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Genussradtour im mystischen Drachenland
Inhaltsverzeichnis
Chambtal-Radweg - Anbindung Neukirchen b.Hl.Blut - Eschlkam
Streckendaten
Ausgangspunkt: Neukirchen b.Hl.Blut (Meereshöhe: 491 m)
Endpunkt: Eschlkam
Streckenlänge: 9,3 km
Höhenmeter: 170 hm (empfohlene Fahrtrichtung)
Eckdaten
Streckenlänge 9.3 Kilometer
↑ ≈ 170 Höhenmeter (laut Google-Maps)
Streckenhochpunkt 526 m ü.NHN. (KM 2.0)
Streckentiefpunkt 441 m ü.NHN. (KM 5.5)
• Streckenverlauf: Neukirchen b.Hl.Blut → Stachesried → Eschlkam → Anschluß Chambtal-Radweg
• Radgattungsempfehlung: Tourenbike, Trekkingbike, Gravelbike, Mountainbike, ebike
Attraktionen - Sehenswertes
Neukirchen b.Hl.Blut:
- Wallfahrtskirche Mariä Geburt
- St. Anna Kapelle
- Klostergarten der Franziskaner
- Wallfahrtsbrunnen am Marktplatz vorm Rathaus
- Wallfahrtsmuseum (über 1 000 Original – Exponate)
- Naturbad
- Klangweg/Naturlehrpfad/Kunstwanderweg
- Kunstpavillon Stachesried
eBike-Ladestationen
Neukirchen b.Hl.Blut:
- Rathaus, Marktplatz 2
- Mittelschule, Marktstraße 38
- Naturbad, Deschermühlweg oder über Pater-Fortunat-Straße
Hohenbogen:
Hohenbogenbahn, Talstation, Liftstraße 2
Hohenbogenbahn, Bergstation (Berghaus Hohenbogen)
Berggasthaus Schönblick, Hoher Bogen 1
Ausgangspunkt der Anbindung zum Chambtal-Radwegs ist Neukirchen b.Hl.Blut im Hohenbogenwinkel (»Naturpark Oberer Bayerischer Wald«) in der Oberpfalz. Die wellige Route verläuft nahezu verkehrsfrei auf einem Teilabschnitt der beschilderten TRANS BAYERWALD Route (7. Etappe Nord) und trifft in Eschlkam auf den Chambtal-Radweg. Dieser bietet einen Direktanschluss entweder zum Grenzübergang Neuaign/ Vseruby (Neumark) in Westböhmen, oder in entgegengesetzter Richtung Furth im Wald, von wo der flache Chambtal-Radweg weiter zur Kreisstadt Cham führt.
Streckengrafik
Bewegen sie ihren Cursor auf dem Höhenprofil, wird interaktiv oben auf der Streckengraphik die geographische Position eingeblendet.
Verbindungsspange Neukirchen beim Hl. Blut - Eschlkam
Wer den Abstecher zwischen Neukirchen beim Hl. Blut und Eschlkam befahren möchte, muss sich auf einige - wenn auch nur kürzere - Anstiege einstellen, denn ganz so flach wie der Chambtal-Radweg gibt sich die Anbindungsspange nicht. Die Naturlandschaft entlang des langgestreckten Gebirgkamms des Hohenbogen - abseits der Further Senke - ist recht hügelig, dafür aber auch ursprünglicher und spektakulärer weil sich herrliche Aussichtspanoramen bieten, sowie der Wegesrand entlang des Kunstwanderwegs auf der Leminger Höhe von faszinierenden Kunstobjekten gesäumt ist.

