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Donau-Regen-Radweg - Bahntrassen-Fahrspaß hoch³

Donau-Regen-Radweg
Streckendaten
Ausgangspunkt: Miltach (Meereshöhe: 381 m)
Endpunkt: Bogen
Streckenlänge: 39 km
Höhenmeter: 554 hm (empfohlene Fahrtrichtung)
Höhenmeter: 615 hm (entgegengesetzte Fahrtrichtung)
Eckdaten
- Streckenlänge: 39 km, davon 36 km ehem. Bahntrasse (entspricht 92%)
- Höhenmeter: ≈ 554 (abweichend vom ausgegebenen Google-Maps-Algorithmus)
- Streckenzenit: Streifenau, 534 m ü.NN.
- Tiefster Streckenpunkt: Bogen, 319 m ü.NN.
Routenverlauf
Von Miltach führt die Bahntrassenroute über Altrandsberg – Streifenau - Konzell – Haibach - Haselbach – Mitterfels - Hunderdorf nach Bogen, der Heimat des bayerischen Rautenwappens.
Streckensegmentierung (Scheitelpunkt)
- Miltach - Streifenau: 11 km ↑ 290 hm ↓ 137 hm
- Streifenau - Bogen: 28.5 km, ↑ 264 hm ↓ 480 hm
- Wegbelag: Miltach - Ehren (29 km) ≈ 74 % wassergebundene Oberfläche
- Wegbelag: Ehren - Bogen (10 km) ≈ 26 % asphaltiert
Attraktionen - Sehenswertes
• Schloss Miltach; renoviertes Bahnhofscafé mit umgebautem Speisewagon
• Schloss Altrandsberg
• Mühlenmuseum Haibach (Führungen)
• Menachtalbrücke
• Lauschige Rastplätze, Sitzbänke, überdachte Pavillons, Informationsschautafeln
• Wildromantischer Wegverlauf entlang des Klinglbach, Perlbach, Oedbach, Menbach
• Aussichtspunkte
• Historische Bahnhofsgebäude in Mitterfels, Konzell
• Imposante Rundbogenbrücken
• Burg Mitterfels mit Heimatmuseum
• Erlebnisbahnhof Bogen (Naturpark-Infostelle, Tourismus- und Informationszentrum, ausrangierte Lok)
Lohnenswerte Abstecher
• Blaibachsee: → ab Miltach Lamer-Winkel-Arber-Radweg (5 km)
• Rattenberg: Heimatmuseum, Oldtimer-Traktorenmuseum (4 km)
• Burgruine Haibach auf dem Hofberg (2 km)
• Bogenberg: Wallfahrtskirche und Kreismuseum Bogenberg (5 km / 140 hm) - herrliche Aussicht über die Donau/Gäubodenebene
Gastronomie
- Miltach
- Altrandsberg (KM 4.7)
- Wies (KM 8.6)
- Streifenau (KM 11.0)
- Haibach (KM 18.3; 2 km abseits der Strecke)
- Haselbach (KM 21.0)
- Mitterfels (KM 24.0, abseits der Wegstrecke)
- Ehren (KM 29.0)
- Hunderdorf (KM 32.7)
- Bogen (KM 39.3)
Kostenlose eBike-Ladestationen
- Bogen
Der Donau-Regen-Radweg verläuft von Miltach im Landkreis Cham auf einer ehemaligen Bahntrasse über Altrandsberg – Konzell – Haselbach – Mitterfels und Hunderdorf nach Bogen im Landkreis Straubing-Bogen. Umgeben von einer lieblichen Hügel- und Berglandschaft schlängelt sich der Radweg durch die beschauliche Gegend des Bayerischen Waldes, die von einer sanft gewellten Naturlandschaft und dichten Waldpassagen umgeben ist. Der familienfreundliche Bahntrassen-Radweg stellt die Verbindung zwischen dem längsten Fluß des Bayerischen Waldes (Regen) und dem zweitlängsten Fluss Europas - der Donau - her, deren Start- und Zielort reizvolle Anschlussverbindungen bieten. Gleichmässig verlaufende Anstiege mit moderater Steigung von maximal 3% ermöglicht es Freizeit- und Familienradlern - auch mit Packtaschen oder Trailer/Kinderanhänger - die hindernisfreie Bahntrasse auf einer zu ¾ bestehenden, wassergebundenen Fahrbahnoberfläche problemlos zu bewältigen.
Streckengrafik
Bewegen sie ihren Cursor auf dem Höhenprofil, wird interaktiv oben auf der Streckengraphik die geographische Position eingeblendet.

Streckenprofil
Die ehemalige Lokalbahnstrecke Miltach-Bogen (Straubing) stellt für Radfahrer mit schönen Tal- und Waldpassagen eine attraktive Querverbindung zwischen der Donau und dem Regen her. Dank des typischen Bahntrassencharakters bietet der Donau-Regen-Radweg ideale Voraussetzungen, entspannt in eine reizvolle Naturregion des Bayerischen Waldes einzutauchen. Auf nivellierter Steigung (max. 3%) radelt man von Miltach im Regental (380 m ü.NN.) sanft ansteigend dem Streckenhochpunkt nach Streifenau (KM 11; 534 m ü.NN.) entgegen, von wo das Höhenlevel bis Ehren (KM 29) wiederum auf 340 Meter abfällt. Der 10 km lange asphaltierte Schlussabschnitt nach Bogen in der landwirtschaftlich genutzten fruchtbaren Gäubodenebene ist steigungsfrei. Bis auf eine kürzere Straßenverbindung in Streifenau sowie im Stadtgebiet von Bogen verläuft die Strecke zu 92% auf einer aufgelassenen Bahntrasse, deren Niveauunterschiede kaum spürbar sind sodass die gleichmäßige Belastung im erträglichen Rahmen bleibt.

Tiefenentspanntes Bahntrassenradeln durch malerische Naturlandschaft
Geschichtsträchtige Bahntrassen-Radwege haben ohne Zweifel ihren Reiz. Der Bahnradweg, der zwei Flüsse miteinander verbindet windet sich entlang blühender Wiesen, Weiden, Kornfeldern und schlängelnden Bächen durch unverbautes Terrain, passiert dichte Waldabschnitte, führt über Holzbrücken und punktet darüber hinaus mit idyllischen Rastplätzen.

