Streckenchronik

Die Šumava-Rundtour führt von Haidmühle über die Dreisesselstraße - Max-Pangerlstraße und Neuthaler Straße zum Grenzübergang Nové Údolí (Neuthal).

Auf der Neuthaler Straße weisen bereits Schilder den Weg zum Grenzübergang Nové Údolí (Neuthal).

Kaum ist das Ortsende erreicht, taucht man in das satte Grün saftiger Wiesenhänge ein. Die Kalte Moldau bildet zwischen Deutschland und Tschechien eine natürliche Grenze. Sie ist bis Sto?ek (Tusset) Wegbegleiter.

 Kalte- und Warme Moldau

Der Zusammenfluss der Quellbäche Weberaubach, Goldgrubenbach und Rothbach im sumpfigem Waldgebiet unterhalb des Haidel bilden den Ursprung der Kalten Moldau. Die Kalte Moldau (Studená Vltava) ist der rechte Quellfluss der Moldau (Vltava). 

Die Warme Moldau (Teplá Vltava) entspringt etwa 500 m nördlich der bayerisch-tschechischen Grenze (nahe Kvilda/CZ (Außergefild) am Südosthang der ?erná hora (Schwarzberg (1315 m) im Böhmerwald. Sie ist der linke Quellfluss der Moldau und gilt als Hauptquellfluss der Moldau. Nach 56 km vereinigt sich die Warme Moldau westlich von Chlum (Humwald) mit der Kalten Moldau, von wo ab der Fluss den Namen Moldau trägt.   

Die Moldau - bisweilen auch als „Böhmisches Meer“ bezeichnet - ist der längste Fluss Tschechiens (430 km) bzw. der größte Nebenfluss der Elbe. Sie entwässert ein Gebiet von 28.000 km² mit durchschnittlich 151 m³/s an der Elbmündung. 

Zur Zeit des Kalten Krieges war Europa durch den Eisernen Vorhang geteilt, weswegen das Tal der Kalten Moldau zwischen Stožec und der deutschen Grenze bis 1990 Sperrgebiet war. 

Autoverkehr gibt es mit Ausnahme vereinzelter Parkplatz-Anfahrten keinen, da der Grenzübergang ausschließlich für Fußgänger und Radfahrer geöffnet ist. Somit beginnt das Radvergnügen auf der leicht abschüssigen Neuthaler Straße schon vom Start weg.

Grenzübergang Haidmühle / Nové Údolí (Neuthal)     

Nach 1,6 km wird in Nové Údolí (Neuthal) die Landesgrenze zur Tschechischen Republik überschritten.

 Iron Curtain Trail

Das Radwege-Signet (Europaflagge, Nr. 13) bezieht sich auf den Iron Curtain Trail (EuroVelo 13), der wechselseitig des Eisernen Vorhangs verläuft (Gesamtlänge 10 400 km). Die Fernradroute erinnert an den Kalten Krieg, als Europa von der Barentssee bis zum Schwarzen Meer über 4 Jahrzehnte geteilt war. Die Europaflagge bestehend aus einem Kranz von zwölf goldenen fünfzackigen Sternen auf azurblauem Hintergrund wurde 1955 vom Europarat eingeführt und 1986 als Symbol für alle Institutionen der Europäischen Gemeinschaften übernommen.

 Die Staatsgrenze zur Tschechischen Republik kann von EU-Staatsangehörigen seit dem 1.1.2008 mit einem gültigen Reisedokument überquert werden. Der Grenzübergang ist für Fußgänger und Radfahrer ganzjährig geöffnet.

Vom geeinten Europa und dessen erleichterten Reisebedingungen profitieren grenzüberschreitende Radfahrer in besonderem Maß. Vier Jahrzehnte war die tschechische Grenzregion zur Zeit des Kalten Krieges militärisches Sperrgebiet, das weder tschechischen Zivilisten noch ausländischen Touristen zugänglich war. Erst nach der politischen Wende wurde die Militärzone aufgehoben.

 Beim Grenzübergang befindet sich der Bahnhaltepunkt Nové Údolí. Die Bahnstrecke ?eské Bud?jovice–?erný K?íž-Nové Údolí wird von Personenzügen im Zweistundentakt bedient (begrenzte Radtransportkapazität). 