Foto: Marktplatz von Neukirchen b.Hl. Blut. Im Hintergrund sind die Nordhänge des Hohenbogen zu erkennen, auf denen im Winter die Skisportler hinab carven.
Die 9 km lange Anbindung zum Chambtal-Radweg nutzt die beschilderte 7. Etappe der TRANS BAYERWALD Route und stellt über Forst- und Schotterwege sowie vereinzelte Straßenabschnitte eine naturnahe Verbindung zwischen den Marktgemeinden Neukirchen b.Hl. Blut und Eschlkam her. Das hügelige Streckenprofil in der bayerisch-böhmischen Grenzregion wird maßgeblich von einer unberührten Wald- und Wiesenlandschaft bestimmt, dessen abgeschiedene Lage insbesondere für Radfahrer wie für Wanderer optimale Bedingungen bietet, die körperliche Aktivität mit inspirativem Naturgenuss bestens in Einklang bringen.

Die Hauptattraktion der Chambtal-Radweg-Anbindung ist der lang gezogene Bergrücken des Hohenbogen. Stets omnipräsent liegt das markante Hohenbogenmassiv, dessen unverwechselbares Merkmal die beiden Natotürme auf dem 1.079 Meter hohen Schwarzriegel, sowie der BR-Sendeturm auf dem westlich gelegenen Burgstall (976 m ü.NN.) sind, im Blickfeld. Seiner exponierten Lage wegen ist der 8 km lange Höhenzug das prägende Charaktermerkmal des Hohenbogenwinkels im »Naturpark Oberer Bayerischer Wald«. Das Hohenbogen-Massiv besteht aus den Gipfeln: Ahornriegel 1.050 m ü.NN. (Sesselbahn-Bergstation), Schwarzriegel 1.079 m ü.NN. (ehemalige Fernmeldetürme der Luftwaffe), Eckstein, 1.073 m ü.NN., Bärenriegel 1.017 m ü.NN. und Burgstall 976 m ü.NN. (Sendeanlage des Bayerischen Rundfunks).
Seit 2014 ist der 75 m hohe Fernmelde-Hauptturm auf dem Schwarzriegel mit einer Wendeltreppe an der Außenfassade versehen, die zu einer in 50 m Höhe liegenden Aussichtsplattform hinauf führt und der Öffentlichkeit zu Besuchszeiten zugänglich ist (siehe unten blaue Infobox).
Neukirchen b. Hl. Blut
Neukirchen b. Hl. Blut ist Bayerns zweitgrößter Marienwallfahrtsort. Der reizende Markplatz wird von der Wallfahrtskirche und zwei mächtigen Linden dominiert, dessen Alter auf 400 Jahre geschätzt wird. Neukirchen wird 1301 erstmals urkundlich erwähnt und erhielt 1377 Marktrecht. Seit Jahrhunderten zählt die Wallfahrt zur Madonna von Neukirchen beim Heiligen Blut zu den bedeutendsten bayerischen Marienwallfahrten. Heute hat Neukirchen b. Hl. Blut 3.641 Einwohner (31. Dez. 2024) und bietet eingebettet in hügeliger Naturlandschaft am Fuß des Hohenbogens für Trekking- Mountain- und Gravelbiker reichlich Tourenpotential, das z.B. durch die TRANS BAYERWALD und dem Chambtal-Radweg hervorragend erschlossen ist.
Die Verbindungsspange ist nicht nur „one way" von Neukirchen beim Hl. Blut zum Chambtal-Radweg nach Eschlkam interessant sondern auch für alle diejenigen, die in Gegenrichtung den Wallfahrtsort anvisieren. Wer den Chambtal-Radweg beispielsweise von der Landesgrenze Neuaign/Vseruby (kein Gasthaus, keine Übernachtungsmöglichkeiten) nach Eschlkam zurück radelt, dem drängt sich der reizvolle Abstecher nach Neukirchen b.Hl.Blut geradewegs auf. Wegen der niedrigeren Höhenlage Eschlkams weist die Fahrtrichung nach Neukirchen b.Hl. Blut knapp 50 hm mehr auf (≈ ↑ 217 hm ↓ 170 tm).