Vor allem ufernahe Sitzbänke am Klinglbach, Perlbach, Oedbach, Menbach und Bogenbach sind Kraftorte mit energetischer Ausstrahlung, die der stillsitzende Mensch als Ort der Ruhe, Erholung und Bewusstseinserweiterung empfindet. Wenngleich wildromantische Wiesenbäche, die kraft ihres Wassers ohne menschliche Einflussnahme ihren Weg selbständig bahnen und sich ständig neue Bachbetten schaffen zunehmend seltener werden: in dieser schwach besiedelten Region dürfen Bäche „mäandrieren“, ohne dass der Mensch zerstörerisch in die Natur eingreift. Die permanente Veränderung von Strömung, Gewässergrund und Tiefe in jedem Bachmäander schafft nicht nur ein abwechslungsreiches Landschaftsbild, sondern auch eine außerordentlich große Vielfalt von Kleinstlebensräumen, die die Grundlage für ein artenreiches Leben schafft. Verweilt man länger an solch entrückten Naturoasen, entpuppt sich die Aura für die Psyche wie ein wahres Lebenselexier. Letztlich hat es sowieso jeder selbst in der Hand, inwieweit er beim entschleunigten Genussradeln ganz ohne jahrtausendalte fernöstliche Mediationstechnik seine innere Balance (wieder) findet. Ungeachtet dessen fördert die verkehrsfreie Streckenführung selbstvergessene Zustände und gewährt wundervolle Einblicke in eine Welt voller Naturschönheiten, denen man sich dank des leicht erkennbaren Wegeverlaufs umso intensiver widmen kann.

Neben der körperlichen Fitness tut es auch der Seele gut, wenn selbstvergessenes Radeln das Gedankenkarussell vom stressgeplagten Alltag automatisch ausknipst. Abschalten, genießen und entspannen ist das ganze "Geheimnis" das im Grunde gar keins ist. Dort wo das ehemalige „Bayerwaldbockerl“ 90 Jahre lang das Donautal von Straubing aus mit dem Regental in Cham (letztmals 1986) verband und Mensch & Güter in entlegene Winkel dieser ländlichen Region transportierte, können heute Radfahrer fernab vom motorisierten Verkehr leidenschaftlich ihrem Hobby frönen und unbemerkt reichlich Energie schöpfen. Auf den Spuren nostalgischer Eisenbahnzeiten wandeln, ursprüngliche Natur sowie herzliche Gastfreundschaft genießen und beschwingt die Seele baumeln lassen ohne leistungsmäßig überfordert zu sein sind Vorzüge, die der familienfreundliche Donau-Regen-Radweg auf herrliche Art und Weise in sich vereint. Wer dem Trubel und der Alltagshektik entfliehen und sich in der blühenden Natur erholen möchte wird überrascht sein, wie schnell der Fahrspaß hoch³ zugeflogen kommt. Dazu sorgen bei Sommerhitze, die aufgrund des fortschreitenden Klimawandels immer unangenehmer in Erscheinung tritt, schattenspende Waldpassagen für frische Abkühlung. Deswegen spricht die Tour auch Familien, Senioren und Freizeitradler an.

Foto: Rastplätze und Sitzbänke in idyllischer Lage laden zum erholsamen Verweilen ein
Wegweisung
Der Bahntrassenradweg ist neben seinem Radwege-Signet
einschließlich Entfernungsangaben zusätzlich mit dem Logo
lückenlos beschildert. An Radwege-Knotenpunkten befinden sich Hauptwegweiser mit Nah- und Fernzielen die teilweise Entfernungsangaben enthalten. Dazu weisen Einschubschilder mit Routenbezeichnungen und Radwegesignets auf weitere Radwege (lokal/regional) hin.
Mitunter dienen quadratische Zwischenwegweiser als zusätzliche Orientierungshilfe
Abgesehen von der Markierung ist die Wegführung der ehemaligen Lokalbahntrasse ohnehin gut erkennbar.
Bei Absperrungen, Eisenpollern, Drängelgittern und Straßenkreuzungen sowie Ortsdurchfahrten in Streifenau und Bogen ist erhöhte Vorsicht geboten!
Rückblick
Am 9.12.1895 wurde der erste Eisenbahnabschnitt von Straubing nach Bogen, dann Bogen-Steinburg am 16.05. 1896 sowie am 5.12. 1896 Steinburg-Konzell und schlußendlich die Reststrecke Konzell–Miltach am 1. Juni 1905 feierlich eröffnet. Durch den Bau der Eisenbahnstrecke blühte im Umland der Ortschaften mit Gleisanschluss das wirtschaftliche Leben auf. Fast 80 Jahre lang beförderte das "Bayerwaldbockerl" zwischen Straubing und Miltach bzw. Cham Personen und Frachtgüter wie z.B. Holz, Glas, Stein, Vieh, Getreide, Tegel sowie Rohstoffe und Waren aller Art. Zudem war die Verbindung zur 1892 eröffneten Nebenbahnlinie Cham – Kötzting geschaffen. Damit hatte der Vordere Bayerische Wald eine durchgehende Nord-Süd-Eisenbahnverbindung zwischen Straubing und Cham. Entsprechend seiner Knotenfunktion, hatte der Bahnhof Miltach 6 Gleise.
Mit der Verbreitung von PKW und LKW als Massenverkehrsmittel sowie Schließung altindustrieller Produktionsstätten geriet die Bahn zunehmend auf's Abstellgleis. Sprichwörtlich Zug um Zug wurde der Personen- und Güterverkehr eingestellt bis zu guter letzt nur noch ein Schienenbuspaar am Tag verkehrte. Genauso wie die Bahnlinie schrittweise fertiggestellt wurde vollzog sich stufenweise der Stilllegungsprozess. Am 27.09. 1984 wurde zwischen Steinburg und Miltach der Personenverkehr und am 31.10.1995 der Güterverkehr Konzell–Miltach dicht gemacht. Die roten Triebwägen fahren nicht mehr“. Unter dieser Überschrift erschien ein Bericht über die Einstellung des Reisezugverkehrs zwischen den Bahnhöfen Miltach und Steinburg. Der letzte Personenzug fuhr am 28. September 1984 von Miltach in Richtung Straubing. Damit endete eine Bahnära, die am 27. Mai 1905 mit einer festlichen Sonderfahrt begonnen hatte. Historie
Was des einen Leid ist des anderen Freud, denn schon bald erfolgte die Umwidmung der stillgelegten Bahnlinie zum Donau-Regen-Radweg. Die Entwidmung ist ein komplexes Verfahren, mit dem die bahn-betriebliche Nutzung einer Trasse offiziell ausgeschlossen und die Entbehrlichkeit für den Eisenbahnverkehr festgestellt wird. Zunächst wurde 1988 der erste Teilabschnitt von Bogen-Ost nach Konzell für den Radverkehr freigegeben. Neun Jahre später war der Lückenschluss nach Miltach vollzogen, womit die Querverbindung zwischen dem Donau-Radweg und dem Regental-Radweg hergestellt war.
Streckencharakteristik
Die Wahl der Fahrtrichtung ist belanglos, da das geringfügig unterschiedliche Höhenlevel mit gerade mal 60 Meter an den Endpunkten zwischen Donauebene (Bogen) und Regensenke (Miltach) beträgt.
Als Radgattung kommen Trekking-, Gravel-, Cross-, e- oder Mountainbikes in Betracht.
Eignungsklassifizierung: der Donau-Regen-Radweg ist familiengeeignet.

