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Informationen

Herzlich Willkommen im »Naturpark Oberer Bayerischer Wald« (Landkreis Cham) 

Startort Miltach

Der Ort Miltach, einst Hofmark »Miltaha«, wurde erstmals um 1070 urkundlich erwähnt, wobei der Ortsname soviel wie "Bach, an dem gebleicht wurde" bedeutet. Südöstlich im Oberpfälzer Regierungsbezirk bildet die Gemeinde als Schnittpunkt mehrerer Fernradwege einen idealen Ausgangspunkt für Radtouren in allen Himmelsrichtungen. Neben dem Donau-Regen-Radweg startet an derselben Stelle der Lamer Winkel Arber-Radweg. Miltach, die „Perle“ im malerischen Regental, liegt am landschaftsprägenden Zusammenfluss des Regen und des Perlbachs, was zum einen Naherholern ein herrliches Rückzugsrefugium bietet, zum anderen Radfahrern eine Vielzahl familienfreundlicher Touroptionen eröffnet.

 Das Schloss Miltach kann nach vorhergender Vereinbarung besichtigt werden. Auch deswegen lohnenswert, weil sich im Obergeschoss eine sehenswerte Dauerausstellung befindet. Das ehemalige Austragshaus im Park des Schlosses Miltach wurde übrigens zum Gästehaus umfunktioniert. 

Echtes Highlight: Der frühere Miltach Bahnhof wurde vor einigen Jahren aufwändig renoviert und zu einem schicken Bahnhofscafé mitsamt einem Eisenbahn-Speisewagon umgebaut. Für Bahntrassenfans eine nostalgisch anmutende Location, die man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.

 Der Start/Zielpunkt des Donau-Regen-Radwegs liegt am östlichen Ortsrand von Miltach, gegenüberliegend der Radler-Holzbrücke an der Kötztinger Straße. Für Radtouristen ein hoch frequentierter Knotenpunkt, der zudem vom Regental-Radweg tangiert wird. Die Bayerwald-Magistrale stellt die Verbindung nach Bayerisch Eisenstein (75 km) bzw. in entgegengesetzter Richtung bis Cham (18 km) bzw. Regensburg (91 km) her, während der Lamer Winkel Arber-Radweg - begleitet vom Grünen Dach Radweg - einen kürzeren, darfür aber bergigeren Streckenverlauf entlang des Weissen Regen nach Bayerisch Eisenstein (50 km) einschlägt.

Bis Mitte der 80er Jahre war Miltach ein zentraler Bahnknotenpunkt im Eisenbahnverkehr. Doch die Zeiten, als zahlreiche Schienenwege das Land durchzogen und in entlegene Regionen führten sind längst vorbei. Besonders im schwach besiedelten Bayerischen Wald wird deutlich, wer Nutznießer von den Eisenbahnstillungen bis in die 90er Jahre in erster Linie war: bezogen auf die engere Umgebung wurden durch die Umwidmung stillgelegter Eisenbahnstrecken wie z.B. Miltach-Bogen (Donau-Regen-Radweg), der Teilabschnitt zwischen Blaibach/Kreuzbach (Regental-Radweg) und Viechtach, sowie zwischen Patersdorf und Deggendorf (Waldbahn-Radweg) erstklassige Bahntrassenradwege erschlossen (siehe Rundstreckenvorschläge auf Seite 1 am Seitenende). 

Foto: aus Sicht vom Donau-Radwegs verläuft auf der gegenüberliegenden Straßenseite in Miltach der Regental- und Lamer-Winkel-Arber-Radweg, die ihrerseits optimale Anschlussverbindungen (Anfahrt / Weiterfahrt) bieten. Mit anderen Worten: man kann sowohl zum Startpunkt "anradeln" als auch vom Zielort Bogen weiterradeln. 

Miltach verfügt eine gute Bahnverbindung nach Lam und Cham (RB 28, Oberpfalzbahn) mit Anschluss ans überörtliche Bahnverbindungsnetz (Schwandorf / Regensburg).