Die TRANS BAYERWALD ist in beiden Fahrtrichtungen lückenlos beschlidert. Entfernungs- und Höhenmeterangaben, sowie Piktogramme für Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten liefern On Tour wertvolle Infos.
Streckenbeschreibung

Der Startpunkt der Verbindungsspange zum Chambtal-Radweg befindet sich an der Fahrrad Reparaturstation gegenüber der Hohenbogenstraße 24 (Einmündung Freybachstraße), wo man in die beschilderte TRANS BAYERWALD - Route einsteigt, die entlang des Freybachs zum Naturbad (500 m) führt.
Fahrrad-Reparaturstation
Ausstattung
-
Kreuzschlitzschraubendreher
-
Torxschlüssel Set
-
Reifenheber
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Einmaulschlüssel
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Doppelmaulschlüssel
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Inbusschlüssel Set
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Pedalschlüssel
-
Speichenschlüssel
-
Reifenheber
-
Pumpe mit Adapter für alle Ventile

Die Route verläuft weiter über Stachesried nach Eschlkam, wo nach 9.3 km am Ortsrand des Marktes der geographische Schnittpunkt erreicht wird (Kreuzungsbereich Freybachstraße / Eschlkamer Hauptstraße), an dem die TRANS BAYERWALD und der Chambtal-Radweg aufeinandertreffen.
Naturbad Neukrichen b.Hl. Blut

Naturbäder erfreuen sich großer Beliebhteit, auch weil das Wasser nicht mit Chlor desinfiziert sondern biologisch durch Pflanzen wie Schilf und Seerosen aufbereitet, wird. Rein biologisch betrachtet stellt das selbstreinigende Wasser in Naturbädern ein geschlossenes Ökosystem dar, indem sich Lebensgemeinschaften bilden solange das Biobad im Gleichgewicht bleibt und nicht umkippt. Die hygienische Überwachung ist gewährleistet indem die Wassertemperatur, Sauerstoffsättigung und pH-Wert regelmäßig gemessen werden.

Es ist eine reine Wohltat ins erfrischende Naturbad zu springen. So bekommt die Beinmuskulatur - genauso wie die Psyche - ihre wohlverdiente Auszeit.

Der Weg ist das Ziel. Natur, Kunst und Kultur - die attraktive Anbindungsroute zum Chambtal-Radweg verspricht einen abwechslungsreichen (Wege-) Mix, der wahrlich keine Langeweile aufkommen lässt.

Unterhalb vom Naturbad, vorbei am Bauhof und Wertstoffhof am Deschermühlweg wird der Freybach zweimal auf Holzbrücken überquert, bevor rechtshaltend der Naturlehrpfad eingeschlagen wird, sich ein leichter Anstieg anschließt und dann links in die unasphaltierte Hochstraße (Klangweg/Naturlehrpfad) einmündet (KM 1.6). Bis zum Rastplatz (KM 2.0) werden knapp 70 hm überwunden.

Entlang des Weges überblickt man in der 8 km langen Längsachse den gewaltigen Gebirgskoloss des Hohenbogen. Das Bergmassiv setzt sich aus fünf einzelnen Gipfeln zusammen: von Nordwest nach Südost umfasst es den Burgstall (976 m ü.NN.) auf dem sich der Sendemasten des Bayerischen Rundfunks befindet, Bärenriegel (1.017 m.ü.NN.), Eckstein (1.073 m.ü.NN.), Schwarzriegel (1.079 m.ü.NN.) - auf dessen höchster Erhebung des Hohenbogen sich die denkmalgeschützten Doppeltürme (keine Nato-Türme wie landläufig behauptet) befinden, sowie am östlichen Rand den Ahornriegel (1.050 m.ü.NN.), auf dessen Nordhänge in den Wintermonaten Skifahrer hinab wedeln.