Foto: der Autor genehmigt sich auf der "Recherchetour" in Streifenau ein gemütliches Päuschen und sinniert über ein prägnantes Fazit nach. Sagen wir es mal so: der Donau-Regen-Radweg ist sicherlich ein "Fixstern" unter den Bahntrassenradwegen in Bayern. Fernab von Verkehrshektik in intakter Naturlandschaft zu radeln, wo bahntypische Steigungen maximal 3 Prozent aufweisen ermöglicht es jedem Freizeitradler diese tolle Tour mit enorm viel Fahrspaß zu bewältigen.
Fahrzeitprognose
Die Strecke lässt sich im genussorientiertem Wohlfühltempo bequem in 2½ Stunden bewältigen (exklusive Pausen- bzw. Standzeiten). Werden Abstecher, Museumsbesuche oder Schlossbesichtigungen dazu gepackt bzw. Sehenswürdigkeiten und Informationsschautafeln Aufmerksamkeit geschenkt, verlängert sich dementsprechend das Zeitfenster. Des Weiteren bieten Miltach und Bogen - vor allem für Ortsunkundige - im Anschluss der Tour spannende Zusatzoptionen. Wird das Bahntrassenerlebnis beispielsweise mit einem Abstecher zum Blaibacher See und/oder einen Abstecher zum "Heiligen Berg" Niederbayerns - dem Bogenberg (jeweils 5 km einfache Wegstrecke) ergänzt, dann füllt sich alles in allem zu einem abwechslungsreichen Tagesprogramm.
Bahntrassencharakter - Wahrer Radlersegen
Bahntrassen-Radwege zeichnen sich grundsätzlich durch nivellierte Steigungen, weite Kurvenradien und einsehbare Streckenverläufe aus. Dazu erinnern Relikte wie Rundbogenbrücken, Signalanlagen, Stationsgebäude, Kilometersteine, Loks und Waggons an die nostalgische Eisenbahnepoche. So zählen beispielsweise die historischen Bahnhofgebäude in Mitterfels und Konzell Süd (dort blieben das Empfangsgebäude, die Güterabfertigung und der Lokomotivschuppen erhalten) heute zum industriellen Kulturerbe, währenddessen der Bahnhof in Bogen zu einem neuzeitlichen Erlebnisbahnhof umgebaut wurde. Man wandelt sozusagen auf den Spuren ehemaliger Dampflokzüge bzw. Schienenomnibusse, die damals schwerfällig durch die dünn besiedelte Landschaft schnauften. Die ältere Generation mag sich von Bauwerken und Relikten von anno dazumal erinnert fühlen, doch jüngere Semester kennen die gute alte "Eisenbahnerzeit" indes nur noch aus Geschichtsbüchern. Bevor das Automobil in der Nachkriegszeit die Welt wie im Sturm eroberte, bot die Eisenbahn insbesondere der ländlichen Bevölkerung das einzige öffentliche Verkehrsmittel. Halten wir fest: die charakteristische Trassenführung mit Dämmen und Geländeeinschnitten, Brücken, Viadukten und Tunneln - garniert mit historischen Relikten - macht Bahntrassenwege grundsätzlich besonders, wenn nicht sogar einzigartig, auch weil es an den verkehrshistorischen Hintergrund des früheren Eisenbahnzeitalters erinnert.

Heute kommt im Wandel der Zeit das Bahntrassenradeln einer touristischen Eisenbahnfahrt mit geschichtlichem Background gleich, das bisweilen unzugängliche Örtlichkeiten bzw. Regionen erschließt, wo es stellenweise weder Straßen noch Zivilisation gibt. Vom Streckenverlauf durch die unberührte Naturlandschaft profitieren Bahntrassenradler in besonderem Maß, eben weil gewisse Gebiete für den motorisierten Verkehr unzugänglich sind, d.h. lediglich zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar bleiben. Ganz zu schweigen von abgelegenen Aussichtsstellen, die man in aller Regel obendrein auch noch alleine in Ruhe genießen kann. Entsprechend beliebt ist die Gegend auch bei einheimischen Spaziergängern und Wanderern, weil die Natur ein energetisches Rückzugsrefugium bietet. Gerade die abgeschiedene Lage erweckt den Eindruck, als würden die Uhren langsamer ticken und die Welt in dieser beschaulichen Gegend noch in Ordnung zu sein scheint. In unserem dicht besiedelten Industrieland an sich schon ein Seltenheitscharakter, den wir den Streckenverläufen von Bahntrassenradwegen zu verdanken haben.
Relation von Geschwindigkeit, Raum und Zeit
Stellte im 19. und Anfang des 20. Jahrhundert der radikale Geschwindigkeitszuwachs für die Menschen noch einen unvorstellbaren Quantensprung dar, so stand man trotzalledem erst am Beginn einer rasanten technologischen Entwicklung bzw. Zeitreise. Ein Vergleich mit der heutigen Mobilität zeigt anschaulich, wie schnell sie voranschritt. Bedenkt man, dass um die Jahrhundertwende die Durchschnittsgeschwindigkeit vieler Lokalbahnen niedriger war, als die von heutigen Radlern, rückt es die Dimension von Entfernung und Zeit ins Bewusstsein. Ein Vergleich verdeutlicht die Geschwindigkeit des damaligen Bayerwaldbockerls. Laut Kursbuchtabelle 875 benötigte der Zug für die Fahrstrecke Bogen-Miltach in den 80 er Jahren 1 Std. 15 min. (+ 14 min. nach Straubing). Demnach war die damalige Reisezuggeschwindigkeit gerade mal doppelt so schnell, wie vergleichsweise das Durchschnittstempo von gemütlich dahin gondelnden Genussradlern.
Was Bahntrassenradwege so einzigartig und anziehend macht
Das Streckennetz der Eisenbahnen befand sich in Deutschland in den 70er-, 80er- und 90er-Jahren im Umbruch, als vorwiegend regionale bzw. lokale Schienenwege wegen abflauendem Passagieraufkommen - bedingt durch den Auto-Boom - reihenweise stillgelegt wurden. Ein Wandel, der größtenteils mit Umwidmung und alternativer Nutzung nicht mehr benötigter Bahnflächen bzw. ehemaliger Bahnstrecken einherging, wodurch völlig neue Radwegeverbindungen entstanden.

