führungsguides, die sich an der Spitze des Feldes tiefgebückt in Unterlenkerhaltung abkämpfen, um dem Wind möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten, damit dahinter aufgedröselt in Zweierreihe die Teilnehmer in entspannterer Sitzhaltung im Windschatten mitrollen können. Auch haben die Guides ein feines Gespür dafür, wie es mit der Befindlichkeit der Teilnehmer bestellt ist.

Wer kennt ihn nicht, den inneren Schweinehund, der die pychologische Abwärtsspirale in Gang setzt und uns hinterlistig in die Selbstaufgabe geleiten möchte. Dabei beugt eine moderate Belastungsintensität  i.V. mit energiesparendem Windschatten etwaigen Einbrüchen wirksam vor und degradiert den böswilligen "Psycho-Einflüsterer" zum zahnlosen Tiger. Vor allem der gleichförmigen Fahrweise ohne Belastungsspitzen ist es zu verdanken, weswegen die Finisherquote so hoch ausfällt. Daraus ergibt sich, dass es wohl kaum eine vielversprechendere Gelegenheit gibt ein "Dreihunderter-Kaliber" meistern zu können.

Abgesehen vom üblichen Ziehharmonikaeffekt bei Anstiegen bleibt das Feld i.d.R. kompakt zusammen. Bei dem gleichmäßigen Tempo in moderater Intensität (aerob) greift der Körper vorwiegend auf Fettreserven zurück. Dank Umsicht und Fingerspitzengefühl schafften es die Pacemaker trotz Leistungsspreizung bislang jedesmal, dass der Zeitplan minutiös eingehalten wurde und der Tross nahezu vollzählig das Ziel erreichte. Chapeau! 

Vorteilsbündel: 

  • ökonomische Pacingstrategie (gleichmäßiges Tempo ohne anaerobe Leistungsspitzen) 
  • aerodynamischer Windschatten (minimiert Kraftaufwand um bis zu ein Drittel)
  • Navigigation obliegt den Führungsfahrern (Guides) 
  • WKT300 "Masterplan" (Roadbook & Timetable) 
  • kommunikatives Gruppenradeln
  • gegenseitige moralische Unterstützung
  • technischer Support

Nichtsdestotrotz ist und bleibt ein 300 Kilometer Marathon - gemessen am Breitensportniveau - eine enorme Herausforderung, die aber genau deswegen dem Palmares einen prestigeträchtigen Quantensprung gibt. Angesichts der Belastungsdauer lauern theoretisch - insbesondere bei mangelnder Erfahrung - zwar gewisse "Fallstricke", doch davor schützt vorrangig das Veranstaltungskonzept. So stellt sich weder das Problem einer Unterversorgung, noch nach dem optimalen Pacing (Schnittvorgabe). Des Weiteren ergeben sich in Zweierreihe beim Durchrotieren immer wieder kurzweilige Small Talks, die für gute Stimmung sorgen und nebenbei auch das Gemeinschaftsgefühl stärken. Eben weil das Miteinander über allem steht und vereint dasselbe Ziel einer gemeinsamen Gruppenankunft angestrebt wird, nimmt es jeglichem Konkurrenzverhalten den Wind aus den Segeln. Vielmehr dominiert der Leitgedanke "Geteiltes Leid ist halbes Leid", weshalb eine ausgesprochen harmonische Gruppendynamik herrscht. 

Optimale Trainingsvorbereitung 

Ein 300-km-Radmarathon erfordert in erster Linie eine solide Ausdauerbasis (Grundlagenfundament). Fokussiert auf lange Einheiten (150+ km) sollte sich das Trainingsvolumen auf 3.000 - 4.000 oder auch mehr Kilometer kumulieren. Dabei gilt der Grundsatz: Umfang geht vor Intensität. Schwerpunktmäßig spielt sich das Trainingsprogramm im Grundlagenbereich (GA1) ab, der zwischen 65 und 75 Prozent der maximalen Herzfrequenz liegt. "Grundlage, Grundlage und nochmals Grundlage" - ein Leitgedanke, der den Weg zum Erfolg vorgibt. Bezogen auf die Umfänge verbessern längere Einheiten bei moderater Belastung die aerobe Kapazität. Zudem werden Sitzfleisch, konditionelle Fähigkeiten und mentale Power trainiert. Eine gewissenhafte Vorbereitung, die nichts dem Zufall überlässt ist Grundvoraussetzung dafür, um sich am 15. August seine Lorbeeren zu verdienen.