Nach kräftezehrender Kurbelarbeit ist man immer wieder froh ruhige, abgelegene Rastplätze in schöner Naturidylle vorzufinden. So auch am Ortsrand von Neukirchen beim Hl. Blut, wo man sich von dem imposanten Anblick auf den Hohenbogen gar nicht satt sehen kann. Ideal für ein kleines Päuschen, um in aller Ruhe das eindrucksvolle, wuchtige Hohenbogen-Gebirgsmassiv mit Muße auf sich einwirken zu lassen.
Vom Hochplateau schließt sich die folgenden 3.5 km bis zur Talsohle kurz vor Stachesried ein sanftes Gefälle (100 Tiefenmeter) an. Vorsicht ist bei KM 4 geboten, da am Waldrand die Route auf der gerade verlaufenden Hochstraße unvermittelt rechts abzweigt.

Foto: am linken Bildrand ist auf der Anhöhe der pyramidenförmige Kunstpavillon von Stachesried erkennbar
Die Gefällstrecke geht in der Talsohle unmittelbar in den letzten Anstieg (KM 5.5 - KM 8.0, 84 hm) hinauf nach Stachesried (Brünstweg) über, wo auf der Hügelkuppe der auffällige pyramidenförmige Kunstpavillon schon von weitem ins Auge sticht.
Vor Stachesried (KM 6) ist erhöhte Vorsicht auf einem kurzen Streckenabschnitt der Hauptstraße (Eschklam-Neukirchen b.Hl. Blut) geboten, die nach 160 Meter linksseitig verlassen wird.
Kunstpavillon Stachesried

Neben der Staatsstraße 2154 bei Stachesried wird ein pyramidenförmiger Kunstpavillon <IN DER NEUEN MITTE EUROPAS – LICHT UND SCHATTEN> passiert. Die Holzpyramide zeigt großformatige Bilder von weltweit anerkannten Künstlern, die ihre Sicht der Osterweiterung der EU mit Licht und Schatten darstellen. Der Kunstpavillon fügt sich harmonisch in das Landschaftsbild und stellt eine gelungene Symbiose zu den Exponaten dar. Der Kunstpavillon ist für die Öffentlichkeit frei zugänglich. Er stellt die Ergänzung zum Kunstwanderweg der 2001 auf der Leminger Höhe eröffnet wurde. Unter dem Motto „Grenzbegegnungen – Wege zwischen Ost und West“ ließen national wie international renommierte Künstler beeindruckende Kunstwerke (Skulpturen) entstehen, die sich dem Thema Annäherung zwischen Deutschland und Tschechien – Bayern und Böhmen widmen. Der Wegfall des ehemaligen „Eisernen Zaunes“ fördert den europäischen Gedanken und Zusammengehörigkeitsgefühl, was natürlich auch grenzüberschreitenden Radtourismus seinen tiefgründigen Ausdruck findet.
Vom Kunstpavillon Stachesried geht es weiter durch den Wald Richtung Leming. Nach durchqueren des Wäldchens halten wir uns beim ersten Anwesen rechts bergauf um auf den Rücken der Leminger Höhe und des Kunstwanderweges zu gelangen.
Kunstwanderweg Leminger Höhe - Grenzbegegnungen - Wege zwischen Ost und West
Das Werk am Kunstwanderweg „Bruder Mond und Schwester Sonne” stammt von Peter Mayer. Die unbehandelten Flussfindlinge die Sonne und Mond tragen, stehen als Symbolik für Menschen dieseits und jenseits der Grenze, die sich durch die das wechselvolle Miteinander in der ereignisreichen Geschichte über Jahrhunderte gegenseitig gerieben und geformt haben.

Die Leminger Höhe (506 m ü.NN.) bietet einen imposanten Ausblick auf Eschlkam, den Drachensee - und selbstverständlich herrliche Panoramaaussichten sowohl auf das majestätisch emporragende Hohenbogenmassiv als auch auf umliegende Bayerwaldgipfel sowie den Böhmerwald Bergen wie z.B. den 1.050 Meter hohen Cerkov.