 Abstecher Blaibachsee / Bad Kötzting

Wer den Donau-Regen-Radweg in der entgegengesetzten Richtung nach Miltach befährt bzw. als Ortsfremder die Region bereist, dem bietet sich im Anschluss ein Abstecher zum Blaibacher See bzw. nach Bad Kötzting an. Man braucht nur einfach der Beschilderung des Lamer-Winkel-Arber-Radweg (5 km identisch mit dem Regental-Radweg) folgen. Von der Wegegablung beim Radpavillon kurz hinter Kreuzbach sind es bis zum Blaibacher See 1 km, zur Sitzbank an der Mündung des Weissen Regen am gegenüberliegenden Ufer weitere 1.6 km (38 hm) und nach Bad Kötzting durch das idyllische Steinbachtal knapp 5 km (124 hm). 

Mit dem Bau der zweiten Staustufe im Schwarzen Regen entstand nach Fertigstellung des Ausgleichkraftwerkes 1964 der Blaibacher See. Etwa 5 km flussabwärts vom Höllensteinsee gelegen, ist der See unter Touristen wie Einheimischen sehr beliebt. Überdies lockt ein schöner Ausflugsbiergarten mit Seeblick zur Einkehr. Ein erfrischendes Bad bzw. eine Fahrt mit dem Tretboot verspricht eine reizvolle Abwechslung.

Kanuten im Mündungsbereich des Weißen Regen in den Schwarzen Regen. Um einen Blick auf den Zusammenfluss beider Flüße zu erhaschen, braucht nur 1 km abseits des Regental-Radwegs geradeaus radeln. Ansonsten bekommt man den Schwarzen Regen nur kurzzeitig bei den Kreisstädten Viechtach und Regen zu sehen, währenddessen man den Weißen Regen gar nicht zu Gesicht bekommt.

Der Regen ist ein regional bedeutsamer Fluss im Bayerischen und Oberpfälzer Wald und nach der Naab der zweitgrößte linksseitige Donauzufluss in Deutschland. Der Entstehungspunkt befindet sich unterhalb des Kraftwerks Pulling (Gemeinde Blaibach) wo sich beide Flüsse vereinigen. Auf einer Länge von 107 km (Hauptstrang Großer Regen - Schwarzer Regen - Regen 191 km) strömt der Fluß seiner Mündung in Regensburg zu.

Foto: Blaibacher See

Für Radfahrer ist der Katzensprung allemal lohnenswert, zumal das Naturidyll des angrenzendes Blaibacher Sees (47 Hektar großer Stausee am Schwarzen Regen) ein hervorragendes Erholungsareal bietet. Deshalb tummeln sich auch viele Naturliebhaber und Outdoorsportler wie Radfahrer, Kajakfahrer, Wanderer, Bade- und Ausflugsgäste auf der angelegten Liegewiese oder im Wasser. Abschalten, den beruhigenden Seeblick in der bewaldeten Naturlandschaft genießen oder ein erfrischendes Bad nehmen, da kommt ganz automatisch Freude auf. Zudem lockt ein Biergarten zum gemütlichen Pausen-Snack bzw. zur erholsamen Rast an, die müde Wadeln munter machen. Klare Luft zum Durchatmen, eine deftige Brotzeit und regional gebrautes Bier. Das ist der bayerische Himmel auf Erden, von dem so viele schwärmen. Optimale Bedingungen zum Krafttanken, um anschließend mental und physisch gestärkt wieder beherzt in die Pedalen zu treten. 

Der Donau-Regen-Radweg stellt zwischen dem Radwegeknoten Miltach im Regental und Bogen in der Gäubodenebene (Donau) eine überaus reizvolle Querverbindung her. Auf einerwassergebundenen Fahrbahndecke (minimaler Rollwiderstand) verläuft die Strecke bis Altrandsberg (6 km) nahezu steigungsfrei, bevor die ersten Hügel des Bayerischen Waldes mit geringen Steigungen von durchschnittlich 1 % bis maximal 3% geringfügig mehr Kraftaufwand erfordern.

Keine 5 Kilometer vom Startpunkt entfernt, rückt am Wegesrand schon das nächste Highlight ins Blickfeld. Gemeint ist der schön gestaltete Rastplatz mit Wetterschutzpavillon und informativen Schauttafeln in Altrandsberg, von dem sich ein herrlicher Blick auf das Schloss bietet (erbaut im 16./17. Jhrd.). 