Trainingstipps

»Radfahren« 2/2024  "300 KILOMETER AM STÜCK – IST DAS MACHBAR?"

»Radfahren« 3/2024  "300 km am Stück: Die Vorbereitung"

»Radfahren« 5/2024 "Wir sind Helden"

Verpflegungsstationen

An drei Verpflegungsstationen wird in bekannter Welt-Kult-Tour-Qualität eine reichhaltige Essens- und Getränkeauswahl angeboten, denn "ohne Mampf kein Dampf"! Radfahren funktioniert bekanntlich kaloriengetrieben, wobei die Grundregel gilt: regelmäßig auf Energiezufuhr achten bevor sich ein Hunger- bzw. Durstgefühl einstellt. Damit der Treibstoff für den Long Ride nicht zur Neige geht und keiner in die Unterzuckert fällt, gibt es in 75 km Abständen drei Verpflegungsstationen. Der Kalorienverbrauch schwankt je nach Intensität, Alter, Gewicht und Geschlecht zwischen 500-700 kcal pro Stunde, wobei vorrangig Kohlenhydrate sowie isotonische Getränke oder Mineralwasser aufgenommen werden sollten. Je höher der Schweißverlust bzw. die Lufttemperatur, umso wichtiger ist die Zufuhr von Natrium (z.B. Messerspitze Salz pro Trinkflasche). 

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Ob gutes oder schlechtes Wetter, die Stimmung bei der WKT300 bei bisher jedesmal top, wobei die körperliche Verfassung durchaus diametral verläuft, was sich aber tunlichst kein Sportsfreund anmerken lässt.

Der amtierende Ultracycling-Weltmeister Rainer Steinberger - Vereinsmitglied im Biketeam Regensburg - ist sowohl als Guide wie auch als langjähriger Testfahrer »WKT300« hoch engagiert. Mit seiner Expertise bringt er wertvolle Optimierungsvorschläge zum Streckenverlauf ein. Jener Ausnahmesportler der von sich behauptet, dass er erst nach 300 km warmgefahren ist. No comment....

Selbstredend, dass es einer guten Form und exzellenter Kraftausdauer bedarf, um eine 300 km Strecke zu schaffen. Eine selbstkritische Leistungseinschätzung ist ratsam, denn kein Sportler möchte den gefürchteten Besenbus in Anspruch nehmen. Doch wo liegt eigentlich die Messlatte, die zu solch einer Langdistanz befähigt? Vereinfacht gesagt: wer über ein solides Grundlagenfundament verfügt, etwa drei bis viertausend oder mehr Kilometer in den Beinen hat und längere Trainingseinheiten bzw. mittelschwere Marathons (> 200 km) im zügigen Tempo (≈ 27-32 km/h) meistert ohne gleich am Zahnfleisch daherzukommen, der darf sich schon mal berechtigte Hoffnungen auf die "Dreihunderter-Hall-Of-Fame-Prestigeliga" machen. Die Priorität liegt eindeutig auf Langstreckeneinheiten im GA1 und GA2- Bereich, die die Ausdauer trainieren und Moral stärken. 

Foto: bei der »WKT300« nehmen auch Randonneure teil. Das älteste und bekannteste Langstrecken-Radsportereignis der Welt ist 'Paris-Brest-Paris', findet nur alle 4 Jahre statt und führt von Paris zur Atlantikküste und dann wieder nach Paris zurück (1.200 km). Die Fahrweise der Randonneure (franz. Rad-Wanderer) ist ein stückweit mit der im geschlossenen Verband vergleichbar, die größere Entfernungen im  gleichbleibenden Belastungsbereich zurücklegen. 