Der Kunstwanderweg in Eschlkam/Leminger Höhe (in Sichtweite oberhalb der Staatsstraße Furth i.W. – Neukirchen b. hl. Blut) steht unter dem Motto “Grenzbegegnungen – Wege zwischen Ost und West”. Grenznah zum Nachbarland Tschechien dokumentieren sechs grandiose Werke international und national renommierter Künstler die Verbindung der Nachbarländer Bayern und Böhmen, Deutschland und Tschechien die der Kulturförderkreis der Marktgemeinde und der Markt Eschlkam 2001 errichteten.

Das exponierte Hohenbogenmassiv hebt sich von der ansonsten sanft gewellten Topographie sichtlich ab.

Ein weiteres Kunstobjekt erregt auf der Leminger Höhe Aufmerksamkeit.

Die Leminger Straße führt in die Eschlkamer Ortsmitte und danach über die Schulstraße zu einer Kreuzung, an der links in die Waldschmidtstraße abgezweigt wird. An der nächsten Gabelung hält man sich rechts wo Kleinaigner Straße direkt zum Chambtal-Radweg führt.
Routenanbindungen

Foto: Wegweisungsschilder befinden sich an der T-Kreuzung Freybachstraße/St 2140 südlich von Eschlkam rund 600 m vom Routenschnittpunkt entfernt
Am nordwestlichen Ortsrand von Eschlkam bestehen beim Routen-Schnittpunkt (Kleinaigner Straße) drei weiterführende Routenalternativen:
- Chambtal-Radweg: Freybachstraße (links) via Drachensee nach Furth im Wald (8.5 km/119 hm, Nebenstraßen)
- Chambtal-Radweg: Heuhofermühlweg (rechts) zur Landesgrenze Neuaign/Vseruby (6.2 km / 88 hm)
- TRANS BAYERWALD: Fortsetzung geradeaus zur Drachenstadt (9.3 km/143 hm, teils unasphaltiert)
Exkurs - Hohenbogentour
Wird ein Zusatztag in Neukirchen b.Hl. Blut eingeplant, kann seinen Aufenthalt in der Region mit einem vielversprechenden Abstecher zum Hohenbogengipfel bereichern. Für Mountainbiker, Gravelbiker und ebiker definitiv ein mega Highlight mit Nachhaltigkeitseffekt. Allerdings ist die Bergtour mit einer konditionellen Hürde verbunden, denn vom Wallfahrtsort bis zur Bergstation sind 570 Höhenmeter zu überwinden. Dafür lockt ein sagenhaftes Panorama in luftiger Höhe. In Bikerkreisen zählt es zur allgemeinen Binsenwahrheit, sich nach schweißtreibenden Uphills eine erholsame und energiespende Rast zu gönnen. Einer Selbstbelohnung steht wahrlich nichts im Weg, weil die Route mit drei Gastrobetrieben samt lauschiger Biergärten auftrumpft (Diensthütte + Berghütten). Mit anderen Worten: der Himmel auf Erden ist vorprogrammiert.
Gipfeltour zum Hohenbogen
Die bequemste Art auf den Hohenbogengipfel zu kommen bietet die längste Sesselbahn des Bayerischen Waldes (1.358 m), die den Höhenunterschied von knapp 400 Meter in einer Fahrzeit von 10 min. (Winter) bzw. 17 min. im Sommer überwindet. Doch die glücksversprechendere - wenn auch qualvollere Option ist es - den fulimanten Berg-Koloss mit eigener Muskelkraft bzw. mit Schubhilfe eines ebikes zu bezwingen.
Die beschwerliche Gipfeltour zum Hohenbogengipfel (1.079 m ü.NN.) ist aller Mühen wert, da das Gebirgsmassiv ein überwältigendes Panorama verspricht und obendrein das leibliche Wohl auf dem Hochplateau nicht zu kurz kommen braucht, währenddessen leere ebike-Akkus an Ladestationen aufgeladen werden können.