 Bahnverbindung ab/an Nové Údolí

1910 erhielt der Ort mit der Inbetriebnahme der Bahnstrecke Prachatice–Tusset und grenzüberschreitend weiter nach Passau Anschluss ans Eisenbahnnetz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Bahnbetrieb auf deutscher Seite eingestellt, weshalb die Eisenbahnstrecke bis heute am Grenzübergang Nové Údolí/Haidmühle endet. Neben Nahverkehrszügen verkehrt in den Sommermonaten auch ein Schnellzugpaar zwischen Nove Udoli über Krumau-Budweis nach Prag (5½ Stunden Fahrzeit).

Radfahrer und Fußgänger können die Grenze zwar ohne Kontrollen passieren, dennoch ist ein Ausweis mit zu führen. Von der Talsohle des Grenzübergangs (802 m) radelt man zum Radwegeknotenpunkt Nové Údolí 30 hm hinauf und taucht in eine sauerstoffangereicherte Waldpassage ein. 

500 m nach dem Grenzübergang erreicht man die Weggabelung <Nové Údolí>, an der Richtung Stošek (Tusset) links abgezweigt wird.

 Hinweis zum Beschilderungssystem in Tschechien

Die Namensgebung von Verzweigungspunkten (Gemarkung) inkl. Höhen- und Entfernungsangaben (POI) informiert über das Wesentliche und erleichtert die Orientierung.

 Geradeaus: Dreiländer-Radweg zum Schwarzenberger Schwemmkanal 

Die Straße windet sich 4 km durch bewaldetes Gebiet nach Sto?ek. Da kommt Freude auf, hüben wie drüben kein Verkehr.  

Für einen Tourstart bietet der anfangs flache Straßenverlauf bei komoder Pulsfrequenz das ideale Warm Up.

Trotz akustischer Warnsignale heran nahender Züge ist Vorsicht an dem unbeschrankten Bahnübergang der Bahnlinie ?eské Bud?jovice–?erný K?íž-Nové Údolí geboten.

In Stošek (780 m) im Tal der Kalten Moldau befindet sich für Radfahrer eine wichtige Weggabelung. Der kleine Ort hat zwar nur 200 Einwohner, für Radtouristen genießt er als Radwege-Drehscheibe jedoch große Bedeutung. 

 Flache, verkehrsfreie "Radwegstraße" im Tal der Moldau (Nr. 51) über Cerny Kriz/Schwarzkreuz nach Nová Pec (Neuofen) - identisch mit Šumavská magistrála (Nr. 33). 

Vom Tal der Moldau bestehen Querverbindungen hinauf zum Schwarzenberger Schwemmkanal (u.a. Nr. 54). Allerdings beträgt der Höhenunterschied rund 200 hm.

Der einladende Rastplatz - umgeben von Infotafeln - verlockt zu einer Verschnaufpause.

Durch das ausgezeichnete Beschilderungssystem behält man immer den Überblick und ist darüber hinaus über das Höhenlevel informiert. 

Nach der Richtungsänderung gen Westen entfernt man sich vom Dreiländereck.

Am Ortsrand wird nach ?eské Žleby (Böhmisch Röhren) die Kalte Moldau (Studená Vltava) überquert. 

Lautlos und gemächlich fließt die Kalte Moldau dahin, wo sie sich keine 10 km weiter mit der Warmen Moldau vereinigt - die wir auf dieser Tour ebenfalls zu Gesicht bekommen - und von dort ab den Namen Moldau trägt.

Die Straße führt direkt nach ?eské Žleby, weshalb das Radwegeschild mit der alternativen Offroadvariante (rechts) beruhigt ignoriert werden darf.

Auf dem folgenden 3 km langen Anstieg nach ?eské Žleby stehen 150 hm mit einer Durchschnittssteigung von 4,8% an. 

Die Zeit bleibt auch in Südböhmen nicht stehen. Bis vor kurzem stand hier noch kein Hotel. 

Gleich ist der erste Anstieg des Tages geschafft. 

Auf dem Rückweg passieren wir diese Stelle von Norden aus dem Moldautal kommend abermals und radeln geradeaus zum Grenzübergang Marchhäuser.

 ?eské Žleby (Böhmisch Röhren) 

Im Mittelalter verlief hier der Goldene Steig (Handelsweg Passau - Bischofsreut - Volary -Prachatice). In seiner Blütezeit lebten in der höchstgelegenen Siedlung des südlichen Teiles des Nationalparks und des Naturschutzgebietes Böhmerwald in den 30 er Jahren des vergangenen Jahrhunderts 1200 überwiegend deutsche Einwohner. Einst standen einmal 4 Gasthäuser, Hotels, 5 Lebensmittelgeschäfte, Post und eine Finanzwache. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zur Abschiebung der deutschen Bevölkerung und wegen der unmittelbaren Grenznähe zur Bayern (Eiserne Vorhang) gab es keine Neubesiedlung. Ihren ehemaligen Gemeindestatus hat der Ort verloren. ?eské Žleby gehört verwaltungstechnisch heute zur Gemeinde Stožec.