Windschatten - Der unsichtbare Hilfsbooster

Soviel vorweg: Bei einer Geschwindigkeit von 35–40 km/h gehen 80–90 % der aufgebrachten Leistung allein dafür drauf, den Luftwiderstand zu „durchbrechen“ (in der Ebene). Um dem größten Widersacher die Angriffsfläche zu entziehen, verspricht Windschatten den effektivsten Nutzeffekt. Am Berg indes verpufft wegen reduziertem Tempo - ergo verminderter Luftwiderstand - dieser Vorteil bisweilen komplett, wogegen dann die Schwerkraft sich zum größten Widersacher verwandelt.

Zurück ins "Flachland". Führungsfahrer einer Gruppe erzeugen eine Druckzone vor sich, sowie einen Unterdruckbereich hinter sich. Wer in geringem Abstand dahinter fährt (10 - 50 cm) profitiert einmal von der Unterdruckzone, muss aber darüberhinaus auch weniger Luft verdrängen, da er auf verwirbelte, langsamere Luft trifft was den aerodynamischen Widerstand deutlich absenkt. Wie hoch letztlich die tatsächliche Kraftersparnis ausfällt, hängt von individuellen Faktoren ab. Abgesehen von der "Geschwindigkeit (siehe unten) hängt das Einsparpotential von der Körpergröße sowie vom Abstand des vorausfahrenden Fahrers ab. Ebenso spielt es eine Rolle, ob bzw. von welcher Richtung der Wind in welcher Stärke bläst. Vereinfacht gesagt kann von einer durchschnittlichen Kraftersparnis zwischen 20-30% (grober Richtwert) ausgegangen werden, sofern der Abstand zum Vordermann gering gehalten wird. Selbst die Position in der Gruppe (Rangfolge) beeinflusst den Luftwiderstand. So profitieren Fahrer in der Mitte des Pelotons erheblich stärker vom Windschatten (beträgt lediglich 35 Prozent des Luftwiderstandes) als weiter vorn platzierte Kollegen. Je weiter hinten man im Feld positioniert ist, desto stärker macht sich der nachlassende Luftwiderstand bemerkbar. In den Schlußreihen sinkt der Windwiderstand sogar auf nur noch fünf bis zehn Prozent des Ausgangswertes. 

Tempoabhängige Richtwerte ergeben prozentuale Kraftersparnis: 

  • 25 km/h ca. 15–20 %
  • 30 km/h ca. 25–30 %
  • 35 km/h ca. 30–40 %
  • 40 km/h > 40 %

Positiver Windschatteneffekt schmilzt mit steigendem Abstand zum vorausfahrenden Fahrer:

  • 20–30 cm: maximaler Nutzen
  • 50–70 cm: guter Nutzen
  • 1 m: wenig Nutzen
  • 2 m: kaum messbarer Nutzen

Längere Zeit als Führungsfahrer mit voller "Breitseite" gegen den Luftwiderstand anzukämpfen ist kein Zuckerschlecken, da beißt die Maus keinen Faden ab. Für Hinterfahrende schaut die Situation im Windschatten schon anders aus, wie die vorhergehenden Richtwerte belegen. Aerodyamisch geschützt im Peloton zu fahren dimmt nicht nur den Schmerzpegel runter, sondern spart definitiv richtig Körner.

Leistungsvergleiche sind bei der »WKT300« fehl am Platz, einfach weil keiner dem anderen etwas beweisen muss. Bedingt durch hohe Windschattenanteile - ohne laktatfördernde Tempoverschärfungen oberhalb der anaeroben Schwelle - hält sich die Belastung in erträglichen Grenzen. Andauernder Windschatten in der Ebene bietet dem Luftwiderstand Paroli, was sich besonders hinten raus bezahlt macht. Zusammengefasst: energiesparender Windschatten, Full Size Service und "Führungslotsen" an der Spitze ebnen den Weg für eine erfolgreiche Teilnahme. Für Vieles ist vorgesorgt, weswegen man sich über organisatorische Dinge schon mal keinen Kopf zu machen braucht. Vielmehr kann man seine Ressourcen gut einteilen und sich auf das konzentrieren was am meisten Spaß bereitet: Radfahren.