Die Aussichtsplattform am ehemaligen Fernmeldeturm der Bundeswehr auf dem Schwarzriegel ist im doppelten Wortsinn nach ein „Höhepunkt“, da sie auf rund 1100 Metern Höhe eine Traumaussicht über den Bayerischen Wald, Böhmischen Wald und bei gutem Wetter sogar bis in die Alpen bietet. Die 50 m hohe Aussichtsplattform des denkmalgeschützten Turms wird über eine Außentreppe mit 293 Stufen bestiegen wo man einen unbeschreiblichen Rundblick genießt und beispielsweise den Großen Arber, Osser, Kaitersberg, Voithenberg, Gibacht, Cerkov usw. erspähen kann. Nicht ohne Grund wirbt der Betreiber Sektor.f mit dem Slogan: "Dein Blick auf Europa", denn dort wo einst im “Kalten Krieg” Geheimdienste in den Ostblock spähten, symbolisiert der Begegnungsort heute das friedliche Miteinander in Europa. Ungeachtet dessen ist auch ein Besuch der Abhör- und Militäranlagen aus Zeiten des Kalten Krieges empfehlenswert.
Historischer Background
Mitte der 1960er Jahre errichtete die Bundeswehr mehrere Fernmeldesektor-Türme der Luftwaffe die sich über das damalige Westdeutschland verteilten. Diese sogenannten Fernmeldesektoren-Türme der Luftwaffe bildeten eine Art Perlenkette entlang der deutsch-deutschen sowie der deutsch-tschechischen Grenze und waren mit Buchstaben A, B, C, E und F gekennzeichnet - letzterer am Hohenbogen. Neben der Luftwaffe betrieben auch Heer und Marine ähnliche Aufklärungstürme.

Bild: Curd Biedermann (Reisejournalist & Tourguide) beim Gipfelsturm auf den Hohenbogen
Tourvorschlag: Gesamtstrecke Neukirchen b.Hl. Blut - Bergstation Hohenbogen 13 km / 570 hm
Von Neukirchen b. Hl. Blut (485 m.ü.M.) bis zur Talstation der Hohenbogenbahn überwindet die 4 km lange Zufahrtsstraße 150 Höhenmeter.

Vorbei an den Parkplätzen und der Talstation folgt ein steilerer Schotterweg mit Rampen von über 20 % Steigung der zur Bergstation (9 km) 417 Höhenmeter überwindet. Je nach Tempo benötigt man von der Tal- zur Bergstation 45 – 90 min. Knapp 5 km von der Talstation entfernt wird die bewirtschaftete Diensthütte (900 m.ü.NN.) passiert, deren schattiger Biergarten in einer Waldlichtung hungrige bzw. durstige Gäste anlockt. Danach eröffnen sich zwei Alternativstrecken: entweder kurbelt man auf einem giftig steilen Waldpfad zum Gipfel (1 050 m.ü.NN.) hoch, oder setzt seinen Weg auf der asphaltierten Straße fort, die mit max. 19% Steigung auch nicht viel flacher ist. Beim Gipfelkreuz neben der Bergstation bzw. dem Berghaus Hohenbogen macht die phänomenale Aussicht über den Bayerischen Wald und Böhmerwald das Gipfelglück perfekt.

Das Berghaus auf dem Gipfelplateau des Hohenbogen wurde 1979/80 im Stil eines traditionellen „Waldlerhauses“ auf dem Felsplateau des Ahornriegels erbaut. Vom Aussichtspunkt bietet sich ein herrlicher Blick über den Bayerischen Wald, Oberpfälzer Wald und Böhmerwald. Bei guter Fernsicht erblickt man die Alpenkette mit Watzmann, Wendelstein, Zugspitze, und Nebelhorn, während bei Dunkelheit der Lichterschein von Pilsen und Prag den Horizont erhellt.