Radwege auf stillgelegten Eisenbahnstrecken faszinieren in vielerlei Hinsicht. Zum einen wegen ihrer einsehbaren Trassenführung, der gleichmäßigen Anstiege und sanften Gefällpassagen. Zum anderen erinnern bahntypische Relikte wie Bahndämme, Geländeeinschnitte, Brücken, Viadukte, Signalanlagen, historische Bahnhofsgebäude, ausrangierte Loks und Wagons sowie Tunnel an die ereignisreiche Eisenbahnepoche. Erst umfangreiche Geländeeingriffe in bergigeren Regionen stellten sicher, dass Dampfloks die Waggons (bzw. Schienenomnibusse) über Anhöhen der kupierten Landschaft ziehen konnten. Was dem Bahnverkehr durch geringe Neigungswinkel den Weg ebnete, entpuppte sich für Radfahrer im Nachhinein als wahrer Segen. Dies erklärt auch, warum das Bahntrassenradeln sich vielerorts großer Beliebtheit erfreut. Bahntrassenradwege weisen spezielle Merkmale auf, dessen Anreiz sie von herkömmlichen Radwegen wohltuend unterscheiden. Neben der alltäglichen Nutzung von Bahnradwegen durch die örtliche Bevölkerung profitiert auch der Tourismus in großem Maße, da die meisten Streckenverläufe fern von städtischer Hektik im ländlichen, schwach besiedelten Raum landschaftlich sehr reizvoll sein können. Bahnradwege zeichnen sich durch besondere Eigenschaften aus: sie sind steigungsarm, autofrei, gut ausgebaut, bestens beschildert und bieten durch ihre geographische Abgeschiedenheit darüber hinaus eine ursprünglich gebliebene Naturkulisse, die häufig zu einer bedächtigen Gangart stimuliert. Dazu versprüht jede Strecke ihren individuellen Charme und erzählt ihre ganz eigene Geschichte. Das Motto heißt: beruhigt einen Gang runter schalten, während des gleichmäßigen Pedaltritts ungestört die Sinne schweifen lassen und die Naturlandschaft sowie Sehenswürdigkeiten am Wegesrand bestaunen.
Öffentlich ist nur wenig darüber bekannt, welch langwieriges und komplexes Verfahren der Umwidmung einer Bahnstrecke vorausgeht. Rechtlicher Hintergrund: Die Nutzung einer Bahntrasse für den Radverkehr setzt als Mindestvoraussetzung zwingend deren Stilllegung nach § 11 Allgemeines Eisenbahngesetz (AEG) voraus. Nach einem erfolgreich abgeschlossenen Streckenstilllegungsverfahren wird der Zugverkehr auf der Strecke dauerhaft eingestellt. Im Zuge dessen strebt die Deutsche Bahn AG einen Grundstücksverkauf an, wofür die bahnbetriebliche Nutzung einer alten Trasse defacto ausgeschlossen ist und neben der Stilllegung auch eine endgültige Entwidmung bzw. körperliche Trennung zu erfolgen hat. Erst nach erfolgreichem Abschluß des komplexen (Genehmigungs-) Verfahrens ist der rechtliche Rahmen für eine angestrebte Radwege-Umwidmung geschaffen.
Dank nivellierter Höhenunterschiede pegelt sich der Puls auf eine erträgliche Schlagzahl ein, weswegen die Naturlandschaft aufmerksamer wahrgenommen werden kann bzw. lockere Gespräche mit dem Nebenmann/frau möglich sind. Geringere körperliche Belastung gepaart mit dem erkennbaren Trassenverlauf, weiten Kurvenradien und einer großzügigen Fahrbahnbreite von rund 3 Meter vermindert zudem die Konzentrationsanforderungen. Der typische Bahntrassencharakter kommt also eindeutig dem Fahrspaß, der Achtsamkeit und dem Genussfeeling entgegen. Geistig verschmolzen mit der entspannenden Naturlandschaft bringt es das Kräftegleichgewicht von Körper Geist und Seele in Balance.
Wird der innere "Tempomat" auf entschleunigten Wohlfühlmodus gedimmt der schafft es eher, den durchgetakteten Alltag auszublenden und seine Sinne schweifen zu lassen. Die achtsame Wahrnehmung der Umgebung, die bewusste Auseinandersetzung mit der Kultur und Heimatgeschichte der Landbevölkerung sowie Interesse an der Bahnhistorie zu zeigen verspricht eine grundlegende Bereicherung des Bahntrassenerlebnisses.

Auf der Querverbindung zwischen dem internationalen Donau-Radweg und der Bayerwaldmagistrale - dem Regental-Radweg - kommen Bahntrassenliebhaber voll auf ihre Kosten. Inspirierende Stille - allenfalls unterbrochen von Vogelgezwitscher, Windsäuseln und Bachgurgeln - streicheln die Ohrmuscheln. Ein geruhsames Päuschen auf einer der zahlreichen Sitzbänke in idyllischer Umgebung verhilft erstaunlich schnell zur Tiefenentspannung. Phasenweise kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass alles rund herum irgendwie im "Dornröschenschlaf" liegt. Ein herrliches Rückzugsgebiet, das schon deswegen einen Hauch von Abenteuerfeeling versprüht, weil manche Örtlichkeiten wie Aussichtspunkte, Waldlichtungen und Rastplätze nicht motorisiert sondern nur zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar sind.