 Luftwiderstand 

Beim Radfahren auf ebener Strecke wirken im Wesentlichen zwei Widerstände: Luftwiderstand + Rollwiderstand der Reifen, währenddessen Reibungsverluste durch Kette, Kugellager etc. (1-3%) nur eine untergeordnete Rolle spielen. Hängt der Rollwiderstand von Reifen, Druck und Untergrund ab und bleibt nahezu konstant, wächst hingegen der Luftwiderstand quadratisch mit der Geschwindigkeit. Doppeltes Tempo → Vervierfachung des Luftwiderstands, derweil die nötige Leistung nicht exponentiell sondern kubisch steigt (kinetische Energie steht proportional zum Quadrat der Geschwindigkeit, d.h. kombiniert ergibt eine doppelte Geschwindigkeit eine 8 fache Erhöhung der Energie). Da rund 75 - 80 Prozent des gesamten Luftwiderstands der Mensch verursacht bildet er die größte Angriffsfläche (Stirnfläche + bewegliche Gliedmaßen bieten der Luft Angriffspunkte). Daraus folgt, dass die Körperhaltung der effektivste Hebel ist, um den Luftwiderstand merklich zu senken. Dagegen spielen aerodynamsiche Rahmen, Helme oder sündhaft teuere Keramiklager nur eine untergeordnete Rolle, woraus sich ein schlechtes Kosten-Nutzen-Verhältnis ergibt. 

Eine Durchschnittsleistung hängt von z.B. vom Systemgewicht, Streckenprofil, Sitzhaltung ab. Bei einem Durchschnittstempo von 30 km/h liegt diese bei rund 140 Watt. Im Vgl. zum kraftraubenden Soloritt senkt verminderter Luftwiderstand entweder die Wattleistung oder der windgeschützte Fahrer tritt bei gleichbleibender Leistung ein höheres Tempo. Bei 30 km/h entfallen rund 88 % auf den Luftwiderstand und 12 % auf den Rollwiderstand.

Wattwerte zweier Führungsguides (2024 / 2025): 

Die Wattleistung steht in Beziehung zur Distanz, d.h. je länger die Strecke desto niedriger ist die prozentuale Leistung zum FTP-Wert (Functional Threshold Power - Dauerleistungsschwelle). Zudem steht die Schwerkraft (Anstieg) und der Luftwiderstand (Ebene) in einer Wechselbeziehung. Während bergauf primär die gewichtsbezogene Leistung (Leistungsgewicht Watt je Kilogramm) das Maß der Dinge ist (je steiler der Anstieg, desto langsamer das Tempo bzw. geringer der Luftwiderstand, desto größer der Einfluss des Körpergewichts), ist im Flachland die absolute Wattleistung ausschlaggebend.

Wattwerte eines weiteren Führungsguides (2024 / 2025):

Der unsichbare und gefürchteste Gegner ist der Luftwiderstand, vor allem wenn Gegenwind herrscht. Folgende Kausalkette benennt die Fakten: doppelte Geschwindigkeit → vierfacher Luftwiderstand → achtfache Leistung. Ein erhöhtes Tempo (über 30 km/h) lässt den Leistungsbedarf zum Überwinden des Luftwiderstands derart stark (überpropotional) anwachsen, sodass die schnellere Geschwindigkeit im Vgl. zum gefühlten Krafteinsatz subjektiv als unverhältnismäßig gering emfpunden wird. Der mathematische Zusammenhang legt offen: weil der Luftwiderstand quadratisch zur Geschwindigkeit steigt, bedingt eine doppelt so hohe Geschwindigkeit einen vervierfachten Luftwiderstand. Zum anderen steigt die nötige Antriebsleistung, also jene Leistung die erforderlich ist um den Luftwiderstand zu überwinden in der dritten Potenz, d.h.  eine doppelte Geschwindigkeit bedingt einer achtfachen Leistung. Anders erklärt: Da die Geschwindigkeit in den Luftwiderstand bereits im Quadrat in die Gleichung eingeht und zur Berechnung der Leistung der Luftwiderstand nochmals mit der Geschwindigkeit multipliziert wird, steigt die aufzubringende Leistung demzufolge in der 3. Potenz der Geschwindigkeit. 

Folgendes Beispiel (Fahrergewicht 70 kg, Radgewicht 8 kg) verdeutlicht bei ansteigender Geschwindigkeit die Relation zwischen Luft- und Rollwiderstand und beziffert die aufzubringende Tretleistung (Watt). Während sich bei 15 km/h der Luft- und Rollwiderstand nahezu die Waage halten, verlaufen die Werte bei ansteigendem Tempo diametral d.h. entgegengesetzt. Anhand der Messwerte wird ersichtlich, dass z.B. eine Geschwindigkeitserhöhung von 25 km/h auf 35 km/h fast die zweieinhalbfache Wattleistung benötigt. 