Nachdem der Gipfel erklommen ist (570 hm), hat man sich eine Einkehrpause im Berghaus Hohenbogen bzw. im Haus Schönblick redlich verdient.
Man höre und staune: nicht nur unsere Nachbarn aus der Alpenrepublick - nein auch die Bayerwaldler können einen zauberhaften Kaiserschmarrn zubereiten. Die superleckere Süßspeise ist auf der Terrasse des Gasthauses Schönblick mit herrlicher Aussicht absolut legendär!

Toller Gipfelservice: kostenlose eBike-Ladestationen neben der Hohenbogenbahn an der Tal- und Bergstation, sowie beim Berggasthaus Schönblick (ca. 1 km von der Bergstation entfernt).

'Auftanken im Bayerischen Wald' - Eine Aussage, die durchaus doppeldeutig verstanden werden kann. Die obige Schildertalfel spricht zwar ebiker an, denen auf der Landkarte Akku-Ladestationen aufgezeigt werden, doch nichtsdestoweniger wollen auch die menschlichen Glykogenspeicher -"Energievorratskammer" bestehend aus Kohlenhydraten in der Leber und der Muskulatur - von Zeit zu Zeit nachgeladen werden. Die Auffüllung der Glykogenspeicher - reguliert durch das Hormon Insulin - stellt die Aufrecherhaltung der Leistungsfähigkeit sicher, ist aber auch für die spätere Regenerationsphase zwingend notwendig. Kommt der erschöpfte Körper, die ermüdete Muskulatur sowie das Nervensystem zur Ruhe und bringen Körper, Geist und Seele wieder in Einklang bzw. wurden genügend Kohlenhydrate gebunkert, kann nach einer erholsamen Pause die Radtour mit frischer Energie & Elan wieder fortgesetzt werden.
Exkurs - Berühmte Persönlichkeiten
Josef Fischer - eine berühmte Radsportlegende - wurde unweit von Neukirchen b.Hl. Blut in Atzlern geboren.
Deutsche Radsporthelden des legendären Kultklassikers Paris–Roubaix
Wer hätte gedacht, dass der erste deutsche Sieger des legendären Radrennens Paris–Roubaix aus der Oberpfalz - genauer gesagt aus Atzlern bei Neukirchen beim Hl. Blut (Ldkr. Cham) stammt? Josef Fischer - zu seiner Glanzzeit bester Straßenrennfahrer der Welt - gewann am 19. April 1896 die 280 km lange Erstauflage des weltberühmten Klassikers mit einem Schnitt von über 30 km/h, die damals noch hinter Schrittmachern (in der Regel Tandems) hinterher fuhren. Fischer benötigte für die 280 Kilometer 9 Stunden 17 Minuten was insofern bewundernwert ist, als dass es damals weder Gangschaltungen noch techn. Support geschweige denn Funktionskleidung gab, und die Fahrräder zwischen 12 und 15 Kilogramm wogen (mindestens doppelt so schwer als im Vgl. zum UCI-Regelment von 6.8 kg). Anmerkung: nur wenige Jahre zuvor wurde übrigens 1888 der luftgefüllte Schlauchreifen von John Boyd Dunlop erfunden, der die Vollgummibereifung ablöste.
Da Fischers Vorsprung auf den nächsten Verfolger - den Dänen Charles Meyer - 25 Minuten betrug, kurbelte er die letzten 6 Runden im vollbesetzten „Vélodrome roubaisien“ (10.000 Zuschauer) - Vorläufer der heutigen Radrennbahn Vélodrome André Pétrieux - blutend und dreckverschmiert ungefährdet seinem phänomenalen Sieg entgegen. Nachdem er sich vorschriftsgemäß ins Ankunftsregister eingetragen hatte, wurde ihm ein Glas Champagner gereicht und ein Strauß Blumen übergeben. Der letzte noch gezeitete Fahrer hatte auf den Erstplatzierten über acht Stunden Rückstand. Als Preisgeld für den Sieger waren 1.000 Francs ausgelobt, was in etwa das Siebenfache eines damaligen durchschnittlichen Monatsgehaltes entsprach.