Neben kleineren Holzbrückchen sticht besonders die beeindruckende Menachtalbrücke heraus, die in 23 m Höhe einen spektakulären Ausblick bietet. Das 90 Meter lange Brückenbauwerk überspannt bei Mitterfels das Tal der Menach (Perlbachtal) und zählt zweifelsohne zu einem Highlight, für das es sich devintiv lohnt vom Sattel zu steigen.
Flusskunde
Das Hochplateau in Streifenau wirkt wie eine Wasserscheide, die die Fließrichtung des Wassers bestimmt, nämlich ob es in nördliche Richtung via Regen den "Umweg" über Regensburg nimmt und dort in die Donau mündet, oder direkt auf kürzerem Weg in der Stadt Bogen der Donau zufließt.
Fließrichtung Süd nach Bogen: Die Menach verliert auf 26 Kilometer fast 200 Höhenmeter, weshalb sie streckenweise den Charakter eines ungezähmten Wildbachs annimmt, bevor sie wegen nachlassender Fließgeschwindigkeit in der Gäubodenebene zu mäandern beginnt. Sie weist von der Quelle bis etwa Recksberg (7 km Länge) ein deutliches Gefälle und entsprechend wenig Mäander auf, worauf sich ein rund zehn Kilometer langer Abschnitt mit geringem Gefälle und teils ausgeprägter Mäanderung anschließt. Im Bereich von Mitterfels - Tal der Menach (Perlbachtal) nimmt sie auf einem steileren Abschnitt das Gepräge eines Wildbachs an. Mit Erreichen der Ausläufer der Donauebene fließt sie in den unregulierten Abschnitten äußerst langsam in ausgeprägten Flussschleifen dahin. Nur auf den letzten Kilometern bis zur Mündung in den Kinsach-Menach-Ableiter wurde der Flusslauf durch menschlichem Eingriff (Hochwasserschutzbauten) verändert.
Fließrichtung Nord nach Miltach: Das Quellgebiet des Klinglbachs befindet sich oberhalb des gleichnamigen Weilers Klinglbach in der Ferienregion Sankt Englmar. In Miltach mündet er vis a vis der Chamer Straße in den Regen welcher seinerseits in Regensburg in die Donau mündet. Vermengt mit der Donau begibt sich das Wasser aus dem Bayerischen Wald - sowohl der Menach als auch der Klinglbach - auf ihre lange Reise ins Schwarze Meer.
Eisenbahn-Historie
Eisenbahnstrecke: Straubing – Bogen – Bärndorf – Hofdorf – Hunderdorf – Gaishausen (Steinburg) – Mitterfels – Haselbach – östl. Konzell – Altrandsberg – Miltach (49 km)
Eröffnung der Bahnstrecke:
• 8. Dezember 1895 (Straubing – Bogen)
• 16. Mai 1896 (Bogen – Steinburg)
• 5. Dezember 1896 (Steinburg – Konzell)
• 1. Juni 1905 (Konzell – Miltach)
Stilllegung der Bahnstrecke:
• 27. September 1984 (Einstellung Personenverkehr Miltach – Steinburg)
• 1. Dezember 1986 (Gesamtverkehr Bogen-Ost – Konzell)
• 27. Mai 1994 (Gesamtverkehr Bogen – Bogen-Ost)
• 31. Oktober 1995 (Gesamtverkehr Konzell – Miltach)
Radwegeröffnung:
• 1988: Bogen-Ost – Konzell
• 1997: Konzell – Miltach
Fahrtrichtungsdifferenziertes Höhenprofil
Gleichgültig ob in Bogen (10.453 Einwohner, 31.12.24) bzw. in der Gäubodenstadt Straubing (49 002 Einwohner, 31.12.24) in der Donauebene oder in Miltach unmittelbar beim Regen gestartet wird: Radfahrer können sich zu Beginn der Tour gemütlich einrollen.
Vom Regental aus ist die flache Einrollphase (1.5 km Länge) zwar wesentlich kürzer als in der entgegengesetzten Richtung von Bogen aus, doch das gleichmäßige Steigungsniveau (1 - 3%) bleibt ausnahmslos im erträglichen Bereich bzw. wird auf ebikes kaum merklich wahrgenommen. Schon kurz nach dem Start in Miltach (382 m ü.NN.) beginnt das Höhenlevel bis zur Bergkuppe in Streifenau (534 m ü.NN.) auf einer Länge von 9.5 km fast kontinuierlich zu steigen. Samt geringem Gegengefälle (↓ 137 Meter) werden in diesem Streckenabhschnitt 288 Höhenmeter überwunden (wassergebundener Wegbelag).
Wird in Bogen im Donautal gestartet zieht sich die Flachpassage auf einer Streckenlänge von 10 Kilometern bis Ehren - das gerademal 25 m höher als der Startort liegt - hin. Außerdem ist der Abschnitt entlang der Bahnhof- und Bayerwaldstraße in Bogen und weiter über Hunderdorf bis Ehren asphaltiert. Nach Überquerung der Straße wechselt der Wegbelag auf eine wassergebundene, fein gesandete Oberfläche. Die näherrückenden Vorboten des Bayerischen Waldes kündigen eine erste Anstiegspassage nach Mitterfels an, worauf eine weitere erholsame Flachetappe bis Konzell folgt, bevor die Trasse im letzten Anlauf ihrem topographischen Höhepunkt in Streifenau entgegen strebt.
Zwischen den Gemeinden Altrandsberg und Rattenberg - genauer gesagt 5.7 km von Miltach bzw. 33.3 km von Bogen entfernt - wird die Landkreisgrenze Cham / Straubing-Bogen passiert, die zugleich die Regierungsbezirke Oberpfalz und Niederbayern voneinander trennt.
"Radler-Treffpunkt Ostbayern"
Der Donau-Regen-Radweg fungierte in früheren Zeiten als Zubringerachse für ein radsportliches Großereignis. Rückblick zur Erinnerung: 1993 eröffnete die Chamer Zeitung/Kötztinger Zeitung als auflagenstärkste Heimatzeitung im Landkreis Cham mit einer familienfreundlichen Radtour die Fahrradsaison, bei dessen erstmaligen Durchführung 300 Radler teilnahmen. Im Lauf der Zeit zog die Veranstaltung immer mehr Radfahrer an, die zum Teil auch aus überregionalen Regionen "anradelten".

Foto: rechts Landrat Alfred Reiseinger (LK Straubing Bogen), mittig Landrat Theo Zellner (LK Cham)
Die weiterentwickelte Idee einer bezirks- und landkreisübergreifenden Tour auf dem Donau-Regen-Radweg entstand 2004, als die erste Veranstaltung unter Schirmherrschaft beider Landräte mit neuer Namensgebung - "Radler-Treffpunkt Ostbayern" in Konzell 3.500 Teilnehmer begeisterte. Hintergrund war, die landkreisübergreifende Kommunikation zwischen Cham (Oberpfalz) und Straubing-Bogen in Niederbayern zu fördern. Bei der dritten Veranstaltung im Jahr 2006 wuchs die Teilnehmerzahl auf 4.000 Radlern an, das rund das Dreifache der damaligen Einwohnerzahl von Konzell ausmachte und die Dorfgemeinde zum überregionalen Radwander-Hot-Spot hoch japste.

