Rennrad-Eldorado im »Waldmünchner Urlaubsland«

Gastronomie, Beherbergungs- und Freizeitbetriebe sind nach gefühlter Ewigkeit endlich wieder geöffnet und der Sommer hat Einzug gehalten. Sonnenschein, warme Temperaturen, laue Nächte locken nach draußen und entfachen die Lust zum Rennradfahren, zumal wieder in beliebiger Gruppengröße gefahren werden darf. Auf schwach befahrenen Nebenstraßen in kupierter Berg- und Hügellandschaft die Kurbel schwingen und emsig Höhenmeter sammeln ohne jedoch giftige Rampen befürchten zu müssen - da hätten wir einen prima Geheimtipp. Dort wo der Bayerische Wald bzw. der Oberpfälzer Wald vorwiegend ein moderates Höhenprofil aufzeigt, man sich gleichwohl auf aussichtsreichen Routen quer durch dünn besiedelte Naturlandschaftsabschnitte nach Lust & Laune auspowern kann, liegt verborgen an der Grenzlinie zu Tschechien das »Waldmünchner Urlaubsland«.

Die (Renn-) Radregion bietet an der Schnittstelle zwischen Bayerischer Wald, Oberpfälzer Wald und grenzüberschreitend mit dem Böhmerwald ein erstaunlich abwechslungsreiches Streckenpotenzial, das überwiegend ein sanftes Mittelgebirgsprofil aufweist.

Gönn dir ein Rennrad-Erlebnis der Extraklasse, denn genauso abwechslungsreich wie die Landschaft sind auch die Rennrad Touren in diesem wunderschönen Landstrich. Entscheide selbst, worauf du Lust hast.  

Im »Waldmünchner Urlaubsland« findest Du neben flachen Genuss- und Rollerstrecken auch knackige Anstiege und kurvenreiche Abfahrten. Fern Lärm, Hektik und hohem Verkehrsaufkommen verbirgt sich in dem verschwiegenen Landstrich eine kontrastreiche Berg- und Hügellandschaft, die man gefühlt für sich allein zu haben scheint.

Im »Waldmünchner Urlaubsland« läuft’s wortwörtlich rund. Vor allem wenn am ersten Julisonntag alljährlich die »Waldmünchner Radrundfahrt« mit ausgeschilderten, leistungsabgestuften Radstrecken zum geselligen Stelldichein ruft. Streckenoptionen gibt es zu hauf. Werden grenzüberschreitende Routen mit einbezogen, überschreitet das Tourenpotenzial summa summarum gut und gern die 1.000 Kilometer Marke. Ob die Devise keine Gnade für die Wade im Bergland oder entschleunigtes Cruisen Radeln im moderaten Tiefland den Takt vorgibt obliegt jedem selbst. 

Ein frisch gekürter Europameister muss es wohl wissen, warum er das »Waldmünchner Urlaubsland« als sein Lieblings-Trainingsrevier auserkoren hat. Die Sprache ist von Ultracycler Rainer Steinberger, der 2021 das <Race Across Italy> gewann und 729 Kilometer (12 155 Höhenmeter) in 26 Stunden und 47 Minuten bewältigte. Für Hobby-Radsportler ein unvorstellbares Leistungsniveau, das eine gänzlich andere Liga widerspiegelt. Im übrigen steht der Langstreckenspezialist und RAAM-Qualifikant regelmäßig bei der »Waldmünchner Radrundfahrt« am Start und spult die 123 Kilometer Strecke - gespickt mit knapp 2.000 hm - in einem Stundenmittel von rund 35 km/h ab. Wer die Challenge am Leistungslimit sucht, weiß bei welcher windschattenspender Lokomotive er sich einklinkt.

Beileibe nicht jeder Rennradfahrer möchte seine Leistungsgrenzen ständig auf höhenmeterintensiven Strecken ausloten. So bieten sich auch entspanntere Alternativen im flacheren Terrain an (Familien- und Genusstouren), bei denen sich die Anstrengung in Grenzen hält. Lange Rede kurzer Sinn: Das Streckenlayout spricht Radsportler wie Genuss- und Tourenradler aller Fitnessstufen an. Passende Routen zu finden, um in facettenreicher Landschaft mit Spaß an der Freud seiner Leidenschaft zu frönen ist hier sicherlich das geringste Problem. 

Die wildromantische Natur hat in dieser Gegend viele Gesichter, wovon Rennradler ein Lied davon singen können. Im Herzen des bayerisch-böhmischen Grenzkamms liegt Pedalrittern in der "Natur-Aktiv-Region Oberer Bayerischer Wald" bis hinüber zum Hohenbogen eine abwechlungsreiche Vielfalt zu Füßen. 