Das Markenzeichn des damals 31-Jährigen Josef Fischer war sein Schnurrbart in Form eines Fahrradlenkers.
Der legendäre Radsportklassiker blickt auf eine längere Historie als die Tour de France zurück, bei dessen Erstaustragung Josef Fischer 1903 als einziger Deutscher teilnahm und den 15. Platz errang. Von 60 gestarteten Radrennfahrern erreichten lediglich 21 Fahrer das Ziel der sechsten und letzten Etappe, was die extreme Härte der damaligen Tour verdeutlicht. Zudem gewann Josef Fischer 1893 die Distanzradfahrt Wien–Berlin, 1894 Mailand–München und 1900 das Rennen Bordeaux–Paris.
Fotos mit freundlicher Genehmigung von cycling4fans.de

Quelle: Jules Beau (1864–1932). Der französische Sportfotograf gilt als einer der ersten Sportberichterstatter der Geschichte. Obiges Foto zeigt die Startaufstellung der Erstausgabe von Paris-Roubaix, als am Ostersonntag, den 19. April 1896 um 5.20 Uhr der Startschuss fiel. In vorderster Reihe in der Mitte zu sehen der spätere Sieger Josef Fischer. Zwischenstände des Rennens wurden damals noch per Telegramm von den Kontrollpunkten aus nach Roubaix übermittelt.

Quelle: Wikipedia (3. Spalte: Rückstände auf den Sieger Josef Fischer)

Foto: Im Arnschwanger Fahrradmuseum (Ldkr. Cham) - direkt am Chambtal-Radweg gelegen - sind auf einer Stellwand Infos über Josef Fischer nachzulesen
Heute zählt Paris–Roubaix zur Königin der prestigeträchtigsten und traditionsreichsten Eintagesrennen der Welt, zu dessen Monumente noch Mailand–Sanremo, Flandern-Rundfahrt, Lüttich–Bastogne–Lüttich und die Lombardei-Rundfahrt gehören. Gefürchtet ist die "Hölle des Nordens" wegen seiner brutalen Kopfsteinpflaster-Passagen, die sich auf 30 Sektoren verteilen (55 km).

Foto: John Degenkolb bei der Bayern-Rundfahrt am 12. Mai 2015 in Regensburg, als er kurz zuvor die Monumente Mailand–Sanremo (22. März 2015) und Paris-Roubaix (12. April 2015) gewann.
Geschlagene 119 Jahre dauerte es, bis der 26-Jährige John Degenkolb aus dem deutschen WorldTour-Team Giant-Alpecin - nach Josef Fischer - als zweiter Deutscher die 113. Austragung des prestigeträchtigsten Monuments in der "Hölle des Nordens" gewann.

Als Deutsche Siegerin schrieb Franziska Koch am 12.04.2026 bei der 6. Austragung der Paris-Roubaix Femmes sensationell Radsportgeschichte. Völlig unerwartet triumphierte die 25-Jährige deutsche Meisterin aus Mettmann (NRW) im Velodrom von Roubaix in einem atemberaubenden Herzschlagfinale gegen die favorisierte Weltelite (Marianne Vos und Pauline Ferrand-Prévot) und sorgte für den ersten deutschen Erfolg des Frauenrennens, das seit 2021 ausgetragen wird.

Paris-Roubaix der Männer war 2026 mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von knapp 49 km/h das schnellste der Geschichte. Sieger Wout van Aert (Team Visma | Lease a Bike) legte die 258,6 Kilometer in 5:16:52 Stunden zurück.
Kontakdaten
NaturErlebnisLand Furth im Wald - Hohenbogenwinkel
Marktplatz 10
93453 Neukirchen b. Hl. Blut
Telefon: 09947 - 940 821
Telefax: 09947 - 940 844