Konzell entpuppte sich am Veranstaltungstag zum echten Mekka für Radwanderer. Massenhaft strömten die Radler von Miltach im Regental bzw. Bogen im Donautal aus beiden Richtungen dem Dorf entgegen.
Leben und Lebenlassen

Geruhsames Dahingleiten schaufelt der Seele jene Zeit frei, die im hektischen Alltag meistens unter die Räder kommt. Werden Sitzbänke, Picknickplätze und Gastwirtschaften mit verlockenden Biergärten aufgesucht, trägt es zur Entschleunigung bei. Getreu dem bayerischen Lebensmotto »Leben und Lebenlassen« runden Pausen bzw. gesellige Einkehrschwünge eine Radtour perfekt ab. Nicht ohne Grund besagt die Volksweisheit, dass "Essen und Trinken Leib und Seele zusammen hält". Und wo quillt die Lebensfreude mehr hervor, als beim frisch gezapftem Bier und herzhafter Küche in einem urigen bayerischen Wirtshaus? Der vielgepriesene Einkehrschwung kommt nach vollbrachter Kraftanstrengung einer verdienten Selbstbelohnung gleich. Also öfter mal einen geruhsamen "Boxen-Stopp" einlegen und dem Sprichwort "Fünfe gerade sein lassen" huldigen, das so viel wie "etwas nicht so genau zu nehmen" (z.B. Zeitplan) bedeutet.
Auch wenn der "Waidler-Dialekt" für angereiste Radtouristen aus ferneren Gefilden (Bayern verorten dies vereinfacht mit dem "Weißwurst-Äquator) manchmal verbale Verständigungsproblemen mit sich bringt, bereitet die humorvolle und offenherzige Art der leutseligen Bayerwaldler - speziell in Biergärten - Frohsinn & Gemütlichkeit. Tischnachbarn begrüßen, sich ungezwungen in gemütlicher Atmosphäre unterhalten und auf ein herzliches »Prost mit- einand!« anstossen. Das ist originelle bayerische Lebenskultur, an der jeder teilhaben kann gleichgültig welcher Nationalität er angehört.
Bestnoten vom "Bahntrassen-Papst"
In der Liste der schönsten bayerischen Bahntrassenradwege belegt der Donau-Regen-Radweg ganz gewiss einen Spitzenrang. Dies bestätigt auch Dr. Achim Bartoschek, ausgewiesener Fachexperte für Radwege auf stillgelegten Eisenbahntrassen und Betreiber von Deutschlands populärsten Bahntrassenradwege-Plattform, was ihm mithin die Bezeichnung "Bahntrassen-Papst" einbrachte. Bemerkenswert, dass der Experte den Donau-Regen-Radweg mit Bestnoten bewertet, indem der Bahntrassenradweg deutschlandweit in seiner persönlichen Top-Favoriten-Liste aufgeführt und mit dem höchsten "Scoring" (4 Fahrradymbole) eingestuft wird. Ein positives Urteil, dem sich wohl die meisten Radler - wie der Autor auch - uneingeschränkt anschließen dürften.
Bewertungskriterien
Dr. Achim Bartoschek - Betreiber Deutschlands populärster Bahntrassenradwege-Plattform - gilt gemeinhin als ausgewiesener Fachexperte für Radwege auf stillgelegten Eisenbahntrassen. Seine subjektiven Bewertungsangaben werden aus Sicht des Tourenradlers vorgenommen, wobei seine Beurteilungen grundsätzlich auf akribischer Recherche einschließlich persönlicher Routenbefahrungen beruhen. Das Bewertungssystem umfasst fünf Gütesiegel → 0 - 4 Fahrradsymbole
. Als Bewertungskriterien fließen die touristische Attraktivität des Umfeldes, Rastmöglichkeiten und die Anbindung an Radfernwege oder Bahnhöfe genauso ein, wie die Befahrbarkeit des Weges. So genießt eine durchgängige und barrierefreie Befahrbarkeit, landschaftliche Attraktivität und eine geringe Lärmbelastung einen hohen Stellenwert, während bei längeren Distanzen auch wetterfeste Rastmöglichkeiten stärker gewichtet werden. Die Fahrbahnoberfläche spielt hingegen eher eine untergeordente Rolle, d.h. ob der Weg asphaltiert, wassergebunden oder geschottert bleibt solange belanglos, wie keine Fahrbahnschäden (z.B. Schlaglöcher) vorhanden sind bzw. der Rollwiderstand vertretbar bleibt. Kein Gütesiegel erhalten Wanderwege auf stillgelegten Bahntrassen, deren unwegsame Oberflächenbeschaffenheit eine risikofreie Befahrung nicht gewährleistet ist.

Portrait von Dr. Achim Bartoschek nachzulesen in der Bahntrassen-Reportage, Autor Curd Biedermann im Fachmagazin "aktiv Radfahren"
Dr. Bartoschek ist der kreative Kopf der Homepage www.bahntrassenradeln.de, welche das Fachmagazin 'aktiv Radfahren' zu ihrer Serie „Bahntrassenradeln“ inspirierte. Der gebürtige Rheinländer promovierte in Chemie und ist als Entwickler und Berater im Bereich Informationsverarbeitung tätig. Zudem ist er seit 1996 begeisterter Tourenradler. Den Grundstock für seine informative Website legte Bartoschek nach einer Rundfahrt durch die Eifel und den Hunsrück im Jahr 2001. Zu einer Zeit, als es allenfalls bruchstückhafte Informationen zu deutschen Bahntrassenwegen gab.
(RAD-) URLAUB IM BAYERISCHEN WALD GANZ OBEN

Der Bayerische Wald liegt im Regierungsbezirk Niederbayern/ Oberpfalz und grenzt im Nordosten an Tschechien. Gemeinsam mit dem Böhmerwald (tschechisch Šumava) bildet die Naturregion das größte zusammenhängende Waldgebiet Mitteleuropas, weshalb es auch das Grüne Dach Europas genannt wird. Zwischen Donau, dem Böhmerwald und der österreichischen Landesgrenze breiten sich im Bayerischen Wald sage und schreibe rund 6.000 Quadratkilometer Waldlandschaft aus, die als "grüne Lunge" einen unverzichtbaren Bestandteil des Ökosystems ausmacht und der Flora & Fauna sowie dem Menschen saubere Luft und reines Wasser beschert. Im Gegensatz zu überlaufenen Tourismushochburgen blieb der Bayerische Wald vom Massentourismus verschont. Stattdessen steht der sanfte Tourismus (Priorisierung auf Umweltschutz) hoch im Kurs. Nachhaltiger Tourismus bezweckt eine Form des Reisens, das der Natur so wenig als möglich schadet bzw. Urlaubsgäste die Natur intensiv und ursprünglich erleben, sowie sich der Kultur des bereisten Landes anpassen. Folgedessen ergibt sich für Mensch & Natur eine umweltverträgliche Win-Win-Situation.

Der Donau-Regen-Radweg bietet neben Ruhebänken und schönen Aussichtsplätzen mit seinen steinernen Rundbogenbrücken sehenswerte Relikte, die zumindest ältere Radfahrer noch an die nostalgische Eisenbahnerzeit erinnern.