Quelle: mit freundlicher Genehmigung von triathlon.de 

WKT300-Guides achten unter Vermeidung von Leistungsspitzen penibel auf eine möglichst gleichmäßige Leistungsentfaltung. Bedachtsame Fahrweise bei der an Anstiegen etwas Druck herausgenommen wird sorgt dafür, dass das Peloton über weite Strecken relativ  kompakt zusammen bleibt. Wer an Anstiegen dennoch reißen lässt wird von einem Guide "eingefangen" und dann windschattenbehütet wieder ans Hauptfeld rangefahren. Eine übliche Procdur, mit der aufreißende Lücken wieder geschlossen werden. Überdies sichern Begleitfahrzeuge bzw. Materialwagen das Teilnehmerfeld ab, um im Falle des Falles rasche Hilfe parat zu haben.

   Vorschriften zum geschlossenen Verband (§ 27 StVO)

Das Fahren in einer Zweierreihe im Radsport ist durch die Straßenverkehrsordnung (StVO) - insbesondere durch die Vorschriften zum geschlossenen Verband im § 27 StVO - klar geregelt. Die Regelung besagt, dass ab 16 Personen Rad Fahrende einen geschlossenen Verband bilden dürfen, der es ihnen erlaubt zu zweit nebeneinander auf der Straße zu radeln. Dies schließt mit ein, dass z.B. an Ampeln der gesamte Verband die Kreuzung überqueren darf, selbst wenn die Ampel zwischenzeitlich auf Rotlicht schaltet.

Seit der StVO-Novelle 2020 ist das Nebeneinanderfahren von zwei Radfahrenden zudem generell erlaubt, solange der übrige Verkehr nicht behindert wird.

Die Gruppe gilt als geschlossener Verband, wenn sie als solcher deutlich z.B. durch einheitliche (Vereins-) Kleidung bzw. geschlossene Fahrweise erkennbar ist.

Im Verband sind Radfahrer von der Radwegbenutzungspflicht ausgenommen. Sie dürfen auch dann auf der Straße fahren, wenn es nebenan einen Radweg mit Benutzungspflicht gibt.

Ein oder mehrere Gruppenmitglieder müssen den Verband führen. Wer die Kolonne anführt, hat dafür zu sorgen, dass sich der Verband an die allgemeinen Verkehrsregeln und die Sonderregelungen hält. Kommunikation erfolgt durch Handzeichen.

Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer haben die Gruppe als ein Fahrzeug zu betrachten und sich dementsprechend rücksichtsvoll zu verhalten, was insbesondere an Kreuzungen und Einmündungen gilt.