Und wer nach schweißtreibenden Anstiegen frische Abkühlung sucht und ins kühle Wasser springen möchte, steuert den Perlsee am Stadtrand von Waldmünchen, den Silbersee (Stausee)im Oberlauf der Bayerischen Schwarzach nahe Treffelstein oder den Eixendorfer Staussee bei Rötz an. Abgesehen davon kann man seiner strapazierten Muskulatur im Erlebnisbad "Aqua-Fit" in Waldmünchen gutes tun und den Körper, Geist  und Seele wieder ins Lot bringen. Dazu verfügt das Hallenbad einen großzügigen Saunabereich mit Finnischer Sauna, Außensauna mit Ruhehaus, Sanarium und Dampfbad wo man sein Immunsystem aufpäppeln kann.

Warum in die Ferne schweifen, wenn quasi vor der Haustüre eine sagenhafte Rennradregion schlummert die alle Vorzüge eines typischen Mittelgebrigcharakters mit sich bringt? Es müssen nicht immer (verkehrsreiche) Passstrecken sein, um in Form zu kommen. Dass sich der Aktionsradius bei grenzüberschreitenden Touren in der westböhmischen Pilsner Region in Tschechien erheblich erweitert ist ein Bonus, der dem »Waldmünchner Urlaubsland« das sogenannte i-Tüpfelchen aufsetzt und die Destination noch reizvoller macht. So gehört beispielsweise die historische Chodenstadt Domažlice (Taus) - Städtepartnerschaft mit Furth im Wald - zum sehenswerten Ausflugsziel. Ein Abstecher zum Hohenbogen (1.079 m ü.NN.) bzw. dessen Gipfelsturm erfordert gute Kletterqualitäten. Für drahtige Bergflöhe ist die Maximalsteigung von 19% auf den 8 km langen Höhenzug (1.079 m ü.NN.) kein Problem. Wer jedoch mehr Speck auf den Rippen hat, für den dürfte sich der Anstieg zum herausfordernden Gewaltakt entpuppen. Wie gesagt: ob Genussradler oder ambitionierter Rennradfahrer - die Topographie wird jedem Leistungsniveau gerecht. 

Trenckstadt Waldmünchen

In Waldmünchen, Furth im Wald, Rötz, Stamsried, Neukirchen b.Hl. Blut, Eschlkam, Treffelstein und Schönthal herrscht noch eine beschaulich ländliche Idylle ohne großes "Halli Galli". Heimatverbundene Menschen pflegen hier noch ihre traditionellen Wurzeln und feiern mit großer Hingabe historische Freilicht-Festspiele wie z.b. "Trenck der Pandur" oder den Further Drachenstich. Allerorten schlägt einem die herzliche Gastfreundschaft entgegen, was von Urlaubsgästen sehr wertgeschätzt wird. Überdies profitieren Touristen von günstigen Preisen und attraktiven Angeboten, die merklich das Urlaubsbudget schonen.

Waldmünchen (6.615 Einwohner) eignet sich bestens als Ausgangsort für Rennradtouren in alle Himmelsrichtungen, zumal der Grenzübergang Waldmünchen/Höll - Liskova das Tor nach Böhmen öffnet. Die Trenckstadt im südlichen Oberpfälzer Wald - zugehörig zum Naturpark Oberer Bayerischer Wald - liegt am Oberlauf des Flusses Schwarzach, der am Stadtrand zum Perlsee aufgestaut ist. Die Grenzstadt zu Böhmen blickt auf eine ereignisreiche 1000jährige Geschichte zurück. Der staatlich anerkannte Luftkurort verdankt die saubere Luft der waldreichen Gegend in Mittelgebirgslage sowie der landwirtschaftlich geprägten Kulturlandschaft. Zur Kreisstadt Cham sind es etwa 20 km, zur Welterbestadt Regensburg rund 75 km und ins tschechische Domažlice (historisches Stadtzentrum) in der westböhmischen Pilsner Region rund 15 km.

In der Trenckstadt wird in dem historischen Freilicht-Festspiel "Trenck der Pandur" die tragische Geschichte um Waldmünchen vor der uralten Stadtmauer von 300 Laienschauspielern aufgeführt. Das nächtliche Schauspiel gewährt Einblicke in die Zeit des österreichischen Erbfolgekrieges von 1742, als der gefürchtete Pandurenoberst Franz von der Trenck mit seinen Horden über Ostbayern herfiel. Ein faszinierendes Freilicht-Erlebnis, das im Juli/August jährlich tausende Besucher anzieht.