Der Bayerische Wald verfügt nicht nur bergiges Terrain wie viele glauben mögen. Das Mittelgebirge in Ostbayern wird von etlichen Flusstälern durchzogen, die Hochebenen durchschneiden und verschwiegene Täler mäandernd geformt haben. Mit seiner landschaftlichen Schönheit, dem reichhaltigen kulturellen Erbe und seinen gastfreundlichen, traditionsbewussten Menschen dürfen sich Radtouristen zweifelsohne auf verheißungsvolle Erlebnisse freuen. Hinzu kommt, dass der Bayerische Wald nachweislich die reinste Luft Deutschlands aufweist, wovon Radfahrer aufgrund ihres erhöhten Sauerstoffbedarfs besonders intensiv profitieren. Mit ein Grund warum die Destination als Radeldorado so anziehend und begehrenswert ist. Schon der weltberühmte Schriftsteller Adalbert Stifter schrieb poetisch über den Bayerischen Wald: "Waldwoge reiht sich an Waldwoge, bis eine am Horizont die letzte ist und den Himmel schneidet". Oder wie er es schmeichelnd formulierte: "Sag niemals, dass etwas schön ist, bevor du den Bayerischen Wald gesehen hast." Radfahren, Mountainbiken, Gravelbiken und eBiken im Bayerischen Wald, dem grünen Dach Europas sprengt mit seinem Wegenetz von ca. 7.000 Kilometern jegliches Vorstellungsvermögen. Ob genuss- oder leistungsorientiert die Kurbel geschwungen wird spielt im Endeffekt keine Rolle, da die Topographie die ganze Bandbreite von flach, wellig bis bergig abdeckt und demzufolge jeden Rad- und Biker-Typus auf unterschiedlichsten Radgattungen anspricht.
Ein Fluss - Fünf Namen
Der Regen (tschechisch Rezná) ist ein linker Nebenfluss der Donau, der als zentrale Wasserachse durch einen Großteil des Bayerischen Wald fließt. Er entwässert in seinem Einzugsgebiet etwa 2878 km², das weite Teile des Bayerischen Waldes sowie westliche Randausläufer des Böhmerwaldes in Tschechien umfasst. Ab Cham bildet er die nördliche Einfassung des Vorderen Bayerischen Waldes und mündet schließlich, nach einer Süddrehung im Regenknie bei Marienthal in Regensburg in die Donau. Die Regensenke trennt die Gebirgskämme des Hinteren Bayerischen Waldes vom Vorderen Bayerischen Wald und dem Falkensteiner Vorwald. Der mäandernde Weg des Regen führt durch eine uralte Kulturlandschaft, wobei der Fluss seit Jahrhunderten bei zahlreichen Schriftstellern und Romantikern als „ein schwarzes, langsam strömendes Wasser von sanft-schwermütiger Art“ gilt.
Wird der Hauptquellfluß (Großer Regen) hinzu gerechnet, misst der Fluß eine Gesamtlänge von 191 Kilometer. Kommend vom Böhmerwald (CZ) durchfließt er die Landkreise Regen, Cham, Schwandorf und Regensburg und ist nach der Naab der zweitlängste Fluss der Oberpfalz. Zudem ist der Regen (nach der Naab) auch der zweitgrößte linksseitige Donauzufluss in Deutschland. Nichtsdestotrotz führen die drei größten linken Nebenflüsse der Donau (Altmühl, Naab und Regen) zusammen weniger Wasser als der Lech, der der drittgrößte rechte Nebenfluss (nach Isar und Inn) der Donau ist.
Großer Regen (Hauptquellfluss)

Foto: Großer Regen nahe Regenhütte im Landkreis Regen

Foto: Überquerung des Großen Regen in Bayerisch Eisenstein
Die Quelle des Großen Regen befindet sich am Südhang des Pancír (Panzer, 1.214 m ü.NN.) im Böhmerwald der dort Regen oder Regenbach genannt wird und nach Železná Ruda in Bayerisch Eisenstein deutsches Staatsgebiet erreicht. In Zwiesel vereinigt sich der Große Regen als längerer (24 km) und wasserreicherer Quellfluss mit dem Kleinen Regen (19 km), der von dort ab den Namen Schwarzer Regen trägt.
Kleiner Regen (Quellfluss)

Foto: der Kleine Regen durchfließt die Trinkwassertalsperre Frauenau. Im Hintergrund ist der Große Rachel zu sehen, der mit einer Höhe von 1.452 Meter der zweithöchste Gipfel im Bayerischen Wald ist (nur 4 Meter niedriger als der Große Arber).
Die Quelle des Kleinen Regen befindet sich im Národní park Šumava (Nationalpark Böhmerwald) am Berg Medvedí hora (1.224 m ü.NN.) im Rachelwald und durchfließt die Trinkwassertalsperre Frauenau, deren Dammkrone (wird u.a. vom Nationalpark-Radweg und der TRANS BAYERWALD Nord passiert) auf einer Höhe von 770,5 m ü.NN. liegt. Der Kleine Regen ist der linke Oberlauf des Schwarzen Regen im Böhmerwald im Okres Klatovy, Region Pilsen in Tschechien und Landkreis Regen und mündet in Zwiesel in den Großen Regen.
Schwarzer Regen
Kurz vor dem Zusammenfließen mit dem Weißen Regen ist der Schwarze Regen zum Blaibacher See aufgestaut. Nachdem der Schwarze Regen von Zwiesel kommend die Kreisstadt Regen sowie westlich von Viechtach den Höllensteinsee und Blaibacher See durchströmt hat, mündet nach 60 km beim Kraftwerk Pulling (Gemeinde Blaibach im Landkreis Cham) der wasserärmere Weiße Regen in den Fluss.
Weißer Regen

Foto: Kleiner Arbersee
Der Weiße Regen entsteht durch die Zusammenflüsse zahlreicher Quellbäche aus dem Arbergebiet und dem Osser-Seewand-Kamm und durchfließt in zahlreichen Windungen die Regensenke. Die Quellbäche des Weißen Regen befinden sich im Naturschutzgebiet Kleiner Arbersee zwischen dem Großen Arber (1.456 m ü.NN.) - dem höchsten Berg des Bayerischen Waldes - und dem Kleinem Arber (1.384 m ü.NN.), die den Kleinen Arbersee (918 m.ü.M.) speisen. Ab dem Zusammenfluss von Seebach und Ebenbach bei Sommerau heißt das Fließgewässer Weißer Regen. In nordwestlicher Richtung durchströmt er über Lohberg und Lam, Arrach und Hohenwarth nach Grafenwiesen den Lamer Winkel und knickt südwestlich nach Bad Kötzting ab, um sich beim Kraftwerk Pulling als kürzerer (38 km) und wasserärmerer Nebenfluss mit dem Schwarzen Regen zu vereinigen.