Das Glück des Tüchtigen

Die Sinnfrage, warum sich Radsportler regelmäßig einer körperlichen Schinderei ohne jeglichen Ruhm, Ehre und Lohn freiwillig aussetzen hat zweifelsohne ihre Berechtigung. Nicht nur Außenstehende sondern Sportler selbst hinterfragen häufig den Sinn ihres Handelns. Soviel vorweg: um sich überhaupt in die emotionale Gefühlsachterbahn einer stundenlangen Challenge hineinzuversetzen, geschweige sie zu verstehen setzt zwingend erst mal eine Selbsterfahrung voraus, d.h. man muss die Up & Downs am eigenen Leib verspürt haben. Letztendlich verbirgt sich hinter dem unbeschreiblichen Glücksgefühl, wenn Finisher dopamingeschwängert sich am Ziel ihrer Träume in den siebten Himmel gehoben fühlen, der eigentliche Antrieb des scheinbar "verrückten" Tuns. Die extatische Gefühlsexploson an der Finisherline sprengt nicht nur erlittene Qualen für immer und ewig aus dem Kopf, sondern nistet sich unbewusst ins Langzeitgedächtnis ein, das obendrein dauerhaft danach gieren wird. Glücksmomente wirken demnach nicht nur kurzfristig sondern entfalten durchaus einen nachhaltigen Effekt, weil das neuronale Belohnungszentrum (zentraler Impulsgeber des menschlichen Handelns) unverzüglich aktiviert wird. Letztlich ursächlich dafür, das hirneigene Kontrollinstanzen (rationales Denken) überlagert und dem sogenannten Suchtbazillus Tür und Tor öffnet. Da die Aktivierung des Belohnungssystems irrationales Handeln fördert erklärt auch, warum Sportler ihrem Körper mitunter grenzwertige Leistungen abverlangen, ohne dafür zwar keine materielle - aber sehr wohl eine geistige, schwer greifbare, teils lebensverändernde Gegenleistung - erhalten. Hormongesteuert (Glückshormone wie Dopamin und Endorphine leisten ganze Arbeit) wird ein „Suchtreflex" in Gang gesetzt, der im Kontext zum Radsport die leidenschaftliche, manchmal auch zwanghafte Hingabe hinreichend erklärt. Jeder Sportfan dürfte das Bonmot kennen: „Was uns nicht umbringt, macht uns nur stärker“. Und tatsächlich: wer eigenen Ansprüchen gerecht wird und seine "300er Mission" in trockene Tücher gewickelt hat wächst über sich selbst hinaus. Wir hauen mal einen Ratschlag in flapsigen Worte raus: "Probierts'es, dann spürts'es"......

Annekdote

Erfahrungsgemäß beginnt die Ausschüttung der Glückshormone schon etliche Kilometer vor dem Ziel zu tröpfeln, weil das herannahende Happy End immer intensiver ins Bewusstsein rückt. Dementsprechend fühlen sich die Schlußminuten nach der 300 Kilometer-Hatz wie ein emotionaler Showlauf an. Passend dazu eine Anekdote: 2024 wurde etwa 10 km vor Zieleinlauf die Fahrt ausnahmsweise mit der Folge freigegeben, sodass dank einsetzender Dopamin- und Adrenalinausschüttung postwendend beinharte Attacken, Duelle und Sprints im Vollgasmodus ausgefochten wurden, deren Fluchtgruppen flugs das Feld auseinandersprengten. Unglaublich, wieviel Sprit mancher noch im Tank zu haben schien und welche bärenstarken Kraftreserven noch mobilisiert werden konnten. Kurz vor Neutraubling wurden die Ausreißer vom Begleitfahrzeug bzw. Guides gestellt und eingebremst, damit der geschlossene Verband seinem Namen aller Ehren machte und der Tross geordnet in trauter Eintracht unter Beifallsklatschen locker flockig auf den Gärtnerplatz einrollte.

Das Beste zum Schluß

Wie das immer so ist kommt das nach vollbrachter Leistung das Beste verdientermaßen zum Schluß. Freudestrahlend darf sich jeder Ankömmling als Sieger fühlen, worüber worüber abgekämpfte - aber glückbeseelte - Gesichter Bände sprechen. Dank ausgeschütteter Glückshormone wie Dopamin, Serotonin, Endorphin und Oxytocin wird man vor lauter Glücksgefühlen schier überwältigt. Umso größer die physische bzw. mentale Überwindung, desto euphorischer der Hormonrausch. Ein Zusammenhang der erklärt, warum man nach solchen Erlebnissen trachtet. Glück & Leid sind also hauteng miteinander verwoben, wovon gerade Radsportler ein Lied singen können. Trifft der Erschöpfungszustand und Glücksempfinden zeitlich zusammen spiegelt sich darin die Kausalität (Ursache-Wirkungs-Beziehung zwischen zwei Ereignissen) wider. Das eine bedingt das andere, was die Gefühle explosionsartig wie ein Vulkan eruptieren lässt. So betrachtet sind Radfahrer wahrlich Glückspilze, die sich scheibchenweise die schönen Seiten des irdischen Daseins abschneiden. Ein hartverdienter Glückszustand der einzig darauf basiert, allen Widerständen getrotzt und den inneren Schweinehund niedergerungen zu haben, der mit einem Mal jegliche Plackerei mehr als wettmacht. 