Manch einer mag sich über die aufgeschichteten Steinwälle, die vielerorts Wiesen-, Feldflächen begrenzen wundern. Als Mauern bildeten sie einst Eigentumsgrenzen und sind heute stumme Zeugen aus verblichener Zeit.

An der Begrenzungsmauer in der Rechtskurve steht eine Reihe ausgemusteter Wanderschuhe, die als Blumentopf umfunktioniert wurden. 

 

Eine kleine Reststeigung bleibt noch hoch zu kurbeln. Erst nach dem Linksabzweig an der nächsten Straßenkreuzung ist am Ortsausgang das Hochplateau erreicht.

 Lenora - Kvilda (Außergefild)

Die letzten Meter bergauf, bevor es nach Hliništ? (Leimsgrub) hinab geht und links in die Nationalstraße 4 (Prag-Phillipsreut-Passau / Bundesstraße 12) eingebogen wird. 

Strážný (Kuschwarda)

Bis zum Grenzort Strážný nahe Phillipsreut haben sich die Anstiege auf 250 hm kumuliert. Umrahmt von den Gipfeln Strážný (1115 m ü. M.), Chlustov (1094 m. ü. M.) und dem Radvanický Bergkamm ist die Gemeinde Strážný in der Talkessellage vor kalten Winden geschützt, weshalb im Ort trotz Höhenlage ein relativ mildes Klima herrscht.

Von der Stille und Ursprünglichkeit der Natur geht es ansatzlos mitten hinein in den Touristenrummel, wo Vitnamesenmärkte, Casinos und zahlreiche Bars das geschäftige Ortsbild bestimmen. Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs entwickelte ein reger Grenztourismus. Nach dem EU-Beitritt Tschechiens und der damit verbundenen Zollfreiheit ging der Handel in Duty-Free-Shops zwar zurück, dennoch macht die grenznahe Tankstelle, Spielbanken, Standbetreiber uns sonstige Etablissements gute Umsätze, was im übrigen durch den Beitritt Tschechiens zum Schengener Abkommen (21. Dezember 2007) zusätzlich gefördert wird. 

Strážný entstand als Niederlassung am Goldenen Steig 1672/1689. 1781 wurde die Dreifaltigkeitskirche errichtet. Diese wurde 1965 auf Anweisung der Abteilung für das Bauwesen beim ONV (Bezirks-Nationalausschuss) wegen Baufälligkeit gesprengt und der Friedhof eingeebnet. 1833 entstand die noch heute bedeutende Straße Seit dem Jahr 1844 hat die Gemeinde das Marktrecht. 

Die Gemarkung Strážný - U ?asté (810 m) kennzeichnet einen wichtigen Abzweigepunkt.

Die aktuelle Beschilderung auf gelben Hintergrund und schwarzer Umrandung wurde erst kürzlich angebracht. Das nächste Zwischenziel der Nationalpark-Route heißt Knížecí Plán? (Fürstenhut), wo auch der Iron Curtain Trail verläuft.

 Da von Strážný bis ins 23 km entfernte Kvilda ein nahezu menschenleeres Gebiet durchkreuzt wird auf dem 520 hm zu überwinden sind, sollten Trinkflasche/Trinkblase aufgefüllt werden. Einkehrmöglichkeiten bestehen nur in Knížecí Plán? (1.005 m; sporadisch bewirtschaftet) bzw. Bu?ina (1156 m). 

Eine unscheinbare Forststraße zweigt kurz vor Ortsende in Strážný rechts ab. Bis zum Postberg schraubt man sich im Nationalpark Šumava auf der 16 km langen Passage nach oben. Die Stille der Natur steht im krassen Gegensatz zu dem geschäftigen Gewusel in Strážný. 

Endlich wieder das gewohnte Bild: wir tauchen ein in die urwaldähnliche Landschaft.

Breit, guter Fahrbahnbelag, verkehrsfrei und unberührte Natur - da stellt sich das Radvergnügen trotz des Anstiegs ein.

Je höher man sich im Böhmerwald schraubt, desto angenehmer wird die Lufttemperatur. 