  

Gastgeber im Kötztinger Land

Gastgeber im Landkreis Cham

Schon allein wegen des imposanten Schlossblicks ist am Rastplatz in Altrandsberg (KM 4.7) Innehalten angesagt. Hat man sich erstmal niedergelassen und legt einen geruhsamen Pausenstopp in dem teils schattigen Kleinod ein, dauert es i.d.R. nicht lange mit Gleichgesinnten ins Gespräch zu kommen um sich auszutauschen. Dies macht einmal mehr offenkundig, wie sehr das "schönste Hobby der Welt" uns über sämtliche Grenzen und gesellschaftlichen Schichten hinweg verbindet. 

Ein Besuch des imposanten Schlossses mit seinem »WeltKunstMuseum«, in dem Replikate von Kunstwerken aus allen Epochen untergebracht sind ist definitiv lohnenswert. Im Kellergewölbe wird die Rauminstallation „Das letzte Abendmahl“ des Miltacher Künstlers Andreas Pregler gezeigt. Allerdings ist das Schloss nur Sonntags zwischen 14:00 – 17:00 Uhr geöffnet. Einlass bzw. Führungen außerhalb der Öffnungszeit kann telefonisch vereinbart werden. 

Die Flachetappe geht schon kurz nach dem Start in eine sanfte Steigungsphase über. Vom Klinglbach begleitet - dessen Quellgebiet oberhalb des gleichnamigen Weilers Klinglbach in der Ferienregion Sankt Englmar liegt und in Miltach in den Regen mündet, wird hinter Altrandsberg die Naturlandschaft in dem menschenleeren Gebiet zunehmend urwüchsiger.  

Das Perlbachtal ist landschaftlich besonders reizvoll, dessen unberührte Naturkulisse am besten bei einer entspannten Radlerpause ihre energetische Wirkung entfaltet. 

Nur 1 km von Altrandsberg entfernt stechen in beiden Fahrtrichtungen große Hinweisschilder ins Auge, die den Übertritt in den Nachbarlandkreis ankündigen. 

Zwischen den Gemeinden Altrandsberg und Rattenberg - genauer gesagt 5.7 km von Miltach bzw. 33.3 km von Bogen entfernt - wird die Landkreisgrenze Cham / Straubing-Bogen passiert, die zugleich die Regierungsbezirke Oberpfalz und Niederbayern voneinander trennt. Je nach Fahrtrichtung erblickt man entweder das Schild vom Landkreis Cham welches "Unter Schildhaupt mit den bayerischen Rauten in Rot die zweitürmige silberne Kirche von Chammünster" abbildet, oder das weiß-blaue Rautenwappen des Landkreis Straubing-Bogen, dessen Ursprung sich auf die Hochzeit der Bogener Gräfin Ludmilla mit dem Wittelsbacher Herzog Ludwig I. von Bayern im Jahre 1204 zurückführen lässt.

Wie dem auch sei, heißt es in der hier beschriebenen Fahrtrichung Abschied vom Naturpark Oberer Bayerischer Wald zu nehmen.

Geringfügig nimmt das Steigungsnveau etwas zu, wobei die abgeschiedene Lage des wildromantischen Perlbachtals faszinieren, vor allem wenn man auf einer Sitzbank Platz nimmt und dem rauschenden Wildbach, dem Windsäuseln und Vogelgezwischter lauscht.

Frei von menschlichen Eingriffen bestimmt hier noch die Natur den mäanderden Verlauf des Perlbaches. Ein entrücktes Kleinod (Kraftort), das in der Tat wie Balsam für die Seele wirkt. 

Umso tiefer man in den abgeschiedenen Landstrich vordringt, desto beeindruckender treten die Geländeeinschnitte hervor die nötig waren, um eine passable Steigung für die Züge zu gewährleisten.

Ausführliche Beschreibung des Donau-Regen-Radwegs im Radlführer "EldoRado Bayerischer Wald - Genussradeln auf dem Grünen Dach Bayerns", Galli-Verlag ISBN 978-3-931944-74-2