Foto: Mündung des Weißen Regen (links) in den Schwarzen Regen nahe Kreuzbach, kurz hinter der denkmalgeschützten Eisenbahnbrücke
Regen
Am geographischen Schnittpunkt des Zusammenflussses des Weißen Regen und des Schwarzen Regen vollzieht sich die letzte Namensänderung. Ab der Mündungsstelle heißt der Fluss bis zur Mündung in die Donau in Regensburg (107 km) Regen.
Wenngleich der Fluß einschließlich seiner Zuflüsse abschnittsweise fünf verschiedene Namen trägt, wird er umgangssprachlich in aller Regel vereinfacht als "Regen" bezeichnet.
Die Donau ist der längste Fluss Mitteleuropas und nach der Wolga der zweitgrößte Strom Europas. Sie entspringt in der Nähe von Donaueschingen in Baden Württemberg und mündet nach 2859 km ins Schwarze Meer (Bulgarien). Neben dem Rhein ist die Donau der mächtigste Fluss Deutschlands. Um sie ranken sich Geschichten und Geschichte, weshalb abschnittsweise auch Themenradwege wie z.B. die Via Raetica, Via Danubia oder der Deutsche Limes Radweg die Donauroute begleiten. Um der geschichtsträchtigen Donauregion Rechnung zu tragen wurde der Donaulimes zwischen Eining (Landkreis Kelheim) und der Slowakei 2021 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt. Demzufolge kommen Natur- wie Kulturbegeisterte auf dem Donau-Radweg gleichermaßen auf ihre Kosten.
Radwegenetzanbindung
Start- und Zielort verfügen hervorragende Anschlussverbindungen: Donau-Radweg, Regental-Radweg und Lamer-Winkel-Arber-Radweg. Möchte man den flussverbindenden Bahntrassenradweg verlängern, bieten sich demzufolge an den Endpunkten etliche Optionen. Phasenweise verlaufen oder kreuzen auch regionale Radwege die Bahntrassentour wie z.B. Kapellenrunde (#24), 3 Bäche-Radweg (#26), Natur-Tour (#23), Aussichtstour (#22), Bayerischer Wald Tour (#18), Gipfelstürmer (#21). Die beliebte TRANS BAYERWALD - eine Mountainbike/Gravelbike-Route - verläuft auf ihrer 4. Etappe zwischen Falkenstein und Sankt Englmar nahe Recksberg (KM 16.5) kurzzeitig auf der Bahntrasse, was an der Beschilderung zu erkennen ist.
Rundstreckenvorschläge
Wer den Donau-Regen-Radweg mit weiteren Radwegen kombinieren möchte, dem bieten sich reizvolle Rundtouroptionen verbunden mit dem Vorteil, dass sowohl der Startort als auch die Fahrtrichtung (höhenmeterneutral) frei wählbar sind.
Rundtour A - Gesamtlänge 190 km
- Teil I: Regensburg - Cham - Miltach (91 km) → Regental-Radweg
- Teil II: Miltach - Bogen (39 km) → Donau-Regen-Radweg
- Teil III: Bogen - Straubing - Regensburg (60) km → Donau-Radweg
Einziger Wermutstropfen von Bahntrassenradwegen ist die Tatsache, dass die meisten von ihnen relativ kurz bzw. nur äußerst selten miteinander vernetzt sind. Wer eine Rundfahrt auf verschiedenen vormaligen Eisenbahntrassen plant muss zwangsläufig in Kauf nehmen, zumindest gewisse Teilstrecken entweder auf sonstigen Radwegen oder mit dem Auto bzw. öffentlichen Verkehrsmitteln zu überbrücken. Umso erfreulicher für unsere User, dass wir eine 145 km lange Rundtour quasi aus dem Hut zaubern, die 3 Bahntrassenradwege verknüpft welchen einen prozentualen Anteil an der Gesamtstrecke von 58% ausmachen.
Rundtour B - Gesamtlänge 145 km
- Teil I: Straubing - Bogen (11 km) → Donau-Radweg
- Teil II: Bogen - Miltach (39 km) → Donau-Regen-Radweg
- Teil III: Miltach - Viechtach - Patersdorf (31 km) → Regental-Radweg
- Teil IV: Patersdorf - Deggendorf (25 km) → Waldbahnradweg
- Teil V: Deggendorf - Straubing (39 km) → Donau-Radweg
Rundstreckentour B beinhaltet drei Bahntrassen Radwege: Donau-Regen-Radweg (39 km), Regental-Radweg (Abschnitt Blaibach/Kreuzbach bis Viechtach, 14 km) und Waldbahn-Radweg zwischen Patersdorf und Deggendorf (25 km). Damit beläuft sich der summierte Bahntrassenanteil auf 78 km, was 54% der Gesamtstrecke entspricht.
Öffentliche Verkehrsmittel
Zugverbindungen im Landkreis Cham
Da sowohl die Gemeinde Miltach als auch die Stadt Bogen einen Bahnanschluss verfügen, erlaubt es eine klimaschonende An- und Abreise.
Oberpfalzbahn, RB 28: Cham - Chamerau - Miltach - Blaibach - Bad Kötzting - Zellertal - Grafenwiesen - Watzlsteg - Hohenwarth - Arrach - Frahelsbruck - Lam
Kostenlose Fahrradmitnahme im Landkreis Cham und auf der RB 27 bis Schwandorf
Gruppen mit Fahrrädern ab 6 Personen müssen sich spätestens 10 Tage vor Reisebeginn beim Kundencenter der DLB anmelden: info@laenderbahn.com
Tel. +49 (89) 548 889 725

RB 27: Schwandorf - Bodenwöhr Nord - Neubäu - Roding - Pösing Cham - Kothmaißling - Weiding Arnschwang - Furth im Wald - Ceska Kubice - Babylon - Domazlice mesto - Domazlice
Kontaktdaten
Landratsamt Cham
Rachelstr. 6
93413 Cham
Tel. 09971 - 78 - 430
touristik@lra.landkreis-cham.de
www.bayerischer-wald.org
Tourismusbüro Miltach
Kötztinger Str. 3
93468 Miltach
Tel. 099 44 - 3415 - 15
poststelle@miltach.de
http://www.miltach.de
Landratsamt Straubing-Bogen
Leutnerstraße 15
94315 Straubing
Tel. 09421 - 973 - 127
info@bayerischer-wald.me
http://www.bayerischer-wald.me
Stadt Bogen
Stadtplatz 56
94327 Bogen
Telefon: 09422 / 505 - 0