»WKT300« Finisher werden nach 300 Kilometern mit einer überschwänglichen Glückshormonausschüttung belohnt, wo sich bei der Zielankunft die kameradschaftliche Verbundenheit entlädt und sich die ausgemergkelten Ankömmlinge überglücklich in den Armen liegen. Schlagartig löst sich die innere Anspannung in Luft auf, jeder freut sich mit Fug und Recht über seine vollbrachte Leistung wie ein Schnitzel. Überall strahlende Gesichter, die ungeschminkt das innere Gefühlsleben nach außen kehren. Sobald sich die Glückshormonschleusen öffnen wird klar, wie sehr sich der aufopferungsvolle Kampf wirklich gelohnt hat. Ein denkwürdiger Moment der unfassbar glücklich, ergriffen und demütig macht. Im Radsport steht das Überwinden von Hürden - sprich Berge versetzen - exemplarisch dafür, dass "Jeder seines Glückes Schmied ist". Insofern ist der erarbeitete Glückszustand beileibe kein Selbstläufer, geschweige eine Zufallserscheinung. Es kommt wie es kommen muss, denn trotz totaler Entkräftung zahlt sich Beharrlichkeit, Zähigkeit, Zielstrebigkeit und Nervenstärke wider Erwarten am Ende doch aus. Lorbeeren wollen verdient sein, bevor der selbstlose Input in Form einer emotionalen "Payback-Karte" fürstlich entlohnt wird. Solche Happy Ends verselbständigt sich und prägen sich tief ins Gedächnis ein, was wiederum klammheimlich die Suchtreflexspirale zündet. Sportliche Extremereignisse mit emotionalen Höhenflügen schenken uns Dankbarkeit für's Leben und beflügeln die Lebensfreude.

Eine weitere Belohnung für die vollbrachte Leistung ließ ebenfalls nicht lange auf sich warten, denn zum "Grand Finale" tischte das Hotel am Gärtnerplatz in Neutraubling ein schmackhaftes Nudelbuffett samt hausgemachten Saucen auf. 

Witzig ist es schon, wenn manche Sportsfreunde Stein und Bein schwören, sich so eine Plackerei nie wieder anzutun, und die Halbwertszeit dieser Absicht binnen kürzester Zeit in den Keller rauscht. Wiegelten direkt nach der Ankunft die meisten auf die Frage nach einer weiteren Teilnahme im nächsten Jahr kategorisch ab, schaute beim leckeren Abendbuffet die Welt schon wieder viel "rosiger" aus. Und schon kamen alle Absichtserklärungen ins Wanken. So wurde aus einem "nie wieder" plötzlich ein "schau mer mal", oder "vielleicht bin ich doch dabei". Das lässt tief blicken, wobei der Meinungsumschwung nicht wirklich überraschend ist, was man dem rumorenden Suchtbazillus zu verdanken hat. In diesem Sinne: see you again:-)

Nach der Tour ist vor der Tour 

Nicht vergessen: genauso wie in der heißen Phase vor dem Start getapert und die Belastung stufenweise heruntergefahren wird, um ausgeruht an der Startlinie zu stehen, so benötigt der Körper nach der Ausdauerschlacht seine Regenerationszeit. Nach dem 300 Kilometer-Marathon ist für 1-2 Wochen erholsame Ruhe angesagt, damit sich der geschundene Körper wieder vollständig erholen kann.

 Wer sich seinen Glückscocktail verdienen und sein Palmares aufwerten möchte erhält am 15. August 2026 die Chance dafür. Vorausgesetzt der Anmeldetermin am 1. Mai wurde nicht verpasst. Mariä Himmelfahrt ist übrigens in katholischen Städten und Gemeinden Bayerns ein gesetzlicher Feiertag. 

Kontaktdaten                                      

Biketeam e.V.
Sophie-Scholl-Str. 64 
93055 Regensburg

info@biketeam-regensburg.de

Anmeldung: rennrad@biketeam-regensburg.deinfo@biketeam-regensburg.de

https://www.biketeam-regensburg.de/sportbetrieb/wkt-300/

https://www.weltkulttour.de/start/

Hotel am Gärtnerplatz (Start+Ziel)
Gärtnerplatz 12
93073 Neutraubling

Telefon:  09401 / 9440

mail@hotel-am-gaertnerplatz.de

https://www.hotel-am-gaertnerplatz.de