Die homogene Steigung macht es leicht, seinen Tritt-Rhythmus zu finden. Außerdem wird es im Schnitt von 5% alles andere als knackig steil.

Auf halber Höhe lädt der traumhaft gelegene Rastplatz Zdarske jcirko (953 m) zu einer wohl verdienten Verschnaufpause ein. 

Um die Moral ein wenig zu pushen kann nach 140 hm seit Strážný zwischenbilanziert werden. So liegt das Gasthaus Knížecí Plán? nur 50 hm bzw. der höchste Streckenpunkt der Tour 320 hm über dem Level des Pausenplatzes.

Keine 100 m entfernt liegt im Verborgenen ein See, der vom Rastplatz aus nicht einsehbar ist.

Bei dieser wildromantischen Umgebung hat man gut Lachen.

 Verhaltensregeln 

Radfahren ist in der Nationalparkregion Šumava nur auf öffentlichen Straßen und markierten Radwegen gestattet. Nationalparkhüter (Ranger) kontrollieren die Einhaltung der erlassenen Verordnung, um das Schutzbedürfnis bedrohter Tier- und Pflanzenarten zu wahren. 

Besuchsordnung Böhmerwald

Das erste Hochplateau ist erreicht weshalb es sich spürbar leichter rollt.

Unbewohnte Gegend, so weit das Auge reicht.

Knížecí Plán? (Fürstenhut)     

Die 1000 Meter Grenze ist geknackt. Kurzer Orientierungscheck

Knížecí Plán? (Fürstenhut) existiert wie Bu?ina (Buchwald) heute nicht mehr. Das ehemalige Dorf bzw. das Forsthaus entstand 1792 durch die Fürsten von Schwarzenberg - die ihren im Krumau hatten. Zu dieser Zeit gab es etwa 70 Gebäude mit mehr als 500 Bewohner. Im 2. Weltkrieg waren in der Holzhütte hinter dem Forsthaus Gefangene untergebracht. 1946 wurde die überwiegend deutschstämmige Bevölkerung vertrieben und die Gebäude bis 1956 abgerissen. Übersicht verschwundener Orte im Böhmerwald

Seit Wegfall des Eisernen Vorhangs entwickelte sich Knížecí Plán? immer mehr zur beliebten Anlaufstelle von Radfahrern und Wanderern. 

Eine scharfe Paprika-Gulaschsuppe und ein Pivo geht als leckere Zwischenmahlzeit immer.

 Querverbindung nach Borova Lada (Ferchenhaid; Nr. 1040), 5km

Auf dem flachen Hochplateau kann man Kräfte sammeln für den bevorstehenden steilen Abschnitt nach Bu?ina.

Blicke schweifen lassen und Energien schöpfen.

Die Steigung zieht den letzten Kilometer vor Bu?ina mit 12% nochmals die Daumenschrauben an.

Bu?ina (Buchwald) 

Das Schild bringt die "Erlösung". Bu?ina ist ein Ortsteil der Gemeinde Kvilda und liegt nur 500 m von der deutsch-tschechischen Grenze entfernt.

Nach dem 10% Schlussanstieg ist der zweithöchste Streckenpunkt der Route (1168 m) an der Wegkreuzung erreicht. Nun steht die Entscheidung an ob zur Moldauquelle geradeaus weiter gefahren oder ein Zwischenstopp zur Besichtigung der Gedenkstätte bzw. Einkehr im Hotel Alpenblick (Alpská Vyhlídka).vorgezogen wird (links abzweigen).

 Rechts: Straßenverbindung nach Kvilda (Außergefild). Linie der „Grünen Busse“ der ?SAD verkehrt zwischen Horská Kvilda und Kvilda-Bu?ina (Haltepunkt 800 m).

Bu?ina wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gegründet. Es lag an der Handelsrute Goldener Steig, der von Bergreichenstein (Kašperské Hory) über Finsterau bis zur Donau führte. Früher standen hier Wohnhäuser, Zollgebäude, eine Kaserne, ein Forsthaus, eine Volksschule und eine Bank. Bis zum 2. Weltkrieg war der Ort vorwiegend von deutscher Bewohnern besiedelt, danach wurden die Bewohner vertrieben und die Gebäude abgerissen.

Der Böhmerwald ist unter Wanderern äußerst beliebt. So läuft z.B. der Europäische Pilgerweg - VIA NOVA - von Vilshofen an der Donau kommend über Mauth nach Kvilda und P?íbram.  

Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs setzte das letzte Jahrzehnt in Bu?ina ein regelrechter Radfahrer- und Wanderer-Boom ein, weshalb das Hotel Alpenblick (Alpská Vyhlídka) vor einigen Jahren eröffnet wurde.

 Geradeaus: Fortsetzung des Nationalpark-Radweg (zur Landesgrenze 200 m) 

Gedenkstätte 

Vom Dorf Bu?ina – bzw. was davon übrig blieb – ist ein Ort zum Innehalten, denn ein Mahnmal erinnert an eine düstere Epoche. 

Eine Gedenkstätte erinnert an die Nachkriegszeit des Eisernen Vorhangs. Das Mahnmal besteht aus einem T-Zaun, Hochspannungszaun, Spurenstreifen, eine Wachturmkabine und am oberen Ende des Zauns steht ein typischer Stahlwachturm. Dazu beleuchtet eine bebilderte Schautafel das dunkle Kapitel der Geschichte.

Ein beklemmendes Gefühl, wenn man auf dem - von Stacheldraht - eingesäumten Todesstreifen läuft.

Das Mahnmal mit dem rekonstruierten Zaun befindet sich nur wenige Meter neben der früheren Originalposition. 

 

 

Nördlich von Bu?ina erhebt sich mit einer Höhe von 1254 m der Tafelberg (Stolová hora), westlich der Siebensteinkopf (Sedmiskalí, 1263 m) sowie im Nordwesten der Schwarzberg, (?erná hora, 1315 m) und der Postberg (Stráž, 1308 m). 

  Bu?ina  (Buchwald) 

Bu?ina bestand ehemals aus 26 Häusern. 1930 lebten in der Gemeinde 347 Personen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges fiel die Ortschaft an die Tschechoslowakei zurück. Deutsche Bewohner wurden vertrieben und das Gebiet zur militärischen Sperrzone erklärt, wodurch die Häuser dem Verfall preisgegeben waren. Nachdem die Ära des Kalten Krieges die hermetische Abschottung mit sich brachte, erfolgte 1956 der Abriss des Dorfes. Erhalten blieben nur ein Hotel, das als Kaserne genutzt wurde sowie die Kapelle des hl. Michael, die jedoch im Laufe der Zeit verfiel. Nach Grenzöffnung wurde sie wiedererrichtet und 1992 eingeweiht.  

Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs erlebt Bu?ina einen touristischen Aufschwung. Heute ist es ein beliebtes Ausflugsziel für Radfahrer, Mountainbiker, Wanderer. sowie Ski-Langläufer, was den Grundstein für einen - aus naturschutzrechtlicher Sicht umstrittenen - Hotel-Neubau legte. Das Hotel Alpská vyhlídka - übersetzt Alpenblick - macht seinem Namen aller Ehre, denn bei Fernsicht erlaubt die exponierte Lage einen sagenhaften Blick bis zu den Alpen. Das höchst liegende Hotel im Nationalpark Šumava (1182 m ü. NN.) verfügt wegen strikter Nationalparkregeln keine KFZ-Zufahrtsmöglichkeit.  

Hotel Alpenblick (Alpská Vyhlídka) 

Bei Fernsicht bietet sich vom Hotel "Alpská Vyhlídka" - ehemals Peschlerhütte - ein gigantischer Ausblick auf die Alpen.

Eine Radtour wird erst durch seine Pausen perfekt. Dazu bietet die Hotelterrasse mit seiner Erste-Sahne-Aussicht beste Gelegenheit.

Glück dem Tüchtigen. Die Regenschauer zogen rings rum vorbei.

 

Nach der kurzen abschüssigen Hotelzufahrt führt die Route links weiter (rechts zur Landesgrenze 200 m).

Die Kapelle des hl. Michael (1891 errichtet) blieb 1956 zwar von der Zerstörung des Dorfes verschont, dennoch verfiel sie. Nach der Grenzöffnung wurde sie wiedererrichtet und am 4. Oktober 1992 eingeweiht.

An jener Wegekreuzung, wo man vorher rechtsseitig herauf kam biegt man links ab, wo sich der Berganstieg fortsetzt. 

Wer sich auf den Anstieg mit einer Durchschnittssteigung von 7.5% vorher einstellt tut sich mental leichter über den Berg zu kommen.

 

Die Beschilderung lässt keine Missverständnisse aufkommen, einfach der Markierung "Pramen Vltavy" (Moldauquelle) folgen.